Haushalt bewegt sich im Schutzschirm-Rahmen – Euterbachbrücke in Schöllenbach muss erneuert werden

Einstimmigkeit war Trumpf bei der vergangenen Gemeindevertreter-Sitzung. Die Beschlüsse über Haushaltsplan 2017, Haushaltssicherungskonzept und Investitionsprogramm fielen nach Vorberatung im Haupt- und Finanzausschuss jeweils einstimmig. Das Revisionsamt des Kreises erteilte der Jahresrechnung 2013 einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Auch dies nahmen die Mandatsträger einhellig zur Kenntnis.

Das Defizit im ordentlichen Ergebnis des Hessenecker Haushalts geht kontinuierlich nach unten. Waren es 2015 im Plan noch 120.000 Euro Miese (und im Ergebnis minus 96.000 Euro), so sank diese Zahl 2016 schon auf 85.000 Euro. Der Haushaltsplan für 2017 sieht noch eine Unterdeckung von knapp 58.000 Euro vor.

Der ausgewiesene Fehlbetrag liegt noch im Rahmen des im Schutzschirmvertrag vereinbarten Abbaupfades. Dieser lässt für 2017 ein Defizit von knapp 60.000 Euro zu. 850.000 Euro sind als Höchstbetrag der Kassenkredite eingeplant. Der Gesamtbetrag der Kredite für Investitionen wurde auf etwa 138.000 Euro festgesetzt. Davon sind 63.660 Euro für Darlehen im Rahmen des kommunalen Investitionsprogrammes (KIP) gedacht.

Diese Gelder werden für verschiedene Maßnahmen verwendet: etwa den Austausch der Ölheizung mit Baujahr 1986 im Sporthaus Kailbach durch eine Öl-Brennwertheizung sowie der vorhandenen Öltanks aus 1972. Gleiches geschieht mit der Ölheizung im Dorfgemeinschaftshaus Hesselbach. Die Pflasterung der bisher asphaltierten brüchigen Hoffläche vor dem Feuerwehrgerätehaus Kailbach und die Erweiterung zur Verbesserung der Standplatzsituation sind bereits erfolgt.

Die Erträge und Aufwendungen im Rahmen des kommunalen Finanzausgleichs (KFA) haben sich positiv entwickelt. Hier ergibt sich gegenüber den Ansätzen des Vorjahres eine Verbesserung von etwa 40.000 Euro. Grund hierfür ist unter anderem eine erneute Steigerung bei der Schlüsselzuweisung um 15.000 Euro. Aber auch die anderen Steuer- und Umlageeinnahmen stiegen. Allerdings erhöhten sich ebenso die Umlagen um 28.000 Euro. Im Saldo verbleibt somit aus dem KFA ein Plus von rund 12.000 Euro.

In seinen Mitteilungen ging Bürgermeister Thomas Ihrig darauf ein, dass es bei der Hessen Mobil-Baustelle an der L3108 eine weitere Verzögerung gebe. Die Vollsperrung für den Bau der Stützmauer in Schöllenbach wurde zwischenzeitlich bis zum 30. Juli verlängert. Bis dahin erfolgt auch die Neuverlegung der gemeindlichen Wasserleitung, die der Baumaßnahme zwischenzeitlich im Weg lag und beschädigt wurde.

Gerade aktuell stand der Submissionstermin bei der Flurbereinigungsbehörde Heppenheim für den Neubau der Euterbach-Brücke in Schöllenbach an, sagte er. Dieser soll im Herbst erfolgen. Es handelt laut Ihrig um eine Maßnahme im Rahmen des Flurbereinigungsverfahren Kailbach-Schöllenbach, das maßgeblich mit Zuschüssen finanziert wird. Die Restkosten teilen sich die beiden Kommunen Eberbach (wegen Badisch-Schöllenbach) und Hesseneck wegen der innerörtlichen Verbindung nach Hesselbach. Wenn die Erneuerung startet, wird es dem Bürgermeister zufolge zu einer zeitweisen Vollsperrung mit Ersatzweg über eine Fußgängerbrücke führen.

Wie der Rathauschef daneben erläuterte, habe der Gemeindevorstand den Jahresabschluss 2015 festgestellt. Dieser bewege sich im Rahmen des mit dem Land Hessen abgeschlossenen Schutzschirmvertrags. Er werde nun dem Revisionsamt des Odenwaldkreises zur Prüfung vorgelegt. Bis Ende 2017 ist seinen Worten zufolge auch mit der Aufstellung des Jahresabschlusses 2016 zu rechnen. Damit habe man innerhalb der vergangenen zwei bis drei Jahre den Aufstellungsrückstand aufgrund der guten Arbeit des Kommunalservice Oberzent beheben können.

 

Hessenecker Haushaltsplan 2017

Ergebnishaushalt: Gesamtbetrag der Erträge 1,4 Millionen, Aufwendungen 1,46 Millionen, Fehlbetrag ca. 58.000 Euro.

Finanzhaushalt: Saldo Einzahlungen und Auszahlungen aus laufender Verwaltungstätigkeit minus 15.700 Euro, Zahlungsmittelbedarf 88.700 Euro.

Grundsteuer A und B sowie Gewerbesteuer: 380 v. H.

Oberzent-Fusion ist durch: Bürgerbegehrens-Frist ist abgelaufen

Einen Sachstand zum Verlauf der Oberzent-Fusionsanstrengungen gab Bürgermeister Thomas Ihrig auf der vergangenen Sitzung der Gemeindevertretung. Die Frist zur Einreichung eines Bürgerbegehrens (acht Wochen seit dem Beschluss über den Grenzänderungsvertrag) sei zwischenzeitlich ohne eine solche abgelaufen, sagte er. Damit ist auch der Zeitraum verstrichen, in dem Namensgegner noch hätten agieren können. „Die Genehmigung des Vertrags durch die Regierungspräsidentin in Darmstadt wird in Kürze erwartet“, freute er sich.

Die Arbeit an der Umsetzung des Projekts läuft laut Ihrig. Dabei gelte es viele Details zu berücksichtigen. Er wies auf weitere Entscheidungen rund um das Thema hin, die die vier Kommunen ebenfalls berührten. So habe der Odenwälder Kreistag beschlossen, dem Verein „Metropolregion Rhein-Neckar“ beizutreten. Gerade für die Oberzent mit ihrer Nähe zum badischen Neckartal sei dieser zukunftsträchtige Schritt sehr wichtig.

Vom verstärkten Blick und von der Netzwerkpflege in Richtung Süden „profitiert insbesondere unsere Region“, so Ihrig. Vielfältige Verknüpfungen und Beziehungen in die Metropolregion müssten aktiviert und gepflegt werden. Außerdem solle eine Konzeption zur Einrichtung einer Servicestelle der Wirtschaftsförderung bei der OREG insbesondere für die neue Stadt erstellt werden, erläuterte er.

Der Rathauschef informierte weiter, dass das Mobilitätskonzept „Garantiert mobil“ des Odenwaldkreises am 8. September starten solle. Die Oberzent-Kommune(n) beteilige(n) sich finanziell während der Einführungsphase bis Ende 2019. Dies geschieht Ihrig zufolge durch Übernahme eines Teils der Kosten der sogenannten „TaxOMobil-Fahrten“ (Fahrten, für die es keine regulären Verbindungen und Mitnahmeangebote gibt). Denn diese sind eigentlich mit einem kräftigen Zuschlag versehen. „Hierdurch soll die Akzeptanz des neuen Angebots erhöht werden“, betonte der Bürgermeister.

Wie er weiterhin erläuterte, seien die gemeinsamen Auftragsvergaben aller vier Orte zur Gebührenkalkulation 2018 erfolgt. Denn zum Jahresbeginn 2018 „müssen einheitliche Wasser- und Abwasser-Satzungen vorliegen“. Vorrangig gehe es darum, Beitrage und Gebühren für Wasser und Abwasser zu ermitteln. In einem zweiten Schritt folgen Friedhofs- und Kindergartengebühren.

Im zweiten Halbjahr werden nach den Worten von Ihrig die Themen nicht ausgehen. So stehe, jetzt schon kurz angerissen, die Diskussion über Konzepte für Bau und Unterhaltung der Wasserversorgung, der Abwasserbeseitigung und der Straßen an. Diese bilde eine wichtige Grundlage für künftige Bau- und Unterhaltungsmaßnahmen nach Dringlichkeit. Hier sah er den „Bedarf an weiteren gemeinsamen Sitzungen zur Abstimmung des Vorgehens“.

Einstimmig beschloss das Gremium die neuen Gebühren für die Nutzung des Schlacht- und Kühlhauses im Dorfgemeinschaftshaus Hesselbach. Hintergrund waren steigende Kosten bei stark zurückgehenden Nutzerzahlen der – dort ausschließlich zugelassenen privaten – Schlachtungen. 83 waren es noch 1998, nur 20 im vergangenen Jahr. Weiterhin ist laut dem Rathauschef festzustellen, dass sich in den letzten Jahren die Entsorgungskosten für das Konfiskat (Schlachtabfälle) „deutlich erhöht haben“.

Hinzu komme, dass die Entsorgungskosten des Festabscheiders und die Wartungskosten des Kühlaggregats mit rund 500 bis 600 Euro brutto im Jahr zu Buche schlagen. Dies bedeute bei nur noch 20 Schlachtungen im Jahr einen Aufwand von jeweils rund 25 bis 30 Euro. Somit fallen laut dem Bürgermeister derzeit laufende Kosten (ohne sonstige Reparaturen, Bauhofeinsatz, Abrechnungen, Rindermeldungen, Abschreibungen) je Schlachtung bei Rindern über 66 Euro und bei Schweinen über 61 Euro an.

Im Jahr 2007/08 lagen Ihrig zufolge die vergleichbaren Kosten bei Rindern noch bei etwa 26 Euro und bei Schweinen bei 24 Euro je Schlachtung. Die seit 2008 erhobene Grundgebühr liege bei 30 Euro je Schlachtung. „Sie deckt somit bei weitem die anfallenden Kosten nicht mehr ab.“

Neue Schlachtgebühren in Hesselbach

Die Grundgebühr für die Schlachtung von Schwein/Kalb/Schaf beläuft sich auf 65 Euro pro Nutzung, für Rind/Pferd auf 70 Euro. Strom wird mit 30 Cent pro kWh abgerechnet, Heißwasser mit einem Cent pro Liter.

„Gute Laune bei schlechtem Wetter“ war das Motto beim Jugendfeuerwehrtag der Odenwaldkreis-Wehren

Zum Schluss hin war die Nässe dann doch in die Knochen gekrochen. Etwas früher als geplant gab es den Abpfiff für den Kreisjugendfeuerwehrtag auf der Rothenberger Höhe. Denn nach sonnigem Beginn hatte der Regen am Tag danach ganze Arbeit geleistet und alles durchweicht. Die Stimmung bei den über 600 Jugendlichen aus dem gesamten Odenwaldkreis war trotzdem super. Sie erlebten drei tolle Tage unter Gleichgesinnten.

„Die Organisation und Vorbereitung durch die Feuerwehr Rothenberg war wieder wie gewohnt super“, lobte Kreisjugendfeuerwehrwart Dominic Groh. Das Team um Benjamin Götz, Marco Johe, Jochen Weinthäter und Janis Heckmann wisse, worauf es bei der Organisation einer solchen Veranstaltung ankomme. „Deshalb macht es immer wieder besonders Spaß, nach Rothenberg zu kommen.“ Alles, was die Helfer beeinflussen konnten, lief seinen Worten zufolge super ab. Weshalb er den lokalen Brandschützern einen ganz großen Dank abstattete.

Das wechselhafte, zum Teil schlechte Wetter tat nach den Beobachtungen von Groh der ganzen Stimmung im Großen und Ganzen keinen Abbruch. „Gute Laune bei schlechtem Wetter“ war das Motto beim Großteil der jugendlichen Teilnehmer. Besonders freute ihn, dass in diesem Jahr „seit Langem mal wieder alle 15 Kommunen aus dem Odenwaldkreis vertreten waren“.

Der Rothenberger Jugendwart Janis Heckmann war mit dem Verlauf angesichts des Wetters zufrieden. „Leider mussten wir einige wenige Workshops absagen“, bedauerte er – der Regen hatte ganze Arbeit geleistet. Mit dem Modellfliegen war darunter eine besonders stark nachgefragte Veranstaltung. Aber auch der zweite Durchgang des Mountainbike-Downhills konnte nicht stattfinden. Jedoch: „Alles, was nicht wetterabhängig war, lief super“, freute er sich.

Dazu zählte auch „Jumping Fitness“ in der ausgeräumten Feuerwehr-Fahrzeughalle. Nach schwachem Anmeldebeginn gingen die Teilnehmerzahlen plötzlich rapide in die Höhe. Nämlich dann, als sich alle etwas darunter vorstellen konnten und dass die Sache riesigen Spaß machen würde. Geocaching, Schmieden, Bogenschieße und Erste Hilfe waren weitere Angebote für die Jugendlichen. Dazu gab „just for fun“ ein Fußballturnier, Tauziehen, Kistenturmbauen und eine Cocktailparty.

„Alles hat super funktioniert“, so Heckmann. „Wir haben auch lange genug im Vorfeld geplant“, sagte er. In der Woche vor dem Start waren die Rothenberger quasi nonstop im Einsatz. Den JFW-Tag bezeichnete er als „Highlight des gesamten Jahres“. Wenn er vorbei sei, freuen sich viele schon auf die kommende Veranstaltung. Denn bei diesem Event kommen Jugendliche zusammen, „die man sonst das Jahr über nicht sieht“. Es sei immer schön, Angehörige anderer Kreiswehren zu treffen.

Das gefielt auch der 14-jährigen Lara aus Beerfelden: „Ich freue mich, dass ich meine Freunde hier wieder sehe“, sagte sie. Sie bedauerte wie die anderen Jugendlichen auch das schlechte Wetter. Aber ansonsten „war das Zeltlager gut“. Von den Angeboten gefiel ihr Jumping Fitness besonders gut. Auch die Cocktailbar „war super“.

Der Workshop Geocaching und das abendliche Grillen am Lagerfeuer hatte es Leon (12) und Luis (13 Jahre) aus Weiten-Gesäß am meisten angetan. „Alles war gut organisiert“, freuten sie sich. Leon hatte noch mehr Grund zur Freude: „Schön, dass mein Handy wieder gefunden wurde, das ich verloren hatte.“ Dem 14-jährigen Jonas aus Lützelbach sagte die Gemeinschaft in der Gruppe „mit meinen Freunden beim Zeltlager“ sehr zu. Er lobte auch das von der Rothenberger Feuerwehr zubereitete Essen.

Während sich draußen die Jungen austobten, saßen in der frisch sanierten Sporthalle die Veteranen der Kreiswehren gemütlich beisammen. Über 400 Mitglieder der Alters- und Ehrenabteilungen aus allen Ecken und Enden des Odenwaldkreises tauschten Erinnerungen von früher aus. Die ältesten zählten dabei schon 90 Lenze und stellten sich über 70 Jahre bei der Wehr in den Dienst der Allgemeinheit. Für die passende musikalische Umrahmung sorgte die Feuerwehrkapelle Beerfelden unter Leitung von Wolfgang Hörr.

Kreisentscheid Bundeswettbewerb

14 Mannschaften aus dem Odenwaldkreis nahmen teil, davon vier Staffeln und zehn Gruppen, unter diesen wiederum zwei reine Mädchenmannschaften. Wertung gemischte Gruppen: 1. Brombachtal (1403), 2. Rothenberg (1400), 3. Ober-Hainbrunn (1385), 4. Höchst-West (1363,9), 5. Beerfelden (1359), 6. Finkenbach (1347), 7. Höchst/Mümling-Grumbach (1116), 8. Reichelsheim (698,9). Wertung Mädchen Gruppen: 1. Rothenberg (1399,9), 2. Beerfelden (1379). Wertung Gemischte Staffeln: 1. Nieder-Kainsbach (1377), 2. Kortelshütte (1357), 3. Brombachtal (1295), 4. Hainstadt (1285). Die Erstplatzierten qualifizierten sich für den Landesentscheid am 27. August in Alsfeld.

600 Jugendfeuerwehrleute aus 36 Wehren des Odenwaldkreises zu Gast zu Rothenberg

Besser hätte der Start nicht laufen können, auch wenn sich das restliche Wochenende deutlich grauer und regnerischer präsentierte: Zum Start des Kreisjugendfeuertags auf der Hirschhorner Höhe in Rothenberg kamen bei herrlichem Sonnenschein mit Blick über die Odenwaldhügel 600 Kinder und Jugendliche auf der Wiese gegenüber der Sporthalle zusammen, um den Begrüßungsansprachen der Ehrengäste zu lauschen. In über 100 Zelten verbrachten die Teilnehmer aus 36 Ortsteilwehren drei ereignisreiche Tage.

Die Rothenberger (Jugend-)Feuerwehr ist in der Organisation eines solchen Mammutevents bereits Profi. Zum 44. Mal fand der Kreisjugendfeuerwehrtag des Odenwaldkreises heuer statt, zum siebten Mal waren die Brandschützer aus der südlichsten Gemeinde Ausrichter. Was ihnen nicht nur aufgrund der schieren Zahl viel Lob von allen Seiten einbrachte, sondern auch aufgrund der Professionalität.

Schon zu Wochenbeginn hatte man in Rothenberg mit dem Aufbau losgelegt und dann jeden Tag mit 15 bis 20 Helfern geschuftet. Schließlich musste auch noch die Sporthalle auf Vordermann gebracht werden, die in einer Punktlandung nach zweijähriger Umbauzeit zum Start der Veranstaltung fertiggestellt worden war. Außerdem hatte die Feuerwehr im Zuge des Umbaus einen neuen Mannschaftsraum bekommen. Über 100 aktive und passive Mitglieder dürften übers Wochenende im Einsatz gewesen sein, schätzte Gemeindebrandinspektor Marco Johe. Denn die Einheimischen kümmerten sich auch um die komplette Bewirtung.

Kreisjugendfeuerwehrwart Dominic Groh war es eine Freude, viele Ehrengäste willkommen heißen zu dürfen. Bei der Bürgermeister-Vorstellung aus den Kreisgemeinden wurde spielerisch per Applausometer die Beliebtheit der Rathauschefs gemessen. Für die Gastgeber gab es zu deren 45. Jubiläum ein Geschenk für Jugendwart Janis Heckmann.

Rothenbergs Bürgermeister Hans Heinz Keursten, der im Namen der Kreiskollegen begrüßte, gestand seine Zweifel vor einigen Monaten, ob die Durchführung überhaupt möglich sei – weil die Fertigstellung der Sporthalle in den Sternen stand. Doch dann sagten sich die Rothenberger: „Wir schaffen das.“ Mit Erfolg. Keursten hieß die Gäste willkommen am „schönsten Ende der Welt“ – aus Sicht des Odenwaldkreises her betrachtet.

Landrat Frank Matiaske wünschte sich keine Wetterunbilden wie beim vergangenen Mal, als es ziemlich stürmte. Er wünschte „drei tolle Tage“ und würdigte die „starke Leistung“ der Rothenberger als Veranstalter. Die Präsenz von 36 Jugendfeuerwehren aus dem gesamten Kreis zusammen mit dem THW und dem DRK Rothenberg zeige die Schlagkraft der Hilfsorganisationen.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Jens Zimmermann, gerade aus Berlin angekommen, wies auf die Bedeutung der Rettungsdienste bei der Bewältigung der dortigen Unwetterereignisse hin. Es habe sich gezeigt, wie wichtig neben den Berufswehren auch die ehrenamtlich Tätigen seien. Kreisbrandinspektor Horst Friedrich war es angesichts von 600 Jugendfeuerwehrleuten nicht bange um die Zukunft der Einsatzabteilungen.

Es sei schön zu sehen, dass es so viele Jugendwehren gebe, die sich für die Allgemeinheit engagierten, betonte der stellvertretende Jugendwart Carsten Gerhold von der „Feuerwehrmafia“ aus dem Offenbacher Kreis. „Nach dem Jugendtag ist vor dem Jugendtag“, verdeutlichte Groh, dass die Planungen für kommendes Jahr (in Beerfelden) praktisch sofort wieder starten. Die Hauptorganisation liege immer bei den Wehren vor Ort. Der Kreisverband wertet seinen Worten zufolge den Ablauf aus und steht beratend zu Seite.

Zwei Jugendfeuerwehrleute aus Kailbach wurden im Rahmen der Eröffnung extra gewürdigt. Johannes Holzheimer und Julian Elser betätigten sich bei einem Unfall als Ersthelfer. Sie kamen mit dem Bus an einer Unfallstelle vorbei, wo ein Auto im Graben lag, und gingen sofort zu Werke. Viel Applaus der Eröffnungsgäste war ihnen sicher.

Hessenecker Haushalts-Defizit ist konform mit dem Schutzschirmvertrag

Das Defizit im ordentlichen Ergebnis des Hessenecker Haushalts geht kontinuierlich nach unten. Waren es 2015 im Plan noch 120.000 Euro Miese (und im Ergebnis minus 96.000 Euro), so dank diese Zahl 2016 schon auf 85.000 Euro. Der Haushaltsplan für 2017 sieht noch eine Unterdeckung von knapp 58.000 Euro vor. Diese Zahlen legte Bürgermeister Thomas Ihrig zusammen mit Tina Bartmann vom Kommunalservice Oberzent der Gemeindevertretung vor.

Nach den einleitenden Worten des Bürgermeisters erläuterte Bartmann, dass der ausgewiesene Fehlbetrag noch im Rahmen des im Schutzschirmvertrag vereinbarten Abbaupfades liege. Dieser lasse für 2017 ein Defizit von knapp 60.000 Euro zu. Der Gesamtbetrag der Kredite für Investitionen werde auf etwa 138.000 Euro festgesetzt, sagte sie. Davon sind 63.660 Euro für Darlehen im Rahmen des kommunalen Investitionsprogrammes (KIP) gedacht.

Diese Gelder werden für verschiedene Maßnahmen verwendet: etwa den Austausch der Ölheizung mit Baujahr 1986 im Sporthaus Kailbach durch eine Öl-Brennwertheizung sowie der vorhandenen Öltanks aus 1972. Gleiches geschieht mit der Ölheizung im Dorfgemeinschaftshaus Hesselbach. Die Pflasterung der bisher asphaltierten brüchigen Hoffläche vor dem Feuerwehrgerätehaus Kailbach und die Erweiterung zur Verbesserung der Standplatzsituation sind bereits erfolgt. Pauschalmittel werden verwendet für Unterhaltungs- und Instandhaltungsarbeiten auf den drei Spiel- und zwei Bolzplätzen sowie dem Sportplatz der Gemeinde.

Der Höchstbetrag der Kassenkredite wurde auf 850.000 Euro festgesetzt. Obwohl in letzter Zeit laut Bartmann maximal 750.000 Euro erforderlich waren, soll der Betrag zur Sicherung der Liquidität etwas erhöht werden. Dies auch vor dem Hintergrund, dass die Investitionsmaßnahmen eventuell für einen gewissen Zeitraum vorfinanziert werden müssen, bis die entsprechenden Einnahmen aus Zuschüssen und Darlehen eingebucht werden können.

Die größten Einnahme-Verbesserungen sind der KSO-Mitarbeiterin zufolge bei den Produkten Abwasserbeseitigung (17.600), Wasserversorgung (17.500) und kommunale Forstwirtschaft (7300 Euro) zu finden. Die größten Verschlechterungen ergeben sich ihren Worten nach bei den Produkten Finanzen/KSO und Zahlstelle (7000), Kindertagesstätte (13.000) sowie Dorferneuerung und Städtebauförderung (5700 Euro).

Ein Defizit von 72.000 Euro ergibt sich bei der Kindertagesstätte. Wie Bartmann erklärte, rechne man aufgrund der derzeitigen Anmeldungen mit einem Gebührenaufkommen von 6200 Euro. An Landeszuweisungen werden 19.500 Euro kalkuliert. „Die tatsächlichen Kosten waren bereits 2016 deutlich höher als der Ansatz“, sagte sie. In der Summe ergebe sich ein Anstieg des Defizits um 13.000 Euro.

Die Einnahme-Verschlechterung bei Steuern, allgemeinen Zuweisungen und Umlagen ergibt sich vor allem aus dem Wegfall der ursprünglich geplanten Zweitwohnungsteuer, erläuterte Bartmann den Gemeindevertretern. Dazu kommen die Verminderung der Gewerbesteuer sowie die niedrigere Auflösung der Sonderposten aufgrund der Verminderung der Investitionspauschale ab 2016.

Dagegen haben sich die Erträge und Aufwendungen im Rahmen des kommunalen Finanzausgleichs (KFA) positiv entwickelt, sagte sie. Hier ergebe sich gegenüber den Ansätzen des Vorjahres eine Verbesserung von etwa 40.000 Euro. Grund hierfür sei unter anderem eine erneute Steigerung bei der Schlüsselzuweisung um 15.000 Euro. Aber auch die anderen Steuer- und Umlageeinnahmen stiegen. Allerdings erhöhten sich auch die Umlagen um 28.000 Euro. Im Saldo verbleibe somit aus dem KFA ein Plus von rund 12.000 Euro.

Aufgrund der Fusion der Oberzent-Kommunen zum 1. Januar 2018 wurde bei der Finanzplanung ab 2018 in Bereich der Inneren Verwaltung eine pauschale Entlastung in Höhe von etwa 60.000 Euro eingestellt, sagte sie. Diese sei Bestandteil der Schutzschirmvereinbarung mit dem Land Hessen gewesen „und tritt durch die Umsetzung der Fusion nunmehr auch tatsächlich ein“.

Hessenecker Haushaltsplan 2017

Ergebnishaushalt: Gesamtbetrag der Erträge 1,4 Millionen, Aufwendungen 1,46 Millionen, Fehlbetrag ca. 58.000 Euro.

Finanzhaushalt: Saldo Einzahlungen und Auszahlungen aus laufender Verwaltungstätigkeit minus 15.700 Euro, Zahlungsmittelbedarf 88.700 Euro.

Grundsteuer A und B sowie Gewerbesteuer: 380 v. H.

600 Jugendfeuerwehrleute des Odenwaldkreises kommen in Rothenberg zusammen

Vom Freitag, 30. Juni, bis zum Sonntag, 2. Juli, findet der Kreisjugendfeuerwehrtag der Jugendfeuerwehren des Odenwaldkreises in Rothenberg statt. Rund um die Sporthalle werden sich etwa 600 Kinder und Jugendliche mit ihren Betreuern einfinden, um drei ereignisreiche und spannende Tage in einem großen Zeltlager zu verbringen.

Ihnen werden in diesen Tagen verschiedene Workshops und Turniere angeboten. Unter anderem finden neben Fußball- und XXL-Kicker-Turnier zahlreiche Workshops wie zum Beispiel Mountainbiken, Modellfliegen oder Geocaching statt. Ebenso messen sich die Jugendlichen beim jährlich stattfindenden Bundeswettbewerb in Schnelligkeits- und feuerwehrtechnischen Übungen, um den Kreissieger zu ermitteln.

Außerdem findet am Samstag, 1. Juli, ab 14 Uhr unter dem Motto „Old meets young“ das Veteranentreffen der Alterskameraden aus den Odenwälder Feuerwehren statt. Hierzu werden etwa 450 ehemalige Brandschützer der Ehren- und Altersabteilungen in der Sporthalle erwartet. In diesen drei Tagen kann es in der Umgebung des Zeltplatzgeländes rund um die Sporthalle etwas lauter werden, bitten die Rothenberger Wehrleute um das Verständnis der Anwohner.

Ab Donnerstag, 29. Juni, bis Sonntag, 2. Juli, gilt außerdem eine Einbahnstraßenregelung. Ab Höhe Landwehrstraße 25 bis zur Kreuzung Sonnenweg/Gammelsbacher Weg wird der Verkehr nur in eine Richtung möglich sein. Dies wird dementsprechend ausgeschildert. Zu diesem Festwochenende sind alle Mitbürger einladen, die Aktivitäten der Odenwälder Jugendfeuerwehren zu besuchen. Für das leibliche Wohl ist seitens der Rothenberger (Jugend-)Feuerwehr bestens gesorgt.

Wehr hatte beim Jubiläum viel Grund zum Feiern: neugestalteter Vorplatz am Kailbacher Feuerwehrhaus eingeweiht

Mehrfacher Grund zum Feiern für die Freiwillige Feuerwehr Kailbach: Die Jugendwehr gibt es seit 40, die Einsatzabteilung seit 60 Jahren, den neu gestalteten Vorplatz seit diesem Wochenende. Zugleich hatten die Brandschützer in den vergangenen Wochen kräftig im und ums Feuerwehrhaus selbst angepackt, um es auf Vordermann zu bringen. Das alles wurde mit einem großen Fest an zwei Tagen gefeiert, bei dem der Platz gleich seine Feuertaufe zu bestehen hatte.

Bürgermeister Thomas Ihrig beleuchtete in seiner Ansprache die Vorgeschichte. Die asphaltierte Hoffläche sei in einem schlechten Zustand gewesen und habe sogar schon Eingang in den technischen Prüfbericht gefunden, sagte er. Eine Verzögerung sei durch die Entscheidung der Entega eingetreten, ihren seitherigen Trafo-Turm durch ein neues Gebäude zu ersetzen. Nach Erneuerung des Dachs habe die Feuerwehr diesen übernehmen können.

Wie Ihrig erläuterte, wurden aus 250 Quadratmetern Asphalt- jetzt 300 qm Pflasterfläche vor dem Gebäude. Dazu kam eine Befestigung seitlich des Feuerwehrhauses bis hin zum ehemaligen Trafo-Turm. Zwecks Kostenersparnis bauten die Feuerwehrleute gut erhaltenes, gebrauchtes Pflaster bei einer Gewerbeimmobilie in Eigenleistung aus. Das reichte für 90 Prozent der Fläche. Die räumlichen Möglichkeiten auf dem Feuerwehrhaus-Grundstück und dessen Nutzbarkeit wurden „deutlich verbessert“, so der Bürgermeister.

Die Schutzschirm-Gemeinde musste für die Maßnahme nur wenig eigenes Geld in die Hand nehmen. Denn die Arbeiten werden über das kommunale Investitionsprogramm (KIP) gefördert. Von den 50.000 Euro Gesamtkosten werden über 46.000 gefördert. Die Tilgung dieser Gelder geschieht zu 80 Prozent übers Land und zu 20 Prozent durch die Gemeinde.

Parallel zu den Vorarbeiten fürs Fest wurde von den Feuerwehrleuten der Küchenraum aus dem Jahr 1984 generalüberholt und neu eingerichtet. Außerdem erhielt die Außenanlage eine Sitzgruppe. Der Trafo-Turm bekam einen neuen Anstrich. Auch das Geländer an der neuen Fläche steuerten die Feuerwehrleute bei. Insgesamt, erläuterte der Bürgermeister, „kommen hier bisher 1000 Helfer-Stunden zusammen“.

Ihrig würdigte dieses Engagement für die Allgemeinheit. „Was wären unsere Verein und Wehren ohne Personen, die Verantwortung übernehmen“, betonte er. Aus den Reihen der Aktiven gab es die Idee, mit der Platzneugestaltung jemanden zu ehren, der sich in Kailbach Jahrzehnte um das Feuerwehrwesen verdient gemacht hatte. Hans Kaufmann (1928-2015) prägte die Ortsteilwehr. In seine Amtszeit von 1970 bis 1988 fielen wichtige Weichenstellungen, sagte der Bürgermeister. Unter anderem die, vor 40 Jahren die Jugendfeuerwehr zu gründen.

Seine Begeisterung für den Dienst am Nächsten gab Kaufmann an seinen Sohn Armin (Vereinsvorsitzender) und Enkel Nicolay (stellvertretender Wehrführer) weiter. Hans Kaufmann zu Ehren trägt der Platz nun seinen Namen. Enthüllt wurde das Schild von Wehrführer Björn Jöst, Armin Kaufmann, Gemeindebrandinspektor Torsten Laqua und Ihrig. Nach der Blaskapelle Kleiner Odenwald Allemühl spielte dann der Spielmannszug der Schöllenbacher Wehr auf.

GBI Laqua blickte in seiner Begrüßung auf die Geschichte der Kailbacher Wehr zurück. Offiziell 1957 gegründet, gab es aber schon 1895 eine ortsteilübergreifende Pflichtwehr. Doch die Grenzlage zwischen Hessen und Baden machte eine genauere historische Betrachtung unmöglich. Laqua beleuchtete im Folgenden die Entwicklung in den vergangenen 60 Jahren und die verschiedenen Einsätze.

An den samstäglichen Wettspielen der Jugendfeuerwehren nahmen 16 Mannschaften teil. Es gab zehn Stationen quer durch den Ort. Eines der beiden Teams aus der Hessenecker Partnergemeinde Weißenborn im Werra-Meissner-Kreis gewann vor Zell-Kimbach und Steinbach. An der anschließenden Sternfahrt beteiligten sich ebenfalls 16 Wehren mit ihren Fahrzeugen. Auch war eine Besuchergruppe mit über 40 Teilnehmern aus Weißenborn zu einem Partnerschaftsbesuch im Odenwald zu Gast.

Ehrungen: Verschiedene Brandschützer wurden für ihre langjährigen Verdienste um die Entwicklung der Jugendfeuerwehr Kailbach ausgezeichnet. Markus Beisel, Marius Lenz, der langjährige frühere Gemeindebrandinspektor Rudolf Brandel und Bürgermeister Thomas Ihrig erhielten die Ehrenmedaille der Jugendfeuerwehr Odenwaldkreis. Björn Jöst, Nicolay Kaufmann und Volker Lenz bekamen die Ehrenmedaille der Jugendfeuerwehr Hesseneck.

Die Einsatzabteilung der Kailbacher Wehr besteht im Jubiläumsjahr aus 30 Männern und zwei Frauen. Die Jugendwehr hat sechs Mitglieder. Seit 2008 ist Björn Jöst Wehrführer, zuvor war es 15 Jahre lang der heutige Gemeindebrandinspektor Torsten Laqua.