Kindergarten Rothenberg muss umziehen: Durch Brand im Verteilerkasten gibt es keinen Strom

Ein Brand im Verteilerkasten der Kita Himmelsauge konnte durch das Eingreifen der Oberzent-Feuerwehren mit etwa 70 Brandschützern rasch unter Kontrolle gebracht werden. Die 18 Kita-Kinder wurden schnell und unversehrt durch die Erzieherinnen in Sicherheit gebracht, denn die Brandmeldeanlage schlug laut an. Durch den Brand fiel aber die Stromversorgung im gesamten Gebäude inklusive der Verwaltung aus. Dort sind das Oberzent-Bauamt und der Bürgerservice für die ehemalige Gemeinde untergebracht.

Die Instandsetzung wird laut Stadt längere Zeit in Anspruch nehmen. Deshalb kommt es im Bereich der Abteilungen Bürgerservice und Bauamt zu Einschränkungen. Die Kita Himmelsauge ist derzeit in die Sporthalle und in das Dr.-Roland-Krauhs-Heim in Rothenberg ausgewichen. Der Betrieb kann bis auf Weiteres von dort aus weiterbetrieben werden. Laut Stadtbrandinspektor Marco Johe wird mit einer höheren Schadenssumme gerechnet.

Die Wehren wurden zu einer unklaren Rauchentwicklung im Kindergarten Rothenberg alarmiert. Auf der Anfahrt wurde von der Leitstelle schon mitgeteilt, dass sich keine Personen mehr im Kindergarten aufhalten würden, so die Nachricht der Feuerwehr. Beim Eintreffen des Großaufgebots quoll schwarzer Rauch aus den Kellerfenstern und die Rauchmelder ertönten laut. Zwei Trupps der Rothenberger Brandschützer gingen unter schwerem Atemschutz zur Erkundung vor.

Die Feuerwehr Beerfelden stellte drei Atemschutztrupps in Reserve, welche im weiteren Verlauf nicht mehr gebraucht wurden. Die zwei vorgehenden Trupps konnten den Brand schnell löschen und mittels Lüfter des TLF wurde das Gebäude entraucht. Nachdem dies erledigt war, rückte Beerfelden ab. Die Rothenberger Kameraden blieben mit Unterstützung von Kortelshütte, Ober-Hainbrunn und Finkenbach an der Einsatzstelle, schalteten das Gebäude stromfrei und saugten das Löschwasser mittels Nasssauger auf.

Info: Weiteres auf http://www.stadt-oberzent.de oder über die Hotline 06068/7590-900. Der Bürgerservice in den Verwaltungsstandorte Beerfelden, Schöllenbach und Unter-Sensbach ist zu den jeweiligen Öffnungszeiten verfügbar.

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Der „Stoiner“ holt den Turniersieg beim Dart-Turnier in Ober-Hainbrunn

Die Vorjahressieger hatten dieses Mal nichts zu melden. Serafettin (Sahap) Ayar, Norbert „Indio“ Schulte und Kara Musa vom DC Mosbach kamen bei den 3. Hainbrunn-Open der Dartfreunde „Double-Trouble“ nicht unter die ersten Drei. Den Sieg holte sich ein absoluter Profi, den es per Zufall nach Oberzent verschlagen hatte: Sascha „Stoiner“ Stein aus Birkenau, 2015 WM-Teilnehmer. Auf dem zweiten Platz landete Simon Schmidt aus Walldorf vor dem Odenwälder Mathias Beermann und dem Lokalmatador Daniel Kölbl.

Gibt’s denn einen Trick, wie es man als Dart-Neuling schnell lernt, die Triple-20 zu treffen? Oder den roten Kreis in der Mitte, der 50 Punkte bedeutet? Uwe Kölbl lacht. „Nein. Die Devise heißt Übung, Übung, Übung“, verdeutlicht der Abteilungsleiter der Dartfreunde. Als Hauptpreis des Turniers darf bis zum nächsten Turnier der Wanderpokal mitgenommen werden. 37 Dartspieler gingen an den Start. Wenn „Double Trouble“ ruft, kommen die Spieler aus der gesamten Region angefahren. Eberbach, Beerfelden, Birkenau, Walldorf, Hirschhorn und Mosbach lauten die Adressen.

Große Unterschiede gibt es bei der Wurfpraxis. Die einzige Gemeinsamkeit ist, dass ein Fuß an den Abwurfbalken muss. Ob aber spitz, schräg oder waagrecht, ist egal. „Schulter und Arm sollen in eine Richtung zeigen“, erläutert Kölbl. Aber auch hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. „Es gibt verschiedene Arten zu werfen. Wie es eben für einen am besten passt.“ Manche wie Sahap „werfen sogar von oben runter“. Mit Erfolg. Die ersten 180 warf Musa, der dafür eine Flasche Whiskey erhielt.

„Die Richtung halten ist das A und O“, mahnt der Abteilungsleiter. Viel zu oft verlieren Spieler die Balance „und schießen den Pfeil an die falsche Stelle“. Ein weitverbreiteter Irrtum ist seinen Worten zufolge, dass der rote Punkt in der Mitte die meisten Punkte bringt. Zwar gibt es dafür 50 Zähler, aber die „Triple 20“ im roten, mittigen Kreis genauso wie Triple 19, 18 und 17 bedeuten mehr. Immerhin taugt der Mittelpunkt dazu, das Spiel beenden zu können. Das ist sonst nur mit den außen liegenden Doppelfeldern im Ring möglich.

Die Kunst beim „501 Double out“ ist denn auch nicht nur, möglichst viele Punkte zu holen. Klar sind die nützlich, um von 501 Richtung 0 zu kommen. Das Spiel dauert so lange, bis ein Akteur keinen einzigen Zähler mehr hat. Doch beendet werden muss die Partie zielgenau. „Wer zum Schluss einen Punkt hat, kann nicht beenden“, so Kölbl.

Welches Training hinter den Erfolgen der echten Profis steckt, erfuhr Kölbl beim Besuch von Max Hopp vor zwei Jahren. Den Meisterspieler und WM-Teilnehmer hatten die Dartfreunde als Stargast eingeladen. „Der trainiert fünf Stunden jeden Tag“, meint der Hobbyspieler andächtig. „Sogar acht, wenn es auf einen Wettkampf zugeht.“ Serafettin (Sahap) Ayar vom 1. DC Mosbach, der dieses Mal als Titelverteidiger an den Start ging, bringt es auf zwei Stunden. Zeiten, von denen die Cracks im Finkenbachtal nur träumen können.

Der Abteilungsleiter freut sich, dass aus dem ehemaligen Kneipen- ein Hochleistungssport geworden ist. In Ober-Hainbrunn kommen die pfeilschnellen Akteure einmal in der Woche donnerstags in der SV-Sporthalle „just for fun“ zusammen. „Dart-Ligen gibt es erst wieder im Bereich Walldorf oder Darmstadt“, erläutert Kölbl. Das ist dann doch etwas zu weit.

Während im Umkreis eher E-Dart (Automatendart) gespielt wird, setzen die Hainbrunner auf die traditionelle Variante mit Stahlpfeilen, Steeldart genannt. „Das ist der Klassiker wie früher in den Kneipen“, schwört Kölbl auf die ursprüngliche Spielweise. Aber es gibt auch einen ganz profanen finanziellen Grund. Eine Steeldart-Scheibe kostet 45 Euro. Ein Automat, bei dem die Darts eine Spitze aus Kunststoff haben müssen und höchstens 18 Gramm wiegen dürfen, kostet 800 Euro. „Zu viel für einen kleinen Verein wie den unsrigen“, sagt er.

Info: Dart-Begeisterte aus Ober-Hainbrunn und den angrenzenden Orten trafen sich das erste Mal bereits im März 2015, um ihrer Leidenschaft für den pfeilschnellen Sport zu frönen. Im Juni 2016 wurden die Dartfreunde als vierte Abteilung in den SV Ober-Hainbrunn aufgenommen. „Als ehemaliger aktiver Spieler ist mir nicht entgangen, wie diese Sportart in den letzten Jahren boomt“, so SV-Vorsitzender Frank Flachs. 40 Interessierte kamen am Anfang zum Schnuppern, von denen knapp 20 übrig blieben. Die trainieren immer donnerstags ab 19.30 Uhr in der SV-Sporthalle (Neckarstraße, Ober-Hainbrunn). Abteilungsleiter ist Uwe Kölbl. Infos unter E-Mail dartfreunde-hainbrunn@web.de oder http://www.dartfreunde-oberhainbrunn.de.

 

Sofia Glaser gibt eindrucksvoll den Ton an

„Talkin’ bout a revolution“ von Tracy Chapman lässt Sofia Glaser bestens Raum, um eindrucksvoll die Wandlungsfähigkeit und den Umfang ihrer Stimme zur Geltung zu bringen. Es ist schon erstaunlich, mit wie wenig Aufwand sich ein eindrucksvoller musikalischer Abend gestalten lässt. Eine Gitarre und ihr Organ reichen der 23-Jährigen aus, um im Hüttenwerk stürmischen Beifall einzuheimsen. Nur mit der akustischen Gitarre verleiht sie dem Song große Dynamik, Inbrunst.

Sofia ist voll drin in den Stücken, lebt sie bis zum letzten Ton, zelebriert manche Passagen förmlich. Ihre Leidenschaft für die Lieder wissen auch die Fans zu schätzen. Die Musikerin aus Beerfelden, früher in der dortigen Mädelsband „Die Optimisten“ aktiv und danach auf Solopfaden unterwegs, ist seit kurzem immer mal wieder mit der Heidelberger Band „Potzblitz“ zu hören. Bei der Celtic-Folk-Gruppe „Dhalia’s Lane“ ist sie schon Stammgast. Und eben jetzt wieder solo im Hüttenwerk.

Dieses Jahr musste sie studien- und berufsbedingt etwas kürzer treten. Erst ab November konnte sich Sofia wieder richtig auf ihre Musik konzentrieren. Sie studiert an der Uni Heidelberg Gerontologie, Gesundheit und Care sowie Spanisch auf höheres Berufsschul-Lehramt. Während des Semesters ist sie nicht in den Schichtdienst des Pflegeheims eingebunden, in dem sie während der Ferien ihre Praxiserfahrung sammelt. Somit ergibt sich nun an den Wochenende die freie Zeit, „regelmäßig an meinem Set zu werkeln“. Die Musikerin will ihr Programm mit der Loopstation ausbauen. Ab nächstem Jahr „werde ich dann auch ein E-Piano mit auf die Bühne bringen“, kündigt sie an.

„Der Perfekte Moment… wird heut verpennt“ von Max Raabe, „Not even close“ von Tina Dico oder „The different“ von Melissa Etheridge zeigen, dass sie aktuelle Pop- und Rocksongs bestens drauf hat. Dazu noch „Oft gefragt“ von Annenmay Kantereit, „Bitte bitte“ von Ina Müller oder „Crazy in Love“ von Beyonce – fertig ist ein bunt gemischter musikalischer Abend, bei dem Sofia Glaser mit allen Facetten ihres wandlungsfähigen Organs glänzen kann.

Mit geschlossenen Augen steht dann nicht eine junge Frau auf der Bühne, die sich immer mehr musikalische Sporen verdient, sondern eine altgediente Rockröhre, die frei ‘raus ohne jegliches Lampenfieber 1000 Mal gespielte Songs performt. Bei zwei Liedern war Klaus Wilka mit auf der Bühne: „Chain of fools“ und „Nobody’s wife“ gab es zu hören. Das Publikum im Hüttenwerk kennt sie bereits. „Die waren sehr aufmerksam und haben super mitgesungen“, freute sie sich.

Auch wenn sie selbst ebenfalls Lieder schreibt, spielt sie live hauptsächlich Cover-Stücke. „Meine Favoriten wechseln oft“, so Sofia, aber Tina Dico hat es ihr angetan. „Ihre Texte finde ich alle durchweg sehr gut geschrieben.“ So lautet ein Refrain des Songs „Count to ten“: „Sometimes the fastest way to get there is to go slow“, der schnellste Weg irgendwo hinzukommen, ist langsam zu tun. Seit sie selbst Lieder schreibt, „achte ich sehr auf die Texte“, hebt Sofia hervor.

Die Musikerin ist die Tochter des Fotografen-Ehepaar Sonja und Udo Glaser aus Beerfelden. „Musik mache ich eigentlich schon immer“, erzählt sie. „Gitarre habe ich mir selbst auf dem zwölfsaitigen Instrument meines Vaters beigebracht.“ In der Mädels-Band „Optimisten“ spielte Sofia anfangs Schlagzeug. „Mit der Zeit haben wir angefangen, die Instrumente einfach durchzuwechseln“, erinnert sie sich. So blieb sie bei der Gitarre hängen.

2009 machte die damals 14-Jährige beim Gesangstalent im Michelstadter Hüttenwerk mit. „Daraufhin bin ich zusätzlich zu den ‚Optimisten‘ noch in die Band ‚Second Wave‘ gekommen“, war schon damals der Erfolg vorgezeichnet. Zusätzlich begann Sofia Glaser damit, kleine Akustik-Duo/Solo-Projekte aufzuziehen. Und sie war des Öfteren in Lampertheim und Bürstadt bei Live-Jams dabei.

Info: Sofia Glaser ist zusammen mit „Dhalia‘s Lane“ am Sonntag, 30. Dezember, 21 Uhr, im Heidelberger Karlstorbahnhof zu sehen und zu hören. Mehr unter http://www.dhaliaslane.com

Sensbachtaler MGV-Sänger wirken im Film des Hetzbachers Sebastian Weinmann mit

Es ist diese „bedingungslose Hilfsbereitschaft“, die Sebastian Weinmann am Odenwald besonders schätzt und weswegen er in die alte Heimat kam, um hier Szenen für seinen Film zu drehen. „Jeder packt mit an“, freut er sich. „Versus“ heißt der selbstfinanzierte Streifen des Wahl-Berliners aus Hetzbach, für den er nun eine Szene mit gesanglicher Unterstützung des MGV Eintracht-Liederkranz Sensbachtal drehte. Auf dem Hügel nahe des Sportplatzes mit schönem Blick über das winterliche Ober-Sensbach klappte der Dreh gleich im ersten Durchgang.

Der Kontakt mit den Sängern geschah, wie es eben auf den Dorf läuft: Jeder kennt jeden. Weinmann war Anfang November bei Martin Maier in dessen Bauernstube zu Gast, wo er in seiner Odenwald-Zeit drei Jahre im dortigen Anbau lebte. Und fragte, wer ihm vielleicht bei dem Projekt helfen könnte. Schon klingelte beim MGV-Vorsitzendem Thomas Johe das Telefon. Den kannte Weinmann von der Jugendsingfreizeit Alexander Links vor 20 Jahren, stellte sich heraus.

Der gesamte Chor war ohne Ausnahme mitsamt dem Dirigenten Mario Freidel an Bord, freute sich Johe. Ein traditionelles Volkslied sollte es passend zur Szene sein, erinnert sich der Vorsitzende. Es gab drei Stücke zur Auswahl, aus denen sich Weinmann das Lied „Heimat“ von Max Steege aussuchte. „Das passt mit einem herbstlich-winterlichen Vers auch gut zur Witterung“, sagt Johe. Für den MGV war es die erste Mitwirkung dieser Art an einem Film. Die Umrahmung von dörflichen Festen und offiziellen Anlässen ist für die Eintracht-Liederkranz aber quasi tägliches Brot.

Dass die Aufnahme sehr zur Freude der frierenden Männer in ihrer Sängerkleidung sofort klappte, führt Johe auch auf das sehr professionelle und strukturierte Arbeiten des Regisseurs zurück. Bei den ersten zwei Versen des Drehs auf der Höhe war es noch relativ windstill. Beim dritten sorgte die Natur für eine prompte Umsetzung von „Es wehen die Winde aus Nord so kalt“ und ließ eine frische Brise über den Hügel streichen, schmunzelt der Vorsitzende. „Zum Glück hatten wir uns vorher mit viel Tee aufgewärmt.“ Danach gab‘s auch nochmal einmal wohlige Wärme, denn Weinmann hatte die Truppe in Maiers Bauernstube zum Schnitzelessen eingeladen.

Der Dank geht aber nicht nur durch den Magen, sondern für den MGV springt im kommenden Spätsommer auch ein Videodreh heraus. Sebastian Weinmann wird dann mit den Sängern ein paar Lieder als Eintracht-Liederkranz-Werbefilm produzieren. Die darauf dargebotenen Stücke „mit viel Landschaft im Hintergrund“ sind nach eigenem Gusto des Gesangvereins.

Für seinen Streifen hat der Regisseur einen gesellschaftskritischen Ansatz gewählt. Dennis Habermehl spielt einen Mann, „der mit dem Hier und Jetzt nicht mehr klarkommt“. Er will seine eigene Welt schaffen und flüchtet in eine zwar echte, aber von ihm kreierte Traumvorstellung. Seine Selbstfindungsphase führt ihn in den Wald.

Axel Perenz in einer Nebenrolle, der gleichzeitig Weinmann assistiert, Kameramann Oliver Moron und Ton-Chef Nils Weber halten vor Ort das Ganze filmisch fest. Die MGV-Sänger sind für den Regisseur so wichtig, weil sie die kulturelle Heimat, die örtliche Kultur und die Kontakte in einer Zeit repräsentieren, „in der alle mit dem Handy beschäftigt sind“.

Die Ausbildung ist für Weinmann das Eine. Das Andere ist die praktische Arbeit. Deshalb finanziert er seinen Film auch selbst, schrieb das Drehbuch, führt Regie und wählte die Schauspieler aus. „Arbeit, Geld, Kultur“ sind für ihn die tragenden Elemente, aus denen er sich in der Handlung bedient. Die Fertigstellung ist für den kommenden Februar geplant. Danach will der Ex-Hetzbacher versuchen, ihn zu vermarkten.

„Filme machen ist was Physisches“, sagt Weinmann. Die Kälte „kann man nur oben auf dem Berg spüren“. Alle sollen sich auf diese Weise vorstellen können, wie die realen Bedingungen sind. In Berlin wäre es seiner Meinung nach nicht möglich, so zu drehen. Die Gegensätze, die sich auch im Filmtitel „Versus“, Dagegen, widerspiegeln, kommen am besten in der Konfrontation von Land und Stadt, von Ruhe und Trubel zum Ausdruck.

Sebastian Weinmann, 1985 geboren, ist in Hetzbach aufgewachsen und lebte drei Jahre in Ober-Sensbach. Ausgebildet als Kaufmann im Groß- und Außenhandel, studierte er dann in Berlin Regie für Film und Fernsehen und ist jetzt als Filmemacher tätig.

Nach Weihnachten gibt’s in der Kita Himmelsauge einen neuen Krippenraum

Ab Januar gibt es Zuwachs in der Kindertagesstätte Rothenberg. Dann ist der Raum für die neue Krippengruppe fertig umgebaut und wird nach und nach von zehn Pimpfen unter drei Jahren bezogen. „Wir haben gemerkt, dass der Bedarf steigt“, erläutert Leiterin Andrea Koch den Handlungsbedarf. Sie freut sich über die Unterstützung der kommunalen Gremien: Magistrat und Stadtverordnete „sind sehr hinterher“, dass die Betreuung im Vorschulbereich möglichst optimal ist.

Die fünf Leitungen der vier kommunalen und des einen evangelischen Kindergartens machten sich bereits vor zwei Jahren gemeinsam auf den Weg, „um eine gemeinsame Zielrichtung zu erarbeiten“. Es geht laut Koch darum, vieles zu vereinheitlichen, „damit sich die Eltern einen Überblick verschaffen können“. Die Leiterin verdeutlichte, „dass viele der fünf Einrichtungen an ihre Kapazitäten stoßen“. So richteten die kommunale und konfessionelle Kita in Beerfelden jeweils bereits eine neue Krippengruppe ein.

In Rothenberg wird gerade der bisherige Experimentierraum umgebaut, für den ein Ersatz im darüber liegenden ehemaligen Rathaus gefunden wurde. Da die Fläche aber nicht so groß wie ein „regulärer“ Gruppenraum ist, dürfen hier nur maximal zwölf Kinder unter drei Jahren betreut werden. Die kommen dann ab Januar „nach und nach zu uns“. Angeschlossen ist ein kleiner Schlafraum mit Stockbetten. Eine Auffrischung des Außengeländes und eine energetische Sanierung des mehr als 30 Jahre alten Gebäudes sollen in der Zukunft auch angepackt werden.

Wenn es Arbeit gibt, kann das Erzieherinnenteam auf die Unterstützung der Eltern bauen. „Die sind total engagiert“, freut sich Koch. Auf ein Rundschreiben, wer bei der Raumentkernung helfen würde, meldete sich ein Vater, der die Arbeiten mitsamt seiner Firma unentgeltlich übernahm. Auch bei anderen Dingen sind die Eltern immer sofort bereit sich einzubringen, sagt sie. Vierteljährlich gibt es eine Kita-Zeitschrift, wöchentlich wird ein gemeinsames Frühstück organisiert.

Es ist nicht nur der Trend, dass immer mehr jüngere Kinder unter Drei in die Kita gebracht werden, der für Platzmangel sorgt, erläutert Koch. Das trifft mehr oder weniger auf alle Einrichtungen in Oberzent zu. Im Rothenberger Fall kommt noch das große Neubaugebiet hinzu, wo sich nach und nach vor allem junge Familien ansiedeln werden. Bei 42 Bauplätzen, die sukzessive bebaut werden, rechnet die Leiterin für längere Zeit mit einem „Ansturm“.

Für sie ist klar: „Auch auf dem Land wissen junge Mutter eine gute Betreuung zu schätzen.“ In vielen Familien arbeiteten beide Elternteile. Die Großfamilie, in der früher die Großeltern aushalfen, gibt es immer weniger. Koch stellt „gefühlsmäßig“ eine Umkehrung des Landflucht-Trends fest. „Es gibt inzwischen mehr Zu- als Wegzüge.“ Die jungen Familien kehren nach Oberzent zurück, „weil sie die Wohn- und Lebensqualität zu schätzen wissen“. Lieber werden längere Fahrtwege zur Arbeit in Kauf genommen.

Andrea Koch betont, „dass jede Stadt gut beraten ist, diesen Trend zu unterstützen“, und ausreichend Kindergartenplätze zur Verfügung stellt. Dazu gibt es in der Stadt sehr viele Vereine, die bei der Förderung jüngerer Kinder rührig sind. „Ich bin begeistert“, sagt sie. „Das ist der richtige Weg.“ Sie weist auf die „ganz andere Arbeit“ mit den Jüngsten hin. Es geht nicht nur ums Spielen, sondern auch ums Erziehen. Die Qualität hängt „auch mit der personellen Ausstattung zusammen“, macht sie deutlich.

In Rothenberg gibt es nur den Ganztags-Kindergarten bis 15 Uhr und nicht einzelne Zeitblöcke. Die Eltern sind dadurch flexibel, so Koch. Sie können ihre Sprösslinge auch früher abholen, aber ebenso auf berufliche Erfordernisse schnell reagieren und die volle Betreuungszeit nutzen, ohne eine Änderung vornehmen zu müssen. „Das bedeutet für uns weniger Verwaltungsaufwand“, hebt Koch hervor. Das Mittagessen wird von der Finkenbacher Traube geliefert. Nachmittags findet derzeit noch die Betreuung der Rothenberger Grundschüler in der Kita statt.

German Design Award für die „Pracht“-volle Kochinsel

Erst holte Daniel Pracht mit seiner Kochinsel SQR (für „Square“, Quadrat) den renommierten Red Dot Design Award. Jetzt ist der Schreinermeister aus Falken-Gesäß quasi in die Königsklasse aufgestiegen. Er gewann den „German Design Award 2019“ in Gold, der höchsten Auszeichnung, in der Kategorie „Kitchen“. Ein neuerlicher Erfolg für „BODI Interiors“, der Pracht mit seiner kleinen Oberzent-Firma in eine Liga mit Weltfirmen wie Bosch, Porsche oder VW katapultiert.

Bei weit über 50 Kategorien „gab es nur 30 Gold-Auszeichnungen“, hebt der 33-Jährige seinen besonderen Erfolg hervor. „Das ist die Design-Instanz für Deutschland“, freut sich Pracht über die neuerliche Anerkennung seiner ständig weiterentwickelten Meister-Arbeit. „Schon die Nominierung war ein Riesenerfolg“, erzählt er. Und dann das: „Ein Schreiner aus dem Odenwald, der einen solchen Preis gewinnt.“

Eines Abends hielt Pracht einen unscheinbaren Brief in Händen. Nach Öffnung dachte er zuerst, „nur“ etwas gewonnen zu haben. Weiter unten stand dann: Gold. „Wow, Wahnsinn, das gibt es gar nicht“, so seine ersten Gedanken. „Besser geht es nicht mehr“, hat der 33-Jährige jetzt quasi Designpreis-mäßig alles erreicht, was möglich ist. „Das hilft mir, die eigene Arbeit etwas einzuordnen.“

Der Preis zeigt ihm, dass es sich lohnt, neue Ansätze zu verfolgen. „Wenn jeder mutig seinen Weg geht, neu denkt, Altes über Bord wirft, kann uns nichts Besseres passieren.“ Pracht will aus dem alten Trott rauskommen und hofft, andere damit zu inspirieren. „Das wäre das Schönste überhaupt“, sagt er. „In der Gesellschaft muss über neue Wege nachgedacht werden“, betont er.

Der Falken-Gesäßer wertet die Auszeichnung für die erst ein Jahr bestehende Firma BODI umso höher, „weil bei den großen Firmen oft ganze Designteams dahinter stehen“. Die 20 Bewertungskriterien, ergänzt er, zielen nicht nur auf schönes Aussehen ab, sondern auch technische Qualität, Innovationsgrad, Gesamtkonzept oder Funktionalität.

Am 8. Februar findet die Preisverleihung im Rahmen der Konsumgütermesse „Ambiente“ in Frankfurt statt. „Das ist die größte außerhalb Asiens“, weist Pracht auf den riesigen Multiplikatoren-Effekt hin. 1300 Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Medien werden erwartet. „Damit erhalte ich einen großen Bekanntheitsgrad.“

Die Kochinsel fungiert neben der Möglichkeit zur Essenszubereitung auch als Ess- oder Stehtisch. Der Komplex ist per Touchpad stufenlos höhenverstellbar. Per Motor fährt ein gläsernes Induktionskochfeld in der Größe von 124 auf 60 Zentimetern aus. Ausziehbar sind daneben Massivholzschubkästen. Auf der anderen Seite hat Pracht einen Arbeitsplatz eingebaut, um etwa ein Laptop zu verstauen. Auch gibt es Strom-, USB-, LAN- oder HDMI-Anschluss.

Der Preis um die 20.000 Euro je nach Ausführung kommt nicht von ungefähr zustande, betont der 33-Jährige. Die Kochinsel wird komplett in 3D-CAD konstruiert. Handarbeit ist ebenso dabei wie der Einsatz modernster CNC-Technik. Sein Ausstellungsstück hat die Maße 1,32 auf 1,32 Meter, „aber man kann die Kochinsel in allen Größen auf individuellen Wunsch bauen.

Die Kochinsel „öffnet die Küche Richtung Wohnen“, erläutert Pracht. „Wir arbeiten mit offenem Raumkonzept und wollen Komplettlösungen im Innenausbau anbieten“, sagte er. Ihm geht es darum, für alle beteiligten Gewerke nur einen Ansprechpartner für Planung, Konzeption und Umsetzung zu bieten. „Wir müssen die gesamte Räumlichkeit in den Blick nehmen“, meint der Schreinermeister.

„Smart living“ heißt der englische Fachbegriff. Dabei geht es nicht nur um die Küche, sondern um eine intelligente Lösung, wie man aus wenig Raum viel rausholen kann, wie man zuhause leben will. „Wohnraum und Ressourcen sind knapp“, betont Pracht. Bis allerdings SQR in Serie geht, braucht er einen langen Atem. „Aber das kommt bestimmt irgendwann“, zeigt er sich überzeugt.

Der German Design Award, eine der anerkanntesten internationalen Design-Preise, zeichnet seit 2011 innovative Produkte und Projekte sowie Hersteller und Gestalter der deutschen und internationalen Designbranche aus. Vergeben wird er vom Rat für Formgebung. Die 1953 gegründete Stiftung arbeitet als Interessenvertretung für designorientierte Unternehmen. Sie hat mehr als 300 Mitglieder aus den Bereichen Wirtschaft, Design, Verbände und Institutionen.

Finkenbacher Voraushelfer sind im Notfall am schnellsten vor Ort

Die ersten Einsätze haben die Voraushelfer bereits hinter sich. Dem stellvertretenden Feuerwehr-Kommandanten Wolfgang Buchert ist gut in Erinnerung, wie er kürzlich zu einem Schlaganfall gerufen wurde. „Das war heftig.“ Zum Glück war sein anderer Einsatz „harmloser“. Die elf Aktiven überbrücken in Finken-, Hinter- und Raubach die Zeit, bis der Rettungsdienst vor Ort ist. Das kann gerade nachts, wenn die Beerfelder Rettungswache nicht besetzt ist, etwas dauern.

Die Ehrenamtlichen aus den Reihen von Feuerwehr und DRK sind jetzt voll einsatzbereit. Die Lehrgänge sind absolviert, Taschen und Material beschafft. Ebenso wie der Defibrillator, dessen Kauf durch eine Spende der Jagdgenossenschaft Finkenbach Ost und West ermöglicht wurde. In kurzer Zeit hat sich viel getan. Über den Sommer flossen finanzielle Mittel aus der Bevölkerung und von Geschäftsleuten reichlich. Insgesamt kamen so über 4000 Euro zusammen.

Alle Ehrenamtlichen konnten dadurch mit dem entsprechenden Equipment ausgestattet werden, das pro Person um die 500 Euro kostet. Die Aktiven sind aber weiterhin auf Spenden angewiesen, denn Zuschüsse gibt es keine, wie mehrfach kritisiert wurde. „Das habe ich schon an Politik weitergeben“, erläutert Buchert. Unter anderem fehlen noch Jacken mit Wiedererkennungswert, damit man die Helfer gleich zuordnen kann. Auch muss das Verbrauchsmaterial aus eigenen Mitteln nachgekauft werden, so der Feuerwehr-Mann. Entsprechende Dosen stehen unter anderen in Mareikes Backshop.

Die Voraushelfer freuten sich, dass die Jagdgenossen die benötigten 1700 Euro für den Defi zur Verfügung stellten. Zur Übergabe waren Jagdpächter Stefan Hoock mit seiner Partnerin Birgit Manganaro, Vorsitzender Heinrich Hotz und Wolfgang Weimar ins Feuerwehrhaus gekommen. „Für uns war das selbstverständlich“, sagt Hotz. Es kann immer etwas passieren, ergänzt Hoock. „Dann ist man froh, wenn jemand hilft.“

Die Mitgliedschaft bei den Brandschützern ist keine Bedingung, um bei der Voraushelfer-Gruppe mitzumachen, betont Vereinsvorsitzender Jens Schindler: „Interessierte Bürger können sich uns gerne anschließen.“ Denn alles steht unter einem wichtigen Ziel: „Die medizinisch nicht versorgte Zeit, bis der Rettungsdienst eintrifft, soll möglichst gering gehalten werden.“ Je mehr Helfer verfügbar sind, desto größer ist die die Wahrscheinlichkeit, dass einer von ihnen greifbar ist. Die Koordination geschieht über die Leitstelle. Im Notfall muss weiterhin die 112 gewählt werden.

Die Voraushelfer leisten aber nicht nur medizinische Hilfe. Sie kümmern sich auch um Angehörige, bis deren Verwandte oder das Kriseninterventionsteam eingetroffen sind. „Uns kennt man im Ort“, hebt  Buchert hervor. Die Betroffenen sehen in einem Notfall bekannte Gesichter, denen sie sich anvertrauen. „Es muss in die Köpfe der Leute, dass es uns gibt“, sagt er.

Ein tödlicher Motorradunfall im Sommer 2017 in der Raubach gab den Ausschlag: DRK-Mann Christian Niesen wurde aus dem Schwimmbad per Piepser heraus als Ersthelfer alarmiert, die Finkenbacher Feuerwehr kam dann an die Unfallstelle hinzu. Aus dem späteren Gespräch heraus entstand die Idee, unter dem Dach des DRK eine Voraushelfer-Gruppe aufzubauen, die überwiegend mit Feuerwehrleuten „bestückt“ ist. Damit soll gewährleistet werden, dass immer jemand vor Ort in Notfällen greifbar ist.

Beim DRK Rothenberg-Finkenbach mit Bereitschaftsleiterin Anja Braner stieß man mit diesem Ansinnen auf offene Ohren. Die Rotkreuzhelfer engagierten sich stark beim Aufbau. „Die Zusammenarbeit ist im Kreis einmalig“, hebt sie hervor. Aktive Feuerwehr-Mitglieder traten ins DRK ein, um so auch den entsprechenden Versicherungsschutz zu haben.

78 Stunden dauerte der zu absolvierende Sanitätskurs, erläutert Niesen. Eine Zeit, die ehrenamtlich an vier Wochenenden aufgebracht wurde. Die Helfer treffen sich in regelmäßigen Abständen zum Auffrischen. Alle zwei Jahre gibt es eine Fortbildung. Mit den elf Aktiven erreichen die Voraushelfer in ihrem Gebiet eine 1:50 Betreuung, also ein Helfer pro 50 Einwohner. „Eine sauguter Schnitt“, freut sich Niesen.

 

Voraushelfer-Gruppe Rothenberg-Finkenbach: 11 Aktive aus Feuerwehr und DRK

Im Notfall weiterhin die 112 wählen

Weitere Infos bei Wolfgang Buchert unter E-Mail wolfgang.buchert@freenet.de

Treffen nach Absprache im Feuerwehrhaus Finkenbach. Termine können unter Telefon 0171/3490339 bei Wolfgang Buchert angefragt werden.

Spenden sind möglich auf das Konto des DRK Rothenberg-Finkenbach unter dem Verwendungszweck Voraushelfer Feuerwehr Finkenbach, IBAN DE16 5085 1952 0031 0000 60.