Beim Martinsumzug in Unter-Sensbach hilft das ganze Dorf mit

Draußen kroch so langsam die Kälte in die Glieder, drinnen war es mollig warm: In der Unter-Sensbacher Kirche fand unter der Leitung von Pfarrer Roland Bahre der Auftakt zum Martinsumzug statt. Der wurde vom Grundschulteam mit seiner neuen Leiterin Heike Hesse organisiert. Für die war es die erste größere Veranstaltung seit dem Amtsantritt zum neuen Schuljahr. Umso mehr freute sie sich über die große Resonanz. Obwohl die Schule nur 19 Kinder zählt, war gefühlt das halbe Dorf auf den Beinen.

Der Martinszug durchs Dorf selbst ist eine „Routineveranstaltung“, sagte Hesse. Er findet schon seit vielen Jahren regelmäßig statt. Ausgerichtet wird er immer abwechselnd vom Team des Kindergartens und der Schule. In diesem Jahr ist war die Grundschule wieder dran. Da die Tradition groß geschrieben wird, „habe ich versucht, möglichst wenig zu ändern“, betonte sie. Eine kleine Neuerung war aber der Start in der Kirche.

Die Schüler begrüßten dort die Gäste und stimmten auf den Umzug ein. Das geschah durch die Erzählung der Geschichte von Sankt Martin, zu der jedes Kind seinen Teil beisteuerte. Weil der Heilige am 11.11. beerdigt wurde, laufen rund um diesen Tag die Kinder durch die Straßen und singen Martinslieder, erläuterten sie. Das erste gab‘s dann gleich in der Kirche. Damit alle mitsingen konnten, ließ Pfarrer Bahre den Text über den Beamer laufen.

Beim Verlassen der Kirche versammelten sich die Zugteilnehmer um den dort aufgebauten Tisch und sangen gemeinsam „Ich geh mit meiner Laterne“. Eltern, Großeltern, Verwandte und Geschwisterkinder hatten sich in großer Zahl zusammengefunden, um die Grundschüler zu begleiten. Der Geistliche zeigte sich sehr freut über die Kooperation von Schule und Kirche.

Auf dem Grundstück der Familie Foshag wurde das zweite Mal gesungen, bevor dann der letzte Halt auf dem Schulhof war. Hier gab’s etwas Wärmendes in Form von Glühwein für die Erwachsenen und Kinderpunsch für die Kleineren sowie Würstchen und belegten Broten für beide Altersgruppen. Ehrenbürgermeister Egon Scheuermann übernahm wieder wie in den Jahren die Kosten für die Martinsbrezeln, die während des Umzugs an die mitlaufenden Kinder verteilt wurden. Die Feuerwehr sicherte den Zug und das kleine Feuer auf dem Schulhof ab.

An der Organisation waren viele helfende Hände beteiligt. Angela Seip und Heike Hesse sind die beiden Lehrerinnen an der Grundschule. Für ein paar Stunden in der Woche werden sie von Heike Kiefer (Beratungs- und Förderzentrum) unterstützt. Die Ganztagsschule hat noch weitere unverzichtbare „gute Geister“. Etwa Karin Ihrig und Angelika Lehr, die die Kinder am Nachmittag betreuen und mit ihnen Hausaufgaben machen. Angelika Lehrs Enkelin Alicia ist Schulbegleiterin eines kranken Kindes.

Christin Menges wohnt direkt gegenüber und gibt an den Betreuungstagen das Mittagessen aus. Hausmeister Andreas Obenauer hält alles rund um die Schule herum in Ordnung und hat auch bei der Planung des Festes tatkräftig mitgeholfen. Angelika Krieger ist für die Sauberkeit zuständig und „unterstützt uns, wo immer es möglich ist“. Rund um den Martinsumzug waren daneben Florian Fülöp von der Feuerwehr sowie stellvertretend für den Elternbeirat Sandra Borowka und Alexandra Kaus mit eingebunden.

Heike Hesse ist „eigentlich“ seit 24 Jahren Konrektorin an der Grundschule in der Stried Beerfelden. Da sich auf die Rektorenstelle in Unter-Sensbach niemand bewarb, „habe ich mich dazu bereit erklärt, zunächst einmal für ein Schuljahr abgeordnet zu werden“ erzählt sie. „Mir gefällt das Arbeiten an dieser Schule außerordentlich gut“, so Hesse. „Ich habe mich nach meinem Empfinden inzwischen richtig gut hier eingelebt.“ Die Umstellung von so einer großen Schule mit mehr als zehn Mal so vielen Schülern war allerdings schwerer als gedacht. In Unter-Sensbach gibt es ein völlig anderes Schulleben.

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Gewaltiger Nachholbedarf bei der Instandhaltung

Nach der Fusion „schwimmen wir nicht in Geld“, macht Bürgermeister Christian Kehrer deutlich. Denn in den vergangenen Jahren blieb in den vier vorherigen Kommunen eben wegen Geldmangel so viel liegen, dass jetzt gewaltiger Nachholbedarf besteht. Der Erhalt und die Ertüchtigung der Infrastruktur stehen dabei im Fokus. In Beerfelden muss etwa das Bürgerhaus saniert worden, in Falken-Gesäß wird das „Käffchen“ im Dorfgemeinschaftshaus über IKEK-Mittel angegangen.

Kehrers Ziel ist es, für jedes städtische Gebäude eine Bewertung zu erstellen, in welchem Zustand es ist, ob es und wenn ja wann (energetisch) saniert werden muss. Denn im Jahr gibt die Stadt allein 420.000 Euro für Strom aus, für Gas und Heizöl noch einmal 100.000 Euro. Ganz zu schweigen von den Instandhaltungskosten in Höhe von 600.000 Euro. Allerdings müsse auch geschaut werden, was „realistisch machbar ist“. Eine dringende Baustelle ist unter anderem die Hetzbacher Sporthalle. „Da muss unbedingt die alte Heizung ausgetauscht werden.“

Auch auf den vielen Friedhöfe in den einzelnen Stadtteilen stehen Umbaumaßnahmen an. Hier geht unter anderem um Urnengrabfelder. In den drei Schwimmbädern läuft derzeit eine Analyse, um an Mittel aus dem Landesprogramm „Swim“ ranzukommen, sagte Kehrer. Pumpen, Filteranlagen und Becken sind meist in die Jahre gekommen. „Wir wollen die Bäder zukunftsfähig machen“, betonte der Bürgermeister.

Ein großer Brocken sind ebenfalls Gemeindezentrum und Sporthalle in Unter-Sensbach. Letztere ist noch auf dem Stand des Baus vor 50 Jahren. Elektrik, Sanitär und Dämmung müssen angegangen werden. Etwa ein Drittel der Gesamtsumme von 450.000 Euro kommt über KIP-Mittel rein, der Rest bleibt an der Stadt hängen.

Dafür und für andere anstehende Dinge will mit die knapp drei Millionen Euro aus der Hessenkasse verwenden. Zehn Prozent davon muss die Stadt aus eigener Tasche dazulegen. Dazu kommt noch „viel Kleinkram“, wie der Rathauschef verdeutlicht. So fehlt dem Bauhof ein Pkw, weshalb die Mitarbeiter „mit dem Unimog auf einen Termin fahren müssen“, weil das andere Fahrzeug gerade belegt ist.

Ein anderes Thema ist eine zentrale Schließanlage für alle städtischen Gebäude. „Die Putzfrau hat einen monströsen Schlüsselbund dabei“, breitet Kehrer die Arme weit aus. Im Schlüsselschrank seines Büros hängen über 50 Haken voll mit jeweils mehreren Schlüsseln. „Da blickt keiner mehr durch“, betont er. Für ihn gilt dabei aber: „Erst einmal die kleinen notwendigen Dinge erledigen, bevor man an Großes denkt.“

Eine Erfolgsgeschichte ist die Stadtbücherei, für die man nun größere Räume sucht. „Die platzt aus allen Nähten“, so Kehrer. Einmal in der Woche von Ehrenamtlichen betreut, stoßen die 4000 Medien aus allen möglichen Sparten auf viel Nachfrage. Jedes Jahr kommen ein paar neue Bücher dazu. Gesucht wird ein Platz in der Innenstadt. Dafür steht die Stadt mit der Oreg in Kontakt, um freie Räume aufzutun.

Oberzent will sich daneben besser nach außen präsentieren, erläutert der Bürgermeister. Da geht es um neue Broschüren über die Sehenswürdigkeiten, die Fertigstellung der Homepage, neue Stadtpläne oder Neubürgerbroschüren. Außerdem soll für jeden Stadtteil eine einheitliche Beschilderung her. Friedhöfe, öffentliche Gebäude, touristische Punkte, Gaststätten, Pensionen stellt sich Kehrer darauf vor.

Info: Die Stadtbücherei Oberzent im Erdgeschoss des Bürgerhauses Beerfelden ist immer donnerstags von 16 bis 17.30 Uhr geöffnet.

Sturm und Käfer lassen Nadelholz-Preise purzeln

Wohl dem Waldbesitzer, der viel Laubholz in seinen Beständen hat. Dafür sind derzeit noch gute Preise zu erzielen. Beim Nadelholz sieht es eher duster aus. Sturmtief „Friederike“ und der Borkenkäfer setzten vor allem der Fichte stark zu und ließen die Preise purzeln. Der Chef des Forstamts Beerfelden, Norbert Sasse, und sein Stellvertreter Sebastian Vocilka skizzierten die aktuelle Marktlage auf der Versammlung der Forstbetriebsgemeinschaft Südlicher Odenwald (FBG). Diese umfasst die angegliederten Gemeinden des Forstamts Beerfelden, also auch Wald-Michelbach, Grasellenbach und Abtsteinach.

Der südliche Odenwald wurde im Januar von Friederike einigermaßen verschont, erläuterte Forstamtsdirektor Sasse. Im Bereich des Forstamts Beerfelden wurden „nur“ 10.000 Festmeter umgeworfen. Jedoch wütete der Sturm in Nordhessen und Niedersachsen viel stärker. „Allein in Hessen wurden drei Millionen Festmeter (fm) umgeschmissen“, machte er deutlich. Dazu kommen noch die Schäden aus anderen Bundesländern.

Als wäre das noch nicht genug, war die Witterung seit dem Frühjahr „überdurchschnittlich warm und viel zu trocken“. Beste Voraussetzungen für den Borkenkäfer. „Der vermehrte sich wunderbar in Mitteleuropa“, nahm es Sasse mit Galgenhumor. Allein in Hessen seien eine Million Festmeter betroffen. Bisher wurden im Forstamtsbereich Beerfelden bereits 40.000 fm weggeschafft, wobei er fürs komplette Jahr mit 60.000 rechnet. Betroffen ist vor allem die Fichte – die im Odenwald vorherrschende Baumart, mit der das meiste Geld verdient wird.

Das Problem beim Borkenkäfer: Er ist kein einjähriges Phänomen. „Das dauert mehrere Jahre, bis er wieder verschwunden ist“, so der Forstamtschef. Nach dem Jahrhundertsommer 2003 plagte der Buchdrucker den heimischen Wald bis 2007. Sasse geht davon aus, dass somit in den kommenden Jahren immer um die 60.000 fm Schadholz anfallen, das auf dem Markt den Preis drückt.

Wie stark, machte Sebastian Vocilka deutlich. Vor einem Jahr erzielt das Forstamt noch 92/93 Euro für den Festmeter Fichte. Aber: „Ab dem 18. Januar ging es abwärts.“ An diesem Tag zog Friederike über Deutschland. Käferholz lässt sich derzeit für 45 bis 50 Euro verkaufen, „Tendenz fallend“. Beim Nadel-Frischholz, das allerdings wenig nachgefragt wird „sind wir von den früheren Preisen weit entfernt“, sagte er.

Er empfahl deshalb den Waldbesitzern, erst einmal das Schadholz aufzuarbeiten und den Rest stehen zu lassen. „Es kommen wieder bessere Zeiten“, so der Forstamts-Mitarbeiter. Zwar betreffen die Schäden vor allem die Fichte, „aber der Kieferpreis wurde mit runtergezogen“, bedauerte Vocilka. Lediglich die Douglasie „bringt ordentlich Geld“. Hier sind die Preise mit 100 Euro/fm stabil.

Mit Laubholz wie Buche, sonst oft das Stiefkind, „kann man derzeit viel Geld verdienen“, erläuterte er. Preise für Eichenholz „schießen durch die Decke“. Vocilka empfahl deshalb, wenn möglich diese Baumarten einzuschlagen, frisches Nadelholz stehen zu lassen und erst einmal das vom Borkenkäfer befallene zu verwenden. Kollegin Gudrun Kranhold ergänzte, dass im vergangenen Jahr im Privatwald sowieso weniger als zuvor eingeschlagen worden sei.

In ihrem Geschäftsbericht für 2017 sprach sie von einem Mitglieder- und Flächenzuwachs bei der FBG. Im vergangenen Jahr wurde auf knapp 900 Hektar gekalkt. Der Kassenstand ist laut Kranhold weiterhin ansehnlich im Plus. Sie betonte, dass die Kassengeschäfte wie bisher weitergeführt werden können, da die fusionierte Stadt Oberzent in den Vertrag von Beerfelden eintrat, wo dies zuvor Hans Mader erledigte. Der übernimmt auch weiterhin die Kasse. Die Geschäftsführung der FBG bleibt in den Händen des Forstamts Beerfelden.

Da der bisherige Vorsitzende Gottfried Görig, vormals Bürgermeister in Beerfelden, nicht mehr kandidierte, musste ein Nachfolger gefunden werden. Ralf Kredel (Etzean), bisher Stellvertreter, übernimmt den Posten. Ihm zur Seite steht nun Oberzent-Bürgermeister Christian Kehrer als neuer Stellvertreter.

Ehrung für die „vier Weisen aus Oberzent“

Er ist der einzige, der bereits vor der aktuellen Fusion einen Grenzänderungsvertrag vor sich hatte: Jürgen Thanel aus Kailbach wurde auf der Stadtverordnetenversammlung in der Alten Turnhalle für 50 Jahre kommunalpolitische Tätigkeit geehrt. Als Beigeordneter seines Heimatortes war er ab 1968 in die Fusionsverhandlungen mit Hesselbach und Schöllenbach involviert. Zusammen mit Thanel wurden viele weitere Ehrenamtliche für ihr langjähriges Wirken (teilweise mit Ehrenbezeichnungen) gewürdigt. Daneben erhielten die vier ehemaligen Bürgermeister der fusionierten Gemeinden Auszeichnungen.

Warum engagiert man sich als 25-Jähriger Ende der 60er Jahre für seine Kommune? „Ich wollte zum Wohl der Gemeinschaft mitgestalten“, sagt Jürgen Thanel. Auch wenn das im Lauf der Zeit nicht immer leicht war, blieb er am Ball. Da er auch von Berufs wegen Verantwortung trug, fiel es ihm leichter, mit Anfeindungen umzugehen. „Ich habe das ganz gut weggesteckt und verarbeitet.“ Es gab immer mal Momente, in denen er zweifelte, „aber bei der nächsten Wahl habe ich mich doch wieder aufstellen lassen“, lächelt er.

Ab 1972 war Thanel bis 2018 mit zwei Unterbrechungen Gemeindevertreter, ab 1983 auch Mitglied im Ortsbeirat. Schon 2016 wurde er zum Ehrengemeindevertreter ernannt. Für den Kailbacher war es ein besonderes Ereignis, als Hessenecker Mandatsträger noch einmal an einem Grenzänderungsvertrag mitwirken zu dürfen. Mit der Wahl der neuen Stadtverordneten-Versammlung ging er nun in den „Ruhestand“.

Rothenbergs ehemaligem Bürgermeister Hans Heinz Keursten wird es garantiert nicht langweilig als Polit-Rentner. „Viel Gartenarbeit“ lacht er auf die Frage, wie er jetzt seine Zeit verbringt. Das 3400 qm große Grundstück will gepflegt werden. Außerdem war er im Sommer als Badeaufsicht im Schwimmbad aktiv und ist Vorsitzender des Heimat- und Verschönerungsvereins.

Keursten rechnet damit, in der kalten Jahreszeit außerdem in den heimischen Haushalt eingeführt zu werden, schmunzelt er. Außerdem ist er ja noch als Finkenbacher Ortsvorsteher aktiv. Ganz in der Nähe seines ehemaligen Arbeitsplatzes im Dachgeschoss des Rothenberger Rathauses wird Keursten im Winter weiter werkeln: „Ich baue das Archiv der Gemeinde auf“, erläutert der 66-Jährige. Da wurde in den vergangenen 25 oder 30 Jahren nichts gemacht.

In der von Vorsteher Claus Weyrauch geleiteten Stadtverordneten-Sitzung wurden die Mandatsträger geehrt, die mit den Wahlen Ende April aus ihrem Ehrenamt ausschieden. 41 davon waren 20 Jahre oder weniger in den Gremien aktiv. Wer mindestens zwei Jahrzehnte tätig war, dem wurde eine Ehrenbezeichnung verliehen. Weyrauch zollte den Lebensleistungen aller Gewürdigten Anerkennung und Respekt. „Eine Ehrung für 50 Jahre sieht die Satzung gar nicht mehr vor“, meinte er an Thanel gewandt. Dessen Wirken wurde mit langanhaltendem Applaus gewürdigt.

Claus Weyrauch ging kurz auf die von den vier vorherigen Bürgermeistern vorangetriebene Fusion ein. Deren Früchte ließen sich auch aus dem aktuellen Haushaltsplan herauslesen. Auch wenn der nur einen Überschuss von 120.000 Euro aufweise, „ist die Million geflossen“, meinte er mit Blick auf die finanziellen Vorteile durch den Zusammenschluss. So gebe die neue Stadt mit 1,7 Millionen in diesem Jahr 800.000 Euro mehr für Instandhaltung aus als zuvor die vier eigenständigen Orte. Auch die Investitionen seien stark auf 4,5 Millionen Euro angestiegen.

Der Stadtverordnetenvorsteher bezeichnete die vier ehemaligen Rathauschefs als „schlaue Männer“, die wussten, dass sie die anstehenden Aufgaben einzeln nicht stemmen können. Das vorausschauende Handeln der „vier Weisen aus Oberzent“ gelte es deshalb zu ehren. Bei Gottfried Görig reichte die Dienstzeit zwar nicht für eine Ehrenbezeichnung aus, da er viele Jahre als Beamter in Diensten Beerfeldens stand. Weyrauch hatte aber eine besondere Ernennungsurkunde als „Altbürgermeister der Herzen“. Grußworte sprachen Landrat Frank Matiaske und der Vorsitzende der Bürgermeister-Kreisversammlung, der Lützelbacher Uwe Olt.

Ehrenbezeichnungen

Ehren-Stadtbrandinspektor Bernd Ihrig (Beerfelden), Ehren-Gemeindebrandinspektor Uwe Volk (Sensbachtal) und Torsten Laqua (Hesseneck), Ehrenwehrführer Stefan Emmerich (Schöllenbach)

Ehrenvorsitzender der Stadtverordneten-Versammlung Hans-Jürgen Löw, Ehrenstadtverordnete Erwin Körber, Volker Daum, Andreas Krauch, Ehrenortsvorsteher Gerd Schäfer, Ehrenmitglied des Ortsbeirats Werner Riesinger (alle Beerfelden), Ehrenbeigeordnete Marianne Haas, Manfred Siefert (beide Hesseneck), Helmut Sturm (Rothenberg), Ehrenvorsitzender der Gemeindevertretung Rudolf Brandel (Hesseneck), Ehrengemeindevertreter Thomas Wilcke (Rothenberg)

Ehrenbürgermeister Thomas Ihrig (Hesseneck), Hans Heinz Keursten (Rothenberg), Egon Scheuermann (Sensbachtal)

Wanderer sind vom Sensbachtal begeistert

Herrliches Wetter, abwechslungsreiche Strecken mit vielen Ausblicken und Natur ohne Ende: Dem TSV Sensbachtal bescherte der Gauwandertag eine stolze Besucherzahl und dazu begeisterte Teilnehmer, die die Organisation lobten und vom südlichen Odenwald kaum genug bekommen konnten. Exakt 203 Wanderer gingen auf die sechs, 8,5 und 13 Kilometer langen Strecken, die von Wanderwart Manfred Heiss mit Start Gemeindezentrum rund um Hebstahl ausgeschildert worden waren.

Einmal im Frühjahr und einmal im Herbst finden unter dem Dach des Turngaus Odenwald die Wandertage statt, erläuterte Richard Schneider. Meistens treten angeschlossene Vereine, die gerade ein Jubiläum feiern, als Veranstalter auf. Mal auf Initiative des Turngaus, mal als Eigenbewerbung wie beim TSV läuft die Bewerbung und bekommen die Orte den Zuschlag. Im Schnitt sind 15 der 50 Vereine auf den jeweiligen Wandertagen durch ihre Mitglieder präsent, so Wanderwart Schneider. In Unter-Sensbach waren es sogar 19. Von Bensheim-Zell über Hergershausen bis Groß-Zimmern reichten die Herkunftsorte.

Der Turngau ist nicht deckungsgleich mit dem Odenwaldkreis, sagte Schneider, sondern reicht im Norden bis Darmstadt-Dieburg und im Westen in den Kreis Bergstraße. Die Wandertage haben bereits eine lange Tradition, freute er sich. Sie bieten die Möglichkeit, „eine interessante Landschaft und eine besonderes Gebiet kennenzulernen“. Für Teilnehmer aus dem Dieburger Raum ist eine schöne Erfahrung, „mal in hügeligem Gebiet zu laufen“, weiß er.

Durch die Wahlmöglichkeit von verschiedenen Streckenlängen „erreichen wir alle Altersgruppen“, sagte TSV-Vorstandssprecher Gerd Scheuermann. „Kinder ab zwei Jahren bis Senioren über 90“ gingen seiner Beobachtung nach auf die Strecke. Früher einmal waren es im Schnitt 350 bis 400 Teilnehmer an einer solchen Veranstaltung, erinnert sich Schneider. Heute sind es um die 150 bis 200. Allerdings heißt dies nicht, „dass Wandern als Freizeitbetätigung rückläufig ist“, sondern lediglich die Teilnahme an solche organisierten Touren.

Schneider bezeichnet den Wandersport nach wie vor als sehr erfolgreich. „Man braucht nicht viel dafür“, betont er. Er habe die angenehme Seite, „dass ihn jeder mit wenig Aufwand machen kann“. Die Leute „gehen aus der Tür raus und können gleich loslaufen“, bietet seinen Worten zufolge der Odenwald optimale Bedingungen. Dazu kommt, dass es mit dem Odenwaldklub eine rührige Organisation gibt, die sich um Kennzeichnung und Unterhaltung der Wege kümmert.

Zum fünften Mal richtete der TSV den Gauwandertag aus, sagte Scheuermann, dieses Mal gemeinsam mit dem Sportförderkreis. Die Feuerwehr kümmerte sich um die Parkplatzeinweisung. Er lobte die gute Zusammenarbeit mit dem Turngau. Gute 14 Tage braucht der Verein, um alles vorzubereiten. Wanderwart Manfred Heiss sucht die Strecken aus, beschildert sie mit Erläuterungen zu den Aussichtspunkten und Sehenswürdigkeiten. Dieses Mal stand Hebstahl im Mittelpunkt. „Die Leute sehen viel und bekommen auch die Infos dazu geliefert“, meinte Schneider anerkennend.

Die stärkste Mannschaft kam aus Mümling-Grumbach mit 26 Wanderern, gefolgt vom TV Lengfeld mit 18 und dem TV Hetzbach mit 13 Teilnehmern. Aber natürlich dürfen nicht nur Vereinsmitglieder teilnehmen, sondern auch Wanderer ohne Zugehörigkeit, die sich einfach nur gern in der freien Natur bewegen wollen. Für den TSV mit seinen 500 Mitgliedern bedeutet die Bewirtung der Teilnehmer eine willkommene Einnahmequelle, um so die Vereinsarbeit zu finanzieren, sagt Scheuermann. Die eigene Wanderabteilung nimmt auch immer gerne an Veranstaltungen befreundeter Vereine teil.  „Heute passt einfach alles“, zog er eine sehr positive Bilanz. Innerhalb einer Viertelstunde „wurde ich fünf Mal auf die tolle Strecke und die gute Vorbereitung angesprochen“. Tenor der Wanderer: „Das findet man sonst selten.“ Somit die beste Motivation, dass sich der TSV in fünf Jahren anlässlich seines 60-jährigen Bestehens wieder um die Ausrichtung bewirbt.

Info: Der nächste Gauwandertag findet am 5. Mai in Mümling-Grumbach statt. Mehr unter http://www.turngau-odenwald.de

Hebstahl: Kein Anschluss unter dieser Nummer

Mit der Instandsetzung von zwei beschädigten Außenleuchten am Gemeindezentrum beschäftigte sich der Ortsbeirat in seiner vergangenen Sitzung. Für die beiden beschädigten Lampen, die in gleicher Ausführung nicht mehr lieferbar sind, sollen ähnliche entlang des Bürgersteiges montiert werden und die vorhandene, nicht beschädigte Leuchte auf den Platz oberhalb der Sporthalle umgesetzt werden.

Im Zuge der Arbeiten sind weiterhin die Leuchte an der Ecke Kindergarten/Sportplatz und die Beleuchtung des Bekanntmachungskastens zu überprüfen und instand zu setzen, so der Wunsch der Mandatsträger. Weiterhin sei zu klären, ob der Verursacher des Schadens an der Leuchte bei der Zufahrt bekannt ist und der Schaden an der mit dem LF 10 umgefahrenen Leuchte eventuell über die Vermögenseigenschadenversicherung der Stadt gedeckt ist.

Wichtig ist daneben eine Aktualisierung der Beschilderung am Bürgerzentrum, lautete der Hinweis des Gremiums. Insbesondere der Zugang zum Verwaltungsstützpunkt – sowohl das frei stehende Schild als auch die Schilder direkt am Gebäude – ist nicht mehr aktuell beschildert, da sich Ortsgericht und Schiedsamt nicht mehr in Unter-Sensbach befänden. Da eine Vielzahl von Gebäuden – auch in den anderen Stadtteilen – nicht mehr richtig ausgeschildert sind, wurde der Magistrat gebeten, eine einheitliche Lösung zu veranlassen.

Von Thomas Henrich wurde auch das Thema „Halteverbot“ entlang der L 3120 bei Veranstaltungen sowie vor der Saugstelle angesprochen. Da diese Verbotsschilder häufig nicht beachtet werden, wäre es für die Feuerwehr in Notfällen nicht möglich, das Gelände zu verlassen, monierte er. Von einer Besichtigung der Roste am Falkenberg und im Sauwasen wurde abgesehen, da Stadtbaumeister Peter Bauer über die Angelegenheit bereits informiert war. Der Austausch des deformierten Rostes im Sauwasen gegen den nicht mehr benötigten am Falkenberg soll zeitnah in zwei Bauabschnitten erfolgen.

Der Ortsbeirat bedankte sich beim Bauhof für die prompte Instandsetzung der Parkplätze vor dem Friedhofseingang. Die Schlaglöcher am Höhenweg und an der Zufahrt zum Parkplatz gegenüber wurden aber nicht wie vorgesehen aufgefüllt. Dies sollte unbedingt noch Beginn der kalten Jahreszeit erfolgen, so der Wunsch aus dem Gremium. Beim Forstamt sollte noch einmal nachgehakt werden, dass auch die Wasserführung des Forstweges instand gesetzt wird.

Ein Liefertermin für die bereits 2017 beim Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald bestellten Bänke und Tische konnte noch nicht genannt werden, da diese bei einem kleinen Betrieb bestellt wurden und dort ein Mitarbeiter längerfristig ausgefallen ist. In einer Wohnung des Gemeindezentrums wurde Schimmelbefall gemeldet. Nach Begutachtung durch Bauer wurde festgestellt, dass dieser nicht durch bauliche Mängel oder Ähnliches verursacht wurde, sondern wegen falscher Belüftung.

Nachdem das öffentliche Telefon am Dorfgemeinschaftshaus Hebstahl von der Telekom abgebaut wurde, ist im Dorf wegen des nach wie vor bestehenden Mobilnetz-Funklochs keine Telefonverbindung möglich. Da der Festnetzanschluss für das Dorfgemeinschaftshaus nach wie vor vorhanden ist, sollen die Möglichkeiten, einen Apparat im Gebäude zu installieren, geprüft werden, lautete der Wunsch des Ortsbeirats.

Sanierung der Sporthalle in Unter-Sensbach ist dringend erforderlich

„Die Sanierung der Sporthalle wird im Dorf sehnlichst erwartet“, verdeutlichte Ortsvorsteher Tobias Kuhlmann die Dringlichkeit. Er stellte bei der Ortsbeiratssitzung weiterhin heraus, dass die Planungen dafür schon einige Jahre laufen und nicht erst mit der Fusion aufgekommen sind. „Die Maßnahme ist erforderlich“, betonte er.

Laut Ex-Bürgermeister Egon Scheuermann wurden die notwendigen Mittel noch von der ehemaligen Gemeinde Sensbachtal für den diesjährigen Haushalt angemeldet. Sie werden zwar in 2018 nicht mehr gebraucht, aber dann nach 2019 geschoben. Um die Details zu erläutern, waren Architektin Steffi Holschuh und Stadtbaumeister Peter Bauer ebenfalls zur Sitzung gekommen.

Die Halle wird Scheuermann zufolge nicht nur für Sportzwecke stark genutzt, sondern auch für kulturelle Veranstaltungen. 2010 dachte man im Rahmen des Konjunkturprogramms schon einmal über die Sanierung nach, stellte sie aber dann zurück. Ende 2016 kam das Thema im Rahmen des kommunalen Investitionsprogramms (KIP) wieder auf. Die energetische Sanierung mit Austausch der Glasbausteine, der Beleuchtung und der Sanitäreinrichtungen stand zuerst im Fokus.

Im vergangenen Jahr befasste sich die Gemeindevertretung dann intensiver mit der Thematik. Unter anderem wurde die Sporthalle Rothenberg mit ihrer Deckenstrahler-Heizung in Augenschein genommen. Fazit: „Wir wollten unsere Halle ganzheitlich angehen“, so Scheuermann. Elektro, Nebenräume, Boden und Heizung kamen mit in die Überlegungen hinein. In der ersten Variante mit nur zwei Gewerken kam man auf 196.000 Euro Gesamtkosten, wovon übers KIP-Programm 144.000 Euro gefördert werden.

Die große Variante beziffert sich nun auf 444.000 Euro inklusive der Baunebenkosten. Die Rest-Mittel von 300.000 Euro könnten aus dem 90-prozentigen Investitionszuschuss der Hessenkasse bestritten werden oder aus Oberzent-Eigenmitteln, so der ehemalige Bürgermeister. Alle Redner warben um Verständnis bei den örtlichen Vereinen und Organisationen für die damit verbundene Schließung. „Fastnacht muss auf jeden Fall noch stattfinden“, so Scheuermann.

Die bisherigen Glasbausteine sollen gegen dreiteilige Alufenster mit Kippfunktion ausgetauscht werden, erläuterte die Architektin. Auf der Südseite soll es zusätzlich die Möglichkeit zur Verschattung geben, im Eingangsbereich einen Windfang. Diese 69.000-Euro-Nettovariante könnte um 25.000 Euro günstiger werden, wenn spezielle Fensterelemente verwendet werden, die weniger Licht und Wärme durchlassen.

Handlungsbedarf besteht auch bei der Anlagentechnik. „Zuerst haben wir auf einen Durchlauferhitzer gesetzt“, so Holschuh. Allerdings sitzt an der Leitung ein Haushalts-Wassermesser, der nicht verwendet werden darf. Bei einem entsprechenden Umbau „wäre der Hausmittelraum zu klein. Da ist kein Platz für eine Heizung.“ Die Idee: zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Denn im Gemeindezentrum ist eine alte Heizanlage drin, die man erneuern und durch eine Fernleitung mit der Halle verbinden könnte. Zuerst für Warmwasser, dann in spe auch für die Heizung. Kosten der großen Variante: netto über 250.000 Euro.

Wenn eine Deckenstrahler-Heizung wie in Rothenberg eingebaut wird, dann beläuft sich diese auf etwa 67.000 Euro. Dazu noch Sanitärarbeiten mit 26.500 Euro, LED-Beleuchtung, Erdarbeiten, Elektroinstallation: Es leppert sich, legte die Architektin den Mandatsträgern beim Ortstermin dar. Dazu kommt der Boden: „Wenn wir sowieso alles anpacken, dann müssen wir auch die Innenräume wiederherstellen“. Außerdem stehen Trockenbau- und Schreinerarbeiten an. Somit kam sie auf 386.000 Euro Bau- plus etwa 15 Prozent Nebenkosten.

„Ich halte nichts von Stückwerk“, betonte Holschuh. Ihr ist es am liebsten, alles am Stück durchzuziehen, die Maßnahmen öffentlich rechtzeitig zu kommunizieren und mit den Nutzern abzusprechen. Darauf wies auch Manfred Heiss hin. Aufgrund der Vorlaufzeit rechnet sie mit einem Baubeginn frühestens im kommenden Frühjahr mit Kernzeitraum Sommerferien.