Wanderer sind vom Sensbachtal begeistert

Herrliches Wetter, abwechslungsreiche Strecken mit vielen Ausblicken und Natur ohne Ende: Dem TSV Sensbachtal bescherte der Gauwandertag eine stolze Besucherzahl und dazu begeisterte Teilnehmer, die die Organisation lobten und vom südlichen Odenwald kaum genug bekommen konnten. Exakt 203 Wanderer gingen auf die sechs, 8,5 und 13 Kilometer langen Strecken, die von Wanderwart Manfred Heiss mit Start Gemeindezentrum rund um Hebstahl ausgeschildert worden waren.

Einmal im Frühjahr und einmal im Herbst finden unter dem Dach des Turngaus Odenwald die Wandertage statt, erläuterte Richard Schneider. Meistens treten angeschlossene Vereine, die gerade ein Jubiläum feiern, als Veranstalter auf. Mal auf Initiative des Turngaus, mal als Eigenbewerbung wie beim TSV läuft die Bewerbung und bekommen die Orte den Zuschlag. Im Schnitt sind 15 der 50 Vereine auf den jeweiligen Wandertagen durch ihre Mitglieder präsent, so Wanderwart Schneider. In Unter-Sensbach waren es sogar 19. Von Bensheim-Zell über Hergershausen bis Groß-Zimmern reichten die Herkunftsorte.

Der Turngau ist nicht deckungsgleich mit dem Odenwaldkreis, sagte Schneider, sondern reicht im Norden bis Darmstadt-Dieburg und im Westen in den Kreis Bergstraße. Die Wandertage haben bereits eine lange Tradition, freute er sich. Sie bieten die Möglichkeit, „eine interessante Landschaft und eine besonderes Gebiet kennenzulernen“. Für Teilnehmer aus dem Dieburger Raum ist eine schöne Erfahrung, „mal in hügeligem Gebiet zu laufen“, weiß er.

Durch die Wahlmöglichkeit von verschiedenen Streckenlängen „erreichen wir alle Altersgruppen“, sagte TSV-Vorstandssprecher Gerd Scheuermann. „Kinder ab zwei Jahren bis Senioren über 90“ gingen seiner Beobachtung nach auf die Strecke. Früher einmal waren es im Schnitt 350 bis 400 Teilnehmer an einer solchen Veranstaltung, erinnert sich Schneider. Heute sind es um die 150 bis 200. Allerdings heißt dies nicht, „dass Wandern als Freizeitbetätigung rückläufig ist“, sondern lediglich die Teilnahme an solche organisierten Touren.

Schneider bezeichnet den Wandersport nach wie vor als sehr erfolgreich. „Man braucht nicht viel dafür“, betont er. Er habe die angenehme Seite, „dass ihn jeder mit wenig Aufwand machen kann“. Die Leute „gehen aus der Tür raus und können gleich loslaufen“, bietet seinen Worten zufolge der Odenwald optimale Bedingungen. Dazu kommt, dass es mit dem Odenwaldklub eine rührige Organisation gibt, die sich um Kennzeichnung und Unterhaltung der Wege kümmert.

Zum fünften Mal richtete der TSV den Gauwandertag aus, sagte Scheuermann, dieses Mal gemeinsam mit dem Sportförderkreis. Die Feuerwehr kümmerte sich um die Parkplatzeinweisung. Er lobte die gute Zusammenarbeit mit dem Turngau. Gute 14 Tage braucht der Verein, um alles vorzubereiten. Wanderwart Manfred Heiss sucht die Strecken aus, beschildert sie mit Erläuterungen zu den Aussichtspunkten und Sehenswürdigkeiten. Dieses Mal stand Hebstahl im Mittelpunkt. „Die Leute sehen viel und bekommen auch die Infos dazu geliefert“, meinte Schneider anerkennend.

Die stärkste Mannschaft kam aus Mümling-Grumbach mit 26 Wanderern, gefolgt vom TV Lengfeld mit 18 und dem TV Hetzbach mit 13 Teilnehmern. Aber natürlich dürfen nicht nur Vereinsmitglieder teilnehmen, sondern auch Wanderer ohne Zugehörigkeit, die sich einfach nur gern in der freien Natur bewegen wollen. Für den TSV mit seinen 500 Mitgliedern bedeutet die Bewirtung der Teilnehmer eine willkommene Einnahmequelle, um so die Vereinsarbeit zu finanzieren, sagt Scheuermann. Die eigene Wanderabteilung nimmt auch immer gerne an Veranstaltungen befreundeter Vereine teil.  „Heute passt einfach alles“, zog er eine sehr positive Bilanz. Innerhalb einer Viertelstunde „wurde ich fünf Mal auf die tolle Strecke und die gute Vorbereitung angesprochen“. Tenor der Wanderer: „Das findet man sonst selten.“ Somit die beste Motivation, dass sich der TSV in fünf Jahren anlässlich seines 60-jährigen Bestehens wieder um die Ausrichtung bewirbt.

Info: Der nächste Gauwandertag findet am 5. Mai in Mümling-Grumbach statt. Mehr unter http://www.turngau-odenwald.de

Advertisements

Hebstahl: Kein Anschluss unter dieser Nummer

Mit der Instandsetzung von zwei beschädigten Außenleuchten am Gemeindezentrum beschäftigte sich der Ortsbeirat in seiner vergangenen Sitzung. Für die beiden beschädigten Lampen, die in gleicher Ausführung nicht mehr lieferbar sind, sollen ähnliche entlang des Bürgersteiges montiert werden und die vorhandene, nicht beschädigte Leuchte auf den Platz oberhalb der Sporthalle umgesetzt werden.

Im Zuge der Arbeiten sind weiterhin die Leuchte an der Ecke Kindergarten/Sportplatz und die Beleuchtung des Bekanntmachungskastens zu überprüfen und instand zu setzen, so der Wunsch der Mandatsträger. Weiterhin sei zu klären, ob der Verursacher des Schadens an der Leuchte bei der Zufahrt bekannt ist und der Schaden an der mit dem LF 10 umgefahrenen Leuchte eventuell über die Vermögenseigenschadenversicherung der Stadt gedeckt ist.

Wichtig ist daneben eine Aktualisierung der Beschilderung am Bürgerzentrum, lautete der Hinweis des Gremiums. Insbesondere der Zugang zum Verwaltungsstützpunkt – sowohl das frei stehende Schild als auch die Schilder direkt am Gebäude – ist nicht mehr aktuell beschildert, da sich Ortsgericht und Schiedsamt nicht mehr in Unter-Sensbach befänden. Da eine Vielzahl von Gebäuden – auch in den anderen Stadtteilen – nicht mehr richtig ausgeschildert sind, wurde der Magistrat gebeten, eine einheitliche Lösung zu veranlassen.

Von Thomas Henrich wurde auch das Thema „Halteverbot“ entlang der L 3120 bei Veranstaltungen sowie vor der Saugstelle angesprochen. Da diese Verbotsschilder häufig nicht beachtet werden, wäre es für die Feuerwehr in Notfällen nicht möglich, das Gelände zu verlassen, monierte er. Von einer Besichtigung der Roste am Falkenberg und im Sauwasen wurde abgesehen, da Stadtbaumeister Peter Bauer über die Angelegenheit bereits informiert war. Der Austausch des deformierten Rostes im Sauwasen gegen den nicht mehr benötigten am Falkenberg soll zeitnah in zwei Bauabschnitten erfolgen.

Der Ortsbeirat bedankte sich beim Bauhof für die prompte Instandsetzung der Parkplätze vor dem Friedhofseingang. Die Schlaglöcher am Höhenweg und an der Zufahrt zum Parkplatz gegenüber wurden aber nicht wie vorgesehen aufgefüllt. Dies sollte unbedingt noch Beginn der kalten Jahreszeit erfolgen, so der Wunsch aus dem Gremium. Beim Forstamt sollte noch einmal nachgehakt werden, dass auch die Wasserführung des Forstweges instand gesetzt wird.

Ein Liefertermin für die bereits 2017 beim Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald bestellten Bänke und Tische konnte noch nicht genannt werden, da diese bei einem kleinen Betrieb bestellt wurden und dort ein Mitarbeiter längerfristig ausgefallen ist. In einer Wohnung des Gemeindezentrums wurde Schimmelbefall gemeldet. Nach Begutachtung durch Bauer wurde festgestellt, dass dieser nicht durch bauliche Mängel oder Ähnliches verursacht wurde, sondern wegen falscher Belüftung.

Nachdem das öffentliche Telefon am Dorfgemeinschaftshaus Hebstahl von der Telekom abgebaut wurde, ist im Dorf wegen des nach wie vor bestehenden Mobilnetz-Funklochs keine Telefonverbindung möglich. Da der Festnetzanschluss für das Dorfgemeinschaftshaus nach wie vor vorhanden ist, sollen die Möglichkeiten, einen Apparat im Gebäude zu installieren, geprüft werden, lautete der Wunsch des Ortsbeirats.

Sanierung der Sporthalle in Unter-Sensbach ist dringend erforderlich

„Die Sanierung der Sporthalle wird im Dorf sehnlichst erwartet“, verdeutlichte Ortsvorsteher Tobias Kuhlmann die Dringlichkeit. Er stellte bei der Ortsbeiratssitzung weiterhin heraus, dass die Planungen dafür schon einige Jahre laufen und nicht erst mit der Fusion aufgekommen sind. „Die Maßnahme ist erforderlich“, betonte er.

Laut Ex-Bürgermeister Egon Scheuermann wurden die notwendigen Mittel noch von der ehemaligen Gemeinde Sensbachtal für den diesjährigen Haushalt angemeldet. Sie werden zwar in 2018 nicht mehr gebraucht, aber dann nach 2019 geschoben. Um die Details zu erläutern, waren Architektin Steffi Holschuh und Stadtbaumeister Peter Bauer ebenfalls zur Sitzung gekommen.

Die Halle wird Scheuermann zufolge nicht nur für Sportzwecke stark genutzt, sondern auch für kulturelle Veranstaltungen. 2010 dachte man im Rahmen des Konjunkturprogramms schon einmal über die Sanierung nach, stellte sie aber dann zurück. Ende 2016 kam das Thema im Rahmen des kommunalen Investitionsprogramms (KIP) wieder auf. Die energetische Sanierung mit Austausch der Glasbausteine, der Beleuchtung und der Sanitäreinrichtungen stand zuerst im Fokus.

Im vergangenen Jahr befasste sich die Gemeindevertretung dann intensiver mit der Thematik. Unter anderem wurde die Sporthalle Rothenberg mit ihrer Deckenstrahler-Heizung in Augenschein genommen. Fazit: „Wir wollten unsere Halle ganzheitlich angehen“, so Scheuermann. Elektro, Nebenräume, Boden und Heizung kamen mit in die Überlegungen hinein. In der ersten Variante mit nur zwei Gewerken kam man auf 196.000 Euro Gesamtkosten, wovon übers KIP-Programm 144.000 Euro gefördert werden.

Die große Variante beziffert sich nun auf 444.000 Euro inklusive der Baunebenkosten. Die Rest-Mittel von 300.000 Euro könnten aus dem 90-prozentigen Investitionszuschuss der Hessenkasse bestritten werden oder aus Oberzent-Eigenmitteln, so der ehemalige Bürgermeister. Alle Redner warben um Verständnis bei den örtlichen Vereinen und Organisationen für die damit verbundene Schließung. „Fastnacht muss auf jeden Fall noch stattfinden“, so Scheuermann.

Die bisherigen Glasbausteine sollen gegen dreiteilige Alufenster mit Kippfunktion ausgetauscht werden, erläuterte die Architektin. Auf der Südseite soll es zusätzlich die Möglichkeit zur Verschattung geben, im Eingangsbereich einen Windfang. Diese 69.000-Euro-Nettovariante könnte um 25.000 Euro günstiger werden, wenn spezielle Fensterelemente verwendet werden, die weniger Licht und Wärme durchlassen.

Handlungsbedarf besteht auch bei der Anlagentechnik. „Zuerst haben wir auf einen Durchlauferhitzer gesetzt“, so Holschuh. Allerdings sitzt an der Leitung ein Haushalts-Wassermesser, der nicht verwendet werden darf. Bei einem entsprechenden Umbau „wäre der Hausmittelraum zu klein. Da ist kein Platz für eine Heizung.“ Die Idee: zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Denn im Gemeindezentrum ist eine alte Heizanlage drin, die man erneuern und durch eine Fernleitung mit der Halle verbinden könnte. Zuerst für Warmwasser, dann in spe auch für die Heizung. Kosten der großen Variante: netto über 250.000 Euro.

Wenn eine Deckenstrahler-Heizung wie in Rothenberg eingebaut wird, dann beläuft sich diese auf etwa 67.000 Euro. Dazu noch Sanitärarbeiten mit 26.500 Euro, LED-Beleuchtung, Erdarbeiten, Elektroinstallation: Es leppert sich, legte die Architektin den Mandatsträgern beim Ortstermin dar. Dazu kommt der Boden: „Wenn wir sowieso alles anpacken, dann müssen wir auch die Innenräume wiederherstellen“. Außerdem stehen Trockenbau- und Schreinerarbeiten an. Somit kam sie auf 386.000 Euro Bau- plus etwa 15 Prozent Nebenkosten.

„Ich halte nichts von Stückwerk“, betonte Holschuh. Ihr ist es am liebsten, alles am Stück durchzuziehen, die Maßnahmen öffentlich rechtzeitig zu kommunizieren und mit den Nutzern abzusprechen. Darauf wies auch Manfred Heiss hin. Aufgrund der Vorlaufzeit rechnet sie mit einem Baubeginn frühestens im kommenden Frühjahr mit Kernzeitraum Sommerferien.

 

Oberzent-Schule mit Modellcharakter in Hessen

„Die Gesamtschule hat Modellcharakter für ganz Hessen“, hieß es Anfang 1977 in einer örtlichen Tageszeitung. Da gab es die Oberzent-Schule auf der „Heumatte“ bereits seit fast zehn Jahren, als integrierte Gesamtschule (IGS) existierte sie seit 1970. 924 Schüler aus der gesamten Oberzent besuchten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung in 32 Klassen die Lernanstalt. Eine Delegation von Schulamt und Regierungspräsidium besuchte damals die Schule und ließ sich über das Erreichte informieren, denn in der Oberzent entstand 1970 eine der ersten Schulen dieser Art in Hessen.

In Beerfelden waren die Verantwortlichen stolz über ihr Wirken. Ende der 60er Jahre erreichten nur 20 Prozent der Schüler einen mittleren Bildungsabschluss. Mitte der 70er Jahre waren es bereits 56 Prozent. „Der planmäßige Unterricht an der Gesamtschule wird fast zu 100 Prozent erfüllt“, erläuterte der damalige Direktor Karl Lebert. Dazu waren auch alle Stellen besetzt.

Die Idee eines horizontalen Schulsystems, in dem Haupt- und Realschule nebst Gymnasium nebeneinander existieren, hat seine Anfänge Ende der 60er Jahre. Mit ihm wollten die Initiatoren „vom Schulkindergarten bis zum Abitur die Ausbildung systematisch fördern“. Bildung könne nicht allein „auf die Heranzüchtung von Arbeitskräften“ beschränkt bleiben, sondern sollte die Menschen in die Lage versetzen, „ihr eigenes Leben selbstbewusst zu führen“. Deshalb wollte man im Zuge des Aufbruchs durch die 68er-Bewegung weg vom „starren und auf Auslese ausgelegten Prinzip der vertikalen Schularten“.

Der „Antrag auf Zulassung eines Schulversuchs mit integrierter Sekundarstufe ab dem siebten Schuljahr“, erstellt im Juni 1970 und bewilligt im Spätjahr, geht detailliert auf die soziostrukturellen Begebenheiten in der Oberzent ein. Er liefert den argumentativen Hintergrund für die Errichtung der integrierten Gesamtschule ab dem 1. August 1970.

Bezug genommen wird auf die schulische Situation Anfang der 1960er Jahre, als nur 18 Prozent der Grundschul-Kinder auf weiterführende Schulen wechselten, obwohl nach Ansicht der Lehrer 42 Prozent des Jahrgangs geeignet gewesen wären. Diesem Aspekt wurde 1968 durch die Gründung der Mittelpunktschule Rechnung getragen, die eine Hauptschule mit Förderstufe, ein Gymnasium für die Klassen 7 bis 10 und eine Sonderschule umfasste.

Der Beginn des Schuljahrs 1970/71 wurde als beste Gelegenheit gesehen, „die Schulverhältnisse in diesem Raum (Oberzent) so zu verbessern, dass allen Kindern optimale Bildungsverhältnisse angeboten werden können“. Denn im ländlichen Gebiet war für die Initiatoren des Projekts der gesellschaftspolitischen Forderung nach Durchsetzung einer echten Chancengleichheit „in besonders ausgeprägtem Maß“ dringend nachzukommen.

Bezug genommen wird auf die sozioökonomischen und -kulturellen Bedingungen: „Das Gebiet der Oberzent ist wirtschaftlich überwiegend agrarisch geprägt“, heißt es. Kleine und mittlere Industriebetriebe sind nur in Beerfelden vorhanden. Die Anstrengungen zur Verbesserung der Infrastruktur liefen, aber wegen der ungünstigen Verkehrslage und der relativ dünnen Besiedlung „kann für die nächste Zeit nur mit kleinen Fortschritten gerechnet werden“.

Zum Schuljahresbeginn 1968/69 war für die fünften Klassen die Förderstufe eingeführt worden, von 240 Schülern besucht. Im folgenden Schuljahr kamen noch einmal 180 Kinder dazu. „Die Gesichtspunkte der Koedukation, des Zusammenlebens konfessionell verschiedener Gruppen, der sozialen Streuung, der unterschiedlichen Begabung und Leistung „wurden weitgehend beachtet“, so der Antrag. Deshalb hätten die elf Klassen „annähernd gleiche Ausgangschancen“. Das Ziel, alle Kinder zu fördern, „kann als erreicht angesehen werden“, so das positive Fazit.

Der Erfolg des Kernunterrichts in der IGS wird herausgestellt, weil er dabei hilft, die soziale Integration zu verwirklichen. Damit wird die Fähigkeit der Schüler gefördert, in einer Gruppe zu arbeiten, die Kommunikation vorangetrieben und die Akzeptanz der Unterrichtsbeiträge aller gefördert. „Der Kernunterricht wirkt sich positiv auf die soziale Interaktion von Schülern verschiedener sozialer Schichten aus“, so die Erkenntnis. Lediglich zu große Klassen behinderten dieses Ziel (5. Schuljahr 36, 6. Schuljahr 39 Kinder).

Meilensteine in der Entwicklung der Oberzent-Schule

1968 Bau der Schulgebäude und Turnhalle „Auf der Heumatte“

1969 „Schulzentrum Oberzent – Volks- und Realschule Beerfelden“, 5. Klassen kommen aus den umliegenden Volksschulen in die Förderstufe

1970 Integrierte Gesamtschule (IGS)

1971 „Gesamtschule des Landkreises Erbach“, Neubau des Hallenbads

1974 Neubau des C-Baus

1982 Neubau der Pausenhalle, Musikräume, Schülerarbeitsräume (SAR), Lehrerzimmer

1983 Neuer Name „Oberzent-Schule“

2006 Sanierung und Erweiterung alter Gebäude zur Mensa

2009 Bushaltestellen werden neu angelegt, Erweiterung des Lehrerzimmers

2014 Neubau des Hallenbads

Die Planungen für eine „Bezirksschule Oberzent“ begannen bereits vor 65 Jahren

Viele ehemalige Pennäler werden erstaunt schauen: Seit 50 Jahren gibt es schon ihre ehemalige Schule. „Bin ich wirklich so alt?“, mögen sich viele fragen. Sie sind es. Die Oberzent-Schule auf der „Heumatte“ prägte schon Generationen von Kindern aus der neuen Stadt Oberzent, die früher aus den selbständigen Beerfelden, Rothenberg, Sensbachtal und Hesseneck kamen – und vor der Gebietsreform aus noch mehr Kommunen im südlichen Odenwaldkreis. Fünf Jahrzehnte: Das will gefeiert werden. Am 14. September darf, wer will, den ganzen Tag dafür einplanen.

50 Jahre täuschen aber darüber hinweg, dass die ersten Planungen für eine „Bezirksschule Oberzent“, mit der der Name der fusionierten Stadt lange vor ihrer Gründung vorweggenommen wurde, bereits vor 65 Jahren starteten. Im Jahr 1953/54 werden in alten Zeitungsartikeln erstmals solche Überlegungen genannt. Damals hatte sich die hessische Landesregierung auf die Fahnen geschrieben, die schulischen Verhältnisse auf dem Land „wesentlich zu verbessern“.

1961 kam das Projekt durch das Bestreben des Odenwaldkreises wieder ins Rollen. Der hatte zwei Mittelpunktschulen in Höchst und Sandbach auf den Weg gebracht und wollte nun auch im Bereich Beerfelden eine Bezirksschule für die Oberzent errichten. Bis zum vierten Schuljahr sollten die Kinder möglichst am Wohnort die Grundschule besuchen und dann nach Beerfelden wechseln. Damit der Weg dorthin einfacher wurde, übernahm das Land die Transportkosten. Die Schüler wurden mit dem Omnibus abgeholt und wieder nach Hause gefahren.

Immer wieder ist die Rede davon, dass den Kindern „die Tore für eine bessere Zukunft“ offen stehen sollen, indem sie eine bessere Schulbildung erhalten. Volksschule, Mittelpunktzug und Höhere Schule waren im neuen Schulzentrum angedacht. Zwei Förderklassen ab dem fünften Schuljahr sollten sie in die verschiedenen Schultypen hineinwachsen lassen. „Eine Schule, in der alle Kinder die gleichen Startmöglichkeiten haben, eine Schule aber auch, in der jedes Talent zum Durchbruch kommen kann“, wollten die Gründungsväter, durchdrungen von hehren Idealen, schaffen. Träger sollte der Schulzweckverband „Oberzent“ sein.

Nachdem sich das Gremium mit 14 Gemeinden konstituiert hatte und die Grundstücke mit einer Fläche von 2,2 Hektar zur Verfügung standen, ging es Ende 1964 an den Architektenwettbewerb. Der erste Spatenstich ging dann ziemlich genau 53 Jahre vor dem heutigen Jubiläumsfest, am 16. September 1965, über die Bühne. Der damalige Beerfeldener Bürgermeister Hermann Ackermann nannte diesen „einen historischen Augenblick“.

Von den damaligen Schülerzahlen können heutige Schulleiter nur leise träumen. Rund 800 Kinder aus Beerfelden, Airlenbach, Falken-Gesäß, Gammelsbach, Finkenbach, Güttersbach, Hebstahl, Ober- und Unter-Sensbach, Olfen, Hetzbach, Raubach, Rothenberg und Etzean sollten die Schule besuchen, lautete die Prognose. Für den Realschulzug waren 140 Schüler vorgesehen. Auch beim Raumprogramm gab es andere Dimensionen: Von 17 Normal- und vier Großklassen war die Rede. Dazu kamen noch Räume für die selbstständige Sonderschule.

So viel Gebäude kostet Geld: Die Baukosten wurden auf 5,2 Millionen Mark beziffert, wozu unter anderem das Land 3,8 Millionen und der Kreis 150.000 Mark zusteuerten. 570.000 Mark kostete die Inneneinrichtung, die unter anderem mit einer Landesbeihilfe von 396.000 Mark und einem Kreiszuschuss von 25.000 Mark bestritten wurde.

Die Inbetriebnahme, zuerst für 1967, dann im Februar 1968 vorgesehen, erfolgte schließlich Anfang März 1968. „Aus den 18 Verbandsgemeinden der Oberzent besuchen zur Zeit 690 Schüler diese neue Schule“, hieß es. Erste Schulleiter waren Rektor Heinrich Berger und Studiendirektor Willi Allmann. Anfang Juni gab es eine große Feierstunde. Bei der Einweihung zeigten sich die Beteiligten froh über die „glückliche Lösung“, dass Haupt-, Real- und Sonderschule nebst Gymnasium unter einem Dach die Weiterentwicklung zur Gesamtschule ermöglichten – was dann 1970 erfolgen sollte.

Info: Das Jubiläum 50 Jahre Oberzehnt-Schule wird am Freitag, 14. September, groß gefeiert. Um 13.30 Uhr geht es mit dem Schulfest los. „Oberzent-Schule erleben, Vergangenes entdecken und Neues kennenlernen“, heißt es auf dem Schulgelände bis 15.30 Uhr. Eine akademische Feier schließt sich um 16 Uhr an. Ein Treffen und der Austausch mit alten Weggefährten stehen dann ab 18 Uhr in der Alten Turnhalle Beerfelden an, wenn als Umrahmung Musikalisches aus fünf Jahrzehnten Schule geboten wird.

Löschteich in Ober-Sensbach hat nach Einsatz noch genug Wasser

Informationen zum Freizeit- und Feuerlöschteich gaben auf der Ortsbeiratssitzung Tobias Leiß (Feuerwehr) und Herbert Obenauer (Nabu). Der Wasserstand habe sich beim Feuerwehr-Großeinsatz am Wald (wir berichteten) lediglich um zehn bis 15 Zentimeter abgesenkt, so dass noch ausreichend Wasserreserven vorhanden waren, so Leiß. Lediglich die Wasserentnahme gestaltete sich aufgrund der vielen Einsatzfahrzeuge etwas schwierig.

Seitens der Feuerwehr ist seinen Worten zufolge zu klären, wie das Entnahmerohr an der K 39 genutzt werden kann. Ebenso sei zu hinterfragen, warum das für Brandfälle im Bauhof bereitstehende und befüllte Wasserfass nicht eingesetzt werden konnte und wie dies in Zukunft gehandhabt werden soll. Thomas Henrich und Tobias Leiß wollen dies bei nächster Gelegenheit klären.

Die um den Teich stehenden Bäume sollen ausgelichtet werden. Zur Durchführung der Arbeiten habe sich die Nabu-Gruppe bereits im Vorjahr bereit erklärt, erläuterte Obenauer. Aus Personal- und naturschutzrechtlichen Gründen konnten diese Arbeiten jedoch noch nicht erfolgen und werden auch nicht im Rahmen des Freiwilligentages am 15. September, sondern erst zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt, sagte er. Weiterhin sei zu überlegen, das anfallende Restholz – eventuell nach Aufarbeiten des stärkeren Holzes – von einem örtlichen Landwirt in Eigenregie rücken und zu Hackschnitzeln verarbeiten zu lassen.

Für Stadteile besteht die Möglichkeit, an einem Förderprojekt des Landes Hessen für Ortschaften teilzunehmen, erläuterte Bürgermeister Christian Kehrer. Olfen erhielt hieraus bereits eine Zuwendung von 4900 Euro. Da das Programm noch ein weiteres Jahr läuft, will der Ortsbeirat überlegen, was in Ober- und Unter-Sensbach sowie Hebstahl zur Förderung angemeldet werden könne.

Am Freiwilligentag, 15. September, wird sich im Sensbachtal der TSV beteiligen, wurde bekannt gegeben. Seitens des Vereins ist beabsichtigt, das Ehrenmal für die Gefallenen und Vermissten am Sportplatz herzurichten. Weiter wurde vom Gremium ans Bauamt der Wunsch herangetragen, noch einmal beim Geopark nachzuhaken, bis wann mit der Lieferung der noch von der Gemeinde Sensbachtal im Vorjahr bestellten zwölf Bänke und zwei Tische zu rechnen sei.

Über die seitens der Stadt geplanten Maßnahmen bezüglich der Themen zu hoher Geschwindigkeit in den Ortschaften, Motorradlärm und ruhender Verkehr informierte Kehrer. So sollen demnächst Plakate in allen Stadtteilen aufgehängt werden, die auf langsameres und leiseres Fahren hinwirken. Der Ortsbeirat stimmte diesem Vorhaben zu und wird sich um die Aufhängung kümmern. Weiterhin soll im kommenden Jahr laut Kehrer ein Hilfspolizist mit einer halben Stelle zur Überwachung des ruhenden und des fließenden Verkehrs eingestellt werden.

Sensbacher Friedhof bekommt ein Urnengrabfeld

Zum Vor-Ort-Termin auf dem Sensbacher Friedhof traf sich der neu konstituierte Ortsbeirat fürs frühere Sensbachtal bei seiner zweiten Sitzung. Parkplatzsituation, Friedhofsmauer, entwendete Wasserpumpe, das neue Grabfeld für Urnenbestattungen nebst diversen Kleinigkeiten wie ungepflegte Graber lauteten die Themen, zu denen die Mandatsträger und Besucher informiert wurden.

Die Parkplätze links und rechts des Zufahrtsweges sollen baldigst durch den Bauhof instandgesetzt werden, lautete der Wunsch des Ortsbeirats an die Verwaltung. Für die war Bürgermeister Christian Kehrer vor Ort. Im Zuge der Arbeiten am Parkplatz sollen auch Schlaglöcher auf der Friedhofs-Zufahrt beseitigt werden. Das Forstamt wird den oberhalb liegenden Weg auf eigene Kosten instand setzen.

Zur Fortführung der Arbeiten an der Friedhofsmauer berichtete der stellvertretende Ortsvorsteher Egon Scheuermann, dass etwa zwölf Meter im vergangenen Jahr neu aufgemauert wurden. Die Kosten betrugen etwa 10.000 Euro. Sensbachtal erhielt dafür einen Landeszuschuss von 50 Prozent. Der frühere Bürgermeister Manfred Heiss informierte darüber, dass etwa ab dem Jahr 2000 die komplette Friedhofsmauer im Bereich Höhenweg/Landesstraße mit Kosten von rund 180.000 Euro saniert wurde. Hierzu hatte das Land einen Zuschuss in gleicher Höhe gewährt.

Aktuell sind noch weitere 30 Meter entlang des Kirchenpfades sanierungsbedürftig. Ein Zuschuss des Landesdenkmalamtes wurde in Aussicht gestellt. Ein entsprechender Antrag ist noch von der Stadt Oberzent zu stellen. Die Unterlagen sollen in der nächsten Sitzung zusammen mit den Unterlagen über die Sanierung der Sporthalle dem Bauamt übergeben werden.

Der Ortsbeirat wünschte sich weiterhin, den Efeu-Bewuchs an der Friedhofsmauer im Auge zu behalten und einzudämmen. Es solle vom Bauhof darauf geachtet werden, dass Efeu bereits im Ansatz entfernt wird und ein Streifen von etwa drei Metern Breite rund um die Friedhofsmauer freigehalten wird. Eventuell könnte der Efeu auch im Rahmen einer Aktion zum landesweiten Freiwilligentag am 15. September entfernt werden, lautete ein Vorschlag.

Zwischen dem 4. und 5. August wurde die Wasserpumpe an der Friedhofskapelle gestohlen, informierte Scheuermann. Die im Bauhof vorsorglich gelagerte Ersatzpumpe wurde bereits am Tag nach der Entdeckung montiert. Da sie nicht die gleiche Leistung wie die alte Pumpe hat, soll sie durch eine etwas stärkere Pumpe ersetzt und wieder als Reserve vorgehalten werden. Bürgermeister Christian Kehrer informierte darüber, dass Strafanzeige gestellt wurde, „auch wenn wenig Aussicht besteht, die Täter zu ermitteln“. Die Mitglieder waren sich außerdem darüber einig, dass weitere Bänke vor der Kapelle aufgestellt werden sollen.

Scheuermann informierte über das neue Gräberfeld für Urnenbestattungen. Die Planung sei erst teilweise umgesetzt. Um den Gingkobaum herum werden in drei konzentrischen Kreisen auf der Rasenfläche Urnengräber angeordnet. Die Namensschilder aus Bronze werden auf den Sandstein-Stelen angebracht. Zur Abgrenzung der Grabfläche ist beabsichtigt, einen gekiesten Weg vom und zum Hauptweg anzulegen. Zudem sollen Ruhebänke aufgestellt werden.

Die Sicherstellung der Bewässerung des Gingkobaums und weiterer Bäume im Stadtteil hat sich durch die Änderung der Wetterlage etwas entschärft. Von der Feuerwehr wurde der Baum während der Trockenheit zumindest einmal gewässert. Er mache einen gesunden Eindruck mit Ausnahme eines vertrockneten Astes, der entfernt werden soll.

Zwei ungepflegte Grabstellen wurden vom Ortsbeirat in Augenschein genommen. Hier solle die Stadt tätig werden und ihre Möglichkeiten bis zur Androhung oder Durchführung der Räumung wahrnehmen, wünschten die Mandatsträger. Ebenso sollte bei der Erbach-Fürstenauischen Verwaltung darauf hingearbeitet werden, dass die Außenanlage der Familiengruft wieder etwas besser gepflegt wird, hieß es. Scheuermann informierte daneben, dass die Familie Ponto das Nutzungsrecht für die Grabstelle Jürgen Ponto für weitere fünf Jahre erworben hat (2018 bis 2022).