Der Wald hängt am Fördertropf

Borkenkäferbefall, Sturmtiefs, sich ändernde klimatische Bedingungen: Der Wald ist das Sorgenkind in Oberzent. Um besser auf die Situation reagieren zu können, brachte die CDU den Antrag in den Haupt- und Finanzausschuss ein, dass – eventuell in Kooperation mit dem Forstzweckverband Hessischer Odenwald – geprüft werden soll, ob die Stadt am Förderprogramm „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) teilnehmen kann. Durch die Vorarbeit der Verwaltung wurde er später wieder zurückgezogen, da schon am Laufen.

Innerhalb Deutschlands fördern der Bund und die Länder mit der GAK-Gemeinschaftsaufgabe gemeinsam die ländlichen Räume, die Landwirtschaft und den Schutz der Küsten, erläuterte Fraktionssprecher Oliver von Falkenburg. Der Bund trägt dabei mindestens die Hälfte der Ausgaben.

Seinen Worten zufolge soll damit sichergestellt werden, dass die Land- und Forstwirtschaft leistungsfähig und auf künftige Anforderungen ausgerichtet sowie in der Europäischen Gemeinschaft wettbewerbsfähig ist. Auch sollen die ländlichen Gebiete nachhaltig leistungsfähig bleiben, wobei eine umwelt- und ressourcenschonende Land- und Forstwirtschaft integraler Bestandteil ist.

Mit der Förderung soll laut von Falkenburg dazu beigetragen werden, die Nutz-, Schutz-, Klimaschutz- und Erholungsfunktion der Wälder zu sichern sowie die Produktions-, Arbeits- und Absatzbedingungen in der Forstwirtschaft zu verbessern. Mit den Bundesmitteln können verschiedene Maßnahmen im und um den Wald gefördert werden.

Dazu zählen: naturnahe Waldbewirtschaftung, forstwirtschaftliche Infrastruktur und Zusammenschlüsse, Erstaufforstung, Vertragsnaturschutz sowie Förderung von Maßnahmen zur Bewältigung der durch Extremwetterereignisse verursachten Folgen im Wald. Diese Fördermaßnahmen könnten „zur Entschärfung der aktuellen Situation im Oberzent-Wald beitragen“, betonte der CDU-Sprecher.

Bis 2017 erbrachte der Wald im Schnitt zusammen 700.000 Euro Einnahmen für die vier ehemaligen Kommunen Rothenberg, Beerfelden, Sensbachtal und Hesseneck. Das Geld war eine sichere Bank in den Haushaltsplänen. Die Einnahmen gingen in den vergangenen Jahren mit Beginn der Oberzent-Fusion allerdings drastisch zurück. Für 2020 war ursprünglich im Waldwirtschaftsplan noch ein Plus von 117 Euro angesetzt. Jedoch wird es am Ende des Jahres voraussichtlich ein (größeres) Defizit geben. Denn aktuell kostet die Verarbeitung mehr als der zu erwartende Erlös.

Bürgermeister Christian Kehrer erläuterte, dass im Rahmen des Beförsterungsvertrags das Forstamt Beerfelden die Organisation und Antragsstellung für alle forstrelevanten Förderungen übernimmt. Der Großteil der Anträge beschäftigt sich mit der Aufarbeitung von Schadholz und Flächenräumung, ergänzte er. Hier sind bereits auch schon Gelder in ansehnlicher Höhe geflossen. Gefördert werden außerdem die Erstaufforstung und eine naturnahe Waldbewirtschaftung.

Vereinsförderung soll schneller kommen

Die Neuordnung der Vereinsförderrichtlinien ist ein heißes Eisen. Sie stand auf der Agenda quasi aller Oberzent-Fraktionen im Vorfeld der Kommunalwahlen 2018. Getan hat sich bisher: nichts. Was Frank Leutz (FDP) auf der vergangenen Sitzung des Sozial- und Kulturausschusses dazu bewegte, mit der Verwaltung hart ins Gericht zu gehen. Allerdings hängt es auch an zwei Dritteln der Oberzent-Vereine, dass es nicht wirklich vorangeht, machte er deutlich.

SPD, CDU und FDP taten sich vor längerer Zeit zusammen und erarbeiteten einen Vorschlag, wie die Vereinsförderung geregelt werden könnte, erläuterte Leutz. Die Verwaltung wollte per Fragebogen Details erfahren: etwa wie viele Mitglieder hat ein Verein, wie viele Jugendliche sind aktiv, gibt es eigene Liegenschaften und Ähnliches. Denn es soll möglichst gerecht zugehen.

Das Problem: Nur 42 der 138 angeschriebenen schickten die Unterlagen zurück. Für Leutz ist die Sache deshalb klar. „Bei Nichtausfüllen entfällt der Anspruch“, so sein Vorschlag fürs aktuelle Jahr. Denn eine Neuregelung muss unbedingt her, betonte er. Gab es in einer der vier bisherigen Kommunen eine Vereinsförderung, dann besteht die erst einmal fort.

Was dazu führt, dass manche noch was bekommen, andere aber leer ausgehen. „Dieser Zustand ist nicht haltbar“, kritisierte Leutz. Seit zwei Jahren könnte man schon so weit sein, eine neue Vereinsförderrichtlinie zu haben, führte er aus. Seine Meinung: Wer in diesem Jahr leer ausgeht, macht sich vielleicht in 2021 die Arbeit, den Fragebogen auszufüllen.

Horst Kowarsch (Grüne) hieb in dieselbe Kerbe. Schon vor der Fusion „haben die ehemaligen Bürgermeister nichts gemacht, obwohl es den Auftrag gab“, lautete sein Vorwurf. Der Grünen-Mandatsträger schlug vor, der Verwaltung ein Datum vorzugeben, bis zu dem die Vereinsförderrichtlinien verabschiedet sein müssen. Die Förderung von Kinder und Jugendlichen sah er unter dem Aspekt der Daseinsvorsorge.

Deshalb ließ Kowarsch wie Leutz auch das Argument der Aufsichtsbehörde nicht gelten, dass die Jugendförderung als freiwillige Ausgabe zu betrachten ist, die man bei knappen Haushaltsmitteln nicht auszahlen sollte. „Wir müssen zu Potte kommen“, so der Tenor aus der Runde. Lösung könnte analog des Ortsbeiratsbudgets ein Sockelbetrag pro Verein plus eine bestimmte Summe pro Jugendlichem sein.

Dominik Foshag (ÜWO) äußerte den Wunsch, dass die Verwaltung zu dem SPD/CDU/FDP-Vorschlag Stellung nehmen soll. Von Fraktionskollege Claus Weyrauch kam die Anregung eines „Neustarts“, anstatt aufwändig eine Aufstellung des Bestehenden zu machen. Nach einem Jahr könne man nachjustieren, wenn es zu Verzerrungen kommen sollte.

Dem Vorschlag von Frank Leutz konnte der Ausschuss folgen: Die Oberzent-Vereine sollen noch einmal und zum letzten Mal angeschrieben werden. Rückmeldefrist ist der 30. September. Von wem dann wieder nichts kommt, der ist in diesem Jahr außen vor. Das Gremium will auf dieser Basis in der kommenden Sitzung wieder beraten.

Sebastian Siefert stellte im Anschluss einen Vorzeigeverein in Oberzent vor: den ersten Jugendförderverein im Odenwaldkreis. In ihm bündeln sieben, bald acht Fußballvereine ihre Arbeit im Jugendbereich. Der JFV hat sich zum Ziel gesetzt, den Kindern und Jugendlichen langfristig eine Perspektive für den Fußballsport zu bieten. Alle Altersklassen sollen mit Mannschaften am Spielbetrieb teilnehmen. Derzeit eifern etwa 130 Kinder und Jugendliche in Oberzent dem runden Leder nach, angeleitet von 20 Trainern und Betreuern. Ein Schnuppertag war vor kurzem mit 30 jungen Teilnehmern ein großer Erfolg, freute er sich.

in den vergangenen Jahrzehnten wurde es für die Vereine immer schwieriger, eigene Jugendmannschaften zu stellen. Die Folge war die Gründung von immer mehr Spielgemeinschaften, so vor zehn Jahren auch die JSG Oberzent, „um den Jugendfußball zu stabilisieren“. Aber auch dieses Modell erwies sich über die Jahre hinweg als problemanfällig.

 

„Kein Netz“ gehört zum täglichen Brot

Leidgeprüfte Odenwälder wissen genau, wo in welchem Tal plötzlich das Handy-Gespräch abbricht oder wo es auf Teufel kommt raus kein mobiles Internet gibt. Nach wie vor hat die Telekom auf dem Land das beste Netz. Vodafone und o2-Telefonica folgen auf schlechten zweiten Plätzen. Da die Stadt auf den Netzausbau nicht einwirken kann, nutzt sie ihre eigenen Möglichkeiten und installiert derzeit an neuralgisch unterversorgten Punkten Wifi-Hotspots.

Henning Gajek aus Rothenberg kennt die Internet-Löcher auf Oberzent-Gemarkung punktgenau. Er schreibt für das Internet-Fachmagazin teltarif.de. Die Telekom versorgt seinen Worten zufolge Rothenberg, Kortelshütte und Hainbrunn mit LTE. 3G, also UMTS, wird bald durch 5G auf 2100 MHz ersetzt, teilt er mit. In Beerfelden sollte das schon der Fall sein. Das Problem: Es gibt für 5G bisher kaum passende Endgeräte zu kaufen. Die dürften erst Richtung Weihnachten auf den Markt kommen.

Vodafone plant, (irgendwann) Rothenberg und Kortelshütte mit LTE zu versorgen, weiß Gajek. „Aber in den nächsten drei Monaten nicht“, so sein Kenntnisstand. Auch o2 will in diesem Gebiet LTE einführen. Dazu muss aber der Sender in Brombach umgebaut werden – und das ist etwas kompliziert. In Gammelsbach gibt es seit kurzem o2-LTE, wo vorher mit Edge das mobile Internet nur ganz rudimentär vertreten war.

In Finkenbach „ist die Versorgung des Schwimmbad-Geländes kritisch“, erläutert Gajek. Die Telekom schlägt sich hier am besten, Vodafone kommt auf dem letzten Platz – aber o2 „ist auch nicht gut“. Zum Glück gibt es in diesem Bereich einen Wifi-Hotspot. Falken-Gesäß und Airlenbach sieht nur den magentafarbenen Riesen am Start. Als „nicht begeisternd“ bezeichnet der Fachmann die Lage im Sensbachtal. „Unter-Sensbach und Hebstahl teilweise weiter nix“, lautet sein Fazit.

Für die Rothenberger hat er eine gute Nachricht. Die betrifft allerdings „nur“ das Festnetz-Internet der Telekom. Interessierte können inzwischen zu Magenta-Regio wechseln, wobei Download-Geschwindigkeiten ab 50 Mbit aufwärts (vorher 16) buchbar sind. Weitere Infos unter www.telekom.de/zuhause/tarife-und-optionen/internet/magenta-zuhause-regio. Die Kunden werden Gajek zufolge von der Telekom an das Versorgungsnetz der Entega angeschlossen, bleiben aber deren Kunden.

Der Vorteil laut dem Experten: Der Telekom Magenta Eins-Rabatt (Flatrate vom Heim-Anschluss zu allen Handynetzen) bleibt nutzbar. Es muss kein Anschluss gekündigt und zu Entega „portiert“ werden. „Das regelt die Telekom alles hinter den Kulissen.“ Nachteil: Es gibt keinen Strom-/Telefon-Kombi-Tarif wie bei de Entega.

Selbst mit dem reinen Mobilfunkempfang hapert es an etlichen Stellen des Stadtgebiets. „Im Finkenbachtal gehen alle drei Netze hoch bis Finkenbach“, erklärt Gajek. Dahinter wird’s aber duster. Sowohl weiter nach Falken-Gesäß und Airlenbach als auch den Berg hoch nach Beerfelden regiert allein die Telekom.

Finkenbach und Teile von Hinterbach könnten jedoch Gajek zufolge „recht einfach versorgt werden“. Nämlich dann, wenn der Sender für den Digital-Funk der Hilfsorganisationen am Taleingang Hinterbach mit Handy-Mobilfunk ausgerüstet würde. Im Sensbachtal ist die Situation „ziemlich mau“. Der Telekom-Empfang geht einigermaßen, aber mit o2 kommt man gerade im unteren Bereich nicht weit. Ein oder zwei eigene Sendemasten fürs Tal wären eine gute Lösung, schlägt er vor.

Noch weiter talwärts am Ortsausgang Hebstahl und im badischen Gaimühle „sind alle Netze tot“. Auf der anderen Seite in Olfen ergibt sich ein ähnliches Bild. Kein Netz und manchmal sogar kein Notruf zeigt das Handy je nach Anbieter an. Nach dem Motto: „Schlimmer geht immer“.

Das dortige Dorfgemeinschaftshaus war deshalb auch das erste mit einem frei zugänglichen WLan-Hotspot. Sechs dieser geförderten Projekte sind bereits fertig, so etwa auch in Falken-Gesäß und Hebstahl. Andere wie bei den Feuerwehren Hetzbach und Gammelsbach sind in Umsetzung. Bikepark und Bahnhof Hetzbach lauten die Anregungen für weitere Punkte.

 

Langfristig eine Perspektive für Fußball bieten

„Wir wollen den Kindern und Jugendlichen langfristig eine Perspektive für den Fußball bieten“, hat sich der Jugendförderverein (JFV) Oberzent auf die Fahnen geschrieben. Aus der Taufe gehoben wurde er bereits während des letztjährigen Pferdemarkts, die Vereinsgründung erfolgte erst 2020 – wie es auch im Namen zum Ausdruck kommt. Ab der neuen Saison wird der JFV erstmals am Spielbetrieb teilnehmen.

Die erfolgreiche Kooperation der Oberzent-Vereine in den vergangenen Jahren durch Jugendspielgemeinschaften oder Erteilung von Zweitspielrechten wird mit dem neuen Verein bestätigt und gefestigt, betont der Vorsitzende Sebastian Siefert. Schwerpunkt des JFV ist der Jugendfußball. „Damit die Jugendarbeit im Spannungsfeld zwischen sportlichem Anspruchsdenken und sozialer Integrationsaufgabe fortgeführt werden kann, haben wir ein Jugendfußballkonzept erarbeitet“, erläutert Siefert.

Dieses hat Richtlinienkompetenz und stellt den roten Faden für die Akteure im Bereich des Jugendfußballs von den G-Junioren bis A-Junioren dar. Gleichzeitig bildet es den organisatorischen und sportlichen Rahmen für die Vereinsarbeit, ergänzt der Vorsitzende. „Sport ist ein wesentlicher Teil der Kultur.“ Er trägt für Siefert zur Lebensqualität und Lebensfreude bei. Das Konzept „stellt den Konsens zwischen Anspruch und Realität dar“, betont er.

Die Verantwortlichen verstehen es als den ersten Schritt einer Jugendarbeit, die sowohl dem Leistungs- als auch dem Breitensport gerecht wird. Es gilt als oberstes Ziel, die Kinder – auf ihre Altersklassen abgestimmt – gleichermaßen zu fördern und eine Gemeinschaft auf dem Fußballplatz zu schaffen. Das Konzept wird seinen Worten zufolge einer fortwährenden Überprüfung und Weiterentwicklung unterworfen. Berücksichtigt werden gesellschaftliche und vereinsinterne Entwicklungen, die zu Anpassungen führen können.

„Wir wollen dem Anspruch im Kinderfußball gerecht werden“, hebt er hervor. Kinder wollen spielen, Freude haben und sich wohlfühlen, weiß Siefert. Sie wollen auch trainieren, Leistung bringen und Erfolge feiern – „trotzdem muss Ergebnisorientierung hintenanstehen“, betont er. Leistung ist wichtig, seinen Worten nach aber nicht mit Erfolg gleichzusetzen und muss definiert werden. Es wird in Kleingruppen mit entsprechenden Schwerpunkten und Reizen trainiert, kündigt Siefert an.

Der JFV hat sich zum Ziel gesetzt, den Kindern und Jugendlichen langfristig eine Perspektive für den Fußballsport zu bieten. Alle Altersklassen sollen mit Mannschaften am Spielbetrieb teilnehmen. Daneben will man auch die individuelle Ausbildung forcieren. Die Trainer sollen altersgerechte Trainingsziele verfolgen und -methoden anwenden. Ziel ist es, so Siefert, „eine konzeptionell ausgerichtete sportliche Leistungsentwicklung im Juniorenbereich zu erreichen“.

Zusammengeschlossen haben sich im JFV die Fußballvereine TV Hetzbach, SV Beerfelden, TSV Sensbachtal, SV Gammelsbach, FC Finkenbach, Türkspor Beerfelden und SG Rothenberg. Die „Grundsteinlegung“ erfolgte bereits vor zwei Jahren, als Steffen Ulrich, Marcel Daub, Hartmut Beisel und Sebastian Siefert das Projekt für einen Jugendförderverein in der Oberzent zu realisieren begannen. „Das ist bis heute im Odenwaldkreis einmalig“, hebt der Vorsitzende hervor.

Vorstand JFV Oberzent: Vorsitzender Sebastian Siefert, zweiter Vorsitzender Helmut Beisel, Kassenwartin Dominique Deutsch, Jugendkoordinatoren Marcel Daub, Yannik Hartmann (G/F/E), Kerstin Schwinn (D/C/B/A), Presse/Homepage Patrick Grohmann, Passwesen/Vereinswechsel Birgit Johe, Organisation/Veranstaltungen Myriam Siefert, Heike Gebhardt.

Weitere Infos unter E-Mail jfv-oberzent@gmx.de oder beim Vorsitzenden Sebastian Siefert, Telefon 0151/16586204. Ab August steht die Homepage www.jfv-oberzent.de. Am 15. August findet in Beerfelden (Sportplatz Stried) ein Schnuppertag für alle Nachwuchskicker des Jahrgangs 2013, 2014 und 2015 statt.

 

 

 

Demnächst soll die Glocke werden

Den Turmbau zu Hebstahl muss die Dorfgemeinschaft wohl selbst in die Hand nehmen. Eine Förderung für die Errichtung eines Glockenturms am Hebstahler Friedhof über das Regionalbudget der Leader-Aktionsgruppe bei der Interessengemeinschaft Odenwald wurde – wie auch für ein ähnliches Projekt in Kailbach – abschlägig beschieden. Ortsvorsteher Tobias Kuhlmann sprach das Thema auf der Sitzung des Sensbachtaler Gremiums in Unter-Sensbach an.

Seitens der Kirche gibt es laut Kuhlmann die Zusicherung, die Kosten für Glocke und Läutwerk zu übernehmen. Um die Gelder für den Turm aufzubringen, ist nun an eine Haussammlung in Hebstahl gedacht. Denn der Ortsvorsteher weiß, dass man im Dorf Wert auf eine Friedhofsglocke legt. Gleichzeitig wird eine unkonventionelle Idee verfolgt, die auch in Kailbach zum Tragen kommen könnte.

Die Stadt Oberzent ist bekanntlich eine waldreiche Gemeinde. Im Sensbachtal hat man sich nun überlegt, ob sie daraus nicht ein paar Bäume abzwacken könnte, die dann zum Bau des Glockenturms verwendet werden. Denn aktuell gibt es massenweise Käferholz in den heimischen Wäldern, das sowieso so gut wie unverkäuflich ist – warum also nicht zuhause verwenden? Sägen lassen will man die Bretter dann vom heimischen Holzwerk. „Das ist doch eine gute Idee“, schmunzelt Kuhlmann.

In Günterfürst gibt es ein ähnliches Projekt der Dorfgemeinschaft. Vom Erbacher Stadtteil will man sich Infos ins Sensbachtal kommen lassen, „um zu schauen, ob wir in diese Richtung aktiv werden können“. Und mit den Kailbachern will man sich ebenfalls kurzschließen. „Wir müssen ja nicht das Rad neu erfinden“, baut Kuhlmann auf den Ideenaustausch.

Wanderer sollen den richtigen Weg finden

Genugtuung im Sensbachtal: Mit der Sporthallensanierung geht es voran. Der Bau-und Umweltausschuss empfahl jetzt die Sanierung. Die Stadt soll davon maximal 475.000 Euro tragen, den Rest hofft man über Fördermittel zu stemmen. Das Projekt nahm in den vergangenen Jahren immer größere Dimensionen an – was auch eine stetige Verteuerung bedeutete.

In der 1968 erbauten Halle herrscht einiger Sanierungsstau. Bereits 2017 stand eine Förderung von 145.000 Euro aus dem kommunalen Investitionsprogramm KIP an. Hier ging es um die energetische Sanierung. Ende 2017 entschied die Gemeindevertretung dann, die Halle komplett in die Hand zu nehmen und in allen Belangen auf einen zeitgemäßen Stand zu bringen. Kosten (damals) 577.000 Euro.

Ein Thema auf der Ortsbeiratssitzung war auch das zunehmende Wandereraufkommen. Da der Urlaub im eigenen Land derzeit hoch im Kurs steht, stellte man in ganz Oberzent mehr Freunde der Bewegung auf den eigenen beiden Beinen fest. Viele davon, so Ortsvorsteher Tobias Kuhlmann, wählten extra das Tal der Liebe, weil dort ein neuer Premium-Wanderweg angepriesen wurde.

Das Problem: An der Sporthalle in Unter-Sensbach hängen noch die alten Wegweiser. „Die Leute wussten nicht wohin“, so Kuhlmann. Bei den bisherigen stationären Wanderkarten behalf man sich dahingehend, dass ein neues DIN A4-Blatt aufgeklebt wurde. Der Ortsvorsteher betont aber: „Wir wollen auf den aktuellen Stand mit den Wegweisern kommen.“

Wanderer wollen auch mal rasten. Über den Verein Sensbachtal aktiv werden die vielen Ruhebänke auf der Gemarkung in Schuss gehalten. Ehrenamtliche sorgen für frische Farbe und Ausbesserung. Um einen Überblick zu gewinnen, wird eine Aufstellung aller Sitzgelegenheiten angestrebt. Wie Kuhlmann berichtet, ist bei der Stadt sowieso eine Datenbank der Oberzent-Bänke geplant, um Reparaturen koordinieren zu können.

Um die städtischen Finanzen ist es derzeit bekanntermaßen nicht zum Besten bestellt. Deshalb sind auch die Ortsbeiräte aufgerufen, mit ihrem Budget sparsam umzugehen. In Sensbachtal kommt man diesem Wunsch nach. „Wir werden nur die bisherigen Dinge weiterführen“, erläutert der Ortsvorsteher. Dazu zählt etwa der Gemarkungsrundgang in Unter-Sensbach, wenn Corona das zulässt.

Im Tal der Liebe gibt’s nun regen Internetverkehr. Mitte Mai wurden zwei kostenlose Wifi-Hotspots in  Betrieb genommen. Am Dorfgemeinschaftshaus Hebstahl wurde ein Indoor-Zugangspunkt installiert. Der an der Sporthalle Unter-Sensbach deckt den Außenbereich auch im Rathausbereich ab.

Haftungsfragen machen es nötig, dass der Feuerwehrteich in Ober-Sensbach eingezäunt wird. Das passiert auch mit den anderen Löschgewässern in Oberzent, so die Auskunft von Bürgermeister Christian Kehrer. Denn es gab mal – auswärts – einen Fall, dass jemand an einem solchen Teich verunglückte.

 

Stadt muss bei Finanzierung einen Zahn zulegen

In die Sporthallen-Sanierung Unter-Sensbach kommt Bewegung rein. Längere Zeit dümpelte das bereits von der früheren Gemeinde Sensbachtal angestoßene Projekte nach der Oberzent-Fusion vor sich hin, sodass es im Tal der Liebe bereits grummelte. Jetzt stellte Bürgermeister Christian Kehrer im Bau- und Umweltausschuss den aktuellen, wieder teurer gewordenen Stand der Planung vor. Gleichzeitig bat er um Aufhebung des Sperrvermerks, was das Gremium der demnächst tagenden Stadtverordneten-Versammlung einstimmig empfahl.

Kehrer warb um Verständnis dafür, dass etwas Zeit ins Land ging. Denn das Bauamt sei ziemlich dünn besetzt. Zudem gab es einige ältere Maßnahmen, die zuerst abgearbeitet wurden. Wie es aber so ist, wenn man nicht gleich anfängt: Die Baukosten gehen durch die Decke. Dazu kam, erläuterte der Bürgermeister, dass auf die ursprünglichen Planungen immer noch eine Schippe draufgelegt wurde.

In der 1968 erbauten Halle herrscht einiger Sanierungsstau. Bereits 2017 stand eine Förderung in Höhe von 145.000 Euro aus dem kommunalen Investitionsprogramm KIP an. Hier ging es um die energetische Sanierung durch Austausch der Glasbausteine, Erneuerung der Sanitäranlagen und Einbau von wassersparenden Armaturen.

Ende 2017 entschied die Gemeindevertretung Sensbachtal dann, die Halle komplett in die Hand zu nehmen und in allen Belangen auf einen zeitgemäßen Stand zu bringen. Denn auch Heizungs- und Elektroanlage sind sanierungsbedürftig. Isolierung von Giebel- und Außenwänden sowie des Hallenbodens lauteten weitere Punkte, die den Gesamtbetrag auf (damals) 577.000 Euro anwachsen ließen. Ein Neubau wäre noch viel teurer, hieß es.

Parallel dazu tat sich die Möglichkeit einer Förderung über das „Hessenkasse“-Programm mit knapp 250.000 Euro auf. Sportland Hessen steuert weitere 50.000 Euro zu. Allerdings wollten die Ausgaben da auch nicht zurückstehen. Die Kosten wuchsen – sowohl durch steigende Baupreise als auch durch weitere Wünsche – auf inzwischen knapp 940.000 Euro an.

Kehrer betonte die sehr wichtige Funktion der Sporthalle als „zentraler Treffpunkt im Sensbachtal“. Sie wird von vielen Vereinen und Gruppen sowie von der Schule genutzt. „Es gibt eine sehr gute Belegung“, sagte er, weswegen die Sanierung Priorität hat. Kristina Tiefenbacher vom Bauamt stellte im Anschluss die von ihr über- und bearbeiteten Pläne vor.

Der Fensteraustausch soll bereits im August vor sich gehen, erläuterte sie einen Vorgriff auf die weiteren, umfassenden Arbeiten. Dann soll erst einmal Pause bis nach Fasching. Auf jeden Fall, betonten sie und Kehrer, muss der Sperrvermerk runter, damit die Verwaltung nun in die Vollen gehen kann. Denn die KIP-Mittel stehen nur noch kommendes Jahr zur Verfügung.

Von den Mandatsträgern wurde der Fortschritt positiv aufgenommen. Es mischten sich aber auch kritische Stimmen darunter, dass erst jetzt die Infos kommen, wo der Ortsbeirat und teilweise Vereinsvertreter früher Bescheid wussten. „Der Sperrvermerk trug dazu bei, dass wir endlich was in der Hand haben“, meinte Thomas Ihrig (SPD). Hinterfragt wurden nicht nur von ihm zusätzliche Maßnahmen wie das Isolierpaket und Mitte 2019 aufgekommene und -genommene Wünsche aus dem Ort.

Thomas Mergenthaler (ÜWO) sprach sich dafür aus, auch die Isolierung der Halle anzugehen. Tiefenbacher wies darauf hin, dass dies im Vorfeld abgeklärt werden muss, weil es auch Einfluss auf die Dimensionierung der Heizanlage hat. Wenn auch „das Projekt stark von der ursprünglichen Planung abweicht“, sprach sich Walter Gerbig (CDU) ebenso wie Ausschuss-Vorsitzende Katharina Riesinger (ÜWO) und Thomas Väth (Grüne) für Nägel mit Köpfen aus.

Die sehen jetzt so aus, dass die Bausumme auf 950.000 Euro gedeckelt werden soll, wovon die Stadt maximal 475.000 Euro übernimmt. Diese Gelder muss sie noch zum Großteil in den kommenden Haushalt einstellen. Gleichzeitig soll die Verwaltung schauen, ob noch irgendwo Fördermittel zu akquirieren sind oder sich von anderen Maßnahmen umschichten lassen.

Vor der Sommerpause soll eine Entscheidung her

Die Kinderbetreuung steht in Oberzent ganz oben auf der Agenda. Erst befasste sich der Sozialausschuss mit dem Thema, jetzt auf SPD-Antrag auch die Stadtverordneten-Versammlung bei ihrer Sitzung in Rothenberg. Und demnächst wird es noch einmal der Ausschuss sein, bevor dann final die Stavo noch im Juli entscheidet. Denn die Zeit brennt allen auf den Nägeln. Nachdem lange (umsonst) auf Fördermittel gewartet worden war, muss die Stadt nun selbst agieren, denn sonst stehen zu viele Kinder „auf der Straße“ und nicht im Garten.

SPD-Fraktionsvorsitzender Thomas Ihrig referierte den „Vor-Corona-Antrag“. Dessen sechs Punkte wurden zwischenzeitlich durch die Verwaltung bereits angegangen. Von anderen Fraktionen kamen zustimmende Signale zu dieser Positionierung. Der Bedarf an Kindergartenplätzen wird konstant sein, sagte Ihrig. Es handelt sich nicht um eine Eintagsfliege.

„Wir dürfen den Zug nicht verpassen“, betonte er. Sonst fehlen demnächst so viele Plätze, dass die Stadt nicht mehr zeitnah reagieren kann. Deshalb ist seinen Worten zufolge die Frage nach Zwischenlösungen wichtig. „Es hilft den Eltern nicht“, hob er hervor, auf die Fördermittel bei großen Vorhaben wie dem Neubau in Rothenberg oder der Erweiterung in Beerfelden zu warten. Bei letzterem Punkt hatte sich der Sozialausschuss bereits für Containerlösungen ausgesprochen.

Ihrig sprach ebenfalls die sehr unterschiedlichen Schließtage der einzelnen Einrichtungen an. Zu Jahresbeginn waren es zwölf Tage, inzwischen sind immer noch acht. Er wünschte sich mehr Einheitlichkeit in Oberzent. Denn letztendlich könnten diese unterschiedlichen Leistungen für Eltern auch ein Grund sein, verschiedene Gebühren zahlen zu wollen. Der SPD-Mann freute sich, „dass der Ausschuss bereits vorgearbeitet hat“.

45 Kinder stehen derzeit allein in Beerfelden ab dem kommenden Kindergartenjahr 2020/21 auf der Warteliste – und es werden nicht weniger. Im „Abenteuerland“ existiert derzeit eine sechste Gruppe, die nur übergangsweise eingerichtet wurde. Sie wird von 17 Kindern besucht, die in einen kommenden Erweiterungsbau aufgenommen werden müssten.

Neun Kinder haben zwar einen Platz in einer der städtischen Kitas in den Stadtteilen, aber die Eltern würden sie aus fahrtechnischen Gründen gern in Beerfelden unterbringen. Auch in Kailbach gibt es zu wenige Plätze, Unter-Sensbach ist durch die zweite Gruppe gut beieinander, in Rothenberg ist vor allem der bauliche Zustand ein Thema.

Von der SPD wurde angeregt, die Einrichtung von Kindergärten in Gammelsbach und Hetzbach zu prüfen, um kürzere Wege zu schaffen. Laut Verwaltung macht dies aber keinen Sinn, da in kleinen Einrichtungen der Personalbedarf höher ist als in größeren. Deshalb sollte so schnell wie möglich eine Erweiterung in Beerfelden her. Über einen Waldkindergarten soll nach dem Wunsch des Sozialausschusses ebenfalls im Juli noch einmal final beraten werden.

Bürgermeister Christian Kehrer verdeutlichte, dass kleinere Kommunen bei der Fördermittelvergabe oftmals ganz hinten stehen. Denn während größere Gemeinden fertige Um- oder Neubaupläne in der Schublade haben oder sie zeitnah erstellen können, hat Oberzent diese Möglichkeiten nicht. Die Folge: Wird eine Förderung nach Windhundprinzip vergeben, geht man leer aus.

Als der Bund vergangenes Jahr 86 Millionen Euro für Kindergartenzwecke bereitstellte, „waren wir noch nicht so weit“, erläuterte er. Die Planungen dauerten noch. Auch von der Aufstockung des Landes profitierte man nicht. Denn: Der wirkliche Bedarf lag bei einer Milliarde Euro. Der Odenwaldkreis, erläuterte Kehrer, habe lediglich die Zusage für eine Million Euro. Die aufgeteilt werden muss.

Hors Kowarsch (Grüne) signalisierte wie seine Kollegen auch seine Unterstützung. Er betonte die Dringlichkeit und wünschte sich einen Beschluss – ob Container oder Neubau –  vor der Sommerpause. Ebenfalls sprach er sich für einen Waldkindergarten aus. Nun ist der Sozialausschuss am Zug.

 

Den Förder-Überblick behalten

Kommunales Investitionsprogramm KIP, Hessenkasse und integriertes kommunales Entwicklungskonzeptes (IKEK): Überall gibt’s Fördergelder für die Kommunen, die aber oftmals an eine Eigenbeteiligung geknüpft sind. Dazu noch andere Zuschusstöpfe, die oftmals nach Windhundprinzip vergeben werden: Oberzent-Bürgermeister Christian Kehrer präsentierte dem Haupt- und Finanzausschuss einen aktuellen Stand. Daneben ging es auch um die geplante Fördermittelstelle beim Landratsamt.

Am weitesten abgearbeitet ist das kommunale Investitionsprogramm. Hiervon steht eigentlich nur noch die Sporthalle in Unter-Sensbach aus, ein Projekt, das von der Bevölkerung sehnlichst erwartet wird. 145.000 Euro weist dieser Posten in zwei Chargen aus. Das „Problem“: Die Stadt muss sich mit über 50.000 Euro auch beteiligen. Geld, das derzeit angesichts der schlechten Haushaltszahlen schwer aufzutreiben ist. Aber die Beratungen über eine mögliche Realisierung laufen.

Die energetische Sanierung der Rothenberger Sporthalle oder des Rathauses Beerfelden, der Austausch der Ölheizungen im Dorfgemeinschaftshaus Olfen oder im Kailbacher Sporthaus sind bereits verwirklichte Projekte. Mittelüberschreitungen bei der einen oder anderen Maßnahme ließen sich durch Einsparungen bei anderen kompensieren. Die Sanierung des Friedhofsweg 19 in Beerfelden wurde erst einmal zurückgestellt.

Die Hessenkasse-Maßnahmen sind erst zu etwa einem Drittel durch. Zwar muss die Stadt immer nur zehn Prozent der Kosten selbst tragen, aber die schiere Masse des Investitionsvolumens von 2,6 Millionen Euro macht daraus doch einen großen Batzen. Die Sanierung der Straße und des Parkplatzes am Sportplatz Airlenbach waren ein größerer Posten. Oder aber das Sporthaus in Hetzbach.

Auf der To-do-Liste steht eine weitere, größere Summe bei der Sanierung der Sensbacher Sporthalle, die über die KIP-Mittel hinausgeht. Der Anbau der Fahrzeughalle am Feuerwehrhaus Airlenbach ist mit 175.000 Euro ebenfalls ein großer Brocken. Und die Erneuerung der Asphaltdecke in der Waldstraße Kortelshütte mit 143.000 Euro ist weiterhin nicht zu verachten.

Beim Thema IKEK gab es unterschiedliche Wahrnehmungen zwischen Bürgermeister und Mandatsträgern. Wie Kehrer erläuterte, wurden nach der Fusion die beiden Gruppen aus Beerfelden und Sensbachtal/Hesseneck zusammengeführt. Diese hätten sich aber bisher nicht auf eine Priorisierung von Maßnahmen einigen können. Diese ist seinen Worten zufolge aber wichtig, „weil die WI-Bank sonst keine Fördermittel ausschüttet“. Er wies darauf, dass die Förderung nur noch bis 2024 läuft. „Es wäre fatal, wenn wir keine kriegen“, so das Stadtoberhaupt.

Ausschussvorsitzender Marcel Gerling (SPD) brach eine Lanze für die Ehrenamtlichen. Die Frustration durch die stetige Änderung der Förderkriterien „ist ziemlich hoch“, sagte er. Er wie auch Achim Schäffler (ÜWO) und Thomas Ihrig (SPD) wiesen darauf hin, dass noch Entscheidungskriterien fehlen. „Es gibt gute Ideen“, die aber noch nicht präzisiert wurden, „weil wir noch Details wissen wollen“, gab Ihrig den Ball zurück. Der Magistrat will sich auch selbst Gedanken machen, welches Projekt an erster Stelle stehen könnte, und der Steuerungsgruppe Vorschläge unterbreiten, so Kehrer.

In diesem Zusammenhang wurde die Einrichtung einer Fördermittelberatungsstelle im Odenwaldkreis positiv aufgenommen und der Stadtverordnetenversammlung zur Beschlussfassung empfohlen. Für ihre Einrichtung als Projekt der interkommunalen Zusammenarbeit gibt es einen einmaligen Zuschuss über 100.000 Euro vom Land Hessen.

Hintergrund: Aufgrund der hohen Anzahl und Komplexität von immer neuen Förderprogrammen auf EU-, Bundes- und Landesebene haben Verwaltungen zunehmend Probleme, einen Überblick zu behalten, geschweige denn, Förderanträge inklusive Berichtspflichten und weiterer anhängender Aufgaben personell zu stemmen. Das soll nun zentral erfolgen.

Dringender Handlungsbedarf bei Kita-Plätzen

Oberzent braucht dringend neue Kindergartenplätze. In Beerfelden ist die Not am größten, aber auch Kailbach klagt über Platzmangel. Unter-Sensbach steht durch die Eröffnung einer zweiten Gruppe ganz gut da. In Rothenberg geht es vor um die räumliche Situation. Stoff genug also für den Sozial-, Kultur- und Gesundheitsausschuss, der erstmals in eigener Verantwortung tagte. „Wir nehmen als Mandatsträger das Heft in die Hand, damit Bewegung in die Sache kommt“, kündigte der stellvertretende Vorsitzende Dirk Daniel Zucht (SPD) an.

Das ewige Warten auf Fördermittel, nur um zu erfahren, „dass sie vergeben oder gestrichen sind“, ist seiner Ansicht nach nicht zielführend, betonte er. Denn wenn danach die Planungen für einen Um- oder Neubau erst einmal wieder ad acta gelegt werden, bleibt das Problem der fehlenden Plätze bestehen oder wird sogar noch größer.

„Es ist ein schweres Dilemma“, formulierte Zucht, dass Fördermittel des Landes anscheinend – wie beim Beispiel Kindergartenneubau Rothenberg – im „Windhundprinzip“ vergeben werden. Er sah dies als eine gravierende Benachteiligung des ländlichen Raumes.

„Um zu Potte zu kommen“, ist ein Agieren unabhängig von Fördermittel notwendig, wusste sich Zucht mit seinen Kollegen der verschiedenen Fraktionen einig. „Wir sind in der Pflicht“, wies er auf den Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz hin. 45 Kinder stehen derzeit allein in Beerfelden ab dem kommenden Kindergartenjahr 2020/21 auf der Warteliste – „und es werden nicht weniger“.

Bis zur kommenden Sitzung des Ausschusses am 13. Juli soll das Bauamt nach dem Wunsch des Ausschusses nun unter zeitlichen und finanziellen Kriterien prüfen, wie eine Containerlösung für die Standorte Beerfelden und Kailbach aussehen könnte. Auch für einen möglichen Waldkindergarten soll bis dahin eine Expertise eingeholt werden. Varianten davon gibt es bereits in umliegenden Orten wie Eberbach und Erbach. „Jedes Format ist ein Plus“, so der Ausschuss-Vorsitzende.

Dann könnte die Stadtverordneten-Versammlung in ihrer letzten Sitzung vor der Sommerpause Nägel mit Köpfen machen. Natürlich würden es die Ausschussmitglieder gerne sehen, wenn es bereits zum nächsten Kindergartenjahr eine Lösung gäbe, aber so schnell wird es wohl nicht gehen. Zucht hob hervor, dass ein Anbau in Beerfelden und ein Neubau in Rothenberg „noch nicht vom Tisch sind“. Sollte es neue Fördermittel geben, „stehen wir Gewehr bei Fuß“.

Diese Projekte laufen seinen Angaben nach aber mehrere Jahre. „Wir brauchen jedoch jetzt etwas kurzfristig Umsetzbares“, betonte er. Bei den Containern denkt man an einen Kauf. Denn sie ließen sich, sollten sie für den Kindergarten einmal nicht mehr gebraucht werden, anderweitig umwidmen. Andererseits werden sie jedoch für diesen Zweck einige Zeit im Einsatz sein, sodass eine Anmietung nicht so sinnvoll erscheint.

Dem Ausschuss geht es mit seinen Vorschlägen und Ideen auch um die Außenwirkung: „Wir müssen ein Signal setzen, dass etwas passiert“, ist Zucht wichtig. Denn das Thema schleppt sich schon lange dahin, ohne dass Fortschritte zu erkennen sind. „Es muss Priorität haben“, postulierte er. Die Mandatsträger wollen nicht länger zuwarten. So schnell wie es organisatorisch und finanziell machbar ist, sollen die Container sehen. „Wir haben ein Ziel formuliert und werden es mit Nachdruck weiter verfolgen“, war fraktionsübergreifend der Tenor im Gremium.

Im Vorfeld hatte Verwaltungsmitarbeiter Helmut Ulrich die Zahlen erläutert. In Beerfelden ist die Kita derzeit voll belegt. Es gibt hier eine lange Warteliste. Im „Abenteuerland“ existiert derzeit eine sechste Gruppe, die nur übergangsweise eingerichtet wurde. Sie wird von 17 Kindern besucht, die in einen kommenden Erweiterweiterungsbau aufgenommen werden müssten. Neun Kinder haben zwar einen Platz in einer der städtischen Kita, aber die Eltern würden sie aus fahrtechnischen Gründen gern in Beerfelden unterbringen.

 

Haushalt wird kräftig durcheinander gewirbelt

Die Corona-Pandemie sorgt für kräftige Turbulenzen im Oberzent-Haushalt. Bürgermeister Christian Kehrer und Finanzchefin Franziska Michel stellten die aktuellen Zahlen dem Haupt- und Finanzausschuss auf dessen Sitzung im Bürgerhaus vor. Es ist überwiegend die Gewerbesteuer, die für kräftige rote Zahlen sorgt. Die Parlamentarier wussten sich mit der Verwaltung in der Hoffnung vereint, dass ein staatlicher Schutzschirm bis Jahresende für Besserung sorgen möge.

Kehrer wies zu Beginn darauf hin, dass es sich hauptsächlich um Schätzzahlen handelt. Die Gewerbesteuer liegt seinen Worten nach derzeit um 455.000 Euro niedriger als im Ergebnis 2019. Damals landete man bei 1,863 Millionen. Das war bereits niedriger als der Ansatz, was aber an sich ändernden Zahlen aus dem kommunalen Finanzausgleich lag.

Gerechnet hatte man fürs Jahr 2020 in der Planung ursprünglich mit 1,629 Millionen Euro Einnahmen, was nun obsolet ist. Auch Einkommen- und Umsatzsteuerumlage werden nach unten gehen, prognostizierte der Bürgermeister. Allerdings ist die Höhe noch unklar. Weniger Gewerbesteuereinnahmen bedeuten auch eine geringere Umlage, die noch nicht genau bezifferbar ist. Also ein Fahren auf Sicht.

„Wir fahren im Odenwaldkreis eine einheitliche Linie“, meinte Kehrer zum geplanten Erlass der Kindergartengebühren in den Monaten April bis Juli. Dieser muss jedoch noch final von der Stadtverordneten-Versammlung beschlossen werden. Derzeit, erläuterte er, läuft in den Einrichtungen ein erweiterter Notbetrieb. Der Magistrat beschloss bereits eine Stundung, die von den Gremien in ihrer Juli-Sitzung noch in einen Gebührenerlass umgewandelt werden müsste. Es geht hier um 76.000 Euro.

Bei der Spielapparatesteuer rechnet die Stadt mit Ausfällen von 6000 Euro. 9000 Euro zusätzlich fielen durch die Beschaffung von Masken und Desinfektionsmitteln sowie durch Schutzmaßnahmen an. Auf der anderen Seite gab unfreiwillige Einsparungen durch die Absage von Veranstaltungen wie Pferdemarkt und Seniorennachmittag in Höhe von 56.500 Euro.

Der Wald bleibt weiter das Oberzent-Sorgenkind. Der Borkenkäfer treibt weiter sein Unwesen und sorgt dafür, dass die Holzpreise im Keller sind. „Da wird sich nicht viel tun“, blickte der Bürgermeister sorgenvoll auf die einstige Schatzkammer von Oberzent. Bis 2017 lieferte der Wald im Schnitt zusammen 700.000 Euro Einnahmen an die vier früheren Kommunen Rothenberg, Beerfelden, Sensbachtal und Hesseneck ab.

Seit der Fusion ist es damit vorbei. Erst kaum der Sturm, dann die Hitze, dann der Käfer – oder alles zusammen. Die Einnahmen bewegten sich über 130.000 (2018) und 33.000 Euro (2019) Richtung rote Null in diesem Jahr. Auf dem Papier sind im Waldwirtschaftsplan 2020 noch 117 Euro Plus vermerkt, aber aktuell steht man bei 100.000 Euro Miesen, verdeutlichte der Bürgermeister. „Wir hoffen noch auf null zu kommen“, sagte er.

Die Aufarbeitung des Käferholzes kostet seinen Worten nach so viel, „dass die Einnahmen nicht gedeckt sind“. Die fehlenden 700.000 Euro aus der Holzvermarktung zehren quasi komplett den „Fusionsbonus“ auf, erklärte das Stadtoberhaupt. Also die Summe, die die neue Stadt eigentlich zusätzlich im Haushalt haben wollte, eben weil sich die vier Gemeinden zusammengeschlossen hatten. Nun ist also wie bereits früher Sparen angesagt, bis es knirscht.

Kehrer hatte wenig Hoffnung auf schnellere Finanz-Besserung. Er rechnet damit, dass mindestens fünf bis sechs Jahre lang, wahrscheinlich länger, der Wald als Geldgeber ausfällt. Michel kündigte noch an, dass in der nächsten Zeit ein Darlehen aufgenommen werden muss, um die anfallenden Ausgaben zu bestreiten. Es dürfte zwischen 1,5 und zwei Millionen Euro werden, sagte sie. Für diese Höhe liegt noch eine Ermächtigung aus dem Haushaltsjahr 2019 vor.

 

Dringender Handlungsbedarf bei Kita-Plätzen

Oberzent braucht dringend neue Kindergartenplätze. In Beerfelden ist die Not am größten, aber auch Kailbach klagt über Platzmangel. Unter-Sensbach steht durch die Eröffnung einer zweiten Gruppe ganz gut da. In Rothenberg geht es vor um die räumliche Situation. Stoff genug also für den Sozial-, Kultur- und Gesundheitsausschuss, der erstmals in eigener Verantwortung tagte. „Wir nehmen als Mandatsträger das Heft in die Hand, damit Bewegung in die Sache kommt“, kündigte der stellvertretende Vorsitzende Dirk Daniel Zucht (SPD) an.

Das ewige Warten auf Fördermittel, nur um zu erfahren, „dass sie vergeben oder gestrichen sind“, ist seiner Ansicht nach nicht zielführend, betonte er. Denn wenn danach die Planungen für einen Um- oder Neubau erst einmal wieder ad acta gelegt werden, bleibt das Problem der fehlenden Plätze bestehen oder wird sogar noch größer.

„Es ist ein schweres Dilemma“, formulierte Zucht, dass Fördermittel des Landes anscheinend – wie beim Beispiel Kindergartenneubau Rothenberg – im „Windhundprinzip“ vergeben werden. Er sah dies als eine gravierende Benachteiligung des ländlichen Raumes.

„Um zu Potte zu kommen“, ist ein Agieren unabhängig von Fördermittel notwendig, wusste sich Zucht mit seinen Kollegen der verschiedenen Fraktionen einig. „Wir sind in der Pflicht“, wies er auf den Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz hin. 45 Kinder stehen derzeit allein in Beerfelden ab dem kommenden Kindergartenjahr 2020/21 auf der Warteliste – „und es werden nicht weniger“.

Bis zur kommenden Sitzung des Ausschusses am 13. Juli soll das Bauamt nach dem Wunsch des Ausschusses nun unter zeitlichen und finanziellen Kriterien prüfen, wie eine Containerlösung für die Standorte Beerfelden und Kailbach aussehen könnte. Auch für einen möglichen Waldkindergarten soll bis dahin eine Expertise eingeholt werden. Varianten davon gibt es bereits in umliegenden Orten wie Eberbach und Erbach. „Jedes Format ist ein Plus“, so der Ausschuss-Vorsitzende.

Dann könnte die Stadtverordneten-Versammlung in ihrer letzten Sitzung vor der Sommerpause Nägel mit Köpfen machen. Natürlich würden es die Ausschussmitglieder gerne sehen, wenn es bereits zum nächsten Kindergartenjahr eine Lösung gäbe, aber so schnell wird es wohl nicht gehen. Zucht hob hervor, dass ein Anbau in Beerfelden und ein Neubau in Rothenberg „noch nicht vom Tisch sind“. Sollte es neue Fördermittel geben, „stehen wir Gewehr bei Fuß“.

Diese Projekte laufen seinen Angaben nach aber mehrere Jahre. „Wir brauchen jedoch jetzt etwas kurzfristig Umsetzbares“, betonte er. Bei den Containern denkt man an einen Kauf. Denn sie ließen sich, sollten sie für den Kindergarten einmal nicht mehr gebraucht werden, anderweitig umwidmen. Andererseits werden sie jedoch für diesen Zweck einige Zeit im Einsatz sein, sodass eine Anmietung nicht so sinnvoll erscheint.

Dem Ausschuss geht es mit seinen Vorschlägen und Ideen auch um die Außenwirkung: „Wir müssen ein Signal setzen, dass etwas passiert“, ist Zucht wichtig. Denn das Thema schleppt sich schon lange dahin, ohne dass Fortschritte zu erkennen sind. „Es muss Priorität haben“, postulierte er. Die Mandatsträger wollen nicht länger zuwarten. So schnell wie es organisatorisch und finanziell machbar ist, sollen die Container sehen. „Wir haben ein Ziel formuliert und werden es mit Nachdruck weiter verfolgen“, war fraktionsübergreifend der Tenor im Gremium.

Im Vorfeld hatte Verwaltungsmitarbeiter Helmut Ulrich die Zahlen erläutert. In Beerfelden ist die Kita derzeit voll belegt. Es gibt hier eine lange Warteliste. Im „Abenteuerland“ existiert derzeit eine sechste Gruppe, die nur übergangsweise eingerichtet wurde. Sie wird von 17 Kindern besucht, die in einen kommenden Erweiterweiterungsbau aufgenommen werden müssten. Neun Kinder haben zwar einen Platz in einer der städtischen Kita, aber die Eltern würden sie aus fahrtechnischen Gründen gern in Beerfelden unterbringen.

Feuerwehren legen langsam wieder los

Seit Anfang des Monats gibt’s nach der Corona-Auszeit bei den Feuerwehren in Oberzent wieder einen sogenannten „eingeschränkten Regelbetrieb“. Langsam werden die Übungen wieder hochgefahren, aber Ausbildungen und Lehrgänge finden weiter nicht statt. Bei den alten Hasen sitzen die Handgriffe, aber gerade die Neulinge müssen darben, sagt der Ober-Hainbrunner Feuerwehr-Vereinsvorsitzende Stefan Hofmann. Und der eingeschränkte Regelbetrieb ist mit einigen Auflagen verbunden, erklärt Björn Jöst von der Kailbacher Feuerwehr.

Das fängt beim Betreten des Feuerwehrhauses an: Hände waschen, lautet die Devise. Bei theoretischen Ausbildungen in geschlossenen Räumen ist je Teilnehmer ein Mindestabstand von 1,5 Meter vorzusehen, schildert er weiter die Corona-Vorkehrungen. „Da die Größe unseres Schulungsraums sehr gering ist, dürfen maximal fünf Personen an der Theorie teilnehmen“, heißt dies.

Die praktische Ausbildung erfolgt bei der Oberzent-Stadtteilwehr im ehemaligen Hesseneck wie bei anderen auch in Kleingruppen mit maximal sechs Personen inklusive Mund-Nasenschutz. Auf Gruppen- und Zugübungen oder solche größerer Einheiten wird bis auf weiteres verzichtet. Die Kleingruppen sind laut Jöst immer mit dem gleichen Personal zu besetzen. Außerdem sollen die Übungen nach Möglichkeit am eigenen Standort vornehmlich im Freien durchgeführt werden.

Als erste Unterrichtseinheit begann man in Kailbach mit einer umfassenden Schulung zu den derzeitig gültigen Standardeinsatzregeln sowie den Hygiene- und Desinfektionsmaßnahmen, so Jöst. Weder auf Kreis- noch auf Landesebene wurden in den vergangenen drei Monaten Lehrgänge durchgeführt. „Besonders schmerzlich für uns war“, bedauert er, dass ein geplanter Lehrgang Technische Hilfeleistung Verkehrsunfall speziell für die Oberzentwehren abgesagt werden musste. Denn daran wollten vier Kailbacher teilnehmen.

Björn Jöst hofft, dass die Ortsteilwehr ihre traditionelle gemeinsame Länderübergreifende Übung mit Eberbach-Friedrichsdorf am 26. September ganz normal durchführen kann. Eine Katastrophenschutzübung mit der Wehr aus Hiltersklingen „mussten wir Corona-bedingt Anfang Mai leider absagen“, erzählt er. Er wäre außerdem froh darüber, wenn Übungen an verschiedenen Objekten und nicht nur am Feuerwehrgerätehaus, solche mit allen Einsatzkräften und gemeinsame der Wehren Kailbach, Hesselbach und Schöllenbach durchführen zu können.

Zum Glück wirkte sich die fehlende Übungspraxis in letzter Zeit nicht negativ aus, macht Jöst drei Kreuze. Da die Kailbacher als eine der wenigen Wehren im Kreisgebiet auf einem Fahrzeug eine komplett bestückte Dekontaminationsbox vorrätig haben, „hatten wir auch sofort genügend Schutzmasken, Händedesinfektionsmittel und Flächendesinfektionsmittel an Bord“. Denn durch die Lieferengpässe dauerte es bei den Kollegen in Oberzent etwas.

Wenn ein großer Raum zur Verfügung steht, darf man mit bis zu 15 Kameraden Unterrichte machen, weiß Marc Gärtner von der Beerfeldener Wehr. Bis Anfang Juni gab es nur die Möglichkeit des Online-Unterrichts und der Einzel-Ausbildung, schildert er die Situation. Der Betrieb in den Werkstätten zur Prüfung von Geräten lief immer unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln. Der Beerfeldener üben immer mit einer Gruppe an einem anderen Wochentag. Zum Glück gab es in der vergangenen Zeit auch wenige Einsätze. Ähnliches berichtet Jochen Weinthäter aus Rothenberg.

Marcel Schäfer aus Unter-Sensbach weist darauf hin, dass Personen der Risikogruppen Ü60, die ihren Dienst verlängerten, und solche mit Vorerkrankung noch vom Übungsbetrieb ausgenommen sind. Durchgeführt werden Präsentationen vom Kreis und Land über Unterrichtsthemen. Lehrgänge sind bis auf die beruflichen noch abgesagt, erläutert er. Vor kurzem gab es die erste praktische Ausbildung in Kleingruppen.

In Finkenbach wurden während des komplett eingestellten Übungsbetriebs wichtige Infos per E-Mail oder WhatsApp geschickt, sagt der stellvertretende Wehrführer Wolfgang Buchert. Auch die Voraushelfer dürfen seit April auf Anordnung des Kreises nicht ausrücken. Von der Stadt bekam man Desinfektionsmittel, Einweganzügen, Masken und Brillen für besondere Einsätze mit Verdacht auf Corona.

„Bei Einsätzen wird darauf geachtet, dass nicht zu viel Personal an die Einsatzstelle fährt“, schildert Buchert das Vorgehen. Führungskräfte fahren in getrennten Fahrzeugen. Es wurden mehrere Gruppen gebildet, um etwas Ausbildung durchzuführen. „Ich denke, dass wir durch den Übungsausfall keine negativen Folgen hatten, da wir doch einen guten Ausbildungsstand haben“, blickt er zufrieden auf die Leistungsfähigkeit der Finkenbacher.

Vereinsvorsitzender Jens Schindler bedauert, dass die Grillnacht im Mai ausfiel. Beim Weinfest im September wartet man noch ab, wie sich die Lage bis dorthin entwickelt. „Für uns sind diese Feste wichtige Einnahmequellen“, so Schindler, um etwa Geräte für den Brand- und Katastrophenschutz der Bevölkerung finanzieren zu können. „Glücklicherweise haben wir monatlich keine großen Fixkosten“, erzählt er. Jedoch fallen dieses Jahr die Investitionen kleiner aus.

In Ober-Hainbrunn ist der Raum groß genug, „damit wir weit genug auseinander sitzen“, berichtet Stefan Hofmann. Seit sie wieder darf, führte die Stadtteilwehr zwei kleiner Übungen durch. Es gab in der vergangenen Zeiten einen kritischen Verkehrsunfall mit Kontaktsperre, weiß er. Hofmann tut es vor allem für den Nachwuchs leid. „Wir haben zwei Jungs dabei, die noch keine Praxiserfahrung sammeln konnten“, sagt er. Außerdem gibt es drei Neulinge, die auf ihren Lehrgang warten.

Fastnachter sind noch gelassen: Erstmal „laafe losse“

Noch blicken die Fastnachter in den verschiedenen Oberzent-Hochburgen relativ gelassen Richtung Kampagneneröffnung. Sie verfolgen aber aufmerksam die bundesweite Diskussion, ob es wegen Corona ab dem 11.11. wieder viel Narretei geben kann, ob diese abgesagt oder eingedampft werden muss. Zumindest der Übungsbetrieb der diversen Tanzgruppen ist bereits wieder angelaufen oder steht kurz davor.

Dass in den ländlichen Gemeinden Fastnacht nach wie vor eine bodenständige Veranstaltung ist, zahlt sich für den Präsidenten der Narrhalla Hainbrunn, Frank Flachs, jetzt aus. Die Oberzent-Vereine können viel flexibler auf die sich stetig ändernde Situation reagieren. Die Großen in Köln oder Düsseldorf „gehen jetzt schon in die Planung und haben wahnsinnige Auslagen im Vorfeld“, weiß er.  Es rächt sich nun laut Flachs, „dass dort alles immer größer, toller, besser werden musste“.

Anders bei der Narrhalla: „Bis Ende Oktober haben wir keine Auslagen“, weiß der Präsident. Entsprechend werden die Narren im Finkenbachtal so lange abwarten und schauen, wie sich die Lage entwickelt. Er kann es nicht nachvollziehen, dass der Bund deutscher Karneval (BdK) schon jetzt in die Öffentlichkeit geht und Absagen in den Raum stellt. Für den Hainbrunner müssen die Faschingsgiganten nun den Preis für ihr bisheriges Wetteifern um die beste schönste und tollste Kampagne bezahlen.

Von Kaffeesatz lesen und Glaskugel schauen hält Flachs nichts. „Weiß ich denn, was in einem halben Jahr ist“, wird er aktuell noch keine Entscheidung pro oder contra Kampagne treffen. Vielleicht könnte es Fastnacht mit Eingangskontrolle geben – rein kommen alle mit Corona Test, sieht er einige Möglichkeit der Durchführung. „Wir lassen alles auf uns zukommen“, blickt er gelassen nach vorn. Der Präsident sieht die Narren im kleinen Stadtteil gut aufgestellt. Die Gruppen trainieren bereits im Rahmen des Hygienekonzepts.

Ähnlich gehen die Fastnachter auf dem Berg an das Thema ran: „Aktuell betrachten wir die Diskussionen noch aus der Distanz“, erläutert Robin Hemberger von der Carneval Gesellschaft Beerfelden (CGB). Zwar treffen sich natürlich schon wieder die Gruppen unter Einhaltung aller Regeln, „aber wirklich intensiv ins Planen von Szenarien gehen wir wohl erst im August oder September“.

Das hat auch einen praktischen Grund: „Man weiß jetzt noch nicht, wie die behördlichen Regelungen bis dahin aussehen.“ Abgespeckte Versionen sind für die Beerfeldener Narren dann sicher auch Denkmodelle. „Im Moment gilt noch unser altes Motto: Laafe losse…“, nimmt Hemberger die derzeitige Hängepartie mit dem gebotenen närrischen Humor.

Im Sensbachtal verfolgt man ebenfalls aufmerksam, wie sich die närrische Großwetterlage entwickelt. „Wir bekommen auch über Verbände und befreundeten Vereine mit, dass diese Diskussion läuft und wir haben uns auch schon selbst darüber verständigt“, teilt Thomas Johe vom MGV Sensbachtal mit. Der Vorsitzende des TSV, Gerd Scheuermann, und Johe sind so verblieben, „dass wir spätestens Ende September oder Anfang Oktober entscheiden werden, ob die Sensbacher Fastnacht stattfinden kann oder nicht“.

Sollte den närrischen Sensbachtalern zwischenzeitlich die Entscheidung vom Staat abgenommen werden, „dann müssen wir uns natürlich beugen“, so Johe. In der Zwischenzeit werden, erklärt er, die TSV-Tanzgruppen nach Abwägung und Einhaltung der Hygienevorschriften nach und nach wieder ins Training gehen. Anders die MGV-Sänger: „Wir sind momentan total lahm gelegt und können nur grobe Pläne machen, was wir singen könnten.“

Deshalb bleibt es für den Vorsitzenden Johe „spannend, wie es weiter geht“. Denn im Tal der Liebe steht dieses Jahr ein besonderes närrisches Jubiläum an: Die kommende  Kampagne wäre die 44. Die würde man logischerweise sehr gerne feiern.

 

Der Trend geht zur Urne

Das Urnengrabfeld auf dem Sensbacher Friedhof wurde endlich angelegt, freut sich Ortsvorsteher Tobias Kuhlmann über den Baufortschritt in Corona-Zeiten. In den drei Orten des früheren Sensbachtals muss jetzt die Möglichkeit einer Urnenbestattung besser bekannt macht werden, schätzt Kuhlmann. Denn bisher wurde diese Bestattungsform seiner Kenntnis nach noch nicht so stark nachgefragt, wie es anderswo der Fall ist. Des Öfteren wird inzwischen keine Erdbestattung mit Sarg mehr gewünscht. Auch ist ein Urnengrab viel günstiger als die „Standard-Variante“.

Auf dem bestehenden Urnengrabfeld (Urnengräber mit Grabeinfassungen und Grabsteinen) des Sensbacher Friedhofs auf der Höhe stehen aktuell noch etwa 20 Grabstellen zur Verfügung, weiß der frühere Bürgermeister Egon Scheuermann. „Es bietet sich aber an, auf der nördlichen Seite des neuen Urnenfeldes ein weiteres anzulegen“, erklärt er. Damit könnte die Wiesenfläche mit den Urnengrabstellen integriert und eingerahmt werden.

Das neue Urnenfeld (Urnen in Wiese eingelassen) hat 120 Grabstellen, erläutert er. Hinter jeder Steinanordnung sind 30 Urnengrabstellen vorgesehen. Die Namensschilder werden an der großen Säule angebracht (in jeweiliger Ausrichtung auf die beigesetzte Urne). An den Steinanordnungen können auch Blumen und Gestecke abgestellt werden, ebenso in Ausrichtung auf die beigesetzte Urne. Um die hohe Säule wird noch eine Bank angeordnet.

Die Steinanordnungen auf dem Sensbacher Friedhof wurden von der Firma Tobias Kabel aufgestellt, weiß Scheuermann. Die Sandsteinsäule, die Zuwege und die Wiesenflächen wurden durch den städtischen Bauhof sehr schön und sinnvoll angelegt, beobachtete er. Die äußeren Steinsäulen wurden bereits zu Zeiten der Gemeinde Sensbachtal fertiggestellt.

Auf dem Hebstahler Friedhof ist das neue Urnenfeld unterhalb des Weges ist für etwa 22 Urnengrabstellen (bis zu zwei Urnen je Grabstelle) vorgesehen, tat sich hier bereits im vergangenen Jahr etwas. Auch hier ging der Oberzent-Bauhof zu Werke. „Das wurde sehr schön angelegt“, ist die einhellige Meinung von Kuhlmann und Scheuermann

Aktuell wird auf den vielen verschiedenen Friedhöfen der Oberzent-Stadtteile ausgelotet, welche Möglichkeiten es für alternative Bestattungsformen gibt, weil die Nachfrage danach immer mehr wächst. So wurde etwa auch in Finkenbach ein Bereich für eine pflegefreie Erdbestattung ausgedeutet. Am Gammelsbacher Friedhof wurde vom Bauhof der alte Kompostplatz abgerissen und dadurch das Urnenfeld erweitert. Der Abfall wird jetzt über zwei Container, die an der alten Einsegnungshalle stehen, vom Bauhof entsorgt, informiert Ortsvorsteher Konrad Helm.