Ehrenamtliche haben einen guten Job gemacht

Die Arbeiten der ehrenamtlichen Helfer bei der Sanierung der Sporthalle Unter-Sensbach sind so gut wie abgeschlossen, teilte Ortsvorsteher Tobias Kuhlmann mit. Er nutzte die letzte Sitzung des Ortsbeirats in der zu Ende gehenden Legislaturperiode, um den Aktiven aus dem Ort für ihr Engagement zu danken. Jetzt übernehmen beauftragte Firmen und teilweise der Oberzent-Bauhof.

Beim Abriss kam so etliches Unvorhergesehenes zutage. So stellte man einen Wasserschaden an der Decke fest. Die vorgesetzte Schallschutzwand an der Außenmauer befand sich lose vor den sogenannten Sauerkrautplatten. Die Verankerungen waren nicht in die Ziegelsteine eingebaut – und damit die komplette Konstruktion instabil. Deshalb rief man den Bauhof zu Hilfe, der alles abtrug.

Die Ehrenamtlichen wurden beim Rückbau eingesetzt, erläuterte Kuhlmann. Sprich: Holz- und Zwischenwände abreißen, Tore, Türen und Fliesen ausbauen, Diverses ausräumen und einlagern. Neuinstallationen lässt die Stadt von Fachfirmen durchführen – unter anderem eine Sache der Gewährleistung.

In der 1968 erbauten Halle herrschte Sanierungsstau. Bereits 2017 stand eine Förderung in Höhe von 145.000 Euro aus dem kommunalen Investitionsprogramm KIP im Raum. Hier ging es um die energetische Sanierung. Ende 2017 entschied die damalige Gemeindevertretung Sensbachtal dann, die Halle komplett in die Hand zu nehmen und in allen Teilen auf einen zeitgemäßen Stand zu bringen. Denn auch Heizungs- und Elektroanlage sind sanierungsbedürftig.

Isolierung von Giebel- und Außenwänden sowie des Hallenbodens lauteten weitere Punkte, die den Gesamtbetrag auf (damals) 577.000 Euro anwachsen ließen. Parallel dazu tat sich die Möglichkeit einer Förderung über die Hessenkasse mit knapp 250.000 Euro auf. Sportland Hessen steuert weitere 50.000 Euro zu. Allerdings wollten die Ausgaben da auch nicht zurückstehen. Inzwischen kommt man auf fast eine Million, von der knapp die Hälfte über Fördermittel zurückkommen soll.

Der Ortsvorsteher wies darauf hin, dass die Halle vor über 50 Jahren mit viel Eigenleistung gebaut wurde. Deshalb ist es für ihn schon fast normal, bei einer Sanierung auf ein paar unvorhergesehene Dinge zu stoßen. Er lobte die aktuell gute Zusammenarbeit zwischen Stadt, Vereinen, Helfern und Ortsbeirat. Kuhlmann betonte daneben, dass sich die Arbeiten coronakonform nach einem bewilligten Hygienekonzept durchgeführt wurden.

In diesem Jahr fließt sehr viel Geld ins Sensbachtal. Nicht nur für die Sporthalle, sondern auch für die Sanierung der Kläranlage Hebstahl und die Regenwasserbehandlung. Hier kommen 70.000 Euro zusammen. Kurzfristig kam noch ein weiterer Punkt auf die Tagesordnung: die mögliche Neu-Verlegung einer Wasserleitung vom Wasserhäuschen Richtung Ober-Sensbach unter dem Gehweg der Durchgangsstraße hindurch bis kurz vor dem Bürgerzentrum.

Hintergrund: Die bisherige Leitung führt durchs Tal, unter anderem auch über mehrere Privatgrundstücke, so Kuhlmann. Und genau dort, in fünf Metern Tiefe, ziemlich unzugänglich, gab es einen Wasserrohrbruch des in die Jahre gekommenen Uralt-Stücks. Die Reparatur würde 50.000 Euro kosten. Da weitere Brüche nicht ausgeschlossen werden können, überlegt die Stadt, gleich eine Neuverlegung für 250.000 Euro durchzuführen. Dann ist für die kommenden Jahre Ruhe.

Der Ortsbeirat war im vergangenen Jahr sparsam, informierte Kuhlmann. Vom Budget über 2000 Euro wurden nur 370 ausgegeben, sagte er. „Wir bleiben ganz bewusst unter unseren Möglichkeiten“, schmunzelte der Ortsvorsteher. Zum einen ließ die Corona-Pandemie nicht viel mehr Aktivitäten zu, zum anderen wollte man dem klammen Haushalt der Stadt, auch wenn es nur ein kleiner Beitrag ist, etwas Gutes tun.

Dem Schlachthaus in Hebstahl hat nun endgültig das letzte Stündlein geschlagen. Es wird schon seit längerer Zeit nur noch sporadisch genutzt und sollte schon vergangenes Jahr zugunsten der Nutzung durch die Feuerwehr eingemottet werden. Da sich die vorgesehenen Ausbaumaßnahmen aber verschoben, erteilte die Stadt eine letzte Ausnahmegenehmigung für zwei Ortsbürger, hier über den Winter ihre Hausschlachtungen durchführen zu können.

In spe werden die Räume von der Hebstahler Feuerwehr genutzt, die im gleichen Gebäude untergebracht ist. Am FFW-Haus soll kommendes Jahr eine Leichtbauhalle für ein Fahrzeug angebaut werden. Die bestehende Fahrzeughalle wird dann zur Umkleide.

Die Hilfsbereitschaft ist stark ausgeprägt

Das Dorfleben, sagt Ortsvorsteher Tobias Kuhlmann, ist im Sensbachtal geprägt vom Zusammenhalt in einer ländlichen Region. „Wir sind ein Tal“, meint er, eine große Gemeinschaft. Von außen, sagt er realistisch, „haben wir vielleicht nicht so viel zu bieten“: Aber wer hier verwurzelt ist oder sich einlebt, lernt den liebens- und lebenswerten Charakter kennen.

Kuhlmann macht diesen unter anderem an der stark ausgeprägten Hilfsbereitschaft fest. Diese äußert sich nicht nur im privaten Bereich. Auch wenn es darum geht, für die Allgemeinheit anzupacken, Wanderwege zu verschönern, Ruhebänke auszubessern oder Schilder zu streichen, sind Ehrenamtliche schnell gefunden. „Jeder hilft, so gut er kann“, freut er sich.

Im abgelaufenen Jahr fiel ihm auf, dass dieser Gemeinschaftssinn sogar noch stärker gelebt wurde als zuvor. „Auch ohne Aufforderung“ werkelten die Bürger im Stillen vor sich hin. Scheinbar wurde die viele freie Zeit dazu genutzt, sich kräftig ins Dorfleben einzubringen. „Das ist typisch Sensbach“, ist der Ortsvorsteher stolz. Es wird vieles geleistet „und die Leute wollen gar nicht im Mittelpunkt stehen“.

Kuhlmann spricht schmunzelnd von den „Sensbachtaler Heinzelmännchen“, wenn er wieder rund um den Ort unterwegs war und feststellte, dass an der einen oder anderen Ecke still und leise gearbeitet wurde. „Wenn jeder ein bisschen macht, dann ist am Ende des Jahres vieles erledigt“, bringt er es auf den Punkt. Auch beim Sporthallen-Umbau wird gerne mit angepackt. Der Startschuss an diesem Ortsmittelpunkt fiel bereits, jetzt hofft man auf baldigen Baufortschritt.

Tendenziell, bedauert der Ortsvorsteher, werden die Talbewohner weniger. Die Zuzügler sind oftmals welche mit „Stallgeruch“, die es für Studium oder Beruf in die Metropolen zog, die jetzt aber zurückkehren, „weil sie das Leben auf dem Land zu schätzen wissen“. Leider, vermutet Kuhlmann, sind die drei Orte für Stadtflüchtlinge nicht so attraktiv wie andere Gemeinden. Möglicherweise gibt es „Angst vor der verschworenen Dorfgemeinschaft“. Die ist aber „absolut unbegründet“.

Sägewerk mit Zimmerei sowie der überregional tätige Steinmetzbetrieb Walz „sind wertvoll fürs Tal“, hebt Kuhlmann deren Bedeutung hervor. Ansonsten sind die Jobs „eher ländlich geprägt“. So gibt es ein Motorsägengeschäft von Ralf Beisel, das inzwischen sein Sortiment fast schon „Richtung kleiner Baumarkt für den ländlichen Bedarf“ ausgeweitet hat. Dazu kommt die Metzgerei mit Hofladen in Ober-Sensbach. Es hat sich sogar ein Tierarzt angesiedelt.

Der Großteil der Sensbachtaler arbeitet jedoch auswärts. Während die Hebstahler auch talabwärts Richtung Eberbach orientiert sind, geht die Tendenz in Ober- und Unter-Sensbach eindeutig Richtung Beerfelden. Wie auch bei den weiterführenden Schulen, wo der „klassische Werdegang“ Oberzent-Schule lautet.

Landwirtschaft wird nur im Nebenerwerb betrieben. Die ist aber „kein Zuckerschlecken“ aufgrund der starken Hanglage und des engen Tals mit viel Waldanteil. Wenn Landwirtschaft im Vollerwerb betrieben wird, dann haben die Bauern meist noch ein zweites Standbein.

Kindergarten und Grundschule in Unter-Sensbach sind für den Ortsvorsteher ein gewichtiger Standortfaktor, damit junge Familien im Ort wohnen bleiben. Die Grundschule Sensbachtal hat aufgrund der kleinen Kinderzahl einen familiären Charme „und gehört zum Dorfleben dazu“. Die Kita sieht Kuhlmann „gut aufgestellt“. Mit der zweiten Gruppe werden auch immer mehr Kinder unter drei Jahren betreut.

„Das Angebot wird nachgefragt“, sieht der Ortsvorsteher diesen Mentalitätswandel in der Betreuung auch auf dem Land angekommen. Denn auch hier arbeiten immer häufiger beide Elternteile und die Großeltern sind nicht mehr so greifbar wie früher.

Der ÖPNV ist im Tal eher rudimentär ausgeprägt, erläutert Kuhlmann. Schulbusse sind Richtung Beerfelden ausgerichtet. „Man spürt die Landesgrenze hinter Hebstahl“, sagt er. Die persönlichen Beziehungen gehen ins Hessische, obwohl das badische Gaimühle nicht weit entfernt ist. Will man jedoch weiter nach Michelstadt, wird’s durch das Umsteigen komplizierter. Der Weg läuft dann eher über Mitfahrgelegenheiten, weiß er.

Die Vereine sind stark präsent im Dorfleben. TSV, MGV, NABU, Landfrauen und Feuerwehr bringen sind. Sensbachtal Aktiv als Klammer zwischen allen richtet den Weihnachtsmarkt aus, die Theater-AG entführt jedes Jahr in andere (Bühnen-)Welten. Dazu kommen noch die drei Kerwen in jedem Ort. „Es finden sich immer Bürger, die etwas gemeinsam machen wollen“, ist Kuhlmann stolz.

„Wer in Sensbachtal wohnt, muss wissen, auf was er sich einlässt“, lächelt der Ortsvorsteher. Fünf bis zehn oder mehr Kilometer sind bis zum nächsten Supermarkt oder Facharzt. „Eben typisches Landleben“, erklärt Kuhlmann. Ein Auto ist unverzichtbar. Dafür aber bietet das Sensbachtal Natur pur. Etwa in Form des „Premium-Wanderwegs“. Für dessen Attraktivität stiftete Sensbachtal Aktiv viele Ruhebänke. Der Ortsbeirat steuerte Waldsofas bei, die von freiwilligen Helfern gepflegt werden.

An den Winterwochenenden bezeugten die überfüllten Parkplätze am Krähberg und auf der Sensbacher Höhe die Anziehungskraft des Odenwalds. Ober-Sensbach konnte sogar noch mit Schnee locken. Mit drei Gasthäusern in Ober-Sensbach (Maiers Bauernstube, Holzerstube und Gasthof Reußenkreuz) sowie der „Krone“ in Unter-Sensbach „sind wir gastronomisch ganz gut ausgestattet“, freut sich Kuhlmann. Ohne Corona hätten diese kräftig von den Ausflüglern profitieren können.

Sängerkreis geht kurz vor dem 100. die Puste aus

Das 100. Jubiläum hat der Sängerkreis hessisches Neckartal „leider nicht mehr zu erreicht“, bedauert der zweite Vorsitzende Gert Menges vom Gemischten Chor Finkenbach. Zum Jahresende 2020 löste sich der Vereinszusammenschluss im 95. Jahr seines Bestehens auf. Hintergrund: Es wurden immer weniger Sänger und Vereine. Die anstehenden Aufgaben konnten somit auf immer weniger Köpfe verteilt werden.

Die sangesfreudigen Gründer hatten 1925 die Vereine in den Ortschaften im Blick, die am Neckar und an seinen Zuflüssen in Südhessen beheimatet waren. Die holten sie ins sprichwörtliche Boot. Am 8. November fand in Neckarsteinach die offizielle Gründung des kreis- und länderübergreifenden „Hessischen Neckartal-Sängergaues“ statt.

Es schlossen sich damals zwölf Vereine mit insgesamt 420 Sängern an: Frohsinn Brombach, Heimatland Darsberg, MGV Ober-Finkenbach, Liederkranz Gammelsbach, Liederkranz Ober-Hainbrunn, Eintracht Hirschhorn, Sängerbund Hirschhorn, MGV Kortelshütte, Frohsinn Langenthal, Sängerbund Neckarsteinach, Eintracht Rothenberg und Frohsinn Rothenberg.

Der Sitz der neu gegründeten Vereinigung war Neckarsteinach. Dort wurde auch am 29./30. Juni 1929 das Gaubanner eingeweiht, das bis zur Auflösung bei allen offiziellen Anlässen mitgeführt wurde. Die jährliche Abhaltung von Wertungssingen, die Teilnahme an Bundeschorfesten und die gegenseitige Unterstützung durch Besuche bei Nachbarvereinen waren die wesentlichen Aktivitäten der Sängervereinigung.

In Folge des Zweiten Weltkrieges kam die Arbeit des Sängerkreises 1945 zum Erliegen, wurde aber 1948 wieder aufgenommen. Im 50. Jubiläumsjahr 1975 gehörten ihm stolze 17 Vereine an mit 17 Männer- und zwei gemischten Chören, einem Jugendchor und drei Kinderchören an: insgesamt 740 Sängerinnen und Sängern. Eine solche wurde nie wieder erreicht. Geographisch erstreckte sich das Gebiet von Darsberg über Hirschhorn und Unter-Schönmattenwag bis nach Gammelsbach, Sensbachtal und an die bayrische Grenze mit Hesselbach.

Wesentlich geprägt wurde der Sängerkreis Neckartal auch immer von seinen Vorsitzenden. Ganz besonders hervorzuheben ist die Zeit ab 1979, als Friedel Sepp aus Schöllenbach mit seiner gewinnenden Art für großen Zusammenhalt im Inneren und auch für eine starke Präsenz des Chorgesangs nach außen sorgte, erläutert Gert Menges.

Das 75. Jubiläum wurde im Jahr 2000 mit noch 15 Kreisvereinen begangen. Hier zeichnete sich bereits eine Trendwende ab: Mangels männlichem Nachwuchs hatten sich mittlerweile einige Männerchöre für Frauen geöffnet und so zu gemischten Chören gewandelt. So hatte der Sängerkreis nun insgesamt 660 Stimmen. Die Ära Friedel Sepp endete 2001 nach 22 Jahren. Danach konnte man den jungen Udo Mayer aus Unter-Schönmattenwag für den Vorsitz gewinnen, der bis 2007 amtierte.

Um den Vorsitzenden zu entlasten, entschloss man sich damals zu einer Doppelspitze, die mit Jutta Ihrig (Schöllenbach) und Ingrid Reinschild (Gammelsbach) eine gute Besetzung fand. Seit Herbst 2012 wurde der Vorsitz bis zuletzt im jährlichen Turnus reihum von den jeweiligen Vorsitzenden der Mitgliedsvereine wahrgenommen, „was auch erstaunlich gut funktionierte“, erinnert sich Menges schmunzelnd.

Mitte 2019 verließ der größte bis dato im Sängerkreis beheimatete Verein, der Sängerbund Unter-Schönmattenwag, die Vereinigung und schloss sich dem Sängerkreis Weschnitztal-Überwald an. Als kurze Zeit darauf noch die Nachricht eintraf, der MGV Liederkranz 1898 Kortelshütte befände sich in Auflösung, sah man im Vorstand die Notwendigkeit gegeben, den Fortbestand des Sängerkreises Neckartal insgesamt zu hinterfragen.

Denn es gab dann nur noch neun angeschlossene Vereine: Eintracht 1912 Falken-Gesäß, Gemischter Chor Finkenbach, Liederkranz 1912 Gammelsbach, Eintracht/Sängerbund Hirschhorn (derzeit nicht aktiv), Sängerbund 1860 Neckarsteinach, MGV Liederkranz 1898 Ober-Hainbrunn, MGV 1911 Rothenberg, Sängerkranz Schöllenbach und MGV Eintracht-Liederkranz 1882 Sensbachtal.

Nach dieser Bestandsaufnahme wurde ab Herbst 2019 im Vorstand diskutiert, ob angesichts des Wegfalls dieser beiden Mitgliedsvereine und einer damit einhergehenden drastischen Reduzierung des belastbaren Personals (nicht zuletzt auch wegen der immer ungünstiger werdenden Altersstruktur) eine Wahrnehmung der Aufgaben im Sängerkreis überhaupt noch gewährleistet werden kann.

Angesichts der geringen Anzahl der verbliebenen Vereine und der Diversität ihrer Chorarbeit konnte zukünftig keine vereinsgerechte Förderung mehr angeboten werden, bedauert Menges. Auch die Ausrichtung von Veranstaltungen erwies sich als fast nicht mehr lösbare Aufgabe. So wurde die Auflösung zum 31. Dezember 2020 beschlossen.

Zum 1. Januar 2021 fanden vier Vereine im Sängerbund Odenwaldkreis (Falken-Gesäß, Finkenbach, Gammelsbach, Schöllenbach), drei im Sängerkreis Weschnitztal-Überwald (Sensbachtal, Rothenberg, Ober-Hainbrunn) und einer im Badischen Sängerbund (Neckarsteinach) eine neue Heimat. In Hirschhorn ruht derzeit der Betrieb.

Am 25. April vergangenen Jahres hätte es eine durch den MGV Sensbachtal organisierte Abschluss-Veranstaltung mit allen Vereinen geben sollen. Dabei wollte man auch zahlreiche Jubilare ehren. Pandemiebedingt wurden jedoch alle Planungen zunichte gemacht. So bleibt den Vereinen nun die Hoffnung, nach der Zeit der Gesangsabstinenz ein verspätetes Abschlussfest feiern zu können.

Oberzent führt Zweitwohnungssteuer ein

80.000 bis 100.000 Euro: Diese jährlichen Mehreinnahmen erhofft sich Oberzent von der Einführung einer Zweitwohnungssteuer. Zwar ist der einmalige Verwaltungsaufwand zu Beginn hoch, erläuterte Bürgermeister Christian Kehrer der in der Sporthalle tagenden Stadtverordneten-Versammlung. „Aber es lohnt sich“, fügte er hinzu.

Bereits vor der Fusion 2018 hatte es in Rothenberg eine solche Steuer gegeben. Sie war danach erst einmal ausgesetzt worden, da sie in den anderen drei Gemeinden nicht existierte. Die Zweitwohnungssteuer bildet eine Möglichkeit, weitere willkommene Steuereinnahmen zu generieren, so Kehrer. Sie ist „für den Haushalt der Stadt notwendig“, sagte er.

Das Stadtoberhaupt betrachtete diese Steuerart „auch als regulierenden Faktor“. Denn oft würden dann Erst- und Zweitwohnsitze angepasst. Wird der Erstwohnsitz in Oberzent angemeldet, hat es den positiven Effekt, dass die Stadt von den höheren Einkommensteueranteilen profitiert. Kehrer nannte um die 800 Personen, die derzeit nicht ihren Hauptwohnsitz in der Stadt haben.

Eine Regulierung über die Grundsteuer funktioniert nicht, entgegnete er auf eine Nachfrage von Thomas Väth (Grüne). Brigitte Heckmann (SPD) bekannte, erst einmal „Bauchweh“ wegen des Verwaltungsaufwands gehabt zu haben. Unterm Strich sah sie aber die Vorteile.

Sie berichtete aus den Erfahrungen in Kortelshütte: Viele hätten nach Einführung der Steuer ihren Erstwohnsitz in der Altgemeinde Rothenberg angemeldet, wusste sie. Das wiederum, ergänzte Wilfried Friedrich (ÜWO), bedeutete dann finanzielle Vorteile, da es durch mehr Einwohner höhere Schlüsselzuweisungen gab.

„Wer hier wohnt, soll auch seinen Beitrag für die Kommune leisten“, sprach sich Horst Kowarsch (Grüne) ebenfalls dafür aus. Denn Personen, die nur ihren Zweitwohnsitz in Oberzent gemeldet haben, nutzen ebenfalls die komplette Infrastruktur. Positive Signale sendete ebenfalls Oliver von Falkenburg (CDU) aus, womit der einstimmigen Verabschiedung nichts im Weg stand.

Im Ausschuss war im Zuge der Diskussion daneben angesprochen worden, dass mit der Erhebung einer Zweitwohnungssteuer große Gebäude, „die wenig oder gar nicht genutzt werden, vielleicht an den Markt gebracht werden“. Als weiterer Vorteil wurde genannt, dass damit auch das Einwohnermeldewesen bereinigt wird.

Oberzent: Keine Steuer für Jagdhunde

Jagdhunde und Nachsuchengespanne sollen ebenfalls von der Hundesteuer ausgenommen werden. Diese Ergänzung der Satzung beschloss die Stadtverordneten-Versammlung Oberzent bei ihrer letzten Sitzung in diesem Jahr auf Antrag von Oliver von Falkenburg (CDU). Die Grünen hätten sich Ausnahmen nur auf Antrag und nicht gleich schriftlich festgezurrt gewünscht, scheiterten aber mit diesem Ansinnen. Die eigentliche Satzung wurde dann einstimmig verabschiedet.

Der CDU-Sprecher wollte im ländlichen Raum Jagdhunde mit entsprechender Qualifikation als Teil der wertvollen Arbeit der Oberzent-Jäger wahrnehmen. Das sei zweckmäßig, so von Falkenburg. Die Jäger verrichten seiner Meinung nach „mit ihren treuen und qualifizierten Begleitern“ freiwillige Aufgaben zum Wohl der Allgemeinheit. Sie leisten weiterhin einen Beitrag zur öffentlichen Daseinsvorsorge.  

Der CDU-Sprecher wies darauf hin, dass die Jagd und die damit einhergehenden Aufgaben im Odenwald „gelebter Naturschutz“ sind. Sie tragen zum Erhalt der Lebensgrundlagen bei. Das Zusammenspiel von Mensch und Tier sollte deshalb auf diesem Weg mit einer Steuerbefreiung honoriert werden, wenn das von den Hundehaltern so beantragt wird.

Der Hessische Städte- und Gemeindebund empfiehlt in seiner Mustersatzung keine Befreiung, sagte Bürgermeister Christian Kehrer. Allerdings wird auch nicht explizit davon abgeraten, ergänzte er. Das Stadtoberhaupt machte aber die Einschränkung: Wenn Jagdhunde mit aufgenommen werden, sollte das unter anderem auch mit Rettungshunden geschehen. Er wünschte sich deshalb, eine Einzelfallentscheidung dem Magistrat zu überlassen. Sonst mache man ein Fass auf.

Das befürchtete auch Thomas Väth (Grüne). Sein Gedanke, dass aus dem Tierheim stammende Kampfhunde dadurch befreit sein könnten, weil normalerweise auf Tierheim-Hunde keine Steuer erhoben wird, trifft nicht zu, entgegnete der Bürgermeister. Das ist in der Satzung entsprechend explizit geregelt.

Positiv äußerte sich Thomas Ihrig (SPD) zum CDU-Ansinnen. Auf dem Land „leisten die Förster viel fürs Allgemeinwohl“, betonte er. Deshalb macht eine Befreiung Sinn. Sollten wirklich mehr „weitere zehn Befreiungswünsche kommen“, könne man sich neu damit befassen.

Elisabeth Bühler-Kowarsch (Grüne) wollte – wie auch der Rest ihrer Fraktion – gern die neue Satzung unverändert lassen. Für sie ist es sinnvoller, nur auf direkten Antrag zu reagieren. Deshalb plädierte die Fraktionssprecherin lediglich für enge Ausnahmen. Bei drei Gegenstimmen der Grünen ging der CDU-Antrag jedoch durch.

Die Stadt verspricht sich durch die Hundesteuer-Anhebung etwa 22.460 Euro zusätzliche Einnahmen zu den bisherigen 53.500 Euro. Bisher kostete der erste Hund 48, der zweite 72 und der dritte 96 Euro. Kampfhunde wurden pro Tier jeweils mit 600 Euro besteuert. Oberzent lag damit unter dem Schnitt benachbarter Kommunen. Lediglich bei den Kampfhunden war man um etwa 150 Euro drüber.

Hintergrund der Anhebung: Mit der Neufassung der Hundesteuer-Satzung soll das Oberzent-Modell an das Muster des Hessischen Städte- und Gemeindebundes angepasst werden. Außerdem werden Hundesteuermarken, Steuerbefreiungen und Meldepflichten geregelt. Aktuell sind in Oberzent etwa fast 1100 Hunde gemeldet. Der Verwaltungschef erläuterte, dass durch die Bestandsaufnahme im Frühjahr 40 nichtregistrierte Hunde festgestellt wurden.

Mit Blick auf die höheren Steuerbeträge bestand bei den Mandatsträgern Einigkeit, dass diese vertretbar sind. Künftig kostet der erste Hund ab Januar kommenden Jahres 66 Euro, der zweite 108 und der dritte 150 Euro. Dabei nimmt man die hessischen Durchschnittswerte als Orientierungswert. Kampfhunde werden pro Jahr mit 684 Euro besteuert.

Steigen soll auch die Spielapparatesteuer. Außerdem soll die Satzung ans Muster des Städte- und Gemeindebundes angepasst werden. Insgesamt verspricht man sich bei der Verwaltung durch die diversen Erhöhungen in den verschiedenen Kategorien Mehreinnahmen von knapp 34.000 Euro. Das entspricht bei insgesamt 76.000 Euro Erlös somit einer Fast-Verdoppelung.

Die als Corona-Hilfe gedachte Umsatzsteuersenkung des Bundes für zweite Halbjahr 2020 macht es darüber hinaus nötig, die Wasserversorgungssatzung für den entsprechenden Zeitraum zu ändern. Statt sieben werden jetzt bis Ende des Jahres fünf Prozent Mehrwertsteuer auf den Wasserpreis fällig. Beide Punkte gingen einstimmig durch.

5G auf den Punkt gebracht

Der neue Mobilfunkstandard 5G bewegt schon die Gemüter, bevor überhaupt die ersten Anlagen in Betrieb gehen. Verschwörungstheorien über alle möglichen Gefahren machen in diesem frühen Stadium die Runde, war in der Stadtverordneten-Versammlung Oberzent zu erfahren. Nicht nur deshalb wünschten sich die Grünen per Antrag einen Bürgerdialog zum Ausbau des 5G-Mobilfunks in Oberzent. Die Mandatsträger einigten sich darauf, einer öffentlichen Diskussion die Beratung im Ausschuss vorzuschalten.

Fraktionssprecherin Elisabeth Bühler-Kowarsch ging es darum, „eine ausgewogene Information zu organisieren“. Damit könne man die Vor- und Nachteile des Netzausbaus kennenlernen und in einen Dialog mit Entscheidern, Gestaltern und Kritikern treten. „Die Chance zur Meinungsbildung sollten wir unseren Bürgern anbieten“, forderte sie. Denn die Digitalisierung nehme rasant an Geschwindigkeit auf.

„Wir sind auf Akzeptanz angewiesen“, betonte Bühler-Kowarsch. Deshalb wolle man ein breites Spektrum an Meinungen ermöglichen. Die Bedenken und Ängste „müssen wir ernst nehmen und mit Argumenten entkräften“, ist ihre Zielrichtung. Denn: „Die Menschen sollen mitgehen können.“

Von Walter Gerbig (CDU) kam die Anregung, eine fundierte Beratung im Bauausschuss vorzuschalten und dann in die Bürgerbeteiligung zu gehen. Frank Leutz (FDP) wünschte sich eine Prüfung, ob in Oberzent 5G derzeit überhaupt aktuell ist. Er betonte aber unabhängig davon die Notwendigkeit, „die Bürger mitzunehmen“.

Das hob auch Thomas Ihrig (SPD) hervor. Er wollte im Vorfeld „die Interessen abklopfen“. Chris Poffo (ÜWO) möchte ebenfalls erst nach einer Ausschuss-Beratung weitere Infos fließen lassen, um dann der Schwarzmalerei von 5G-Gegnern fundiert entgegentreten zu können.

Thomas Väth (Grüne) wies auf den dringenden sachlichen Info-Bedarf hin. Er war auf einer Veranstaltung von 5G-Gegner, ergänzte er, und „erschrocken über die hanebüchenen Vorstellungen“.  Die dort vorgebrachten Argumente der Bürgerinitiative müssten entkräftet werden, forderte er. Denn sie tragen zur Verunsicherung der Bürgerschaft bei.

In die Reihe der Ausschussberatungs-Befürworter reihte sich auch Bürgermeister Christian Kehrer ein. Kommt es dann zu einer Bürgerinfo-Veranstaltung, will er diese extern begleiten lassen. „Von uns stellt sich keiner da oben hin“, meinte er. Wie das Stadtoberhaupt weiter erläuterte, wurde Oberzent seitens des Landes angesprochen, ob man Testkommune für den 5G-Ausbau sein wolle. Dafür gibt‘s eine 90-prozentige Förderung.

Die Stadt sagte aber erst einmal „Nein“, erläuterte der Rathauschef. Denn die drei großen Mobilfunk-Anbieter sind auf der Gemarkung bereits tätig – beispielsweise im Bereich Olfen oder Schöllenbach, allerdings nur im 4G-Bereich.Wenn es keine städtischen Standorte sind, „werden die Kommunen gar nicht gefragt“, machte der Bürgermeister deutlich, dass manche Nachricht nur per Zufall den Weg ins Rathaus findet. So weiß er unter anderem durch den Buschfunk, dass in Beerfelden zwei Standorte im Gespräch sind.

In der Vergangenheit war die Versorgung mit mobilem Internet vor allem in den Oberzent-Tälern mangelhaft bis nicht vorhanden. Doch so langsam tut sich etwas. Zuletzt wurde im Gammelsbachtal ein 4G-Mast von Telefonica in Betrieb genommen, der nun hier für besseren Zugang ins weltweite Netz sorgt. Sensbachtal und Hesseneck darben jedoch noch.

Zuerst werden die Glasbausteine entfernt

Wenn im Sensbachtal eine Ortsbeiratssitzung stattfindet, dann geht es dort garantiert um die Sanierung der Sporthalle. Wie auch jetzt wieder, als Bürgermeister Christian Kehrer Renovierungsplanung und Bauzeitplan vorstellte. Zuerst sollen demnächst die Glasbausteine entfernt und neue Fenster eingebaut werden. Später ist vorgesehen, den bisherigen Ballraum in ein Behinderten-WC mit Zugang von außen umzugestalten, da auch im Bürgerzentrum keine derartige Einrichtung vorhanden ist.

Ein Problem stellt die Zwischenlagerung der Geräte dar. Hier wird noch nach Lagermöglichkeiten gesucht, informierte Ortsvorsteher Tobias Kuhlmann. Vertreter von TSV und MGV sagten kürzlich zu, Eigenleistungen zu übernehmen. Über weitere Freiwillige würde man sich freuen, so der Tenor auf der Sitzung. Kuhlmann schlug vor, die Verpflegung der Helfer aus dem Budget des Ortsbeirates zu bestreiten. Von Carsten Deppe, zweiter Vorsitzender des TSV, kam die Anregung, nach Abschluss der Arbeiten ein Helferfest zu organisieren.

Seitens der Stadt ist vorgesehen, den schadhaften Vorbau am Rathaus abzubrechen und durch eine andere Konstruktion zu ersetzen, erläuterte Kehrer. Ortsbeirat Manfred Heiss erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass die Konstruktion im Rahmen der damaligen Dorferneuerung erfolgte und bei Planung und Ausführung Fehler gemacht wurden. Er riet dazu, bei der Neugestaltung zu beachten, dass der Eingang auf der Wetterseite liegt.

Der Bürgermeister teilte weiterhin mit, dass im kommenden Jahr der Stromanschluss der Sporthalle erneuert wird. In diesem Zusammenhang soll dann auch die Ausfahrt auf die Sensbacher Straße abgeändert werden. Die Gemeinschaftspraxis Dres. Wißmüller/Wohland hatte Interesse daran gezeigt, im Bürgerzentrum Sprechstunden abzuhalten, so eine weitere Info. Da hierzu aber eine Genehmigung der kassenärztlichen Vereinigung erforderlich ist, kann dies vorerst noch nicht erfolgen, informierte Kuhlmann.

Manfred Heiss berichtete, dass der Spielplatz am Gemeindezentrum in keinem guten Zustand ist. Er schlug vor, dass sich der Ortsbeirat selbst ein Bild machen sollte. Egon Scheuermann teilte mit, dass im Rahmen des IKEK-Programms im nächsten Jahr die Spielplätze ein Thema sind. Man sollte man nicht zweigleisig fahren, meinte er. Jedoch möchte das Gremium nach der Bestandsaufnahme selbst Vorschläge unterbreiten.

Kehrer wies darauf hin, dass die Stadt 28 Spielplätze unterhält und im kommenden Jahr andere instand gesetzt werden. In Hebstahl könnte eventuell im Zusammenhang mit einem beabsichtigten Umbau des Feuerwehrgerätehauses eine Verlegung und Neugestaltung des Spielplatzes am Dorfgemeinschaftshaus (DGH) erfolgen.

Im Rahmen des IKEK-Projektes ist unter anderem vorgesehen, die Elektroinstallation des dortigen DGH zu modernisieren und die Beleuchtung des Saals zu optimieren, erklärte Kuhlmann. Ebenso soll nach Möglichkeit ein barrierefreier Zugang geschaffen werden. Der Bürgermeister brachte eine einheitliche Gestaltung der auf den Friedhöfen Hebstahl und Kailbach geplanten Glockentürme analog dem in Gammelsbach ins Gespräch. Hierbei ist aber das Gewicht der Glocke(n) von großer Bedeutung.

Nochmal ging’s um eine Glocke: Es ist der überwiegende Wunsch der Bürger in Ober-Sensbach, dass das Läuten vom Feuerwehrhaus beibehalten wird. Kehrer teilte mit, dass die Feuerwehren Ober- und Unter-Sensbach zum Jahresbeginn 2021 fusionieren werden. Danach soll das Feuerwehrhaus nach Möglichkeit verkauft werden. Eine Möglichkeit wäre seinen Worten zufolge die Errichtung eines frei stehenden Glockenturms in der Nähe des Feuerlöschteichs.

Kuhlmann hatte eine sehr erfreuliche Nachricht parat: Der Rotary-Club Erbach-Michelstadt, bei dem in diesem Jahr Beerfeldens Pfarrer Roger Frohmuth das Präsidentenamt bekleidet, hat 30.000 Euro zur Sanierung der denkmalgeschützten Kapelle auf dem Sensbacher Friedhof gespendet. Dieser Betrag soll für die Erneuerung der Fenster, die Sanierung des Glockentürmchens und der Eingangsüberdachung verwendet werden. Eine weitere Spende für diesen Zweck ist durch Jürgen Kammer avisiert.

Dauerbrenner Verbindungsstraße Reußenkreuz-Bullau: Kehrer verlas hierzu auszugsweise ein Schreiben des Hessischen Städte- und Gemeindebundes. Demnach ist die Widmung der Straße nicht eindeutig geklärt. Es ist seitens der Stadt nicht vorgesehen, die Sperrung aufzuheben, sagte er. Berechtigte Interessenten kostenlos Sondergenehmigungen von der Stadt erhalten.

Gemarkungsrundgang im Sensbachtal unter erschwerten Bedignungen

Der Gemarkungsrundgang hat im Sensbachtal bereits eine lange Tradition. Dieses Jahr stand er unter besonderen (Corona-)Bedingungen. Nach reiflicher Überlegung ob der Machbarkeit wurde er vom Ortsbeirat durchgeführt. Hierzu begrüßte Ortsvorsteher Tobias Kuhlmann bei typischem Herbstwetter über 30 Teilnehmer in Unter-Sensbach.

Die Wanderstrecke führte vom Bürgerzentrum den Falkenberg hinauf zum Panoramaweg. Die erste Versorgungsstation wurde an der „Hermetze“ angesteuert. Der weitere Verlauf zog sich über die „Lange Mauer“ und den Grüneshof hinweg zum „Hanmichelsbuckel“. An diversen Stationen gaben Mitglieder des Ortsbeirats Informationen zu den anstehenden und abgelaufenen Tätigkeiten im Sensbachtal. Die angelaufene Sporthallensanierung war in diesem Zusammenhang natürlich auch ein zentrales Thema.

Bürgermeister Christian Kehrer übermittelte die Grüße der Stadt Oberzent und gab Einblicke in die Planungen und Umsetzungen der Stadt, auch die drei Stadtteile im Sensbachtal betreffend. Hierbei ging er noch einmal genauer auf die Haushaltslage ein und warb um Verständnis für die derzeitige Situation, dass wenig Mittel zur Verfügung stehen.

Revierförster Erich Kuhlmann vom Forstamt Beerfelden erläuterte die waldbaulichen Gegebenheiten in Zeiten des Klimawandels. Er ging auf die größeren Kalamitätsfälle innerhalb der Forstwirtschaft durch Borkenkäfer und Sturmschäden ein. In den Gesprächen mit den Teilnehmern wurde dann auch über den „Wald der Zukunft“ diskutiert.

Vielen Teilnehmern wurde beim Rundgang deutlich, wie viel Arbeit der Ortsbeirat Sensbachtal „hinter den Kulissen“ übernimmt. Der Ortsvorsteher bedankte sich zugleich aber auch noch einmal bei den vielen ehrenamtlichen Helfern im Sensbachtal, die sich um kleine und große Hilfestellungen im Dorfleben bemühen.

Leider konnte in diesem Jahr coronabedingt kein gemeinsamer Abschluss durchgeführt werden, bedauerte Kuhlmann. Die Teilnehmer wurden jedoch an zwei Rastpunkten auf Kosten des Ortsbeiratsbudgets mit Getränken und belegten Brötchen versorgt.

So konnte man mit diesem Konzept des diesjährigen Gemarkungsrundgangs alle Coronavorschriften einhalten. Der Ortsvorsteher bedankte sich bei den Bürgern für die rege Teilnahme und beim Organisationsteam für die Vorbereitung und Durchführung des Rundgangs unter „erschwerten Bedingungen“.

Der Wald hängt am Fördertropf

Borkenkäferbefall, Sturmtiefs, sich ändernde klimatische Bedingungen: Der Wald ist das Sorgenkind in Oberzent. Um besser auf die Situation reagieren zu können, brachte die CDU den Antrag in den Haupt- und Finanzausschuss ein, dass – eventuell in Kooperation mit dem Forstzweckverband Hessischer Odenwald – geprüft werden soll, ob die Stadt am Förderprogramm „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) teilnehmen kann. Durch die Vorarbeit der Verwaltung wurde er später wieder zurückgezogen, da schon am Laufen.

Innerhalb Deutschlands fördern der Bund und die Länder mit der GAK-Gemeinschaftsaufgabe gemeinsam die ländlichen Räume, die Landwirtschaft und den Schutz der Küsten, erläuterte Fraktionssprecher Oliver von Falkenburg. Der Bund trägt dabei mindestens die Hälfte der Ausgaben.

Seinen Worten zufolge soll damit sichergestellt werden, dass die Land- und Forstwirtschaft leistungsfähig und auf künftige Anforderungen ausgerichtet sowie in der Europäischen Gemeinschaft wettbewerbsfähig ist. Auch sollen die ländlichen Gebiete nachhaltig leistungsfähig bleiben, wobei eine umwelt- und ressourcenschonende Land- und Forstwirtschaft integraler Bestandteil ist.

Mit der Förderung soll laut von Falkenburg dazu beigetragen werden, die Nutz-, Schutz-, Klimaschutz- und Erholungsfunktion der Wälder zu sichern sowie die Produktions-, Arbeits- und Absatzbedingungen in der Forstwirtschaft zu verbessern. Mit den Bundesmitteln können verschiedene Maßnahmen im und um den Wald gefördert werden.

Dazu zählen: naturnahe Waldbewirtschaftung, forstwirtschaftliche Infrastruktur und Zusammenschlüsse, Erstaufforstung, Vertragsnaturschutz sowie Förderung von Maßnahmen zur Bewältigung der durch Extremwetterereignisse verursachten Folgen im Wald. Diese Fördermaßnahmen könnten „zur Entschärfung der aktuellen Situation im Oberzent-Wald beitragen“, betonte der CDU-Sprecher.

Bis 2017 erbrachte der Wald im Schnitt zusammen 700.000 Euro Einnahmen für die vier ehemaligen Kommunen Rothenberg, Beerfelden, Sensbachtal und Hesseneck. Das Geld war eine sichere Bank in den Haushaltsplänen. Die Einnahmen gingen in den vergangenen Jahren mit Beginn der Oberzent-Fusion allerdings drastisch zurück. Für 2020 war ursprünglich im Waldwirtschaftsplan noch ein Plus von 117 Euro angesetzt. Jedoch wird es am Ende des Jahres voraussichtlich ein (größeres) Defizit geben. Denn aktuell kostet die Verarbeitung mehr als der zu erwartende Erlös.

Bürgermeister Christian Kehrer erläuterte, dass im Rahmen des Beförsterungsvertrags das Forstamt Beerfelden die Organisation und Antragsstellung für alle forstrelevanten Förderungen übernimmt. Der Großteil der Anträge beschäftigt sich mit der Aufarbeitung von Schadholz und Flächenräumung, ergänzte er. Hier sind bereits auch schon Gelder in ansehnlicher Höhe geflossen. Gefördert werden außerdem die Erstaufforstung und eine naturnahe Waldbewirtschaftung.

Vereinsförderung soll schneller kommen

Die Neuordnung der Vereinsförderrichtlinien ist ein heißes Eisen. Sie stand auf der Agenda quasi aller Oberzent-Fraktionen im Vorfeld der Kommunalwahlen 2018. Getan hat sich bisher: nichts. Was Frank Leutz (FDP) auf der vergangenen Sitzung des Sozial- und Kulturausschusses dazu bewegte, mit der Verwaltung hart ins Gericht zu gehen. Allerdings hängt es auch an zwei Dritteln der Oberzent-Vereine, dass es nicht wirklich vorangeht, machte er deutlich.

SPD, CDU und FDP taten sich vor längerer Zeit zusammen und erarbeiteten einen Vorschlag, wie die Vereinsförderung geregelt werden könnte, erläuterte Leutz. Die Verwaltung wollte per Fragebogen Details erfahren: etwa wie viele Mitglieder hat ein Verein, wie viele Jugendliche sind aktiv, gibt es eigene Liegenschaften und Ähnliches. Denn es soll möglichst gerecht zugehen.

Das Problem: Nur 42 der 138 angeschriebenen schickten die Unterlagen zurück. Für Leutz ist die Sache deshalb klar. „Bei Nichtausfüllen entfällt der Anspruch“, so sein Vorschlag fürs aktuelle Jahr. Denn eine Neuregelung muss unbedingt her, betonte er. Gab es in einer der vier bisherigen Kommunen eine Vereinsförderung, dann besteht die erst einmal fort.

Was dazu führt, dass manche noch was bekommen, andere aber leer ausgehen. „Dieser Zustand ist nicht haltbar“, kritisierte Leutz. Seit zwei Jahren könnte man schon so weit sein, eine neue Vereinsförderrichtlinie zu haben, führte er aus. Seine Meinung: Wer in diesem Jahr leer ausgeht, macht sich vielleicht in 2021 die Arbeit, den Fragebogen auszufüllen.

Horst Kowarsch (Grüne) hieb in dieselbe Kerbe. Schon vor der Fusion „haben die ehemaligen Bürgermeister nichts gemacht, obwohl es den Auftrag gab“, lautete sein Vorwurf. Der Grünen-Mandatsträger schlug vor, der Verwaltung ein Datum vorzugeben, bis zu dem die Vereinsförderrichtlinien verabschiedet sein müssen. Die Förderung von Kinder und Jugendlichen sah er unter dem Aspekt der Daseinsvorsorge.

Deshalb ließ Kowarsch wie Leutz auch das Argument der Aufsichtsbehörde nicht gelten, dass die Jugendförderung als freiwillige Ausgabe zu betrachten ist, die man bei knappen Haushaltsmitteln nicht auszahlen sollte. „Wir müssen zu Potte kommen“, so der Tenor aus der Runde. Lösung könnte analog des Ortsbeiratsbudgets ein Sockelbetrag pro Verein plus eine bestimmte Summe pro Jugendlichem sein.

Dominik Foshag (ÜWO) äußerte den Wunsch, dass die Verwaltung zu dem SPD/CDU/FDP-Vorschlag Stellung nehmen soll. Von Fraktionskollege Claus Weyrauch kam die Anregung eines „Neustarts“, anstatt aufwändig eine Aufstellung des Bestehenden zu machen. Nach einem Jahr könne man nachjustieren, wenn es zu Verzerrungen kommen sollte.

Dem Vorschlag von Frank Leutz konnte der Ausschuss folgen: Die Oberzent-Vereine sollen noch einmal und zum letzten Mal angeschrieben werden. Rückmeldefrist ist der 30. September. Von wem dann wieder nichts kommt, der ist in diesem Jahr außen vor. Das Gremium will auf dieser Basis in der kommenden Sitzung wieder beraten.

Sebastian Siefert stellte im Anschluss einen Vorzeigeverein in Oberzent vor: den ersten Jugendförderverein im Odenwaldkreis. In ihm bündeln sieben, bald acht Fußballvereine ihre Arbeit im Jugendbereich. Der JFV hat sich zum Ziel gesetzt, den Kindern und Jugendlichen langfristig eine Perspektive für den Fußballsport zu bieten. Alle Altersklassen sollen mit Mannschaften am Spielbetrieb teilnehmen. Derzeit eifern etwa 130 Kinder und Jugendliche in Oberzent dem runden Leder nach, angeleitet von 20 Trainern und Betreuern. Ein Schnuppertag war vor kurzem mit 30 jungen Teilnehmern ein großer Erfolg, freute er sich.

in den vergangenen Jahrzehnten wurde es für die Vereine immer schwieriger, eigene Jugendmannschaften zu stellen. Die Folge war die Gründung von immer mehr Spielgemeinschaften, so vor zehn Jahren auch die JSG Oberzent, „um den Jugendfußball zu stabilisieren“. Aber auch dieses Modell erwies sich über die Jahre hinweg als problemanfällig.

 

„Kein Netz“ gehört zum täglichen Brot

Leidgeprüfte Odenwälder wissen genau, wo in welchem Tal plötzlich das Handy-Gespräch abbricht oder wo es auf Teufel kommt raus kein mobiles Internet gibt. Nach wie vor hat die Telekom auf dem Land das beste Netz. Vodafone und o2-Telefonica folgen auf schlechten zweiten Plätzen. Da die Stadt auf den Netzausbau nicht einwirken kann, nutzt sie ihre eigenen Möglichkeiten und installiert derzeit an neuralgisch unterversorgten Punkten Wifi-Hotspots.

Henning Gajek aus Rothenberg kennt die Internet-Löcher auf Oberzent-Gemarkung punktgenau. Er schreibt für das Internet-Fachmagazin teltarif.de. Die Telekom versorgt seinen Worten zufolge Rothenberg, Kortelshütte und Hainbrunn mit LTE. 3G, also UMTS, wird bald durch 5G auf 2100 MHz ersetzt, teilt er mit. In Beerfelden sollte das schon der Fall sein. Das Problem: Es gibt für 5G bisher kaum passende Endgeräte zu kaufen. Die dürften erst Richtung Weihnachten auf den Markt kommen.

Vodafone plant, (irgendwann) Rothenberg und Kortelshütte mit LTE zu versorgen, weiß Gajek. „Aber in den nächsten drei Monaten nicht“, so sein Kenntnisstand. Auch o2 will in diesem Gebiet LTE einführen. Dazu muss aber der Sender in Brombach umgebaut werden – und das ist etwas kompliziert. In Gammelsbach gibt es seit kurzem o2-LTE, wo vorher mit Edge das mobile Internet nur ganz rudimentär vertreten war.

In Finkenbach „ist die Versorgung des Schwimmbad-Geländes kritisch“, erläutert Gajek. Die Telekom schlägt sich hier am besten, Vodafone kommt auf dem letzten Platz – aber o2 „ist auch nicht gut“. Zum Glück gibt es in diesem Bereich einen Wifi-Hotspot. Falken-Gesäß und Airlenbach sieht nur den magentafarbenen Riesen am Start. Als „nicht begeisternd“ bezeichnet der Fachmann die Lage im Sensbachtal. „Unter-Sensbach und Hebstahl teilweise weiter nix“, lautet sein Fazit.

Für die Rothenberger hat er eine gute Nachricht. Die betrifft allerdings „nur“ das Festnetz-Internet der Telekom. Interessierte können inzwischen zu Magenta-Regio wechseln, wobei Download-Geschwindigkeiten ab 50 Mbit aufwärts (vorher 16) buchbar sind. Weitere Infos unter www.telekom.de/zuhause/tarife-und-optionen/internet/magenta-zuhause-regio. Die Kunden werden Gajek zufolge von der Telekom an das Versorgungsnetz der Entega angeschlossen, bleiben aber deren Kunden.

Der Vorteil laut dem Experten: Der Telekom Magenta Eins-Rabatt (Flatrate vom Heim-Anschluss zu allen Handynetzen) bleibt nutzbar. Es muss kein Anschluss gekündigt und zu Entega „portiert“ werden. „Das regelt die Telekom alles hinter den Kulissen.“ Nachteil: Es gibt keinen Strom-/Telefon-Kombi-Tarif wie bei de Entega.

Selbst mit dem reinen Mobilfunkempfang hapert es an etlichen Stellen des Stadtgebiets. „Im Finkenbachtal gehen alle drei Netze hoch bis Finkenbach“, erklärt Gajek. Dahinter wird’s aber duster. Sowohl weiter nach Falken-Gesäß und Airlenbach als auch den Berg hoch nach Beerfelden regiert allein die Telekom.

Finkenbach und Teile von Hinterbach könnten jedoch Gajek zufolge „recht einfach versorgt werden“. Nämlich dann, wenn der Sender für den Digital-Funk der Hilfsorganisationen am Taleingang Hinterbach mit Handy-Mobilfunk ausgerüstet würde. Im Sensbachtal ist die Situation „ziemlich mau“. Der Telekom-Empfang geht einigermaßen, aber mit o2 kommt man gerade im unteren Bereich nicht weit. Ein oder zwei eigene Sendemasten fürs Tal wären eine gute Lösung, schlägt er vor.

Noch weiter talwärts am Ortsausgang Hebstahl und im badischen Gaimühle „sind alle Netze tot“. Auf der anderen Seite in Olfen ergibt sich ein ähnliches Bild. Kein Netz und manchmal sogar kein Notruf zeigt das Handy je nach Anbieter an. Nach dem Motto: „Schlimmer geht immer“.

Das dortige Dorfgemeinschaftshaus war deshalb auch das erste mit einem frei zugänglichen WLan-Hotspot. Sechs dieser geförderten Projekte sind bereits fertig, so etwa auch in Falken-Gesäß und Hebstahl. Andere wie bei den Feuerwehren Hetzbach und Gammelsbach sind in Umsetzung. Bikepark und Bahnhof Hetzbach lauten die Anregungen für weitere Punkte.

 

Langfristig eine Perspektive für Fußball bieten

„Wir wollen den Kindern und Jugendlichen langfristig eine Perspektive für den Fußball bieten“, hat sich der Jugendförderverein (JFV) Oberzent auf die Fahnen geschrieben. Aus der Taufe gehoben wurde er bereits während des letztjährigen Pferdemarkts, die Vereinsgründung erfolgte erst 2020 – wie es auch im Namen zum Ausdruck kommt. Ab der neuen Saison wird der JFV erstmals am Spielbetrieb teilnehmen.

Die erfolgreiche Kooperation der Oberzent-Vereine in den vergangenen Jahren durch Jugendspielgemeinschaften oder Erteilung von Zweitspielrechten wird mit dem neuen Verein bestätigt und gefestigt, betont der Vorsitzende Sebastian Siefert. Schwerpunkt des JFV ist der Jugendfußball. „Damit die Jugendarbeit im Spannungsfeld zwischen sportlichem Anspruchsdenken und sozialer Integrationsaufgabe fortgeführt werden kann, haben wir ein Jugendfußballkonzept erarbeitet“, erläutert Siefert.

Dieses hat Richtlinienkompetenz und stellt den roten Faden für die Akteure im Bereich des Jugendfußballs von den G-Junioren bis A-Junioren dar. Gleichzeitig bildet es den organisatorischen und sportlichen Rahmen für die Vereinsarbeit, ergänzt der Vorsitzende. „Sport ist ein wesentlicher Teil der Kultur.“ Er trägt für Siefert zur Lebensqualität und Lebensfreude bei. Das Konzept „stellt den Konsens zwischen Anspruch und Realität dar“, betont er.

Die Verantwortlichen verstehen es als den ersten Schritt einer Jugendarbeit, die sowohl dem Leistungs- als auch dem Breitensport gerecht wird. Es gilt als oberstes Ziel, die Kinder – auf ihre Altersklassen abgestimmt – gleichermaßen zu fördern und eine Gemeinschaft auf dem Fußballplatz zu schaffen. Das Konzept wird seinen Worten zufolge einer fortwährenden Überprüfung und Weiterentwicklung unterworfen. Berücksichtigt werden gesellschaftliche und vereinsinterne Entwicklungen, die zu Anpassungen führen können.

„Wir wollen dem Anspruch im Kinderfußball gerecht werden“, hebt er hervor. Kinder wollen spielen, Freude haben und sich wohlfühlen, weiß Siefert. Sie wollen auch trainieren, Leistung bringen und Erfolge feiern – „trotzdem muss Ergebnisorientierung hintenanstehen“, betont er. Leistung ist wichtig, seinen Worten nach aber nicht mit Erfolg gleichzusetzen und muss definiert werden. Es wird in Kleingruppen mit entsprechenden Schwerpunkten und Reizen trainiert, kündigt Siefert an.

Der JFV hat sich zum Ziel gesetzt, den Kindern und Jugendlichen langfristig eine Perspektive für den Fußballsport zu bieten. Alle Altersklassen sollen mit Mannschaften am Spielbetrieb teilnehmen. Daneben will man auch die individuelle Ausbildung forcieren. Die Trainer sollen altersgerechte Trainingsziele verfolgen und -methoden anwenden. Ziel ist es, so Siefert, „eine konzeptionell ausgerichtete sportliche Leistungsentwicklung im Juniorenbereich zu erreichen“.

Zusammengeschlossen haben sich im JFV die Fußballvereine TV Hetzbach, SV Beerfelden, TSV Sensbachtal, SV Gammelsbach, FC Finkenbach, Türkspor Beerfelden und SG Rothenberg. Die „Grundsteinlegung“ erfolgte bereits vor zwei Jahren, als Steffen Ulrich, Marcel Daub, Hartmut Beisel und Sebastian Siefert das Projekt für einen Jugendförderverein in der Oberzent zu realisieren begannen. „Das ist bis heute im Odenwaldkreis einmalig“, hebt der Vorsitzende hervor.

Vorstand JFV Oberzent: Vorsitzender Sebastian Siefert, zweiter Vorsitzender Helmut Beisel, Kassenwartin Dominique Deutsch, Jugendkoordinatoren Marcel Daub, Yannik Hartmann (G/F/E), Kerstin Schwinn (D/C/B/A), Presse/Homepage Patrick Grohmann, Passwesen/Vereinswechsel Birgit Johe, Organisation/Veranstaltungen Myriam Siefert, Heike Gebhardt.

Weitere Infos unter E-Mail jfv-oberzent@gmx.de oder beim Vorsitzenden Sebastian Siefert, Telefon 0151/16586204. Ab August steht die Homepage www.jfv-oberzent.de. Am 15. August findet in Beerfelden (Sportplatz Stried) ein Schnuppertag für alle Nachwuchskicker des Jahrgangs 2013, 2014 und 2015 statt.

 

 

 

Demnächst soll die Glocke werden

Den Turmbau zu Hebstahl muss die Dorfgemeinschaft wohl selbst in die Hand nehmen. Eine Förderung für die Errichtung eines Glockenturms am Hebstahler Friedhof über das Regionalbudget der Leader-Aktionsgruppe bei der Interessengemeinschaft Odenwald wurde – wie auch für ein ähnliches Projekt in Kailbach – abschlägig beschieden. Ortsvorsteher Tobias Kuhlmann sprach das Thema auf der Sitzung des Sensbachtaler Gremiums in Unter-Sensbach an.

Seitens der Kirche gibt es laut Kuhlmann die Zusicherung, die Kosten für Glocke und Läutwerk zu übernehmen. Um die Gelder für den Turm aufzubringen, ist nun an eine Haussammlung in Hebstahl gedacht. Denn der Ortsvorsteher weiß, dass man im Dorf Wert auf eine Friedhofsglocke legt. Gleichzeitig wird eine unkonventionelle Idee verfolgt, die auch in Kailbach zum Tragen kommen könnte.

Die Stadt Oberzent ist bekanntlich eine waldreiche Gemeinde. Im Sensbachtal hat man sich nun überlegt, ob sie daraus nicht ein paar Bäume abzwacken könnte, die dann zum Bau des Glockenturms verwendet werden. Denn aktuell gibt es massenweise Käferholz in den heimischen Wäldern, das sowieso so gut wie unverkäuflich ist – warum also nicht zuhause verwenden? Sägen lassen will man die Bretter dann vom heimischen Holzwerk. „Das ist doch eine gute Idee“, schmunzelt Kuhlmann.

In Günterfürst gibt es ein ähnliches Projekt der Dorfgemeinschaft. Vom Erbacher Stadtteil will man sich Infos ins Sensbachtal kommen lassen, „um zu schauen, ob wir in diese Richtung aktiv werden können“. Und mit den Kailbachern will man sich ebenfalls kurzschließen. „Wir müssen ja nicht das Rad neu erfinden“, baut Kuhlmann auf den Ideenaustausch.

Wanderer sollen den richtigen Weg finden

Genugtuung im Sensbachtal: Mit der Sporthallensanierung geht es voran. Der Bau-und Umweltausschuss empfahl jetzt die Sanierung. Die Stadt soll davon maximal 475.000 Euro tragen, den Rest hofft man über Fördermittel zu stemmen. Das Projekt nahm in den vergangenen Jahren immer größere Dimensionen an – was auch eine stetige Verteuerung bedeutete.

In der 1968 erbauten Halle herrscht einiger Sanierungsstau. Bereits 2017 stand eine Förderung von 145.000 Euro aus dem kommunalen Investitionsprogramm KIP an. Hier ging es um die energetische Sanierung. Ende 2017 entschied die Gemeindevertretung dann, die Halle komplett in die Hand zu nehmen und in allen Belangen auf einen zeitgemäßen Stand zu bringen. Kosten (damals) 577.000 Euro.

Ein Thema auf der Ortsbeiratssitzung war auch das zunehmende Wandereraufkommen. Da der Urlaub im eigenen Land derzeit hoch im Kurs steht, stellte man in ganz Oberzent mehr Freunde der Bewegung auf den eigenen beiden Beinen fest. Viele davon, so Ortsvorsteher Tobias Kuhlmann, wählten extra das Tal der Liebe, weil dort ein neuer Premium-Wanderweg angepriesen wurde.

Das Problem: An der Sporthalle in Unter-Sensbach hängen noch die alten Wegweiser. „Die Leute wussten nicht wohin“, so Kuhlmann. Bei den bisherigen stationären Wanderkarten behalf man sich dahingehend, dass ein neues DIN A4-Blatt aufgeklebt wurde. Der Ortsvorsteher betont aber: „Wir wollen auf den aktuellen Stand mit den Wegweisern kommen.“

Wanderer wollen auch mal rasten. Über den Verein Sensbachtal aktiv werden die vielen Ruhebänke auf der Gemarkung in Schuss gehalten. Ehrenamtliche sorgen für frische Farbe und Ausbesserung. Um einen Überblick zu gewinnen, wird eine Aufstellung aller Sitzgelegenheiten angestrebt. Wie Kuhlmann berichtet, ist bei der Stadt sowieso eine Datenbank der Oberzent-Bänke geplant, um Reparaturen koordinieren zu können.

Um die städtischen Finanzen ist es derzeit bekanntermaßen nicht zum Besten bestellt. Deshalb sind auch die Ortsbeiräte aufgerufen, mit ihrem Budget sparsam umzugehen. In Sensbachtal kommt man diesem Wunsch nach. „Wir werden nur die bisherigen Dinge weiterführen“, erläutert der Ortsvorsteher. Dazu zählt etwa der Gemarkungsrundgang in Unter-Sensbach, wenn Corona das zulässt.

Im Tal der Liebe gibt’s nun regen Internetverkehr. Mitte Mai wurden zwei kostenlose Wifi-Hotspots in  Betrieb genommen. Am Dorfgemeinschaftshaus Hebstahl wurde ein Indoor-Zugangspunkt installiert. Der an der Sporthalle Unter-Sensbach deckt den Außenbereich auch im Rathausbereich ab.

Haftungsfragen machen es nötig, dass der Feuerwehrteich in Ober-Sensbach eingezäunt wird. Das passiert auch mit den anderen Löschgewässern in Oberzent, so die Auskunft von Bürgermeister Christian Kehrer. Denn es gab mal – auswärts – einen Fall, dass jemand an einem solchen Teich verunglückte.

 

Stadt muss bei Finanzierung einen Zahn zulegen

In die Sporthallen-Sanierung Unter-Sensbach kommt Bewegung rein. Längere Zeit dümpelte das bereits von der früheren Gemeinde Sensbachtal angestoßene Projekte nach der Oberzent-Fusion vor sich hin, sodass es im Tal der Liebe bereits grummelte. Jetzt stellte Bürgermeister Christian Kehrer im Bau- und Umweltausschuss den aktuellen, wieder teurer gewordenen Stand der Planung vor. Gleichzeitig bat er um Aufhebung des Sperrvermerks, was das Gremium der demnächst tagenden Stadtverordneten-Versammlung einstimmig empfahl.

Kehrer warb um Verständnis dafür, dass etwas Zeit ins Land ging. Denn das Bauamt sei ziemlich dünn besetzt. Zudem gab es einige ältere Maßnahmen, die zuerst abgearbeitet wurden. Wie es aber so ist, wenn man nicht gleich anfängt: Die Baukosten gehen durch die Decke. Dazu kam, erläuterte der Bürgermeister, dass auf die ursprünglichen Planungen immer noch eine Schippe draufgelegt wurde.

In der 1968 erbauten Halle herrscht einiger Sanierungsstau. Bereits 2017 stand eine Förderung in Höhe von 145.000 Euro aus dem kommunalen Investitionsprogramm KIP an. Hier ging es um die energetische Sanierung durch Austausch der Glasbausteine, Erneuerung der Sanitäranlagen und Einbau von wassersparenden Armaturen.

Ende 2017 entschied die Gemeindevertretung Sensbachtal dann, die Halle komplett in die Hand zu nehmen und in allen Belangen auf einen zeitgemäßen Stand zu bringen. Denn auch Heizungs- und Elektroanlage sind sanierungsbedürftig. Isolierung von Giebel- und Außenwänden sowie des Hallenbodens lauteten weitere Punkte, die den Gesamtbetrag auf (damals) 577.000 Euro anwachsen ließen. Ein Neubau wäre noch viel teurer, hieß es.

Parallel dazu tat sich die Möglichkeit einer Förderung über das „Hessenkasse“-Programm mit knapp 250.000 Euro auf. Sportland Hessen steuert weitere 50.000 Euro zu. Allerdings wollten die Ausgaben da auch nicht zurückstehen. Die Kosten wuchsen – sowohl durch steigende Baupreise als auch durch weitere Wünsche – auf inzwischen knapp 940.000 Euro an.

Kehrer betonte die sehr wichtige Funktion der Sporthalle als „zentraler Treffpunkt im Sensbachtal“. Sie wird von vielen Vereinen und Gruppen sowie von der Schule genutzt. „Es gibt eine sehr gute Belegung“, sagte er, weswegen die Sanierung Priorität hat. Kristina Tiefenbacher vom Bauamt stellte im Anschluss die von ihr über- und bearbeiteten Pläne vor.

Der Fensteraustausch soll bereits im August vor sich gehen, erläuterte sie einen Vorgriff auf die weiteren, umfassenden Arbeiten. Dann soll erst einmal Pause bis nach Fasching. Auf jeden Fall, betonten sie und Kehrer, muss der Sperrvermerk runter, damit die Verwaltung nun in die Vollen gehen kann. Denn die KIP-Mittel stehen nur noch kommendes Jahr zur Verfügung.

Von den Mandatsträgern wurde der Fortschritt positiv aufgenommen. Es mischten sich aber auch kritische Stimmen darunter, dass erst jetzt die Infos kommen, wo der Ortsbeirat und teilweise Vereinsvertreter früher Bescheid wussten. „Der Sperrvermerk trug dazu bei, dass wir endlich was in der Hand haben“, meinte Thomas Ihrig (SPD). Hinterfragt wurden nicht nur von ihm zusätzliche Maßnahmen wie das Isolierpaket und Mitte 2019 aufgekommene und -genommene Wünsche aus dem Ort.

Thomas Mergenthaler (ÜWO) sprach sich dafür aus, auch die Isolierung der Halle anzugehen. Tiefenbacher wies darauf hin, dass dies im Vorfeld abgeklärt werden muss, weil es auch Einfluss auf die Dimensionierung der Heizanlage hat. Wenn auch „das Projekt stark von der ursprünglichen Planung abweicht“, sprach sich Walter Gerbig (CDU) ebenso wie Ausschuss-Vorsitzende Katharina Riesinger (ÜWO) und Thomas Väth (Grüne) für Nägel mit Köpfen aus.

Die sehen jetzt so aus, dass die Bausumme auf 950.000 Euro gedeckelt werden soll, wovon die Stadt maximal 475.000 Euro übernimmt. Diese Gelder muss sie noch zum Großteil in den kommenden Haushalt einstellen. Gleichzeitig soll die Verwaltung schauen, ob noch irgendwo Fördermittel zu akquirieren sind oder sich von anderen Maßnahmen umschichten lassen.