Sensbachtal macht weiter gemeinsame Sache

Die drei Gemeinden des Sensbachtals wollen kommunalpolitisch keine getrennten Wege gehen. Der Ortsbeirat beschloss bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung, der Stadtverordnetenversammlung zu empfehlen, für die Wahlperiode ab 2021 keine Änderung an der Zusammensetzung vorzunehmen. Somit wird es nach dem kommenden Jahr weiterhin einen gemeinsamen Ortsbeirat für die Stadtteile Ober-Sensbach, Unter-Sensbach und Hebstahl mit sieben Mitgliedern geben.

In der ehemaligen Gemeinde Hesseneck geht es augenscheinlich in die andere Richtung. Grund ist hier dem Vernehmen nach vor allem die finanzielle Benachteiligung der für mehrere Stadtteile zuständigen Ortsbeiräte bei der Verteilung des Budgets. Denn das wird nicht pro Ort, sondern pro Ortsbeirat ausgezahlt, sodass eigentlich größere Ortschaften anteilig um einiges weniger bekommen, als wenn sie pro Dorf abgerechnet würden.

Im Sensbacher Ortsbeirat wurden Bedenken laut, ob man mindestens fünf Kandidaten in jedem Stadtteil finden wird. Dann sonst könnte kein Gremium gebildet werden. Bei einer Änderung müsste die Hauptsatzung spätestens ein Jahr vor Ablauf der Wahlperiode durch die Stadtverordnetenversammlung – mit Zustimmung des Ortsbeirats – geändert werden.

Ortsvorsteher Tobias Kuhlmann informierte, dass dringende Landschaftspflegemaßnahmen durchzuführen sein. Das betrifft Freizeit- und Feuerlöschteich Ober-Sensbach, Pilz am Hannmichelsbuckel und Panoramaweg im Bereich Scholze Heide/Hermetze. Ortsbeiratsmitglied Herbert Obenauer, gleichzeitig Vorsitzender der NABU-Gruppe, teilte mit, dass seine Gruppe gerne wieder bereit ist, dies zu übernehmen. Dankbar wäre er für weitere freiwillige Helfer. Im Bereich Sitzbänke auf der

Auch an anderer Stelle ging es um die Natur. Dem Ortsbeirat wurden von verschiedener Seite defekte Ruhebänke auf der Gemarkung gemeldet. Der Vorschlag lautete, dass das Gremium über den Geo-Naturpark zehn neue Ruhebänke bestellt. Der auf die Stadt entfallende Eigenanteil soll wieder wie bereits 2019 vom Verein Sensbachtal aktiv übernommen werden, so dass die Kommune lediglich die Arbeiten für das Aufstellen der Bänke übernehmen muss. Verschiedene Wandertafeln des Geoparks sind nicht mehr aktuell und sollen geprüft werden.

Verschiedene Schutzhütten müssen überarbeitet werden (Streichen, Dachinstandsetzung). Herbert Wagner aus Hebstahl brachte sich hier vorbildlich ein, sagte Kuhlmann. Er erklärte auch seine Bereitschaft, weitere Arbeiten mit dem Ortsbeirat zu koordinieren und durchzuführen. Vordringlich sind die Talblickhütte in Ober-Sensbach und die Adam-Schwinn-Hütte in Hebstahl. Die Instandsetzung der Steinhäusel-Hütte sollte für später vorgesehen werden.

Die Sanierung der Sporthalle in Unter-Sensbach brennt den Bürgern auf den Nägeln. Kuhlmann erläuterte, dass am 27. Februar eine öffentliche Sitzung des Bauausschusses stattfinden soll, auf der außerdem Bikepark, GesundheitsVersorgungsZentrum, Bahnhof Hetzbach und die Kindertagesstätten Thema sind. Die Planung der Ausschreibung für die Sporthallensanierung läuft. Die Finanzierung und der zeitliche Ablauf müssten geklärt werden. Sobald Ergebnisse vorliegen, werden der Ortsbeirat und alle weiteren Beteiligten informiert und in das weitere Verfahren mit einbezogen, so seine Aussage.

 

Info: Gemeinsame Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses mit dem Bau-, Umwelt- und Infrastrukturausschuss Donnerstag, 27. Februar, 19.30 Uhr, Bürgerhaus Beerfelden, Bühnensaal

 

Ein eigenes Etikett für jede Kirche

Dieser Wein wird in den jeweiligen Orten besonders gut munden. Seit einem Dreivierteljahr bezieht die evangelische Kirchengemeinde Beerfelden ihre süffigen Tropfen von einem neuen Weinhändler: dem Weingut Beyer-Bähr aus Rheinhessen, das auch alle vier Wochen auf dem Beerfelder Wochenmarkt anzutreffen ist. Spätburgunder und Riesling bekommen nun je nach Ausschankort ein eigenes Etikett mit der jeweiligen Kirche aus Gammelsbach, Unter-Sensbach und Beerfelden.

Den Entwurf dafür gestaltete Uwe Breidinger, das Etikett stellt die Firma Schwinn in Gammelsbach kostenfrei her. Dort fand auch die offizielle Vorstellung des neuen „Outfits“ der 0,75-Liter-Flaschen mit Pfarrer Roger Frohmuth, Kirchenvorstand Raimund Keysser sowie Geschäftsführer Stefan Frey und Seniorenchef Ernst-Ludwig Schwinn statt.

Als Abendsmahlswein sowie als Präsent für Geburtstage, Goldene Hochzeiten und Jubiläen wird das Produkt des Betriebs aus Flörsheim-Dalsheim verwendet, erläuterte Frohmuth. Der Vorteil: Die Kirchengemeinde muss keine großen Mengen horten, sondern kann jeden Monat ihren Bestand wieder auffüllen, wenn das Weingut sowieso in Beerfelden präsent ist.

Seit 2013 gibt es den Kirchenwein, erinnert sich Raimund Keysser. Ein paar Flaschen der früheren Bestände existieren noch, aber es musste Nachschub her. „Wir dachten, das wäre ein schönes Symbol, damit die Kirche repräsentiert wird“, ergänzt er. Außerdem haben die Beschenkten etwas Besonderes mit lokalem Charakter in den Händen. Nach Breidingers Vorlage wird das Etikett in seinen drei Ausfertigungen mit den verschiedenen Gotteshäusern bei Schwinn gefertigt. Die Flaschen lassen sich dann je nach „Einsatz“ bekleben.

Etiketten werden in der alteingesessenen Firma seit 1995 hergestellt, eine Haarzurichterei gibt es bereits seit 1948. Inzwischen ist die dritte Generation im Familienbetrieb mit 15 Beschäftigten am Ruder. „Heutzutage wird sehr viel etikettiert“, freut sich Stefan Frey. Die Gammelsbacher Produkte gehen nach ganz Europa – und jetzt eben auch an die heimische Kirchengemeinde.

Oberzent-Neujahrsempfang: Jugendförderpreis für Singkreis Odenwald

Er sei froh, Bürgermeister in einer Stadt zu sein, „in der so viel geleistet wird“, bekannte Bürgermeister Christian Kehrer beim Neujahrsempfang der Stadt Oberzent in der Alten Turnhalle Beerfelden. Bis die Gäste im gestopft vollen Saal mit einem Glas Sekt aufs neue Jahr anstoßen durften, sollte allerdings einige Zeit vergehen. Denn das umfangreiche, aber auch kurzweilige Programm erforderte Sitzfleisch.

Die neu formierte „Big Band Oberzent“ sorgte für die musikalische Auflockerung zwischen einzelnen Punkten. In ihr haben sich etliche gestandene Männer plus ein Jungspund zusammengefunden, die der Spaß am Musizieren eint. Rauschender Beifall belohnte den Auftritt, der unter anderem ein Glenn-Miller-Medley und ein paar Rockstücke umfasste. Bei diesem Repertoire und den gezeigten musikalischen Fähigkeiten wäre ein eigenes Konzert der nächste logische Schritt.

Von den älteren Semestern zu den Jüngsten: Der Kinderchor des Singkreises Odenwald erhielt aus den Händen von Kehrer und Landrat Frank Matiaske nicht nur den mit 1000 Euro dotierten Jugendförderpreis, sondern eroberte mit zwei Stücken auch die Herzen der Zuhörer. Unter der Leitung von Melanie De Meo wurden bei „Schneeflöckchen, Weißröckchen“ Schneebälle übers Publikum ausgeschüttet.

Matiaske nahm es mit Humor, dass er direkt nach dem schwungvollen Auftritt der Big Band ans Mikro trat. „Viele hätten gerne eine heiße Sohle auf Parkett legen wollen und jetzt kommt das Grußwort des Landrats“, schmunzelte er. „Von deinen Kindern lernst du mehr als sie von dir. Sie lernen eine Welt von dir, die nicht mehr ist, du lernst von ihnen eine, die nun wird und gilt“, stellte er ein Bonmot von Friedrich Rückert in den Mittelpunkt.

„Die Jugend ist unsere Zukunft“, führte Matiaske in sein Lieblingsthema ein, den demographischen Wandel. Angesichts von schrumpfenden Dörfern auf dem Land sah er eine Beschäftigung damit als brennender denn je an. Der Landrat zeigte sich den vielen Vereinen gegenüber dankbar, die Kindern im Odenwald eine gute Jugend bieten. Damit wird seinen Worten zufolge eine wichtige Basis geschaffen, damit diese nach Ausbildung und Studium in der Ferne wieder in die Heimat zurückkehren.

Bisher auf Beerfelden beschränkt, kann der Jugendförderpreis seit der Fusion an Vereine in ganz Oberzent ausgeschüttet werden, informierte Kehrer. Ohne die Vereine ist für ihn die gemeinsame Stadt nicht vorstellbar. „Es ist einiges geboten in 19 Stadtteilen“, sagte der Bürgermeister. Er rief die Bürger auf, den gemeinsam begonnenen Weg weiter zu beschreiten. Beifall bekam Kehrer für seinen Appell, „nicht zu meckern, sondern rauszugehen“, den er im Zusammenhang mit den weniger werdenden Gaststätten an die Zuschauer richtete.

In seinem Jahresrückblick griff das Stadtoberhaupt einige prägnante Ereignisse von 2019 heraus. Natürlich dabei: die Musiknacht, bei der der Rathaus-Innenhof mangels der Masse an Kneipen „zur Partyzone wurde“. Oder Sportlerehrung, Zirkuswochen und Pferdemarkt, um nur einige zur nennen. Als Highlight nannte Kehrer den Seniorennachmittag, der hunderte von älteren Mitbürgern in die Walter-Heckmann-Halle führte, wo sie Tommy Steiner und Bata Illic lauschten.

Nicht nur in diesem Zusammenhang stellte er sein Rathausteam heraus, „das nicht auf die Uhr schaut“ und viele Veranstaltungen wie auch den Neujahrsempfang ehrenamtlich begleitet. OREG, Wirtschaftsförderung, Gewerbegebiet Zieglersfeld, Oberzent-Schule oder Revive Oberzent waren weitere erwähnte Punkte.

Grußworte richtete neben der Verleihung von Dankpräsenten Stadtverordnetenvorsteher Claus Weyrauch an die Gäste. Vor der Preisverleihung des Taschen-Gewinnspiels gab es einen eindrucksvollen Vortrag von Silke Naun-Bates. Sie sieht sich nach ihren schweren Unfall im Kindesalter, nach dem ihr beide Beine amputiert werden mussten, als „Botschafterin“ des Glücks, der Freiheit und des Friedens. Die in Bad Rappenau wohnende will Menschen Mut und Hoffnung schenken.

Verzögert sich die Sporthallen-Sanierung?

Im früheren Sensbachtal gibt es die Befürchtung, dass sich die Sanierung der Sporthalle in Unter-Sensbach noch länger auf sich warten lässt. Bereits vor der Fusion hatte es entsprechende Planungen gegeben, die von der Stadt Oberzent übernommen wurden. Allerdings hat diese derzeit kein Geld. Ortsvorsteher Tobias Kuhlmann nannte nun Irritationen darüber, ob die Arbeiten wie zugesagt im Anschluss an die Fastnachtskampagne 2020 durchgeführt werden.

Die bisherige Behandlung dieses Themas durch die Stadt Oberzent lässt laut Kuhlmann befürchten, „dass die gemachten Zusagen nicht eingehalten werden“. Er zitierte einen Aktenvermerk der im Mai in der Sporthalle stattgefundenen Besprechung. Dem Vorstand des TSV Sensbachtal wurde demnach von Bürgermeister Christian Kehrer zugesichert, dass mit den Arbeiten im kommenden Jahr direkt nach der Fastnacht begonnen werden soll. Denn die Maßnahme muss 2020 abgeschlossen werden, damit die bewilligten Zuschüsse nicht verfallen.

Auf Anfrage des Ortsvorstehers teilte der Bürgermeister mit, dass die Verwaltung derzeit prüft, inwieweit (lediglich) Teile der Baumaßnahme vor dem 31. Dezember 2020 abgeschlossen und abgerechnet werden können, berichtete Kuhlmann nun dem Gremium. Allerdings hätten weder Architektur- noch Ingenieurbüro bisher einen Auftrag von der Stadt erhalten.

In Anbetracht der langen Vorlaufzeit, „in der offenbar nichts passiert ist“, stößt diese Aussage auf Unverständnis, sagte Kuhlmann. Die Sporthalle in Unter-Sensbach ist der Ortsmittelpunkt schlechthin für alle Bürger und insbesondere für die Vereine, betonte er. Eine abschnittsweise Sanierung ist wegen der längeren Bauzeit und den mehrfach notwendigen Schließungen der Halle „nicht hinnehmbar“, hob er hervor. Sie stoße auf den entschiedenen Widerspruch des Ortsbeirates und der Ortsvereine.

Zu klären ist dem Ortsvorsteher zufolge weiterhin durch die Stadt, inwieweit sich der Odenwaldkreis als Schulträger an der Finanzierung der nur für den Schulsport erforderlichen Prallwand (geschätzte Kosten etwa 40.000 Euro) beteiligt. Mit einer weiteren Aussage war der Ortsbeirat ebenfalls nicht einverstanden: Der Verbindungsweg Reußenkreuz-Bullau bleibt gesperrt. Auf Antrag wurden bisher 25 gebührenfreie Genehmigungen erteilt, lautete die Auskunft der Stadtverwaltung.

Kuhlmann informierte, dass die Deutsche Telekom die Verbesserung des Mobilfunks im Ittertal plant und um Vorschläge für einen Standort zur Errichtung einer Mobilfunkanlage bittet. Vom Ortsbeirat Sensbachtal wurde bereits an die Stadtverwaltung weitergegeben, dass sich Standorte auf badischer Seite besser anbieten, da es dort größere Staatswaldflächen gibt.

Schon seit mehreren Monaten wird die Brücke über die B 45 am ehemaligen Gasthaus „Spitzenwirt“ von Hessen Mobil saniert, kam zur Sprache. Die Straße bildet die direkte Verbindung zur Kernstadt Beerfelden. „Die ursprünglich genannte Bauzeit ist weit überschritten“, ärgerte man sich auf der Sitzung. Eine definitive Aussage zur Fertigstellung wurde auf Anfrage nicht erteilt, so Kuhlmann. Die Homepage von Hessen Mobil nenne ein Ende der Baumaßnahme bis zum 31. Dezember.

Der Ortsvorsteher gab bekannt, dass der Winterdienst künftig komplett vom Bauhof der Stadt durchgeführt wird. Ein örtlicher Landwirt sei mit seinem Angebot nicht zum Zug gekommen. Es tauchte die Frage auf, ob der Bauhof auch den etwa 1,6 Kilometer langen Fußweg entlang der L 3120 ab der Grenze von Unter-Sensbach in nördlicher Richtung bis zur Einmündung der K 39 räumt oder ob hierfür der Landwirt zuständig bleibt.

Den Bürgern etwas zurückgeben

Wer kann von sich schon behaupten, von einem früheren Bürgermeister durch die Gegend kutschiert zu werden? Ab kommendem Frühjahr kommen die Sensbachtaler in diesen Genuss. Denn das ehemalige Gemeindeoberhaupt Egon Scheuermann sitzt dann – abwechselnd mit anderen Ehrenamtlichen – am Steuer des Vereinsbusses der Generationenhilfe Oberzent. Der verbindet an einem Tag in der Woche Ober- und Unter-Sensbach sowie Hebstahl mit der Kernstadt Beerfelden.

Aus seiner beruflichen Erfahrung weiß Scheuermann, lange Jahre Erster Beigeordneter, dann zehn Jahre Bürgermeister, dass die Mobilität im ländlichen Raum ein schwieriges Thema ist. Die Grundversorgung mit Schul- und Rufbus ist das höchste der Gefühle, schätzt er. Viel mehr kommt nicht dazu, denkt Scheuermann – mal „Garantiert mobil“ außen vor gelassen. Hier vermisst er aber die persönliche Komponente.

Der Sensbacher findet es gut, dass nicht gewartet wird, bis andere etwas tun, sondern in diesem Fall die Generationenhilfe selbst die Initiative ergreift. Mit Unterstützung von „Echo hilft“ kann der Vereinsbus im kommenden Frühjahr auf den Weg gebracht werden. An zwei weiteren Tagen in der Woche werden außerdem das Finkenbachtal sowie Falken-Gesäß, Airlenbach und Olfen angedient.

Scheuermann verspricht sich neben einer besseren Anbindung ans Zentrum auch eine Stärkung der Kernstadt. Er hofft auf ein erfolgreiches Zusammenwachsen und größeres Zusammengehörigkeitsgefühl von Oberzent, wenn die Satelliten in den anderen Tälern einen stärkeren Bezug zu Beerfelden entwickeln.

„Die Bürger werden von Leuten gefahren, die sie meist persönlich kennen dürften“, nennt er einen Pluspunkt. Der ehemalige Bürgermeister kann sich vorstellen, dass dies die Hemmschwelle für eine Nutzung senkt. „Man kann sich austauschen und unterhalten über die Dinge, die im Ort passieren“, schildert er die Vorzüge. Mit seinem Bekanntheitsgrad will er das Vertrauen gerade der älteren Mitbürger gewinnen, das Angebot zu nutzen.

Für Scheuermann ist seine Tätigkeit daneben auch ein gewisses Geben und Nehmen. Als Beigeordneter und Bürgermeister „habe ich vom Ehrenamt profitiert“, erklärt er. Jetzt möchte er als Fahrer „auch etwas davon an die Bürger zurückgeben, solange es mir möglich ist“, kokettiert der 59-Jährige mit seinem Alter.

Die Mobilität ist ein ganz zentrales Thema in den kleinen Dörfern, betont der Präses des evangelischen Dekanats Odenwald. Deshalb macht es für ihn Sinn, dass die Haltepunkte nicht auf die öffentlichen Haltestellen beschränkt werden, sondern der Bürgerbus auch entlegenere Orte wie etwa Salmshütte bedienen kann. „Damit wir sind wir näher an den Bürgern“, hebt der Alt-Bürgermeister hervor.

Gerade Ältere tun sich leichter mit einem festen Fahrplan, denkt er. Das erleichtert die Planbarkeit, wenn es dann etwa um Arzttermine geht. Den Bedarf sieht er daneben auch bei Fahrten zu den Einkaufsmärkten. Scheuermann hofft, damit der allgemeinen Abwärtsspirale auf dem Land etwas entgegenwirken zu können. Ihm geht es darum, als gutes Beispiel voranzugehen oder in diesem Fall voranzufahren, damit andere auf den Zug aufspringen.

In den drei Orten des früheren Sensbachtals gibt es seiner Beobachtung nach derzeit noch viele Mehrgenerationenhäuser, in denen weiterhin jemand Jüngeres aus der Familie wohnt und damit die Senioren unterstützt. Man hilft sich. Verwandt- und Nachbarschaft sprechen sich ab, wenn es Erledigungen gibt: „Ich fahre dahin, soll ich was mitbringen?“ Denn im Tal gibt es weder Ärzte noch einen Nahversorger. Nur zwei Bäcker halten mit ihren Verkaufswagen. Für mehr bleibt nur der Weg nach Eberbach oder Beerfelden.

Forstamt greift Waldbesitzern unter die Arme

Es waren keine freudigen Nachrichten, die die Mitarbeiter des Forstamts Beerfelden für die Privatwaldbesitzer im Sensbachtal mitgebracht hatten. Sebastian Vocilka und Gudrun Kranhold informierten in der „Krone“ über den aktuellen Stand in Sachen Käferholz-Problematik. „Wir empfehlen, derzeit kein Holz zu machen“, so Vocilka. Denn der Preis ist bereits im Keller – mit sinkender Tendenz. Waren vor zwei Jahren noch 70 bis 80 Euro pro Festmeter Fichte zu erreichen, sind es derzeit nur um die 30.

Es sind nicht nur die vom Buchdrucker befallenen Fichten vom Preisrutsch betroffen. Aber allein von diesen gibt es 60.000 Festmeter im Bereich des Forstamts Beerfelden, zum dem neben Oberzent auch das Neckartal und der Überwald gehören – normalerweise ein kompletter Jahreseinschlag. Da bei einem Sommersturm in der Dieburger Gegend etliche Eichen umfielen, sind auch mit diesen die Sägewerke voll, erläuterte der Forstmann. Daneben hat die Buche „vielfältige Schäden“.

Allenfalls die Douglasie kommt seinen Worten nach für eine Verwertung in Frage. Aber selbst das „sollte ein bis zwei Monate im Vorfeld mit dem zuständigen Förster besprochen worden“, riet Vocilka. Wo besonders dichter Fichtenbewuchs ist, sind die Schäden besonders hoch, erläuterte er. Etwa im Sensbachtal, aber auch bei Langenthal oder Schönbrunn bei Unter-Schönmattenwag.

„Die Waldbesitzer sollen aufmerksam die Lage beobachten und früh handeln“, raten die Forstleute. Braunes Bohrmehl und ein grüner Nadelteppich auf dem Boden oder eine lichte Krone können Anzeichen für befallene Bäume sein. „Wenn der Specht verstärkt drangeht, ist der Befall schon fortgeschritten“, weiß Vocilka. Das Forstamt nutzt für eine effektive, rechtzeitige Käferholz-Beseitigung auch moderne Hilfsmittel wie die geographische Erfassung vor Ort mit der Borkenkäfer-App auf dem Smartphone, erzählte er.

Um den gebeutelten Waldbesitzern etwas unter die Arme zu greifen, wurde zusammen mit dem Forstamt Michelstadt eine Fördermöglichkeit erarbeitet, um eine gemeinsame Richtlinie für den kompletten Odenwaldkreis parat zu haben. Die gilt sowohl für Privat- als auch Kommunalwald-Eigentümer. „Wir wollen Unterstützung bei der Holz-Aufarbeitung bieten“, sagte Kranhold.

Die Soforthilfe aus dem Landesprogramm fließt rückwirkend bei Maßnahmen, mit denen Holz nach dem 1. Januar 2019 aus dem Wald geschafft wurde. „Nachweise und Belege müssen vorhanden sein, wann es ins Sägewerk kam“, nennt Kranhold als Voraussetzung. Den einfachen Satz von 4,80 Euro pro Festmeter Schadholz gibt’s bei Laub- und Nadelholz-Entnahmen aus der Fläche und der Lagerung am Wegesrand.

Der erhöhte Satz von zehn Euro wird gezahlt, wenn es sich um Maßnahmen „zur Bekämpfung von Schadorganismen durch Auffinden und Aufarbeitung von befallenem Holz handelt“. Zusätzlich förderfähig ist der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zur Käferbekämpfung, aber nur zwischen Januar und Ende September 2019. „Normalerweise soll der Gifteinsatz im Wald unterbleiben“, ergänzte Vocilka.

Bei den anderen Fördergeldern müssen die Waldbesitzer der Forstfrau zufolge keine Angst haben, dass sie ausgehen. Denn das Programm läuft bis 2024. Wer es in diesem Jahr nicht mehr schafft, alles beim zuständigen Forstamt zu melden, kommt in die nächste Förderrunde 2020. Grundsätzlich will Kranhold aber versuchen, bis Mitte Januar die Sammelanträge ans Regierungspräsidium weiterzuleiten. Da Einzelanträge im Privatwaldbereich die Mindestsumme von 1000 Euro erreichen müssen, werden sie über die Forstbetriebsgemeinschaft Südlicher Odenwald zusammengefasst.

Der heiße Sommer 2018, verbunden mit ein paar Stürmen im vergangenen Jahr, bildete so etwas wie die Initialzündung für die jetzige Misere. Der folgende Winter war mild und trocken, das Frühjahr 2019 brachte ebenfalls wieder zu wenig Wasser. Was dann im Sommer und vor allem im Herbst an Feuchtigkeit vom Himmel kam, war zu spät dran und in unzureichender Menge, so die Forstleute. Denn die Bäume „gingen ohne Wasserreserven in dem Sommer“.

 

Info: Waldbesitzer sollen sich für die Förderanträge beim zuständigen Revierförster melden.

Gespräch mit dem Fürsten wegen der Straße

Gibt es bei der festgefahrenen, gesperrten Strecke zwischen Reußenkreuz und Bullau jetzt langsam Bewegung? Ortsvorsteher Tobias Kuhlmann teilte auf der vergangenen Ortsbeiratssitzung im Gemeindezentrum mit, dass er zusammen mit dem CDU-Stadtverordneten Oliver von Falkenburg wegen der Ortsverbindungsstraße ein Gespräch mit Graf Louis zu Erbach-Fürstenau führte. Eine Stellungnahme der Erbach-Fürstenauischen Verwaltung mit dem damaligen Auseinandersetzungsvertrag liege inzwischen der Stadtverwaltung vor, so die Auskunft.

Thema der Zusammenkunft war auch der Hebstahler Friedhof. Dort sind die Plätze für Urnengräber inzwischen weitgehend belegt, informierte Kuhlmann. Daher soll in Richtung Tal ein weiteres Urnenfeld mit etwa 24 Grabstellen für jeweils zwei Urnen angelegt werden. Die Planung dafür machte schon vor einigen Jahren das Büro Bretschneider aus Wald-Michelbach. Bauamtschef Gerd Köppel und Bestatter Erik Sauer sahen sich die Örtlichkeiten an, lautete seine Mitteilung.

Zunächst müssen etwa zwei Lkw-Ladungen Erde angefahren werden. Es sei davon auszugehen, dass dadurch der bereits jetzt schadhafte Plattenbelag um die Friedhofshalle weiter in Mitleidenschaft gezogen wird, berichtete Kuhlmann. Der Ortsbeirat drängt daher darauf, dass die Erneuerung des Umfelds zeitig im kommenden Frühjahr erfolgt. Als Belag ist laut Stadtbauamt graues Rechteckpflaster vorgesehen. An Kosten wurden ungefähr 20.000 Euro ermittelt.

Der Ortsbeirat ging bislang mit seinen Budgetmitteln sehr sparsam um. Diese stehen in diesem Jahr noch in voller Höhe von 1968 Euro zur Verfügung. Tobias Leiß schlug vor, zwei sogenannte Waldsofas anzuschaffen, wie sie auch in Ober-Hainbrunn geplant sind. Als Standorte wurden die Talblickhütte in Ober-Sensbach sowie der Platz vor dem Hochbehälter Unter-Sensbach oder am Pilz am Krappenbüschel festgelegt.

Die an der Talblickhütte wegfallende Ruhebank soll am Weg in der Nähe des Ehrenmals Hebstahl aufgestellt werden, so der Vorschlag. Bereits 2019 wurden vom Verein Sensbachtal aktiv über den Geo-Naturpark zwölf Ruhebänke und zwei Tische angeschafft. Diese haben zwischenzeitlich ihren Platz gefunden. Bis zum Frühjahr 2020 soll über die Stadtverwaltung der Wunsch an den Geo-Naturpark nach weiteren Bänken abgegeben werden, hieß es.

Weitere Verschönerungsmaßnahmen auf der Gemarkung sin ebenfalls im Gespräch, so Kuhlmann. Hierzu zählt unter anderem das Blühwiesenprojekt, das man in Rücksprache mit dem Straßenbauamt entlang der L 3120 am „Wäldchen“, der „Holzplatzkurve“ im Leonhardsgrund und/oder am Häuselsbrunnen umsetzen könnte. Die eigenen Budgetmittel sollen nicht zur Finanzierung des geplanten Geländers am Dorfgemeinschaftshaus (DGH) Hebstahl verwendet werden, beschloss der Ortsbeirat. Denn inzwischen hat der Oberzent-Magistrat das Angebot einer Fachfirma angefordert.

Der Gemarkungsrundgang soll am Sonntag, 13. Oktober, in Hebstahl stattfinden, berichtete der Ortsvorsteher. Er wird durch Thomas Henrich und Herbert Obenauer organisiert. Start ist um 9 Uhr am DGH, wo auch der Abschluss stattfindet. Der Ortsbeirat will sich Bürgern gegenüber, die mit Blumenschmuck für die Ortsverschönerung sorgen, erkenntlich zeigen und diesen Einkaufsgutscheine zukommen lassen, erläuterte er außerdem.