Der Verkehr soll auf der L 3120 in Airlenbach „entschleunigt“ werden

Im Beerfelder Ortsteil Airlenbach wird zu schnell gefahren. Darüber sind sich alle einig. Doch wie lässt sich der Verkehr auf der L 3120 „entschleunigen“? Im Ortsbeirat ging es mal wieder um dieses Thema, nachdem 2015 zwei Geschwindigkeitsanzeigetafeln in den jeweiligen 60er-Bereichen angebracht worden waren. Diese sind zwar laut Ortsvorsteher Gerd Schäfer „ein kleiner Beitrag, der bisschen hilft“. Aber ohne Konsequenzen für Schnellfahrer.

„Wir haben nicht so viel Verkehr, aber viele, die zu schnell fahren“, meinte Schäfer. Mit baulichen und optischen Maßnahmen will man im Rahmen der eigenen Möglichkeiten die Raser, egal mit zwei oder vier Rädern, zum Abbremsen bringen. Hintergrund ist die 2013 im Auftrag des Ortsbürgers Hans Rausch angefertigte, professionelle Studie „Nicht so schnell in Airlenbach“. Dort werden verschiedene Vorschläge gemacht.

Allerdings sind der Stadt Grenzen gesetzt, wurde in den Äußerungen von Bürgermeister Gottfried Görig und Sascha Flick vom Ordnungsamt deutlich. Denn es handelt sich um eine Landesstraße, für die die Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil zuständig ist. Die dortigen Mühlen mahlen langsam und man bekommt auch nicht immer das erhoffte Ergebnis, war allen Anwesenden bewusst. Von daher bedauerte es Schäfer, dass kein Vertreter der Behörde zur Sitzung erschienen war.

„Große Baumaßnahmen wie die Einengung der Fahrbahn und ein Straßenteiler wären mit großen Aufwand verbunden“, erläuterte Görig. Hessen Mobil stelle sich auf den Standpunkt, dass die Gemeinde dafür aufkommen solle. „Im Haushalt 2017 sind aber keine Mittel drin“, sagte der Bürgermeister.

Die Runde war sich uneinig, ob mit einer Bepflanzung links und rechts der Fahrbahn und einer damit verbundenen „Torwirkung“ etwas erreicht werden könnte. Denn ein breiter Grünstreifen ist in Landesbesitz, dafür brächte man wiederum eine Genehmigung. Und ob Bäume, die weiter weg von der Straße stehen, die gewünschte Wirkung bringen, wurde in Frage gestellt. Ganz abgesehen davon, ob sie, wenn dichter dran, nicht bei gefährlichen Kreuzungen die Sicht nehmen.

Man will nun mit kleinen Maßnahmen, die wenig Geld kosten und am einfachsten durchzusetzen sind, schon in diesem Jahr starten. Dazu gehört die von Schäfer vorgeschlagene „60“ an den beiden Ortseingängen mit dem grünen Weilerschild. Außerdem soll eine „50“ auf die Straße, wo dann das gelbe Ortsschild steht. Angedacht sind auch „Rüttelstreifen“, um die Autolenken zum Langsam fahren zu bewegen. Allerdings war Tenor eindeutig: „Wo nicht kontrolliert wird, hält sich keiner dran.“

Weshalb auch das Thema „Blitzer“ wieder angesprochen wurde. Da war man in Airlenbach vor einiger Zeit noch skeptisch, aber die Wirkung in Hetzbach und Gammelsbach bewirkte bei Schäfer ein Umdenken. Auch andere Teilnehmer sprachen sich dafür aus. Flick widersprach der Meinung, ein stationäres Gerät habe nur punktuelle Wirkung. „In den 500 bis 600 Metern davor und dazwischen wird langsamer gefahren“, wies er auf die Erfahrungen aus den beiden Ortsteilen hin.

Der Bürgermeister machte jedoch deutlich, dass diese Geräte an bestimmte Kriterien gebunden seien. Es sei zu ermitteln, wie viele Fahrzeuge wie schnell durch Airlenbach fahren. „Wir brauchen eine positive Stellungnahme der Polizeiakademie“, ergänzte Flick. Es müsste im Einzelfall geprüft werden, wo ein Blitzer Sinn mache. Und: „Es sollte kein Drauflegegeschäft sein.“ Im Gegensatz zu Hetz- und Gammelsbach wären die Fixbetreuungskosten für die Stadt in Airlenbach sicherlich höher, sagte er. Dass die Messungen aber Wirkung zeigen, ist auch klar: Von 18.000 im ersten Jahr sind die Beanstandungen auf jetzt 6000 Fälle zurückgegangen.

„Es muss endlich mal was geschehen“, lautete eine Äußerungen aus dem Publikum. Es gebe immer wieder gefährliche Situationen. Viel zu lange seien die Maßnahmen schon rausgeschoben worden. Ganz klar votierte man pro Blitzer, wollte neben der 60er-Markierung auch ein Überholverbot (Traktoren ausgenommen) in diesem Bereich. Eine Anregung, die Görig und Flick ebenfalls mit in die nächste Verkehrsschau nehmen.

Wie Sascha Flick erläuterte, kann man das Ortsschild nicht weiter nach außen versetzt werden, um eine Ausdehnung des 50er-Bereichs zu erhalten. Dafür fehle die notwendige durchgehende Bebauung. Am Beispiel Schönnen habe man gesehen, wie das ausgehen könne. Dort musste das Ortsschild nach einer Klage zurückversetzt werden. Er sagte zu, die mobile Geschwindigkeitsanzeige zwei bis drei Mal im Jahr an verschiedenen Stellen der Landesstraße anzubringen, damit ein gewisser Wechsel gewährleistet sei.

 

Auf 470 Meter Höhe lodert am 25. März weithin sichtbar das Rothenberger Lärmfeuer

Ein Lärmfeuer lodert am Samstag, 25. März, auch wieder im südlichsten hessischen Odenwald. Veranstaltet wird es, Name verpflichtet, von der Rothenberger Feuerwehr und in unmittelbarer Nähe des Feuerwehrgerätehauses auf einer Höhe von 470 Metern bei Einbruch der Dämmerung entzündet. Diese Reminiszenz an eine historische Kommunikationsmethode, die bereits den Römern zugeschrieben wird, findet in der Oberzent-Kommune bereits seit 2011 statt.

In den Jahren zuvor habe man immer ein Fastnachtsfeuer veranstaltet, „das wir aber aufgrund rückläufigen Zuspruchs nicht mehr durchführten“, berichtet Jugendbetreuer Jan Johe vom Feuerwehrverein. Nach einem Frühlingsfeuer 2010 stießen die Rothenberger auf der Suche nach neuen Ideen im Jahr darauf auf die Odenwald-weiten Lärmfeuer „und beteiligen uns seitdem jedes Jahr an diesen“. Mit Erfolg.

Ab 17 Uhr lädt am 25. März die Jugendfeuerwehr ins Feuerwehrgerätehaus ein. Die traditionelle Fackelwanderung für Kinder startet etwa um 18.45 Uhr. Bei Einbruch der Dunkelheit, etwa gegen 19.30 Uhr, wird das Feuer entzündet. Von dort aus, hoch über den Tälern von Finkenbach und Gammelsbach, wird der Flammenschein weithin zu sehen sein. Ebenso gibt es in diesem Jahr wieder eine atemberaubende Feuershow. Ab ungefähr 20 Uhr begeistert der Gammelsbacher Jeremy mit seiner Darbietung. Je nach Wetterbedingungen können sich die Zeiten leicht verschieben.

Im beheizten Feuerwehrgerätehaus erwarten Jugendfeuerwehr und Einsatzabteilung die Gäste mit zünftigen Speisen aus dem Kessel und vom Grill sowie mit heißen und kalten Getränken. Als Spezialität aus der germanischen Provinz gibt es an diesem Abend „Salzfleisch mit Erdrüben“, natürlich auch klassische schmackhafte Gerichte wie Steak oder Bratwurst vom Schwenkgrill.

Rothenberg befindet sich auf der Hirschhorner Höhe. Diese erstreckt sich von Beerfelden bis zum 300 Meter tiefer gelegenen Hirschhorn. Das Lärmfeuer hat ein lange Tradition: In früheren Zeiten war es ein nützliches Instrument, um schnell über große Entfernungen vor Gefahr etwa im Falle eines Angriffs warnen zu können. „Lärm“ kommt vom französischen „all‘armes“, was „zu den Waffen“ bedeutet.

Im Odenwald sollen Lärmfeuer schon von den Römern gezündet worden sein: Zur Warnung vor dem Feind, der aus dem Westen drohte, haben sie während der Zeit der germanischen Provinz (1.-4. Jahrhundert nach Christus) aller Wahrscheinlichkeit nach eine bemannte Signalkette vom Rhein bis zum Limes unterhalten.

Der Limes verläuft im östlichen Odenwald, er zieht sich von der Wetterau über den Main bei Obernburg und über den Höhenzug von Lützelbach im Norden bis Schloßau im Süden und weiter Richtung Bad Wimpfen. Er war jedoch nur von ca. 110 bis 160 n.Chr. besetzt und wurde dann weiter nach Osten verlegt.

Die einzelnen Veranstaltungsorte der Lärmfeuers, etwa 30 an der Zahl, erstrecken sich über ein Gebiet von etwa 8000 Quadratkilometern vom Rhein bis ins Herz des Odenwaldes und bilden dadurch die „weltgrößte Open-Air-Veranstaltung“. Heute flammen die Feuer nur noch zum Spaß auf – und das nicht nur entlang der historisch belegten Signallinien der Römer. Mit dem Lärmfeuer-Projekt wird der Versuch unternommen, eine historische Kommunikationsmethode vor dem Vergessen zu bewahren.

Info: http://www.feuerwehr-rothenberg.de

Frühjahrskonzert der Katholischen Kirchenmusik Hirschhorn im Casa Reha

Wie schon fast Tradition, gibt die Katholische Kirchenmusik Hirschhorn auch dieses Jahr wieder ein Frühjahrskonzert in der Seniorenresidenz Casa Reha. Es findet statt am Sonntag, 2. April, und beginnt um 10.30 Uhr. Alle Bewohner sowie Personal und Leitung freuen sich jetzt schon auf diese musikalische Veranstaltung und würden sich über weiteren Besuch aus Hirschhorn und Umgebung ebenso freuen. Die Musiker treffen sich um 10 Uhr vor Ort zum Einspielen. Mit Polkas, Walzer und Märschen wartet die KKM beim Frühschoppenkonzert auf. Gäste werden eineinhalb Stunden lang musikalisch nach Böhmen und Mähren, ins Egerland oder nach Italien entführt. Ein bunter Frühlingsstrauß an weiteren Melodien stimmt die Zuhörer darauf ein, dass langsam die wärmere Jahreszeit ins Haus steht.

Am 1. April macht der „Schwanen“ am Beerfelder Metzkeil wieder auf

Der „Schwanen“ breitet wieder seine gastronomischen Flügel aus. Zum 1. April kehrt neues Leben in das Beerfelder Traditionslokal am Metzkeil ein. Denn dann übernimmt die Familie Kellum das Lokal mitsamt Hotel, das über die Wintermonate leer gestanden hatte. Weit über die Region hinaus war es im vergangenen Jahrhundert durch Otto und Ilse Sattler geworden. Die Kellums sind Restaurant-Gängern bereits vom „Schlawitzer“ im Leonardshof bekannt, den sie seit vergangenen Juni geführt hatten.

Bauliche Gegebenheiten machten dort die Weiterarbeit nicht mehr möglich, erzählt Kerstin Kellum, die mit ihren drei Söhnen den Familienbetrieb führt. Sie hat die Küche unter sich, wo auch Nikki und Tarek mitarbeiten, während Joshua für den Service zuständig ist. „Wir hätten gerne im Schlawitzer weitergemacht“, bedauert sie. Der werde jetzt wohl als Gasthof nicht weiterbestehen können, sagt Kellum.

Da fügte es sich gut, dass vor einiger Zeit Dr. Raimund Keysser, dessen Sohn Florian zusammen mit Volker Daum das Anwesen seit 2008 gehört, gerade mit der Feuerwehr zu Gast im Schlawitzer war. Kellums Freundin Marita Fischer sprach ihn an, weil sie wusste, dass die Familie ein neues Tätigkeitsfeld suchte. Eine Besichtigung des „Schwanen“ folgte, man wurde sich einig, und die Vorarbeiten konnten starten. Da bis Mitte März der Schlawitzer noch geöffnet war, erst einmal parallel, und jetzt mit Hochdruck.

„Es hat uns einfach gefallen“, sagt Kerstin Kellum über den „Schwanen“. Dazu komme noch die zentrale Lage am Metzkeil in Beerfelden, die traditionsreiche Geschichte und das stimmige Gesamtbild. „Es gibt nur noch wenige Gaststätten mit Pächterwohnungen drin“, nennt Joshua Kellum einen weiteren Vorteil. Dazu kämen die „liebevoll renovierten Hotelzimmer“ des Hotel- und Restaurant-Betriebs, der 1853 von Adam Sattler gegründet worden war.

Das Interieur im Gastraum blieb das Gleiche. „Wir haben gestrichen und dekoriert“, erläutert Kerstin Kellum. Gardinen und Tischdeckchen hat sie selbst genäht. Dazu wurden noch ein paar Regale an der Wand angebracht. 35 Personen finden in der im Landhausstil eingerichteten Gaststätte Platz. Das Nebenzimmer hat noch einmal 50 Sitzplätze und kann für Feiern aller Art von Geburtstagen über Konfirmationen oder Kommunionen bis hin zu Vereinstreffen oder Musikveranstaltungen genutzt werden.

2011 kamen die Kellums, seit jeher im Gastronomiebereich tätig, wieder von den USA nach Deutschland. In Mechenhard am Main führten sie das „Country Inn“. Kerstin Kellum schwärmt immer noch von den dortigen „Line Dancern“. 2016 zog es die Familie dann die Oberzent, wo sie den Schlawitzer übernahmen und sich dort viele gastronomische Freunde machen.

Dessen gutbürgerliche deutsche Küche wird sich auch im Schwanen wiederfinden. „Große Portionen für einen vernünftigen Preis“, überschreibt die Köchin das Angebot, Hausmacher Kost eben hausgemacht. Dazu zählt sie kreative Steakgerichte oder hausgemachte Maultauschen in verschiedenen Varianten immer von Samstag bis Montag, außerdem Schnitzelvariationen ab zehn Euro. Spare Ribs mit Salatbüffet gibt es am Donnerstag und Freitag.

Vom Main haben die Kellums das ausgeschenkte Faust-Bier mitgebracht. Montag, Donnerstag und Freitag ist die Gaststätte von 11 bis 14 Uhr und ab 17 Uhr geöffnet, Samstag und Sonntag durchgehend ab 11 bis 22 Uhr. Dienstag und Mittwoch sind Ruhetag.

Ein zweites Standbein des „Schwanen“ sind die Gästezimmer. Fünf mit Bad/WC, Fernseher und WLAN stehen bereits zur Verfügung. Ab 36 Euro kostet das Einzelzimmer, ab 65 Euro das Doppelzimmer. Im Mai/Juni sollen dann noch einige Monteurzimmer für kürzere oder längerfristige Aufenthalte hinzukommen.

Am Eröffnungstag, Samstag, 1. April, gibt es um 11 Uhr einen Empfang mit geladenen Gästen, so die Spitzen aus Stadt und Verwaltung, Vereinsvorsitzende und Familienmitglieder der ehemaligen und heutigen Eigentümer. Ab 12 Uhr steht die Tür dann offen für die Stammgäste aus dem Schlawitzer und alle anderen Interessierten.

Das Hotel „Schwanen“ hat sich im Lauf der Jahre stark verändert. 1853 hatte Urgroßvater Adam Sattler den Gastronomiebetrieb als Apfelweinwirtschaft mit Landwirtschaft gegründet. Otto Heinrichs Vater, August Sattler, schaffte die Landwirtschaft ab, erbaute einen Gästezimmertrakt mit einem weiteren eleganten Gastraum, benannte die Wirtschaft nun in „Hotel Konditorei Café Schwanen“ um. Als Sohn Otto Heinrich Sattler 1964 das Haus übernahm, war eine Edelküche in dem eleganten Landhaus sein Ziel. 2008 kauften es Volker Daum und Florian Keysser.

Beim Gasthaus „Zum Schwanen“ handelt es sich um ein bedeutendes Einzeldenkmal, das in der Denkmaltopographie für den Odenwaldkreis folgendermaßen beschrieben ist: „Großes, dreigeschossiges Gebäude auf trapezförmigem Grundriss mit Walmdach, nach 1810. Massives Erdgeschoss mit Eckquaderung und störenden Fenstereinbrüchen; die Obergeschosse wohl in Fachwerk, mit guter Holzverschindelung und sorgfältig gearbeiteten Fensterrahmen (spätes 19. Jahrhundert). Städtebaulich bedeutende Lage in einer Straßengabelung.“

Beerfelder Ausschuss spricht sich einstimmig für muslimisches Grabfeld aus

Muslimische Bestattungen sollen ab sofort auf dem Friedhof Beerfelden möglich sein. Eine Beerdigung hat sogar schon im Bereich hinter den großen Buchsbäumen stattgefunden, die sich in Verlängerung des unteren Eingangs befinden. Einstimmig empfahl der Haupt-, Finanz-, Bau- und Planungsausschuss nun der Stadtverordnetenversammlung, dem Votum des Magistrats zu folgen und die dafür notwendige Satzung zur Änderung der Friedhofsordnung zu beschließen.

Wie Bürgermeister Gottfried Görig erläuterte, wurde mit der Änderung des Friedhofs- und Bestattungsgesetzes Anfang 2013 die Möglichkeit geschaffen, aus religiösen Gründen eine Bestattung ohne Sarg vorzunehmen. Danach kann der Magistrat nach Anhörung des Gesundheitsamtes aus religiösen Gründen eine solche gestatten. In der Regel werde es sich um muslimische/islamische Bestattungen han­deln.

Der Islamische Verein Beerfelden, vertreten durch Naci Ülger, habe Ende September 2014 angefragt, ob es möglich wäre, ein muslimi­sches Grabfeld innerhalb des Beerfelder Friedhofs einzurichten. Im Oktober sprach sich der Magistrat einstimmig da­für aus, die Angelegenheit in der Stadtverordneten-versammlung abschließend bera­ten zu lassen. Zuvor sollte mit dem Islamischen Verein bei einem gemein­samen Ortstermin die Anlegung des entsprechenden Grabfeldes sowie die Nutzung der Friedhofskapelle besprochen werden.

Görig informierte, dass bei diesem Ortstermin im Mai 2015 festgestellt wurde, dass auf dem Friedhof Platz zur Anlegung eines muslimischen Grabfeldes und eine Schaffung möglich wäre. In seiner Januar-Sitzung habe nun der Magistrat einstimmig empfohlen, innerhalb des Friedhofs dieses anzulegen und die Änderung der Friedhofsordnung als Satzung zu beschließen.

Bericht des städtischen Jugendpflegers in Beerfelden: Mit dem Apfel-Projekt wurden 400 Kinder erreicht

Die vielfältige Arbeit des städtischen Jugendpflegers stellte Rene Tunn auf der vergangenen gemeinsamen Sitzung von Haupt- und Finanz- mit Sozial- und Umweltausschuss vor. Die Hälfte seiner 39-Stunden-Woche ist Tunn dabei im Kindergarten tätig. Vier Stunden seiner Arbeitszeit sind regelmäßigen Angeboten gewidmet, zwei weitere als Sprechzeit für die Bürger. Der Rest ist bunt gemischt, wie er berichtete: Veranstaltungen, Büroarbeit, Planung von Aktionen, Fortbildung, Arbeitskreistreffen oder Werbung in eigener Sache.

Die Palette an Projekten und Veranstaltungen war im vergangenen Jahr sehr weit gefächert, erläuterte der Jugendpfleger. Angefangen von der Eröffnung des Mädchentreffs über das Alkoholpräventionsprojekt BOB und die Renovierung der städtischen Spielplätze ging das Spektrum bis zur Fußball AG und der Fahrt nach Leverkusen zum dortigen Bundesligaspiel gegen die Bayern.

Alle zwei Wochen findet Tunn zufolge das Flüchtlingskino „Schöne Momente schaffen“ statt. Bei den Ferienspielen war er mit im Boot, ebenso beim Kinderfest auf dem Pferdemarkt mit über 200 Kindern. Dazu wurde beim Bienenmarktradio die Kooperation mit der evangelischen Kirche vorgestellt. Weitere Aktivitäten: die Renovierung des Jugendraums, der Tanzworkshop und das Kinderkonzert mit Detlev Jöcker.

Unter die Schlagworte „Sport, Spaß und Integration“ hatte Rene Tunn den Bericht über die Fußball AG im vierten Jahr an der Oberzent-Schule gepackt. Angesprochen werden davon Jugendliche von der siebten bis zur zehnten Klasse. Nach den Herbstferien bis Ende März verzeichnet der Jugendpfleger dabei zwischen sieben und 16 Teilnehmern in der Woche. Auch nahm man an der Erbacher Fußballnacht teil.

Der „offene Treff“ als Begegnungsstätte bestehe nun schon im dritten Jahr, führte er aus. Er werde in Kooperation mit der evangelischen Kirchengemeinde donnerstags von 16 bis 18.30 Uhr angeboten. Derzeit wird er laut Tunn in der Woche von 15 bis 20 Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 18 Jahren besucht. „Aktuell nur Jungs“, meinte er, die zu 80 Prozent einen Migrationshintergrund hätten.

Eine Mammut-Veranstaltung ist das Apfelprojekt. Hierbei wurden Tunn zufolge im vergangenen Jahr 400 Kinder verschiedener Altersgruppen erreicht. Entstanden ist es durch den Wunsch der Jugendlichen, im Jugendraum etwas trinken zu wollen. Inzwischen findet das Projekt alle zwei Jahre statt. 2,3 Tonnen Äpfel wurden 2016 zusammen mit den Erwachsenen gesammelt.

Dazu gibt’s weitere nützliche Tipps, wie der Saft früher hergestellt wurde oder über die Vielseitigkeit des Obstes in seinen verschiedenen Ausführungen. Der Erlös kommt in Form von Spenden den Kindergärten und der Grundschule in Beerfelden zugute. Beim Apfelfest der Firma Koziol wurde das Projekt vorgestellt und außerdem Zuckerwatte verkauft.

Weiterhin wurden im vergangenen Jahr alle Geräte auf den städtischen Spielplätzen aufgelistet, so Tunn. Die Planungen seien in Absprache mit den Ortsbeiräten erfolgt. Daneben sei man in Planung und konkrete Umsetzung der Kernstadtspielplätze gegangen. In den Jahren 2015/2016 habe er für diesen Bereich 160 Arbeitsstunden aufgewendet. Tunn erwähnte darüber hinaus die Einweihung des Hetzbacher Spielplatzes mit einem Fest und den Start der Aktion „rauchfreie Spielplätze“.

Mit Blick auf die laufenden Projekte und seine Vorstellungen nannte der Jugendpfleger unter anderem den weiteren Ausbau der Kooperation mit der evangelischen Kirche. Die Renovierung der Jugendräume soll im Juni/Juli fertig sein. Tunn will den „offenen Treff“ als zentrale Anlaufstation für Jugendliche etablieren. Daneben gelte es, das Lebensumfeld der neuen, ab 1. Januar fusionierten Stadt kennenzulernen. Außerdem: die Mädchenarbeit in der Oberzent und die Schule als zentrale Anlaufpunkt für Jugendarbeit in der Gemeinde.

Chöre aus dem Sängerkreis Neckartal treffen sich am 1. April zum Wertungssingen in Schönmattenwag

Das Kreiswertungssingen und der Liedergesellschaftsabend des Sängerkreises Neckartal finden am Samstag, 1. April, um 19 Uhr im Haus des Gastes statt. Ausrichter ist der MGV Sängerbund Unter-Schönmattenwag. Der Eintritt ist frei. Die Bevölkerung ist herzlich eingeladen, sich ein Bild vom vielfältigen Können der angeschlossenen Sängerkreis-Vereine zu verschaffen.

Teilnehmende Chöre sind: Cantante Cintura Kids sowie Frauen- und Männerchor des Gastgebers, MGV Eintracht Liederkranz Sensbachtal, Chorgemeinschaft Rothenberg/Kortelshütte, MGV Liederkranz Ober-Hainbrunn, Frauen- und Gemischter Chor Eintracht Falken-Gesäß, Sängerkranz aus Schöllenbach, gemischter Chor Finkenbach und Liederkranz Gammelsbach. Weiterhin gibt es an diesem Abend Ehrungen durch den Sängerkreis.

Den Mitglieds-Chören soll mit dem Wertungssingen die Möglichkeit eines objektiven Feedbacks der eigenen musikalischen Leistung angeboten werden. Sie erhalten damit in ungezwungener Atmosphäre eine leistungsorientierte Rückmeldung zur Vorbereitung ihrer eigenen Wettbewerbsbesuche durch einen ausgewiesenen Fachmann der Chorszene und auch Hinweise zu Verbesserungsmöglichkeiten.

Fürs Programm sind ausschließlich A-cappella-Werke zugelassen. Jeder Chor trägt drei Stücke freier Wahl vor. Auf eine stilistische und musikalische Vielfalt sollte Wert gelegt werden, heißt es in der Vorgabe. Werke aus dem Bereich Spiritual/Gospel/Pop sind ebenfalls zugelassen. Die einzelnen Stücke können auch in einer abweichenden Tonart vorgetragen werden.

Die teilnehmenden Chöre des Orientierungssingens erhalten nach ihrem Auftritt durch den Juror eine fachlich fundierte und konstruktive Beurteilung. Ziel ist es, Verbesserungspotential aufzuzeigen und den Leistungsstand festzustellen. Im Anschluss steht der Berater den Chören auch für weitere Fragen zur Verfügung. Außerdem gibt es eine Bewertung nach den Richtlinien des „Deutschen Chorwettbewerb“

Juror des Sängerkreis-Orientierungs-/Wertungssingens ist Matthias Schmitt. Er studierte Musikwissenschaft, Musikpädagogik und Chorleitung an der Goethe-Universität Frankfurt, an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt und an der Hochschule für Musik in Würzburg. Schmitt ist Dirigent mehrerer Chöre und Ensembles in Freigericht (Main-Kinzig-Kreis) und in angrenzenden Regionen. Er nimmt regelmäßig erfolgreich an nationalen Chorwettbewerben teil und wurde zuletzt Preisträger beim ersten deutschen Männerchorfestival in Limburg.

International konnte er mit seinem Männerkammerchor „DelicaTon“ einige Erfolge erzielen, zum Beispiel Sonderpreisträger beim International Choral Festival in Cork 2016 (Irland), er ist Gewinner zweier Goldmedaillen bei den World Choir Games in Riga 2014 (Lettland), Grand Prix Gewinner in Llangollen 2012 (Wales) und Dirigentenpreisträger beim Johannes Brahms-Wettbewerb in Wernigerode 2011. Teilnahmen an Wettbewerben und Festivals führten ihn zudem nach Estland, Norwegen, Österreich, England und Südkorea. Hauptberuflich arbeitet Schmitt als Kulturbeauftragter im Main-Kinzig-Kreis.