Oberzent-Schüler klettern voran

Auf dieses Klettergerüst dürften andere Schüler neidisch sein. „Das ist in dieser Form einmalig“, freute sich Schulleiter Bernd Siefert bei der Einweihung während des Tags der offenen Tür an der Oberzent-Schule. Seit den Sommerferien wurde auf dem Freigelände am Bolzplatz gewerkelt, sodass nun die Jugendlichen, als pünktlich zur Eröffnung die Sonne rauskam, erste Kletterversuche unternehmen konnten.

Jürgen Neff als Vertreter des beauftragenden Odenwaldkreises durfte beim Durchschneiden des offiziellen Bandes zusammen mit den Zehntklässlern Maximilian von Au, Elias Eberhard und Paul Bellut ran. Sie hatten in der fünften Klasse bei ihren damaligen Klassenlehrerinnen Isabel Willenbücher und Tanja Daub den Antrag bei der Schulleitung, zu dieser Zeit Bernhild Hofherr, eingereicht, dass sich die Schüler ein Klettergerüst wünschen.

Bernd Siefert hatte als Stufenleiter 5/6 den Prozess mit Inge Krannich vom Bau- und Immobilienmanagement des Kreises angestoßen. „Jetzt ist das Teil viel größer geworden als erhofft“, stellte er fest. Die Kinder hatten zuvor ein Modell gebaut, was Siefert als Anregung von der Grundschule in Neckarelz mitgenommen hatte.

In seiner Eröffnungsrede nahm Siefert auf das Leitbild der OZS Bezug. Er stellte den Anspruch als „die“ integrierte Gesamtschule für Oberzent und die Region heraus. Die Schule verstehe sich als Lern- und Lebensraum, in dem die individuelle und ganzheitliche Entwicklung der Kinder gefördert wird. „Wir richten unseren Blick auf ihre vielfältigen Begabungen“, betonte er. Die Schulgemeinde begegnet sich mit Respekt, Wertschätzung und Empathie.

Der Schulleiter ging auf die zwei Grundbedürfnisse des Menschen nach Hirnforscher Gerald Hüther ein: Verbundenheit und Wachsen können. An der Oberzent-Schule können die Schüler (symbolisch durch das Klettergerüst) „über sich hinauswachsen“, postulierte er. „Let him go“ sangen zur musikalischen Begleitung bei der Einweihung Nina Ruf, Sina Müller, Anna-Lena Setzer und Ilayda Alahöz.

Die 350 Oberzent-Schüler präsentierten ihre in der Projektwoche erarbeiteten Themen den angehenden Fünftklässlern. „Helfen statt Zuschauen“, Tauchen, Fußball oder „Auf den Spuren von Scotland Yard“ hießen nur ein paar Beispiele. Die spanischen Tapas waren am Ende ebenso leergeputzt wie Waffeln oder Pizzabrötchen.

Die Konzentration der Angebote auf die Aula und die angrenzenden Räume bewährte sich, beobachtete Siefert. „Tolle Stimmung, tolle Atmosphäre“, bilanzierte er. Er hob das große Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb des Kollegen- und Schülerkreises hervor.

Beim Erasmus-Projekt gab’s eine Punktlandung. Die Teilnehmer der Polen-Reise trudelten genau rechtzeitig zum Abschlusstanz der fünften Klassen ein. Die vielen positiven Rückmeldungen beweisen Siefert zufolge, dass sich die OZS auf dem richtigen Weg befindet. Er erwartet bei den Schülerzahlen im kommenden Schuljahr noch mal einen Tiefpunkt, „danach steigen sie wieder an“.

Der Schulleiter schätzt, dass sich die Jahrgänge bei Dreizügigkeit einpendeln, sodass in relativ kleinen Klassen gearbeitet werden kann. Nicht nur aus Oberzent, sondern auch aus Hirschhorn und Erbach schicken Eltern ihre Kinder hierher. Viele von ihnen sind ehemalige Pennäler der Schule auf dem Berg, haben gute Erfahrungen gemacht und unterstützen die dortige Form der Lernvermittlung.

Viel Aufmerksamkeit zog die Ausstellung des Jahrgangs 9 unter dem Titel „Zeitzeugen des Nationalsozialismus“ auf sich. Die Jugendlichen hatten das KZ Buchenwald besichtigt und von dort viele Eindrücke mitgenommen, die sie auf verschiedene Stellwände projizierten. Thematisiert wurde auch das Schicksal des Beerfelder Juden Joseph Salomon, der 1937 im Konzentrationslager Dachau starb.

Sensbachtal macht weiter gemeinsame Sache

Die drei Gemeinden des Sensbachtals wollen kommunalpolitisch keine getrennten Wege gehen. Der Ortsbeirat beschloss bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung, der Stadtverordnetenversammlung zu empfehlen, für die Wahlperiode ab 2021 keine Änderung an der Zusammensetzung vorzunehmen. Somit wird es nach dem kommenden Jahr weiterhin einen gemeinsamen Ortsbeirat für die Stadtteile Ober-Sensbach, Unter-Sensbach und Hebstahl mit sieben Mitgliedern geben.

In der ehemaligen Gemeinde Hesseneck geht es augenscheinlich in die andere Richtung. Grund ist hier dem Vernehmen nach vor allem die finanzielle Benachteiligung der für mehrere Stadtteile zuständigen Ortsbeiräte bei der Verteilung des Budgets. Denn das wird nicht pro Ort, sondern pro Ortsbeirat ausgezahlt, sodass eigentlich größere Ortschaften anteilig um einiges weniger bekommen, als wenn sie pro Dorf abgerechnet würden.

Im Sensbacher Ortsbeirat wurden Bedenken laut, ob man mindestens fünf Kandidaten in jedem Stadtteil finden wird. Dann sonst könnte kein Gremium gebildet werden. Bei einer Änderung müsste die Hauptsatzung spätestens ein Jahr vor Ablauf der Wahlperiode durch die Stadtverordnetenversammlung – mit Zustimmung des Ortsbeirats – geändert werden.

Ortsvorsteher Tobias Kuhlmann informierte, dass dringende Landschaftspflegemaßnahmen durchzuführen sein. Das betrifft Freizeit- und Feuerlöschteich Ober-Sensbach, Pilz am Hannmichelsbuckel und Panoramaweg im Bereich Scholze Heide/Hermetze. Ortsbeiratsmitglied Herbert Obenauer, gleichzeitig Vorsitzender der NABU-Gruppe, teilte mit, dass seine Gruppe gerne wieder bereit ist, dies zu übernehmen. Dankbar wäre er für weitere freiwillige Helfer. Im Bereich Sitzbänke auf der

Auch an anderer Stelle ging es um die Natur. Dem Ortsbeirat wurden von verschiedener Seite defekte Ruhebänke auf der Gemarkung gemeldet. Der Vorschlag lautete, dass das Gremium über den Geo-Naturpark zehn neue Ruhebänke bestellt. Der auf die Stadt entfallende Eigenanteil soll wieder wie bereits 2019 vom Verein Sensbachtal aktiv übernommen werden, so dass die Kommune lediglich die Arbeiten für das Aufstellen der Bänke übernehmen muss. Verschiedene Wandertafeln des Geoparks sind nicht mehr aktuell und sollen geprüft werden.

Verschiedene Schutzhütten müssen überarbeitet werden (Streichen, Dachinstandsetzung). Herbert Wagner aus Hebstahl brachte sich hier vorbildlich ein, sagte Kuhlmann. Er erklärte auch seine Bereitschaft, weitere Arbeiten mit dem Ortsbeirat zu koordinieren und durchzuführen. Vordringlich sind die Talblickhütte in Ober-Sensbach und die Adam-Schwinn-Hütte in Hebstahl. Die Instandsetzung der Steinhäusel-Hütte sollte für später vorgesehen werden.

Die Sanierung der Sporthalle in Unter-Sensbach brennt den Bürgern auf den Nägeln. Kuhlmann erläuterte, dass am 27. Februar eine öffentliche Sitzung des Bauausschusses stattfinden soll, auf der außerdem Bikepark, GesundheitsVersorgungsZentrum, Bahnhof Hetzbach und die Kindertagesstätten Thema sind. Die Planung der Ausschreibung für die Sporthallensanierung läuft. Die Finanzierung und der zeitliche Ablauf müssten geklärt werden. Sobald Ergebnisse vorliegen, werden der Ortsbeirat und alle weiteren Beteiligten informiert und in das weitere Verfahren mit einbezogen, so seine Aussage.

 

Info: Gemeinsame Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses mit dem Bau-, Umwelt- und Infrastrukturausschuss Donnerstag, 27. Februar, 19.30 Uhr, Bürgerhaus Beerfelden, Bühnensaal

 

Toiletten sollen täglich gereinigt werden

Dem Ortsbeirat Beerfelden stinkt der Zustand der Toiletten am Zwölfröhrenbrunnen. Eine Grundsanierung der Anlage ist über IKEK-Mittel vorgesehen. In der kommenden Sitzung der Steuerungsgruppe soll die Prioritätenliste beschlossen werden, hieß es auf der Sitzung des Gremiums. Da bis dahin aber noch etwas Zeit ins Land gehen wird, beschloss der Ortsbeirat, dass die Toiletten einmal täglich geputzt werden müssen.

Die Mandatsträger zeigten sich rigoros: Wenn diese regelmäßige Reinigung nicht möglich ist, „sollten sie geschlossen werden“. Denn den aktuellen Zustand sah man als nicht mehr akzeptabel an. „Dann lieber schließen“, so die Meinung im Gremium. Auch an anderer Stelle klemmt es. So ist eine einheitliche öffentliche Beschilderung im Stadtgebiet derzeit aus Kostengründen nicht machbar. Allerdings sollte das Hinweisschild zum Feuerwehrhaus bestellt werden, lautete der Wunsch.

Zum Thema Straßensanierung wurde bei der Verwaltung bereists zwei Mal eine Liste mit besonders schlimmen Holperpisten abgegeben. Das Friedhofskonzept mit Urnengräbern wurde im Magistrat aus Kostengründen abgelehnt, gab Ortsvorsteher Christian Zimmermann bekannt. Bei Dauerparkern auf öffentlichen Parkplätzen fehlt zum Teil die Handhabe, ärgerte er sich.

Von Beerfelden aus zum Nibelungensteig gelangen: Der Ortsbeirat beschloss einstimmig, die Kosten für die Markierung des Zubringers aus seinem Budget zu zahlen. Die kostet für elf Kilometer Länge knapp 400 Euro brutto. Weitere 150 Euro fließen in die Anschaffung von Farben, mit denen die Stromkästen im Kernstadtgebiet durch den städtischen Kindergarten bemalt werden können. Galgen und Güttersbacher Weg an der Abzweigung Etzean sind die bevorzugten Plätze für Liegebänke, gab Zimmermann außerdem bekannt.

 

Ein eigenes Etikett für jede Kirche

Dieser Wein wird in den jeweiligen Orten besonders gut munden. Seit einem Dreivierteljahr bezieht die evangelische Kirchengemeinde Beerfelden ihre süffigen Tropfen von einem neuen Weinhändler: dem Weingut Beyer-Bähr aus Rheinhessen, das auch alle vier Wochen auf dem Beerfelder Wochenmarkt anzutreffen ist. Spätburgunder und Riesling bekommen nun je nach Ausschankort ein eigenes Etikett mit der jeweiligen Kirche aus Gammelsbach, Unter-Sensbach und Beerfelden.

Den Entwurf dafür gestaltete Uwe Breidinger, das Etikett stellt die Firma Schwinn in Gammelsbach kostenfrei her. Dort fand auch die offizielle Vorstellung des neuen „Outfits“ der 0,75-Liter-Flaschen mit Pfarrer Roger Frohmuth, Kirchenvorstand Raimund Keysser sowie Geschäftsführer Stefan Frey und Seniorenchef Ernst-Ludwig Schwinn statt.

Als Abendsmahlswein sowie als Präsent für Geburtstage, Goldene Hochzeiten und Jubiläen wird das Produkt des Betriebs aus Flörsheim-Dalsheim verwendet, erläuterte Frohmuth. Der Vorteil: Die Kirchengemeinde muss keine großen Mengen horten, sondern kann jeden Monat ihren Bestand wieder auffüllen, wenn das Weingut sowieso in Beerfelden präsent ist.

Seit 2013 gibt es den Kirchenwein, erinnert sich Raimund Keysser. Ein paar Flaschen der früheren Bestände existieren noch, aber es musste Nachschub her. „Wir dachten, das wäre ein schönes Symbol, damit die Kirche repräsentiert wird“, ergänzt er. Außerdem haben die Beschenkten etwas Besonderes mit lokalem Charakter in den Händen. Nach Breidingers Vorlage wird das Etikett in seinen drei Ausfertigungen mit den verschiedenen Gotteshäusern bei Schwinn gefertigt. Die Flaschen lassen sich dann je nach „Einsatz“ bekleben.

Etiketten werden in der alteingesessenen Firma seit 1995 hergestellt, eine Haarzurichterei gibt es bereits seit 1948. Inzwischen ist die dritte Generation im Familienbetrieb mit 15 Beschäftigten am Ruder. „Heutzutage wird sehr viel etikettiert“, freut sich Stefan Frey. Die Gammelsbacher Produkte gehen nach ganz Europa – und jetzt eben auch an die heimische Kirchengemeinde.

Feuerwehr-Hochburg im Höhendorf

Die Feuerwehr im Oberzent-Stadtteil Rothenberg ist eine starke Truppe. Sie zählt derzeit im 850-Seelen-Dorf 53 Mitglieder in der Einsatzabteilung, sieben Frauen und 46 Männer. Die Alters- und Ehrenabteilung besteht aus elf ehemaligen aktiven Kameraden. Die Jugendfeuerwehr hat aktuell 25 und die Kinderfeuerwehr 19 Mitglieder. Eindrucksvolle Zahlen angesichts der Ortsgröße.

Um immer einsatzbereit zu sein, wurden im abgelaufenen Jahr zahlreiche Stunden in die Ausbildung investiert, berichtete Wehrführer Jochen Weinthäter auf der Jahreshauptversammlung. So wurden drei Unterrichte mit verschiedenen feuerwehrtechnischen Themen abgehalten. In den wärmeren Monaten wurden zudem 13 praktische Übungen durchgeführt. Im Durchschnitt nahmen daran 25 Einsatzkräfte teil.

Waren es im Jahr 2018 noch 48 Einsätze, so sank diese Zahl auf 16 im vergangenen Jahr, erläuterte er. Es waren dabei zwischen sechs und 28 Feuerwehrleute anwesend, im Durchschnitt elf Einsatzkräfte. Die Ausrückzeit lag im Schnitt bei etwas über drei Minuten. Drei Mittelbrände und zehn technische Hilfeleistungen bildeten den Hauptteil.

Der Vereinsvorsitzende Steffen Bartmann hatte die Jahreshauptversammlung eröffnet. Schriftführer Janis Heckmann verlas den Jahresbericht für den Feuerwehrverein. Er nannte unter anderem Lärmfeuer, Kreisfeuerwehrtag in Michelstadt und 85. Jubiläum der Rothenberger Wehr als besondere Ereignisse. Die Gründung der Kinderfeuerwehr Mitte Juni bildete dabei ein Highlight. „Es gibt manche Familien in Rothenberg, die mit allen Generationen in allen Abteilungen der Feuerwehr vertreten sind“, freute er sich. Weihnachtsfeier und Winterwanderung bildeten den Abschluss.

Neun Mädchen und 16 Jungen sind in der Jugendwehr aktiv, so Heckmann, gleichzeitig Jugendwart. 2019 wurden 59 Stunden für feuerwehrtechnische Ausbildung und 39 für allgemeine Jugendarbeit in den wöchentlichen Gruppenstunden aufgewendet. Der zusätzliche Zeitaufwand der Jugendbetreuer betrug 620 Stunden, erläuterte er.

Einsammeln der Christbäume, Lärmfeuer, Berufsfeuerwehrnacht, Bundeswettbewerb, gemeinsamer Ausflug und Leistungsspange hießen die Aktivitäten. Beim Südhessenpokal erreichte die Mädchenstaffel Platz 1 und die gemischte Gruppe Platz 3. „Wieder mal ein erfolgreiches Jahr für die Jugendfeuerwehr Rothenberg“, betonte Heckmann. Leider reichte es zeitlich nicht mehr für einen gemeinsamen Jahresabschluss. Dieser ist nun für 2020 angesetzt.

Ein hohes Level an Jugendarbeit hält sich nicht von alleine, hob er hervor. Wenn man noch motivierter und zuverlässiger arbeite, „dann können wir die Stadt Oberzent auf Kreis- und Landesebene würdig vertreten“, motivierte er die Aktiven. Ein Einzelner könnte diese Jugendarbeit, wie sie in Rothenberg geleistet wird, nie alleine stemmen, nannte Heckmann die Gemeinschaftsleistung als tragendes Element. Die stellvertretende Kinderfeuerwehrwartin Chantal Freidel verlas danach den Jahresbericht dieser Gruppe.

Kassenwart Stefan Brand nannte die Einnahmen und Ausgaben des vergangenen Jahres in seinem Bericht. Benjamin Götz und Claus Weyrauch prüften die Kasse und bestätigten ihm eine einwandfreie Kassenführung. Der Vorstand wurde einstimmig entlastet. Da Claus Weyrauch bereits zwei Jahre lang Revisor war, stand eine Neuwahl an. Jens Beisel wurde einstimmig zum Nachfolger gewählt.

 

 

 

Beförderungen: Patrick Bartmann, Sandra Amend (Löschmeister)

Beste Übungsteilnahme: Jan Reiche (16), Sebastian Braun, Steffen Bartmann (je 15)

Jugendfeuerwehr erstmals beim Landesentscheid

Das gab’s noch nie in 40 Jahren Jugendfeuerwehr Finkenbach: Die Staffel schaffte es zum Landesentscheid in Hünfeld und wurde dort Elfter. Neben dem Jubiläum an sich war dies dem Feuerwehr-Vereinsvorsitzenden Jens Schindler eine besondere Erwähnung wert. „In 40 Jahren wart ihr die ersten, die es soweit geschafft haben. Ich bin mächtig stolz auf euch“, so Schindler. Qualifiziert hatten sich die Finkenbacher Jugendlichen dafür durch den ersten Platz im Kreisentscheid im Hainstadt am Kreisjugendfeuerwehrtag.

Schindler erwähnte darüber hinaus die weiteren Aktivitäten im sehr erfolgreichen abgelaufenen Jahr. Besonders hervorzuheben waren das Theaterstück „Hannes und der Ourewäller Landrat“. Dieses Mal gab es die Stücke „Sellemols“ und „OZ“ zu sehen. Viele Interessierte Gäste kamen und es wurde ein schöner, lustiger Abend, freute sich Schindler. Er erwähnte außerdem das wiederkehrende Weinfest, die Teilnahme am Freiwilligentag des Odenwaldkreises sowie diverse Festbesuche befreundeter Wehren.

Wehrführer Fabian Sauter ging auf die Aktivitäten der Einsatzabteilung ein: Neun Mal mussten die Brandschützer ausrücken, davon unter anderem drei Mal zu einem Brand und zu vier technischen Hilfeleistungen. Er hob die Einsatzstärke tagsüber zur Arbeitszeit mit durchschnittlich zwölf Personen hervor. 44 Prozent der Einsatzabteilung sind Atemschutzgeräteträger, sagte er.

In 24 Übungen bereiteten sich die Kameraden auf den Ernstfall vor, davon 17 für die gesamte      Wehr und sieben weiteren etwa für Gruppenführer, Maschinisten und Atemschutzgeräteträger. Die durchschnittliche Beteiligung lag bei guten 16 Personen. Die Einsatzabteilung besteht derzeit aus 34 Personen (zwei mehr als 2018), die Jugendfeuerwehr aus sieben und die Alters- und Ehrenabteilung aus drei, erläuterte Sauter. 67 Prozent der Einsatzabteilung sind unter 35 Jahre alt, hob er hervor.

Für die Jugendfeuerwehr berichtete Fabienne Buchert von den vielfältigen Aktivitäten. Die Wintermonate dienten der theoretischen Ausbildung. Gerätekunde, Knoten und Stiche sowie Wettkampftheorie wurden behandelt. Sechs Jugendliche erhielten die Leistungsspange. Bucherts Nachfolger Adrian Kruppa bedankte sich beim Betreuerteam für die Unterstützung und für das Vertrauen in seinem ersten Jahr als Jugendfeuerwehrwart.

In Vertretung von Uwe Katzer verlies Alexander Volk den zusammengefassten Bericht über die Einnahmen und Ausgaben des abgelaufenen Jahres. Seitens der Kassenprüfer bescheinigte Rüdiger Seip dem Rechner die einwandfreie Kassenführung. Auf Antrag wurde dem Kassier und dem gesamten Vorstand einstimmig Entlastung erteilt. Gleiches geschah für die Jugendwehr. Petra Lilienkamp wurde einstimmig zur neuen Kassenwartin gewählt.

Bürgermeister Christian Kehrer würdigte die Erfolge der Jugendfeuerwehr. Er dankte für die Unterstützung der Finkenbacher Brandschützer bei der Feuerbekämpfung in der Kita Rothenberg vor einem Jahr. Stadtbrandinspektor Marco Johe würdigte die Arbeit aller Gruppen der Feuerwehr Finkenbach und der Voraushelfer. Grußworte sprach auch der stellvertretende Stadtjugendfeuerwehrwart Florian Füllöp.

 

Beförderungen: Gina Lilienkamp (Feuerwehrfrau), Robert Falk (Feuerwehrmann), Marcel Jung (Oberfeuerwehrmann), Christian Heckmann (Löschmeister), Angelo Helm (Oberlöschmeister), Fabian Sauter (Brandmeister)

Häufigste Übungsteilnahme: Paul Schmidt (15), Alexander Volk und Rüdiger Seip (je 16)

 

Windkraft bringt Bewegung in die Menge

Die fortschreitenden Planungen für Windenergieanlagen beschäftigen derzeit die Menschen in Oberzent. In Rothenberg brachte die neu gegründete Bürgerinitiative 300 Leute zu einer Demo auf die Straße, um sich gegen mögliche Rotoren auf der Hirschhorner Höhe auszusprechen. Ein FDP-Antrag ließ nun in der Stadtverordnetenversammlung die Emotionen hochkochen. Am Ende sprach sich das Kommunalparlament aber mit deutlicher Mehrheit gegen Windkraft auf Oberzent-Gemarkung aus.

FDP-Fraktionsvorsitzender Frank Leutz erläuterte das Ansinnen der Liberalen, das in der Abstimmung auch in Gänze von der CDU mitgetragen wurde. SPD und ÜWO votierten uneinheitlich, die Grünen geschlossen dagegen. „Die Stadt Oberzent lehnt es … ab, dass auf Flächen im Stadtgebiet Windenergieanlagen errichtet werden“, lautete ein Punkt des Antrags, den der Gammelsbacher bereits auf einer Infoveranstaltung in Rothenberg skizziert hatte.

Auch der zweite Teil des FDP-Ansinnens fand eine Mehrheit. Darin wird festgehalten, dass Oberzent auf stadteigenen Grundstücken „weder selbst Windenergieanlagen errichten noch Dritten auf diesen die Anlagenerrichtung gestatten wird“. Soweit es der Kommune rechtlich möglich ist, wird sie die städtischen Grundstücke auch nicht für Zwecke der Zuwegung, der Lagerung, der Aufstellung von Kränen oder ähnlichem zur Verfügung stellen.

Leutz brachte es aus seiner Sicht auf den Punkt: Für den Windkraftausbau in Gestalt der Natur „das zu zerstören, was es eigentlich zu schützen gilt, ist im Sinne der FDP grundsätzlich falsch“. Mit dem Antrag sorgten die Freien Demokraten für sicherlich eine der bestbesuchten Stadtverordnetenversammlungen in jüngster Zeit. Alle vorhandenen Stühle der Alten Turnhalle waren belegt, vor allem durch Mitglieder der Rothenberger BI „Pro Natur“. Diese verfolgten die Diskussion interessiert.

„Die Stadt verkennt nicht die hohe Bedeutung, die dem Schutz des Klimas in der heutigen Zeit zukommt“, formulierte der FDP-Mann. Sie sei auch zu weiteren Anstrengungen auf diesem Feld bereit. Die Errichtung von Windenergieanlagen im Wald ist laut Leutz aber „mit derart gewichtigen Nachteilen verbunden“, dass sie abgelehnt wird. Arten- und Denkmalschutz sowie Orts- und Landschaftsbild bezeichnete der Fraktionssprecher neben der Gesundheitsgefährdung als wesentliche Punkte.

„Wir dürfen die Umweltgüter nutzen“, meinte Leutz Allerdings nur so, „dass sie für künftige Generationen erhalten bleiben und auch von diesen genutzt werden können“. Die Abwägung geht seiner Meinung nach „eindeutig zulasten der Windenergie aus“. Denn ihr Schaden für die Umwelt sei groß. Einen Nutzen für die Begrenzung der Erderwärmung und der durch sie befürchteten Umweltschäden habe sie nicht, so seine Meinung. Er sah – zumindest unter den Rahmenbedingungen des europäischen Emissionshandelssystems – die staatliche Förderung als verfassungswidrig an.

Dem FDP-Fraktionssprecher zufolge erbringt Windkraft derzeit lediglich vier Prozent Primärenergieertrag. Damit müssten zu den bestehenden 30.000 Anlagen „weitere hunderttausende“ folgen, um den Bedarf zu decken. Aber selbst dann könne man nicht gänzlich auf herkömmliche Kraftwerke verzichten, da nicht immer Wind wehe. „Schon gar nicht im Schwachwindgebiet Odenwald.“

Es entwickelte sich in der Folge eine rege Diskussion, vor allem zwischen FDP und Grünen. Hier standen die von den Freien Demokraten angeführten Aussagen des Staatsrechtlers Prof. Dietrich Murswiek von der Uni Freiburg und des Wirtschaftswissenschaftlers Prof. Hans Werner Sinn vom IFO-Institut München im Mittelpunkt.

Als sich der Meinungsaustausch peu à peu hochschaukelte, griff irgendwann Vorsteher Claus Weyrauch ein. Auf dessen Anregung hin sollen die Ausführungen der Fraktionen als Protokoll den Waldbesitzern auf der Hirschhorner Höher zur Verfügung gestellt werden. Denn an diese richtet sich schon seit Bekanntwerden der Betreiber-Pläne der Appell der Windkraft-Gegner, ihre Flächen nicht für Windkraft zur Verfügung zu stellen.