Legendäre Herrensitzung bei der Narrhalla Hainbrunn – Vorverkauf läuft

Die Herren lassen bitten. Nach vier Jahren Pause ist es wieder so weit: Die Narrhalla Ober-Hainbrunn lädt zur legendären Herrensitzung. Die findet am Freitag, 16. November, um 20.11 Uhr in der Sporthalle statt. „Shoot-out in Hainbrunn City“ lautet das Motto. Der Abend wird ganz im Zeichen des Wilden Westens stehen.

Hochkarätige Büttenredner aus der Umgebung, etwa aus Zwingenberg, Eberbach und Rockenau, sowie aus Hainbrunn selbst und „extra aus Texas eingeflogene“ Saloon-Damen werden die Location in eine Wildwest-Kulisse verwandeln, versprechen die Organisatoren. Mottogetreue Kostümierung ist ausdrücklich erwünscht.

„Jetzt heißt es Kumpels mobilisieren und ab nach Hainbrunn City“, fordert Narrhalla-Präsident Franks Flachs die Herren-Narren auf. Da es nur eine Sitzung geben wird, sind die Tickets sehr begehrt. Es herrscht Fotoverbot, Einlass ist erst ab 18 Jahren. „Die berühmte Hainbrunner Bar ist bestens bestellt“, verspricht er.

Urheber dieser speziellen Sitzung war vor zwölf Jahren Narrhalla-Urgestein Ralph Volk, der selbst immer in den Faschingssitzungen als Weltenbummler oder „Schackeline“ in der Bütt dabei ist. Seitdem finden die Events in unregelmäßigen Abständen statt und sind in der Regel schnell ausverkauft. Frauen, auch in Männer-Klamotten, dürfen nicht rein, bedauert der Präsident.

Info: Der Vorverkauf läuft. Kartenbestellungen bis 6. Oktober unter E-Mail shootout@ober-hainbrunn.de oder WhatsApp 0163/1616134. Eine komplette Tischeinheit besteht aus 18 Plätzen, falls diese jemand buchen möchte.

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Finkenbacher Freibad mit viel mehr Besuchern als im vergangenen Jahr

Gelungener Abschluss einer sehr guten Saison: Stefan Zirkel, bekannt von „Cool Breeze“, unterhielt mit der Band „SO!“ die Gäste im Finkenbacher Freibad beim Abschlussfest. Mit dem Besuch an diesem Tag zeigte sich das Team um Mareike und Christian Niesen wie auch mit dem Andrang während des Sommers sehr zufrieden. „Wir hatten höchstens zehn Tage zu“, forderte der heiße und lang anhaltende Sommer den beiden einiges ab. „Langsam läuft es wieder“, scherzt Niesen. Zwischendurch gingen die Helfer aber ziemlich auf dem Zahnfleisch.

Der Heimat- und Verschönerungsverein (HVV) verzeichnete ein großes Plus an verkauften Eintrittskarten gegenüber dem Vorjahr. Das hing auch damit zusammen, dass das Freibad an mehr Tagen als 2017 geöffnet war. Daneben kommt das Konzept der Niesens bei den Badegästen sehr gut an, ist immer wieder zu hören. Damit das Bad rausgeputzt in die Winterpause gehen kann, gibt es am 29. September einen letzten Arbeitseinsatz. Am ersten Mai-Wochenende 2019 soll das Eröffnungsfest für die kommende Saison steigen. Gebadet werden kann dann je nach Witterung.

Mit längst verschollen geglaubten Songs aus den letzten fünf Jahrzehnten unterhielten die Musiker die Gästeschar. Ganz nach dem Motto „Kennt jeder, spielt keiner“. Mit Charme verpackt in einer Art, wie man sie nirgends sonst zu hören bekommt. Damit kam die Treppe bestens an. „Die Leute waren lange da“, freute sich Niesen. Erst die typische abendliche Kälte im Finkenbacher Tal bereitete dem Feiern ein Ende.

Zur nachmittäglichen Kinderunterhaltung war Ritter Friedrich aus Hirschhorn vorbeigekommen. Hans-Jürgen Waibel in seiner Paraderolle leitete das Hufweisenwerfen, Armbrust- und Bogenschießen an. Unterstützt wurde er dabei von Mareike und Christian Niesen in mittelalterlichen Kostümen. Auf die Kinder wartete noch ein kostenloses Eis, das Herbert Gerhart von IWG-Induktionswerkzeuge spendete. Er stiftete auch jeweils eine Jahreskarte für Erwachsene, Kinder und Familien, die unter den Besuchern des Jahres 2018 verlost wurde. Als Losnummer diente die Eintrittskarte aus dieser Saison.

Info: Der Heimat- und Verschönerungsverein Finkenbach/Hinterbach/Raubach veranstaltet einen Arbeitseinsatz im Freibad Finkenbach. Am Samstag, 29. September, soll ab 10 Uhr in einer freiwilligen Helferaktion das Schwimmbadgelände in Ordnung gebracht werden. Anmeldung/Ideen/Fragen an Christian Niesen, Telefon 06068/4029, oder in Mareikes Backshop. Nach getaner Arbeit ist für das leibliche Wohl gesorgt.

Schönes Ambiente und ein ausgefallenes Angebot machen das Finkenbacher Weinfest zum Erfolg

Es sind zwei, besser drei Faktoren, die das Weinfest der Finkenbacher Feuerwehr immer zu einem Erfolg werden lassen: das herrliche Ambiente im kleinen Park neben dem Gerätehaus, außerdem die Speisekarte mit einem nicht alltäglichen Angebot – und das zu sehr moderaten Preisen. Kommt dann noch das herrliche Wetter dazu, dann sind ruckzuck alle Sitzplätze belegt und die Helfer von Feuerwehr und Ortsbevölkerung haben alle Hände voll zu tun. 50 Freiwillige sind den Tag über fürs Wohl der Besucher im Einsatz.

Fabian Sauter und Thomas Frisch sind die Chefs der Flammkuchen-Abteilung. Ob traditionell mit Lauchzwiebeln, Speck und Schmand, griechisch Marke Hellas oder mit Lachs: Sie kommen, im Holzofen frisch gebacken, alle an. Natürlich die süße Variante nicht zu vergessen. Der Klassiker, der elsässische, läuft aber immer noch am besten. Er wird wie die anderen im Feuerwehrhaus von fleißigen Händen frisch belegt und dann die paar Meter zum Holzofen rübergetragen.

Dazu Forelle mit Kartoffelsalat, Ofenkartoffel mit Kräuterquark oder hausgemachte Kürbissuppe: Eher ungewöhnliche Gerichte bei einem Feuerwehrfest. Die Finkenbacher Brandschützer haben mit diesem Angebot aber sehr gute Erfahrungen gemacht. Beim Fisch setzen die Wehrleute auf Regionalität. Die Forelle stammt aus der Teichanlage Finkenbachtal von Matthias Bartmann. Am Tag vorher gefangen, legte sie dieser eine Nacht in Salz ein, ehe sie dann auf den Teller kommen. 40 Stück waren geordert worden. Kein Vergleich aber zum Flammkuchen, von dem 240 Stück an diesem Tag verputzt werden.

Die fünf Mitglieder der Jugendfeuerwehr verdienten sich etwas fürs Zeltlager dazu und boten neben Kuchen (Spenden aus der Ortsbevölkerung) auch Kaffee an. Eine Hüpfburg sorgte für Unterhaltung der Kinder. Alles zusammen bildet das Erfolgsrezept des Festes, das die Feuerwehr im Jahr 2010 neu aufleben ließ. Den dortigen Brunnen im Park „gibt’s schon seit 24 Jahren, aber bisher wurde er noch nicht als Festkulisse genutzt“, weiß Vereinsvorsitzender Jens Schindler. Was wäre das Weinfest ohne Wein: Verschiedene Tropfen vom Weingut Diel aus Rheinhessen fanden zahlreiche Abnehmer.

Von der Bevölkerung wird es sehr gut angenommen, ist es doch eine schöne Alternative zur traditionellen Kerwe. Aus Finkenbach selbst kommen deshalb auch die meisten Gäste. Mit Holzwagenrad, alten Weinfässern und aus Weinflaschen gestalteten Kerzenhaltern für Teelichter wurde das entsprechende Ambiente geschaffen. Zum inzwischen neunten Mal wurde im Park gefeiert.

Mehrere hunderte Besucher dürften es in diesem Jahr gewesen sein, freute sich Schindler. Ähnlich viele wie 2017, als ebenfalls optimales Wetter herrschte. Auch die Feuerwehren aus Langenthal und Ober-Hainbrunn ließen es sich munden. Bei den Getränken war natürlich der Fest-namensgebende Wein ein Muss. Die Weinprobe „wurde sehr gut angenommen“, so Schindler. Vier weiße und vier rote Tropfen standen zur Auswahl, dazu noch zwei Roséweine. Sie durften vorher auch im Fünfer-Pack verkostet werden.

Bei so viel Durst kommt natürlich etliches zum Spülen zurück. Herr der Gastro-Spülmaschine ist Rainer Flick, der sich über die prompte Erledigung der schmutzigen Arbeit innerhalb von zwei Minuten freut. „Früher musste das alle drüber im Haus per Hand gewaschen werden“, deutet er aufs Feuerwehrgebäude. „Das war eine ziemliche Strafarbeit.“

Rothenberger Kerwepfarrer geht in den Ruhestand – Vom 28.9. bis 1.10. wird gefeiert

Das größte Fest des Jahres steht an: die Kerwe. Von Freitag, 28. September, bis Montag, 1. Oktober, wird wieder im Höhenort gefeiert. Freitags ist um 16.30 Uhr Start mit dem Treffen am Gemeindehaus. Hierzu sind alle Bürger eingeladen. In diesem Jahr wird nach zehn Jahren Amtszeit der bisherige Kerwepfarrer Tobias Genschel in den Ruhestand verabschiedet und ein Nachfolger geweiht. Auch bei Vikar und Kerweborscht wird es – noch geheime – Änderungen geben.

Zur Ausgrabung der Kerweschlumbel vom letzten Jahr und Taufe der neuen gibt es wieder mit Beginn 17 Uhr am Gemeindehaus eine Planwagenfahrt. An dieser darf gerne jeder teilnehmen. Danach zieht die Truppe durch die Rothenberger Wirtshäuser und verkündet die frohe Botschaft der Taufe. Samstags ist ab 18 Uhr dann traditionelle „Gockel-Kerwe“ im Hotel Hirsch. Bei leckeren Speisen und Getränken wird sich der neue Kerweborscht beim Fassanstich beweisen müssen. Stichwörter: knusprige Hähnchen, Maßkrug stemmen, Äppelwoi-Hingel, Nagel-Bock, frisch gezapftes Fest-Bier sowie Musik und gute Stimmung

Sonntags stehen die beiden Heimspiele der SG Rothenberg an. Die Kerwegemeinde wandert gemeinsam hoch auf den Rothenberger Sportplatz, um die freudige Botschaft der Kerwe zu verkünden. Bei den Heimspielen der ersten und zweiten Mannschaft (13 und 15 Uhr) „unterstützen wir die Jungs in Blau-Weiß“, kündigt Benny Beisel an. Alle hoffen zusammen mit den Teams auf einen Sechs-Punkte-Sonntag.

Montags gibt es wie jedes Jahr ab 11 Uhr Schlachtplatte im Gasthaus „Zur frischen Quelle“. Die Kerwegemeinde trifft sich zu einem letzten gemeinsamen Mittagessen und Umtrunk am Nachmittag. Gegen Abend findet die Verbrennung und Beerdigung der Kerweschlumbel, wie immer unter Ausschluss der Öffentlichkeit, statt. Die Asche wird danach zusammen mit den obligatorischen Bierflaschen an einem geheimen Ort fürs nächste Jahr vergraben.

Früher, weiß Benny Beisel, gab es zur Kerwe sogar mal einen großen Umzug und Buden am Metzkeil. Da sich irgendwann aber niemand mehr fand, der dies organisierte, schlief die Tradition ein. Seitdem die Gruppierung die Kerwe neu aufleben ließ, „wird es jedes Jahr ein bisschen mehr“, so Beisel. „Das macht immer einen Riesenspaß“, lacht er. „Wir wollen die alte Tradition am Leben erhalten“: Für diesen Zweck haben sich im Höhendorf die Gleichgesinnten zusammengefunden, die seit 2009 jedes Jahr eine Neuauflage veranstalten.

 

Viele Initiativen beteiligten sich in Oberzent am Freiwilligentag des Odenwaldkreises

Das ehrenamtliche Engagement wird in Oberzent groß geschrieben. Allein zwölf Initiativen beteiligten sich in der neuen Stadt am Freiwilligentag des Odenwaldkreises. Überall wurde geschrubbt, gehämmert, gezimmert, geschraubt, auf dass sich das eigene Dorf wieder in neuem Glanz zeigt.

Wenn in Ober-Hainbrunn was zu schaffen ist, dann kommen immer etliche Helfer zusammen. Ortsvorsteher Stefan Hofmann freute sich über 25 bis 30 Freiwillige, die dabei halfen, das Erdgeschoss im alten Schulhaus zu entkernen, den Weg hinunter zur Mühlstraße freizuschneiden und die Brücke am Sportplatz auf Vordermann zu bringen. Zusätzlich wird dort eine Saugstelle für die Feuerwehr gebaut, weil sie mit dem neuen, größeren Auto nicht mehr direkt an den Bach fahren kann.

Die Lehrerwohnung im alten Schulhaus neben der Feuerwehr steht schon seit eineinhalb Jahren leer. Sie soll jetzt zu einem Gemeinschaftsraum für die ganze Ortsbevölkerung plus Wahllokal umgebaut werden. Dafür ist allerdings viel zu tun. Eine Zwischenwand wurde rausgestemmt, das Bad musste entfernt werden, ein Behinderten-WC kommt rein, der ganze Putz wurde von Decken und Wänden geklopft. „Die Eingangstür mit den Glasbausteinen hat uns ziemlich aufgehalten“, so Hofmann. Denn da waren Stahlzargen drin.

Wandverkleidungen und Türzargen mussten auch noch raus, ständig dröhnten die Geräte. Die Helfer brachten laufend Schutt nach draußen. „Einen Pritschenwagen und zwei Anhänger haben wir bereits nach Wald-Michelbach gebracht“, sagte er. Die Arbeiten sind aber noch lange nicht beendet. Weitere Einsätze sind notwendig, bei denen Hofmann auf eine ähnlich gute Beteiligung hofft.

Von der Neckar- zur Mühlstraße führte ein kleiner Weg, der in der Vergangenheit ziemlich zugewuchert war. Er ist nun wieder gut zugänglich, nachdem Büsche und Sträucher entfernt wurden. Rund um den Glascontainer und das Gefriertruhenhaus packten auch einige Helfer an, um die Hinterlassenschaften anderer zu beseitigen. „Was die Leute alles wegwerfen ist unglaublich“, beklagte eine Freiwillige.

In Finkenbach waren knapp 20 Feuerwehr-Angehörige und Ortsbürger rund um das Gerätehaus und den angrenzenden Park aktiv. Das Grün wurde kräftig zurückgeschnitten und der Bachlauf saubergemacht. Ein kompletter Anhänger mit Grünschnitt, bestimmt zehn Kubikmeter, kam so zusammen, schätzte Wolfgang Buchert. Außerdem wurde noch Dachpappe einer alten Schutzhütte aufgeladen. Er war erfreut über die gute Resonanz.

Die SG Rothenberg will sich auf der Höhe ihren lang gehegten Traum von einem Ballfangzaun erfüllen. Denn vorher rollte das runde Leder mit schöner Regelmäßigkeit den Abhang runter, mit etwas Pech noch ins Gebüsch rein, wenn einer der Kicker kräftig verzog. 70 Metallpfosten wurden auf einer Länge von 210 Metern ins Erdreich gehauen. 1,10 Meter hoch soll der Zaun werden.

Die Fläche zwischendrin ist dann als Vorbereitungsfläche gedacht, wenn der Sportplatz selbst belegt ist, erläuterte Dominik Foshag. „Das war vorher eine extrem steile Böschung“, schilderte er. Federführend bei der Aktion war Volker Sauer, der mit Hingabe und Motorsäge am Hang aktiv war, um ein wenig Licht ins Strauch-Dickicht zu bringen. 15 Helfer packten mit an.

Eine ähnliche Zahl von Freiwilligen sorgte in Kortelshütte dafür, dass an der Kreuzung von Hoch- und Eberbacher Straße die Info-Tafel erneuert wurde. Unter der Federführung von Heike Götz vom Ortsbeirat wurden außerdem eine Sitzbank und Blumentrog neu gestellt. Adolf Helm, Marco Gugau und Arno Götz zeichnen dafür verantwortlich. Die komplette obere Erdschicht wurde abgetragen und abgefahren, die Fläche mit Holzhackschnitzeln wieder aufgefüllt.

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Posted by Thomas Wilken on Monday, September 17, 2018

 

Saubere Brünnlein fließen jetzt in Rothenberg wieder

Jetzt fließen die Brünnlein wieder. Unter Regie von Ortsbeirat sowie Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVR) mit tatkräftiger Unterstützung der Feuerwehr kümmerte sich am Odenwälder Freiwilligentag eine ansehnliche, über den Tag hinweg ständig wachsende Truppe um die verschiedenen Rothenberger Wasserspender, reinigte sie, spritzte sich aus, mähte das Umfeld, sodass jetzt alle in neuem Glanz erstrahlen. Die Aktion dauerte deutlich länger als geplant. Es gab viel Arbeit.

Bernds-, Matzen-, Krämers- und Klemertsbrunnen wurden auf Vordermann gebracht, für den Homerichsbrunnen reichte dann die Zeit nicht mehr. Der Eckbüschelbrunnen wird sowieso von den Nachbarn regelmäßig gepflegt. „Morgens um 8 Uhr haben wir mit 15 Helfern begonnen“, schilderte Jan Johe von der Feuerwehr den Beginn das Vorhaben. Im Tagesverlauf kamen aber noch mehr dazu. Mit den Nachbarn, die innerorts an den Brunnen wohnen und teilweise auch halfen, „waren wir 25 Personen“, sagte er. Interessant war auch die Altersspanne bei den Helfern: So war die Jugendfeuerwehr dabei, aber ebenso der eine oder andere Rentner.

Neben dem Klemertsbrunnen im Gammelsbachtal wurde dem Matzenbrunnen im Finkenbachtal besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Dieser liegt dem VVR-Vorsitzenden Thomas Wilcke besonders am Herzen. Er liegt nicht herrlich auf halber Höhe, bietet Sitzgelegenheit und Ausblick, sondern hat auch eine große historische Bedeutung. Denn die Quelle befindet sich auf 270 Höhenmetern auf einer Tonschicht. Dort sammelte sich das durch den Sandstein hindurch rauschende Wasser wieder und konnte gefasst werden. Auch die anderen Quellen des Finken- und Gammelsbachtals liegen etwa auf dieser Höhe.

Der Brunnen hat deshalb eine so große Bedeutung, weil er in den Jahren der großen Dürre zwischen 1857 und 1866 half, das weiter oben liegende Rothenberg mit Wasser zu versorgen, betonte Wilcke. Denn durch den Sanduntergrund floss das begehrte feuchte Nass viel zu schnell ab, als dass man es fassen konnte. So musste halb Rothenberg immer 200 Höhenmeter nach unten pendeln, um dort Trinkwasser zu holen oder Wäsche zu waschen – unhaltbare Zustände, die dann um die Jahrhundertwende zur öffentlichen Wasserversorgung führten.

In der heutigen Zeit wurde der Matzenbrunnen bei Starkregen immer wieder überflutet und verschlammt, erläuterte Wilcke. Die unterhalb liegende Wiese war „total verbrombeert“, nachdem eine dort früher zu findende Christbaum-Plantage verwildert war. Die zehn Helfer gingen ohne zu zögern ans Werk und leisteten Schwerarbeit. Es wurde nicht nur der Brunnen freigeschnitten, sondern auch verschiedene Sträucher gestutzt, die Hecken runtergeschnitten und das ganze Gelände ausgenutzt.

Nachdem die Feuerwehr mit ihrem LF 10 KatS zuerst am Berndsbrunnen das Becken gereinigt und mit dem Hochdruckreiniger ausgedampft hatte, ging es für die Brandschützer weiter ins eine, dann ins andere Tal. Moos und Dreck wurden vom Sandstein runter-, die Fugen sauber gemacht. Weil das Wasser nicht abgelassen werden konnte, wurde der Generator ausgepackt und per Pumpe und Schlauch die beiden Becken geleert. Kaum hier fertig, fuhr der Trupp zum Krämersbrunnen weiter.

„Das hier ist einfach eine super Stelle“, freute sich Wilcke darüber, dass der Brunnen gegenüber dem vorherigen Zustand kaum noch wiederzuerkennen ist. An den kühlen Wassergebern ließ sich im heißen Sommer trefflich verweilen. „Ich war an den Sommertagen öfters mal eine Runde laufen“, meinte Johe. Da kam das kühle Nass gerade recht für eine Erfrischung. In Ortsbeirat und VVR wurde dann die Idee geboren, zur Tat zu schreiten. Für die Beteiligten ist es eine Selbstverständlich, sich für den Ort zu engagieren. „Wir sind sowieso alle schon anderweitig im Dorf aktiv“, betonte Johe. Da opfern sie auch gerne einen weiteren Samstag im Dienste der Allgemeinheit.

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Posted by Thomas Wilken on Monday, September 17, 2018

Ansturm auf den Wildweinbraten beim Kelterfest der Kortelshütter Feuerwehr

Max Fink, Sven Völker und Felix Götz leisten Schwerarbeit. In schöner Regelmäßigkeit werden erst die Äpfel zerstampft, ehe sie dann in die Presse kommen, die wiederum den leckeren Süßmost ausspuckt, der reißenden Absatz bei den Besuchern des Kelterfestes findet. „Trink‘ nicht zu viel davon“, grinst Sven Völker. Denn der frische Apfelsaft ist geeignet dazu, die Verdauung anzuregen. Das Getränk war jedoch nur eine Spezialität von vielen, die die Brandschützer am Dorfgemeinschaftshaus auftischten.

Der Besuch bei der 27. Auflage der Traditionsveranstaltung war zwar nicht so gut wie im vergangenen Jahr, aber das lag auch am Samstag. Denn normalerweise wird sonntags gefeiert, was aber dieses Jahr nicht möglich war. Den Sonntag zuvor hatte die Wehr am Landeswettbewerb in Hungen teilgenommen, diesen Sonntag hatten bereits die Finkenbacher ihr Weinfest terminiert – denen wollte man nicht dazwischengrätschen. So gab es dieses Mal zwei in eins: Die normalerweise vorabendliche Bembelparty fand am selben Tag statt. Dazu hatten sich viele Wehren aus der Umgebung angesagt.

Das passende Ausflugswetter lockte die Ausflügler in Scharen auf die Höhe. Die kamen nicht aus den Orten des früheren Rothenbergs, sondern auch aus dem Neckartal und sogar aus Michelstadt, um die hohe Odenwald-Luft zu genießen. Rund ums DGH gab es wieder etliche Sitzgelegenheiten, die sich über Mittag rasch füllten. „Wildschwein-technisch“ agierte man dieses Mal eine Nummer kleiner. Denn 2017 kamen zwei Schwarzkittel auf den Grill, dieses Jahr nur einer.

Mit dessen „Erledigung“ hatte man Glück. „Mittwochs hatten wir noch keine Sau, dann kam zum Glück Donnerstag die SMS: Sau tot“, schmunzelte der stellvertretende Kommandant Timo Fink. Er war es wieder, der bereits ab 6 Uhr morgens am Grill stand und schaute, dass sich der Braten regelmäßig drehte. „Normalerweise fange ich um 2 Uhr nachts an“, meinte er. Man war davon ausgegangen, dass ein kleineres Schwein weniger Garzeit bedeuten würde, hatte aber die Rechnung ohne die Sau gemacht. Die brauchte doch etwas länger, so dass sich die Wildschwein-hungrigen Gäste etwas gedulden mussten.

Über die Mittagszeit waren die Plätze an den 20 aufgestellten Bierbankgarnituren sehr gut belegt, es kamen bestimmt über 200 Besucher zu den Spitzenzeiten auf den Berg. Neben den Kameraden der befreundeten Wehren beobachtete Fink dieses Mal wieder viele Auswärtige, die die Gastfreundschaft der Wehrleute und das ausgefallene Speisen- und Getränkeangebot zu schätzen wussten.

Äpfel gab es dieses Jahr en masse. Die Bäume bogen sich vor der Obstlast, die von 20 Wehrleuten zusammen mit der Jugendfeuerwehr einen Tag lang „auf Kortelshütter Wiesen handgelesen wurden“, lachte Sven Völker. „Weit über eine Tonne“ dürfte den Weg in die Presse gefunden haben. Der kleinere Teil wurde als Süßmost ausgeschenkt, der größere, 300 Liter, wird als Most für Apfelwein angesetzt. Über den Winter werden die Behälter im Sandsteingewölbekeller von Völker gelagert, der dafür beste Bedingungen bietet. „Für die kalte Jahreszeit optimal“, grinst der.

Am Grill stand in bewährter Manier der gelernte Koch Stefan Sonnenburg. Der ist zwar kein Feuerwehr-Mitglied, aber bei den Festen immer an vorderster Front dabei, wenn es ums Helfen geht. Insgesamt waren rund um die Veranstaltung 20 Helfer aus der gesamten Feuerwehr aktiv. Viele Speisen wurden vor Ort selbst zubereitet, so das frisch gekochte Sauerkraut, die Semmelknödel, der Kartoffelsalat oder der Zwiebelkuchen.

Der Andrang ist eine schöne Bestätigung für die Arbeit im Vorfeld: „Von 11 bis 11 wurde am Vortag gekocht“, macht Fink den Aufwand deutlich. Aber die Gäste wissen auch zu schätzen, dass beim Kelterfest viel selbst Hergestelltes auf den Teller und ins Glas kommt. Nachgeschaltet war die „Bembelparty“. Zur Musik von „DJ Firefighter“ wurde bis spät in die Nacht getanzt.