Besucherrekord beim Mühlentag an der Alten Pumpe in Rothenberg

Besucherrekord beim Mühlentag: 115 Interessierte begrüßte das Team des Verkehrs- und Verschönerungsvereins (VVR) an der „Alten Pumpe“ zwischen Rothenberg und Kortelshütte. „So viele wie noch nie“, freute sich Vorsitzender Thomas Wilcke, der zusammen mit Tina Foshag, Doris Edelmann und Frank Braner die Gäste betreute. Das herrliche Wetter trug seinen Teil dazu bei, dass viele Ausflügler beim Industriedenkmal einen Halt einlegten. „Die meisten kamen von weiter her“, stellte Wilcke fest.

Bereits kurz nach der Mittagszeit durften sich die Ehrenamtlichen über 40 Besucher freuen. Im Laufe des Nachmittags kamen noch einmal fast doppelt so viele dazu. Da der Rothenberger Posaunenchor dieses Mal am Pfingstmontag nicht feierte, gab’s außer der Reihe die geplanten Bratwürste an der Alten Pumpe. Zusammen mit dem selbstgebackenen Kuchen waren die am Ende des Tages alle restlos verputzt. „Très interessant“ vermerkte eine französische Reisegruppe, die sich im Kortelshütter „Lamm“ für eine Wanderung einquartiert hatte, im Gästebuch.

Darmstadt, Dieburg, Heilbronn oder Hiltersklingen lauteten weitere Herkunftsorte der Gäste. „Im Hirschhorner Schloss haben wir geheiratet“, erklärte eine Mutter ihren Kindern nach dem Weg vom Neckartal hoch auf die Odenwaldhügel. Die hatten beim Mühlentag wohl eher ein überdimensionales, sich drehendes Rad erwartet, weswegen ihnen die Pumpe als „Mühle ohne Mühlrad“ schmackhaft gemacht wurde.

„Mich fasziniert, was vor über 100 Jahren technisch schon möglich war“, sagte Wilcke über die „Alte Pumpe“. Außerdem habe das Bauwerk „einen ganz besonderen Wert“, da es heutzutage einzigartig und Relikt einer vergangenen Zeit sei. Um es der breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen, öffnet es der VVR zwei Mal im Jahr für die Öffentlichkeit – im September in der Regel auch am Tag des Denkmals.

Mit der Pumpe war es zu Beginn des 20. Jahrhunderts endlich möglich, zuerst für Rothenberg und dann auch für Kortelshütte sowie Ober-Hainbrunn eine gesicherte öffentliche Wasserversorgung herzustellen. Denn der Schweizer Schmid’sche Zweizylinder-Wassermotor mit Drillingspumpe beförderte das Nass vom Gammelsbachtal über 290 Höhenmeter in den Rothenberger Hochbehälter.

In den Jahrzehnten und Jahrhunderten zuvor „herrschte Wasserknappheit“, weiß der VVR-Vorsitzende. Wegen des Sandsteinuntergrunds sei das Wasser sehr schnell versickert. Auch Tiefbrunnen konnten die Misere nicht lösen. Ab dem 19. Jahrhundert wurden Stollen in den Felsen getrieben worden, um des kühlen Nass‘ habhaft zu werden. Im Unterdorf auf 400 Metern „ging das auch recht gut“, erzählte Wilcke. Weiter oben „herrschten aber regelmäßig Wassernotstände“. Dort, wo die Tagelöhner wohnten, habe das auch zu einer Belastung der Familien geführt.

Zupass kam den damaligen Ingenieuren laut Wilcke, dass es auf 250 bis 270 Meter in beiden Tälern Tonschichten gab, auf denen sich das Wasser sammelte und ergiebige Quellen speiste. „40 Meter unterhalb wurde der ‚Große Brunnen‘ im Gammelsbachtal gefasst“, so der VVR-Mann. Die dort erreichten vier Bar Wasserdruck reichten, um mit dem Motor der Schweizer Firma das lebenswichtige Nass fast 300 Meter in die Höhe pumpen zu können.

„Dieser Wassermotor ist ein Unikat. Den gibt es nur noch ein weiteres Mal in Deutschland“, weiß er. Weil die Anlage so wartungsanfällig gewesen sei, wurde sie 1904, zwei Jahre nach Fertigstellung, gleich ein zweites Mal installiert – damit immer eine in Betrieb sein konnte. Mit dem Druckwasser lasse sich die Energie gewinnen, führte Wilcke aus.

Nach dem Ausbau von Wassermotor und Pumpe aus dem alten Pumpenhaus im Tal des Clemensbrunnens auf Gammelsbacher Seite erfolgte Ende der 1990er Jahre die aufwändige Restaurierung durch den Verein Museumsstraße Odenwald. Da das alte Pumpenhaus recht unzugänglich liegt, entschloss man sich, an verkehrsgünstig gelegener Stelle an der L 3410 ein neues Gebäude zu errichten und die Anlage darin funktionsfähig zu installieren. Seit Beginn des Jahrtausends ist sie für die Öffentlichkeit zugänglich.

Info: Eine Besichtigung der Anlage und Gruppenführungen sind nach Anmeldung bei der Touristik Oberzent, Regina Georg, unter Telefon 06068/7590-520, oder Thomas Wilcke, 06275/1027, jederzeit möglich.

Schmid’scher Zweizylinder-Wassermotor mit Drillingspumpe:

Ähnlich einer Dampfmaschine drückt das Wasser auf die Kolben der zweizylindrigen Maschinen. Die Kolbenstangen übertragen die Bewegung und die Kraft auf die Kurbelwelle. Auf der einen Seite der Kurbelwelle sitzt das Schwungrad, auf der anderen Seite die Kupplung, die Motor und Pumpe miteinander verbindet. Beachtenswert ist die Steuerung der Wassermotoren durch die unterhalb der Zylinder angeordneten Schieber.

Die Zylinder sind mittels Zapfen in je zwei zur Zylinderachse parallele Stangen gelagert. Durch die Bewegung des Kurbelgetriebes werden die Zylinder in eine schwingende Bewegung versetzt. Dadurch werden die Öffnungen der Kanäle an der Unterseite der Zylinder am kreisbogenförmigen Schieberspiegel abwechselnd mit der Öffnung des Druckrohres oder einer der beiden Öffnungen des Entleerungsrohres in Verbindung gebracht. Der Zylinder füllt sich somit abhängig von seiner Lage entweder von vorn oder von hinten.

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Spenden für die Finkenbacher Voraushelfer-Gruppe fließen

In kurzer Zeit hat sich viel getan. Es ist gerade ein paar Wochen her, dass Freiwillige Feuerwehr Finkenbach und DRK Rothenberg bekannt gaben, eine Voraushelfer-Gruppe einrichten zu wollen. Aber schon bis zum Grillfest waren die Spenden reichlich geflossen. Das Geld für den gewünschten Defibrillator mit einer Anschaffungssumme von 1800 Euro wurde bereits zugesagt, auch eine zusätzliche Helfer-Tasche mit Anschaffungskosten von 300 Euro ist gesichert. Dazu kommen weitere, kleinere Geldspenden.

Das traditionelle Grillfest am Feuerwehrhaus nutzten die Brandschützer, um über ihr Vorhaben eine breitere Öffentlichkeit zu informieren. Der offizielle Start wird laut dem stellvertretenden Wehrführer Wolfgang Buchert erst im Juni sein. Denn die Funkmeldeempfänger müssen noch für die Tätigkeit freigeschaltet sein. Das sind zwar die gleichen, die die Feuerwehr schon bisher nutzt, aber es muss eine zusätzliche Schleife aktiviert werden. Neben Christian Niesen und Marcel Steinmann, die bereits jetzt aktiv sind, können vier Feuerwehrleute sofort starten. Die anderen absolvieren noch den entsprechenden Lehrgang.

Ein tödlicher Motorradunfall vergangenen Sommer in der Raubach gab den Ausschlag: DRK-Mann Niesen wurde aus dem Schwimmbad per Piepser heraus als Ersthelfer alarmiert, die Finkenbacher Feuerwehr kam dann an die Unfallstelle hinzu. Aus dem späteren Gespräch heraus entstand die Idee, unter dem Dach des DRK eine Voraushelfer-Gruppe aufzubauen, die überwiegend mit Feuerwehrleuten „bestückt“ ist. Damit soll gewährleistet werden, dass tagsüber immer jemand in Notfällen greifbar ist.

Beim DRK Rothenberg mit Bereitschaftsleiterin Anja Braner stieß man mit diesem Ansinnen auf offene Ohren. Die Rotkreuzhelfer engagierten sich stark beim Aufbau. 13 Personen gehören der Gruppe an. Die Aktiven sind auf Spenden für ihre ehrenamtliche Arbeit angewiesen. Entsprechende Dosen stehen auch in Mareikes Backshop oder im Finkenbacher Schwimmbad.

Die Mitgliedschaft bei den Brandschützern ist allerdings keine Bedingung, um bei der Voraushelfer-Gruppe mitzumachen, betont Vereinsvorsitzender Jens Schindler: „Interessierte Bürger können sich uns gerne anschließen.“ Denn alles steht unter einem wichtigen Ziel: „Die medizinisch nicht versorgte Zeit, bis der Rettungsdienst eintrifft, soll möglichst gering gehalten werden.“ Je mehr Helfer verfügbar sind, desto größer ist die die Wahrscheinlichkeit, dass einer von ihnen greifbar ist. Die Koordination geschieht über die Leitstelle. Im Notfall muss weiterhin die 112 gewählt werden, betonen die Aktiven.

Die Voraushelfer leisten aber nicht nur medizinische Hilfe. Sie kümmern sich auch um Angehörige, bis deren Verwandte oder das Kriseninterventionsteam eingetroffen sind. „Uns kennt man im Ort“, hebt  Buchert hervor. Die Betroffenen sehen in einem Notfall bekannte Gesichter, denen sie sich anvertrauen. „Es muss in die Köpfe der Leute, dass es uns gibt“, sagt er.

Mit dem Besuch des Festes zeigten sich Buchert und Wehrführer Fabian Sauter sehr zufrieden. Zwischenzeitlich bildete sich eine Schlange am Grill, musste schnell Brötchen-Nachschub herbeigeschafft werden. Viele Wehren aus der Umgebung wie aus Hirschhorn, Langenthal, Rothenberg, Falken-Gesäß, Kortelshütte oder Ober-Hainbrunn schauten bei den Kameraden vorbei. Die Übertragung des Fußball-Pokal-Finales lockte ebenfalls.

Auch zu späterer Stunde wussten die Feuerwehrleute, wie die Gäste am Ball bleiben. Die Bar öffnete in der Halbzeitpause und hatte neben einer extra gemixten Himbeer-Bowle auch diverse Gin-Mischungen im Angebot. Wem es abends draußen etwas zu frisch wurde, konnte ins Feuerwehrhaus ausweichen.

Weitere Infos zur Voraushelfer-Gruppe bei Wolfgang Buchert unter E-Mail wolfgang.buchert@freenet.de. Spenden sind möglich auf das Konto des DRK Rothenberg-Finkenbach unter dem Verwendungszweck Voraushelfer Feuerwehr Finkenbach, IBAN DE16 5085 1952 0031 0000 60.

Kortelshütter siegen bei Feuerwehrleistungsübung des Odenwaldkreises

Die Freiwilligen Feuerwehren in Oberzent haben es einfach drauf. Sie schneiden regelmäßig bei regionalen und überregionalen Wettbewerben super ab und belegen laufend vordere Plätze. So jetzt wieder bei der Freiwilligen Feuerwehr Breuberg-Neustadt, wo die Feuerwehrleistungsübung des Odenwaldkreises stattfand. Sieger: Die erste Staffel der Abteilung Kortelshütte mit Anja Hinrichs, Tina Uhrig, Malte Hinrichs, Timo Fink, Maurice Fink und Manuel Heiß.

Die ersten drei Plätze hatten alle 100 Prozent. Deshalb musste der Entscheid durch die Knotenzeit fallen, da ebenso alle vier richtige Knoten hatten. „Wir waren dann die schnellsten mit 19 Sekunden“, freute sich der stellvertretende Kommandant Timo Fink. Auf den weiteren Plätzen folgten Kirchbrombach (eine Sekunde Rückstand) und Beerfelden 1.

Zu absolvieren waren ein Theorieteil mit 15 Fachfragen in 10 Minuten und eine praktische Übung: ein Löschangriff mit Menschen-Rettung innerhalb von achteinhalb Minuten. Einen besonderen Dank statteten die beiden Staffeln ihrem Coach Günter Braner ab, der sie optimal vorbereitet hatte.

Insgesamt kämpften zwölf Odenwälder Mannschaften um die begehrten ersten zwei Plätze, welche ein Weiterkommen auf Bezirksebene bedeuten. Zusätzlich nahm eine Mannschaft aus dem Kreis Offenbach teil. Alle erreichten die Leistungsstufe Gold. Kortelshütte 2 nahm in der Besetzung Jana Kabel, Dennis Leibner, Klaus Kleinhans, Benedikt Ludwig, Max Fink und Florian Fink teil.

Weitere Platzierungen: Nieder-Kainsbach 1, Beerfelden 2, Vielbrunn (Gruppe), Nieder-Kainsbach 2, Hainstadt, Kirchbrombach 2, Kortelshütte 2, Beerfelden 3 und Lützelbach (Gruppe).

Abzeichen: Eisen Max Fink, Florian Fink, Benedikt Ludwig, Gold 5 (fünfmalige Teilnahme und extra Fragebogen) Maurice Fink, Gold 10 (zehnmalige Teilnahme und extra Fragebogen) Tina Uhrig

Personen auf dem Bild. Stehend von links: Anja Hinrichs, Timo Fink, Manuel Heiß, Maurice Fink, Max Fink, Florian Fink, Klaus Kleinhans. Knieend: Malte Hinrichs, Tina Uhrig, Günter Braner, Janna Kabel, Benedikt Ludwig, Dennis Leibner.

Überparteiliche werden bei der Stadtverordnetenwahl in Oberzent stärkste Fraktion vor der SPD

Die Stadtverordnetenwahl ist ausgezählt und hat zu interessanten Ergebnissen geführt. Die Überparteilichen stellen mit 35 Prozent und 13 Sitzen die mit Abstand stärkste Fraktion. Die SPD, bisher im früheren Beerfelden stark, muss sich mit Platz 2 begnügen. Die FDP kann sich in der neuen Stadt Oberzent wie schon in Beerfelden wieder gut positionieren. Die CDU ist mit neuen Köpfen und frischem Wind im kräftigen Aufwärtstrend. Die Grünen behaupten sich auf der kompletten Gemarkung.

„Hellauf begeistert“ zeigte sich der Spitzenkandidat der Überparteilichen Wählervereinigung Oberzent (ÜWO), Claus Weyrauch, von den 35 Prozent bei der Wahl. „Mit Abstand“ habe man das Ziel erreicht, stärkste Fraktion im neuen Parlament werden zu wollen. Wenn er auch als Bürgermeister-Kandidat mit seinem Ergebnis „frustriert“ war, weil politische Inhalte scheinbar nicht zählten, so sah sich nun bestätigt, „dass die Wähler dies doch für die Gremien durchaus zu schätzen wissen“.

In den kommenden Gesprächen wird die Fraktion „die generelle politische Richtung definieren“, sagte Weyrauch. Dazu zählte er unter anderem die Themen Ortsbeiratsbudget und Präambel der Geschäftsordnung. Ganz wichtig ist es ihm, dass die großen Probleme, „die lange vor sich her geschoben wurden“, angegangen werden. Als wichtigen Meilenstein nannte Weyrauch den Tourismuskonzept-Beschluss in der vergangenen Stadtverordneten-Versammlung, der nun umgesetzt werden soll.

Ein bis zwei Sitze mehr in der neuen Stadtverordneten-Versammlung hätte sich SPD-Spitzenkandidat Thomas Ihrig gewünscht. „30 Prozent der Stimmen wären schön gewesen“, meinte er mit Blick auf das Wahlergebnis von knapp 28. Aber: „Es ist so, wie es ist.“ Die SPD-Themen aus dem Wahlkampf will die neue Fraktion im Parlament mit Nachdruck angehen.

Dazu zählt er Stadtentwicklung und Gesundheitsversorgung („das Thema muss in zwei bis drei Jahren umgesetzt sein“), Vereinsförderrichtlinien und auch die Zusammenarbeit mit den Ortsbeiräten. Definition der Aufgaben und Budget stehen hier für Ihrig an allererster Stelle. Die Ortsbeiräte kommen auch ins Spiel, wenn es um die Repräsentation mancher Dörfer in der neuen Stadt geht, die nicht über die Stadtverordneten-Versammlung vertreten sind. „Die dürfen sich nicht abgehängt fühlen.“

Der Neuauftritt der CDU Oberzent „ist absolut gelungen“, äußerte Spitzenkandidat Oliver von Falkenburg seine Freude über das Ergebnis. Wenn man die Stärke der Partei mit dem Ergebnis fürs frühere Stadtparlament Beerfelden vergleiche, sei es ein enormer Aufwärtstrend. „Wir wollen für die neue Stadt Verantwortung übernehmen“, kündigte er an.

Die Zusammensetzung der künftigen Stadtverordneten-Versammlung bezeichnete er als „erheblichen Kurswechsel“. Die Bürger wollen, dass neue Leute ans Ruder kommen. Die CDU will sich nun für eine bürgerliche Mehrheit zusammen mit ÜWO und FDP einsetzen. „Wir haben durch den aktiven Wahlkampf ein Stück weit CDU-Identität bei der Wählerschaft zurückgewonnen“, betonte er.

Die Grünen sind mit ihrem Ergebnis zufrieden, sagte Spitzenkandidatin Elisabeth Bühler-Kowarsch. Dies vor dem Hintergrund, „dass wir bisher hauptsächlich in der Kernstadt Beerfelden vertreten waren“. Es handle sich um ein Ergebnis, auf dem man aufbauen und die Aktivitäten in den anderen Stadtteilen ausbauen könne. „Die neue Fraktion wird kritisch und konstruktiv im Parlament arbeiten und eigene Akzente setzen“, kündigte sie an.

Erfreulich sei, dass die Wähler die hervorragende Präsentation von Bürgermeisterkandidat Thomas Väth bei der Stadtverordnetenwahl honoriert hätten und er mit Abstand die meisten Grünen-Stimmen auf der Liste erhielt. Man werde noch diskutieren, ob es eine Empfehlung für die Bürgermeister-Stichwahl gebe.

Das Wahlergebnis zur Stadtverordnetenversammlung freut die FDP Fraktion sehr. „Wir schauen positiv auf die uns erwartenden Aufgaben“, so Spitzenkandidat Frank Leutz. Breiter aufgestellt habe man verstanden, „dass es nicht nur um das Thema Windkraft gehen darf“, sondern die Themen Gesundheit und Wirtschaft von der Bevölkerung gewünscht auch zu den Schwerpunkten zählen müssen. Dieser Wunsch der Bürger ist durch das Wahlergebnis deutlich geworden und „dieser Herausforderung wollen wir uns auch gerne und mit voller Motivation stellen“. Sein persönliches Ergebnis „übertrifft alle Erwartungen“, wofür er sehr dankbar sei, sagte Leutz. (Foto: bei der Auszählung)

Voraushelfer von Feuerwehr und DRK leisten im Bereich Finkenbach unschätzbare Hilfe

Ein tödlicher Motorradunfall vergangenen Sommer in der Raubach gab den Ausschlag: DRK-Mann Christian Niesen wurde aus dem Schwimmbad per Piepser heraus als Ersthelfer alarmiert, die Finkenbacher Feuerwehr kam dann an die Unfallstelle hinzu. Aus dem späteren Gespräch heraus entstand die Idee, unter dem Dach des DRK eine Voraushelfer-Gruppe (früher: Helfer vor Ort) aufzubauen, die überwiegend mit Feuerwehrleuten „bestückt“ ist. Damit soll gewährleistet werden, dass tagsüber immer jemand in Notfällen greifbar ist.

Mit seinem Vorschlag stieß Niesen sofort auf Widerhall. „Da machen wir mit“, lautete die begeisterte Reaktion aus Feuerwehrkreisen. Man ging daran, die Voraushelfer als ständige Einrichtung zu etablieren. Beim DRK Rothenberg mit Bereitschaftsleiterin Anja Braner stieß man mit diesem Ansinnen auf offene Ohren. Die Rotkreuzhelfer engagierten sich stark beim Aufbau.

13 Personen gehören der Gruppe an, die Feuerwehr und DRK Rothenberg zusammen auf die Beine stellen, erläutert der stellvertretende Wehrführer Wolfgang Buchert. Der Startschuss soll bei der Grillnacht am 19. Mai am Feuerwehrhaus fallen, zu der die Brandschützer heute schon einladen. Dann gibt es Infos aus erster Hand über dieses Hilfsprojekt. Denn die Aktiven sind auf Spenden für ihre ehrenamtliche Arbeit angewiesen. Entsprechende Dosen stehen auch in Mareikes Backshop oder im Schwimmbad.

Material, Bekleidung oder Erste-Hilfe-Tasche gehen ins Geld. Zwischen 350 und 400 Euro dürfte eine Komplettausstattung für einen Helfer kosten. Feuerwehr und DRK stiften je einen Satz, bleiben aber immer noch elf, die finanziert werden müssen. In spe soll auch ein Defibrillator angeschafft werden, sagt Niesen. Er deckte bisher lange Jahr allein den Bereich Finken-, Rau- und Hinterbach ab, bis er durch Zuzug einen Kollegen bekam. Da beide aber auswärts arbeiten, stehen sie tagsüber bei einem Alarm nicht zur Verfügung.

Bei den Feuerwehrleuten fand Niesen mit seinem Ansinnen offene Ohren. Ein paar von ihnen besuchten im vergangenen Jahr sowieso den Sanitäterlehrgang in Kassel. Wer ihn noch nicht absolviert hat, holt ihn noch nach. Die Mitgliedschaft bei den Brandschützern ist allerdings keine Bedingung, um bei der Voraushelfer-Gruppe mitzumachen, betont Vereinsvorsitzender Jens Schindler: „Interessierte Bürger können sich uns gerne anschließen.“

Denn alles steht unter einem wichtigen Ziel: „Die medizinisch nicht versorgte Zeit, bis der Rettungsdienst eintrifft, soll möglichst gering gehalten werden.“ Je mehr Helfer verfügbar sind, desto größer ist die die Wahrscheinlichkeit, dass einer von ihnen greifbar ist. Die Koordination geschieht über die Leitstelle. Im Notfall muss weiterhin die 112 gewählt werden, betonen die Aktiven. Der Disponent entscheidet dann über den Einsatz. „In der Regel bin ich fünf Minuten schneller vor Ort, da die Anfahrtswege kürzer sind“, sagt Niesen. 14 Mal wurde er in 2017 alarmiert.

Die Voraushelfer leisten aber nicht nur medizinische Hilfe. Sie kümmern sich auch um Angehörige, bis deren Verwandte oder das Kriseninterventionsteam eingetroffen sind. „Uns kennt man im Ort“, hebt  Buchert hervor. Die Betroffenen sehen in einem Notfall bekannte Gesichter, denen sie sich anvertrauen. „Es muss in die Köpfe der Leute, dass es uns gibt“, sagt er.

Ihr Rüstzeug erhalten die Voraushelfer durch den DRK-Kreisverband. Da geht es im Lehrgang neben der Ausbildung auch um den nötigen organisatorischen Background wie versicherungstechnische Fragen oder Kleidung. „Für uns gilt die Straßenverkehrsordnung“, betont Niesen. Auch sind die Helfer in zivil unterwegs. Sie haben immer eine gepackte Tasche mit Verbandsmaterial, Blutdruckmessgerät, Absaugbeutel oder Diagnostikleuchte dabei. Bei ihren Einsätzen sind die Helfer über das DRK versichert.

Weitere Infos bei Wolfgang Buchert unter E-Mail wolfgang.buchert@freenet.de. Spenden sind möglich auf das Konto des DRK Rothenberg-Finkenbach unter dem Verwendungszweck Voraushelfer Feuerwehr Finkenbach, IBAN DE16 5085 1952 0031 0000 60.

Vorbereitungen für Schwimmbad-Eröffnung in Finkenbach laufen auf Hochtouren

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Am Samstag, 5. Mai, startet die neue Saison im Finkenbacher Freibad. Bis dahin müssen die restlichen Arbeiten noch abgeschlossen sein, damit der Betrieb in die zweite Saison unter der Regie des Heimat- und Verschönerungsvereins (HVV) gehen kann. Mareike und Christian Niesen sind schon seit einiger Zeit mit Unterstützung von ein paar Helfern schwer am Schuften.

Gleich neben dem Eingang erhielt die Sitzecke für Stammgäste, eine Art inoffizieller Dorftreff im Sommer, jetzt einen festen Untergrund. Der Bauhof plättelte die ganze Fläche. Vergangenes Jahr hatte man das Sonnensegel über dem Kinderplanschbecken noch provisorisch befestigt, jetzt bekamen die vier Metallpfosten ein gemauertes Fundament. Dieser Sonnenschutz für die Kleinen wird gern angenommen. „Den findet man in der Umgebung nicht so oft“, sagt Christian Niesen.

Neben der Fliesenumrandung des Kinderbeckens wurde auch die Randfolie vor der Saison erneuert. Vom HVV wurden sämtliche Bänke und Tische frisch gestrichen und marode Holzlatten ersetzt. Außerdem machten die Mitglieder auf dem über 3700 Quadratmeter großen Gelände die Maulwurfshügel platt. Sie mähten bereits zwei Mal den Rasen, damit dieser in der Saison wieder als angenehmer Untergrund für die Sonnenanbeter und Schwimmer dienen kann.

Im 1933 gebauten Freibad gibt es ein Schwimmerbecken mit 25 auf 12,5 Meter und einer maximalen Tiefe von 1,90 Metern. Dessen Wasser wurde Anfang des Monats abgelassen, damit der Bauhof das große Becken reinigen konnte. Es wurde außerdem ein neuer Stromkasten angeschafft. Das Kinderbecken hat einen Durchmesser von etwa sechs Metern.

Vor dem Eingangsbereich soll der Kinderspielplatz neu gestaltet werden. Zum einen sind neue Spielgeräte geplant, zum anderen will man den Bereich näher zum Kiosk hinziehen, damit die Eltern ihre Kleinen besser im Blick haben. Bänke und Lager putzen oder Mülleimer abdampfen heißen die weiteren Reinigungsarbeiten für die Niesens und ihre Helfer, die teilweise schon erledigt wurden, teilweise aber auch noch anstehen. Der Kiosk bekommt daneben noch eine Dunstabzugshaube.

Wenn am 5. Mai um 12 Uhr der Startschuss fällt, findet gleichzeitig auch ein Flohmarkt startet. „Ab 16 Uhr wird dann gegrillt“, kündigt Christian Niesen an. Natürlich wieder mit den leckeren Finki-Burgern, zu denen die Metzgerei Siefert die Pattys liefert und die frisch belegt werden. Pizza-Schiffchen sollen die hungrigen Mäuler in diesem Jahr ebenfalls stopfen. Geplant ist für einen lauschigen Abend außerdem wieder ein Nachtbaden. „Mit ‚h‘ und nicht mit ‚k‘“, lacht Mareike Niesen.

Die Gäste kamen im vergangenen Jahr nicht nur aus der Oberzent, sondern weit darüber hinaus. Neckarsteinach, Abtsteinach, Heidelberg, Bammental, Heiligkreuzsteinach und sogar Mannheim lauteten die Herkunftsorte. „Aus Beerfelden sind viele Eltern mit kleinen Kindern wegen des Sonnensegels da“, weiß Niesen.

Zur Attraktivität trägt laut dem HVV-Mann auch bei, dass „wir Trinkwasserqualität haben“. Die Chlorung werde aufs Minimum zurückgefahren, sodass selbst hautsensible Schwimmer in der Regel damit keine Schwierigkeiten hätten. 2016 hatte die Gemeinde viel Geld in die Wasseraufbereitungsanlage investiert. Die Hoch-Zeit ist immer das Guru-Fest im August. Dann bietet das Freibad „die einzige reguläre Dusche im ganzen Tal“, schmunzelt Niesen. Die Woche davor und danach herrscht Hochbetrieb auf dem Gelände.

Info: Am Samstag, 5. Mai, wird um 12 Uhr die Badesaison eröffnet. Vor dem Schwimmbad ist ein großer Flohmarkt geplant. Die Flohmarktspenden können an diesem Tag von 9 bis 11.30 Uhr am Schwimmbad abgegeben werden, ebenso auch Kuchenspenden. Wer mithelfen möchte oder Rückfragen hat, kann sich bei Familie Niesen, Telefon 06068-4029, oder in Mareikes Backshop melden. Der Erlös aus dem Verkauf kommt in vollem Umfang neuen Spielgeräten auf dem Spielplatz vor dem Schwimmbad sowie Anschaffungen für Kinder im Schwimmbad zugute. Das Bad ist je nach Wetter unter der Woche von 11 bis 19 Uhr, am Wochenende und in den Sommerferien von 10 bis 19 Uhr geöffnet, an besonders schönen und lauschigen Sommerabenden auch etwas länger. Mehr auf Facebook unter Freibad Finkenbach.

Feuerwehr Ober-Hainbrunn ist jetzt top ausgestattet

„Das ist ein Quantensprung gegenüber dem bisherigen“, freut sich der stellvertretende Wehrführer Jochen Sauter über das neue Tragkraftspritzenfahrzeug Wasser (TSF-W), das die Feuerwehr Ober-Hainbrunn jetzt in Dienst genommen hat. „Zwei Generationen weiter als das alte“, ergänzt Kommandant Stefan Hofmann. Der neue Sechssitzer TSF-W mit 1000-Liter-Wassertank, 180 PS, 6,5 (vorher 3,5) Tonnen und Euro-Norm 6 löst das alte TSF mit seinen 28 Jahren auf dem Buckel ab.

2016 wurde die Entscheidung für die Beschaffung getroffen, da Feuerwehrfahrzeuge eigentlich nur 25 Jahre in Betrieb sein sollen. Vor ziemlich genau einem Jahr kam der positive Bescheid vom Land Hessen. Fahrgestell und Kabine werden über das Landesbeschaffungsprogramm finanziert, den Aufbau zahlt die Kommune. Diese Kosten beliefen sich laut Hofmann auf 40.000 Euro. Vom alten Fahrzeug wurde alles, was noch verwendbar war, übernommen: Pumpe, Atemschutz, Schläuche oder Beleuchtungsvorrichtung.

Für etwa 10.000 Euro mussten Gerätschaften neu angeschafft werden. Dazu zählten Stromerzeugungs- oder Druckbelüftungsgerät. Kreis, Kommune und Feuerwehrförderverein sprangen hierfür in die finanzielle Bresche. Der große Wassertank ist für Hofmann ein unschlagbarer Vorteil, da manchmal der Wasserdruck in den Leitungen nicht ausreicht. „Jetzt fahren wir hin, legen den Hebel um und können sofort loslegen“, sagt er.

Neu angeschafft wurde auch ein Mannschaftstransportfahrzeug (MTF). Es löst den 19 Jahren alten MTW ab, der an die Güttersbacher Feuerwehr weiterverkauft wurde. Zwar ist das MTF nicht niegelnagelneu, „aber wir haben es für einen wirklich guten Preis bekommen“, freut sich Hofmann. Der neunsitzige Wagen wurde komplett aus Vereinsmitteln angeschafft. Außerdem hatte er schon die benötigte rote Farbe, sodass 2000 Euro für eine Umlackierung gespart wurden.

Aus- und Umbau geschahen in Eigenleistung. 180 Stunden leisteten die Brandschützer im gesamten Dezember dafür. Für Material wurden noch einmal 3000 Euro investiert, so Sauter. „Wir sind jetzt top aufgestellt“, ergänzt Hofmann. Also die beste Möglichkeit für Interessierte, den Weg zu den 20 Aktiven der Einsatzabteilung zu finden und die Truppe im kleinen Oberzent-Stadtteil zu verstärken.

Während es den MTW zur Weiternutzung in die nähere Umgebung verschlug, kommt der Käufer des alten TSF aus Berlin. Im Auftrag der Stadt bot man das Fahrzeug übers Internet an. Ein Liebhaber alter Feuerwehr-Vehikel meldete sich aus der Hauptstadt. Er will in den nächsten Tagen in den Odenwald kommen und sich den begehrten fahrbaren Untersatz abholen. Der Erlös geht an die Stadt und wird wieder für Feuerwehrzwecke verwendet.

Info: Die Feuerwehr Ober-Hainbrunn stellt den Bürgern die beiden neuen Fahrzeuge am Samstag, 26. Mai, bei einem kleinen Fest vor.