Flutung des Hainbrunner Tals sorgt für viel Hallo

Am deutschlandweiten Warntag war’s zwar ruhiger als gedacht. Aber jetzt wurde es umso lauter. Wenn die Rothenberger Theatergruppe mit ihrem „Polizeidiener“ durch den Ort zieht, dann bekommt das schnell jeder mit. Denn die Schelle von Benni Götz ist laut genug, dass sich entlang der Hauptstraße schnell kleine Grüppchen bilden, die das Neueste aus dem Ortsgeschehen wissen wollen. Fünf Stationen gab es den Berg hinauf, an denen die Laientheaterspieler lustige Begebenheiten zum Besten gaben.

Die Theatergruppe muss in diesem Jahr während der Corona-Pandemie mit ihren etatmäßigen Aufführungen in der Sporthalle pausieren. Um der Bevölkerung aber trotzdem in der ereignislosen Zeit etwas zu bieten, wurde der frühere Zug durch den Ort reaktiviert. Der fand letztmals zum 650-jährigen Bestehen des Höhendorfs 1999 statt. Unterstützt wurde das Spektakel durch Musik aus dem Leierkasten, bedient durch Thomas Wilcke. Bekanntmachungen, neueste Nachrichten und die regionale Wetterkarte wurden dem geneigten Publikum präsentiert.

„Wenn wegen Corona fällt das Theater aus, dann schelle mir ganz einfach aus“, gab Polizeidiener Benni Götz bekannt. Damit es zu keinen verbotenen Ansammlungen kam und die Besucher den gebotenen Abstand einhielten, war Hygienebeauftragter Matthias Hering stets wachsam – auch in den eigenen Reihen.

Denn die Bauersleute mit Handwerker Stephan Kloß, Claus Weyrauch, Tanja Schmidt, Marina Weinthäter, Elisa Köhler, Ulrike Beisel und Susanne Weyrauch hatten stets was zu bequatschen. Sie sorgten für das ordentliche Geschwätz in Klamotten aus Uromas Kleiderschrank. Die Zeit um 1900 wurde dabei lebendig, ohne Radio, Fernseher und Internet. Historische Gerätschaften wie Musrührer, Dreschflegel oder Rechen wurden von den Aktiven ebenfalls mitgeführt.

Das Wetter darf natürlich am Ende nie fehlen. Wettermann Jochen Blutbacher wusste mit überdimensionaler Karte, wie‘s wird oder auch nicht, Harry Foshag hatte dazu die eine oder andere Bauernregel parat. Jannik Uhrig war derweil mit dem Klingelbeutel bei den Zaungästen unterwegs. Den Erlös spendet die RTG an die Familie von Lenn Morr. Der Rothenberger Junge ist an Leukämie erkrankt und braucht viel Unterstützung.

Parken gegen die Fahrtrichtung ist nun verboten, mahnte der Polizeidiener. Allerdings muss keiner vor den Kadi, „denn der Kadi kommt zu uns“, sagte er in Anspielung auf den Nachnamen des Stadtpolizisten. Der Corona-Test funktioniert in Rothenberg mit Ebbelwoi. „Solange der noch schmeckt, hab‘ ich mich nicht angesteckt“, schüttelte Götz den nächsten Reim aus dem Ärmel.

Auch Vereinsneuigkeiten gab’s zu hören, wenn die Vereine schon nicht im Ortsleben aktiv sein können. Die SG sucht einen Vorstand, war zu erfahren, die Sänger haben einen neuen – Dirigenten: den Mario Freidel. Despektierlich dann des Polizeidieners Einschätzung der MGV-Sangeskünste: „Sobald Corona ist vorbei, geht sie los, die Plärrerei.“

Großes Hallo gab’s auf der Höhe, als es um den Start der Bauarbeiten zur Flutung des Hainbrunner Tals ging. „Gewerbeanmeldungen für Bootsverleih sind jetzt bei der Stadt Oberzent möglich“, erläuterte Götz. Bei 226,6 Metern über Meereshöhe ist die dicke Eiche bei Airlenbach erreicht. Der Erneuerungsfortschritt der Ortsstraßen war dem Polizeidiener ein Dorn im Auge. Aber: „Wer im Gammelsbacher Weg auf die Gosch fällt, ist selber schuld“, tat er kund. Die Anwohner müssen dann die Erstversorgung übernehmen.

„Wir hatten viel Spaß und unsere Gäste auch“, blickte Susanne Weyrauch von der RTG zufrieden zurück. Die Wiederholung hatten die Aktiven schon frühzeitig angedacht, um Lenns Familie damit zu unterstützen. Dann kam noch Corona dazu und die Aufführungen in der Halle mussten sowieso ausfallen. Der Erfolg macht Lust auf mehr: „Wann wir nochmal dieses Event wiederholen, ist noch unklar“, erzählte sie. „Aber auf jeden Fall wird‘s wiederholt.“ Weyrauch schätzt gegen Jahresende.

Durchs Finkenbachtal auf eigenem Weg radeln

Wenn nächstes oder spätestens übernächstes Jahr die Landesstraße im Finkenbachtal erneuert wird, dann könnte man im Zuge dieser Arbeiten auch die Herstellung eines Fahrradwegs zwischen Falken-Gesäß und Ober-Hainbrunn ins Auge fassen, war der Gedanke der Überparteilichen Wählergemeinschaft Oberzent (ÜWO). Sprecher Chris Poffo trug deren Ansinnen auf der vergangenen Stadtverordneten-Versammlung vor – mit dem Ziel, eine Kostenschätzung dafür erstellen zu lassen.

Für Poffo sollte es „ein elementarer Bestandteil des Fahrradwegenetzes sein“, die südlichen S-Bahn-Anbindungen durch solche zu erschließen. Gerade der erheblichen Einschränkung des ÖPNV in Richtung Metropolregion könnte hier entgegengewirkt werden, meinte er mit Blick auf weniger Busverbindungen über Rothenberg nach Hirschhorn. Damit ließe sich autofreies Pendeln zum Arbeitsplatz ohne erhöhte Unfallgefahr ermöglichen.

Sein Gedanke war weiterhin, die angespannte Parksituation an den Bahnhöfen Eberbach und Hirschhorn zu verbessern. Daneben denkt Poffo an eine Kooperation mit der Stadt Hirschhorn, um eine Weiterführung des Radwegs an den Neckar zu erreichen. Der Fraktionssprecher wünschte sich einen Synergieeffekt mit der Straßensanierung und wollte entsprechende Fördermöglichkeiten kurzfristig geprüft wissen. In der Vorlage rechnete Poffo mit einem städtischen Eigenanteil von 30 Prozent der Baukosten.

Bei der Verwaltung stieß er mit seinen Gedanken auf offene Ohren. Mitte Oktober gibt es in dieser Angelegenheit bereits einen Termin mit der Straßenbaubehörde Hessen Mobil, erläuterte Bürgermeister Christian Kehrer. Die Stadt will einen Bautermin erst in 2022 erreichen, um selbst noch genug Vorbereitungszeit zu haben. Denn erst jetzt ist die Kanalbefahrung fertig, die Auswertung läuft noch. Danach können die Überlegungen anlaufen, was wo erneuert werden muss. Dieses Mal, so Kehrer, soll alles gut vorgeplant sein.

Er wies darauf hin, dass bei der Sanierung von Bundesstraßen bereits ein Radwegekonzept erstellt werden muss. Das Land ist seines Wissens ebenfalls an einer solchen Vorgabe dran. Ein Radweg auf Landeskosten wäre auch dringend nötig, erläuterte er. Denn die Herstellung von einem Kilometer Radweg in qualifiziertem Ausbau kostet seinen Worten zufolge 500.000 Euro. „Ich bin froh, dass wir kein Straßenlastträger sind“, meinte Kehrer. Seinen Informationen zufolge ist die Maßnahme sogar schon ab dem Brombacher Wasser (der Abzweigung nach Kortelshütte) durch ganz Hainbrunn und Finkenbach geplant.

Dem Vorschlag von Frank Leutz (FDP), das Thema zur Klärung in den Bau- und Infrastrukturausschuss zu verweisen, kamen die Stadtverordneten einstimmig nach. Denn der wollte „wissen, was Sache ist“: Ob das Land die Kosten übernimmt oder die Stadt etwas zu zahlen hat. Denn dann würde sich Leutz eine günstigere Lösung etwa unter Einbeziehung von Waldwegen wünschen.

Breitband-Ausbau wird richtig teuer

Dass es in Oberzent vor allen in den Seitentälern mit dem mobilen Internet hapert, ist nichts Neues. Genervte Handynutzer wissen ein ungehörtes und unerreichtes Lied davon zu singen. Aber auch Breitband ist nicht flächendeckend zu akzeptablen Geschwindigkeiten verfügbar. In der Bürgermeister-Runde des Odenwaldkreises fanden zum Thema Ausbau schon mehrere Gespräche mit dem Landrat statt, berichtete Bürgermeister Christian Kehrer der Stadtverordneten-Versammlung.

Etliche unterversorgte Bereiche, in den die Übertragungsgeschwindigkeit weniger als 30 Mbit/s beträgt, wurden ermittelt. Und davon gibt es viele im Odenwaldkreis. Geht man von etwa einem Internet-Anschluss pro Haushalt aus, so bedeutet die Zahl 4614 über zehn Prozent der Kreis-Haushalte. Hochgerechnet auf die Einwohnerzahl sind damit wohl über 10.000 Odenwälder ohne schnelles Breitband.

Wie auch beim Mobilfunk sind davon hauptsächlich die Täler betroffen. Ausnahmen bestätigen aber die Regel. Auch die südlichen Außenbezirke von Beerfelden sind nicht optimal versorgt. Vor allem an Anfang und Ende des Sensbachtals gibt es einige rote Flecken. Weiter Richtung Westen überwiegt dann ganz klar die Farbe Rot gegenüber dem Grün. Hauptsächlich Falken-Gesäß, der westliche Teil von Airlenbach, Raubach und teilweise Olfen surfen mit Kriechgeschwindigkeit.

Dieses Schicksal teilen die ländlichen Gebiete von Oberzent allerdings mit vielen anderen Gemeinden. Ein schwacher Trost. In Mossautal verschwindet das Grün eines schnellen Anschlusses immer mehr, je weiter man nach Nordwesten vorstößt. Reichelsheim, Fränkisch-Crumbach, Brombachtal und Brensbach ergeht es in den Außenbezirken ähnlich. Gut sieht es entlang der B 45 aus.

Laut Kehrer liegt eine Kostenermittlung für den Breitband-Ausbau im Odenwaldkreis vor. Allerdings hat ein Markterkundungsverfahren ergeben, „dass kein Netzbetreiber ausbauen wird“. Aufgrund dieses „Marktversagens“ müssen ihn die Kreis-Kommunen selbst umsetzen. Es ist ein flächendeckender Breitbandausbau (FTTB/H) und Gigabitversorgung geplant, informierte der Bürgermeister. Die Beantragung von Fördermitteln läuft.

Trotz Zuschüssen von 90 Prozent „wird die Finanzierung ein spannendes Thema darstellen“, erläutert er. Denn es verbirgt sich dahinter ein „erhebliches Investitionspotenzial“ mit erklecklichen kommunalen Eigenmitteln. Die Brenergo bietet seinen Worten zufolge den Städten und Gemeinden kostenlos an, einen gemeinsamen Antrag auf Förderung von Beratungsleistungen zu stellen, teilte das Stadtoberhaupt mit. Eigenmittel sind nicht dafür notwendig – erst später.

Der Magistrat nahm zwischenzeitlich das Brenergo-Angebot an. Die Verwaltung soll zur Umsetzung entsprechende Schritte in die Wege leiten. Wenn’s dann in die Umsetzung geht, wird das Thema schnell wieder auf der Tagesordnung landen, denn dann geht es um die Bereitstellung von Haushaltsmitteln.

Polizeidiener hat viel zu berichten

Dem Polizeidiener entgeht nichts. Das letzte Mal war er 1999 zum 650-jährigen Bestehen von Rothenberg unterwegs. Jetzt zieht es ihn wieder auf die Rothenberger Straßen. Wegen Corona. Die Theatergruppe muss in diesem Jahr während der Pandemie mit ihren etatmäßigen Aufführungen in der Sporthalle pausieren. Um der Bevölkerung aber trotzdem in der ereignislosen Zeit etwas zu bieten, wird der frühere Zug durch den Ort am 12. September reaktiviert.

Anlässlich der Feiern zum 650. Jubiläum der Ersterwähnung Rothenbergs zogen damals Mitglieder der Rothenberger Theatergruppe (RTG) durch das Dorf. Vorneweg der Polizeidiener mit der Schelle. Unterstützt wurde das Spektakel durch Musik aus dem Leierkasten. Bekanntmachungen, neueste Nachrichten und die regionale Wetterkarte wurden dem geneigten Publikum präsentiert.

Für das ordentliche Geschwätz sorgten Mitmarschierende in Klamotten aus Uromas Kleiderschrank. Die Zeit um 1900 wird dabei lebendig, ohne Radio, Fernseher und Internet. „Es wird ausgeschellt.“ Historische Gerätschaften wie Musrührer, Dreschflegel oder Rechen werden ebenfalls mitgeführt. Außerdem sorgte der Leierkastenmann in Frack und Zylinder für Stimmungsmusik. Unterwegs gab es auch ein paar Getränkestationen, damit die Aktiven nicht Durst leiden mussten.

„Bekanntmachungen“ rief der Dorfbüttel in früheren Jahrzehnten und Jahrhunderten mit lauter Stimme und betätigte dazu kräftig seine Schelle. Von allen Seiten strömten daraufhin die Dorfbewohner zusammen, um das Neueste aus dem Ortsgeschehen zu erfahren. Auf diese Weise wurden die Rothenberger noch bis zum Beginn der 1960er Jahre übers aktuelle Geschehen unterrichtet.

Einmal im Monat samstags zogen die Theaterleute 1999 durch die Straßen und verkündeten ihre Neuigkeiten, erinnert sich Susanne Weyrauch. „Das kam richtig gut an“, weiß sie. Die Aktiven wurden in der Folge immer wieder auf eine Wiederholung angesprochen. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt dafür. „Es ist schön, wieder was machen zu können.“ Um allen Erfordernissen Genüge zu tun, wurde sogar ein Hygienekonzept erstellt, informiert sie.

Die Theaterleute sind alle mit an Bord, erzählt Weyrauch. Die heiße Phase kommt erst noch, denn es gab keine Vereinstreffen. „Wir haben noch nichts rausgesucht und nichts geprobt“, lacht sie. Jeder macht sich seine Gedanken, was zur Sprache kommen könnte. „Wir sind noch in der Themenfindung.“ Gesetzt sein dürfte eine Bauernregel zum Schluss, denn die war früher sehr beliebt.

Info: Die Ausschellerei beginnt am Samstag, 12. September, um 17 Uhr am Metzkeil. Weitere Stationen sind: vor dem Gasthaus „Zur frischen Quelle“, etwa 17.45 Uhr, Hauptstraße an der Einmündung Bergweg, etwa 18.30 Uhr, und vor dem Gasthaus „Zur Rose“, etwa 19.15 Uhr. Geltende Hygienevorschriften sind einzuhalten. Wer „ebbs auszuschelle hot“ (etwa Vereinstermine, neueste Gerüchte, Ehekrach), meldet das bei Susanne Weyrauch, Telefon 06275/1012, oder unter E-Mail polizeidiener@vvrothenberg.de.

Der Wald hängt am Fördertropf

Borkenkäferbefall, Sturmtiefs, sich ändernde klimatische Bedingungen: Der Wald ist das Sorgenkind in Oberzent. Um besser auf die Situation reagieren zu können, brachte die CDU den Antrag in den Haupt- und Finanzausschuss ein, dass – eventuell in Kooperation mit dem Forstzweckverband Hessischer Odenwald – geprüft werden soll, ob die Stadt am Förderprogramm „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) teilnehmen kann. Durch die Vorarbeit der Verwaltung wurde er später wieder zurückgezogen, da schon am Laufen.

Innerhalb Deutschlands fördern der Bund und die Länder mit der GAK-Gemeinschaftsaufgabe gemeinsam die ländlichen Räume, die Landwirtschaft und den Schutz der Küsten, erläuterte Fraktionssprecher Oliver von Falkenburg. Der Bund trägt dabei mindestens die Hälfte der Ausgaben.

Seinen Worten zufolge soll damit sichergestellt werden, dass die Land- und Forstwirtschaft leistungsfähig und auf künftige Anforderungen ausgerichtet sowie in der Europäischen Gemeinschaft wettbewerbsfähig ist. Auch sollen die ländlichen Gebiete nachhaltig leistungsfähig bleiben, wobei eine umwelt- und ressourcenschonende Land- und Forstwirtschaft integraler Bestandteil ist.

Mit der Förderung soll laut von Falkenburg dazu beigetragen werden, die Nutz-, Schutz-, Klimaschutz- und Erholungsfunktion der Wälder zu sichern sowie die Produktions-, Arbeits- und Absatzbedingungen in der Forstwirtschaft zu verbessern. Mit den Bundesmitteln können verschiedene Maßnahmen im und um den Wald gefördert werden.

Dazu zählen: naturnahe Waldbewirtschaftung, forstwirtschaftliche Infrastruktur und Zusammenschlüsse, Erstaufforstung, Vertragsnaturschutz sowie Förderung von Maßnahmen zur Bewältigung der durch Extremwetterereignisse verursachten Folgen im Wald. Diese Fördermaßnahmen könnten „zur Entschärfung der aktuellen Situation im Oberzent-Wald beitragen“, betonte der CDU-Sprecher.

Bis 2017 erbrachte der Wald im Schnitt zusammen 700.000 Euro Einnahmen für die vier ehemaligen Kommunen Rothenberg, Beerfelden, Sensbachtal und Hesseneck. Das Geld war eine sichere Bank in den Haushaltsplänen. Die Einnahmen gingen in den vergangenen Jahren mit Beginn der Oberzent-Fusion allerdings drastisch zurück. Für 2020 war ursprünglich im Waldwirtschaftsplan noch ein Plus von 117 Euro angesetzt. Jedoch wird es am Ende des Jahres voraussichtlich ein (größeres) Defizit geben. Denn aktuell kostet die Verarbeitung mehr als der zu erwartende Erlös.

Bürgermeister Christian Kehrer erläuterte, dass im Rahmen des Beförsterungsvertrags das Forstamt Beerfelden die Organisation und Antragsstellung für alle forstrelevanten Förderungen übernimmt. Der Großteil der Anträge beschäftigt sich mit der Aufarbeitung von Schadholz und Flächenräumung, ergänzte er. Hier sind bereits auch schon Gelder in ansehnlicher Höhe geflossen. Gefördert werden außerdem die Erstaufforstung und eine naturnahe Waldbewirtschaftung.

Vereinsförderung soll schneller kommen

Die Neuordnung der Vereinsförderrichtlinien ist ein heißes Eisen. Sie stand auf der Agenda quasi aller Oberzent-Fraktionen im Vorfeld der Kommunalwahlen 2018. Getan hat sich bisher: nichts. Was Frank Leutz (FDP) auf der vergangenen Sitzung des Sozial- und Kulturausschusses dazu bewegte, mit der Verwaltung hart ins Gericht zu gehen. Allerdings hängt es auch an zwei Dritteln der Oberzent-Vereine, dass es nicht wirklich vorangeht, machte er deutlich.

SPD, CDU und FDP taten sich vor längerer Zeit zusammen und erarbeiteten einen Vorschlag, wie die Vereinsförderung geregelt werden könnte, erläuterte Leutz. Die Verwaltung wollte per Fragebogen Details erfahren: etwa wie viele Mitglieder hat ein Verein, wie viele Jugendliche sind aktiv, gibt es eigene Liegenschaften und Ähnliches. Denn es soll möglichst gerecht zugehen.

Das Problem: Nur 42 der 138 angeschriebenen schickten die Unterlagen zurück. Für Leutz ist die Sache deshalb klar. „Bei Nichtausfüllen entfällt der Anspruch“, so sein Vorschlag fürs aktuelle Jahr. Denn eine Neuregelung muss unbedingt her, betonte er. Gab es in einer der vier bisherigen Kommunen eine Vereinsförderung, dann besteht die erst einmal fort.

Was dazu führt, dass manche noch was bekommen, andere aber leer ausgehen. „Dieser Zustand ist nicht haltbar“, kritisierte Leutz. Seit zwei Jahren könnte man schon so weit sein, eine neue Vereinsförderrichtlinie zu haben, führte er aus. Seine Meinung: Wer in diesem Jahr leer ausgeht, macht sich vielleicht in 2021 die Arbeit, den Fragebogen auszufüllen.

Horst Kowarsch (Grüne) hieb in dieselbe Kerbe. Schon vor der Fusion „haben die ehemaligen Bürgermeister nichts gemacht, obwohl es den Auftrag gab“, lautete sein Vorwurf. Der Grünen-Mandatsträger schlug vor, der Verwaltung ein Datum vorzugeben, bis zu dem die Vereinsförderrichtlinien verabschiedet sein müssen. Die Förderung von Kinder und Jugendlichen sah er unter dem Aspekt der Daseinsvorsorge.

Deshalb ließ Kowarsch wie Leutz auch das Argument der Aufsichtsbehörde nicht gelten, dass die Jugendförderung als freiwillige Ausgabe zu betrachten ist, die man bei knappen Haushaltsmitteln nicht auszahlen sollte. „Wir müssen zu Potte kommen“, so der Tenor aus der Runde. Lösung könnte analog des Ortsbeiratsbudgets ein Sockelbetrag pro Verein plus eine bestimmte Summe pro Jugendlichem sein.

Dominik Foshag (ÜWO) äußerte den Wunsch, dass die Verwaltung zu dem SPD/CDU/FDP-Vorschlag Stellung nehmen soll. Von Fraktionskollege Claus Weyrauch kam die Anregung eines „Neustarts“, anstatt aufwändig eine Aufstellung des Bestehenden zu machen. Nach einem Jahr könne man nachjustieren, wenn es zu Verzerrungen kommen sollte.

Dem Vorschlag von Frank Leutz konnte der Ausschuss folgen: Die Oberzent-Vereine sollen noch einmal und zum letzten Mal angeschrieben werden. Rückmeldefrist ist der 30. September. Von wem dann wieder nichts kommt, der ist in diesem Jahr außen vor. Das Gremium will auf dieser Basis in der kommenden Sitzung wieder beraten.

Sebastian Siefert stellte im Anschluss einen Vorzeigeverein in Oberzent vor: den ersten Jugendförderverein im Odenwaldkreis. In ihm bündeln sieben, bald acht Fußballvereine ihre Arbeit im Jugendbereich. Der JFV hat sich zum Ziel gesetzt, den Kindern und Jugendlichen langfristig eine Perspektive für den Fußballsport zu bieten. Alle Altersklassen sollen mit Mannschaften am Spielbetrieb teilnehmen. Derzeit eifern etwa 130 Kinder und Jugendliche in Oberzent dem runden Leder nach, angeleitet von 20 Trainern und Betreuern. Ein Schnuppertag war vor kurzem mit 30 jungen Teilnehmern ein großer Erfolg, freute er sich.

in den vergangenen Jahrzehnten wurde es für die Vereine immer schwieriger, eigene Jugendmannschaften zu stellen. Die Folge war die Gründung von immer mehr Spielgemeinschaften, so vor zehn Jahren auch die JSG Oberzent, „um den Jugendfußball zu stabilisieren“. Aber auch dieses Modell erwies sich über die Jahre hinweg als problemanfällig.

 

„Kein Netz“ gehört zum täglichen Brot

Leidgeprüfte Odenwälder wissen genau, wo in welchem Tal plötzlich das Handy-Gespräch abbricht oder wo es auf Teufel kommt raus kein mobiles Internet gibt. Nach wie vor hat die Telekom auf dem Land das beste Netz. Vodafone und o2-Telefonica folgen auf schlechten zweiten Plätzen. Da die Stadt auf den Netzausbau nicht einwirken kann, nutzt sie ihre eigenen Möglichkeiten und installiert derzeit an neuralgisch unterversorgten Punkten Wifi-Hotspots.

Henning Gajek aus Rothenberg kennt die Internet-Löcher auf Oberzent-Gemarkung punktgenau. Er schreibt für das Internet-Fachmagazin teltarif.de. Die Telekom versorgt seinen Worten zufolge Rothenberg, Kortelshütte und Hainbrunn mit LTE. 3G, also UMTS, wird bald durch 5G auf 2100 MHz ersetzt, teilt er mit. In Beerfelden sollte das schon der Fall sein. Das Problem: Es gibt für 5G bisher kaum passende Endgeräte zu kaufen. Die dürften erst Richtung Weihnachten auf den Markt kommen.

Vodafone plant, (irgendwann) Rothenberg und Kortelshütte mit LTE zu versorgen, weiß Gajek. „Aber in den nächsten drei Monaten nicht“, so sein Kenntnisstand. Auch o2 will in diesem Gebiet LTE einführen. Dazu muss aber der Sender in Brombach umgebaut werden – und das ist etwas kompliziert. In Gammelsbach gibt es seit kurzem o2-LTE, wo vorher mit Edge das mobile Internet nur ganz rudimentär vertreten war.

In Finkenbach „ist die Versorgung des Schwimmbad-Geländes kritisch“, erläutert Gajek. Die Telekom schlägt sich hier am besten, Vodafone kommt auf dem letzten Platz – aber o2 „ist auch nicht gut“. Zum Glück gibt es in diesem Bereich einen Wifi-Hotspot. Falken-Gesäß und Airlenbach sieht nur den magentafarbenen Riesen am Start. Als „nicht begeisternd“ bezeichnet der Fachmann die Lage im Sensbachtal. „Unter-Sensbach und Hebstahl teilweise weiter nix“, lautet sein Fazit.

Für die Rothenberger hat er eine gute Nachricht. Die betrifft allerdings „nur“ das Festnetz-Internet der Telekom. Interessierte können inzwischen zu Magenta-Regio wechseln, wobei Download-Geschwindigkeiten ab 50 Mbit aufwärts (vorher 16) buchbar sind. Weitere Infos unter www.telekom.de/zuhause/tarife-und-optionen/internet/magenta-zuhause-regio. Die Kunden werden Gajek zufolge von der Telekom an das Versorgungsnetz der Entega angeschlossen, bleiben aber deren Kunden.

Der Vorteil laut dem Experten: Der Telekom Magenta Eins-Rabatt (Flatrate vom Heim-Anschluss zu allen Handynetzen) bleibt nutzbar. Es muss kein Anschluss gekündigt und zu Entega „portiert“ werden. „Das regelt die Telekom alles hinter den Kulissen.“ Nachteil: Es gibt keinen Strom-/Telefon-Kombi-Tarif wie bei de Entega.

Selbst mit dem reinen Mobilfunkempfang hapert es an etlichen Stellen des Stadtgebiets. „Im Finkenbachtal gehen alle drei Netze hoch bis Finkenbach“, erklärt Gajek. Dahinter wird’s aber duster. Sowohl weiter nach Falken-Gesäß und Airlenbach als auch den Berg hoch nach Beerfelden regiert allein die Telekom.

Finkenbach und Teile von Hinterbach könnten jedoch Gajek zufolge „recht einfach versorgt werden“. Nämlich dann, wenn der Sender für den Digital-Funk der Hilfsorganisationen am Taleingang Hinterbach mit Handy-Mobilfunk ausgerüstet würde. Im Sensbachtal ist die Situation „ziemlich mau“. Der Telekom-Empfang geht einigermaßen, aber mit o2 kommt man gerade im unteren Bereich nicht weit. Ein oder zwei eigene Sendemasten fürs Tal wären eine gute Lösung, schlägt er vor.

Noch weiter talwärts am Ortsausgang Hebstahl und im badischen Gaimühle „sind alle Netze tot“. Auf der anderen Seite in Olfen ergibt sich ein ähnliches Bild. Kein Netz und manchmal sogar kein Notruf zeigt das Handy je nach Anbieter an. Nach dem Motto: „Schlimmer geht immer“.

Das dortige Dorfgemeinschaftshaus war deshalb auch das erste mit einem frei zugänglichen WLan-Hotspot. Sechs dieser geförderten Projekte sind bereits fertig, so etwa auch in Falken-Gesäß und Hebstahl. Andere wie bei den Feuerwehren Hetzbach und Gammelsbach sind in Umsetzung. Bikepark und Bahnhof Hetzbach lauten die Anregungen für weitere Punkte.

 

Finkenbach-Festival-Feeling fast wie früher

Ein wenig kommt an diesem Abend das Festival-Feeling der vergangenen Jahre auf. Auch wenn nicht wie sonst zwei Tage gefeiert wird, schaffen es Adax Dörsam, Timo Gross und Alex Auer beim FC Finkenbachtal, die Magie früherer Zeiten im Kleinen zu beschwören. Mit ihrer Hommage an Hudson „Leadbelly“ Ledbetter und etlichen Solostücken zaubern sie vor allem nach Einbruch der Dunkelheit eine besondere Atmosphäre auf den FCF-Sportplatz. Kein Wunder, dass begeisterte Fans am Schluss nicht gehen wollen.

Der Anfang ist bei sengender Sonne noch eher gediegen. Unter den Zuschauern sind einige Finkenbach-Festival-Versprengte auszumachen, die froh sind, dass es in diesem Jahr überhaupt noch Open-Air-Musik zu erleben gibt. Der eine oder andere obligatorische Camper und hustende VW-Bus ist auf dem Parkplatz auszumachen. Fans mit mehr Haaren unterhalb des Gesichts als auf dem Kopf bevölkern neben den „normalen“ den Zuschauerbereich.

Den hat der FC Finkenbachtal als Veranstalter ganz coronakonform hergerichtet. Allerdings hätten die Macher gern noch mehr Gäste begrüßt, denn Platz wäre für 250 gewesen. Somit gibt’s noch mehr Abstand als eigentlich nötig. Ist der Andrang verhaltener als gedacht, so geht’s zu späterer Stunde umso mehr ab. Alex Auer motiviert bei seinem Solo-Set die Besucher zusehends, während es im Tal langsam gemütlicher und angenehmer wird.

Spätestens wenn dann im dritten Set alle drei zusammen loslegen und losrocken, gibt es kein Halten mehr. Der Naidoo-Gitarrist Auer fühlt sich in kleinem Rahmen merklich wohl, kann improvisieren und drauf losjammen, wie es ihm gerade beliebt. Eine Freiheit, die bei großen Konzerten sicherlich nicht in dieser Form möglich ist.

Leadbelly (1885-1949) dürfte einer der verkannteste Bluesmusiker überhaupt sein. Denn er schrieb oder arrangierte Songs, die erst durch die Coverversionen in späteren Zeiten zu Weltruhm gelangten. Etwa „Cotton Fields“ gleich zu Beginn, dem Dörsam mit seiner Slide Guitar einen fast psychedelischen Touch gibt. Das Stück wurde 1969 durch Creedence Clearwater Revival (CCR) bekannt und auch von Udo Jürgens interpretiert.

Adax Dörsam mit seinem Faible für Saitenklänge von verschiedenen Kontinenten hat sich Leadbellys Stücke zur Brust genommen und ihnen ein ganz neues Klangbild verliehen. „Black Betty“, ein Klassiker bekannt durch Ram Jam, sieht ihn auf der Coral Sitar, während der Mörlenbacher Gitarrist bei „Midnight Special“ die Saz auspackt. Dieses Stück wiederum bezeichnet Dörsam als „Pfeiler des Auftritts“. In der früheren CCR-Version hatte es wie auch „Cotton Fields“ einen Folk-Touch.

Der stimmgewaltige Bluessänger Hudson Ledbetter aus Louisiana beeinflusste aber noch viele weitere Bands, machen Dörsam und Gross deutlich. „Take this Hammer“ wurde etwa von den Beatles eingespielt und geht fast schon in Richtung Tanzmusik. Das Duo macht es in Finkenbach und auf seiner kommenden CD zum schweren Blues.

„Western Plain“ gehörte zum Standardrepertoire von Rory Gallagher. Und „Good Night Irene“ hat sogar Eric Clapton im Repertoire. „Where did you sleep last Night“ wurde 1994 von Nirvana gespielt. Drösam und Gross covern aber nicht nur, sie haben auch einige Stücke als Hommage an Leadbelly komponiert und lassen ins Konzert noch ein paar andere selbst geschriebene Songs einfließen.

Eigentlich sollte ja Alex Auer auf dem diesjährigen Finkenbach-Festival mit seinen „Detroit Blackbirds“ wieder auftreten. Daraus wurde bekanntermaßen – Corona sei Dank – nichts. Stattdessen bietet er nun einige seiner eigenen Stück wie „Changes“ oder „If you lost someone“ solo dar. Mit Dörsam, der in der Band als Gast mitspielt, gibt’s „Smoke“ und „When it all comes down“ zu hören. Das macht sehr viel Lust auf mehr, die im dritten Set dann gestillt wird, wenn es den ersehnten Trio-Auftritt gibt.

Die Zugabe ist gleichzeitig auch die Krönung des Abends. Mit drei Gitarren gibt’s eine Melange von Rockklassikern. Alex Auer stimmt Led Zeppelins „Whole lotte Love“ an, das nach verschiedenen Einschüben, Breaks, Soli und Improvisationen schließlich als Jimi Hendrix‘ „Hey Joe“ in rauschendem Beifall endet. Das macht es schwer, sitzenzubleiben und führt zu ungewöhnlichen Anblicken – etwa der einer einsamen Tänzerin vor der Bühne mit Maske.

Gegenwind für die Projektierer

Oberzent lässt es drauf ankommen. Die Stadtverordneten verweigerten auf ihrer Sitzung dem Vertrag mit den Firmen Enercon IPP und NWind ihre Zustimmung. Die Windkraft-Projektierer möchten sieben Anlagen auf dem Finkenberg errichten. Dafür müssen sie Wege bauen und Leitungen verlegen. Nicht mit uns, sagten die Mandatsträger nun mit großer Mehrheit.

Sie folgten damit einer Grundsatzentscheidung in ähnlicher Zusammensetzung, die bereits im Frühjahr getroffen wurde. Darin sprachen sich die Stadtverordneten grundsätzlich gegen weitere Windkraftanlagen auf Oberzent-Gemarkung aus. Katharina Riesinger (ÜWO) berichtete aus dem Bauausschuss, dass es zu diesem polarisierenden Thema keine große Diskussion oder viel Beratungsbedarf mehr gab. Die Fronten sind klar.

14 Flurstücke wären für den geplanten Wegebau oberhalb von Falken-Gesäß notwendig. Die Strecke verläuft auf der Höhe zwischen Airlenbach und Olfen. Acht Grundstücke benötigen die Firmen für den Leitungsbau. Der soll Richtung Umspannwerk Falken-Gesäß führen. Über 10.000 Euro kämen jährlich für die Zuwegung in die Stadtkasse, eine ähnliche Summe einmalig für die Kabeltrasse. Denn die Kommune ist der jeweilige Eigentümer.

Um die Gewährung der Wegenutzung käme die Stadt wohl nicht herum, wenn es hart auf hart kommt. Hierzu gibt es schon ein entsprechendes Gerichturteil, weiß Bürgermeister Christian Kehrer. Anders sieht es bei der Kabeltrasse aus. „Da können wir uns noch wehren“, betont er. Bevor man sich in der Verwaltung weiter einen Kopf macht, will man erst einmal zuwarten, was von den beiden Firmen kommt.

Finanzspritze für die Voraushelfer

Die Finkenbacher Voraushelfer werden seit April wegen der Corona-Pandemie nicht mehr alarmiert. Umso mehr freute die sich zwölfköpfige Gruppe jetzt, eine Spende über 2500 Euro von der Krombacher Brauerei entgegennehmen zu dürfen. Denn die Ersthelfer bekommen keine Zuschüsse und müssen ihre Ausrüstung selbst finanzieren. Es gab in der Zwischenzeit laut Wolfgang Buchert einige Fälle im Ort, bei denen „unsere Hilfe sicher benötigt worden wäre“.

Die Hängepartie geht weiter. Während Feuerwehren inzwischen schon wieder in Kleingruppen üben dürfen, fehlt den Voraushelfern die Perspektive. Eine Info, „wie und wann wir wieder aktiv werden können, haben wir bisher keine“, so der stellvertretende Wehrführer. Mit der Spende können die Ehrenamtlichen nun immerhin daran gehen, ihre Ausrüstung weiter zu optimieren. Denn ein Set mit Tasche, Material und Kleidung kostet pro Person an die 500 Euro.

Außendienstmitarbeiter Thomas Gösmann kam mit dem Scheck der Brauerei im Odenwald vorbei.  Die Finkenbacher sind einer von jährlich 100 Spendenempfängern. Die Vorschläge kommen von Verbrauchern und den Institutionen selbst. Nach intensiver Sichtung und Prüfung überzeugten die Voraushelfer das Auswahlgremium durch ihre ehrenamtlichen Rettungseinsätze.

Seit 2018 überbrückt die Gruppe die Zeitspanne zwischen Alarmierung und Eintreffen des Rettungsdienstes. Insbesondere auf dem Land kann dies etwas länger dauern, sodass die Voraushelfer bereits vor dem Erscheinen der Sanitäter schon Erste Hilfe leisten. Die Weiterbildungskurse sowie die Ausstattung werden rein durch Spenden finanziert.

Die Voraushelfer leisten aber nicht nur medizinische Hilfe. Sie kümmern sich auch um Angehörige, bis deren Verwandte oder das Kriseninterventionsteam eingetroffen sind. „Uns kennt man im Ort“, hebt Buchert hervor. Die Betroffenen sehen im Notfall bekannte Gesichter, denen sie sich anvertrauen. „Es muss in die Köpfe der Leute, dass es uns gibt“, sagt er.

Ein tödlicher Motorradunfall im Sommer 2017 in der Raubach gab den Ausschlag: DRK-Mann Christian Niesen wurde aus dem Schwimmbad per Piepser heraus als Ersthelfer alarmiert, die Finkenbacher Feuerwehr kam dann an die Unfallstelle hinzu. Aus dem späteren Gespräch heraus entstand die Idee, unter dem Dach des DRK eine Voraushelfer-Gruppe aufzubauen, die überwiegend mit Feuerwehrleuten „bestückt“ ist. Damit soll gewährleistet werden, dass immer jemand vor Ort in Notfällen greifbar ist.

Info:

Voraushelfer-Gruppe Rothenberg-Finkenbach: Zwölf Aktive aus Feuerwehr und DRK

Im Notfall weiterhin die 112 wählen

Weitere Infos bei Wolfgang Buchert unter E-Mail wolfgang.buchert@freenet.de

Spenden sind möglich auf das Konto des DRK Rothenberg-Finkenbach unter dem Verwendungszweck Voraushelfer Feuerwehr Finkenbach, IBAN DE16 5085 1952 0031 0000 60.

Stadt sieht wenige Einflussmöglichkeiten

Die Windkraft ist ein heikles, emotional besetztes Thema. Im Haupt- und Finanzausschuss Beerfelden gibt es eigentlich nur um eine Bestandsaufnahme durch Bürgermeister Christian Kehrer. Denn an vier Gebieten auf Oberzent-Gemarkung sind derzeit Projektierer dran: Katzenwinkel, Leonhardshof, Hirschhorner Höhe und Finkenberg. Eine Wortmeldung zieht dann die nächste nach sich. Die Positionen innerhalb der Fraktionen sind jedoch unverändert starr.

Im Gebiet Katzenwinkel ist die Stadt in Gestalt von Grundstücken nicht mehr betroffen, so Kehrer. Die Erschließung wird jetzt wohl über Mossautal laufen, mutmaßt er, und rechnet damit, dass die Windräder verlegt werden. Man werde sich mit der Nachbargemeinde abstimmen.

Großes Sorgenkind ist der Finkenberg im Dreieck zwischen Finkenbach, Hinterbach, Rauchbach, Olfen und Falken-Gesäß. Hier sind die Firmen IPP Enercon und NWind an der Planung dran. Aktuell sind sieben Anlagen vorgesehen. Für den Wege- und Leitungsbau sollen 22 Flurstücke der Stadt in Anspruch genommen werden, teilt Kehrer mit. Da Oberzent hier nicht im Besitz der neben dem Weg liegenden Flächen ist, sieht der Bürgermeister Verhinderungschancen als gering an.

Die Stadt bekäme für die Verlegung der Kabeltrasse einmalig 10.500 Euro, für die Zuwegung jährlich 10.200 Euro. Wie Kehrer mitteilte, sind Enercon und NWind sehr daran interessiert, das Projekt einvernehmlich zu realisieren. Allerdings empfahl bereits der Bau- und Umweltausschuss bereits der Stadtverordneten-Versammlung, den Nutzungsvertrag abzulehnen.

Beim Leonhardshof ist die Stadt Grundstücksbesitzer. „Da haben wir das Heft in der Hand“, betonte Kehrer. Deshalb dürfte sich dort wenig bewegen. Auf der Hirschhorner Höhe, wo die Firma PNE tätig ist, „haben wir zwar die Waldwege, aber keinen Besitz außen herum“, informiert Kehrer. Sollten die privaten Grundstückseigentümer schwach werden, „haben wir keine Einflussmöglichkeiten“, bedauert er. Denn laut gerichtlicher Entscheidung müssen die Kommunen die Erschließungswege zur Verfügung stellen.

Elisabeth Bühler-Kowarsch (Grüne) verwies auf Windkraft-Nutzung als Teil der Energiewende und Maßnahme gegen den Klimawandel. Sie wie auch Ausschuss-Vorsitzender Marcel Gerling (SPD) brachten die finanzielle Komponente für den klammen Haushalt ins Spiel. Das erzeugte Widerspruch. Oliver von Falkenburg (CDU) betrachtete das Thema auch prinzipiell. Es gibt einen Grundsatzbeschluss der Stadtverordneten gegen Windkraft, von dem man nicht abweichen soll, betonte er. Gerling wünschte sich einen Neustart mir folgender sachlicher Diskussion des Themas.

Ähnlich Claus Weyrauch (ÜWO): Mit blick auf Rothenberg erwähnte er den projektierten Kindergarten auf der Höhe, der bei Realisierung gerade mal 900 Meter von den Windrädern entfernt wäre. „Das passt für mich gar nicht zusammen.“ Kehrer ging auf die Informationspolitik der Windrad-Betreiber ein. Er vermisste Transparenz und beklagte die Geheimniskrämerei, wenn es um Windhöffigkeit und Erträge geht.

 

Drei Gitarrenvirtuosen ziehen in Finkenbach neue Saiten auf

Das traditionsreiche Finkenbach-Festival muss dieses Jahr wegen der Corona-Pandemie leider ausfallen. Aber so ganz ohne Musik wollen die Macher des FC Finkenbachtal ihre Fans dann doch nicht lassen. Am Samstag, 15. August, treten die beiden Gitarrenvirtuosen Timo Gross und Adax Dörsam mit ihrem neuen Projekt „Leadbelly Calls“ auf. Aber nicht nur sie: Alex Auer ist solo ebenfalls auf der Bühne zu sehen und wird im Schluss-Set das Duo zum Trio machen. Beginn ist um 18 Uhr im Fußballstadion.

„Wir haben schon länger überlegt, etwas zu machen“, schildert der zweite Vorsitzende des FCF, Armin Löffler, die Vorbereitungen. Den Festival-Fans sollte in der ereignislosen Zeit was geboten werden. Alle drei Musiker wären sowieso dabei gewesen: Gross und Dörsam mit ihrem Duo, Naidoo-Gitarrist Alex Auer mit seinen „Detroit Blackbirds“, bei denen als Gast wiederum Adax Dörsam mitwirkt.

Das Konzert findet nicht auf dem alten wie sonst, sondern auf dem neuen Sportplatz statt, um Abstands- und Hygieneregeln einhalten zu können. Aktuell wird laut Löffler mit 250 Sitzplätzen geplant, die bereits per E-Mail reserviert werden können. Es wird eine kleine Bühne aufgebaut, der FCF sorgt daneben für die Verpflegung. Das Ganze „in gemütlicher Atmosphäre“, wie der Vereinsfunktionär schmunzelt.

Die Gitarrenkönner huldigen dem stimmgewaltigen Bluessänger Hudson Ledbetter aus Louisiana, besser bekannt als „Leadbelly“. Das Projekt gibt es seit einem Jahr, erzählt Adax Dörsam. Die Idee entstand aus den seit einiger Zeit bestehenden jährlichen Sessions mit Timo Gross. „Wir haben manches direkt live einspielt“, stimmte die Chemie zwischen den beiden Profis auf den sechs Saiten. Anderes wurde dann im jeweiligen Studio in Eigenregie gezaubert.

Aktuell hat das Duo schon eine Promo-CD im Gepäck, der „richtige“ Silberling soll kommendes Jahr erscheinen. Den ersten Auftritt mit diesem Programm gab es bereits ebenfalls – vor kurzem in der Pfalz, Timo Gross‘ Heimat. Dörsam bezeichnet die Musik als „innovativ und gleichzeitig Retro“. Der Odenwälder erkennt sowohl spirituellen Gehalt als auch Tiefe in den Songs, die durch ihre Coverversionen Weltruhm erlangten.

Gleichzeitig ist Leadbellys Lebenslauf ein Abbild der aktuellen Ereignisse in den USA, erklärt der Mörlenbacher. Der lebte von 1885 bis 1949 in Louisiana, Texas und New York. In dieser Zeit schlug der Rassismus erbarmungslos zu, so Dörsam: Leadbelly wurde einige Male verurteilt und saß die Hälfte seines Lebens in Gefängnissen. Als Schwarzer hatte man kaum eine Chance vor Gericht und vor der Polizei – wie sich die Zeiten gleichen.

Die beiden Solisten, Songwriter und Produzenten kreieren auf den Schultern dieses Bluesgiganten eigene, raue Klangwelten. Mit Respekt und Mut transformieren sie sein Erbe ins 21. Jahrhundert. „Leadbelly Calls“ mischen ohne Scheu Ethno-, Elektro- und Bluessounds und spielen mit Erwartungen und Nuancen, um die Hörer zu überraschen. Timo Gross erdiger Gitarrenstil verwebt sich eindrucksvoll mit den ausgefallenen und exotischen Sounds von Adax Dörsam.

Das breite Spektrum von „Talking to Huddie Ledbetter“ beginnt bei rohen und ostinaten Blues-Grooves. Zwei Dobros und Stimmen reichen bei „Take this Hammer“, um das verzweifelte Ringen um die Menschenwürde der schwarzen Eisenbahnarbeiter zu beschwören. Ein Highlight ist die Interpretation des Klassikers „Black Betty“, bekannt durch Ram Jam: ein extrem tanzbarer, hypnotischer Groove kontrastiert die klassische türkische Saz.

Leadbelly schrieb Welterfolge wie „Midnight Special“ und „Cottonfields“, interpretiert von Creedence Clearwater Revival, „Good Night Irene“ (Weavers und Eric Clapton) „Where Did You Sleep Tonight“ (Nirvana) oder „The Gallows Pole“ (Led Zeppelin). Foto: Rene_van_der_Voorden

 

Info: „Hallo Finkenbach 2020“ des FC Finkenbachtal am Samstag, 15. August, Einlass 16 Uhr, Beginn 18 Uhr, Open-Air im Fußballstadion, mit „Leadbelly Calls“ (Timo Gross und Adax Dörsam) sowie Alex Auer (solo). Reservierungen unter E-Mail fcfinkenbachtal@t-online.de oder Telefon 0160/2819049 und 0171/5132118.

80-faches Glück im Odenwald

Dass ein Besuch im Odenwald per se glücklich macht, dürfte allgemein bekannt sein. Sigrid Stöckel hat nun 80 Orte zusammengestellt, die die Glückshormone besonders anregen werden. „Glücksorte im Odenwald“ nennt sich ihr 168 Seiten starkes Büchlein, das jetzt gerade im Droste-Verlag entschieden ist und liebevoll zusammengestellt ihren ganz persönlichen Favoriten vom Main bis zum Neckar, von der Bergstraße bis nach Bayern huldigt.

Die 51-jährige Autorin aus Darmstadt weiß, wovon sich schreibt. „Ich habe alle Orte persönlich besucht“, erzählt sie. Stöckel ist quasi jedes Wochenende in der Mittelgebirgsregion unterwegs. Oft verbindet sie damit auch einen Besuch bei ihren Eltern, die seit 30 Jahren in Michelstadt leben. Zu Fuß oder mit dem Rad erkundet sie seit vier Jahren den Odenwald. Dann damals startete ihr Blog odenwaldlust.de als Hobbyprojekt.

Beruflich konnte sie, auch wenn es sie jetzt ganz woanders hin verschlagen hat, aus dem Vollen schöpfen. Denn Sigrid Stöckel war lange Jahre in der Reiseredaktion von t-online tätig, hatte viel mit auch mit der Vermarktung der einzelnen Regionen zu tun. Dabei fiel ihr auf, was sicher jeder Kommunalpolitiker unterschreiben würde: „Der Odenwald bleibt bei der Vermarktung hinter seinen Möglichkeiten zurück.“

Um die von ihr gelebte Gegend zu pushen und sie aus dem Dornröschenschlaf wachzuküssen, „begann ich zuerst aus Spaß, meinen Blog zu gestalten“, erläutert sie. Der füllte sich nach und nach immer mehr, bis irgendwann der Verlag vor der Tür stand und ihr den Vorschlag machte, die einzelnen Stationen ihrer Odenwald-Touren auf Papier zu verewigen. Die Autorin schaute sich das Format an „und es sprach mich an“. Zum einen die bunte Mischung, zum anderen die Emotionalität der einzelnen Berichte sagten ihr zu.

„Mit viel Herzblut habe ich meine Glücksorte im hessischen, bayerischen und badischen Odenwald zusammengetragen, mal kulturell, mal kreativ oder auch kulinarisch, mal aktiv oder abenteuerlich“, hebt Stöckel hervor. Es geht in Museen und Cafés, in kleine Geschäfte und herrschaftliche Parks, zum Kochkurs, zum Wandern und zum Rodeln und sogar in eine Glücksfabrik.

Wie schafft man es, den Odenwald auf „nur“ 80 Glücksorte zu reduzieren? Zuerst einmal „habe ich versucht, regional zu denken“, erläutert Stöckel. Süden, Norden, Osten, Westen: Alles sollte vertreten sein. Und dazu nicht nur Sehenswürdigkeiten, sondern auch Kunst, Kultur, Radfahren, Wandern und Shopping – nicht zu vergessen die kulinarischen Erfahrungen, an denen die Region so reich ist: Eis auf dem Keilvelter-Hof, Lebkuchen in Beerfurth oder frische Milch und Käse in Hüttenthal. „Für jeden soll etwas dabei sein“, lautete ihr Ziel.

Da die 51-Jährige ein offener Mensch ist, kommt sie schnell mit den Leuten in Kontakt. „Ich habe vor Ort nach den Besonderheiten gefragt“, sagt sie. Und so kamen viele kleine Schätze hinzu, die ihr selbst noch gar nicht bekannt waren. Etwa das Museum für kleine Läden in Hammelbach, ein Kleinod für Liebhaber der früheren Tante-Emma-Läden: Verschiedene Einrichtungen ehemaliger Geschäfte gibt’s hier zu bewundern.

Was sie dann endgültig ins Buch mit aufnahm, entschied Stöckel direkt vor Ort. Getreu dem Motto: „Hier bin ich glücklich.“ Ihr ist klar, dass ihre Tipps natürlich immer auf persönlichen Vorlieben beruhen. Es fällt der Autorin schwer, einen Spitzenreiter unter den 80 zu küren oder sogar eine Top-Five-Liste zu erstellen. Aber es gibt eine Sache, von der Stöckel sehr beeindruckt war: den Lamas in Reichelsheim. Aber auch zu allen anderen 79 Glücksorten „werde ich wieder hinfahren“.

Oder sie hat es bereits getan: Wie vor kurzem zum „Roten Wasser“ in Olfen. Die dortige Wanderung wiederholte die Autorin, weil sie landschaftlich so herrlich ist. Ebenso ist der unweit gelegene Marbachstausee für sie immer eine Reise Wert – auch wenn man derzeit wegen Corona-Auflagen dort nicht baden darf. Zum Glück, sagt sie, ist der allergrößte Teil ihre Glücksorte derzeit problemlos erreichbar. Nur das Theater in Miltenberg gibt’s derzeit lediglich in abgespeckter Form.

An mitreisenden Odenwald-Fans gibt es keinen Mangel, freut sich die Autorin. Entweder Tochter und/oder Mann, daneben die Freundinnen: Für Begleitung in der schönsten der Regionen ist immer gesorgt. Dass sie mit ihrer Einschätzung in Bezug auf Glücksorte richtig lag, kam schon öfters vor: Leser ihres Blogs besuchten ihn und gaben eine positive Rückmeldung. Jeder Glücksort wird mit Foto auf einer Doppelseite vorgestellt. Mit Hilfe einer Übersichtskarte und der ÖPNV-Hinweise lassen sich die Ausflüge gut planen.

Info: Sigrid Stöckel, Glücksorte im Odenwald, Fahr hin und wird‘ glücklich, 168 Seiten, 14,99 Euro, ISBN 978-3-7700-2184-0, Droste-Verlag

Glücksorte-Auszug:

Molkerei Hüttenthal: „Hier herrscht eine Idylle, wie man sie sich für die Herstellung von landwirtschaftlichen Produkten wünscht“, findet Sigrid Stöckel. Die Kombination zwischen Verkauf und Erklärung, „wie Milch und Käse gemacht wird“, wurde sehr gut geschafft, findet sie. Und dazu noch die Landschaft – ein Gedicht.

Museum für kleine Läden Hammelbach: „Man taucht in die verschiedenen Epochen des Einkaufens ein“, bewundert die Autorin die Akribie der Sammler. Alles ist originalgetreu nostalgisch aufgebaut.

Sommerrodelbahn Wald-Michelbach: Damit die Zielgruppe passt, „habe ich unser Patenkind mitgenommen“. Aber natürlich setzte sich die 51-Jährige auch selbst in den Wagen und schoss ins Tal. „Das macht einfach Spaß.“

Draisinenbahn Wald-Michelbach – Mörlenbach: „Landschaftlich unheimlich schön“ und dazu noch ein Stück Eisenbahngeschichte. Für Stöckel immer eine Reise wert, die sie schon zweimal – mit Freundinnen und mit ihrem Mann – unternahm.

Himbächel-Viadukt Hetzbach: „Man kommt ins Staunen, wenn man darunter steht und dieses imposante Bauwerk der Ingenieurskunst bewundert“, beschreibt Stöckel die Faszination. Dazu hat die Eisenbahnbrücke eine besondere Bedeutung für die Erschließung des Tals zwischen Erbach und Eberbach.

Keilvelter-Hof Reichelsheim: „Letzte Woche war ich gerade wieder da“, schwört die Autorin auf das dortige Bauernhof-Eis. Kaum jemand vermutet, hier eine solche Besonderheit für den süßen Zahn zu finden. Leider, bedauert sie, ist derzeit der Innenhof wegen der Corona-Beschränkungen nicht zugänglich.

Kneipp-Becken Gras-Ellenbach: Mit zwei Freundinnen testete Sigrid Stöckel die verschiedenen Becken. Die drei verbanden die erfrischende Tour mit einer Wanderung. „Das hat viel Potenzial“, wünscht sie sich einen Themenrundweg.

 

 

Spielmeile soll vervollständigt werden

Auf dem Friedhof steht noch ein bisschen Arbeit an. Auf der vergangenen Ortsbeiratssitzung in Finkenbach wurde aufgelistet, was dort alles zu tun ist. Die Dorfgemeinschaft will im Herbst die Hecken auf der linken und rechten Seite schneiden, berichtete Ortsvorsteher Christian Niesen. Oben und unten passierte dies schon. Kritikpunkt war die noch ausstehende Reparatur der Beleuchtung. Bei einer kürzlichen Begehung mit der Stadtverwaltung wurde außerdem eine pflegefreie Erdbestattung angesprochen, die auch in Finkenbach möglich sein soll.

Der Tretbecken auf der Grünfläche neben dem Feuerwehrhaus „war bestimmt schon 1000 Mal Thema“, meinte Niesen. Inzwischen, beklagte er, „ist es nur noch ein Schlammbecken“, da bereits die ursprüngliche Planung Mängel hatte. Mit der Stadt will man bei einem Vor-Ort-Termin besprechen, „was wir mit dem Dreckloch machen“. Denn gedacht war anfangs, dass der Bach mit seinem Sog das Becken auch wieder leersaugt, wovon der aber nichts wissen will. Das Resultat: Schlamm.

Mit der Umgestaltung der dortigen Grünfläche ist man im Ortsbeirat nicht ganz zufrieden. Denn Hessen Mobil hatte die Brücke über die Kreisstraße erneuert und in diesem Zuge dort eine Behelfsbrücke errichtet. Die Finkenbacher wünschen sich, dass die Stadtverwaltung mit der Straßenbaubehörde Kontakt aufnimmt, um für eine Ausbesserung zu sorgen.

Der Freiwilligentag ist Corona-bedingt dieses Jahr auf zwei Wochenenden verteilt. An diesen wollen die Helfer die Boccia-Bahn am Spielplatz neben dem Schwimmbad anlegen – ein Projekt, das schon jahrelang auf der Wunschliste steht. Zusammen mit dem Schachbrett, das von der anderen Straßenseite hierher verlegt wurde, nimmt die Spielmeile für Jung und Alt Gestalt an.

Ein Dorn im Auge ist dem Ortsbeirat eine fehlende Geschwindigkeitsbeschränkung zwischen dem Kohlenmeiler-Platz und dem Ortseingang Hinterbach. Dort gibt es bei der Brunnenstraße eine gefährliche Ecke, wo die Autofahrer mit Tempo 100 angebraust kommen. „Da sollte Tempo 70 gelten“, forderte Niesen.

Eine weitere Verkehrsangelegenheit kam ebenfalls zur Sprache. Navis sind bekanntermaßen nicht unbedingt die verlässlichsten Instrumente, um sich auf dem Land zu orientieren. Bekannt ist, dass Auto- und Lkw-Fahrer von Beerfelden kommend aus über den Finkenberg (die ehemalige Friedhofstraße) geleitet werden, wenn sie Richtung Hinter- und Raubach wollen.

Das Problem: Die Straße ist sehr schmal und für schwere Fahrzeuge nicht ausgelegt. Deshalb wünschen sich örtlichen Mandatsträger an der Abzweigung von der Beerfelder Straße ein Verbotsschild für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen, sodass diese dann die „normale“ Strecke an der „Traube“ entlang über die Brücke nehmen.

Für „Swim“ sollen Gelder fließen

Zusammen knapp 140.000 Euro gab’s vom Land für die Sanierung der Freibäder in Hetzbach und Finkenbach. Da die Schwimmanstalten derzeit sowieso geschlossen sind, möchte die Verwaltung gern Nägel mit Köpfen machen. Zumindest der Bau- und Umweltausschuss stand dem positiv gegenüber und signalisierte, dass die entsprechenden, eigentlich erst für 2021 eingeplanten Haushaltsmittel vorgezogen werden könnten.

„Swim“ nennt sich das Schwimmbad-Investitions- und Modernisierungsprogramm, aus dem nun zwei Mal Geld fließt. In Hetzbach soll es für die Sanierung der Badewassertechnik verwendet werden. Hier sind knapp 30.000 Euro Eigenmittel der Stadt nötig. Die Vorsteuerrückerstattung beläuft sich auf knapp 19.000 Euro. Das gleiche Spiel auch in Finkenbach mit Summen in fast der gleichen Höhe. Hier geht es um allgemeine Sanierungsmaßnahmen wie Folienerneuerung im Becken und Arbeiten auf dem Gebäudedach.

„Wir empfehlen dringend, die Maßnahme jetzt zu starten“, sagte Bürgermeister Christian Kehrer. Dazu wäre aber die Mittelumschichtung nötig, weil im 2020er-Haushalt lediglich 10.000 Euro bereitstehen. Bei aller Freude über den Geldsegen wünschte sich Ausschussvorsitzende Katharina Riesinger (ÜWO), „das Waldseebad Beerfelden nicht zu vergessen“. Denn auch dort gibt es einen großen Renovierungsbedarf.

Leider fiel das Bad aufgrund seiner Kategorisierung durchs Raster. Die Stadt hat es aber im Blick. Der Zaunumbau wurde laut Kehrer vom Bauhof mitbegleitet. Aktuell sind die Mitarbeiter dabei, die alten, nicht mehr genutzten Duschbecken zu erneuern. Für 2021 sollen Gelder zur Sanierung mit in den Haushalt eingestellt werden, wobei der Bürgermeister verdeutlichte, „dass ein großer Eingriff nicht möglich ist“. Der wäre unfinanzierbar. Walter Gerbig (CDU) regte an, die Fühler zu anderen Naturbädern wie Kleingemünd auszustrecken, um Erfahrungen zu sammeln.