Im Finkenbacher Freibad findet jeder ein freies Plätzchen

Wenn es heiß wird und in der Ebene die Freibäder überlaufen sind, dann ist das Finkenbacher Open-Air-Bad im Odenwald-Tal ein Geheimtipp. Es kommt ganz selten vor, dass sich hier die Menschen drängen. 100 bis 200 Besucher an einem schönen Sommertag sind der Schnitt, schätzt Christian Niesen vom Heimat- und Verschönerungsverein (HVV), der beim Kiosk-Betrieb seine Frau Mareike unterstützt. Somit lassen sich problemlos ungestörte Runden im 25 auf zwölf Meter großen Becken drehen.

Von Familien mit Kindern wird daneben das Planschbecken unter dem Sonnensegel geschätzt, wo der Nachwuchs ohne Sorge vor einem Sonnenbrand herumtollen kann. Der Spielplatz direkt vor dem Gelände ist ebenfalls immer einen Ausflug wert, seitdem dort die Geräte erneuert und erweitert wurden. Mareike Niesen verkauft im Auftrag der Stadt die Eintrittskarten, der HVV kümmert sich in Zusammenarbeit mit dem Bauhof um die Pflege der Grünanlage.

Der Verein koordiniert außerdem den Einsatz der freiwilligen Badeaufsichten. „Fünf neue kamen in diesem Jahr dazu“, freut sich Niesen. Die versehen ihren Job ehrenamtlich lediglich gegen Verpflegung mit Essen und Trinken. Eine entsprechende Flyer- und Plakataktion des Vereins im Frühjahr hatte somit den gewünschten Erfolg.

Dass man in Finkenbach an schönen Tagen halb Hirschhorn begrüßen kann, ist schon gute Tradition. Auch aus dem Überwald kommen schon länger Gäste nach Oberzent. Neu sind aber die Ruhesuchenden aus Heidelberg, Weinheim, Neckargemünd oder Walldorf, die der drangvollen Enge ihrer Bäder entfliehen und sich auf der Liegewiese nicht dicht an dicht aufhalten wollen. Dazu kommt, beobachtet Niesen, dass anscheinend in den großstädtischen Schwimmbädern das Gewaltpotenzial mancher Jugendgruppen zunimmt.

In Finkenbach geht alles unkompliziert zu. Sollte das Wetter morgens schlecht sein oder gegen Nachmittag der Himmel zuziehen, wird eine spätere Öffnung oder frühere Schließung über Facebook (siehe unten) und WhatsApp kommuniziert. In eine entsprechende Gruppe des Messenger-Dienstes kann man sich vor Ort aufnehmen lassen (wegen Datenschutzbestimmungen nur direkt im Bad selbst).

Eine Anregung aus dem vergangenen Jahr wurde in dieser Badesaison umgesetzt: Für Geflügel, also Chicken Nuggets, Chili-Bällchen und Burger, wurde eine separate Fritteuse angeschafft, um einen Schweinefleisch freien Genuss zu ermöglichen. Und wer’s gänzlich fleischlos will, kann sich an den vegetarischen Flammkuchen halten. Eis geht natürlich im Sommer neben dem regulären Angebot besonders gut.

 

 

Info: Das Finkenbacher Freibad ist in den Ferien regulär jeden Tag von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Änderungen werden auf www.facebook.com/FreibadFinkenbach/ oder über eine Schwimmbad-WhatsApp-Gruppe bekannt gemacht.

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Jugendförderverein bündelt Fußball-Aktivitäten

Oberzent als Vorreiter: In der neuen Stadt wurde jetzt der erste Jugendförderverein des Odenwaldkreises gegründet. In ihm bündeln sieben Fußballvereine ihre Arbeit im Jugendbereich. Ziel ist es, ab der Saison 2020/21 Mannschaften von den A- bis G-Junioren in die Wettbewerbe zu schicken. Derzeit eifern etwa 130 Kinder und Jugendliche in Oberzent dem runden Leder nach, angeleitet von 20 Trainern und Betreuern.

Das Orga-Team mit Sebastian Siefert, Hartmut Beisel, Marcel Daub und Steffen Ulrich ging vor etwa einem Jahr an die Vorbereitung. Denn in den vergangenen Jahrzehnten wurde es für die Vereine immer schwieriger, eigene Jugendmannschaften zu stellen, schilderte Beisel vom SV Beerfelden. Der ist neben FC Finkenbachtal, SV Gammelsbach, TV Hetzbach, SG Rothenberg, TSV Sensbachtal und Türkspor Beerfelden einer der Partner.

Die Folge war die Gründung von immer mehr Spielgemeinschaften, so vor zehn Jahren auch die JSG Oberzent, „um den Jugendfußball zu stabilisieren“. Aber auch dieses Modell erwies sich über die Jahre hinweg als problemanfällig. Denn logischerweise, so Beisel, standen für die beteiligten Einzelvereine erst einmal die eigenen Interessen im Vordergrund. „Wir haben dann überlegt, wie sich das verbessern lässt“, schilderte er.

Heraus kam der Gedanke, einen eigenständigen Verein für Jugendfußball zu gründen. In den verschiedenen Vortreffen wurden die Vereinsvertreter mit ins Boot genommen. „Wir haben vieles schnell erreicht“, freute sich der SV-Mann. Über einen Kooperationsvertrag wird die jeweilige Mitwirkung im JFV Oberzent vertraglich geregelt. Der soll offiziell zu Beginn des neuen Jahres an den Start gehen, damit zur kommenden Runde alles steht.

Sebastian Siefert dankte den beteiligten Vereinen „für die schnelle und positive Einigung“. Es gab zehn Organisationstreffen im Vorfeld, dann „nur“ zwei mit den Vereinsvorständen und der neue Verein war im Sack. „Die sind uns sehr entgegengekommen“, war die Kooperationsbereitschaft groß. Er hätte, schmunzelte Siefert, „mehr Widerstand erwartet“.

Es gab noch ein zusätzliches Bonbon: Der neue Verein bekommt von seinen Gründervätern mehr Geld zur Verfügung gestellt, als die Organisatoren gedacht hatten. Der offizielle Startschuss war das eine, „die eigentliche Arbeit beginnt jetzt erst“, meinte Siefert. Ziel sei es, in allen Altersklassen eine Mannschaft zu melden und mit Großfeldteams auch höherklassig zu spielen.

Mittelfristig, sagte er, werde mit dem JFV die Qualität verbessert, da man als Verein andere Möglichkeiten habe, an qualifizierte Trainer zu kommen. Siefert zeigte sich optimistisch, in spe auf genügend Betreuer zurückgreifen zu können. Zwar ist die Vereinsbindung nicht mehr wie früher, aber wenn die eigenen Kinder kicken, „ist vielleicht einfacher, die Eltern zur Mitwirkung zu bewegen“. Robin Hemberger vom SVB bezeichnete die Entwicklung als „alternativlos“. Dem Orga-Team sprach er seinen großen Danke für die viele Arbeit aus.

Bürgermeister Christian Kehrer wertete die Zusammenarbeit im JFV als „Schritt in die richtige Richtung“. Die Stadt werde ihren Beitrag dazu in Form einer Anschubfinanzierung leisten. Eine freiwillige Fusion, so Kehrer mit Blick auf den Oberzent-Zusammenschluss, „ist immer zielführend“. Den ersten Jugendförderverein im Odenwaldkreis begrüßte ebenfalls Kreisjugendwartin Birgit Johe. „Das macht es organisatorisch um einiges einfacher“, erläuterte sie. Denn die Spielgemeinschaften müssten jedes Mal aufs Neue gemeldet werden.

 

Info: Der neue Jugendförderverein (JFV) 2020 Oberzent wird im Herbst bei einer Info-Veranstaltung allen Interessierten vorgestellt.

 

Brückensanierung in Finkenbach soll Anfang September starten

Christian Niesen (47) ist der neue Ortsvorsteher von Finkenbach, Hinterbach und Raubach. Er wurde auf der vergangenen Sitzung zum Nachfolger des Anfang Juni überraschend verstorbenen Rothenberger Altbürgerbürgermeisters Hans Heinz Keursten gewählt. Sein Stellvertreter ist Detlef Honnen. Nachrücker ist Martin Menges, der früher auf CDU-Liste in der Rothenberger Gemeindevertretung saß. Nach einer Schweigeminute für den Verstorbenen leitete Oberzent-Bürgermeister Christian Kehrer das Wahlprozedere.

Der gebürtige Heidelberger Niesen kam vor mehr als 20 Jahren nach Finkenbach. Durch einen Bekannten verschlug es ihn der Pferde wegen in den Odenwald. Er kam, sah, baute sich ein Haus und blieb. Nach der Ortsbeiratswahl im April 2018 im Zuge der Oberzent-Fusion wurde er vom Gremium damals zum Stellvertreter von Keursten bestimmt. Das war auch in anderer Funktion, beim Heimat- und Verschönerungsverein Finkenbach.

Besprochen wurden auf der Sitzung die Projekte am Freiwilligentag des Odenwaldkreises, der am 14. September stattfindet. So wollen die Ehrenamtlichen das Multifunktionsspielfeld am Schwimmbad-Parkplatz auffrischen. Das hat jedes Jahr eine Frischzellenkur nötig. Bretter müssen ausgetauscht, der Boden abgedampft werden, damit es wieder einsatzbereit ist.

Angedacht ist weiterhin die Reparatur der Buswartehäuschen, damit die ÖPNV-Nutzer beim Warten nicht das kalte Grausen packt. Weiteres ist in der Mache: „Wir sammeln noch Projekte“, erläutert der neue Ortsvorsteher. Dazu könnte auch die Mähaktion im kleinen Park am Feuerwehrhaus im Vorfeld des Weinfests zählen, das die Brandschützer immer im September veranstalten.

Allerdings ist diese Maßnahme abhängig vom Ersatzbau für die Brücke über den Finkenbach. Deren Sanierung soll laut Hessen Mobil Anfang September starten, wobei „oft die Gemeinden erst eine Woche vorher den genauen Termin erfahren“, weiß Niesen. Da der Schwerlastverkehr weiterhin die Odenwald-Quelle erreichen muss und dies über Raubach nicht möglich ist, braucht es eine Ersatzquerung, bevor die alte, marode Brücke abgerissen werden kann.

Kurz vor dem Start der Bauarbeiten, etwa gegen Ende August, wird dann auch das im Grünbereich befindliche Schachbrett rüber ans Freibad verlegt. Es soll mit den schon vorhandenen Kinderspielgeräten und der Tischtennisplatte sowie der noch zu errichtenden Boule-Bahn ein Anlaufpunkt für Jung und Alt sein. Die Baggerarbeiten übernimmt dabei der Bauhof, das Material bezahlt die Stadt, in die Hände gespuckt wird von den vielen Ehrenamtlichen.

Köhlerteam bringt den Meiler zum Rauchen

Die letzten Vorbereitungen laufen, damit der Kohlenmeiler ab dem 26. Juli wieder vor sich hinrauchen kann. Das ehrenamtliche Team ist schon seit vielen Wochen immer samstags am Rödeln, um das Gelände an der Straße Richtung Raubach herzurichten und den Holzstapel aufzuschichten. In der letzten Woche geht es an den Feinschliff, dann sind jeden Tag etliche der etwa 15 Helfer vor Ort. Zehn Tage lang können Besucher aus nah und fern bis 4. August das alte Brauchtum bewundern.

In den vergangenen Wochen wurde der Platz vorbereitet, Erde vom letzten Kohlenmeiler vor zwei Jahren gesiebt, die Mitte des Stapels festgelegt und das Gras entfernt, erläutert Thomas Frisch. Er ist mit Ralf Fischer so etwas wie der Meilerchef. Denn beide kümmern sich in der kompletten Zeit um das rauchende Etwas, damit am Ende schöne Holzkohle übrig bleibt und nicht der Buchenholz-Stapel irgendwann vor zu viel Luft einen Satz macht und sich alles in Rauch auflöst.

22 Raummeter Buchenholz aus heimischen Wäldern verwenden die erfahrenen Meilerbauer. Ralf Fischer karrte die benötigte „Hardware“ auf den Platz. Zusammen mit guter Verpflegung, wie Frisch schmunzelt, gingen die Arbeiten zügig vonstatten. „Wir sind schon weit gekommen“, meint er mit einem prüfenden Blick über den Platz.

Das liegt auch daran, dass nach dem Meiler quasi schon vor dem nächsten Kohlenmeiler ist. „Im Winter haben wir die Bäume zurückgeschnitten und Äste weggemacht“, erzählt Thomas Frisch. Danach wurden die Hecken gestutzt, gemäht, Bänke repariert und unebenes Gelände mit Rindenmulch aufgefüllt. Sieben Samstage sind es schon, dass auf dem Platz gewerkelt wird. So steht bereits längere Zeit das große Zelt für die Gäste mitsamt dem Küchenanbau. Kurz vor knapp folgen die Feinheiten.

In der Regel kommen beim Aufschichten des Holzstapels Meterscheite zum Einsatz, erläutert der Fachmann. Kurze Stücke braucht er aber auch, damit der Meiler eine gewisse Schräge erhält. Denn das Holz muss immer aufeinander aufliegen, damit sich eines am anderen mit der Glut ansteckt. Danach werden noch Erde und Gras draufgeschichtet. Die Hoffnung nach Regen eint die Macher, damit sie am 26. Juli zur Zündung schreiten können.

„Wir haben uns viel von den Älteren abgeschaut“, erzählt Frisch. Also quasi von der ersten Generation der Kohlenmeiler-Betreiber, die dieses alte Handwerk vor genau 30 Jahren in der Hinterbach wieder ins Leben riefen. Anschließend hieß die Devise „Learning by doing“. Eigene Erfahrungen wurden gesammelt. Wenn ein Fehler passierte, „haben wir es zwei Jahre später besser gemacht“, schmunzelt er.

„Mit ein bisschen Reindenken“ funktioniert alles ganz gut, meint er. Es gilt etwa Hohlräume zu vermeiden, in die trockene Erde reinrieseln kann. Denn dann ist keine Glutübertragung möglich und der Meiler verglimmt nicht mehr als Ganzes. Zu viel Luft kann dazu führen, dass der Koloss ins Husten kommt und den beiden Meilerchefs noch mehr des sowieso kargen Schlafs raubt.

Mehr als zwei bis drei Stunden pro Nacht sind es nicht, rechnet Thomas Frisch die Zeit nach, die er je nach Wetter auf der Hängematte oder im Bauwagen verbringt. An den ersten zwei oder drei Tagen noch weniger am Stück, denn dann muss der Quandel-Schacht regelmäßig mit kleinen Holzscheiten befüllt werden. Die Schwierigkeit dabei: „Es darf so wenig wie möglich Sauerstoff mit hinein gelangen.“ Sonst gibt es die Gefahr einer Verpuffung. Aber auch die anderen Helfer sind quasi nonstop auf Achse. „Unser Wohnzimmer sehen wir so schnell nicht mehr“, scherzt Ingrid Fischer.

Der gesunde Mittelweg ist wie immer der beste. Der Meiler „darf nicht zu dicht, aber auch nicht zu offen sein“, erläutert sein „Vater“. Einem dumpfen Grollen folgt sonst ein „Wupp“, schildert er. Hört er es kommen, muss Frisch schnell das Weite suchen, um nicht die abgeschüttelte Erde abzubekommen. Danach ist Eile angesagt: Die Erde muss wieder drauf, bevor sich die ganze Arbeit vieler Wochen verdünnisiert.

 

Info: Der Hinterbacher Kohlenmeiler wird am Freitag, 26. Juli, um 18 Uhr durch Oberzent-Bürgermeister Christian Kehrer eröffnet. Bis zum 4. August ist eine Besichtigung zu allen Zeiten möglich. Das Köhlerteam sorgt das für leibliche Wohl. Am Samstag, 27. Juli, 18 Uhr, ist die „Bader-Alphorn-Gaudi“ zu Gast, am Sonntag um 13 Uhr „Hans aus Bayern“ mit dem Akkordeon. Der Meilerplatz befindet sich in Hinterbach an der Kreisstraße 37 Richtung Raubach. Näheres unter http://www.hinterbach-kohlenmeiler.de

Oberzent-Legenden waren mit Leidenschaft am Ball

Legenden aus Oberzent mit Leidenschaft am Ball: Was beim Fußballfest des TV anlässlich des 100-jährigen Vereinsbestehens eine große Gaudi war, soll in Zukunft alle Ü40-Spieler der neuen Stadt am runden Leder vereinen, um auch sportlich die Fusion weiter voranzutreiben. Auftakt der Oberzent-Allstars war nun die Partie gegen den Hessen-Cup-Sieger 2018 und Teilnehmer an den Deutschen Meisterschaften, den SV Erzhausen. Da zählte vor allem das olympische Motto: „Dabei sein ist alles.“

2:7 musste sich die Oberzent-Auswahl den besser im Saft stehenden Erzhausenern geschlagen geben. Markus Ihrig und Torsten Setzer erzielten die Ehrentreffer. Konditionell präsentierten sich die Gäste bei schweißtreibenden Temperaturen deutlich im Vorteil und waren auch jederzeit torgefährlicher. Die 1950 gegründeten TV-Fußballer zeigten sich bei diesem Teil des dreitägigen Sportfestes sehr zufrieden mit den Besuch auf der Höhe.

Nachdem die Fußballer im vergangenen Jahr nur einen Tag gefeiert hatten, wollten sie den Event im Zeichen des 100. Jubiläums größer machen, erläutert Marcel Daub. In der Projektgruppe erarbeitete man die einzelnen Aktivitäten, so etwa den Besucher der 05er Fußballschule des Bundesligisten Mainz 05, das Mondscheinturnier oder den Blitzeiche-Cup.

Aus allen acht Vereinen der neuen Stadt liefen die alten Hasen in ihren gelben Trikots auf. „Die haben damals als Spieler ihre Teams geprägt“, meint Daub ehrfürchtig im Angesicht der früheren Leistungen. Roland Hartmann vom SV Beerfelden blickt auf Oberliga-Erfahrung zurück, Dieter Bundschuh vom TV Hetzbach ist ein ebensolcher erfahrener Mann. Er gehört wie auch Oliver „Fips“ Rexroth, der frühere Spielertrainer des FC Finkenbachtal, mit seinen 53 Jahren zu den ältesten im Bunde.

Teilweise hingen die Fußballschuhe schon zehn Jahre am Nagel, bevor sie fürs Auswahlspiel wieder geschnürt wurden. Marcel Gerling (ISV Kailbach) versucht sich zu erinnern: „Sechs Jahre sind es bestimmt schon“, meint er. Zumindest waren die Treter so alt, dass er sich jetzt neue kaufte. Fit hielt er sich in der Zwischenzeit immer, „aber Laufen ist halt was anderes“. Sein Fazit: „Das hat total Spaß gemacht“ – gegen einen ambitionierten Gegner.

„Die waren alle gleich dabei“, freut sich Mitorganisator Daub über die vielen positiven Rückmeldungen. Die Partie kam auch deshalb zustande, „weil es in Oberzent nirgends eine AH gibt“, erläutert er Genau das ist das Ziel von Trainer Horst Ihrig, der das jetzige Zusammentreffen verstetigen will. „Jeder Ü40-Crack aus Oberzent ist eingeladen mitzumachen“, bekräftigt Daub. Einmal im Monat soll das Training stattfinden.

Horst Ihrig versteht das Auftaktspiel, auch wenn davor kaum ein gemeinsames Training möglich war, als Grundstock für eine kommende Oberzent-Auswahl. „Wir wollen auch sportlich mehr zusammenwachsen“, betont er. Der Coach will die erfahrenen Jungs von März bis Oktober zusammentrommeln und in dieser Zeit auch drei oder vier Spiele absolvieren. „Es ist schön, die alten Gesichter wieder zu sehen“, sagt Ihrig. Denn ansonsten verliert man sich aus den Augen. Natürlich war der Gegner gleich eine hohe Messlatte, schmunzelt er.

Über 70 Ehemalige stehen auf der Liste. Elf können zwar nicht mehr kicken, weiß der Trainer, aber wollen trotzdem dabei sein. Wenn er für die Spiele zwischen 18 und 20 Leute aus allen früheren Vereinen aufbieten kann, dann passt das für Ihrig. Sebastian Schönig (FC Finkenbachtal), Cosimo Perrone (Türkspor Beerfelden), Marco Gerbig (TV Hetzbach), Steffen Ulrich (TSV Sensbachtal) oder Berkant Özdemir (Türkspor Beerfelden): Alles klangvolle Namen aus goldenen Oberzent-Fußballjahren, die jetzt aufliefen.

 

 

Mit dem Goggo auf den Berg zur Alten Pumpe

Alte Schnauferl vor der Alten Pumpe: Das passt. Die Goggo- und Kleinwagen-Interessengemeinschaft (IG) Main-Kinzig-Kreis machte auf ihrer Ausfahrt über zwei Stunden lang Station am Industriedenkmal an der Landesstraße zwischen Rothenberg und Kortelshütte. Philipp Foshag und Thomas Wilcke vom Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVR) brachten den Teilnehmern dort die frühere Form der Wasserversorgung auf dem Sandsteinhügel näher.

17 Kleinwagen, meistens Goggos, aber auch zwei Lieferwagen und ein Messerschmitt-Kabinenroller mit 30 Personen waren den Berg hinaufgeschnauft. Nach der Besichtigung ging es weiter durch den Odenwald nach Zell. Die IG, deren Mitglieder neben dem Odenwald unter anderem aus den Ecken Stuttgart, Calw, Pforzheim, Oberallgäu oder Sigmaringen kommen, unternimmt jedes Jahr eine andere Tour, war zu erfahren.

Dieses Jahr gab es eine kurzfristige Änderung der Route, nachdem die Sperrung der Strecke ab Hirschhorn durchgesickert wird. Mit dem Goggo lohnt sich trotz der Oldtimer-Klassifizierung kein H-Kennzeichen, hieß es von den Fahrern. Denn aufgrund des kleinen Hubraums liegen die Autos deutlich unter H-Versteuerung für Fahrzeuge mit mehr Power unter der Motorhaube. Bei Sonnenschein wurde später ein ausgiebiges Picknick auf dem Parkplatz eingelegt.

Mit dem damaligen Wunderwerk der Technik war es zu Beginn des 20. Jahrhunderts endlich möglich, zuerst für Rothenberg und dann auch für Kortelshütte sowie Ober-Hainbrunn eine gesicherte öffentliche Wasserversorgung herzustellen, erläuterte Wilcke den Interessierten. Denn der Zweizylinder-Wassermotor mit Drillingspumpe beförderte das Nass vom Gammelsbachtal über 290 Höhenmeter in den Rothenberger Hochbehälter.

In den Jahrzehnten und Jahrhunderten zuvor „herrschte Wasserknappheit“, so der VV-Vorsitzende. Durch den Sandsteinuntergrund sei das Wasser sehr schnell versickert. Auch Tiefbrunnen konnten die Misere nicht lösen. Ab dem 19. Jahrhundert wurden Stollen in den Felsen getrieben, um des kühlen Nass‘ habhaft zu werden. Im Unterdorf auf 400 Meter „ging das auch recht gut“, erzählt Wilcke. Dort zeugt noch der Laufbrunnen mit seinen vier Trögen vom Erfolg der Bohrungen.

Weiter oben „herrschten aber regelmäßig Wassernotstände“. Beschwerden über die unhaltbare Situation drangen bis nach Darmstadt vor. Dort, erläutert der Vereinsvorsitzende, sei am Ende des 19. Jahrhunderts eine Art „Konjunkturprogramm“ aufgelegt worden, um auch die abgelegenen Odenwald-Gemeinde ans öffentliche Wassernetz anzuschließen.

Zupass kam den damaligen Ingenieuren laut Wilcke, dass es auf 250 bis 270 Meter in beiden Tälern Tonschichten gab, auf denen sich das Wasser sammelte und ergiebige Quellen speiste. „40 Meter unterhalb wurde der ‚Große Brunnen‘ im Gammelsbachtal gefasst“, so Wilcke. Die dort erreichten vier Bar Wasserdruck reichten, um mit dem Motor der Schweizer Firma Schmid das Nass fast 300 Meter in die Höhe pumpen zu können. „Die Wasserleitung war sogar 2,5 Kilometer lang.“

Die Kleinsten sind mit Feuereifer dabei

Jetzt gibt’s auch offiziell eine Kinderfeuerwehr im Höhenstadtteil. Die Feierlichkeiten zum 85-jährigen Bestehen der Einsatzabteilung nutzten die Brandschützer, auch für die Kleinsten, die unter Zehnjährigen, eine Gruppe zu gründen. Der Andrang ist bereits gewaltig: 20 Kids sind dabei, noch mehr würden gerne mitmachen, weiß Kinderfeuerwehrwart Oliver Fink. Acht Betreuer kümmern sich immer donnerstags um den Nachwuchs.

„Am besten gefällt mir, dass wir mit den Feuerwehrautos mitfahren dürfen“, meint Tim bei der Feier. Emma ergänzt: „Mir hat das Knotenlernen und das Wasserspritzen Spaß gemacht.“ Wie auch Raphael, dem generell das Spielen bei der Kinderfeuerwehr gefällt. Die rege Beteiligung an der Veranstaltung „Fit für die Feuerwehr“ in der Grundschule bildete laut Fink den Startschuss. Denn man wollte die interessierten Pimpfe nicht auf die Jugendfeuerwehr vertrösten, in der man „erst“ ab zehn Jahren mitmachen kann.

Im vergangenen Spätjahr starteten bereits die „sehr gut besuchten“ Gruppenstunden, in denen die Kinder spielerisch an das Thema Feuerwehr herangeführt wurden. Für die Teilnahme an einem Wettbewerb der Unfallkasse Hessen gab es jetzt eine Urkunde und ein Preisgeld, das beim Hessentag überreicht wurde. Kurz vor dem Fest legten die 20 Kinder das „Tatze“-Abzeichen ab. Die Auszeichnung, die sie dann stolz wie Oskar an ihrer Mini-Uniform trugen, wurde ihnen bei der Gründungsfeier überreicht.

Das 85-jährige Bestehen wurde mit Sternfahrt und Festakt gebührend gefeiert. Der Vorsitzende des Feuerwehrvereins, Steffen Bartmann, und Wehrführer Jochen Weinthäter moderierten das Programm. Umrahmt wurde es von den beiden Posaunenchören aus Rothenberg. Die beiden Brandschützer nannten die Gründung der Kinderfeuerwehr „einen Schritt Richtung Zukunft“. Denn es gebe immer weniger Jugendliche und Kinder. Dazu kommen noch viele gesetzliche Vorgaben, die erfüllt werden müssen. „Viel Planung, viel Engagement, viel Zeit und besonders viel Kreativität wurden aufgebracht, das Vorhaben umzusetzen“, betonten Bartmann und Weinthäter.

Vier der vielen Feuerwehrangehörigen verlasen im Anschluss die Chronik aus 85 Jahren: Julian Brand (Jugendfeuerwehr), Jürgen Bartmann (Alters- und Ehrenabteilung), Janis Heckmann (Jugendwart) und Chantal Freidel (Betreuerin der Kinderfeuerwehr), beide auch in der Einsatzabteilung aktiv. Die Jugendwehr ist inzwischen ein fester Bestandteil, erzählte Brand. Knapp 90 Prozent der Einsatzabteilung stammt aus dieser.

Auch wenn die offizielle Gründung 1934 stattfand, reichen die Ursprünge der Brandbekämpfung viel weiter zurück. Im Jahre 1824 findet sich die erste urkundliche Erwähnung einer Feuerwehr-Einrichtung in Rothenberg. Im „Gräflich Erbachischen Wochen-Blatt“ für den Landrats-Bezirk Erbach ging es um eine Errichtung eines Spritzenhauses. Bis zum eigentlichen Gründungsjahr existieren allerdings keine weiteren Aufzeichnungen. Am 27. November 1934 meldeten sich etwa 60 Mann mit dem Leitwort „Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr; einer für alle, alle für einen“ zur neuen Wehr.

1953 wurde das zwischenzeitlich neu errichtete Feuerwehrhaus in der Höhenstraße seiner Bestimmung übergeben. Weil es zur damaligen Zeit noch kein fließendes Wasser gab, wurde unter ihm eine etwa 90 Kubikmeter Wasser fassende Zisterne eingebaut. Diese ist auch heute noch funktionsfähig. 1957 wurde der erste Feuerwehrball im Gasthaus „Zur frischen Quelle“ mit großem Erfolg veranstaltet.

1966 wurde das erste Feuerwehrauto, ein LF 8, freudig begrüßt. Aus Vereinsmitteln, Zuschüssen der Gemeinde und Spenden konnte der Preis gestemmt werden. 1972 machte man sich Gedanken, wie man die Zukunft der Rothenberger Feuerwehr absichern konnte. Es folgte die logische Entscheidung, eine Jugendfeuerwehr zu gründen, wozu sich gleich 28 Jugendliche meldeten. „Eine Erfolgsgeschichte, die bis in die heutige Zeit fortbesteht.“

 

 

Feuerwehr Rothenberg in Zahlen:

  • 53 aktive Mitglieder
  • 27 Jugendfeuerwehrleute
  • 20 Kinderfeuerwehrmitglieder
  • elf Mitglieder der Alters- und Ehrenabteilung
  • 220 passive Mitglieder