Gemeinsam feiert es sich in Ober-Hainbrunn am schönsten

Es ist eine schöne Tradition, dass sich die Mitglieder der Vereine aus dem Rothenberger Ortsteil kurz vor Weihnachten gemeinsam zu einer Feier in der Sporthalle treffen. Denn in großem Rahmen macht es einfach mehr Spaß, außerdem gibt es dann in der mit Feiern dichtgedrängten vorweihnachtlichen Zeit nur einen statt drei Termine. MGV, Sportverein und Feuerwehr hatten eingeladen. Ebenso Tradition ist es, dass Essen und Getränke für die Gäste kostenlos sind, weil sämtliche Kosten von den Organisationen übernommen werden.

Über 100 Gäste hatten sich in der Halle eingefunden, um zusammen auf 2017 zurückzublicken. Kerwe, Schleppertreffen oder Fastnacht sind die Highlights im Jahreskalender des kleinen Ortsteils, die man im Gespräch noch einmal Revue passieren ließ. Beim Schätzspiel gab für die Besucher Gans, Pute oder Schwartenmagen zu gewinnen. Es galt, die Länge eines Papierbands in einem Sack zu erraten. Auch das abschließende Bingo lockte mit schönen Preisen.

Das Buzzerquiz bestritten Heike Arnold von der Feuerwehr, Carsten Werner vom MGV und Frank Flachs vom SVH. Letzterer hatte auch die Gäste begrüßt. Die drei hatten 25 Fragen zu Vereinen und zum Ort zu beantworten. Daneben war Allgemeinwissen aus dem abgelaufenen Jahr gefragt. Man musste schnell buzzern und dann richtig antworten. Klarer Sieger war Frank Flachs.

Der SV zählt aktuell um die 200 Mitglieder, die Feuerwehr etwa 120 und der MGV um die 100. Da aber viele Hainbrunner in allen dreien Mitglied sind, platzt die Sporthalle bei einer Feier somit nicht aus allen Nähten. Einen musikalischen Beitrag steuerte der MGV unter Leitung von Mario Freidel bei. Unter anderem wurde „Stille Nacht, heilige Nacht“ gemeinsam gesungen.

 

 

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Superschnelles Internet fürs Neubaugebiet Alt-Schulzenfeld in Rothenberg

Viel Wehmut schwang mit, als sich die Rothenberger Gemeindevertreter zu ihrer letzten Sitzung trafen. Nicht nur in diesem Jahr, sondern überhaupt. Denn ab dem 1. Januar geht die bisher selbständige Kommune in der neuen Stadt Oberzent auf. Da hatte für manchen das Odenwälder Hochzeitsessen (Tafelspitz mit Meerrettich und Kartoffeln), das es zum Jahresabschluss gab, einen leicht bitteren Beigeschmack.

Inhaltlich standen nur noch wenige Themen auf der Tagesordnung. Für potenzielle Häuslebauer im neuen Baugebiet Alt-Schulzenfeld hatte Bürgermeister Hans Heinz Keursten eine erfreuliche Nachricht. Hier werden Glasfaserkabel direkt aufs Grundstück gelegt. Das erledigt die Gemeinde, während Entega und Telekom die jeweiligen Internet-Leistungen anbieten. Das geschieht über FTTH. Hierbei handelt es sich um eine moderne und sehr leistungsstarke Vernetzungs- und Ausbauart für Breitbandzugänge. Das mit mindestens 100 Mbit/s im Download, „sodass wir das schnellste Internet im ganzen Umkreis anbieten können“, freute sich Keursten.

Ein schon länger gehegter Wunsch der Gemeinde, den Anwohner aus Kortelshütte teilten, soll im neuen Jahr in Erfüllung gehen. Tempo 70, das bisher nur zwischen dem Ortsausgang bis hin zur Bushaltestelle an der L 3410/Kreuzung Rothenberger Straße gilt, soll bis an die Alte Pumpe ausgeweitet werden. Mit der Polizei und der Straßenverkehrsbehörde sei das so besprochen, so Keursten.

Gleichzeitig sollen die Kurven Richtungsschilder erhalten. Damit will man der hohen Unfallgefahr vor allem für Motorradfahrer vorbeugen. Seitdem solche Schilder in der ersten Kurve hinter Kortelshütte an der L 3410 stehen, „ist keiner mehr im dahinter liegenden Schrebergarten gelandet“, sagte der Bürgermeister. Mit der Geschwindigkeitsbegrenzung kommt man außerdem dem Wunsch der oberhalb wohnenden Kortelshütter nach, die sich schon lange über den Lärm durch zu schnell fahrende Verkehrsteilnehmer beschwerten.

Die geplanten Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung im Zentrum von Kortelshütte werden an den Kreis und die Polizei weitergegeben, informierte der Rathauschef. Der Bauausschuss hatte sich auf seiner vergangenen Sitzung darüber geeinigt, was als erstes angegangen werden soll. Die „Rennstrecke“ Hochstraße soll durch die Ausweisung von Parkplätzen auf beiden Seiten entschärft werden. Außerdem will man am Ortseingang, an der dortigen Bushaltestelle verhindern, dass die Kurve geschnitten wird. Beim Heag-Turm soll ein Blumenkübel den Verkehr auf der Gefällstrecke verlangsamen. Außerdem ist geplant, die Bodenschwellen wieder zu befestigen.

Vor einiger Zeit hatte die Gemeinde eine Brückenprüfung in Auftrag gegeben, informierte Keursten das Gremium. Im Finkenbachtal beim Sägewerk Ihrig gibt es ein kleines Bauwerk, das jetzt für den Verkehr gesperrt werden muss, sagte er. Für die anderen Brücken werden nun die Sanierungskosten entwickelt. Diese finden Eingang in die kommenden Oberzent-Haushalte.

Gemeindevertreter-Vorsitzender Horst Schwinn hatte zu Beginn auf 16 Jahre in diesem Amt zurückgeblickt. „Ich weiß nicht wie es Ihnen geht, mir fällt diese Veränderung nicht leicht“, meinte er mit Blick auf die Fusion. Seit 2001 sei seine Tätigkeit von dem Ziel bestimmt gewesen, „einen Beitrag für das Wohl unserer ganzen Gemeinde und ihrer Bürger zu leisten“. Sicherlich gab es auch manche Schwierigkeiten zu überwinden und nicht nur angenehme Tage.

Er habe jedoch den Eindruck gewonnen, so der Vorsitzende, „dass wir uns in dieser Zeit nicht auseinander, sondern eher aufeinander zu bewegte haben“. Kontinuierlich schmolzen laut Schwinn in diesen 16 Jahren Fraktionsgrenzen ab. Er erwähnte in dieser Zeit angegangene Maßnahmen wie Sanierung der Sporthalle, Erschließung von Neubaugebieten oder Erhaltung der Infrastruktur. Die Zukunftsaufgaben warten aber schon: Erhalt der Gesundheitsversorgung oder Stärkung des ländlichen Raums. „Es ist wichtig, dass wir unseren Bürgern eine Oberzent schaffen, die attraktiv ist, familienfreundlich und mit der sie sich identifizieren.“

Oberzent-Fusion: Es werden noch Kandidaten für die Ortsbeiräte gesucht

Wenn am 29. April der neue Bürgermeister und die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Oberzent gewählt werden, sollen auch die Mitglieder der jeweiligen Ortbeiräte bestimmt werden. Ein Punkt, der in der öffentlichen Wahrnehmung noch nicht so richtig präsent zu sein scheint. Deshalb gibt es seit zwei Wochen Info-Veranstaltungen in den verschiedenen Ortsteilen der fusionierenden Kommunen, die nach der Winterpause fortgesetzt werden.

In 13 Ortsbezirken sind bis 17. Februar die jeweiligen Kandidaten zu benennen, die dann Ende April zur Wahl stehen werden. Die Ortsbeiräte sind ein freiwilliges Gremium: Gibt es nicht genügend Bewerber, dann kommen sie nicht zustande. Da 2018 allerdings nur eine Zwischenwahl bildet, könnten sie bei jetzigem Nichtzustandekommen 2021 beim regulären Wahltermin trotzdem ins Leben gerufen werden. Die bisherigen Gemeinden Sensbachtal und Hesseneck bilden mit ihren jeweils drei Teilorten einen gemeinsamen Ortsbeirat. Bis auf den neuen Zusammenschluss von Finkenbach, Hinterbach und Raubach sind in allen anderen Ortsteilen jeweils Gremien zu wählen.

Während dies in diversen Beerfeldener Stadtteilen keine Neuerung ist, weil es sie bisher schon gab, hatte Rothenberg diese Institutionen nicht mehr. Inzwischen liefen im Höhendorf alle vier Infoveranstaltungen. Mit unterschiedlichem Feedback. 35 Besucher zählte Bürgermeister Hans Heinz Keursten in Rothenberg-Ort, je 28 in Finkenbach und Ober-Hainbrunn sowie 26 in Kortelshütte. Zusammen mit Fusions-Projektleiter Christian Kehrer führte er die Info-Veranstaltungen durch.

Die Interessierten wollten vor allem wissen, welche Aufgaben auf den Ortbeirat übertragen werden und welche Mitwirkungsrechte er haben wird. Die werden endgültig erst von der neuen Stadtverordnetenversammlung definiert. Deshalb erläuterten Kehrer und Keursten erst einmal die in der hessischen Gemeindeordnung vorgesehen Punkte. Die Ortsbeiräte sind zu allem, was den Ortsteil betrifft, und zum Haushaltsplan zu hören.

Angedacht ist ein eigenes Budget für die Ortsbeiräte als „Sprachrohr der Bevölkerung“: etwa eine Pauschale plus eine gewisse Summe pro Einwohner. Lindenfels hat erfolgreich vorgemacht, wie dies praktiziert werden kann. Damit wird auch die Verwaltung entlastet und muss nicht bei jeder Kleinigkeit mit ins Boot, erläutert Keursten. „Der bürokratische Aufwand lässt sich senken“, betont Kehrer. Blumenschmuck, Dorffeste oder Unterhaltungsmaßnahmen könnten darüber abgedeckt werden.

„Die Eigeninitiative der Bevölkerung kann so gestärkt werden“, führt Kehrer aus. Die Bürger können sich an ihrem Wohnort einbringen, mit ihm identifizieren und selbst ohne große Umwege das angehen, was ihnen auf dem Herzen liegt. Keursten war angetan im „großen Interesse“ in Ober-Hainbrunn. Vier Personen signalisierten gleich ihre Bereitschaft mitzumachen. In Rothenberg und Finkenbach ist der Zuspruch noch etwas verhaltener. Eine „gute Resonanz und hervorragende Diskussion“ gab es laut dem Bürgermeister in Kortelshütte.

In den ersten Bürgerversammlungen im Vorfeld der Fusion hörte man 2015 heraus, dass es die Furcht vor einem großen Gebilde weit weg vom Wohnort gab, so Kehrer. Auch, dass sich die Bürger mehr engagieren wollen. „Jetzt sind sie aufgefordert mitzuwirken“, hob der Fusions-Projektleiter hervor. Der Vorsitzende des Ortsbeirats arbeite durch das neu geschaffene Gremium aller Ratschefs Magistrat und Bürgermeister direkt zu, wies er auf die unmittelbaren Einflussmöglichkeiten hin.

Bei den Veranstaltungen gab es aber auch weitere Infos rund um die Fusion. Um die Ausweisdokumente zu ändern, werden die Bürger ab dem 8. Januar alphabetisch nach Nachnamen geordnet in die jeweiligen ehemaligen Rathäuser gerufen. Kehrer bittet um Geduld bei den Änderungen. „Die alten Dokumente sind weiterhin gültig“, betont er.

Info: Auf der KSO-Homepage www.oberzent.info ist eine Liste mit den Behörden und Institutionen zu finden, die bereits zentral vom Kommunalservice über Adressänderungen informiert wurden. Dort lässt sich auch ein Formular herunterladen, mit dem die Bürger ihre neue Adresse weitergeben können. Christian Kehrer empfiehlt, vor allem die eigenen Versicherungen rund ums Haus wie Feuer-, Wohngebäude- und Hausrat- extra zu benachrichtigen.

Zwei Sondermarken der Deutschen Post würdigen die Oberzent-Fusion

Die neue Stadt Oberzent wird auch auf zwei Briefmarken verewigt. In einer Erstauflage von je 500 Stück gibt’s das Porto sowohl für die Postkarte (45 Cent) als auch für einen regulären Standardbrief (70 Cent). Der regionale Post-Politikbeauftragte Friedhelm Schlitt war von Bad Hersfeld aus extra in den südlichsten Zipfel seines Zuständigkeitsgebiets zum Rothenberger Rathaus gereist, um die 1000 selbstklebenden Postwertzeichen rechtzeitig vor dem Jahreswechsel in den Odenwaldkreis zu bringen.

Die „individuelle Briefmarke“ wird von der Post in begrenzter Anzahl für einen bestimmten Anlass hergestellt. Im Oberzent-Fall ist es quasi ein Geschenk des Unternehmens aus Anlass des ersten freiwilligen Gemeindezusammenschluss nach der Gebietsreform Anfang der 1970er Jahre. Staatsbeauftragter Egon Scheuermann nahm die Briefmarken zusammen mit Fusions-Projektleiter Christian Kehrer vom Kommunalservice Oberzent (KSO) entgegen. Von der KSO war auch die Idee ausgegangen, das Ereignis in dieser bleibenden Form zu würdigen.

Auf der 70er-Cent-Marke steht zu lesen: „1. Januar 2018: Gründung der Stadt Oberzent Odenwaldkreis“. In der Mitte ist dann das neue Wappen zu sehen. Auf der 45er-Marke heißt es „Stadt Oberzent im Odenwaldkreis“. Diese ziert das nicht auf den ersten Blick zu erkennende Himbächel-Viadukt der Odenwaldbahn. Es sollte bewusst nicht ein einzelner Stadtteil herausgegriffen werden, so Kehrer, sondern mit diesem Wahrzeichen der deutschen Ingenieurskunst ein über die Regionsgrenzen hinaus bekanntes Identifikationsmerkmal.

Schlitt hob die lange, aufwändige Vorarbeit zwischen KSO und Post hervor, um das Thema neue Postleitzahl sowie geänderte Straßennamen und Hausnummern zu beackern, sodass zum Jahreswechsel alles steht. Er dankte Kehrer für das sehr vertrauensvolle Zusammenwirken. Dieser betonte, dass die Änderungen notwendig seien, damit es keine doppelten Straßennamen gibt und in Zukunft Rettungsdienste die richtige Adresse finden.

„Natürlich ist es nicht nur mit der Briefmarke allein getan“, meinte Egon Scheuermann. Damit ab dem neuen Jahr alles reibungslos funktioniert, bedarf es viel mehr Vorarbeit. Die Umbenennungen gingen seinen Worten zufolge fast immer problemlos über die Bühne. In Sensbachtal, wo der Staatsbeauftragte aktuell noch Bürgermeister ist, kamen die meisten Vorschläge für neue Straßennamen von den Anwohnern selbst.

„Der Sammlerwert der Marken ist sicher hoch anzusetzen“, betonte Schlitt. Deshalb liege die Entscheidung über die Ausgabe auch bei der Stadt, sagte er. Auf jeden Fall könne man damit Postkarte und Standardbrief freimachen. Wie Kehrer sagte, sollen Schreiben der Oberzent-Verwaltung an die Bürger ab dem kommenden Jahr mit der 70-Cent-Marke freigemacht werden. Er hob den Einsatz der Verantwortlichen bei der Post vor Ort und in der Zentrale hervor. „Auch die Briefträger haben uns sehr unterstützt“, sagte er. Die seien losgegangen und hätten die Veränderungen gegengeprüft.

„Wir sind in Hessen bekannt durch unsere Arbeit“, freute sich Scheuermann. Dass die Fusion nun durch eine Sondermarke gewürdigt wird, nannte er „eine tolle Sache“. Auf die Stadt kommen dadurch keine Kosten zu. Die Briefmarken sind von der Post „gesponsert“, um das bedeutsame Ereignis zu würdigen. Die 70-Cent-Marke soll voraussichtlich in den freien Verkauf gehen und ab dem 8. Januar in den Verwaltungen erhältlich sein. Die Verkaufsstellen werden noch bekannt gegeben.

Adventsmarkt verzauberte die Besucher in Finkenbach

Es war einfach zauberhaft im Finkenbachtal. Von der „Traube“ bis hin zu Mareikes Backshop gab es viele weihnachtliche Geschenkideen, boten Finkenbacher und alle, die sich dem Ort verbunden fühlen, ihre selbst gefertigten Waren zum Verkauf an. Mit Erfolg: Die Ortsbevölkerung und auch ein paar „Zugereiste“ aus Eberbach, Abtsteinach oder Bammental drängten sich dicht um die Stände, sodass die Beschicker schon bald nach dem Start des kleinen Adventsmarktes sehr zufrieden waren. Eine Wiederholung in 2018 ist geplant.

Monika Jung zaubert in ihrer Freizeit viele verschiedene Motive aus Holz. Seit zwei Jahren widmet sie sich bereits diesem Hobby. Der der jetzige Adventsmarkt war die „Premiere“, um ihre Waren einem breiteren Kreis vorzustellen. Der Zuspruch überraschte sie mehr als positiv. „Ich habe eine große Verbundenheit mit Holz“, sagt die Finkenbacherin, deren Schwiegereltern lange Jahre die Bürstenfabrik Edelmann führten.

Für ihre Arbeiten verwendet sie Eichen- und Buchenholz aus dem Odenwald. Hergestellt wird, was Monika Jung gerade in den Sinn kommt. Manches davon „ist nicht ganz gerade, die Rinde ist gesprungen oder das Holz hat Unebenheiten“. Das ist aber gewünscht. „Ich will nicht die Handschrift der Natur verfälschen“, betont sie. In der vergangenen Zeit bekam sie sehr viel Zuspruch.

„Versuch’s doch mal zur verkaufen“, lautete die Aufmunterung. Was sie auch umsetzte und nicht nur „für meine eigene Wohnung“ ans Werk ging. „Mir macht das unheimlich Spaß“, betont sie. „Am liebsten würde ich jedes Stück selbst behalten.“ Mit ihren Produkten ist sie am zweiten Adventswochenende auf dem Weihnachtsmarkt in Schönau und am Wochenende darauf in Hirschhorn vertreten.

Alle Sorten von Seifen hat Katja Rabsch aus Siedelsbrunn im Gepäck, die über ihren in Finkenbach lebenden Freund auf den Adventsmarkt kam. „Ich stehe auf Selbstgemachtes“, sagt sie. Die Idee zur Herstellung kam ihr bei einer Paddeltour mit einer Freundin. Sie verwendet immer ein Grundrezept für die Seife. Dann kommt Natronlauge für den Verseifungsprozess, später dann Duftöle und Farbpigmente, die jedem Stück die eigene Note geben.

„Man muss schon üben, bis es funktioniert“, schmunzelt sie. Außerdem benötigt man die richtigen Rezepte. Jede Seife hat eine spezielle Zutat. Die Form ist natürlich auch frei gestaltbar. So kann auch ein wohlduftender Pflaumen- oder Waldbeerkuchen entstehen. Oder Mandelbiskuit. Lavendel, Mandarine oder Kokosmilch sind weitere „Geschmacksarten“.

Bei Manuela Müller, Petra Bauer und Beate Bartmann gibt es eine bunte Vielfalt von selbst hergestellten Weihnachtsgeschenken zu erstehen. Alle drei kommen sie aus dem Ort und pflegen ihr schönes Hobby schon seit einigen Jahren. Manuela Müller begann vor einiger Zeit damit, Dekoartikel aus Holz für sich selbst herzustellen. Ihr Schmuck orientiert sich an den vorgegebenen Formen des Holzes.

Brötchenkörbe, Taschen und Dinkelkissen näht Petra Bauer. Den „Startschuss“ dafür gaben Pumphosen, Mützen und Lätzchen, die sie für ihr erstes Enkelkind herstellte. Für das nächste ist bereits eine Windeltasche in Arbeit. „Ich sehe den Stoff an und habe dann gleich Ideen, was ich daraus gestalten kann“, beschreibt sie ihre Herangehensweise.

Betonlichter, Vasen und Adventskränze finden sich bei Jutta Stork und Diana Kniebis aus Eberbach und Waldbrunn. Dazu noch beleuchtete und dekorierte Haselnusszweige, genähte Elche, Filzschuhe oder Dekozweige. Die Zweige sind einbetoniert und deshalb stabil genug für daran hängende Lichterketten. Alles wird natürlich in Handarbeit hergestellt.

Mareike und Christian Niesen, die federführend für die Organisation zuständig waren, zeigten sich hoch zufrieden mit der Wiederbelebung des Adventsmarktes, den es vor längerer Zeit schon einmal gegeben hatte. Bis Mitternacht standen Gäste noch an der „Traube“ zusammen, wo es die wärmenden Getränke und etwas zu essen gab. „Die Standbetreiber sind hoch zufrieden“, so Niesen. Natürlich trug auch das trockene, klare, kalte Wetter zum Erfolg bei. „Es war unheimlich viel los“, freute er sich, viel mehr als erwartet. „Alt und Jung kamen im Ort zusammen.“

SPD Oberzent nominierte Thomas Ihrig als Kandidaten für die Bürgermeisterwahl in der neuen Stadt am 29. April

Thomas Ihrig ist der Bürgermeister-Kandidat der SPD Oberzent für die Wahlen in der neuen Stadt am 29. April. Eine außerordentliche Mitgliederversammlung hob den 52-Jährigen mit übergroßer Mehrheit aufs Schild. Der scheidende Hessenecker Rathauschef erhielt nur eine Gegenstimme bei drei Enthaltungen. 35 der 40 anwesenden Genossen stimmten für seine Kandidatur (eine Stimme wurde nicht abgegeben). Ihrig hatte zuvor seine Ziele für die neue, fusionierte Stadt erläutert.

Von unruhigen Zeiten sprach der Ortsvereinsvorsitzende Danny Zucht in seiner Begrüßung. Nationalismus keime allerorten auf. Deshalb sei es umso notwendiger, um Geschlossenheit zu werben und „Respekt vorzuleben“. Die SPD stehe derzeit am Scheideweg zwischen Opposition und Regierungsverantwortung, sagte er. „Egal welcher Weg eingeschlagen wird, wird dieser auch die kommende Kommunalwahl beeinflussen.“

Zucht forderte die Mitglieder auf, sich „im jüngsten SPD-Ortsverein Deutschlands“, der gleichzeitig der mitgliederstärkste im Odenwaldkreis sei, einzubringen. Mit dem entsprechenden Engagement „wird auch die Stadt Oberzent wahrgenommen“. Er wies auf die vielen verschiedenen Anforderungen eines neuen Bürgermeisters hin. Und schlug den Bogen zu Ihrig: „Ich vertraue ihm, er kann das.“

Ähnlich äußerte sich auch Landrat Frank Matiaske. Der SPD-Mann Ihrig kandidiere für den Posten in einem Zusammenschluss von vier Kommunen, „die immer wieder bewiesen haben, dass sie ihre Aufgabe erfüllen können“. In einem vorbildlichen Prozess, „der in Hessen bisher in dieser Form nicht stattfand“, erlebe man nun die erste freiwillige Fusion überhaupt. „Vier Mal eins ist mehr als vier“, betonte Matiaske.

Der Landrat bezeichnete das Thema Demografie als große Herausforderung für die Zukunft. Daneben thematisierte er die Ärzteversorgung auf dem Land. Matiaske nannte aber auch die großen Chancen der Stadt Oberzent in ihrer „Sandwich-Position“ zwischen den Ballungsräumen Rhein-Main, Rhein-Neckar und Heilbronn. Es sei für die Zukunft wertvoll, „die wichtigen Schritte gemeinsam zu gehen“. Dafür sei Ihrig der richtige Mann. Als „ruhig, kompetent, sachlich versiert“, bezeichnete ihn der Landrat.

Thomas Ihrig, seit 24 Jahren Hessenecker Rathauschef, nannte die Fusion die richtige Antwort auf die demografischen Entwicklungen der letzten Jahre. Mit den verbesserten finanziellen Rahmenbedingungen ab dem kommenden Jahr „haben wir uns etwas Luft verschafft, um an manchen uns wichtigen Stellen freier agieren zu können“. Der Bürgermeister-Kandidat ist seit fast 28 Jahren SPD-Mitglied und seit 1995 Vorsitzender des Ortsverbands in der bis dato kleinsten selbstständigen hessischen Gemeinde.

Er bezeichnete es als sein Ziel, „eine Verwaltung nach modernen Gesichtspunkte und mit moderner Technik aufzubauen, um für die immer größeren Anforderungen gewappnet zu sein“. Trotz aller Änderungen bleibe vieles in der neuen Stadt Oberzent erhalten. Hier nannte Ihrig die 19 eigenständigen Ortschaften von der Raubach bis zur Kernstadt Beerfelden. Eine flächendeckende Einführung von Ortsbeiräten ist seinen Worten zufolge eine Basis für den Erhalt dieser Identität.

Die neue Stadt kann dem SPD-Mann zufolge auf dem aufbauen, was die vier Kommunen in den vergangenen Jahrzenten an Infrastruktur geschaffen haben. Exemplarisch führte er die vier Kindertagesstätten plus die evangelische Einrichtung an, mit denen man einen „gewaltigen, wichtigen Bildungs- und Erziehungsauftrag im vorschulischen Bereich“ leiste.

Allerdings werden laut Ihrig auch aktuelle Themen mitgenommen. Der Kandidat erwähnte die Gesundheitsversorgung, wo Anfang 2018 weitreichende Entscheidungen in punkto Ärztehaus anstehen. Die Fortführung der Dorfentwicklungen und Flurbereinigungsverfahren ist ein weiterer Punkt. Dazu kommt der Aufreger Windkraft, bei dem sich Ihrig ganz klar gegen weitere Rotoren positionierte, und das Thema ÖPNV/Mobilität.

Große Freude bei der SPD Oberzent: Der scheidende Hessenecker Rathauschef Thomas Ihrig (2.v.r.) wurde von den Sozialdemokraten als Kandidat für den Bürgermeisterposten in der neuen Stadt nominiert. Glückwünsche gab es von (v.l.) dem Ortsvereinsvorsitzenden Danny Zucht, dem Landtagsabgeordneten Rüdiger Holschuh und Landrat Frank Matiaske.

Endspurt bei den Oberzent-Fusionsvorbereitungen

. Je näher die Oberzent-Fusion am 1. Januar rückt, desto enger wird der zeitliche Spielraum, um die noch ausstehenden Aufgaben zu erledigen. „Wir haben ein riesiges Themengebiet abzuarbeiten“, betonte der Fusions-Projektleiter beim Kommunalservice Oberzent, Christian Kehrer. „Das stellt uns derzeit vor große Herausforderungen“, sagte er. Weshalb man in bestimmten Bereichen ein wenig hinterher hinke.

Im kompletten Dezember sind in den verschiedenen Ortsteilen Bürgerinformationen sowohl zum Zusammenschluss als auch zur Bildung von Ortsbeiräten geplant. Kehrer bat in der Stadtverordnetenversammlung eindringlich darum, dafür Werbung zu machen. Denn sollte die Mindestzahl an Kandidaten nicht erreicht werden, „gibt es keinen Ortsbeirat“. Für Beerfelden-Kernstadt braucht es als Beispiel neun davon, führte er aus. In Gammelsbach, dem dann ehemaligen Sensbachtal und dem früheren Hesseneck sind es jeweils sieben.

Die drittgrößte Flächenstadt Hessen mit 10.200 Einwohnern wird mit einer Gründungsfeier am 21. Januar offiziell aus der Taufe gehoben. Sie hat mit der 64760 eine neue Postleitzahl. Es ändern sich Straßennamen und Hausnummern, während die Telefonvorwahlen die gleichen bleiben. Kehrer erläuterte, dass es seitens der Post gewährleistet sei, dass Briefe und Pakete mit der alten Adresse noch über ein Jahr lang mit der alten Adresse ankommen.

Der KSO-Mitarbeiter listete auf, wo die Verwaltung schon tätig wurde und bereits Änderungen in die Wege leitete. Die Bürger müssten neben der Weitergabe der neuen Adresse an private und geschäftliche Kontakte vor allem die Änderungen von Personalausweis, Reisepass und Kfz-Schein im Auge haben. Man werde aber in den einzelnen Orten speziell dazu aufrufen. Das geschehe voraussichtlich nach Alphabet. Diese Änderungen sind kostenfrei.

Mit dem Kfz-Schein hat es keine Eile, so Kehrer. Denn hier gibt es eine Frist von drei Jahren. Da es in der Oberzent 10.400 zugelassene Fahrzeuge gibt, steht den Mitarbeitern hier ein Riesenberg an Arbeit ins Haus. Die erste Januarwoche werden alle Verwaltungen geschlossen sein, sagte der Projektleiter weiter. Diese Zeit brauche man für die Zusammenführung aller Daten und die verschiedenen Anpassungen. Aber auch danach wird einige Zeit ins Land gehen, bis alles reibungslos läuft. „Es braucht auch nicht jeder alles am 2. Januar“, bat er die Bürger um eine sukzessive Erledigung.

Rein ehrenamtlich wird sich das Amt des Stadtbrandinspektors (StBI) ab 2018 nicht mehr bewältigen lassen, kam Kehrer zusammen mit weiteren Stellenausschreibungen auf diesen Posten zu sprechen. Es soll zwar kein hauptamtlicher StBI eingestellt werden, aber ein Mitarbeiter im Ordnungsamt mit Schwerpunkt Feuerwehrwesen. Ob dieser dann gleichzeitig das Ehrenamt innehat oder einen rein ehrenamtlichen StBI unterstützt, wird sich noch zeigen müssen. Denn es geht um 500 Aktive in 16 Ortsteilwehren.

Wenn auch die Geschäftsaufteilung der neuen Oberzent-Verwaltung unstrittig war, so gab es Diskussionsbedarf, wo Abteilungen angesiedelt sein sollen. Die Finanzen kommen nach Sensbachtal, die zentrale Verwaltung nach Beerfelden. Dort tut man sich aber schwer damit, dass die komplette Bauverwaltung nach Rothenberg umgetopft werden soll. Erwin Körber und Rüdiger Holschuh (SPD) wollten die Entscheidung einen neu gewählten Bürgermeister überlassen. „Wir müssen als Verwaltung zum Jahreswechsel gut aufgestellt sein“, entgegnete Kehrer. Sonst heiße dies noch ein halbes Jahr zuzuwarten.

Seinen Worten zufolge geht es außerdem um einen effizienten Verwaltungsablauf. Den sah er nicht gegeben, wenn eine Abteilung an zwei verschiedenen Standorten sitzt. Um passgenau handeln zu sein, bedarf es auch neuer Stellen. Wobei Kehrer klar machte, dass sich der Mitarbeiterstand in den kommenden Jahren durch Pensionierungen wieder reduzieren wird. Chris Poffo (FDP) und Elisabeth Bühler-Kowarsch (Grüne) hat die Frage aufgebracht. Zur Sprache kam noch, dass die kommunalen Steuerbescheide einen Monat später als sonst im Februar verschickt werden.