Die Mammutaufgabe Sporthallensanierung ist in Rothenberg praktisch gelaufen

Für Vereine, Schulen und Kindergarten geht eine lange Durststrecke zu Ende: Nach den Sommerferien können sie die Rothenberger Sporthalle wieder nutzen. Dann sind die zweijährigen Generalsanierungsarbeiten beendet. Die starteten im August 2015 mit dem Abbruch des bisherigen Bodens. Seitdem wurde über eine Million Euro in das 50 Jahre alte Bauwerk gesteckt. Dazu kamen Eigenleistungen in Höhe von 70.000 Euro durch Ehrenamtliche, zum großen Teil aus den örtlichen Vereinen.

Die Ausrichtung des Kreisjugendfeuerwehrtags durch die Rothenberger Brandschützer gab den Arbeiten einen ungewollten Schub, erläuterte Architektin Stefanie Holschuh. „Eigentlich wären wir bei normalem Verlauf erst Richtung September fertig geworden“, sagte sie. Nun musste es Ende Juni sein. Und es war eine Punktlandung.

Kleinere Arbeiten finden noch über die Sommerferien statt. „Es sind noch nicht alle Wasserhähne montiert“, lachte Bürgermeister Hans-Heinz Keursten. Denn es hakte mit der Lieferung. Damit beim Eintreffen der Jugendwehren aus dem Odenwaldkreis alles blitzt, nahmen auch die Rothenberger Floriansjünger wie Vereinsvorsitzender Benjamin Götz den Besen in die Hand.

Bei den letzten Restarbeiten ist sich eh keiner für irgendeinen Handgriff zu schaden. Architektin Holschuh klebte die Männlein- oder Weiblein-Schilder an den Toilettentüren auf, noch ein paar Helfer sausten durch die Gänge. Die Handwerker schlossen ihre Arbeiten in der Woche zuvor ab. In einer Großputzaktion waren die Ehrenamtlichen in der gesamten Halle tätig, schrubbten sogar die Decke ab. „Die Grundreinigung war eine echte Herausforderung“, so Keursten.

„Die Eigenleistungen sind so gut wie alle durch“, sagte Holschuh. Im vergangenen Vierteljahr „haben wir alles stark beschleunigt“. Dem Estrich wurde ein Mittelchen beigemischt, damit er nicht in vier bis sechs Wochen sondern schneller trocknete. Damit konnte der Innenausbau mit Fliesen- und Malerarbeiten schneller von statten gehen. Nach Ostern war der Estrich begehbar.

Sanitär, Trockenbau und Decke wurden im Anschluss fertiggestellt. Elektroarbeiten geschahen in Eigenregie. Wie auch der Anstrich einer Wand und der Einzug einer weiteren Ebene ins Stuhllager. „Die Türen kamen vergangene Woche rein“, hob Holschuh den genau eingetakteten Zeitplan hervor. Wenn die Jugendfeuerwehren wieder abgerückt sind, kommt noch der Feinschliff. Neben den Wasserhähnen fehlt im Eingangsbereich auch noch die Wandverkleidung.

Als besondere Herausforderung bezeichnete die Architektin den Heizungseinbau. Denn an den Wänden der Sporthalle war kein Platz dafür. Somit wurde diese an der Decke angebracht, was aber wiederum eine Abklärung der statischen Gegebenheiten mit sich brachte. 40 Kilo pro Quadratmeter waren das höchste der Gefühle. Es passte mit Beleuchtung, Akustik und Heizung. Die Gelder dafür flossen aus dem kommunalen Investitionsprogramm.

Wie Keursten erklärte, wurde die Halle seit etwa zehn Jahren in drei Bauabschnitten saniert. „Bis auf den Boden haben wir alles ausgetauscht.“ Zuerst kam das Dach inklusive der Dacherhöhung dran. Es folgte die Außenfassade, ehe vor zwei Jahren der letzte, aktuelle und größte Abschnitt startete. Den musste die Gemeinde haushaltstechnisch auf drei Jahre strecken, weil er sonst finanziell nicht zu schultern gewesen wäre.

Der Sanitär-, Eingangs- und Umkleidebereich Richtung Osten wurde zum einen modernisiert, zum anderen ausgedehnt. Die komplette Fläche wurde auf die Flucht des bisherigen Eingangs nach außen gezogen. So entstanden insgesamt 400 Quadratmeter zusätzliche Fläche. „Die 530 Quadratmeter große Sporthalle bekommt durch den Umbau einen völlig anderen Charakter“, sagte Keursten. Ein großes Plus seien die besseren, zeitgemäßen Sanitär- und größeren Umkleideräume. Dazu entstand ein neuer Mannschaftsraum für die Feuerwehr mit 70 Quadratmetern.

Info: Die offizielle Einweihung der sanierten Sporthalle ist für Samstag, 4. November, zusammen mit allen Vereinen aus dem Ort geplant.

Grillfest des Gemischten Chors in Finkenbach war ein super Erfolg

Die Freude stand Rainer Maurer förmlich ins Gesicht geschrieben. „Das Grillfest ist ein super Erfolg“, strahlte der Vorsitzende des Gemischten Chors. Auch wenn der Blick ab und zu mal sorgenvoll nach oben ging: Das Wetter hielt einigermaßen, zwischendurch ließ sich sogar mal die Sonne blicken und der Chor war mit der Resonanz mehr als zufrieden. Zu den Stammgästen, die sich jedes Jahr am Feuerwehrhaus einfinden, kamen noch etliche Mitglieder befreundeter Ensembles und Gäste von außerhalb hinzu.

„Wir haben die Chöre eingeladen, bei denen wir auch zu Gast sind“, sagte Maurer. Nicht nur zum Besuch, sondern auch zum Singen. So ließen die Mitglieder des MGV Ober-Hainbrunn und die des Singkreises Odenwald aus Hetzbach ihre Stimmen unter viel Beifall erklingen. Natürlich durften auch die Gastgeber unter Leitung von Uschi Egler mit dem „Lion King“ und „A wonderful day“ nicht fehlen. Weitere Gäste aus Falken-Gesäß und Olfen oder aus den Chören des Sängerkreises Neckartal schauten ebenfalls gerne dabei.

Das Fest hat eine jahrzehntelange Tradition, fand unter MGV-Regie erst am Sportplatz statt, später dann am Saubuche-Parkplatz Richtung Raubach. Seit einiger Zeit genießt der Chor nun die Gastfreundschaft der Brandschützer. Hier können sich die hungrigen Mäuler im Grünen niederlassen oder, falls es am Himmel zu dunkel wurde, unters Zeltdach oder ins Innere der Fahrzeughalle „flüchten“, die für diesen Zweck leergeräumt wurde.

Knapp 30 Aktive des Vereins, aber auch Helfer aus der Nachbarschaft, waren den Tag über für das Wohl der Gäste im Einsatz. Wildbratwurst, Steaks und Fleischspieße hielten die Sänger an diesem Tag für die Besucher parat. Und nicht zu vergessen das mehr als reichhaltige Kuchen- und Salatbüffet, dank vieler Spenden von Vereinsmitgliedern und -freunden in diesem Umfang möglich. „Alles wurde sehr gut angenommen“, so Maurer. Für Unterhaltung sorgten zwischendurch immer wieder Dirigent Karlfried Schicht und Dirk Bondes.

Das Grillfest nutzte der Verein auch gleich, um Mitgliederwerbung zu betreiben. Auf die donnerstägliche Singstunde wurde hingewiesen. Denn Nachwuchs – der gerne auch älter sein darf – ist im Gemischten Chor mit seinem eher gehobenen Altersdurchschnitt gerne gesehen. Ein Erfolgserlebnis in Gestalt einer neuen aktiven Sängerin gab es vor kurzem bereits, was den Vorsitzenden sehr freute.

Der schöne Erfolg des Grillfests hatte aber auch einen Wermutstropfen. Denn die Bockskerwe Ende August, bisher das dritte Standbein neben dem Weihnachtskonzert, fällt wohl definitiv flach. „Auf den Aufruf zur Unterstützung bei der Ausrichtung gab es keine Rückmeldungen“, bedauerte Maurer. Wenn nicht noch ein Wunder geschehe, dann werde die Traditionsveranstaltung nicht mehr stattfinden.

Die dort geplant Tombola wurde deshalb aufs Grillfest vorgezogen. Dessen Zulieferer sowie Gewerbetreibende aus der Region, die von Maurer alljährlich abgeklappert werden, sorgten für schöne Preise und entsprechend gute Resonanz darauf. Der Erlös fließt ebenso wie die Einnahmen der Veranstaltung in die Vereinskasse, die nun nur noch zweimal im Jahr durch diese Events gefüllt werden kann.

Hinterbacher feuern am 28. Juli wieder den Kohlenmeiler an

Zehn Tage lang kokelt und schwelt es wieder in der Hinterbach an der Kreisstraße vom Rothenberger Ortsteil Richtung Raubach. Immer im Zwei-Jahres-Rhythmus erinnert das Kohlenmeiler-Team an das alte Handwerk aus früheren Jahrhunderten und pflegt im Wechsel mit dem Schimmeldewäer Kohlenmeiler im Finkenbachtal die alte Tradition. Die „Hinterbacher Köhlertage“ finden von Freitag, 28. Juli, bis Sonntag, 6. August, an der Olfener Straße statt. Das alte Handwerk wird vom Köhlerteam aus dem Ort schon seit über 30 Jahren hochgehalten.

Beginn ist am 28. Juli um 18 Uhr mit dem Anzünden des bereits in wochenlanger Vorarbeit aufgebauten Meilers durch Bürgermeister Hans-Heinz Keursten. Mit etwa 20 Ster Buchen- und Eichenholz rund um den so genannten Quandelschacht wurde er errichtet. Dazu wird glühende Holzkohle in den Quandelschacht gefüllt. Dadurch wird der Verkohlungsprozess eingeleitet.

Ab diesem Zeitpunkt muss der Meiler dann Tag und Nacht bewacht werden, um zu gewährleisten, dass das Holz ordnungsgemäß verkohlt. Es darf keinesfalls brennen. Die Verkohlung wird etwa eine Woche dauern. „Wer einmal mit Meilerkohle gegrillt hat, wird keine andere mehr haben wollen“, wissen die Fachleute. Deshalb ist sie auch am Abschlusstag heiß begehrt.

Die hochwertige Holzkohle wurde früher für Hufschmiede und Erzverhüttungsbetriebe gebraucht. Sogar die Bügeleisen im Haushalt wurden mit ihr gefüllt. Sie zeichnet sich durch einen hohen Brennwert und Langlebigkeit aus. Ihre gute Qualität kann man daran erkennen, dass sie leicht bricht, bläulich glänzt und kaum abfärbt. Um dies zu erreichen, ist ein hoher Arbeitseinsatz erforderlich, damit am Ende nicht nur ein Häufchen Asche übrig bleibt. Denn das um den Quandel aufgeschichtete und mit Gras und Erde luftdicht abgedeckte Holz darf nur langsam von innen nach außen verkohlen und nicht brennen.

Auf dem idyllisch am Waldrand gelegenen Meilerplatz ist die traditionelle Schlafstätte der Köhler aufgebaut. Neben fachkundigen Erläuterungen durch die Köhler sorgen Schautafeln, alte Werkzeuge und Geräte für einen authentischen Einblick in das heute kaum mehr praktizierte Köhlerhandwerk. Im Nachbarort Schönmattenwag gab es noch bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts einen aktiven Köhler, ehe auch dort das alte Handwerk erlosch. Und natürlich besucht man sich gegenseitig, wenn immer im Jahreswechsel die Köhlertage hüben wie drüben der Raubacher Höhe stattfinden.

Am Sonntag, 30. Juli, findet um 9.30 Uhr am Meilerplatz ein Gottesdienst statt. Nach dem Mittagessen folgt ein bunter Nachmittag mit Vorführungen alten Handwerks. Die Gäste können die einzigartige Stimmung und Gastfreundschaft, wie sie unter Köhlern Brauch ist, genießen. Natürlich ist auch für das leibliche Wohl der Besucher gesorgt, wobei das Köhlerteam unter anderem althergebrachte Odenwälder Spezialitäten bereithält. Ab dem 31. Juli werden täglich wechselnde Speisen wie zu Urgroßmutters Zeiten serviert, etwa Erdriewe mit Salzfleisch, Kadoffelgemies oder saure Bohnen aus dem Stänner.

Mittels Kohlenmeilern wird seit dem Altertum Holzkohle hergestellt. Holzkohle ist wesentlich leichter als Fällholz und somit einfacher zu transportieren. Die Köhlerei war in der frühen Neuzeit ein bedeutender Wirtschaftszweig. Damals war Holzkohle der einzige Brennstoff, mit dem man die nötige Hitze für die Eisenverhüttung erzeugen konnte. 1713 wurde ein Verfahren erfunden, um aus Steinkohle hochofentauglichen Koks herzustellen. Danach ging der Verbrauch der teuren Holzkohle trotz steigender Eisenproduktion immer mehr zurück.

Ab dem 17. Jahrhundert wurden zunehmend Pechöfen verwendet, im 19. Jahrhundert dann auch Retorten. Dies hatte zur Folge, dass immer weniger Kohlenmeiler gebraucht wurden. Das allmähliche Aus für die Holzköhlerei begann im 19. Jahrhundert, als die Steinkohle dann die Holzkohle praktisch ersetzte und später auch Gas und Elektrizität an Bedeutung gewannen. Die Köhlerei wird nur noch aus Traditionsgründen und für einige Spezialanwendungen von Holzkohle betrieben.

Info: Der Meilerplatz befindet sich in Hinterbach an der Kreisstraße 37 Richtung Raubach. Die Besichtigung des Kohlenmeilers ist an allen Tagen möglich. Am Ende der Köhlertage findet ein Holzkohleverkauf statt. Mehr Infos unter http://www.hinterbach-kohlenmeiler.de.

Oberzent will die badischen Windräder auf Abstand halten

Das Windkraft-Thema beherrscht derzeit die Diskussionen landauf, landab. Vor allem durch die geforderte Stellungnahme zum hessischen Regionalplan-Entwurf Erneuerbare Energien. Die vier Oberzent-Kommunen sind aber auch in südlicher Richtung gefragt. Denn direkt jenseits der Landesgrenze im Badischen plant die Stadt Eberbach die Aufstellung eines Teilflächennutzungsplans (TFNP), der vier Vorranggebiete für Windräder vorsieht. Damit hatte sich die Stadtverordnetenversammlung Beerfelden im Zuge der Beteiligung der Nachbargemeinden zu befassen. Zusammen mit den anderen drei Oberzent-Kommunen will man eine gemeinsame Stellungnahme verfassen.

Drei von vier geplanten Standorten befinden sich in unmittelbarer Nähe zu den Gemarkungen „und berühren damit unsere Belange“, hieß es. Ins Gewicht fallen dabei die unterschiedlichen Kriterien, inwieweit ein Windpark an Siedlungen und Wohnbebauung heranrücken darf. Im Badischen sind 700 und 450 Meter erlaubt, laut dem noch in der Schwebe befindlichen Odenwaldkreis-FNP 1000 und 600 Meter.

Nimmt man dieses Planwerk zur Grundlage, dann ist die unterschiedliche Abstandsregelung ohne Belang. Anders sieht es mit den Abständen zwischen den einzelnen Windparks aus. Hier hatte man im Kreis 3000 bis 5000 Meter gewählt, um eine Überkonzentration zu verhindern. Die Standorte Augstel und Brombach-Nord wären unproblematisch, allerdings nicht die Hohe Warte. Die läge nämlich nur 1400 Meter von der Sensbacher Höhe entfernt, die sich im FNP wiederfindet – allerdings nicht im Regionalplan.

Da man sich bei der Stellungnahme auf den eigenen FNP referiert, wird darin gefordert, dass zwischen der Eberbacher Hohen Warte und der Sensbacher Höhe ein Mindestabstand von 3000 Meter gegeben sein sollte. Damit will man „einer Überbelastung des Landschafts- und Kulturraums“ vorbeugen. Gleichzeitig soll von der Burg Freienstein aus der südöstliche Blick in einem Teil ohne die Kulisse von Windrädern möglich sein.

Ganz anders sieht es aus, wenn der hessische Regionalplanentwurf zugrunde gelegt wird. Dann ergäbe sich „eine deutliche Überkonzentration und Umzingelung“ für Rothenberg. Neben dem Gebiet Flockenbusch auf Wald-Michelbacher Gemarkung sind dort zwei weitere Flächen in Rothenberger Richtung Beerfelden ausgewiesen. Plus eben Brombach- Nord und Hohe Warte im Badischen. Somit eine „massive Konzentration“ im Abstand zwischen einem und vier Kilometer. Weshalb man auf hessischer Seite die drei dortigen Gebiete vermeiden will.

Die „deutliche Überfrachtung“ des Landschaftsbildes hätte nach Meinung der Stadtverordneten „eine deutliche Umzingelungswirkung“ zur Folge. Mit 15 Ja- bei zwei Nein-Stimmen und vier Enthaltungen wurde von den Mandatsträgern die Stellungnahme Richtung Verwaltungsgemeinschaft Eberbach-Schönbrunn beschlossen.

Die Stadt am Berge bekommt zwei Ladesäulen für Elektrofahrzeuge, teilte Bürgermeister Gottfried Görig mit. Diese sollen auf dem Parkplatz gegenüber der Alten Turnhalle voraussichtlich im Juli installiert werden. Die E-Steckdosen mit einer Leistung von 2 x 22 kW werden durch die Entega vorerst für fünf Jahre betrieben. Dafür zahlt die Stadt 2500 Euro netto. Sie können neben der Entega- auch mit vielen anderen Ladekarten und auch Paypal angezapft werden.

Wie Görig auf eine Frage von Walter Gerbig (CDU) sagte, werden die Züchter und Aussteller am Pferdemarkt-Montag um 9 Uhr begrüßt. Ein Rundgang mit den Ehrengästen schließt sich an. In den Vorjahren geschah der offizielle Teil erst nach deren Eintreffen, während somit die Tierschau schon in vollem Gange war. Aber den Züchtern sei das persönliche Gespräch wichtig, so Görig.

Das Programm am Eröffnungsabend des Volksfestes am 7. Juli steht nun auch fest: Um 20 Uhr gibt es den Fassbieranstich mit Grußworten, umrahmt von der Feuerwehrkapelle. Das nachfolgende Programm ab 22 Uhr, durch den Hallenwirt organisiert, spricht dann eher ein junges Publikum an. Ab 23 Uhr treten Stefan Stürmer, Ina Colada und „Die Autohändler“ auf.

600 Jugendfeuerwehrleute des Odenwaldkreises kommen in Rothenberg zusammen

Vom Freitag, 30. Juni, bis zum Sonntag, 2. Juli, findet der Kreisjugendfeuerwehrtag der Jugendfeuerwehren des Odenwaldkreises in Rothenberg statt. Rund um die Sporthalle werden sich etwa 600 Kinder und Jugendliche mit ihren Betreuern einfinden, um drei ereignisreiche und spannende Tage in einem großen Zeltlager zu verbringen.

Ihnen werden in diesen Tagen verschiedene Workshops und Turniere angeboten. Unter anderem finden neben Fußball- und XXL-Kicker-Turnier zahlreiche Workshops wie zum Beispiel Mountainbiken, Modellfliegen oder Geocaching statt. Ebenso messen sich die Jugendlichen beim jährlich stattfindenden Bundeswettbewerb in Schnelligkeits- und feuerwehrtechnischen Übungen, um den Kreissieger zu ermitteln.

Außerdem findet am Samstag, 1. Juli, ab 14 Uhr unter dem Motto „Old meets young“ das Veteranentreffen der Alterskameraden aus den Odenwälder Feuerwehren statt. Hierzu werden etwa 450 ehemalige Brandschützer der Ehren- und Altersabteilungen in der Sporthalle erwartet. In diesen drei Tagen kann es in der Umgebung des Zeltplatzgeländes rund um die Sporthalle etwas lauter werden, bitten die Rothenberger Wehrleute um das Verständnis der Anwohner.

Ab Donnerstag, 29. Juni, bis Sonntag, 2. Juli, gilt außerdem eine Einbahnstraßenregelung. Ab Höhe Landwehrstraße 25 bis zur Kreuzung Sonnenweg/Gammelsbacher Weg wird der Verkehr nur in eine Richtung möglich sein. Dies wird dementsprechend ausgeschildert. Zu diesem Festwochenende sind alle Mitbürger einladen, die Aktivitäten der Odenwälder Jugendfeuerwehren zu besuchen. Für das leibliche Wohl ist seitens der Rothenberger (Jugend-)Feuerwehr bestens gesorgt.

Viele Radler bei herrlichem Wetter zwischen Rothenberg und Beerfelden unterwegs

Volles Haus auf dem Rothenberger Metzkeil. Das herrliche Wetter bescherte dem Familien-Inliner- und Radtag auf der L 3410 zwischen den beiden Oberzent-Gemeinden einen großen Andrang. Etliche Mountainbiker, Freizeit- und Rennradler machten sich auf die etwa acht Kilometer lange Strecke. Inliner bilden inzwischen nur noch eine Randgruppe. Jeweiliger Ziel- und Startpunkt war in Beerfelden am Parkplatz „Deltaparcours“ und in der Rothenberger Ortsmitte am Metzkeil.

Zum 13. Mal stellten beide Orte die an diesem Tag für den Autoverkehr gesperrte Straße der Bevölkerung zur Verfügung. Auch aus dem Tal kamen viele Radler, die sich zuerst den Berg hinauf abstrampelten, um dann kilometerlang die zwei Räder ohne große Anstrengungen einfach laufen zu lassen. Die Kinder hatten ebenso ihren Spaß, endlich mal Fahrrad fahren zu können, ohne dass gleich wieder ein paar Höhenmeter zu bewältigen waren.

Die fast ebene Strecke, die durch einen der landschaftlich reizvollsten Teil des Odenwalds führt, eignet sich besonders gut für Familien mit Kindern, die stressfrei einen bewegungsreichen Sonntag erleben wollen. Denn ansonsten ist es schwierig, in der Oberzent eine längere Straße zu finden, auf der man sich ohne Autoverkehr in Ruhe fortbewegen kann. In Beerfelden übernahm der SV Gammelsbach und in Rothenberg der Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVR) die Bewirtung.

Für den VVR ist es der größte Event im Jahreslauf, etliche Helfer sind ab 8 Uhr morgens im Einsatz. Pünktlich zur Mittagszeit bildeten sich kleine Schlangen an den verschiedenen Ständen. Das stete Kommen, Gehen und Fahren zauberte nach der Anstrengung ein Lächeln auf die Gesichter der Vereinsmitglieder. Denn der Erlös fließt in die Vereinskasse und wird unter anderem für die Instandhaltung der Ruhebänke und Schutzhütten verwendet.

Natürlich bilden ebenso immer die Einheimischen eine feste Bank unter den Besuchern. Die kommen auch ohne zweirädrigen Untersatz vorbei und essen an einer der Buden zu Mittag, nutzen das große Kuchenbüffet und trinken gemütlich ihren Kaffee. Das Angebot war denn auch reichhaltig genug. Inliner-Pfanne mit Geschnetzeltem und Gemüse als eher deftige Kost oder Waffeln und Eis für die Schleckermäuler fanden einen guten Absatz.

Neben dem Bierwagen mit der flüssigen Nahrung hatte der VVR einiges aufgeboten, damit die Teilnehmer am Aktionstag gut gesättigt wieder zurück nach Beerfelden radeln – oder einfach ein paar Straße weiter nach Hause gehen – konnten. Schattenplätze waren heiß begehrt, als die Sonne nach dem Mittag immer kräftiger vom Himmel brannte. Eilends wurden Tische und Bänke herbeigeschafft, damit die große Besucherzahl ein lauschiges Plätzchen finden konnte. Spätestens auf der Rückfahrt Richtung Beerfelden spendete dann der Wald wieder Schatten.

Die Radler waren eindeutig in der Überzahl. Nur vereinzelt ließ sich noch ein Inline-Fahrer ausmachen. Diese frühere Trendsportart hat scheinbar immer weniger Anhänger. Für den Verkehrs- und Verschönerungsverein bedeutete die Bewirtung keinen großen Aufwand im Vorfeld. Nur die Wurstbude werde schon am Vortag aufgestellt, „der Rest läuft morgens zwischen 8 und 10 Uhr“. 30 Mitglieder und Freuende in zwei Schichten sind den Tag über aktiv, um die Gäste zu bewirten.

Die touristische Bedeutung der Veranstaltung für die Höhengemeinde ist laut dem Gemeindevertreter-Vorsitzenden Horst Schwinn nicht zu verachten. „Viele kommen aus Erbach oder Michelstadt“, weiß er. Auch Richtung Neckartal macht der Event Rothenberg bekannt. Denn auf der ebenen Strecke auf 400 Metern Höhe lassen sich die Vorzüge der Region mit schönen Waldstrecken und tollen Ausblicken bestens genießen. „Wo kann man in der Oberzent völlig ohne Autoverkehr sonst so schön radeln“, sagte er.

Ein Abend mit Literatur und Musik am 23. Juni beim Atelierkonzert in Langenthal

„Alles bleibt anders“ ist der Titel des 17. Atelierkonzerts der Kunstpflege Hirschhorn im Langenthaler Atelier von Enno Folkerts (Waldmichelbacher Straße 2). Diesmal wartet auf die Zuschauer am Freitag, 23. Juni, ab 19 Uhr ein „Double Feature“. Zuerst tritt die australische Singer-Songwriterin Kirbanu mit dem Gitarristen Markus Born auf. Ab 21 Uhr gibt es dann eine spanisch-musikalisch-literarische Nacht mit Jesus Ortega, Jesús Hernández und Heiko Plank.

Kirbanu ist das Pseudonym von Nicole Klein aus Taperoo bei Adelaide, South Australia. Das Wort stammt aus der mittelpersischen Sprache und bedeutet „eine Dame von Kraft, Stärke und Glück“. Die Musikerin hat ihren Lebensmittelpunkt in Heidelberg. Kirbanu sammelt Geschichten und verarbeitet diese in ergreifenden Liedern voller Herz und Seele: Musik, die die Seele berührt und den Zuhörer auf eine wundervolle Reise entführen kann.

Ihre Lieder erinnern an die großen amerikanischen Songwriter der 1960er, mitunter schimmern dezente Pop- oder Folk-Elemente durch. Kirbanu berührt mit tiefen Emotionen und zu Herzen gehenden Themen und verführt die Zuhörer mit einer starken Stimme. Ihre Live-Auftritte sind außergewöhnlich intim, die Künstlerin baut einen direkten Kontakt zu dem Publikum auf.

Im Rahmen des Literaturfestivals Heidelberg, das vom 21. bis 25. Juni stattfindet, werden international namhafte Autoren zu Gast sein, die ihre Sicht der Dinge mit ergreifenden, intimen Geschichten, mal heiter, mal traurig, lebendig werden lassen. Der Kortelshütter Musiker Heiko Plank hat während seiner Konzertreisen durch Spanien viele interessante Künstlerkollegen kennen und lieben gelernt, die teilweise aktuell Teil der eingangs erwähnten Literaturtage sind.

So wurde es ermöglich, den Autor Jesús Ortega und den Pianisten Jesús Hernandez nach Langenthal einzuladen. Was an diesem Abend passieren wird, ist nicht vorhersehbar, da diese einmalige Konstellation durch das Improvisationsvermögen aller Beteiligter zu einer neuen Form findet. Die drei werden nach dem Motto „Alles bleibt anders“ musikalisch und literarisch etwas bewegen.

Jesus Ortega wird auch folgende Kurzgeschichten lesen: „El paseante“, „Otros espejos“ und „Una hora y media“. Der Verein Kunstpflege wird versuchen für eine entsprechende Übersetzung zu sorgen. Ortega (geboren 1968) lebt in Granada und hält einen Abschluss in der hispanischen Philologie an der Universität.

Jesús Hernandez, 1967 in Granada geboren, begann zunächst klassische Musik zu studieren, widmete sich dann aber schnell anderen Musikstilen: Rock, Jazz, brasilianische Musik und Flamenco. Derzeit arbeitet er in an dem Projekt „Bojaira“, das bereits erfolgreich in Spanien, New York, Paris und Toulouse gestartet ist.

Die Plank, klein und handlich und atemberaubend klangvoll, ist den Gästen des Ateliers bereits seit der 1. Hirschhorner Gitarrennacht bekannt. Die Erschaffung und sein Spiel auf diesem gitarrenähnlichen Instrument führte Heiko Plank, Schüler von Wolfgang Lendle, mittlerweile nach Italien und Spanien sowie auf eine Konzertreise durch Rumänien und Ungarn.