Auf 470 Meter Höhe lodert am 25. März weithin sichtbar das Rothenberger Lärmfeuer

Ein Lärmfeuer lodert am Samstag, 25. März, auch wieder im südlichsten hessischen Odenwald. Veranstaltet wird es, Name verpflichtet, von der Rothenberger Feuerwehr und in unmittelbarer Nähe des Feuerwehrgerätehauses auf einer Höhe von 470 Metern bei Einbruch der Dämmerung entzündet. Diese Reminiszenz an eine historische Kommunikationsmethode, die bereits den Römern zugeschrieben wird, findet in der Oberzent-Kommune bereits seit 2011 statt.

In den Jahren zuvor habe man immer ein Fastnachtsfeuer veranstaltet, „das wir aber aufgrund rückläufigen Zuspruchs nicht mehr durchführten“, berichtet Jugendbetreuer Jan Johe vom Feuerwehrverein. Nach einem Frühlingsfeuer 2010 stießen die Rothenberger auf der Suche nach neuen Ideen im Jahr darauf auf die Odenwald-weiten Lärmfeuer „und beteiligen uns seitdem jedes Jahr an diesen“. Mit Erfolg.

Ab 17 Uhr lädt am 25. März die Jugendfeuerwehr ins Feuerwehrgerätehaus ein. Die traditionelle Fackelwanderung für Kinder startet etwa um 18.45 Uhr. Bei Einbruch der Dunkelheit, etwa gegen 19.30 Uhr, wird das Feuer entzündet. Von dort aus, hoch über den Tälern von Finkenbach und Gammelsbach, wird der Flammenschein weithin zu sehen sein. Ebenso gibt es in diesem Jahr wieder eine atemberaubende Feuershow. Ab ungefähr 20 Uhr begeistert der Gammelsbacher Jeremy mit seiner Darbietung. Je nach Wetterbedingungen können sich die Zeiten leicht verschieben.

Im beheizten Feuerwehrgerätehaus erwarten Jugendfeuerwehr und Einsatzabteilung die Gäste mit zünftigen Speisen aus dem Kessel und vom Grill sowie mit heißen und kalten Getränken. Als Spezialität aus der germanischen Provinz gibt es an diesem Abend „Salzfleisch mit Erdrüben“, natürlich auch klassische schmackhafte Gerichte wie Steak oder Bratwurst vom Schwenkgrill.

Rothenberg befindet sich auf der Hirschhorner Höhe. Diese erstreckt sich von Beerfelden bis zum 300 Meter tiefer gelegenen Hirschhorn. Das Lärmfeuer hat ein lange Tradition: In früheren Zeiten war es ein nützliches Instrument, um schnell über große Entfernungen vor Gefahr etwa im Falle eines Angriffs warnen zu können. „Lärm“ kommt vom französischen „all‘armes“, was „zu den Waffen“ bedeutet.

Im Odenwald sollen Lärmfeuer schon von den Römern gezündet worden sein: Zur Warnung vor dem Feind, der aus dem Westen drohte, haben sie während der Zeit der germanischen Provinz (1.-4. Jahrhundert nach Christus) aller Wahrscheinlichkeit nach eine bemannte Signalkette vom Rhein bis zum Limes unterhalten.

Der Limes verläuft im östlichen Odenwald, er zieht sich von der Wetterau über den Main bei Obernburg und über den Höhenzug von Lützelbach im Norden bis Schloßau im Süden und weiter Richtung Bad Wimpfen. Er war jedoch nur von ca. 110 bis 160 n.Chr. besetzt und wurde dann weiter nach Osten verlegt.

Die einzelnen Veranstaltungsorte der Lärmfeuers, etwa 30 an der Zahl, erstrecken sich über ein Gebiet von etwa 8000 Quadratkilometern vom Rhein bis ins Herz des Odenwaldes und bilden dadurch die „weltgrößte Open-Air-Veranstaltung“. Heute flammen die Feuer nur noch zum Spaß auf – und das nicht nur entlang der historisch belegten Signallinien der Römer. Mit dem Lärmfeuer-Projekt wird der Versuch unternommen, eine historische Kommunikationsmethode vor dem Vergessen zu bewahren.

Info: http://www.feuerwehr-rothenberg.de

Chöre aus dem Sängerkreis Neckartal treffen sich am 1. April zum Wertungssingen in Schönmattenwag

Das Kreiswertungssingen und der Liedergesellschaftsabend des Sängerkreises Neckartal finden am Samstag, 1. April, um 19 Uhr im Haus des Gastes statt. Ausrichter ist der MGV Sängerbund Unter-Schönmattenwag. Der Eintritt ist frei. Die Bevölkerung ist herzlich eingeladen, sich ein Bild vom vielfältigen Können der angeschlossenen Sängerkreis-Vereine zu verschaffen.

Teilnehmende Chöre sind: Cantante Cintura Kids sowie Frauen- und Männerchor des Gastgebers, MGV Eintracht Liederkranz Sensbachtal, Chorgemeinschaft Rothenberg/Kortelshütte, MGV Liederkranz Ober-Hainbrunn, Frauen- und Gemischter Chor Eintracht Falken-Gesäß, Sängerkranz aus Schöllenbach, gemischter Chor Finkenbach und Liederkranz Gammelsbach. Weiterhin gibt es an diesem Abend Ehrungen durch den Sängerkreis.

Den Mitglieds-Chören soll mit dem Wertungssingen die Möglichkeit eines objektiven Feedbacks der eigenen musikalischen Leistung angeboten werden. Sie erhalten damit in ungezwungener Atmosphäre eine leistungsorientierte Rückmeldung zur Vorbereitung ihrer eigenen Wettbewerbsbesuche durch einen ausgewiesenen Fachmann der Chorszene und auch Hinweise zu Verbesserungsmöglichkeiten.

Fürs Programm sind ausschließlich A-cappella-Werke zugelassen. Jeder Chor trägt drei Stücke freier Wahl vor. Auf eine stilistische und musikalische Vielfalt sollte Wert gelegt werden, heißt es in der Vorgabe. Werke aus dem Bereich Spiritual/Gospel/Pop sind ebenfalls zugelassen. Die einzelnen Stücke können auch in einer abweichenden Tonart vorgetragen werden.

Die teilnehmenden Chöre des Orientierungssingens erhalten nach ihrem Auftritt durch den Juror eine fachlich fundierte und konstruktive Beurteilung. Ziel ist es, Verbesserungspotential aufzuzeigen und den Leistungsstand festzustellen. Im Anschluss steht der Berater den Chören auch für weitere Fragen zur Verfügung. Außerdem gibt es eine Bewertung nach den Richtlinien des „Deutschen Chorwettbewerb“

Juror des Sängerkreis-Orientierungs-/Wertungssingens ist Matthias Schmitt. Er studierte Musikwissenschaft, Musikpädagogik und Chorleitung an der Goethe-Universität Frankfurt, an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt und an der Hochschule für Musik in Würzburg. Schmitt ist Dirigent mehrerer Chöre und Ensembles in Freigericht (Main-Kinzig-Kreis) und in angrenzenden Regionen. Er nimmt regelmäßig erfolgreich an nationalen Chorwettbewerben teil und wurde zuletzt Preisträger beim ersten deutschen Männerchorfestival in Limburg.

International konnte er mit seinem Männerkammerchor „DelicaTon“ einige Erfolge erzielen, zum Beispiel Sonderpreisträger beim International Choral Festival in Cork 2016 (Irland), er ist Gewinner zweier Goldmedaillen bei den World Choir Games in Riga 2014 (Lettland), Grand Prix Gewinner in Llangollen 2012 (Wales) und Dirigentenpreisträger beim Johannes Brahms-Wettbewerb in Wernigerode 2011. Teilnahmen an Wettbewerben und Festivals führten ihn zudem nach Estland, Norwegen, Österreich, England und Südkorea. Hauptberuflich arbeitet Schmitt als Kulturbeauftragter im Main-Kinzig-Kreis.

Große Erfolge einer kleinen Wehr: Kortelshütter Feuerwehr-Mannschaften trugen den Ortsnamen bei Wettbewerben nach Hessen

Hinter der Kortelshütter Feuerwehr liegt ein ereignisreiches Jahr, in dem sie einige schöne Erfolge bei Wettbewerben verzeichnete. Das machte auf der Jahreshauptversammlung der Vorsitzende Daniel Braner deutlich. Zu Beginn der Veranstaltung wies er darauf hin, dass nun im Feuerwehrgeräthaus eine Gedenktafel für die verstorbenen Kameraden vorzufinden sei. Einen Dank stattete er an Heiko Plank und Gerrit Bissdorf für die Umsetzung und Gestaltung ab. Ein dickes Dankeschön ging an Thorsten Beisel, der die Beschriftung des TSF/W gesponsert hat.

Braner sagte, dass seit kurzem wieder Kontakt mit der Feuerwehr in Morter/Südtirol bestehe und dass man daran interessiert sei, diesen wieder aufleben zu lassen. Er bestand in den 80er Jahren und war leider irgendwann erloschen. Eventuell wird sogar an einen Ausflug im nächsten Jahr ins schöne Vinschgau gedacht, so der Vorsitzende.

Das Jahr 2016 verlief für die Kortelshütter Brandschützer sehr positiv. Es wurde viel für die Weiterbildung getan. So absolvierten Alexandra Braner und Felix Götz den Grundlehrgang, letzterer noch zusätzlich den Funklehrgang. Malte Hinrichs und Maurice Fink waren erfolgreich beim Maschinisten-Lehrgang, Fink legte den Gruppenführer nach. Dadurch habe man in Kortelshütte mittlerweile fünf Gruppenführer, erläuterte Braner. Manuel Heiß und Maurice Fink bestanden außerdem den Motorkettensägen-Lehrgang.

Im Oktober vergangenen Jahres nahm man an der Jahreshauptübung der Rothenberger Gemeindewehren am Bauhof teil, ebenso wie am Unterreicht FwDV 7, bei dem die neu angeschaffte Wärmebildkamera vorgestellt und erklärt wurde. Diese kam auch bei einer internen Übung in Kortelshütte zum Tragen. Es wurden wieder viele Stunden in Unterricht investiert.

Mehr als erfolgreich verlief das Jahr für die Wettkampfmannschaft. Kortelshütte war 2016 mit zwei Teams beim Kreisfeuerwehr-Wettkampf in Breuberg am Start. Man erreichte einen zweiten Platz mit 100 Prozent und einen sechsten mit 97,2 Prozent – das bis dato beste Ergebnis einer zweiten Staffel. Mit dieser guten Platzierung ging es weiter zum Bezirksentscheid, der mit einem fünften Platz endete.

Damit durfte man nach 2006 wieder weiter zum Landesentscheid nach Hungen – eine Sensation. Da dieser zeitgleich auf das Kelterfest fiel, musste das verschoben werden. Es wurde beim Wettbewerb niemand enttäuscht – mit einem guten zwölften Platz fuhren die Kortelshütter nach Hause. Welch ein Erfolg für eine solch kleine, aber feine Feuerwehr, betonte Braner.

Auch die Jugendfeuerwehr war 2016 erfolgreich. Ein Highlight war der zweite Platz in der Staffelwertung beim Kreisjugendfeuerwehrtag in Mümling-Grumbach. Somit war das Ticket für den Südhessenpokal gelöst. Den holte die JFW zum zweiten Mal nach 2014. Aber nicht nur der Wettkampf stand im Vordergrund, sondern auch Spaß und Spiel. So wurde eine Berufsfeuerwehrnacht mit Übernachtung im Gerätehaus veranstaltet.

Auch auf Vereinsebene lief alles zur Zufriedenheit. Es wurden übers Jahr viele Feste befreundeter Wehren besucht, sagte Braner, so die Grillnacht in Finkenbach, das Feuerwehrfest in Höllerbach, der Tag der offenen Tür in Rothenberg oder das Handkäsfest in Ober-Hainbrunn, um nur einige zu nennen. Es wurden auch wieder viele Veranstaltungen ausgerichtet, beginnend mit der Fastnacht und dem Maibaumfest der Jugendfeuerwehr. Im Herbst fanden – 14 Tage später als gewohnt – das 25. Kelterfest und die Bembelparty statt.

Die Feste haben Braner zufolge nicht zur zum Dorfleben beigetragen, sondern führten auch dazu, dass mit dem erwirtschafteten Überschuss feuerwehrtechnisches Equipment angeschafft werden konnte. Ein dickes Dankeschön ging an alle, die die Feuerwehr immer wieder unterstützen, sei es mit Spenden oder persönlichem Einsatz.

Vorstellung des Oberzent-Grenzänderungsvertrags in der Ober-Hainbrunner Sporthalle: Die Namensdiskussion kann keiner mehr hören

Als der erste das Wort „neuer Stadtname“ in den Mund nimmt, geht bei der Rothenberger Bürgerversammlung zuerst ein Raunen durch die Menge, gefolgt von deutlichen Unmutsäußerungen. Die 175 Besucher in der Ober-Hainbrunner Sporthalle wollten in der überdeutlichen Mehrheit das Thema einfach nicht mehr hören. Stattdessen ging es bei der Vorstellung des Grenzänderungsvertrags eher um die Ärzteversorgung in der Oberzent und um die weitere Zeitschiene.

Unter der Leitung des Gemeindevertreter-Vorsitzenden Dr. Horst Schwinn stellten Kommunalberater Thomas Fiedler und KSO-Fusionsprojektleiter Christian Kehrer nach Sensbachtal und Beerfelden zum dritten Mal die wichtigsten Bestandteile des Grenzänderungsvertrags vor. Fiedler machte deutlich, dass diese „noch nicht in Stein gemeißelt ist“. Bis zum 16. März könnten die Bürger beim Kommunalservice Oberzent noch Eingaben machen, sei es zum Namen oder zu anderen Inhalten.

Allerdings, so Fiedler, müssten bestimmte Punkte auch rechtlichen Erfordernissen Rechnung tragen. Und es gelte die Zeitschiene nicht zu vergessen, damit die Fusion wie im letztjährigen Bürgerentscheid beschlossen am 1. Januar 2018 über die Bühne gehen könne. Er erläuterte, dass es über den Grenzänderungsvertrag oder den neuen Namen „keinen Bürgerentscheid geben wird“. Denn die Thematik sei viel zu diffizil, „um sie nur mit Ja oder Nein zu beantworten“. Wer dagegen sei, müsse den Weg über ein Bürgerbegehren gehen.

Was denn passiert, „wenn in einer Gemeinde mangels Mehrheit der Jahresabschluss 2017 nicht verabschiedet wird“, wollte der Beerfelder Andreas Krauch wissen. „Nichts“, entgegnete Fiedler. Denn das positive Votum sei reine Kosmetik. Eine Ablehnung rein aus politischen Gründen habe keine Auswirkungen. Sollten sich Anhaltspunkte für Fehler ergeben, dann schalte sich sowieso die Kommunalaufsicht ein.

Frank Flachs sprach die Ärzteversorgung an. Ein Walldorfer Ärztehaus wie in der Präsentation als Beispiel zu nehmen, betrachtete er als „ambitioniert“, weil die SAP-Stadt ungleich mehr Geld habe. Er stelle es sich schwierig vor, in einem ehemaligen Bürogebäude in Beerfelden Ärzte ansiedeln zu wollen, meinte Flachs. „Wir streben eine Übergangslösung an, damit ein Anfang gemacht ist“, sagte Christian Kehrer. Man wolle sich darum kümmern, junge Allgemeinmediziner und Fachärzte in die Region zu bekommen. „Nichts zu tun ist auch keine Option“, meinte er unter dem Beifall der Bürger.

Krauch war es danach, der nochmal den kommenden Stadtnamen ansprach. Fiedler entgegnete, dass die „Geschäftsgrundlage“ beim Bürgerentscheid im vergangenen Jahr gewesen sei, dass ein neuer Name anstatt der vier bestehenden her solle. „Niemand ist von Oberzent absolut begeistert“, sagte er. Aber die mittelalterliche Bezeichnung des Gerichtsbezirks sah er als „am kompromissfähigsten“ an. Daneben sei der Begriff „Oberzent“ durch den Fusionsprozess schon zu Bekanntheit gelangt.

Aus der Bürgerrunde kam noch einmal der Vorschlag „Freienstein“, weil die Fusion der vier Orte „eine freie Entscheidung“ gewesen sei. Auch dieser Vorschlag werde Bestandteil der Anhörung sein, der seitens des Fusionsarbeitskreises Ende März anstehe. Danach befassen sich laut Fiedler noch einmal die Kommunalparlamente mit dem Thema. Dort könnten auch Anträge zu anderen Namen kommen. Allerdings „wird es problematisch, wenn es unterschiedliche Meinungen dazu in den vier Kommunen gibt“. Denn alle müssten sich auf eine Bezeichnung einigen.

Ins Gespräch kam noch einmal die Beibehaltung der alten Postleitzahlen. Gerd Menges brachte sie ins Spiel, um das große Gebiet besser zu strukturieren. Theoretisch möglich, sagte Fiedler, man habe aber eine einheitliche vorgeschlagen, um den Neuanfang auch hier zu dokumentieren. Selbst wenn man sie beibehalte, betonte er, „befreit das nicht davon, die Straßennamen zu vereinheitlichen“. Christian Kehrer ergänzte, dass die Bestrebungen dahin gingen, dass bei Eingabe des Namens „Oberzent“ ins Navi ein sinnvoller zentraler Punkt angezeigt werde.

Insgesamt, bilanzierte Gemeindevertreter-Vorsitzender Horst Schwinn zum Schluss der nur halbstündigen Diskussionsrunde unter dem Beifall der Besucher, „wird der Grenzänderungsänderungsvertrag im Großen und Ganzen angenommen“. Nach der Sitzung des Arbeitskreises im Laufe des März stehe Anfang Mai die Verabschiedung des Vertrags durch die vier Kommunalparlamente an. Dann stehe der Fusion am 1. Januar 2018 nichts mehr im Wege.

Info: Die Bürger von Beerfelden, Hesseneck, Rothenberg und Sensbachtal haben im Rahmen der Anhörung die Möglichkeit, Namensvorschläge für die neue Stadt sowie Stellungnahmen zum Grenzänderungsvertrag bis zum 16. März, 18 Uhr, beim gemeinsamen Zweckverband Kommunalservice Oberzent, Projektleitung, z. Hd. Herrn Christian Kehrer, Hauptstraße 32, 64759 Sensbachtal, einzureichen.

 

 

 

Das Line-up fürs 35. Finki-Festival am 11. und 12. August in Finkenbach steht fest – natürlich wieder mit Guru Guru

Es sind zwar noch fast fünf Monate bis zum „Finki“, dem Krautrock-Festival im Odenwald Mitte August, doch alle Fans der Traditionsveranstaltung können sich den Termin schon einmal dick im Kalender anstreichen. Denn das Line-up der 35. Auflage ist jetzt bestätigt – und das 41 Jahre nach dem ersten Festival. Zwei Unterbrechungen erklären die Zahlendifferenz.

Natürlich wieder mit dabei: die Gründer von „Guru Guru“ um Mani Neumeier. Neun weitere Bands und Solisten haben die Organisatoren für das Wochenende des 11. und 12. August zusammengetrommelt, die auf dem Festivalgelände beim Sportplatz des 450-Seelen-Dorfs zwei Tage lang für ausgelassene Stimmung und einen Hauch von Odenwald-Woodstock sorgen werden.

Neben „Guru Guru“ im 49. Jahr ihres Bandbestehens sind im Rothenberger Ortsteil am Start: am Freitag, 11. August, ab 19 Uhr (Einlass 17 Uhr) Jack Dupon, Neumeier (Guru Guru) & Grosskopf (Ashra Tempel) & Kranemann (ex-Kraftwerk) (21), Pretty Things (23) und Samsara Blues Experiment (1 Uhr). Der Samstag, 12. August, beginnt um 15 Uhr (Einlass 13 Uhr) mit Jobarteh Kunda, gefolgt von Ease Up Ltd (17), DeWolff (19), Guru Guru (21), Arthur Brown (23) und Kunens Män (1 Uhr).

Jack Dupon ist eine französische AvantProg-Band, die im Jahr 2004 gegründet wurde. Die Band sieht ihren experimentellen Stil in der Tradition der Rock-in-Opposition-Bewegung und bewegt sich zwischen Progressive Rock, Zeuhl, Punk und Noise. The Pretty Things ist eine der ältesten noch aktiven englischen Rockbands. In den 1960er Jahren galt sie als eine der wildesten Gruppen. Samsara Blues Experiment ist eine deutsche Hardrock-/Stonerrock-Band, die 2007 von Christian Peters nach dessen Ausstieg als Gitarrist bei Terraplane gegründet wurde.

Jobarteh Kunda sind eine international besetzte Truppe mit Musikern aus Afrika, der Karibik, den USA, Italien und Deutschland. Die Band kommt aus München und besteht seit 1999. Ease Up Ltd. spielen authentischen Reggae und würzen diesen mit einer Prise Ska und etwas Dancehall. Die Einflüsse der Darmstädter Band liegen jedoch unüberhörbar vor allem im Rootsreggae der 80er und 90er Jahre. Über die Urgesteine Guru Guru mit Mastermind Main Neumeier muss man natürlich keine Worte verlieren.

DeWolff ist eine niederländische Gruppe aus dem Bereich Psychedelic- und Bluesrock. Sie wurde 2007 in Geleen gegründet und besteht aus den Brüdern Luka und Pablo van de Poel sowie Robin Piso. Die Kunens Män aus Stockholm stehen für Improvisationen aus Krautrock, Shoegaze, Noiserock und Free Jazz. Arthur Brown ist eine britische Rocklegende, die schon mehrfach beim Finki zu Gast war. Er verfügt über eine mehrere Oktaven umfassende Stimme.

„Die Einmaligkeit dieser Veranstaltung“ und absolut positive Resonanz der Besucher ist laut Armin Löffler vom mitveranstaltenden FC Finkenbachtal die Motivation für alle Beteiligten, jedes Jahr das Festival wieder auf die Beine zu stellen. Der FC ist seit 1988 mit im Boot und kümmert sich um die Verpflegung. Nach dem Finki ist dabei schon vor dem Festival: Die Planungen für dieses Jahr starteten bereits rasch nach dem letztjährigen Event. Dazu setzten sich Löffler, der Vorstand des FC, Karl-Heinz Osche, der Booker von Guru Guru, und Mani Neumaier, Chef der Band, zusammen.

Wen verpflichtet Mani Neumaier fürs Finki? „Die Bands müssen mir gefallen“, erläutert er, musikalisch hochwertig sein, authentisch. „Keine Coverbands und keine Popsülze“ ist ein weiteres Kriterium. „Oft kenne ich sie persönlich, ich sehe mir Live-Auftritte oder Filme an“, erzählt er. Der besondere Reiz des Finki ist für ihn: „Ich kann echte Kultur machen, jenseits von kommerziellen Absichten.“ Auf dem Festival könne er „Bands featuren, die nicht nach der Hitparade schielen“.

„Es war 1976, als ein Fest der Finkenbacher Feuerwehr zu scheitern drohte, weil die Kapelle kurzfristig absagte“, erzählt Armin Löffler die Entstehung. „Spontan boten vier Wahl-Finkenbacher ihre Hilfe an: Mani Neumeier und seine Band Guru Guru.“ Die für ein Feuerwehrfest recht ungewöhnlichen Klänge seien so gut angekommen, dass Mani und Wilhelm Hotz, der inzwischen verstorbene, damalige Feuerwehrhauptmann, fürs nächste Jahr eine Fortsetzung planten. „Das Finkenbach-Festival war geboren.“ Und erhielt im Ort den Namen „Guru-Fescht“.

Als die Besucherzahlen die Grenze von 10.000 überschritten, „drohte das kleine Dorf zu kollabieren“, weiß Löffler. Deshalb sei 1984 das Festival eingestellt worden, um 1988 neu aufzuleben. Seit dieser Zeit ist auch der FC Finkenbachtal mit im Boot und kümmert sich um die Verpflegung. Nach der zweiten Einstellung 2005 „aufgrund von massiven Polizeikontrollen und dementsprechendem Rückgang der Besucherzahlen“ erfolgte das Revival 2008. Seitdem läuft das Festival bis heute.

Info: www.finki-festival.de, Kartenvorverkauf online bei www.reservix.de, per E-Mail unter ticket@finki-festival.de, telefonisch unter 06235/491997. Hard-Tickets gibt es: in Heidelberg bei Crazy Diamond, in Mannheim bei Come Back, in Finkenbach bei der Bäckerei Hering, in Würzburg beim H2O Plattenladen, in Aschaffenburg bei Echobeat und in Darmstadt bei Come Back.

 

Hessische Kabbeleien und Babbeleien mit Hintersinn: Kikeriki-Theater war mit „Achtung Oma“ in Beerfelden zu Gast

Da hat der Kasper nichts zu lachen. Er, der im ersten Akt noch den Briefträger gnadenlos runterlaufen lässt und den Beamten schier zum Wahnsinn treibt, ist danach selbst das Opfer. Nämlich seiner Oma, die ihn mit ihren Wünschen zur Raserei bringt. Wenn dann der Holz-Kasper in breitestem Hessisch vor sich hin mault, grummelt, schreit und zetert, dann sind die Zuschauer gleich mittendrin im „Kikeriki-Theater“, das diese mundartliche Selbstentblößung im Stück „Achtung Oma“ bis zum Exzess beherrscht. Gute Laune mehr als inklusive.

Im Hintergrund hängt eine volle Wäscheleine, daneben ein komisch anzuschauender Holzturm, auf der anderen Seite der Bühne wird etwas achtlos eine Leiter aufgestellt, in der Mitte ein Notenständer, rechts ein Akkordeon. Fünf Männer kommen auf die Bühne, etwas abgerissen, verwahrlost aussehend, die sich selbst als fahrendes Volk definieren. Und was sie danach an hessischer Wortakrobatik aus dem Mund fahren lassen, ist wirklich eine Klasse für sich.

Allein voran Roland Hotz, vor dessen Gosch sich jeder in Acht nehmen muss, der seine Aufmerksamkeit erregt. Und wehe das Publikum zieht nicht gleich mit, dann wird es frech angemacht, dass die Schauspieler ja nicht zum Spaß da seien. Da steht ein –neudeutsch Stand-up-Comedian – Vollblutkomiker auf der Bühne, der auf alles eine Antwort weiß. Egal wie weit er den Gürtel tiefer schnallen muss, damit diese noch darüber liegt.

Es folgt knapp zwei Stunden lang eine Hessisch-Lehrstunde mit ernstem Hintergrund. Denn die Fünf haben sich den Generationenkonflikt als Thema ihres Stücks ausgesucht. Von oben runter kommt das aber mit einem solch charmanten, schnoddrigen, dialekteingefärbten Ton, dass das Publikum gar nicht anderes tun kann – als zu lachen.

Ein Geheimnis des Erfolgsstücks ist die Unaufgeregtheit der Schauspieler. Spontaneität ist quasi Pflicht, kurzzeitige Hänger werden mit Humor überspielt, manchmal überholen sie sich beim Babbeln und Kabbeln selbst und kommen darüber ins Lachen. Die Zuschauer dürfen dabei auch nicht einfach still dasitzen. Das fängt damit an, dass es nicht nur in den Saal hinein-, sondern auch hinausschallen soll. Fragen müssen beantwortet werden. „Das üben wir gleich nochmal“, gibt’s nach der ersten, nur zaghaften Antwort zu hören.

Das Nonstop-Feuerwerk aus derb-frivolen Babbeleien und Kabbeleien genügt erst einmal sich selbst. Die Satzfetzen und Weisheiten fliegen nur so hin und her, Sinn und Zweck werden gerne auch mal ausgeblendet, wenn sich ein Wort das andere gibt und die Schauspieler am Ende nicht mehr wissen, wie der Anfang war.

Zur Story: Der Kasper will auf jeden Fall vermeiden, dass die stressige Oma zu ihm zieht und ihn täglich nervt. Denn die treibt ihn mit ihren „Kaaaaaaaaaasper“-Rufen zum Wahnsinn. Es geht um den Sex des Alters, das Essen. Wenn sie das nicht bekommt, lautet die Drohung sofortiges Ableben. „E Wurstplättche ohne Zervelatwurst“ und dazu noch ein Käs, „aber nix Abgepacktes“, gefolgt von was „Frisches ausm Garte“ (Gürkchen, Tomätchen und Silberzwiebeln – und das Anfang März), „e Tässche Kaffee und e schee Stücksche Tort“ sind weitere Wünsche, während sie mit den Zigarren die ganze Bude vollqualmt.

Was für den Kasper die Bedeutung von „OMA“ klar macht: „O mei Alptraum“. Deshalb beschließt er, ihren Hausbesitzer auf Seite zu ziehen und zum Einlenken zu bewegen, damit die renitente alte Dame weiter zuhause wohnen bleiben kann. Das mit allen Mitteln, auch als Oma oder „Omina“ verkleidet. Natürlich mit Erfolg, das ist klar, und zwischenzeitlichen Wendungen, die das Publikum vor lauter Lachen jubeln ließen.

Aber geht’s wirklich um die Erzählung? Eigentlich nicht. Zoten, Anekdoten, Kabbeleien, Babbeleien und Beschimpfungen stehen im Vordergrund, bei denen die Darsteller so lustvoll agieren, dass man nicht mehr weiß, ob das nun gespielt oder ernst ist. Dazu das extreme Tempo von Hotz‘ Schlappmaul, das sich fast schon selbst überholt. Wilde Wortkreationen inklusive: „Du sollst nicht begehren der Oma ihr Haus, sonst schlag ich dir die Zähne aus.“

Das Kikeriki-Theater gastierte zwei Mal in der proppenvollen Oberzent-Halle, wie sich die Finkenbacher Feuerwehr als Veranstalter freute. Um die 1000 Besucher aus allen Ecken und Enden des südlichen Odenwalds und benachbarten Badens waren es, die den Weg auf den Beerfelder Berg gefunden hatten. Seit über 20 Jahren gibt es die Darmstädter Comedy-Hall mit angeschlossenem Theater schon. In dieser Zeit haben weit mehr als eine Million Zuschauer die verschiedenen Vorstellungen gesehen. Inzwischen ist schon die zweite komödiantische Generation am Start.

Oberzent-Fusion und Namensdiskussion: Der Beteiligungs-Prozess geht weiter wie gehabt

Namensdiskussion, gefühlt die zwanzigste. Dass es in der Stadtverordneten-Versammlung beim FDP-Antrag zwecks Bürgerbefragung zu einer Aussprache kommen würde, war klar. Dass diese allerdings in dieser Form zerfasern würde, war nicht vorhersehbar. Mit einem Ende, das die vorherige Beratung fast schon zur Makulatur machte. Denn das Rund war sich zum Schluss auch mit Blick auf die Uhr einig, dass eigentlich der Inhalt des Antrags bereits aktuell von den Gemeindeverwaltungen durchexerziert wird. Und stimmte nicht mehr darüber ab.

Die FDP hatte beantragt, dass der künftige, mehrheitsfähige Name der neuen Gemeinde im Rahmen einer Bürgerbefragung ermittelt werden soll. Dabei seien alle Vorschläge aus der Bürgerschaft zu berücksichtigen. Fraktionsvorsitzender Frank Leutz begründete dies damit, dass der neue Name ja quasi für Jahrhunderte festgelegt werde. Deshalb solle eine Auswahl nicht nach persönlichen oder Parteipräferenzen erfolgen.

Ursprünglichen hatten die Liberalen einen Bürgerentscheid ins Spiel gebracht. Doch von diesem Ansinnen rückte man wieder ab. Zum einen gebe es nur die wenig sinnvolle Möglichkeit, mit Ja oder Nein abzustimmen, zum anderen würde er den Fusionsprozess verzögern und verkomplizieren. Um eine „faire und bürgernahe Entscheidung“ zu gewährleisten, wünscht sich die FDP das
„Einfangen eines Stimmungsbildes“. Hiermit lasse sich das ganze Meinungsspektrum hinsichtlich der Namensgebung erfassen.

Bürgermeister Gottfried Görig sagte, dass sich der Antrag mit der jetzigen Vorgehensweise des Fusionsarbeitskreises und der Steuerungsgruppe decke. Alle Bürger hätten noch bis 16. März die Möglichkeit, sowohl zum Namen als auch zum Grenzänderungsvertrag Vorschläge, Kritik und Ideen einzubringen. Am 21. März tage dann der Fusionsarbeitskreis, der die Anregungen mit aufnehme und berate. Ihm attestierte KSO-Fusionsprojektleiter Christian Kehrer. In allen Bürgerversammlungen würden jetzt die Stimmen gesammelt „und in den politischen Prozess eingespielt“.

Aus der Runde, etwa von Andrea Heß-Kraus und Rüdiger Holschuh (SPD) wie auch Elisabeth Bühler-Kowarsch (Grüne) kam die Rückfrage, wie denn das FDP-Verfahren ausgehen bzw. auch funktionieren solle. Eine Frage, die Leutz nicht konkret beantworten konnte. Ihm ging es mehr darum, die Entscheidung an die Bürgerschaft zurückzugeben und innerhalb der Stadtverordneten-Versammlung zu überlegen, wie dies geschehen könne.

Stadtverordneten-Vorsteher Hans-Jürgen Löw (SPD) ergänzte, dass über dem Grenzänderungsvertrag immer noch das Wort Entwurf drüberstehe. Sein Parteikollege Erwin Körber sah wie auch Chris Poffo (FWG) und Andrea Heß-Kraus (SPD) eine Gefahr mit der Zeitschiene, wenn man nun beim Namen wieder von vorn anfange. „Die Namensdiskussion stellt alles in Frage“, sagte Bühler-Kowarsch. Sie wies darauf hin, „dass wir nicht allein in Beerfelden sind“. Es gebe noch die Stadtteile und drei andere Kommunen.

Von Kehrer kam der Vorschlag, den Termin 16. März abzuwarten, dann mit den Vorschlägen und Anregungen in den Arbeitskreis Fusion zu gehen, Tendenzen sowie Vorgaben abzuwägen und danach eventuell über eine Bürgerbefragung nachzudenken. Wobei nicht nur von Poffo in den Raum geworfen wurde, welche formalen Kriterien für diese denn gelten solle. Wann sie repräsentativ sei.

Klare Worte fand Rüdiger Holschuh: „Wir lügen uns doch in die Tasche“, sagte er. Am Ende „wird als Name Oberzent drüberstehen“, denn man müsse sich ja auch mit den anderen drei Gemeinden einigen. Und: „Jeder will doch die Fusion.“ Vielleicht, meinte er selbstkritisch, hätte man die Namensdiskussion doch an den Anfang der Beratungen stellen sollen. Abgestimmt wurde über den FDP-Antrag letztendlich nicht, da sich der Tenor durchsetzte, dass sich das aktuelle Vorgehen mit ihm mehr oder wenig deckt.

Info: Die Bürger von Beerfelden, Hesseneck, Rothenberg und Sensbachtal haben im Rahmen der Anhörung die Möglichkeit, Namensvorschläge für die neue Stadt sowie Stellungnahmen zum Grenzänderungsvertrag bis zum Mittwoch, 16. März, 18 Uhr, beim gemeinsamen Zweckverband Kommunalservice Oberzent, Projektleitung, z. Hd. Herrn Christian Kehrer, Hauptstraße 32, 64759 Sensbachtal, einzureichen.