Finkenbacher Voraushelfer sind im Notfall am schnellsten vor Ort

Die ersten Einsätze haben die Voraushelfer bereits hinter sich. Dem stellvertretenden Feuerwehr-Kommandanten Wolfgang Buchert ist gut in Erinnerung, wie er kürzlich zu einem Schlaganfall gerufen wurde. „Das war heftig.“ Zum Glück war sein anderer Einsatz „harmloser“. Die elf Aktiven überbrücken in Finken-, Hinter- und Raubach die Zeit, bis der Rettungsdienst vor Ort ist. Das kann gerade nachts, wenn die Beerfelder Rettungswache nicht besetzt ist, etwas dauern.

Die Ehrenamtlichen aus den Reihen von Feuerwehr und DRK sind jetzt voll einsatzbereit. Die Lehrgänge sind absolviert, Taschen und Material beschafft. Ebenso wie der Defibrillator, dessen Kauf durch eine Spende der Jagdgenossenschaft Finkenbach Ost und West ermöglicht wurde. In kurzer Zeit hat sich viel getan. Über den Sommer flossen finanzielle Mittel aus der Bevölkerung und von Geschäftsleuten reichlich. Insgesamt kamen so über 4000 Euro zusammen.

Alle Ehrenamtlichen konnten dadurch mit dem entsprechenden Equipment ausgestattet werden, das pro Person um die 500 Euro kostet. Die Aktiven sind aber weiterhin auf Spenden angewiesen, denn Zuschüsse gibt es keine, wie mehrfach kritisiert wurde. „Das habe ich schon an Politik weitergeben“, erläutert Buchert. Unter anderem fehlen noch Jacken mit Wiedererkennungswert, damit man die Helfer gleich zuordnen kann. Auch muss das Verbrauchsmaterial aus eigenen Mitteln nachgekauft werden, so der Feuerwehr-Mann. Entsprechende Dosen stehen unter anderen in Mareikes Backshop.

Die Voraushelfer freuten sich, dass die Jagdgenossen die benötigten 1700 Euro für den Defi zur Verfügung stellten. Zur Übergabe waren Jagdpächter Stefan Hoock mit seiner Partnerin Birgit Manganaro, Vorsitzender Heinrich Hotz und Wolfgang Weimar ins Feuerwehrhaus gekommen. „Für uns war das selbstverständlich“, sagt Hotz. Es kann immer etwas passieren, ergänzt Hoock. „Dann ist man froh, wenn jemand hilft.“

Die Mitgliedschaft bei den Brandschützern ist keine Bedingung, um bei der Voraushelfer-Gruppe mitzumachen, betont Vereinsvorsitzender Jens Schindler: „Interessierte Bürger können sich uns gerne anschließen.“ Denn alles steht unter einem wichtigen Ziel: „Die medizinisch nicht versorgte Zeit, bis der Rettungsdienst eintrifft, soll möglichst gering gehalten werden.“ Je mehr Helfer verfügbar sind, desto größer ist die die Wahrscheinlichkeit, dass einer von ihnen greifbar ist. Die Koordination geschieht über die Leitstelle. Im Notfall muss weiterhin die 112 gewählt werden.

Die Voraushelfer leisten aber nicht nur medizinische Hilfe. Sie kümmern sich auch um Angehörige, bis deren Verwandte oder das Kriseninterventionsteam eingetroffen sind. „Uns kennt man im Ort“, hebt  Buchert hervor. Die Betroffenen sehen in einem Notfall bekannte Gesichter, denen sie sich anvertrauen. „Es muss in die Köpfe der Leute, dass es uns gibt“, sagt er.

Ein tödlicher Motorradunfall im Sommer 2017 in der Raubach gab den Ausschlag: DRK-Mann Christian Niesen wurde aus dem Schwimmbad per Piepser heraus als Ersthelfer alarmiert, die Finkenbacher Feuerwehr kam dann an die Unfallstelle hinzu. Aus dem späteren Gespräch heraus entstand die Idee, unter dem Dach des DRK eine Voraushelfer-Gruppe aufzubauen, die überwiegend mit Feuerwehrleuten „bestückt“ ist. Damit soll gewährleistet werden, dass immer jemand vor Ort in Notfällen greifbar ist.

Beim DRK Rothenberg-Finkenbach mit Bereitschaftsleiterin Anja Braner stieß man mit diesem Ansinnen auf offene Ohren. Die Rotkreuzhelfer engagierten sich stark beim Aufbau. „Die Zusammenarbeit ist im Kreis einmalig“, hebt sie hervor. Aktive Feuerwehr-Mitglieder traten ins DRK ein, um so auch den entsprechenden Versicherungsschutz zu haben.

78 Stunden dauerte der zu absolvierende Sanitätskurs, erläutert Niesen. Eine Zeit, die ehrenamtlich an vier Wochenenden aufgebracht wurde. Die Helfer treffen sich in regelmäßigen Abständen zum Auffrischen. Alle zwei Jahre gibt es eine Fortbildung. Mit den elf Aktiven erreichen die Voraushelfer in ihrem Gebiet eine 1:50 Betreuung, also ein Helfer pro 50 Einwohner. „Eine sauguter Schnitt“, freut sich Niesen.

 

Voraushelfer-Gruppe Rothenberg-Finkenbach: 11 Aktive aus Feuerwehr und DRK

Im Notfall weiterhin die 112 wählen

Weitere Infos bei Wolfgang Buchert unter E-Mail wolfgang.buchert@freenet.de

Treffen nach Absprache im Feuerwehrhaus Finkenbach. Termine können unter Telefon 0171/3490339 bei Wolfgang Buchert angefragt werden.

Spenden sind möglich auf das Konto des DRK Rothenberg-Finkenbach unter dem Verwendungszweck Voraushelfer Feuerwehr Finkenbach, IBAN DE16 5085 1952 0031 0000 60.

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Seeweihnacht mitten im Odenwald

Eine Seeweihnacht zwischen Odenwald-Hügeln? Das geht. Matthias Bartmann veranstaltete nach dem Auftakt im vergangenen Jahr heuer die zweite Auflage an der Forellenteichanlage im Finkenbachtal. Was 2017 aus „Jux und Dollerei“ entstand und schon damals als Geheimtipp auf viel Widerhall stieß, lockte in jetzigen Ausführung noch ein paar Gäste mehr an. Das Ambiente zwischen den einzelnen Fischteichen bietet sich dafür mehr als an, um im Kreise Gleichgesinnter ein paar schöne Stunden zu verbringen.

Bartmann zeigte sich vollauf zufrieden mit dem Verlauf. „Das passt alles“, schmunzelte er. Bekannte und Freunde halfen bei der Bewirtung mit, während er selbst den Holzgrill überwachte, auf dem die Lachsforellen brutzelten. Die gab’s dann als Alternative zu den üblichen Weihnachtsmarkt-Speisen (Bratwurst, Waffeln, Crepes) lecker angemacht auf dem Brötchen frisch zum Verzehr. An Nachschub herrschte ja kein Mangel.

Der Rothenberger im Finkenbachtal freute sich über den sehr guten Besuch nicht nur aus der näheren Umgebung, sondern auch von Anglerkundschaft aus Heidelberg und Worms. „Wir haben damals zusammen gesessen und überlegt, einen kleinen Weihnachtsmarkt zu machen“, blickte er aufs letzte Jahr zurück. Daraus wurde eine vom Besuch her doch etwas „größere Ausführung“. Eine Wiederholung ist deshalb bereits für kommendes Jahr angedacht.

Finkenbacher Adventsmarkt verzaubert die Besucher

Zu Beginn nieselte es noch, aber zum rasch nach Beginn des „Adventszaubers“ wurde es trocken. Die Besucher trauten sich langsam aus den Häusern und pilgerten in die Beerfelder Straße zu den Buden und Ständen. Es war einfach zauberhaft im Finkenbachtal. Von der „Traube“ über Mareikes Backshop bis hin zum Hof Bartmann gab es viele weihnachtliche Geschenkideen, boten Finkenbacher und Auswärtige ihre selbst gefertigten Waren zum Verkauf an.

Mit Erfolg: Die Ortsbevölkerung und auch ein paar „Zugereiste“ aus Gammelsbach, Hirschhorn oder Wald-Michelbach drängten sich um die Stände, sodass die Beschicker des kleinen Adventsmarktes überwiegend zufrieden waren. Eine Wiederholung 2019 ist geplant (Anmeldungen werden schon unter Telefon 06068/4029 entgegen genommen).

Monika Jung zaubert in ihrer Freizeit viele verschiedene Motive aus Holz. Seit drei Jahren widmet sie sich bereits diesem Hobby. Vor einem Jahr feierte sie „Premiere“, inzwischen ist das Sortiment breiter geworden. „Ich habe eine große Verbundenheit mit Holz“, sagt die Finkenbacherin, deren Schwiegereltern lange Jahre die Bürstenfabrik Edelmann führten.

Für ihre Arbeiten verwendet sie Eichen- und Buchenholz aus dem Odenwald. Hergestellt wird, was Monika Jung gerade in den Sinn kommt. Manches davon „ist nicht ganz gerade, die Rinde ist gesprungen oder das Holz hat Unebenheiten“. Das ist aber gewünscht. „Ich will nicht die Handschrift der Natur verfälschen“, betont sie. In der vergangenen Zeit bekam sie sehr viel Zuspruch.

Die Finkenbacherin weitete mit Unterstützung ihres Mannes Thomas in diesem Jahr das Sortiment aus. Sie hat nun Tierfiguren und weitere Motive mit aufgenommen. Ebenso verarbeitet sie Kirsch-, Nuss- und Apfelholz. Adventsgestecke auf Holzbasis passen gut in die Vorweihnachtszeit. „Mir macht das unheimlich Spaß“, so Jung. „Am liebsten würde ich jedes Stück selbst behalten.“ Mit ihren Produkten ist sie am dritten Adventswochenende auch auf dem Weihnachtsmarkt in Hirschhorn vertreten.

Wie auch Veronika Beisel aus Schönbrunn, die mit allerlei Selbstgestricktem und Selbstgenähtem dabei war. Damit vertreibt sie sich die Zeit, wenn sie auf die Enkelkinder aufpasst. Aber auch ihre eigenen Kinder wurden bereits mit den Produkten aus Handarbeit ausgestattet. „Die gaben in der Schule damit an“, erinnert sie sich schmunzelnd im Rückblick. Denn Beisel baut gerne die eine oder andere ausgefallene Idee ein. Die Strampelanzüge für Babys wurden zuerst an den eigenen Enkeln „getestet“, bevor sie sie auch für den Verkauf nähte.

Selbst gestrickte Strümpfe, Weihnachtsschmuck, Wollmützen und Kerzen gab es bei Brigitte Fink aus Rothenberg. Bei Beate Bartmann war es eine bunte Vielfalt von selbst hergestellten Weihnachtsgeschenken zu erstehen, darunter Mistelzweige und Gartenfackeln. Norbert Kolb bot selbst hergestellten Holzschmuck an.

Mareike und Christian Niesen, die federführend für die Organisation zuständig waren, zeigten sich zufrieden mit dem Adventsmarkt, den es vor längerer Zeit schon einmal gegeben hatte. Bis spät standen Gäste noch an der „Traube“ zusammen, wo es die wärmenden Getränke und etwas zu essen gab. Natürlich trug auch die zwischenzeitlich trockene Witterung zum Erfolg bei. „Es war trotz des Wetters gut was los“, freute sich Niesen. „Alt und Jung kamen im Ort zusammen.“

Info: Viele Finkenbacher Aussteller sind auch beim Hirschhorner Weihnachtsmarkt dabei. Er findet am dritten Adventswochenende, 15. und 16. Dezember, statt, jeweils von 14 bis 21 Uhr in der Hauptstraße zwischen dem Rathausvorplatz und dem Marktplatz.

Schlechte Holzpreise: „Lassen Sie die guten Bäume stehen“

Von den aktuell niedrigen Holzpreisen sind auch die Privatwaldbesitzer im Bereich des Forstamts Beerfelden betroffen. Ihnen standen jetzt an drei Abenden in Wald-Michelbach, Finkenbach und Unter-Sensbach die Mitarbeiter des Forstamts Beerfelden Rede und Antwort, wie sie angesichts der Marktflaute am besten reagieren können. „Lassen Sie bis auf Weiteres die guten Bäume stehen“, lautete die Empfehlung von Forstamtsdirekter Norbert Sasse.

Der Chef des Forstamts Beerfelden skizzierte auf den drei Terminen, zu denen insgesamt etwa 60 Waldbesitzer erschienen, die Situation. „Alles sah gut aus, bis Friederike kam“, nahm er Bezug auf den Orkan, der am 18. Januar über Deutschland fegte. Der südliche Odenwald wurde zwar einigermaßen verschont, erläuterte Sasse. Im Bereich der sechs angeschlossenen Gemeinden wurden „nur“ 10.000 Festmeter umgeworfen.

Jedoch wütete der Sturm in Nordhessen und Niedersachsen viel stärker. „Allein in Hessen wurden drei Millionen Festmeter (fm) umgeschmissen“, machte er deutlich. Dazu kommen noch die Schäden aus anderen Bundesländern. Als wäre das noch nicht genug, war die Witterung seit dem Frühjahr „überdurchschnittlich warm und viel zu trocken“. Beste Voraussetzungen für den Borkenkäfer. „Der vermehrte sich wunderbar in Mitteleuropa“, nahm es Sasse mit Galgenhumor. Betroffen ist vor allem die Fichte, mit der das meiste Geld verdient wird. Erzielte man im Januar noch 93 Euro/fm, so fiel der Preis für Käferholz auf jetzt durchschnittlich nur noch 50.

Die Privatwaldbesitzer haben seinen Worten zufolge jedoch kaum Edel-Laubholz wie Buche oder hochwertigere Nadelhölzer wie Lärche oder Douglasie im Bestand, die sie verkaufen können. Denn für diese Baumarten lassen sich nach wie vor noch gute Preise erzielen. Deshalb ging seine Empfehlung dahin, „die gesunden Bäume nicht wegzuwerfen“. Dies wurde laut Sasse von den Anwesenden unisono auch so gesehen.

Ein anderes Thema war die Umstrukturierung der Holzvermarktung vor allem im Kommunalwald. Hessen Forst darf diese nicht mehr übernehmen, wenn die Gemeinde (und auch Privatleute) mehr als 100 Hektar Wald besitzen. Für die privaten Kleinwaldbesitzer, die unterhalb dieser Grenze liegen, „ändert sich nichts“, sagte er. Hier ist weiterhin das Forstamt der Ansprechpartner.

Inzwischen liegt auch ein Schreiben des Umweltministeriums vor. Dieses will gewährleisten, dass es ab dem 1. Januar kein Vakuum gibt, wenn bis dahin die Kommunen noch keine eigene Holzvermarktung auf die Beine gestellt haben. Sasse liest deshalb heraus, dass Hessen Forst noch hilft, „wenn es nicht gleich klappt“. Als Deadline steht der Herbst kommenden Jahres im Raum. So lange dürfen zumindest Altverträge aus diesem Jahr noch abgewickelt werden.

Auch könnten die Forstämter noch das ganze kommende Jahr tätig werden, wenn es um die Abfuhr von Windwurf- und Käferholz geht, heißt es im Brief der Ministerin. Damit soll die kontinuierliche Vermarktung von Kommunalwaldholz gewährleistet werden. Darüber hinaus werden verschiedene Ausnahmen skizziert, die vor allem größere Privatwälder betreffen.

Der Forstdirektor verdeutlichte, dass es im Bereich des Forstamts Beerfelden eher Verquickungen von Staats- und Privatwald gibt. Vor diesem Hintergrund sei es für Hessen Forst einfacher, hier Synergieeffekte zugunsten der Privateigentümer zu erreichen als wenn diese ihren Besitz angrenzend an Gemeindewald hätten. „Dann könnte es mit dem Blockverkauf schwierig werden“, sagte er.

Bekanntlich wollen sich die bisherigen sechs dem Forstamt Beerfelden angeschlossenen Gemeinden zum „Zweckverband hessischer Odenwald“ zusammenschließen. Die Aufnahme weiterer Städte und Kommunen aus beiden Kreisen ist angedacht und teilweise schon in Umsetzung. Es fehlt laut Sasse aber noch der rechtliche Rahmen dafür. „Es können keine Nägel mit Köpfen gemacht werden, weil sie die Spielregeln nicht kennen“, verdeutlichte er. Im Schreiben von Ministerin Priska Hinz erläutert sie, dass dies bis zum Jahreswechsel erfolgen soll.

Die „Ourewäller Löwen“ brüllen für die Münchner Verwandten

Große Ehre für die „Ourewäller Löwen“: Nach knapp einem Jahr Wartezeit sind sie jetzt offizieller Fanclub des TSV 1860 München. Bei den Spielen des bayrischen Vereins in der dritten deutschen Fußball-Liga können die Mitglieder aus Oberzent nun für die Bayern brüllen. In der schweren Zeit nach dem Abstieg in die vierte Liga trafen sich im vergangenen Jahr Löwen-Fans aus dem Odenwald, um gemeinsam ihren Verein, den TSV, zu unterstützen. Dies führte im Herbst vergangenen Jahres zur Gründung eines eigenen Fanclubs.

Auch wenn die Gegner nicht mehr Frankfurt oder Dortmund heißen, wurden damals viele Spiele der Münchner Löwen in der Regionalliga Bayern besucht. Besonders beeindruckend: die „Löweninvasion“ in Nürnberg oder das (erfolgreiche) Aufstiegsspiel in die dritte Liga im Grünwalder Stadion gegen Saarbrücken.

Der zweite Vorsitzende Carsten Edelmann aus Finkenbach „infizierte“ sich vor über 17 Jahren mit dem Löwen-Virus. In der damaligen Jugendmannschaft der SG Rothenberg/Finkenbach waren die meisten „Fans einer anderen Münchner Mannschaft“, schmunzelt er. „Der Rest wurde durch unseren Trainer an den Betzenberg gebunden“, wo der 1. FC Kaiserslautern beheimatet ist.

Edelmann wurde 1991 von einem Freund zum Spiel der Löwen in Würzburg eingeladen. Es war das viertletzte der Saison 90/91. Die Löwen gewannen durch ein Tor von Zeiler mit 1:0. „Von diesem Moment an war klar, dass die Löwen mein Verein für alle Zeit sind“, erinnert er sich. In den darauffolgenden Jahren wurde die Verbundenheit größer „und wir sahen uns immer mehr Spiele an“. 1994 holten die beiden sogar ihre ersten Dauerkarten.

Jedes Vereinsmitglied hat seine eigene Geschichte, erläutert der Löwen-Begeisterte. Der eine wurde Fan, weil er vom Vater mitgerissen wurde, der andere, weil er dem Vater die Stirn bieten wollte, lacht er. „Vater rot, Sohn blau, mehr Rebellion geht nicht.“ Egal welche Gründe: „Hauptsache Löwe“, so Edelmann. „So sind wir letztlich alle bei uns im Fanclub gelandet.“ Hier kommt eine gemischte Truppe von Jung bis Alt zusammen, die sich super ergänzt. Der Zusammenhalt und das (fast) familiäre Miteinander sind die ausschlaggebenden Punkte, „warum jeder sich bei uns heimisch fühlt“.

Bei den Spielen in Bayern trifft eine große Löwenfamilie aufeinander, unabhängig davon, woher die Fans nach München anreisen. Über die Jahre hinweg haben sich viele Freundschaften gebildet, „sodass man bei Heim- und Auswärtsspielen immer wieder Freunde und Bekannte trifft“, erzählt Edelmann. Befreundete Fanclubs gibt es nicht nur in München, sondern auch in der Umgebung. Beispiele sind hier die Löwen aus Erbach und Fürth im Odenwald sowie die Löwenfreunde aus dem Spessart.

„Das größte Highlight war für mich das 3:3 im Derby am 4. Mai 1997“, erzählt das Vorstandsmitglied. „Da war in 90 Spielminuten alles drin, was den Fußball so einzigartig macht.“ Schon vor der Partie war die Spannung spürbar. Über die gesamte Spielzeit hinweg gab es pure Dramatik mit zuerst Freud und danach Leid. „Es sind Momente und Emotionen, die einem ewig in Erinnerungen bleiben“, erinnert er sich. Der große Rivale war fast am Boden. „In diesen Momenten war die breite Brust der Löwenfans noch breiter.“

Es ist nicht alltäglich, einen Löwenfan im Odenwald zu treffen, weiß Carsten Edelmann. In der „Eintracht geprägten Region“ sind sie rar gesät. Deshalb gibt es bei Aufeinandertreffen immer schöne Gespräche und Erläuterungen für Interessierte. Die „schätzen und respektieren natürlich sehr, dass wir auch in den doch sehr schlechten Zeiten dem Verein die Treue halten“. Die einschlägigen Bemerkungen gibt es dann eher in Richtung von Fans der anderen Münchner Mannschaft, lächelt er.

Getreu dem Motto „Einmal Löwe, immer Löwe“ finden sich immer wieder neue Anhänger, die den „Ourewäller Löwen“ beitreten. Aktuell gehören 22 Mitglieder dem Fanclub an, die meisten aus der Stadt Oberzent. Es werden regelmäßige Treffen organisiert, um gemeinsam die nächsten Fahrten zu den Löwen zu planen und in einer geselligen Runde die Spiele zu analysieren.

Info: Die nächsten Fahrten finden am 25. November mit dem Bus zum Spiel nach Karlsruhe und am 22. Dezember nach München zur Partie gegen den 1. FC Kaiserslautern statt. Am 1. Dezember wird die Weihnachtsfeier veranstaltet. Anmeldungen nimmt der Vorsitzende Marc Ulrich unter Telefon 0172/7818711 entgegen.

Ourewäller Löwen

Vorstand: Vorsitzender Marc Ulrich, zweiter Vorsitzender Carsten Edelmann, Schriftführer Simeon Bohnert, Kassenwart Jannis Ulrich

Gründung: 2017

Mitglieder: 22

Kontakt: Vorsitzender Marc Ulrich, Telefon 0172/7818711

Seite „Ourewäller Löwen“ bei http://www.facebook.com

Finkenbacher Ortsbeirat will die schwarzen Mobilfunk-Löcher schließen

Die Sanierung der Brücke über den und in Finkenbach soll nach aktuellem Stand im Frühjahr angegangen werden, teilte Ortsvorsteher Hans Heinz Keursten auf der Sitzung des Ortsbeirats im alten Schulhaus mit. Weil die Maßnahme nun mit einer knappen Million fast doppelt so viel kostet wie ursprünglich angenommen, musste sie – da es sich um eine Kreisstraße handelt – noch einmal in den Kreistag. Bei diesem Bauwerk schlägt die aktuelle Vollauslastung des Handwerks gnadenlos zu. „Die können derzeit jeden Preis verlangen“, so Keursten.

Die Brücke über den Finkenbach ist auch anderweitig von Bedeutung. Denn hinter ihr beginnt in Richtung Hinter- und Raubach die mobilfunkfreie Zone, sozusagen das Odenwälder Tal der Ahnungslosen. Dabei wäre es so einfach, auch dort einen Empfang herzustellen: Die Konzerne müssten nur wollen. Oberhalb des Feuerwehrhauses gibt es einen früheren Mast des hessischen Rundfunks, über den derzeit auch der Digitalfunk der Brandschützer läuft. „Da müssten nur Sender und Empfänger drauf“, sagte der Ortsvorsteher.

Der Ortsbeirat gab deshalb an den Magistrat den Wunsch weiter, dass sich dieser an die Landesregierung mit der Bitte um Abhilfe wenden soll, damit das Funkloch endlich verschwindet. „Am Kohlenmeiler in Hinterbach ist überhaupt kein Empfang“, sagte Keursten. Hintergrund der Bitte ist das Landesprogramm, ausgestattet mit 50 Millionen Euro, um solche schwarzen Löcher in der Mobilfunkversorgung zu schließen.

Zu Beginn der gut besuchten Sitzung informierte der Ortsvorsteher kurz über den Haushaltsplan 2018 und die Planungen für kommendes Jahr. Für 2019 wünscht man sich die Fortsetzung der Straßenunterhaltungsmaßnahmen, wie sie in diesem Jahr schon praktiziert wurden. Am Südhang oder in der Wetterbergstraße (mit der dortigen Finkenbach-Brücke bei Fenster Baum) muss saniert werden.

In Bezug auf die Hinweisschilder im Ort will man sich am gemeinsamen Konzept der Stadt beteiligen. Odenwaldquelle, Widder, Tretbecken in Hinterbach, Schwimmbad oder Sportplatz sind Punkte, die darauf auftauchen sollen. Eine entsprechende Liste geht an den Magistrat. Thematisiert wurden auch mögliche Wohnmobil-Stellplätze beim Schwimmbad während der Badesaison. „Das wollen wir uns vor Ort ansehen“, sagte Keursten. Auch will der Ortsbeirat für weitere Überlegungen den FCF ins Boot holen.

Vor Ort soll es weiterhin darum gehen, in die Parkanlage am Feuerwehrhaus Ordnung reinzubringen. Kleider- und Glascontainer stehen an der Seite des Gebäudes und bieten vom Grün aus keinen besonders schönen Anblick. „Vielleicht lässt sich dafür ein anderer Standort finden“, meinte Keursten. Die Details will man klären, wenn das Gelände in Augenschein genommen wird. Der Ortsvorsteher freute sich über eine wieder von den Bürgern gut besuchte Sitzung von Finken-, Hinter- und Raubach, in die sich die Einwohner mit ihren Anliegen einbringen konnten.

Oberzent räumt beim Südhessenpokal der Jugendfeuerwehren ab

Die Jugendfeuerwehren aus dem Odenwaldkreis sind südhessenweit spitze: Vier der sechs möglichen Pokale nahmen sie vom Südhessenpokal in Babenhausen (Landkreis Darmstadt-Dieburg) mit nach Hause. Bei den gemischten Gruppen siegte der Titelverteidiger JFW Ober-Hainbrunn mit 1397 Punkten vor Rothenberg (1367), bei den gemischten Staffeln Kortelshütte (1390) vor Brombachtal (1388). Insgesamt 14 Teams traten in den beiden Wertungsklassen der Gruppen und Staffeln an, um ihre Sieger zu küren.

Früh morgens reisten die Teams aus dem Odenwaldkreis in den Nachbarlandkreis, um sich mit den benachbarten Landkreisen (Darmstadt-Dieburg, Bergstraße, Groß-Gerau, Offenbach) im Bundeswettbewerb zu messen. Auch die kreisfreien Städte Darmstadt und Offenbach waren einbezogen. Bei den Gruppen (neun Teams) traten die Jugendfeuerwehren Rothenberg und Ober-Hainbrunn an, bei den Staffeln (fünf Mannschaften) Finkenbach, Brombachtal, Kortelshütte und Hainstadt aus dem Odenwald.

Alle Teams zeigten in den beiden Disziplinen (Übung nach Feuerwehrdienstvorschrift und Staffellauf mit Hindernissen) ihr Können. Schon vor der Siegerehrung war abzusehen, dass die Odenwälder Mannschaften wieder ganz vorne mitspielen würden. Die Siegerehrung im Beisein zahlreicher Ehrengäste brachte dann den Beweis.

Jeweils die drei Erstplatzierten wurden mit Pokalen belohnt. Alle Teilnehmer erhielten auch noch Urkunden. Mehr als 20 Punkt- und Wertungsrichter waren beim Wettbewerb im Einsatz. Eingeladen waren die jeweils erfolgreichsten Jugendfeuerwehren, die bereits auf Kreisebene siegreich waren. Ausrichter des Wettbewerbs war diesmal die Kreisjugendwehr Darmstadt-Dieburg.

Die Rothenberger fuhren zusammen mit den Jugendfeuerwehren der ehemaligen Ortsteile Finkenbach, Kortelshütte und Ober-Hainbrunn nach Babenhausen. Vor Ort entschied sich die Truppe aus dem Höhendorf nach kurzem Überlegen für den B-Teil als erste Aufgabe. „Dieser lief bis auf eine kleine Kleinigkeit perfekt“, so Jugendwart Janis Heckmann. Jedoch: Vor dem B-Teil ist vor dem A-Teil.

Ein wenig geknickt „bewiesen unsere Kids dennoch, dass sich das Training der letzten Wochen gelohnt hat“, freute er sich. Eine sehr gute Zeit und fehlerfrei lautete das Ergebnis der Schauübung. Nun hieß es Warten. Die Siegerehrung ging los und es war kaum auszuhalten. Doch dann kam: „Jugendfeuerwehr Rothenberg Platz 2“. Alle waren stolz auf sich und die Mannschaft bekam ihren wohlverdienten Ruhm für das ganze Training, sagte er.

Platzierungen

Gemischte Gruppen: Ober-Hainbrunn, Rothenberg, Bensheim-Zell (Landkreis Bergstraße), Trebur (LK Groß-Gerau), Wald-Erlenbach (LK Bergstraße)

Gemischte Staffeln: Kortelshütte, Brombachtal, Astheim (LK Groß-Gerau), Hainstadt, Finkenbach, Hergershausen (LK Da-Di), Schönmattenwag (LK Bergstaße), Wembach-Hahn (LK Da-Di), Ober-Ramstadt (LK Da-Di).