Spenden für die Finkenbacher Voraushelfer-Gruppe fließen

In kurzer Zeit hat sich viel getan. Es ist gerade ein paar Wochen her, dass Freiwillige Feuerwehr Finkenbach und DRK Rothenberg bekannt gaben, eine Voraushelfer-Gruppe einrichten zu wollen. Aber schon bis zum Grillfest waren die Spenden reichlich geflossen. Das Geld für den gewünschten Defibrillator mit einer Anschaffungssumme von 1800 Euro wurde bereits zugesagt, auch eine zusätzliche Helfer-Tasche mit Anschaffungskosten von 300 Euro ist gesichert. Dazu kommen weitere, kleinere Geldspenden.

Das traditionelle Grillfest am Feuerwehrhaus nutzten die Brandschützer, um über ihr Vorhaben eine breitere Öffentlichkeit zu informieren. Der offizielle Start wird laut dem stellvertretenden Wehrführer Wolfgang Buchert erst im Juni sein. Denn die Funkmeldeempfänger müssen noch für die Tätigkeit freigeschaltet sein. Das sind zwar die gleichen, die die Feuerwehr schon bisher nutzt, aber es muss eine zusätzliche Schleife aktiviert werden. Neben Christian Niesen und Marcel Steinmann, die bereits jetzt aktiv sind, können vier Feuerwehrleute sofort starten. Die anderen absolvieren noch den entsprechenden Lehrgang.

Ein tödlicher Motorradunfall vergangenen Sommer in der Raubach gab den Ausschlag: DRK-Mann Niesen wurde aus dem Schwimmbad per Piepser heraus als Ersthelfer alarmiert, die Finkenbacher Feuerwehr kam dann an die Unfallstelle hinzu. Aus dem späteren Gespräch heraus entstand die Idee, unter dem Dach des DRK eine Voraushelfer-Gruppe aufzubauen, die überwiegend mit Feuerwehrleuten „bestückt“ ist. Damit soll gewährleistet werden, dass tagsüber immer jemand in Notfällen greifbar ist.

Beim DRK Rothenberg mit Bereitschaftsleiterin Anja Braner stieß man mit diesem Ansinnen auf offene Ohren. Die Rotkreuzhelfer engagierten sich stark beim Aufbau. 13 Personen gehören der Gruppe an. Die Aktiven sind auf Spenden für ihre ehrenamtliche Arbeit angewiesen. Entsprechende Dosen stehen auch in Mareikes Backshop oder im Finkenbacher Schwimmbad.

Die Mitgliedschaft bei den Brandschützern ist allerdings keine Bedingung, um bei der Voraushelfer-Gruppe mitzumachen, betont Vereinsvorsitzender Jens Schindler: „Interessierte Bürger können sich uns gerne anschließen.“ Denn alles steht unter einem wichtigen Ziel: „Die medizinisch nicht versorgte Zeit, bis der Rettungsdienst eintrifft, soll möglichst gering gehalten werden.“ Je mehr Helfer verfügbar sind, desto größer ist die die Wahrscheinlichkeit, dass einer von ihnen greifbar ist. Die Koordination geschieht über die Leitstelle. Im Notfall muss weiterhin die 112 gewählt werden, betonen die Aktiven.

Die Voraushelfer leisten aber nicht nur medizinische Hilfe. Sie kümmern sich auch um Angehörige, bis deren Verwandte oder das Kriseninterventionsteam eingetroffen sind. „Uns kennt man im Ort“, hebt  Buchert hervor. Die Betroffenen sehen in einem Notfall bekannte Gesichter, denen sie sich anvertrauen. „Es muss in die Köpfe der Leute, dass es uns gibt“, sagt er.

Mit dem Besuch des Festes zeigten sich Buchert und Wehrführer Fabian Sauter sehr zufrieden. Zwischenzeitlich bildete sich eine Schlange am Grill, musste schnell Brötchen-Nachschub herbeigeschafft werden. Viele Wehren aus der Umgebung wie aus Hirschhorn, Langenthal, Rothenberg, Falken-Gesäß, Kortelshütte oder Ober-Hainbrunn schauten bei den Kameraden vorbei. Die Übertragung des Fußball-Pokal-Finales lockte ebenfalls.

Auch zu späterer Stunde wussten die Feuerwehrleute, wie die Gäste am Ball bleiben. Die Bar öffnete in der Halbzeitpause und hatte neben einer extra gemixten Himbeer-Bowle auch diverse Gin-Mischungen im Angebot. Wem es abends draußen etwas zu frisch wurde, konnte ins Feuerwehrhaus ausweichen.

Weitere Infos zur Voraushelfer-Gruppe bei Wolfgang Buchert unter E-Mail wolfgang.buchert@freenet.de. Spenden sind möglich auf das Konto des DRK Rothenberg-Finkenbach unter dem Verwendungszweck Voraushelfer Feuerwehr Finkenbach, IBAN DE16 5085 1952 0031 0000 60.

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Voraushelfer von Feuerwehr und DRK leisten im Bereich Finkenbach unschätzbare Hilfe

Ein tödlicher Motorradunfall vergangenen Sommer in der Raubach gab den Ausschlag: DRK-Mann Christian Niesen wurde aus dem Schwimmbad per Piepser heraus als Ersthelfer alarmiert, die Finkenbacher Feuerwehr kam dann an die Unfallstelle hinzu. Aus dem späteren Gespräch heraus entstand die Idee, unter dem Dach des DRK eine Voraushelfer-Gruppe (früher: Helfer vor Ort) aufzubauen, die überwiegend mit Feuerwehrleuten „bestückt“ ist. Damit soll gewährleistet werden, dass tagsüber immer jemand in Notfällen greifbar ist.

Mit seinem Vorschlag stieß Niesen sofort auf Widerhall. „Da machen wir mit“, lautete die begeisterte Reaktion aus Feuerwehrkreisen. Man ging daran, die Voraushelfer als ständige Einrichtung zu etablieren. Beim DRK Rothenberg mit Bereitschaftsleiterin Anja Braner stieß man mit diesem Ansinnen auf offene Ohren. Die Rotkreuzhelfer engagierten sich stark beim Aufbau.

13 Personen gehören der Gruppe an, die Feuerwehr und DRK Rothenberg zusammen auf die Beine stellen, erläutert der stellvertretende Wehrführer Wolfgang Buchert. Der Startschuss soll bei der Grillnacht am 19. Mai am Feuerwehrhaus fallen, zu der die Brandschützer heute schon einladen. Dann gibt es Infos aus erster Hand über dieses Hilfsprojekt. Denn die Aktiven sind auf Spenden für ihre ehrenamtliche Arbeit angewiesen. Entsprechende Dosen stehen auch in Mareikes Backshop oder im Schwimmbad.

Material, Bekleidung oder Erste-Hilfe-Tasche gehen ins Geld. Zwischen 350 und 400 Euro dürfte eine Komplettausstattung für einen Helfer kosten. Feuerwehr und DRK stiften je einen Satz, bleiben aber immer noch elf, die finanziert werden müssen. In spe soll auch ein Defibrillator angeschafft werden, sagt Niesen. Er deckte bisher lange Jahr allein den Bereich Finken-, Rau- und Hinterbach ab, bis er durch Zuzug einen Kollegen bekam. Da beide aber auswärts arbeiten, stehen sie tagsüber bei einem Alarm nicht zur Verfügung.

Bei den Feuerwehrleuten fand Niesen mit seinem Ansinnen offene Ohren. Ein paar von ihnen besuchten im vergangenen Jahr sowieso den Sanitäterlehrgang in Kassel. Wer ihn noch nicht absolviert hat, holt ihn noch nach. Die Mitgliedschaft bei den Brandschützern ist allerdings keine Bedingung, um bei der Voraushelfer-Gruppe mitzumachen, betont Vereinsvorsitzender Jens Schindler: „Interessierte Bürger können sich uns gerne anschließen.“

Denn alles steht unter einem wichtigen Ziel: „Die medizinisch nicht versorgte Zeit, bis der Rettungsdienst eintrifft, soll möglichst gering gehalten werden.“ Je mehr Helfer verfügbar sind, desto größer ist die die Wahrscheinlichkeit, dass einer von ihnen greifbar ist. Die Koordination geschieht über die Leitstelle. Im Notfall muss weiterhin die 112 gewählt werden, betonen die Aktiven. Der Disponent entscheidet dann über den Einsatz. „In der Regel bin ich fünf Minuten schneller vor Ort, da die Anfahrtswege kürzer sind“, sagt Niesen. 14 Mal wurde er in 2017 alarmiert.

Die Voraushelfer leisten aber nicht nur medizinische Hilfe. Sie kümmern sich auch um Angehörige, bis deren Verwandte oder das Kriseninterventionsteam eingetroffen sind. „Uns kennt man im Ort“, hebt  Buchert hervor. Die Betroffenen sehen in einem Notfall bekannte Gesichter, denen sie sich anvertrauen. „Es muss in die Köpfe der Leute, dass es uns gibt“, sagt er.

Ihr Rüstzeug erhalten die Voraushelfer durch den DRK-Kreisverband. Da geht es im Lehrgang neben der Ausbildung auch um den nötigen organisatorischen Background wie versicherungstechnische Fragen oder Kleidung. „Für uns gilt die Straßenverkehrsordnung“, betont Niesen. Auch sind die Helfer in zivil unterwegs. Sie haben immer eine gepackte Tasche mit Verbandsmaterial, Blutdruckmessgerät, Absaugbeutel oder Diagnostikleuchte dabei. Bei ihren Einsätzen sind die Helfer über das DRK versichert.

Weitere Infos bei Wolfgang Buchert unter E-Mail wolfgang.buchert@freenet.de. Spenden sind möglich auf das Konto des DRK Rothenberg-Finkenbach unter dem Verwendungszweck Voraushelfer Feuerwehr Finkenbach, IBAN DE16 5085 1952 0031 0000 60.

Vorbereitungen für Schwimmbad-Eröffnung in Finkenbach laufen auf Hochtouren

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Am Samstag, 5. Mai, startet die neue Saison im Finkenbacher Freibad. Bis dahin müssen die restlichen Arbeiten noch abgeschlossen sein, damit der Betrieb in die zweite Saison unter der Regie des Heimat- und Verschönerungsvereins (HVV) gehen kann. Mareike und Christian Niesen sind schon seit einiger Zeit mit Unterstützung von ein paar Helfern schwer am Schuften.

Gleich neben dem Eingang erhielt die Sitzecke für Stammgäste, eine Art inoffizieller Dorftreff im Sommer, jetzt einen festen Untergrund. Der Bauhof plättelte die ganze Fläche. Vergangenes Jahr hatte man das Sonnensegel über dem Kinderplanschbecken noch provisorisch befestigt, jetzt bekamen die vier Metallpfosten ein gemauertes Fundament. Dieser Sonnenschutz für die Kleinen wird gern angenommen. „Den findet man in der Umgebung nicht so oft“, sagt Christian Niesen.

Neben der Fliesenumrandung des Kinderbeckens wurde auch die Randfolie vor der Saison erneuert. Vom HVV wurden sämtliche Bänke und Tische frisch gestrichen und marode Holzlatten ersetzt. Außerdem machten die Mitglieder auf dem über 3700 Quadratmeter großen Gelände die Maulwurfshügel platt. Sie mähten bereits zwei Mal den Rasen, damit dieser in der Saison wieder als angenehmer Untergrund für die Sonnenanbeter und Schwimmer dienen kann.

Im 1933 gebauten Freibad gibt es ein Schwimmerbecken mit 25 auf 12,5 Meter und einer maximalen Tiefe von 1,90 Metern. Dessen Wasser wurde Anfang des Monats abgelassen, damit der Bauhof das große Becken reinigen konnte. Es wurde außerdem ein neuer Stromkasten angeschafft. Das Kinderbecken hat einen Durchmesser von etwa sechs Metern.

Vor dem Eingangsbereich soll der Kinderspielplatz neu gestaltet werden. Zum einen sind neue Spielgeräte geplant, zum anderen will man den Bereich näher zum Kiosk hinziehen, damit die Eltern ihre Kleinen besser im Blick haben. Bänke und Lager putzen oder Mülleimer abdampfen heißen die weiteren Reinigungsarbeiten für die Niesens und ihre Helfer, die teilweise schon erledigt wurden, teilweise aber auch noch anstehen. Der Kiosk bekommt daneben noch eine Dunstabzugshaube.

Wenn am 5. Mai um 12 Uhr der Startschuss fällt, findet gleichzeitig auch ein Flohmarkt startet. „Ab 16 Uhr wird dann gegrillt“, kündigt Christian Niesen an. Natürlich wieder mit den leckeren Finki-Burgern, zu denen die Metzgerei Siefert die Pattys liefert und die frisch belegt werden. Pizza-Schiffchen sollen die hungrigen Mäuler in diesem Jahr ebenfalls stopfen. Geplant ist für einen lauschigen Abend außerdem wieder ein Nachtbaden. „Mit ‚h‘ und nicht mit ‚k‘“, lacht Mareike Niesen.

Die Gäste kamen im vergangenen Jahr nicht nur aus der Oberzent, sondern weit darüber hinaus. Neckarsteinach, Abtsteinach, Heidelberg, Bammental, Heiligkreuzsteinach und sogar Mannheim lauteten die Herkunftsorte. „Aus Beerfelden sind viele Eltern mit kleinen Kindern wegen des Sonnensegels da“, weiß Niesen.

Zur Attraktivität trägt laut dem HVV-Mann auch bei, dass „wir Trinkwasserqualität haben“. Die Chlorung werde aufs Minimum zurückgefahren, sodass selbst hautsensible Schwimmer in der Regel damit keine Schwierigkeiten hätten. 2016 hatte die Gemeinde viel Geld in die Wasseraufbereitungsanlage investiert. Die Hoch-Zeit ist immer das Guru-Fest im August. Dann bietet das Freibad „die einzige reguläre Dusche im ganzen Tal“, schmunzelt Niesen. Die Woche davor und danach herrscht Hochbetrieb auf dem Gelände.

Info: Am Samstag, 5. Mai, wird um 12 Uhr die Badesaison eröffnet. Vor dem Schwimmbad ist ein großer Flohmarkt geplant. Die Flohmarktspenden können an diesem Tag von 9 bis 11.30 Uhr am Schwimmbad abgegeben werden, ebenso auch Kuchenspenden. Wer mithelfen möchte oder Rückfragen hat, kann sich bei Familie Niesen, Telefon 06068-4029, oder in Mareikes Backshop melden. Der Erlös aus dem Verkauf kommt in vollem Umfang neuen Spielgeräten auf dem Spielplatz vor dem Schwimmbad sowie Anschaffungen für Kinder im Schwimmbad zugute. Das Bad ist je nach Wetter unter der Woche von 11 bis 19 Uhr, am Wochenende und in den Sommerferien von 10 bis 19 Uhr geöffnet, an besonders schönen und lauschigen Sommerabenden auch etwas länger. Mehr auf Facebook unter Freibad Finkenbach.

Schnaps ist der Dreh- und Angelpunkt beim „Hannes und dem Ourewäller Landrat“ in Finkenbach

Eigentlich sind die beiden Männer ziemlich verschieden, doch die Liebe für den Schnaps schweißt sie untrennbar zusammen. Der etwas tumbe Hannes mit seinen Wortfindungsstörungen kann sich jedoch einiges mit dem Ourewäller Landrat erlauben, weil der sich in schöner Regelmäßigkeit leicht bis stärker angesäuselt ein paar Eskapaden leistet, die der Hannes für ihn ausbügelt. So auch im neuen Programm des Odenwälder-Originalen-Duos Hans Dörsam und Bernd Ginader.

„Nix wie Fort & Viel Wind um Nix“ hieß es auf Einladung der Feuerwehr in der Hermann-Wilhelm-Halle Finkenbach. Dass die beiden einen Monat vor der eigentlichen Premiere in Gras-Ellenbach quasi eine „Preview“ gaben, haben die Gäste dem stellvertretenden Kommandanten Wolfgang Buchert zu verdanken. Denn der ist Ginaders Schwager und hatte somit etwas Überzeugungskraft in der Überredung.

Der Hannes, stotternd, immer die Worte verdrehend, umständlich, kompliziert und einfältig, der Landrat aufbrausend, manchmal begriffsstutzig, lospolternd, im zweiten Set stark vom Betriebsausflug malträtiert, der naturgemäß geistreich ausartete: Dörsam und Ginader spielten sich routiniert die Bälle zu. Kein Wunder, denn die beiden Originale fanden sich bereits vor mehr als sechs Jahren bei einer „Schnapsidee“ zusammen, aus dann jedes Jahr ein neues Programm entstand.

Diesem Getränk als „Spiritus rector“ der Comedy-Aufführungen huldigen die beiden in einer Ausführlichkeit, dass man im Zuschauerraum aus Sorge um die Leber nur hoffen kann, dass sich in dem vielfältigen Flaschensortiment eben kein Schnaps befindet. Ein schlauer Sinnspruch und schon ist wieder ein Grund gefunden, noch einen Klaren zu sich zu nehmen. Bis zum bitteren Ende. Der Landrat, der eigentlich seinen Rausch vom Vortag auskurieren wollte, sieht sich schnell wieder mittendrin statt nur dabei.

Der Ourewäller Landrat versucht (meistens) einem verantwortungsvollen Amt mit Würde und Disziplin nachzukommen. Gestört wird er dabei allzu oft von seinem Amtsdiener „Hannes“, einem leicht vertrottelten Mann, der sich durch seine Bauernschläue und Spitzbübigkeit dennoch an allen Klippen des „Amtslebens“ vorbeizuschiffen versteht. „Ist die Sache auch noch so verfahren, mit einem Schnaps und Trinkspruch auf den Lippen wird sie doch wieder gut geraten“, lautet der Leitspruch des Erfolgsduos.

Im Programm „Nix wie Fort & Viel Wind um Nix“ hatten sich „Hannes und der Ourewäller Landrat“, den Figuren aus dem SWR-Fernsehen Hannes und der Bürgermeister mit Albin Braig und Karlheinz Hartmann nachempfunden,  zwei Themen angenommen, die vor allem die Menschen in Überwald und Weschnitztal beschäftigen: Solardraisinenbahn und Windkraft. Während die Rotoren in der Oberzent ebenfalls ein immer drängenderes Probleme werden, dürfte die Draisine im Finkenbachtal nicht diesen Bekanntheitsgrad wie in Wald-Michelbach haben.

Natürlich hatte Hannes so seine ganz eigenen Ideen, wie mit Körperwinden die Rotoren angetrieben werden könnten. Vielleicht dürfte aber auch das eine oder andere davon nicht so wirklich praktikabel gewesen sein. Köstlich der angeschlagene Landrat nach dem Betriebsausflug mit der Draisine. Die schien danach, so verdeutlichten es die beiden, ein Sanierungsfall gewesen sein.

Schnaps und immer wieder Schnaps: Wortreich musste sich Hannes erklären, warum die Pulle nach dem Einkauf nicht mehr da ist. Weil er sie austrank, damit sie nicht kaputt geht, falls er vom Mofa fallen sollte. Was danach natürlich prompt drei Mal passierte. Oder diverse Missgeschicke des Landrats bei der Fahrt mit der Draisine. Erst fiel er beim Einsteigen in Mörlenbach raus, dann in Stausee bei Weiher rein, veranstaltete eine Modenschau am Altkleidercontainer, weil er nach trockenen Klamotten suchte, oder bekam auf dem Viadukt einen Anfall von Höhenangst: Genug Stoff also, um zwei Mal eine Dreiviertelstunde die Besucher bestens zu unterhalten.

 

Comedy-Duo „Hannes und der Ourewäller Landrat“ gastiert mit neuem Programm in Finkenbach

Die Feuerwehr sorgt wieder für ein kulturelles Highlight in der Stadt Oberzent. Nachdem die Brandschützer im vergangenen Jahr bereits das Kikeriki-Theater zu Gast hatten, sind es dieses Mal „Hannes & der Ourewäller Landrat“. Am Samstag, 24. März, findet um 19 Uhr die Premiere des neuen Stücks „Nix wie Fort & Viel Wind um Nix“ in der Hermann-Wilhelm-Halle in Finkenbach statt. Damit hat die Feuerwehr einen Coup gelandet, denn eigentlich starten die beiden traditionell im Nibelungencafé Gras-Ellenbach erst vier Wochen später in die Aufführungssaison.

Zwei Odenwälder Originale, Hans Dörsam und Bernd Ginader, sind das Comedy-Duo „Hannes und der Ourewäller Landrat“. Nach dem Original aus dem SWR-Fernsehen, Hannes und der Bürgermeister mit Albin Braig und Karlheinz Hartmann verkörpern, die beiden ihre Figuren. Dörsam und Ginader spielen jetzt bereits die siebte Saison. Mit ihren selbstgeschriebenen Texten bringen die beiden seit 2012 ihr Publikum zum Lachen. Begonnen hat alles mit einer „Schnapsidee“ bei Hans Dörsam in der Backstube des Nibelungencafés in Gras-Ellenbach.

Der Ourewäller Landrat versucht einem verantwortungsvollen Amt mit Würde und Disziplin nachzukommen. Gestört wird er dabei allzu oft von seinem Amtsdiener „Hannes“, einem leicht vertrottelten Mann, er sich durch seine Bauernschläue und Spitzbübigkeit dennoch an allen Klippen des „Amtslebens“ vorbeizuschiffen versteht.

„Ist die Sache auch noch so verfahren, mit einem Schnaps und Trinkspruch auf den Lippen wird sie doch wieder geraten“, lautet der Leitspruch des Erfolgsduos. Damit denken sie sich jedes Jahr neue, halbstündige Sketche aus, die aktuelle Ereignisse aus den Kreisen Bergstraße und Odenwald betreffen.

Hans Dörsam hatte die Idee und in Bernd Ginader den geeigneten Partner gefunden. Schon im Frühjahr 2012 hatten sie Premiere mit den beiden Stücken „Treibjagd auf der Tromm und das Nibelungenland“. Nach dem großen Erfolg wurden zwei neue Sketche geschrieben und so hieß das Programm 2013 „Uff em Wiesemarkt und das Dienstjubiläum“.

Im aktuellen Programm „Nix wie Fort & Viel Wind um Nix“ geht es zuerst um eine Fahrt mit der Solardraisine zwischen Wald-Michelbach und Mörlenbach, dann um die die Windkraft. Wer das Duo kennt, weiß, dass es seine ganz eigenen Ideen hat, wie viel Wind erzeugt werden kann. Sowohl Draisine als auch Windkraft sind Projekte, die in der Öffentlichkeit durchaus kritisch betrachtet werden.

Info: „Hannes & der Ourewäller Landrat“ Samstag, 24. März, 19 Uhr, „Nix wie Fort & Viel Wind um Nix“, Hermann-Wilhelm-Halle Finkenbach. Karten bei Mareikes Backshop, Finkenbach, Metzgerei Beisel & Jehle, Rothenberg, Hartmann-Fachmarkt und Papillion, Beerfelden, sowie an der Abendkasse. Eintritt 7 Euro.

 

Vereinsförderrichtlinien sollen in Oberzent wieder aktiviert werden

Die mit Einführung der Doppik vor etwa zehn Jahren ausgesetzten Beerfeldener Vereinsförderrichtlinien sollen in der neuen Stadt Oberzent wieder ins Leben gerufen werden. Entsprechenden Anträgen von SPD und CDU folgte die Stadtverordneten-Versammlung einstimmig. Sie beauftragte den Magistrat mit der Überarbeitung und der Anpassung auf das neue Stadtgebiet.

Die endgültige Fassung soll zuerst im Haupt- und Finanzausschuss beraten werden, führte Erwin Körber (SPD) aus. Er kann sich angesichts der diffizilen Materie aber auch einen Arbeitskreis vorstellen. Körber charakterisierte die Vereine als Träger des Zusammenlebens in der Stadt. Sie sprächen Bürger „quer durch alle Altersschichten“ an. In den Organisationen werde viel ehrenamtliche Arbeit geleistet, die von der Kommune gar nicht geschultert werden könne. Der SPD-Mann sah es als „Herkulesaufgabe“ an, in den verschiedenen Stadtteilen alles zu vereinheitlichen.

Denn es gebe viele verschiedene Kriterien: Manchmal nutzten Vereine die eigene Halle, dann wieder eine städtische. Im Falle Rothenbergs wurde von den drei örtlichen Vereinen viel Eigenarbeit in die Renovierung gesteckt, kam der Hinweis von dieser Seite. Ähnlich bei den Sportplätzen. Dazu gibt es noch die Schwimmbad-Initiativen in Hetzbach und Beerfelden und durch die neue Stadt jetzt auch das Finkenbacher Freibad.

Walter Gerbig (CDU) sah kein Problem darin, den eigenen Antrag zusammen mit dem der SPD zu behandeln. Im Konzept der Christdemokraten stehe der Grundsatz „Fordern und Fördern“ im Vordergrund, erläuterte er. Man stelle sich einen gewissen Grundbetrag plus Zulage etwa für Jugendarbeit vor. Auch gebe es die Idee, die Vereine im Gegenzug für die Förderung in städtische Veranstaltungen einzubinden.

Claus Weyrauch (ÜWO) wies auf die mannigfaltigen Aufgaben der neuen Stadt hin. Es gehe nicht nur um die soziale, sondern auch die technische Infrastruktur, meinte er mit Blick auf zu sanierende Straßen oder Kanäle. Hier sollte man sich überlegen, ob man Prioritäten setze oder alles zusammen angehen wolle.

Passend zu diesem Punkt beschlossen die Mandatsträger die Verleihung einer Ehrenbezeichnung an Stefan Emmerich. Der 56-Jährige aus Schöllenbach engagiert sich seit 30 Jahren in der dortigen Feuerwehr-Führung. Von 1998 bis 1993 war er stellvertretender Ortsbrandmeister von Hesseneck, von 1991 bis 2018 Schöllenbacher Wehrführer. Dafür soll er in einer kommenden Sitzung zum Ehrenwehrführer ernannt werden, erläuterte Stadtverordneten-Vorsteherin Katharina Riesinger. Bei einer Gegenstimme wurde dies vom Gremium so gutgeheißen.

Oberzent packt alle Geschütze gegen Windkraft im Katzenwinkel aus

Die Stadtverordneten-Versammlung will der Windkraft-Nutzung auf Oberzent-Gemarkung vorerst einen Riegel vorschieben. Die Mandatsträger setzen dafür alle ihnen zur Verfügung stehenden Mittel ein. Allenfalls will man sich – wenn überhaupt – auf die Vereinbarungen im gemeinsamen Flächennutzungsplan (FNP) des Odenwaldkreises einlassen, der aber durch die Ablehnung des Regierungspräsidiums nicht in Kraft ist. Es ging auf der jüngsten Sitzung um zwei Gebiete: Finkenberg und Katzenwinkel.

Für das Gebiet „Finkenberg“, das sich von Finkenbach auf dem Höhenrücken oberhalb von Falken-Gesäß Richtung Olfen zieht, gibt es einen fünf Jahre alten Gestattungsvertrag der Stadt Beerfelden mit der Energiegenossenschaft Odenwald (EGO). Diese hat sich zwischenzeitlich aber aus der Windkraftplanung zurückgezogen. Der Vertrag ging an die Enercon über. Die wiederum teilte laut Interims-Bürgermeister Egon Scheuermann mit, dass sie im zweiten Halbjahr eine Planung vorstellen will. Für den Frühjahr 2019 kündigt die Firma ein Planverfahren nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz an.

Diesen Zeitplan legten die Stadtverordneten jetzt ad acta. Denn der damalige Gestattungsvertrag kann gekündigt werden, wenn nicht innerhalb von drei Jahren nach Abschluss eine Baugenehmigung vorliegt. Was nicht der Fall ist. Frank Leutz (FDP), dessen Fraktion zusammen mit der CDU die Kündigung beantragt hatte, wünschte sich weiterhin, alle weitere Beratungen rund um Windkraft auf dem „Finkenberg“ auf die Zeit nach der Neuwahl von Stadtparlament und Bürgermeister zu vertagen. Die Mandatsträger folgten den beiden Ansinnen einstimmig.

Scheuermann schloss sich der Meinung der Parlamentarier an. Der damalige Vertragspartner sei die EGO gewesen, führte er aus. „Wir sollten auf Nummer sicher gehen und kündigen“, betonte er. Damit könne man jeden neuen Interessenten „dazu bringen und zwingen“, die eigenen Planungen vorzustellen. Erwin Körber (SPD) sah die Stadtverordneten nicht als „Steigbügelhalter für Enercon“. Mit der EGO habe es eine ganz andere Basis für die Zusammenarbeit gegeben.

Elisabeth Bühler-Kowarsch (Grüne) wies auf den wirtschaftlich sehr gut ausgehandelten Vertrag hin. Sie regte an darüber nachzudenken, ob man ihn jetzt kündige oder die Entscheidung dem neuen Gremium überlasse. „Heute und jetzt kündigen“ forderte daraufhin Leutz. Denn eine breitere Basis als 57 Stadtverordnete könne es kaum geben, um die Meinung der neuen Stadt abzubilden.

Allerdings scheiterten FDP und CDU mit ihrem Ansinnen, die Eigentümer öffentlich zu machen, die im Bereich Finkenberg für die Windkraftnutzung Land verpachten würden. Dagegen spricht der Datenschutz, teilte Scheuermann nach Rücksprache mit den Städte- und Gemeindebund mit. Daraufhin stellten die Fraktionen ihren Antrag zurück.

Oberzent stemmt sich wie vorher auch Beerfelden mit aller Kraft gegen das Ansinnen der Firma „Juwi“, im Gebiet „Katzenwinkel“ Windräder zu errichten. Einem von der Firma eingereichten Gestattungsvertrag, um das Projekt weiter voranzutreiben, wurde auf Antrag von FDP, CDU und ÜWO einhellig die Genehmigung verweigert.

Stadtbaumeister Peter Bauer wies darauf hin, dass sich bereits Beerfelden in den Vorjahren gegen das Projekt stellte. Das Gebiet sei nicht Bestandteil des Odenwaldkreis-Windkraft-FNP, betonte er. Bauer wies weiterhin darauf hin, dass man Probleme bei der Zuwegung sehe. Daneben liege der Galgen als besonderes Kulturdenkmal im Sichtbereich des Windparks.

In diesem Jahr „gibt es eine gleichlautende Argumentation“, so Bauer. „Wir haben alle zur Verfügung stehenden Geschütze aufgeboten und abgeschossen“, verdeutlichte der Bauamtschef martialisch, dass Oberzent sich mit allen Kräften gegen Windräder in diesem Bereich stemmt. „Wir werden uns gegen Katzenwinkel wehren, so lange es geht“, betonte auch Erwin Körber. Jedoch sei das Regierungspräsidium die entscheidende Behörde. „Wir hoffen, dass unser Flächennutzungsplan bald greift“, meinte er. Wenn er in die Landschaft schaue, gebe es vom Greiner Eck über Stillfüssel und Kahlberg bis hin zum Geisberg „schon genug Windräder“.