Der Vorverkauf fürs diesjährige Finki-Festival läuft

„Toppen wollen wir das (ausverkaufte) Finki 2018 nicht“, schmunzelt Mani Neumeier. „Aber gut werden soll es“, fügt er lächelnd hinzu. Der Kopf von Guru Guru und musikalische Leiter des Finki-Festivals tourte gerade mit seiner Band durch Japan. Auch im Land der aufgehenden Sonne hat das Krautrock-Urgestein seine Fans. Zwischenzeitlich „muss“ er aber auch an die Heimat denken, denn die Vorbereitungen fürs 37. „Guru-Feschd“ in 43 Jahren sind bald abgeschlossen. Zwei Drittel der Bands für den 9. und 10. August sind bereits verpflichtet.

Neumeier ist im Jahr nach dem 50. Bandjubiläum einfach nur glücklich darüber, dass „seine“ Musik immer noch so viele Anhänger hat. Dass die Band ein halbes Jahrhundert bestehen würde und das Guru-Feschd die Zuschauer massenhaft ins Finkenbachtal zieht, „hätte ich damals nie gedacht“, meint er. „Es ist ein Wunder, dass so etwas passieren kann“, sagt der 78-Jährige angesichts der heutigen Gesellschaft, in der nur das „Schneller, Höher, Weiter“ zählt.

Wenn der Ober-Guru Neumeier auf mehr als 50 Jahre zurückblickt, wird er etwas wehmütig. „Viele Kollegen von damals sind schon gestorben.“ Einen der alten Garde hat er aber für das diesjährige Festival verpflichten können: Leo Lyons, der 1969 mit „Ten Years After“ Woodstock aufmischte, ist 50 Jahre später mit seiner heutigen Formation „Hundred Seventy Split“ am Start.

Für den Musiker ist es faszinierend, „so lange diese Kultur machen zu können, die man sonst auf dem Land nicht findet“. Denn „wir haben einen hohen Qualitätsanspruch“. Die Besucher kommen von weit her, um auf dem Finki Bands geballt live zu sehen, die anderswo kaum noch zu erleben sind. Diese Sicht deckt sich mit der Manis, wie ihn alle nennen. „Warum er diese Bands?“, wird er gefragt. „Weil sie authentisch und gut sind“, sagt er. „Und erschwinglich“, fügt er grinsend an.

Selbst wenn es wie 2018 beim ausverkauften Guru-Feschd besonders voll ist, „bleibt es immer noch gemütlich“, weiß er. „Kein Tohuwabohu wie Wacken.“ Jeder kennt jeden. Der 78-Jährige ist ein Musiker zum Anfassen. Laufend muss er eine Hand schütteln, wird umarmt, signiert Plakate. Geduldig macht Neumeier alles mit. Für ihn ist die Durchführung des Finki immer wieder „eine große Ehre“.

Als erstes Musikfestival im Odenwald vor 43 Jahren ins Leben gerufen, wird es jedes Jahr aufs Neue durchgeführt. Der Musiker merkt immer, „dass das Feeling stimmt“. Neumeier spielt viele Konzerte auswärts, aber das Heimspiel ist für ihn etwas Besonderes. „Den Platz, die Musik, die Schwingungen“ empfindet er im Finkenbachtal anders. „Das ist echte und unverfälschte Kultur“, schwärmt er über die auftretenden Bands.

Ohne viel „Hitparaden-Brimborium“ spielen auf „seinem“ Finki Gruppen außerhalb des Üblichen. „Das wird von den Leuten geschätzt“, weiß er. Wie der tasmanische Gitarrenteufel Rob Tognoni, der nach 2015 in diesem Jahr wieder die Bühne entern wird. Oder Legende Arthur Brown, der „God of Hellfire“, ebenfalls ein Dinosaurier der Rockszene. Der 76-Jährige ist längst Stammgast.

Die Franzosen von „Lazuli“ sind eher „Jungspunde“ gegen diese Ur(groß)väter des Rock und Blues, auch wenn die Band schon 20 Jahre auf dem Buckel hat. Sie steht für den progressiven Part des Festivals, gepaart mit Folk-Einflüssen aus ihrer südfranzösischen Heimat. „Adesa“ wiederum sorgt für Weltmusik und Afrika im Odenwald. Bei allem nicht zu vergessen: Das traditionelle Konzert von Guru Guru, immer samstags um 21 Uhr.

„Wir wollen mit dem Programm ein schönes und gemütliches Festival haben“, betont auch Booker Karlheinz Osche. „Die Bands müssen einfach nur zum Finki passen“, sagt er. Beste Voraussetzung für ein gelungenes Event war die Tour zum 50-jährigen Bestehen von Guru Guru. „Die lief super gut und wir waren sehr zufrieden“, freut sich Osche. In diesem Jahr wird es weniger Konzerte geben, „denn wir spielen nicht jedes Jahr im selben Club“, erläutert er. Es läuft aber schon die Tour-Planung für 2020 an, die den „Elektrolurch“ im Titel trägt, verrät er.

Info: Der Vorverkauf fürs „Guru-Feschd“ am Freitag, 9. (ab 19 Uhr), und Samstag, 10. August (ab 15 Uhr), in Finkenbach hat begonnen. Alles weitere unter www.finki-festival.de. Schon vorher spielt Guru Guru am Samstag, 15. Juni, um 20 Uhr Open-Air im Mannheimer 7er Club.

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Beim Guru-Fescht ist die Finkenbacher Feuerwehr voll gefordert

Das Guru-Fescht bedeutet immer einen Großeinsatz für die Stadtteilfeuerwehr. Beim Brandsicherheitsdienst während des Guru-Guru-Festivals im August leisteten die Finkenbacher Brandschützer 70 ehrenamtliche Stunden. Diese Zahl nannte Wehrführer Fabian Sauter auf der Jahreshauptversammlung. Unterstützt wurden sie von den Wehren aus Rothenberg, Ober-Hainbrunn und Kortelshütte. Insgesamt verzeichnete er im vergangenen Jahr 16 Einsätze, davon zwei Brände. Zwölf Mal rückte die Wehr zu technischen Hilfeleistungen aus.

2018 fanden 24 Übungs- und Unterrichtseinheiten statt, erläuterte Sauter. Die Feuerwehr zählt derzeit 32 Aktive, sechs Mitglieder in der Jugend- sowie drei in Alters- und Ehrenabteilung. 47 Prozent der Einsatzabteilung sind Atemschutzgeräteträger, 65 Prozent der Aktiven unter 35 Jahre alt, listete er auf. Der Wehrführer wurde im Rahmen der Zusammenkunft zum Hauptlöschmeister befördert. Nachfolger von Fabienne Buchert als Jugendfeuerwehrwart ist Adrian Kruppa.

Vereinsvorsitzender Jens Schindler ging auf die Aktivitäten im abgelaufenen Jahr ein. Er hob das erfolgreiche Gastspiel des Zwei-Mann-Theaters „Hannes und der Ourewäller Landrat“ hervor. „Viele Interessierte Gäste kamen aus nah und fern. Es wurde ein schöner, lustiger Abend“, freute er sich. In diesem Jahr gibt es eine Neuauflage. Die Grillnacht im Mai war wieder ein voller Erfolg, sagte Schindler.

Beim Freiwilligentag des Odenwaldkreises nahmen sich die Wehrleute die angrenzende Parkanlage vor. „Hier war Großreinemachen angesagt.“ Mit vielen Helfern wurden Sträucher am Bach und im Park zurückgeschnitten, der Rasen gemäht, der Brunnen und das Schachfeld gereinigt. Im September fand das Weinfest statt. So manches Essen war schnell ausverkauft, so Schindler. Wie jedes Jahr waren die Flammkuchen der Renner. Dazu kamen im Jahreslauf noch etliche auswärtige Feste, die von den Feuerwehrangehörigen besucht wurden.

Seit November sind die Voraushelfer von Feuerwehr und DRK mit elf Personen einsatzbereit, berichtete Wolfgang Buchert. Drei Alarmierungen gab es im vergangenen Jahr. Die komplette Ausrüstung wurde durch Spenden finanziert, sagte er. Dazu zählten neun Voraushelfer-Taschen zu je 300 Euro und ein Defibrillator für 1800 Euro. Allein aufs DRK-Konto gingen 2120 Euro an Spenden ein. Die Voraushelfer wollen die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes überbrücken und so im Ernstfall wertvolle Zeit bei der Ersten Hilfe gewinnen.

„Wir haben ein tolles Jahr 2018 hinter uns“, sagte die scheidende Jugendfeuerwehrwartin Fabienne Buchert. Am Bundeswettbewerb in Beerfelden nahm man das erste Mal als Staffel teil. Das Training zahlte sich aus: Platz 4 für die Jugendfeuerwehr Finkenbach bedeutete die Teilnahme am Südhessenpokal in Babenhausen. Dort erreichte die Jugendlichen „nach einem super A- und B-Teil einen sehr guten fünften Platz“. Die Wintermonate dienen jedes Jahr der theoretischen Ausbildung, da diese auch nicht zu kurz kommen darf, erläuterte sie.

Info: Am Samstag, 16. März, gastieren auf Einladung der Feuerwehr Finkenbach wieder „Hannes und der Ourewäller Landrat“ in der Hermann-Wilhelm-Halle zu Gast. Karten gibt‘s bei Hartmann Fachmarkt und Papillon in Beerfelden, Metzgerei Beisel und Jehle in Rothenberg, Mareikes Backshop in Finkenbach sowie Wolfgang Buchert und Jens Schindler von der Feuerwehr.

Grünanlage am Finkenbacher Feuerwehrhaus soll eine Auffrischung erhalten

Der Handyempfang im Finkenbachtal: immer wieder Ärgernis. Ortsvorsteher Hans Heinz Keursten kann ein Lied davon singen. Obwohl er übers eigentlich gute Telekom-Netz telefoniert, „ist der Empfang mal toll, mal habe ich gar keinen“. Damit die Bevölkerung nicht weiter im Tal der Ahnungslosen lebt, „müssen wir das Thema immer am Kochen halten“, betont er. Deshalb wurde auf der vergangenen Ortsbeiratssitzung die Verwaltung gebeten, mal wieder bei den Mobilfunkbetreibern nachzuhaken. „Wir müssen am Ball bleiben“, sagt der frühere Rothenberger Bürgermeister.

Das Gremium befasste sich auf seiner Sitzung außerdem mit einem Straßensanierungskonzept für die drei Stadtteile Finken-, Hinter- und Raubach. Das Oberzent-Bauamt hatte um eine Prioritätenliste gebeten. An erster Stelle steht Am Südhang/Breischengrund, so der Ortsvorsteher. Dort wurde zwar immer einmal ausgebessert, aber es besteht grundlegender Handlungsbedarf. Weiter muss an der Wetterberg-Brücke bei der Firma Braun eine Betonsanierung erfolgen, „um größere Schäden zu vermeiden“.

Auf den Plätzen folgen ein Teilabschnitt der Wetterbergstraße sowie – wo nötig – die Gehwegsanierung mit Bordsteinen auf Teilstrecken von Hainbrunner und Beerfelder Straße. Unabhängig von der Prioritätenliste regte der Ortsbeirat an, den Gehweg bei der Finkenbach-Brücke Richtung Raubach anzuheben, wenn diese sowieso vom Kreis erneuert wird. „Da wird wahrscheinlich dann mit schweren Fahrzeugen drübergefahren“, meinte Keursten. Das Gremium wünschte sich daneben die üblichen Unterhaltungsmaßnahmen der städtischen Straßen, wie sie in der früheren Gemeinde Rothenberg praktiziert wurden.

Im Fokus des Ortsbeirats stand außerdem die Grünanlage beim Feuerwehrhaus. Im Dezember gab es dort eine Ortsbesichtigung. Als deren Ergebnis wünscht man sich, die Glascontainer an einen anderen Platz in der Nähe zu versetzen, bei dem auf Pflastergrund mit Palisaden ein Sichtschutz hergestellt werden kann. Hier wie auch beim Tretbecken würden die Mandatsträger in Eigenleistung zu Werke gehen, wenn die Stadt das Material stellt.

„Das Tretbecken ist nicht richtig nutzbar“, erläuterte Keursten. Denn das schmutzige Finkenbach-Wasser und ein zu niedriger Abfluss sorgen dafür, dass sich Sand und Schlamm drin stauen. Die Überlegung zielt auf eine Erhöhung des Beckens, „damit die Brühe besser ablaufen kann“. Auch wird über die Verlegung eines Kunststoffrohrs von einer nahe gelegenen Quelle nachgedacht, sodass sauberes Wasser ins Becken fließt.

Mit weiteren Überlegungen zur Parkanlage will man abwarten, bis die nebenan liegende Brücke saniert ist. Denn im Zuge der Neuerrichtung wird – aus Richtung Raubach kommend – rechts daneben eine größere Behelfsbrücke errichtet, die auch für den Schwerverkehr ausgelegt sein muss. Der Baubeginn ist noch unklar, denn die Baufirmen haben volle Auftragsbücher. Irgendwann im Frühjahr könnte es soweit sein. Der Start hatte sich im vergangenen Jahr wegen starken Kostensteigerungen, die eine Nachberatung im Kreistag nötig machten, verzögert.

Auf dem Finkenbacher Friedhof wünscht sich der Ortsbeirat eine Außenbeleuchtung der Friedhofshalle. „Da war letztens bei einer Beerdigung zappenduster“, moniert Keursten. Außerdem muss der Aufbahrungsraum saniert werden. Das Gremium machte sich außerdem ein Bild davon, ob es dort und auf dem Raubacher Friedhof Raum für pflegefreie Erdbestattungen gibt. Zumindest in Finkenbach wäre genügend Platz neben den pflegefreien Urnengräbern, stellte man fest.

Finkenbacher Voraushelfer sind im Notfall am schnellsten vor Ort

Die ersten Einsätze haben die Voraushelfer bereits hinter sich. Dem stellvertretenden Feuerwehr-Kommandanten Wolfgang Buchert ist gut in Erinnerung, wie er kürzlich zu einem Schlaganfall gerufen wurde. „Das war heftig.“ Zum Glück war sein anderer Einsatz „harmloser“. Die elf Aktiven überbrücken in Finken-, Hinter- und Raubach die Zeit, bis der Rettungsdienst vor Ort ist. Das kann gerade nachts, wenn die Beerfelder Rettungswache nicht besetzt ist, etwas dauern.

Die Ehrenamtlichen aus den Reihen von Feuerwehr und DRK sind jetzt voll einsatzbereit. Die Lehrgänge sind absolviert, Taschen und Material beschafft. Ebenso wie der Defibrillator, dessen Kauf durch eine Spende der Jagdgenossenschaft Finkenbach Ost und West ermöglicht wurde. In kurzer Zeit hat sich viel getan. Über den Sommer flossen finanzielle Mittel aus der Bevölkerung und von Geschäftsleuten reichlich. Insgesamt kamen so über 4000 Euro zusammen.

Alle Ehrenamtlichen konnten dadurch mit dem entsprechenden Equipment ausgestattet werden, das pro Person um die 500 Euro kostet. Die Aktiven sind aber weiterhin auf Spenden angewiesen, denn Zuschüsse gibt es keine, wie mehrfach kritisiert wurde. „Das habe ich schon an Politik weitergeben“, erläutert Buchert. Unter anderem fehlen noch Jacken mit Wiedererkennungswert, damit man die Helfer gleich zuordnen kann. Auch muss das Verbrauchsmaterial aus eigenen Mitteln nachgekauft werden, so der Feuerwehr-Mann. Entsprechende Dosen stehen unter anderen in Mareikes Backshop.

Die Voraushelfer freuten sich, dass die Jagdgenossen die benötigten 1700 Euro für den Defi zur Verfügung stellten. Zur Übergabe waren Jagdpächter Stefan Hoock mit seiner Partnerin Birgit Manganaro, Vorsitzender Heinrich Hotz und Wolfgang Weimar ins Feuerwehrhaus gekommen. „Für uns war das selbstverständlich“, sagt Hotz. Es kann immer etwas passieren, ergänzt Hoock. „Dann ist man froh, wenn jemand hilft.“

Die Mitgliedschaft bei den Brandschützern ist keine Bedingung, um bei der Voraushelfer-Gruppe mitzumachen, betont Vereinsvorsitzender Jens Schindler: „Interessierte Bürger können sich uns gerne anschließen.“ Denn alles steht unter einem wichtigen Ziel: „Die medizinisch nicht versorgte Zeit, bis der Rettungsdienst eintrifft, soll möglichst gering gehalten werden.“ Je mehr Helfer verfügbar sind, desto größer ist die die Wahrscheinlichkeit, dass einer von ihnen greifbar ist. Die Koordination geschieht über die Leitstelle. Im Notfall muss weiterhin die 112 gewählt werden.

Die Voraushelfer leisten aber nicht nur medizinische Hilfe. Sie kümmern sich auch um Angehörige, bis deren Verwandte oder das Kriseninterventionsteam eingetroffen sind. „Uns kennt man im Ort“, hebt  Buchert hervor. Die Betroffenen sehen in einem Notfall bekannte Gesichter, denen sie sich anvertrauen. „Es muss in die Köpfe der Leute, dass es uns gibt“, sagt er.

Ein tödlicher Motorradunfall im Sommer 2017 in der Raubach gab den Ausschlag: DRK-Mann Christian Niesen wurde aus dem Schwimmbad per Piepser heraus als Ersthelfer alarmiert, die Finkenbacher Feuerwehr kam dann an die Unfallstelle hinzu. Aus dem späteren Gespräch heraus entstand die Idee, unter dem Dach des DRK eine Voraushelfer-Gruppe aufzubauen, die überwiegend mit Feuerwehrleuten „bestückt“ ist. Damit soll gewährleistet werden, dass immer jemand vor Ort in Notfällen greifbar ist.

Beim DRK Rothenberg-Finkenbach mit Bereitschaftsleiterin Anja Braner stieß man mit diesem Ansinnen auf offene Ohren. Die Rotkreuzhelfer engagierten sich stark beim Aufbau. „Die Zusammenarbeit ist im Kreis einmalig“, hebt sie hervor. Aktive Feuerwehr-Mitglieder traten ins DRK ein, um so auch den entsprechenden Versicherungsschutz zu haben.

78 Stunden dauerte der zu absolvierende Sanitätskurs, erläutert Niesen. Eine Zeit, die ehrenamtlich an vier Wochenenden aufgebracht wurde. Die Helfer treffen sich in regelmäßigen Abständen zum Auffrischen. Alle zwei Jahre gibt es eine Fortbildung. Mit den elf Aktiven erreichen die Voraushelfer in ihrem Gebiet eine 1:50 Betreuung, also ein Helfer pro 50 Einwohner. „Eine sauguter Schnitt“, freut sich Niesen.

 

Voraushelfer-Gruppe Rothenberg-Finkenbach: 11 Aktive aus Feuerwehr und DRK

Im Notfall weiterhin die 112 wählen

Weitere Infos bei Wolfgang Buchert unter E-Mail wolfgang.buchert@freenet.de

Treffen nach Absprache im Feuerwehrhaus Finkenbach. Termine können unter Telefon 0171/3490339 bei Wolfgang Buchert angefragt werden.

Spenden sind möglich auf das Konto des DRK Rothenberg-Finkenbach unter dem Verwendungszweck Voraushelfer Feuerwehr Finkenbach, IBAN DE16 5085 1952 0031 0000 60.

Seeweihnacht mitten im Odenwald

Eine Seeweihnacht zwischen Odenwald-Hügeln? Das geht. Matthias Bartmann veranstaltete nach dem Auftakt im vergangenen Jahr heuer die zweite Auflage an der Forellenteichanlage im Finkenbachtal. Was 2017 aus „Jux und Dollerei“ entstand und schon damals als Geheimtipp auf viel Widerhall stieß, lockte in jetzigen Ausführung noch ein paar Gäste mehr an. Das Ambiente zwischen den einzelnen Fischteichen bietet sich dafür mehr als an, um im Kreise Gleichgesinnter ein paar schöne Stunden zu verbringen.

Bartmann zeigte sich vollauf zufrieden mit dem Verlauf. „Das passt alles“, schmunzelte er. Bekannte und Freunde halfen bei der Bewirtung mit, während er selbst den Holzgrill überwachte, auf dem die Lachsforellen brutzelten. Die gab’s dann als Alternative zu den üblichen Weihnachtsmarkt-Speisen (Bratwurst, Waffeln, Crepes) lecker angemacht auf dem Brötchen frisch zum Verzehr. An Nachschub herrschte ja kein Mangel.

Der Rothenberger im Finkenbachtal freute sich über den sehr guten Besuch nicht nur aus der näheren Umgebung, sondern auch von Anglerkundschaft aus Heidelberg und Worms. „Wir haben damals zusammen gesessen und überlegt, einen kleinen Weihnachtsmarkt zu machen“, blickte er aufs letzte Jahr zurück. Daraus wurde eine vom Besuch her doch etwas „größere Ausführung“. Eine Wiederholung ist deshalb bereits für kommendes Jahr angedacht.

Finkenbacher Adventsmarkt verzaubert die Besucher

Zu Beginn nieselte es noch, aber zum rasch nach Beginn des „Adventszaubers“ wurde es trocken. Die Besucher trauten sich langsam aus den Häusern und pilgerten in die Beerfelder Straße zu den Buden und Ständen. Es war einfach zauberhaft im Finkenbachtal. Von der „Traube“ über Mareikes Backshop bis hin zum Hof Bartmann gab es viele weihnachtliche Geschenkideen, boten Finkenbacher und Auswärtige ihre selbst gefertigten Waren zum Verkauf an.

Mit Erfolg: Die Ortsbevölkerung und auch ein paar „Zugereiste“ aus Gammelsbach, Hirschhorn oder Wald-Michelbach drängten sich um die Stände, sodass die Beschicker des kleinen Adventsmarktes überwiegend zufrieden waren. Eine Wiederholung 2019 ist geplant (Anmeldungen werden schon unter Telefon 06068/4029 entgegen genommen).

Monika Jung zaubert in ihrer Freizeit viele verschiedene Motive aus Holz. Seit drei Jahren widmet sie sich bereits diesem Hobby. Vor einem Jahr feierte sie „Premiere“, inzwischen ist das Sortiment breiter geworden. „Ich habe eine große Verbundenheit mit Holz“, sagt die Finkenbacherin, deren Schwiegereltern lange Jahre die Bürstenfabrik Edelmann führten.

Für ihre Arbeiten verwendet sie Eichen- und Buchenholz aus dem Odenwald. Hergestellt wird, was Monika Jung gerade in den Sinn kommt. Manches davon „ist nicht ganz gerade, die Rinde ist gesprungen oder das Holz hat Unebenheiten“. Das ist aber gewünscht. „Ich will nicht die Handschrift der Natur verfälschen“, betont sie. In der vergangenen Zeit bekam sie sehr viel Zuspruch.

Die Finkenbacherin weitete mit Unterstützung ihres Mannes Thomas in diesem Jahr das Sortiment aus. Sie hat nun Tierfiguren und weitere Motive mit aufgenommen. Ebenso verarbeitet sie Kirsch-, Nuss- und Apfelholz. Adventsgestecke auf Holzbasis passen gut in die Vorweihnachtszeit. „Mir macht das unheimlich Spaß“, so Jung. „Am liebsten würde ich jedes Stück selbst behalten.“ Mit ihren Produkten ist sie am dritten Adventswochenende auch auf dem Weihnachtsmarkt in Hirschhorn vertreten.

Wie auch Veronika Beisel aus Schönbrunn, die mit allerlei Selbstgestricktem und Selbstgenähtem dabei war. Damit vertreibt sie sich die Zeit, wenn sie auf die Enkelkinder aufpasst. Aber auch ihre eigenen Kinder wurden bereits mit den Produkten aus Handarbeit ausgestattet. „Die gaben in der Schule damit an“, erinnert sie sich schmunzelnd im Rückblick. Denn Beisel baut gerne die eine oder andere ausgefallene Idee ein. Die Strampelanzüge für Babys wurden zuerst an den eigenen Enkeln „getestet“, bevor sie sie auch für den Verkauf nähte.

Selbst gestrickte Strümpfe, Weihnachtsschmuck, Wollmützen und Kerzen gab es bei Brigitte Fink aus Rothenberg. Bei Beate Bartmann war es eine bunte Vielfalt von selbst hergestellten Weihnachtsgeschenken zu erstehen, darunter Mistelzweige und Gartenfackeln. Norbert Kolb bot selbst hergestellten Holzschmuck an.

Mareike und Christian Niesen, die federführend für die Organisation zuständig waren, zeigten sich zufrieden mit dem Adventsmarkt, den es vor längerer Zeit schon einmal gegeben hatte. Bis spät standen Gäste noch an der „Traube“ zusammen, wo es die wärmenden Getränke und etwas zu essen gab. Natürlich trug auch die zwischenzeitlich trockene Witterung zum Erfolg bei. „Es war trotz des Wetters gut was los“, freute sich Niesen. „Alt und Jung kamen im Ort zusammen.“

Info: Viele Finkenbacher Aussteller sind auch beim Hirschhorner Weihnachtsmarkt dabei. Er findet am dritten Adventswochenende, 15. und 16. Dezember, statt, jeweils von 14 bis 21 Uhr in der Hauptstraße zwischen dem Rathausvorplatz und dem Marktplatz.

Schlechte Holzpreise: „Lassen Sie die guten Bäume stehen“

Von den aktuell niedrigen Holzpreisen sind auch die Privatwaldbesitzer im Bereich des Forstamts Beerfelden betroffen. Ihnen standen jetzt an drei Abenden in Wald-Michelbach, Finkenbach und Unter-Sensbach die Mitarbeiter des Forstamts Beerfelden Rede und Antwort, wie sie angesichts der Marktflaute am besten reagieren können. „Lassen Sie bis auf Weiteres die guten Bäume stehen“, lautete die Empfehlung von Forstamtsdirekter Norbert Sasse.

Der Chef des Forstamts Beerfelden skizzierte auf den drei Terminen, zu denen insgesamt etwa 60 Waldbesitzer erschienen, die Situation. „Alles sah gut aus, bis Friederike kam“, nahm er Bezug auf den Orkan, der am 18. Januar über Deutschland fegte. Der südliche Odenwald wurde zwar einigermaßen verschont, erläuterte Sasse. Im Bereich der sechs angeschlossenen Gemeinden wurden „nur“ 10.000 Festmeter umgeworfen.

Jedoch wütete der Sturm in Nordhessen und Niedersachsen viel stärker. „Allein in Hessen wurden drei Millionen Festmeter (fm) umgeschmissen“, machte er deutlich. Dazu kommen noch die Schäden aus anderen Bundesländern. Als wäre das noch nicht genug, war die Witterung seit dem Frühjahr „überdurchschnittlich warm und viel zu trocken“. Beste Voraussetzungen für den Borkenkäfer. „Der vermehrte sich wunderbar in Mitteleuropa“, nahm es Sasse mit Galgenhumor. Betroffen ist vor allem die Fichte, mit der das meiste Geld verdient wird. Erzielte man im Januar noch 93 Euro/fm, so fiel der Preis für Käferholz auf jetzt durchschnittlich nur noch 50.

Die Privatwaldbesitzer haben seinen Worten zufolge jedoch kaum Edel-Laubholz wie Buche oder hochwertigere Nadelhölzer wie Lärche oder Douglasie im Bestand, die sie verkaufen können. Denn für diese Baumarten lassen sich nach wie vor noch gute Preise erzielen. Deshalb ging seine Empfehlung dahin, „die gesunden Bäume nicht wegzuwerfen“. Dies wurde laut Sasse von den Anwesenden unisono auch so gesehen.

Ein anderes Thema war die Umstrukturierung der Holzvermarktung vor allem im Kommunalwald. Hessen Forst darf diese nicht mehr übernehmen, wenn die Gemeinde (und auch Privatleute) mehr als 100 Hektar Wald besitzen. Für die privaten Kleinwaldbesitzer, die unterhalb dieser Grenze liegen, „ändert sich nichts“, sagte er. Hier ist weiterhin das Forstamt der Ansprechpartner.

Inzwischen liegt auch ein Schreiben des Umweltministeriums vor. Dieses will gewährleisten, dass es ab dem 1. Januar kein Vakuum gibt, wenn bis dahin die Kommunen noch keine eigene Holzvermarktung auf die Beine gestellt haben. Sasse liest deshalb heraus, dass Hessen Forst noch hilft, „wenn es nicht gleich klappt“. Als Deadline steht der Herbst kommenden Jahres im Raum. So lange dürfen zumindest Altverträge aus diesem Jahr noch abgewickelt werden.

Auch könnten die Forstämter noch das ganze kommende Jahr tätig werden, wenn es um die Abfuhr von Windwurf- und Käferholz geht, heißt es im Brief der Ministerin. Damit soll die kontinuierliche Vermarktung von Kommunalwaldholz gewährleistet werden. Darüber hinaus werden verschiedene Ausnahmen skizziert, die vor allem größere Privatwälder betreffen.

Der Forstdirektor verdeutlichte, dass es im Bereich des Forstamts Beerfelden eher Verquickungen von Staats- und Privatwald gibt. Vor diesem Hintergrund sei es für Hessen Forst einfacher, hier Synergieeffekte zugunsten der Privateigentümer zu erreichen als wenn diese ihren Besitz angrenzend an Gemeindewald hätten. „Dann könnte es mit dem Blockverkauf schwierig werden“, sagte er.

Bekanntlich wollen sich die bisherigen sechs dem Forstamt Beerfelden angeschlossenen Gemeinden zum „Zweckverband hessischer Odenwald“ zusammenschließen. Die Aufnahme weiterer Städte und Kommunen aus beiden Kreisen ist angedacht und teilweise schon in Umsetzung. Es fehlt laut Sasse aber noch der rechtliche Rahmen dafür. „Es können keine Nägel mit Köpfen gemacht werden, weil sie die Spielregeln nicht kennen“, verdeutlichte er. Im Schreiben von Ministerin Priska Hinz erläutert sie, dass dies bis zum Jahreswechsel erfolgen soll.