Durchs Finkenbachtal auf eigenem Weg radeln

Wenn nächstes oder spätestens übernächstes Jahr die Landesstraße im Finkenbachtal erneuert wird, dann könnte man im Zuge dieser Arbeiten auch die Herstellung eines Fahrradwegs zwischen Falken-Gesäß und Ober-Hainbrunn ins Auge fassen, war der Gedanke der Überparteilichen Wählergemeinschaft Oberzent (ÜWO). Sprecher Chris Poffo trug deren Ansinnen auf der vergangenen Stadtverordneten-Versammlung vor – mit dem Ziel, eine Kostenschätzung dafür erstellen zu lassen.

Für Poffo sollte es „ein elementarer Bestandteil des Fahrradwegenetzes sein“, die südlichen S-Bahn-Anbindungen durch solche zu erschließen. Gerade der erheblichen Einschränkung des ÖPNV in Richtung Metropolregion könnte hier entgegengewirkt werden, meinte er mit Blick auf weniger Busverbindungen über Rothenberg nach Hirschhorn. Damit ließe sich autofreies Pendeln zum Arbeitsplatz ohne erhöhte Unfallgefahr ermöglichen.

Sein Gedanke war weiterhin, die angespannte Parksituation an den Bahnhöfen Eberbach und Hirschhorn zu verbessern. Daneben denkt Poffo an eine Kooperation mit der Stadt Hirschhorn, um eine Weiterführung des Radwegs an den Neckar zu erreichen. Der Fraktionssprecher wünschte sich einen Synergieeffekt mit der Straßensanierung und wollte entsprechende Fördermöglichkeiten kurzfristig geprüft wissen. In der Vorlage rechnete Poffo mit einem städtischen Eigenanteil von 30 Prozent der Baukosten.

Bei der Verwaltung stieß er mit seinen Gedanken auf offene Ohren. Mitte Oktober gibt es in dieser Angelegenheit bereits einen Termin mit der Straßenbaubehörde Hessen Mobil, erläuterte Bürgermeister Christian Kehrer. Die Stadt will einen Bautermin erst in 2022 erreichen, um selbst noch genug Vorbereitungszeit zu haben. Denn erst jetzt ist die Kanalbefahrung fertig, die Auswertung läuft noch. Danach können die Überlegungen anlaufen, was wo erneuert werden muss. Dieses Mal, so Kehrer, soll alles gut vorgeplant sein.

Er wies darauf hin, dass bei der Sanierung von Bundesstraßen bereits ein Radwegekonzept erstellt werden muss. Das Land ist seines Wissens ebenfalls an einer solchen Vorgabe dran. Ein Radweg auf Landeskosten wäre auch dringend nötig, erläuterte er. Denn die Herstellung von einem Kilometer Radweg in qualifiziertem Ausbau kostet seinen Worten zufolge 500.000 Euro. „Ich bin froh, dass wir kein Straßenlastträger sind“, meinte Kehrer. Seinen Informationen zufolge ist die Maßnahme sogar schon ab dem Brombacher Wasser (der Abzweigung nach Kortelshütte) durch ganz Hainbrunn und Finkenbach geplant.

Dem Vorschlag von Frank Leutz (FDP), das Thema zur Klärung in den Bau- und Infrastrukturausschuss zu verweisen, kamen die Stadtverordneten einstimmig nach. Denn der wollte „wissen, was Sache ist“: Ob das Land die Kosten übernimmt oder die Stadt etwas zu zahlen hat. Denn dann würde sich Leutz eine günstigere Lösung etwa unter Einbeziehung von Waldwegen wünschen.

Finkenbach-Festival-Feeling fast wie früher

Ein wenig kommt an diesem Abend das Festival-Feeling der vergangenen Jahre auf. Auch wenn nicht wie sonst zwei Tage gefeiert wird, schaffen es Adax Dörsam, Timo Gross und Alex Auer beim FC Finkenbachtal, die Magie früherer Zeiten im Kleinen zu beschwören. Mit ihrer Hommage an Hudson „Leadbelly“ Ledbetter und etlichen Solostücken zaubern sie vor allem nach Einbruch der Dunkelheit eine besondere Atmosphäre auf den FCF-Sportplatz. Kein Wunder, dass begeisterte Fans am Schluss nicht gehen wollen.

Der Anfang ist bei sengender Sonne noch eher gediegen. Unter den Zuschauern sind einige Finkenbach-Festival-Versprengte auszumachen, die froh sind, dass es in diesem Jahr überhaupt noch Open-Air-Musik zu erleben gibt. Der eine oder andere obligatorische Camper und hustende VW-Bus ist auf dem Parkplatz auszumachen. Fans mit mehr Haaren unterhalb des Gesichts als auf dem Kopf bevölkern neben den „normalen“ den Zuschauerbereich.

Den hat der FC Finkenbachtal als Veranstalter ganz coronakonform hergerichtet. Allerdings hätten die Macher gern noch mehr Gäste begrüßt, denn Platz wäre für 250 gewesen. Somit gibt’s noch mehr Abstand als eigentlich nötig. Ist der Andrang verhaltener als gedacht, so geht’s zu späterer Stunde umso mehr ab. Alex Auer motiviert bei seinem Solo-Set die Besucher zusehends, während es im Tal langsam gemütlicher und angenehmer wird.

Spätestens wenn dann im dritten Set alle drei zusammen loslegen und losrocken, gibt es kein Halten mehr. Der Naidoo-Gitarrist Auer fühlt sich in kleinem Rahmen merklich wohl, kann improvisieren und drauf losjammen, wie es ihm gerade beliebt. Eine Freiheit, die bei großen Konzerten sicherlich nicht in dieser Form möglich ist.

Leadbelly (1885-1949) dürfte einer der verkannteste Bluesmusiker überhaupt sein. Denn er schrieb oder arrangierte Songs, die erst durch die Coverversionen in späteren Zeiten zu Weltruhm gelangten. Etwa „Cotton Fields“ gleich zu Beginn, dem Dörsam mit seiner Slide Guitar einen fast psychedelischen Touch gibt. Das Stück wurde 1969 durch Creedence Clearwater Revival (CCR) bekannt und auch von Udo Jürgens interpretiert.

Adax Dörsam mit seinem Faible für Saitenklänge von verschiedenen Kontinenten hat sich Leadbellys Stücke zur Brust genommen und ihnen ein ganz neues Klangbild verliehen. „Black Betty“, ein Klassiker bekannt durch Ram Jam, sieht ihn auf der Coral Sitar, während der Mörlenbacher Gitarrist bei „Midnight Special“ die Saz auspackt. Dieses Stück wiederum bezeichnet Dörsam als „Pfeiler des Auftritts“. In der früheren CCR-Version hatte es wie auch „Cotton Fields“ einen Folk-Touch.

Der stimmgewaltige Bluessänger Hudson Ledbetter aus Louisiana beeinflusste aber noch viele weitere Bands, machen Dörsam und Gross deutlich. „Take this Hammer“ wurde etwa von den Beatles eingespielt und geht fast schon in Richtung Tanzmusik. Das Duo macht es in Finkenbach und auf seiner kommenden CD zum schweren Blues.

„Western Plain“ gehörte zum Standardrepertoire von Rory Gallagher. Und „Good Night Irene“ hat sogar Eric Clapton im Repertoire. „Where did you sleep last Night“ wurde 1994 von Nirvana gespielt. Drösam und Gross covern aber nicht nur, sie haben auch einige Stücke als Hommage an Leadbelly komponiert und lassen ins Konzert noch ein paar andere selbst geschriebene Songs einfließen.

Eigentlich sollte ja Alex Auer auf dem diesjährigen Finkenbach-Festival mit seinen „Detroit Blackbirds“ wieder auftreten. Daraus wurde bekanntermaßen – Corona sei Dank – nichts. Stattdessen bietet er nun einige seiner eigenen Stück wie „Changes“ oder „If you lost someone“ solo dar. Mit Dörsam, der in der Band als Gast mitspielt, gibt’s „Smoke“ und „When it all comes down“ zu hören. Das macht sehr viel Lust auf mehr, die im dritten Set dann gestillt wird, wenn es den ersehnten Trio-Auftritt gibt.

Die Zugabe ist gleichzeitig auch die Krönung des Abends. Mit drei Gitarren gibt’s eine Melange von Rockklassikern. Alex Auer stimmt Led Zeppelins „Whole lotte Love“ an, das nach verschiedenen Einschüben, Breaks, Soli und Improvisationen schließlich als Jimi Hendrix‘ „Hey Joe“ in rauschendem Beifall endet. Das macht es schwer, sitzenzubleiben und führt zu ungewöhnlichen Anblicken – etwa der einer einsamen Tänzerin vor der Bühne mit Maske.

Finanzspritze für die Voraushelfer

Die Finkenbacher Voraushelfer werden seit April wegen der Corona-Pandemie nicht mehr alarmiert. Umso mehr freute die sich zwölfköpfige Gruppe jetzt, eine Spende über 2500 Euro von der Krombacher Brauerei entgegennehmen zu dürfen. Denn die Ersthelfer bekommen keine Zuschüsse und müssen ihre Ausrüstung selbst finanzieren. Es gab in der Zwischenzeit laut Wolfgang Buchert einige Fälle im Ort, bei denen „unsere Hilfe sicher benötigt worden wäre“.

Die Hängepartie geht weiter. Während Feuerwehren inzwischen schon wieder in Kleingruppen üben dürfen, fehlt den Voraushelfern die Perspektive. Eine Info, „wie und wann wir wieder aktiv werden können, haben wir bisher keine“, so der stellvertretende Wehrführer. Mit der Spende können die Ehrenamtlichen nun immerhin daran gehen, ihre Ausrüstung weiter zu optimieren. Denn ein Set mit Tasche, Material und Kleidung kostet pro Person an die 500 Euro.

Außendienstmitarbeiter Thomas Gösmann kam mit dem Scheck der Brauerei im Odenwald vorbei.  Die Finkenbacher sind einer von jährlich 100 Spendenempfängern. Die Vorschläge kommen von Verbrauchern und den Institutionen selbst. Nach intensiver Sichtung und Prüfung überzeugten die Voraushelfer das Auswahlgremium durch ihre ehrenamtlichen Rettungseinsätze.

Seit 2018 überbrückt die Gruppe die Zeitspanne zwischen Alarmierung und Eintreffen des Rettungsdienstes. Insbesondere auf dem Land kann dies etwas länger dauern, sodass die Voraushelfer bereits vor dem Erscheinen der Sanitäter schon Erste Hilfe leisten. Die Weiterbildungskurse sowie die Ausstattung werden rein durch Spenden finanziert.

Die Voraushelfer leisten aber nicht nur medizinische Hilfe. Sie kümmern sich auch um Angehörige, bis deren Verwandte oder das Kriseninterventionsteam eingetroffen sind. „Uns kennt man im Ort“, hebt Buchert hervor. Die Betroffenen sehen im Notfall bekannte Gesichter, denen sie sich anvertrauen. „Es muss in die Köpfe der Leute, dass es uns gibt“, sagt er.

Ein tödlicher Motorradunfall im Sommer 2017 in der Raubach gab den Ausschlag: DRK-Mann Christian Niesen wurde aus dem Schwimmbad per Piepser heraus als Ersthelfer alarmiert, die Finkenbacher Feuerwehr kam dann an die Unfallstelle hinzu. Aus dem späteren Gespräch heraus entstand die Idee, unter dem Dach des DRK eine Voraushelfer-Gruppe aufzubauen, die überwiegend mit Feuerwehrleuten „bestückt“ ist. Damit soll gewährleistet werden, dass immer jemand vor Ort in Notfällen greifbar ist.

Info:

Voraushelfer-Gruppe Rothenberg-Finkenbach: Zwölf Aktive aus Feuerwehr und DRK

Im Notfall weiterhin die 112 wählen

Weitere Infos bei Wolfgang Buchert unter E-Mail wolfgang.buchert@freenet.de

Spenden sind möglich auf das Konto des DRK Rothenberg-Finkenbach unter dem Verwendungszweck Voraushelfer Feuerwehr Finkenbach, IBAN DE16 5085 1952 0031 0000 60.

Drei Gitarrenvirtuosen ziehen in Finkenbach neue Saiten auf

Das traditionsreiche Finkenbach-Festival muss dieses Jahr wegen der Corona-Pandemie leider ausfallen. Aber so ganz ohne Musik wollen die Macher des FC Finkenbachtal ihre Fans dann doch nicht lassen. Am Samstag, 15. August, treten die beiden Gitarrenvirtuosen Timo Gross und Adax Dörsam mit ihrem neuen Projekt „Leadbelly Calls“ auf. Aber nicht nur sie: Alex Auer ist solo ebenfalls auf der Bühne zu sehen und wird im Schluss-Set das Duo zum Trio machen. Beginn ist um 18 Uhr im Fußballstadion.

„Wir haben schon länger überlegt, etwas zu machen“, schildert der zweite Vorsitzende des FCF, Armin Löffler, die Vorbereitungen. Den Festival-Fans sollte in der ereignislosen Zeit was geboten werden. Alle drei Musiker wären sowieso dabei gewesen: Gross und Dörsam mit ihrem Duo, Naidoo-Gitarrist Alex Auer mit seinen „Detroit Blackbirds“, bei denen als Gast wiederum Adax Dörsam mitwirkt.

Das Konzert findet nicht auf dem alten wie sonst, sondern auf dem neuen Sportplatz statt, um Abstands- und Hygieneregeln einhalten zu können. Aktuell wird laut Löffler mit 250 Sitzplätzen geplant, die bereits per E-Mail reserviert werden können. Es wird eine kleine Bühne aufgebaut, der FCF sorgt daneben für die Verpflegung. Das Ganze „in gemütlicher Atmosphäre“, wie der Vereinsfunktionär schmunzelt.

Die Gitarrenkönner huldigen dem stimmgewaltigen Bluessänger Hudson Ledbetter aus Louisiana, besser bekannt als „Leadbelly“. Das Projekt gibt es seit einem Jahr, erzählt Adax Dörsam. Die Idee entstand aus den seit einiger Zeit bestehenden jährlichen Sessions mit Timo Gross. „Wir haben manches direkt live einspielt“, stimmte die Chemie zwischen den beiden Profis auf den sechs Saiten. Anderes wurde dann im jeweiligen Studio in Eigenregie gezaubert.

Aktuell hat das Duo schon eine Promo-CD im Gepäck, der „richtige“ Silberling soll kommendes Jahr erscheinen. Den ersten Auftritt mit diesem Programm gab es bereits ebenfalls – vor kurzem in der Pfalz, Timo Gross‘ Heimat. Dörsam bezeichnet die Musik als „innovativ und gleichzeitig Retro“. Der Odenwälder erkennt sowohl spirituellen Gehalt als auch Tiefe in den Songs, die durch ihre Coverversionen Weltruhm erlangten.

Gleichzeitig ist Leadbellys Lebenslauf ein Abbild der aktuellen Ereignisse in den USA, erklärt der Mörlenbacher. Der lebte von 1885 bis 1949 in Louisiana, Texas und New York. In dieser Zeit schlug der Rassismus erbarmungslos zu, so Dörsam: Leadbelly wurde einige Male verurteilt und saß die Hälfte seines Lebens in Gefängnissen. Als Schwarzer hatte man kaum eine Chance vor Gericht und vor der Polizei – wie sich die Zeiten gleichen.

Die beiden Solisten, Songwriter und Produzenten kreieren auf den Schultern dieses Bluesgiganten eigene, raue Klangwelten. Mit Respekt und Mut transformieren sie sein Erbe ins 21. Jahrhundert. „Leadbelly Calls“ mischen ohne Scheu Ethno-, Elektro- und Bluessounds und spielen mit Erwartungen und Nuancen, um die Hörer zu überraschen. Timo Gross erdiger Gitarrenstil verwebt sich eindrucksvoll mit den ausgefallenen und exotischen Sounds von Adax Dörsam.

Das breite Spektrum von „Talking to Huddie Ledbetter“ beginnt bei rohen und ostinaten Blues-Grooves. Zwei Dobros und Stimmen reichen bei „Take this Hammer“, um das verzweifelte Ringen um die Menschenwürde der schwarzen Eisenbahnarbeiter zu beschwören. Ein Highlight ist die Interpretation des Klassikers „Black Betty“, bekannt durch Ram Jam: ein extrem tanzbarer, hypnotischer Groove kontrastiert die klassische türkische Saz.

Leadbelly schrieb Welterfolge wie „Midnight Special“ und „Cottonfields“, interpretiert von Creedence Clearwater Revival, „Good Night Irene“ (Weavers und Eric Clapton) „Where Did You Sleep Tonight“ (Nirvana) oder „The Gallows Pole“ (Led Zeppelin). Foto: Rene_van_der_Voorden

 

Info: „Hallo Finkenbach 2020“ des FC Finkenbachtal am Samstag, 15. August, Einlass 16 Uhr, Beginn 18 Uhr, Open-Air im Fußballstadion, mit „Leadbelly Calls“ (Timo Gross und Adax Dörsam) sowie Alex Auer (solo). Reservierungen unter E-Mail fcfinkenbachtal@t-online.de oder Telefon 0160/2819049 und 0171/5132118.

Spielmeile soll vervollständigt werden

Auf dem Friedhof steht noch ein bisschen Arbeit an. Auf der vergangenen Ortsbeiratssitzung in Finkenbach wurde aufgelistet, was dort alles zu tun ist. Die Dorfgemeinschaft will im Herbst die Hecken auf der linken und rechten Seite schneiden, berichtete Ortsvorsteher Christian Niesen. Oben und unten passierte dies schon. Kritikpunkt war die noch ausstehende Reparatur der Beleuchtung. Bei einer kürzlichen Begehung mit der Stadtverwaltung wurde außerdem eine pflegefreie Erdbestattung angesprochen, die auch in Finkenbach möglich sein soll.

Der Tretbecken auf der Grünfläche neben dem Feuerwehrhaus „war bestimmt schon 1000 Mal Thema“, meinte Niesen. Inzwischen, beklagte er, „ist es nur noch ein Schlammbecken“, da bereits die ursprüngliche Planung Mängel hatte. Mit der Stadt will man bei einem Vor-Ort-Termin besprechen, „was wir mit dem Dreckloch machen“. Denn gedacht war anfangs, dass der Bach mit seinem Sog das Becken auch wieder leersaugt, wovon der aber nichts wissen will. Das Resultat: Schlamm.

Mit der Umgestaltung der dortigen Grünfläche ist man im Ortsbeirat nicht ganz zufrieden. Denn Hessen Mobil hatte die Brücke über die Kreisstraße erneuert und in diesem Zuge dort eine Behelfsbrücke errichtet. Die Finkenbacher wünschen sich, dass die Stadtverwaltung mit der Straßenbaubehörde Kontakt aufnimmt, um für eine Ausbesserung zu sorgen.

Der Freiwilligentag ist Corona-bedingt dieses Jahr auf zwei Wochenenden verteilt. An diesen wollen die Helfer die Boccia-Bahn am Spielplatz neben dem Schwimmbad anlegen – ein Projekt, das schon jahrelang auf der Wunschliste steht. Zusammen mit dem Schachbrett, das von der anderen Straßenseite hierher verlegt wurde, nimmt die Spielmeile für Jung und Alt Gestalt an.

Ein Dorn im Auge ist dem Ortsbeirat eine fehlende Geschwindigkeitsbeschränkung zwischen dem Kohlenmeiler-Platz und dem Ortseingang Hinterbach. Dort gibt es bei der Brunnenstraße eine gefährliche Ecke, wo die Autofahrer mit Tempo 100 angebraust kommen. „Da sollte Tempo 70 gelten“, forderte Niesen.

Eine weitere Verkehrsangelegenheit kam ebenfalls zur Sprache. Navis sind bekanntermaßen nicht unbedingt die verlässlichsten Instrumente, um sich auf dem Land zu orientieren. Bekannt ist, dass Auto- und Lkw-Fahrer von Beerfelden kommend aus über den Finkenberg (die ehemalige Friedhofstraße) geleitet werden, wenn sie Richtung Hinter- und Raubach wollen.

Das Problem: Die Straße ist sehr schmal und für schwere Fahrzeuge nicht ausgelegt. Deshalb wünschen sich örtlichen Mandatsträger an der Abzweigung von der Beerfelder Straße ein Verbotsschild für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen, sodass diese dann die „normale“ Strecke an der „Traube“ entlang über die Brücke nehmen.

Für „Swim“ sollen Gelder fließen

Zusammen knapp 140.000 Euro gab’s vom Land für die Sanierung der Freibäder in Hetzbach und Finkenbach. Da die Schwimmanstalten derzeit sowieso geschlossen sind, möchte die Verwaltung gern Nägel mit Köpfen machen. Zumindest der Bau- und Umweltausschuss stand dem positiv gegenüber und signalisierte, dass die entsprechenden, eigentlich erst für 2021 eingeplanten Haushaltsmittel vorgezogen werden könnten.

„Swim“ nennt sich das Schwimmbad-Investitions- und Modernisierungsprogramm, aus dem nun zwei Mal Geld fließt. In Hetzbach soll es für die Sanierung der Badewassertechnik verwendet werden. Hier sind knapp 30.000 Euro Eigenmittel der Stadt nötig. Die Vorsteuerrückerstattung beläuft sich auf knapp 19.000 Euro. Das gleiche Spiel auch in Finkenbach mit Summen in fast der gleichen Höhe. Hier geht es um allgemeine Sanierungsmaßnahmen wie Folienerneuerung im Becken und Arbeiten auf dem Gebäudedach.

„Wir empfehlen dringend, die Maßnahme jetzt zu starten“, sagte Bürgermeister Christian Kehrer. Dazu wäre aber die Mittelumschichtung nötig, weil im 2020er-Haushalt lediglich 10.000 Euro bereitstehen. Bei aller Freude über den Geldsegen wünschte sich Ausschussvorsitzende Katharina Riesinger (ÜWO), „das Waldseebad Beerfelden nicht zu vergessen“. Denn auch dort gibt es einen großen Renovierungsbedarf.

Leider fiel das Bad aufgrund seiner Kategorisierung durchs Raster. Die Stadt hat es aber im Blick. Der Zaunumbau wurde laut Kehrer vom Bauhof mitbegleitet. Aktuell sind die Mitarbeiter dabei, die alten, nicht mehr genutzten Duschbecken zu erneuern. Für 2021 sollen Gelder zur Sanierung mit in den Haushalt eingestellt werden, wobei der Bürgermeister verdeutlichte, „dass ein großer Eingriff nicht möglich ist“. Der wäre unfinanzierbar. Walter Gerbig (CDU) regte an, die Fühler zu anderen Naturbädern wie Kleingemünd auszustrecken, um Erfahrungen zu sammeln.

Die Bäche sollen wilder werden

Finken- und Marbach sind die „wilden Bäche“, denen auf Oberzent-Gemarkung in den kommenden Jahren besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird. Hintergrund bildet ein Programm des Landes, 2019 aufgelegt. Rund 500 hessische Bäche kamen für die Auswahl infrage. Unter den ausgewählten waren auch diese beiden, wobei der Finkenbach einige Kilometer mehr auf Oberzent-Gemarkung fließt.

Die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) läuft in Hessen auf Hochtouren. Bis 2027 sollen alle Gewässer im Rahmen der EU-Vorgaben in einen guten ökologischen Zustand gebracht, die Bäche modellhaft renaturiert werden. Den Kommunen wird dabei viel Arbeit abgenommen. Sie erhalten eine umfangreiche Unterstützung von den ersten Planungsschritten bis hin zur Umsetzung der Renaturierungsmaßnahmen.

Gewässer sind wichtige Lebensräume für Tiere und Pflanzen, heißt es im Programm. Geschützte Arten wie die Groppe, das Bachneunauge oder die grüne Flussjungfer sind dort zu Hause. Viele Bäche in Hessen wurden in der Vergangenheit ausgebaut, begradigt und in ein Betonbett gedrängt. An ihren Ufern können keine Bäume und Sträucher mehr wachsen, Insekten finden keine Nahrung und Fische können nicht mehr ungehindert schwimmen. Mit dem Programm „100 Wilde Bäche für Hessen“ soll wieder ein breites und unberührtes Ufer und ein natürliches Bachbett entstehen, wo das Wasser frei laufen kann. Das dient auch dem Hochwasserschutz.

Die Hessische Landgesellschaft wurde als Dienstleister auserkoren, um die Städte und Gemeinden zu unterstützen. Sie kümmert sich um Flächenmanagement, Projektsteuerung und -planung sowie die organisatorische Abwicklung der Maßnahmen vom Förderantrag bis zur Bauabnahme. In 138 Kommunen geht es bald los.

Der Marbach hat ein Einzugsgebiet von 57 Quadratkilometern und fließt 12,56 Kilometer durch die Region. Neben Oberzent werden auch die Gemarkungen von Erbach, Mossautal, Fürth und Grasellenbach berührt. Beim Finkenbach sind es zwei weitere Gemeinden: Hirschhorn und Wald-Michelbach. Sein Einzugsgebiet beträgt 64,5 Quadratkilometer. Er ist mit 22 fast zehn Kilometer länger.

Auch wenn man sich in der Stadt über die Aufnahme dieser beiden Bäche freut, „wäre es sinnvoller gewesen, die Mümling aufzunehmen“, meinte Bürgermeister Christian Kehrer. Stadtbaumeister Peter Bauer ergänzte, dass es in der ersten Augustwoche einen Termin im Rathaus Rothenberg gibt, bei dem sich alle Finkenbach-Beteiligten treffen. Dort soll dann auch vorgestellt werden, „was als Veränderung und Verbesserung auserkoren wurde“. Die Gewässerentwicklungsprojekte aus dem Programm sollen schrittweise bis 2023 begonnen werden.

Basis der Renaturierungen sind die Bewirtschaftungspläne und das Maßnahmenprogramm zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie in Hessen. Aber auch weitergehende zielführende Maßnahmen sind nicht ausgeschlossen. Das Programm soll darüber hinaus dazu dienen, die Öffentlichkeit für das Thema Gewässerökologie und Gewässerschutz zu sensibilisieren.

Projektierer machen in Oberzent viel Wind

Oberzent ist ein begehrtes Fleckchen für Windkraft-Projektierer. Die lassen sich auch nicht davon abschrecken, dass die Stadtverordneten-Versammlung dieses Jahr bereits klipp und klar deutlich machte, dass man keine riesigen Rotoren auf der Gemarkung haben möchte. Bürgermeister Christian Kehrer informierte auf der jüngsten Sitzung, dass derzeit vier Flächen im Fokus der Firmen sind: Katzenwinkel, oberhalb von Leonardshof, Hirschhorner Höhe und Finkenberg.

Seit März ist der Regionalplan Erneuerbare Energien Südhessen in Kraft, der die Windkraft-Ausschlussflächen definiert, erläuterte Kehrer. Der brachte dann auch Bewegung ins Gebiet Katzenwinkel, wo sich bisher die Stadt und der Projektierer Juwi beharkt hatten. Denn zwei der geplanten fünf Windräder liegen außerhalb des Plans.

Mit Juwi hatte es bereits einen Rechtsstreit über die Erschließung für deren bisheriges Vorhaben gegeben. Denn die Firma hatte der Stadt die Erschließungsanträge zur Unterzeichnung zugeschickt. Gegen eine solche wandten sich aber die Mandatsträger. Sie wollten die benötigten Flüchen nicht zur Verfügung stellen. Daraufhin folgte die Klage.

Da nun die beiden vorderen Windräder Richtung Etzean qua Regionalplan rausgeflogen sind, ist Oberzent-Gebiet in Gestalt von Grundstücken nicht mehr betroffen, so Kehrer. Die Folge: Der Projektierer zog seine Klage zurück, will aber, dass die Stadt die Verfahrenskosten trägt. Nicht mit uns, entgegnete diese, und beauftragte über ihr Anwaltsbüro, dass Juwi die Kosten tragen soll.

Die Erschließung wird jetzt wohl über Mossautal laufen, mutmaßte Kehrer, der damit rechnet, dass die Windräder weiter nach hinten Richtung dessen Gemarkung verlegt werden. Oberzent habe wenig Einfluss auf das weitere Geschehen. Man werde sich mit der Nachbargemeinde abstimmen, erläuterte er. Im vergangenen Jahr liefen 6000 Euro an Anwaltskosten auf, sagte er auf Nachfrage. Die Stadt will nun analog einer Anregung aus dem Gremium prüfen, ob diese Summe bei Juwi eingefordert werden kann.

Am Finkenberg tut sich ebenfalls etwas. Hier sind die Firmen Enercon und NWind an der Planung dran. Aktuell sind sieben Anlagen vorgesehen, frühere Planungen wurden zurückgenommen. Für den Wege- und Leitungsbau sollen 22 Flurstücke der Stadt in Anspruch genommen werden, teilte Kehrer mit. Da Oberzent hier – im Vergleich zum Katzenwinkel – nicht im Besitz der neben dem Weg liegenden Flächen ist, sieht der Bürgermeister Verhinderungschancen als gering an.

Die Erschließung soll seinen Worten zufolge von Airlenbach auf der Höhe Richtung Olfen laufen. Die Stadt bekäme für die Verlegung der Kabeltrasse einmalig 10.500 Euro, für die Zuwegung jährlich 10.200 Euro. Wie Kehrer mitteilte, sind Enercon und NWind sehr daran interessiert, das Projekt einvernehmlich mit Stadt und Bürgern zu realisieren. Deshalb gibt es auch das Angebot einer Vorstellung für die Öffentlichkeit. Der Magistrat beschloss, die Unterlagen der Stadtverordneten-Versammlung für eine kommende Sitzung zur Entscheidung vorzulegen.

Es dürfte sich um die gleiche Fläche wie die im (durchs Regierungspräsidium abgelehnten) Odenwald-Windkraftflächennutzungsplan handeln, antwortete der Bürgermeister auf eine Frage von Chris Poffo (ÜWO). Die Anzahl von möglichen Windrädern ist darin kein Thema, es wird nur das Gebiet ausgewiesen, erklärte er. Rüdiger Holschuh (SPD) befürchtete, dass bei dieser Dimensionierung außerhalb der Ortsbebauung die Windräder näher als einen Kilometer an manche Häuser heranrücken werden.

Beim Leonardshof ist die Stadt Grundstücksbesitzer. „Da haben wir das Heft in der Hand“, betonte Kehrer. Zum Vorhaben oberhalb von Rothenberg liegen der Stadt offiziell noch keine Infos vor. Allerdings weiß man, dass bereits Anwohner zwecks Grundstückverpachtung durch die Firma PNE angesprochen wurden.  Hier hat die Stadt keinen eigenen Besitz, um Windkraftanlagen zu verhindern, bedauerte das Stadtoberhaupt außer der moralischen Kompetente fehlende handfeste Einflussmöglichkeiten.

Trockenschwimmen ist angesagt

Die Oberzent-Freibäder bleiben in diesem Jahr zu: Die drei ehrenamtlichen Schwimmbad-Initiativen auf städtischer Gemarkung (Beerfelden, Finkenbach und Hetzbach) sehen sich personell nicht in der Lage, die Corona-Auflagen zu erfüllen. Von allen wird sehr bedauert, nicht öffnen zu dürfen. Eberbach, Erbach und Michelstadt lauten die Alternativen für Badefans.

Vor kurzem fand eine Sitzung mit Vertretern der Stadt statt. Darin wurde die in Hessen ab Monatsmitte mögliche Öffnung diskutiert. Allerdings unter großen, bis 16. August geltenden Auflagen, die den Knackpunkt bilden. Zum einen geht es natürlich um die Einhaltung des Mindestabstands von 1,5 Metern. Zum anderen dürfen Sammelumkleiden von höchstens einer Person je angefangenen fünf Quadratmetern Grundfläche genutzt werden, soweit keine festen Trennvorrichtungen angebracht sind.

Außerdem muss der Zutritt ins Bad ohne Warteschlangen erfolgen. Die Betreiber müssen dazu ein Hygiene- und Zugangskonzept vorlegen und überwachen, das auch eine Reinigung der sanitären Anlagen und Umkleideräumlichkeiten in kurzen Intervallen vorsieht. Im Becken darf sich maximal eine Person je angefangener Wasserfläche von fünf Quadratmetern aufhalten.

Zum einen können die Ehrenamtlichen die Auflagen mit dem vorhandenen Personal nicht umzusetzen. Zum anderen signalisieren sie auch, dass sich „niemand die Konfrontationen bei der Umsetzung zumuten will“, wie es der Hetzbacher Walter Gerbig formuliert. Gekaufte (Jahres-)Karten für 2020 sollen nun ihre Gültigkeit für 2021 behalten. Wie es mit der Öffnung des Marbachstausees aussieht, klärt nach Auskunft von Bürgermeister Christian Kehrer derzeit der Wasserverband Mittlere Mümling.

„Wir bitten die Bürger um Verständnis“, sagt Ina Bottelberger vom Arbeitskreis Waldseebad, dass eine Öffnung der Bäder in den angrenzenden Städten leichter zu handhaben ist, weil Hauptamtliche dahinter stehen. „Wir haben uns gemeinschaftlich geeinigt, dass alle drei Bäder geschlossen bleiben“, erläutert sie. In Beerfelden wollen die Helfer nun Unkraut jäten, Büsche, Dornenhecken und Bäume zurückschneiden, „damit wir im kommenden Frühjahr keinen Urwald haben“.

„Die Grünanlage wäre gepflegt und betriebsbereit“, bedauert auch Christian Niesen vom Heimat- und Verschönerungsverein Finkenbach die fortwährende Schließung. Aber leider ist nur mit ehrenamtlichem Personal nichts zu machen. Die Helfer gehen nun daran, die Mängelliste zu aktualisieren und dann an die Stadt weiterzugeben. Dach abdichten, Wand verputzen oder Folie erneuern sind einige der Punkte, die vom Bauhof erledigt werden müssten.

Ähnlich in Hetzbach. Die Schwimmbad-Initiative will nun übers Jahr den Grünschnitt organisieren und die Wartungsarbeit für 2021 vorbereiten. Da ein Kiosk-Betreiber nach wie vor fehlte, hätte unter der Woche eine Person die Badeaufsicht übernehmen, die Eintrittskarten abreißen und die Hygienevorschriften überwachen müssen. Unmöglich, schildert Gerbig die Voraussetzungen

Mit leuchtendem Beispiel vorangehen

Zehn kleine Helfer haben sich jetzt in Finken-, Hinter- und Raubach auf den Weg gemacht, „gefahren“ von Ortsvorsteher Christian Niesen. Sie sollen dabei helfen, dass an neuralgischen Stellen langsamer gefahren wird. Hintergrund: Der Ortsbeirat schaffte vor kurzem aus deinem Budget zehn Streetbuddys an. Das Komplettpaket mit Schloss und Kette belief sich auf 450 Euro. Aufstellorte sind vor allem Buswartehäuschen, wo Kinder ein- und aussteigen, sowie Häuser, wo kinderreiche Familien wohnen.

Niesen informiert, dass die reflektierenden Figuren nicht stationär dort bleiben, sondern alle zwei Monate an andere Stellen kommen sollen. Damit will man einen Gewöhnungseffekt vermeiden. „Wir sind hinterher, dass sie immer woanders aufgestellt werden“, betont er. Die leuchtenden Freunde wurden von ihm festgekettet und angeschlossen, damit sie „uns nicht weglaufen“, meint er schmunzelnd.

Bei seiner Aktion erhielt Niesen viel positive Resonanz von den Bürgern. „Super“, war der Tenor. „Jetzt muss ich das Kettcar nicht mehr rausstellen“, sagte ein anderer. In Finkenbach stellte der Ortsvorsteher zwei Buddys etwa bei der Spedition Hotz oder Firma Baum auf. Richtung Hinterbach finden sich zwei Figuren an Häusern, wo viele Kinder wohnen, daneben weiter hinten am Bushäuschen und in Raubach am Ortseingang.

 

Finkenbach-Festival ist auf 2021 verschoben

Lange, ganz lange warteten die Macher des Finkenbach-Festivals, ob sich die wegen der Corona-Pandemie verhängten Auflagen noch lockern würden. Doch zwei Monate vor Veranstaltungstermin musste der ausrichtende FCF jetzt die Reißleine ziehen und das Traditionsevent am zweiten August-Wochenende absagen. Ein Trost für alle Fans: Es wird exakt mit der gleichen musikalischen Besetzung um ein Jahr auf 2021 verschoben. Die Karten behalten ihre Gültigkeit.

„Wir bedauern das sehr“, teilt der zweite Vorsitzende Armin Löffler mit. „Aber uns blieb keine andere Wahl.“ Man habe außerdem Gästen und Helfen Planungssicherheit geben wollen. Die Hoffnung auf weitere Lockerungen erfüllte sich letztendlich nicht so schnell wie es nötig gewesen wäre. Abstands- und Hygieneregeln, wie sie aktuell für Veranstaltungen in Hessen gelten, „können wir nicht erfüllen“, bedauert Löffler.

Im Jahr 1 nach dem Neustart unter Regie des Fußballclubs hatten die Macher ein besonders attraktives und umfangreiches Programm zusammengestellt. Zwölf Bands statt bisher zehn in den Vorjahren sollten an zwei Tagen den Fans im idyllischen Tal beim „Woodstock des Odenwalds“ einheizen. Gebucht wurden sie von Bernd Magin.

Ein Name steht dabei für Krautrock pur: „Kraan“. Die alten Recken, schon mehrfach aufgetreten, hätten auch wieder ihre Instrumente erklingen lassen. „Arthur Kay & The Clerks“ oder „Thorbjørn Risager & The Black Tornado“ sind ähnliche klangvolle Namen, auf deren Auftritt die Festival-Besucher nun ein Jahr länger warten müssen. „Riddim Posse“ und der letztjährige Kracher „Alex Auer & The Detroit Blackbirds“ halten die lokale Fahne hoch.

Neu dabei (wären gewesen und jetzt in 2021): „Leadbelly Calls“, die Band von Timo Gross und Adax Dörsam (der greift auch bei Alex Auer als Gast in die Saiten). Die beiden veröffentlichen dieses Jahr ihr Album in Reminiszenz an den legendären Bluesmann Huddie Ledbetter aus Louisiana, besser bekannt als „Leadbelly“.

Sechs weitere Bands trommelte Magin für das Wochenende zusammen, die 2021 im 450-Seelen-Dorf zwei Tage lang für ausgelassene Stimmung und einen Hauch von Odenwald-Woodstock sorgen werden. Darunter auch die „Grandsheiks“ mit ihren Frank-Zappa-Covers. Sie werden seit vielen Jahren für ihre Virtuosität und musikalische Vielseitigkeit gelobt.

Im Vorfeld der Absage liefen bereits Gespräche mit den teilnehmen Gruppen. Die Bands „kennen das leider schon“, weist Löffler auf die vielen Stornierungen von Musikveranstaltungen hin. Sie sagten durch die Bank weg fürs kommende Jahr zu, wenn dann ebenfalls am zweiten August-Wochenende das Finkenbach-Festival 2.0 stattfindet. 1977 ins Leben gerufen, gab es in den bisherigen 43 Jahren bereits zwei Mal Unterbrechungen, sodass die jetzige Veranstaltung erst die 38. gewesen wäre.

„Die Entscheidung fiel uns im Vorstand nicht leicht“, erläutert Löffler. Doch sie musste diese Woche getroffen werden. „Wir konnten leider nicht anders.“ Für den Verein bedeutet die Absage einen herben wirtschaftlichen Verlust, denn das Festival war die Haupteinnahmequelle übers Jahr hinweg. „Wir müssen jetzt sehen, wie wir über die Runden kommen“, erklärt der zweite Vorsitzende. Sollten ab September Lockerungen kommen, kann es sich der FC gut vorstellen, „spontan was Kleines zu veranstalten“. Auch mit Musik, aber eben nicht in diesen Dimensionen wie das Festival.

Gerade als der FC im März so richtig in die Bewerbung gehen wollte, schlug Corona zu. Danach lag erst einmal alles auf Eis. Orga-Pläne, wer was macht, lagen schon in der Schublade – und müssen dort nun ein Jahr bleiben. Da der Verein aufgrund der vielen Veranstaltungsjahre sehr routiniert in der Ausrichtung ist, hätte man auch noch zwei Monate vorher in die Vollen gehen können. Aber es sollte nicht sein.

„Wir haben nur aus Zwang gehandelt“, macht Löffler klar, dass eigentlich keiner darauf verzichten wollte. Denn nun ist das August-Wochenende leer. Was er dann macht? „Ich werde auf dem Balkon sitzen, runterschauen und bedauern, dass nichts stattfindet“, meint der Mit-Organisator.

Info: Die für dieses Jahr gekauften Tickets sind auch in 2021 gültig. Der FC bittet Besucher, sie zu behalten und kommendes Jahr wiederzukommen. Ist das nicht möglich, kann eine Rückgabe an der jeweiligen Vorverkaufsstelle erfolgen. Mehr unter http://www.finkenbach24.de

Der Trend geht zur Urne

Das Urnengrabfeld auf dem Sensbacher Friedhof wurde endlich angelegt, freut sich Ortsvorsteher Tobias Kuhlmann über den Baufortschritt in Corona-Zeiten. In den drei Orten des früheren Sensbachtals muss jetzt die Möglichkeit einer Urnenbestattung besser bekannt macht werden, schätzt Kuhlmann. Denn bisher wurde diese Bestattungsform seiner Kenntnis nach noch nicht so stark nachgefragt, wie es anderswo der Fall ist. Des Öfteren wird inzwischen keine Erdbestattung mit Sarg mehr gewünscht. Auch ist ein Urnengrab viel günstiger als die „Standard-Variante“.

Auf dem bestehenden Urnengrabfeld (Urnengräber mit Grabeinfassungen und Grabsteinen) des Sensbacher Friedhofs auf der Höhe stehen aktuell noch etwa 20 Grabstellen zur Verfügung, weiß der frühere Bürgermeister Egon Scheuermann. „Es bietet sich aber an, auf der nördlichen Seite des neuen Urnenfeldes ein weiteres anzulegen“, erklärt er. Damit könnte die Wiesenfläche mit den Urnengrabstellen integriert und eingerahmt werden.

Das neue Urnenfeld (Urnen in Wiese eingelassen) hat 120 Grabstellen, erläutert er. Hinter jeder Steinanordnung sind 30 Urnengrabstellen vorgesehen. Die Namensschilder werden an der großen Säule angebracht (in jeweiliger Ausrichtung auf die beigesetzte Urne). An den Steinanordnungen können auch Blumen und Gestecke abgestellt werden, ebenso in Ausrichtung auf die beigesetzte Urne. Um die hohe Säule wird noch eine Bank angeordnet.

Die Steinanordnungen auf dem Sensbacher Friedhof wurden von der Firma Tobias Kabel aufgestellt, weiß Scheuermann. Die Sandsteinsäule, die Zuwege und die Wiesenflächen wurden durch den städtischen Bauhof sehr schön und sinnvoll angelegt, beobachtete er. Die äußeren Steinsäulen wurden bereits zu Zeiten der Gemeinde Sensbachtal fertiggestellt.

Auf dem Hebstahler Friedhof ist das neue Urnenfeld unterhalb des Weges ist für etwa 22 Urnengrabstellen (bis zu zwei Urnen je Grabstelle) vorgesehen, tat sich hier bereits im vergangenen Jahr etwas. Auch hier ging der Oberzent-Bauhof zu Werke. „Das wurde sehr schön angelegt“, ist die einhellige Meinung von Kuhlmann und Scheuermann

Aktuell wird auf den vielen verschiedenen Friedhöfen der Oberzent-Stadtteile ausgelotet, welche Möglichkeiten es für alternative Bestattungsformen gibt, weil die Nachfrage danach immer mehr wächst. So wurde etwa auch in Finkenbach ein Bereich für eine pflegefreie Erdbestattung ausgedeutet. Am Gammelsbacher Friedhof wurde vom Bauhof der alte Kompostplatz abgerissen und dadurch das Urnenfeld erweitert. Der Abfall wird jetzt über zwei Container, die an der alten Einsegnungshalle stehen, vom Bauhof entsorgt, informiert Ortsvorsteher Konrad Helm.

Neue Brücke soll bald fertig sein

Die Zeit der Brückenbaustelle geht in Finkenbach langsam, aber sicher zu Ende. Ortsvorsteher Christian Niesen rechnet damit, dass noch im Juni die Fertigstellung erfolgt. Das wäre nur knapp einen Monat hinter dem im vergangenen Jahr avisierten Zeitplan. Die parallel verlaufende Behelfsbrücke an der Strecke Richtung Hinterbach wurde zwischenzeitlich schon abgebaut. Der Verkehr läuft derzeit einspurig mit Ampelregelung über das neue Bauwerk.

Eine Seite ist bereits frisch geteert, die andere wird gerade gepflastert, damit danach die Asphaltschicht draufkommt. Die Kreisstraßen-Brücke bedeutet neben den Anwohnern auch für den Schwerlastverkehr eine wichtige Ost-West-Verbindung ins Hinterbachtal. Laster, die die Odenwaldquelle ansteuern, haben keine Alternative, denn die Strecke von Ober-Schönmattenwag über die Raubach ist für Lkw gesperrt. Deshalb auch die Ersatzbrücke. Die neue Brücke entstand in der gleichen Größe wie die bisherige.

Auf der K 37 erfolgte ein Neubau anstelle der stark geschädigten Bachbrücke. Hierfür wurde für die Zeit der Bauarbeiten zunächst eine rund 100 Meter lange, einspurige Umfahrung mit Behelfsbrücke hergestellt. Der unter dem Bauwerk fließende Falkengesäßer Bach wurde mittels Verdolung umgeleitet. Zum Schutz der Fische erfolgte zudem eine Elektrobefischung sowie der Einbau eines ökologischen Schutzzaunes. Anschließend wurde die 1960 erbaute Stahlbetonbrücke vollständig abgebrochen.

Die neue Brücke wird als Stahlbetonbrücke in Ortbetonbauweise hergestellt. Die Gründung erfolgte auf Bohrpfählen. Die Kosten der Maßnahme belaufen sich – Stand Baubeginn – auf rund 781.000 Euro und werden vom Odenwaldkreis getragen. Das Land Hessen unterstützt ihn im Rahmen der Verkehrsinfrastrukturförderung mit einer Zuwendung von rund 80 Prozent der Gesamtkosten.

Wenn die Brücke fertig ist, will sich der Ortsbeirat darum kümmern, dass dort auch wieder Blumenkästen hängen. Neue Halterungen wurden bereits in Auftrag gegeben. Vor den Bauarbeiten musste im Herbst das Schachfeld auf der anderen Bachseite Richtung Feuerwehrhaus abgebaut werden. Es soll seinen neuen Platz am Schwimmbad finden, wo bereits Spielplatz und Tischtennisplatte sind. „Der Bauhof muss noch baggern“, werden die Arbeiten laut Niesen bald angegangen.

Der Ortsbeirat schaffte vor kurzem zehn Streetbuddys an, informiert Niesen über die Tätigkeit des Gremiums in der sitzungslosen Zeit. Acht davon sollen in Finken-, Hinter- und Raubach aufgestellt werden, zwei behält man auf Lager. Aufstellorte sind vor allem Buswartehäuschen, wo Kinder ein- und aussteigen, sowie Häuser, wo kinderreiche Familien wohnen.

Der Ortsvorsteher kündigt an, dass die reflektierenden Figuren nicht stationär dort bleiben sollen, sondern alle zwei Monate an andere Stellen kommen. „Wir sind hinterher, dass sie immer aufgestellt werden“, erläutert er. Außerdem werden die leuchtenden Freunde festgekettet und angeschlossen, damit sie „keine Beine bekommen“.

 

 

Weckruf für den Gartenschläfer

Hessen sucht den Gartenschläfer. Dahinter verbirgt sich nicht der schnarchende Nachbar in seiner Liege, sondern ein kleiner, mausähnlicher Nager. Auch im Finkenbachtal will man nach diesem scheuen Bilch (eine Familie aus der Ordnung der Nagetiere) fahnden, der nachgewiesenermaßen bei Wiesbaden stark verbreitet ist. Die gerade ausgezeichnete „Spurensuche Gartenschläfer“ fand bei Ortsvorsteher Christian Niesen Widerhall, der mit ein paar Freiwilligen Spurentunnel ausbrachte.

Zeitgleich mit der Auszeichnung startet in Finkenbach ein neuer Versuch, dem Gartenschläfer auf die Spur zu kommen. Von den Projektexperten, zu denen neben den Aktiven des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) auch die Justus-Liebig-Universität Gießen und die Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung zählen, wurde ein Abschnitt des Finkenbachtals als „verdächtig“ ausgedeutet, in dem nun eine neue Suchaktion beginnt. Mit Zustimmung der Forstverwaltung wurde eine standardisierte Untersuchungsstrecke installiert. Diese wird von freiwilligen Helfern in den kommenden Monaten betreut.

Die wohl einfachste Methode, um den Gartenschläfer nachzuweisen, ist der sogenannte „Spurtunnel“. Dabei handelt es sich um ein Plastikrohr, das neben einem weißen Papier auch „Tinte“ (bestehend aus Aktivkohle und Olivenöl) enthält und an Ästen befestigt wird. Geht der Nager durch den Tunnel, hinterlässt er Spuren, die gut von denen anderer Kleinsäuger unterschieden werden können. Einen Köder braucht es nicht, da der Gartenschläfer sehr neugierig ist.

25 Spurtunnel wurden von den vier Ehrenamtlichen im Finkenbachtal unterhalb der Ortsmitte Richtung Ober-Hainbrunn ausgebracht – auf einer Strecke von 500 Metern alle 25 Meter einer. Sie werden alle zehn Tage kontrolliert, erläutert Niesen. Sollte man verdächtige Spuren finden, „dann installieren wir dort Wildkameras“, erklärt er. Damit die Helfer wissen, wer wer ist, bekamen sie Schaublätter, um die Spuren zuordnen zu können.

Niesen wertet das Projekt als „sehr interessant in Bezug auf den Naturschutz vor Ort“. Denn im Finkenbachtal ist so einiges zu Hause, was anderswo selten ist. Ein Biber hat sich oberhalb der Fischteiche angesiedelt. „Solange das Schwimmbad zu ist, habe ich Zeit“, schmunzelt der Ortsvorsteher. Die Suche nach dem kleinen Nager in Oberzent ist allerdings „ein Versuch ins Blaue“, weiß er. Einen konkreten Verdacht auf ein Vorkommen gibt es nicht.

Im Odenwaldkreis wurde im vergangenen Sommer in der Güntersfürst drei Monate nach dem kleinen Bilch gefahndet. Hier ist letztmalig im Kreis vor Jahren ein Nachweis der Art bekannt. Der Gartenschläfer ist ein kleiner Verwandter des Siebenschläfers, dessen Bestände in kurzer Zeit vielerorts dramatisch zurückgegangen sind. Warum, ist bislang noch unklar.

Deshalb haben sich Naturschutz und Forschung auf Spurensuche begeben. Ihr Ziel: Es soll nicht noch ein Teil unserer biologischen Vielfalt verloren gehen. Gefördert wird das Projekt im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums.

Der Gartenschläfer soll als Tierart vor unserer Haustür – für deren Schutz jede und jeder etwas tun kann – bekannter werden. „Deutschland trägt eine besondere Verantwortung für den Gartenschläfer, da ein Großteil seines Verbreitungsgebiets bei uns liegt“, erklärt Susanne Schneider, Projektkoordinatorin für die Spurensuche Gartenschläfer in Hessen. In der „Meldestelle Gartenschläfer“ unter www.gartenschlaefer.de sind bereits mehr als 1500 Hinweise zusammengekommen, davon fast 500 in Hessen.

Info: Die „Spurensuche Gartenschläfer“ des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Justus-Liebig-Universität Gießen und der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung wurde als „Projekt der UN-Dekade für Biologische Vielfalt“ ausgezeichnet. Die Jury lobt besonders, wie die Öffentlichkeit für diese kleine Tierart mitgenommen wurde – durch Medienarbeit sowie durch zahlreiche Mitmachangebote. Wiesbaden ist die „Gartenschläfer-Hauptstadt“ – hier hat der kleine Nager sogar den Hauptbahnhof bezogen. Südlich des Mains kommt der Gartenschläfer im Landkreis Groß-Gerau vor, aus dem Odenwald gibt es einzelne Nachweise. Auch aus den Randgebieten Frankfurts und dem Maintal gibt es Meldungen. Aus dem restlichen Hessen sind Nachweise spärlich und veraltet. Mehr unter www.gartenschlaefer.de

 

Gartenschläfer-Bild: Jiří Bohdal/BUND

Freibadsaison in Oberzent könnte ins Wasser fallen

Die Freibadsaison droht coronabedingt ins Wasser zu fallen. Denn normalerweise starten in diesen Tagen die Vorbereitungen, damit die drei Bäder Mitte bis Ende Mai öffnen können. Doch das öffentliche Leben ist lahmgelegt – keiner weiß wie lange. Durch die Begrenzung von Menschenansammlungen auf zwei Personen ist es unmöglich, gemeinsame Arbeitseinsätze zu koordinieren. Somit stockt alles.

Genau das ist aktuell das Problem des Vereins Waldseebadbad Beerfelden, der in den Vorjahren meistens rund um Ostern mit etlichen Helfern begann, das über 80 Jahre alte Freibad wieder herzurichten. „Arbeitseinsätze dürfen nicht stattfinden“, bedauert die Vorsitzende Ina Bottelberger. „Uns bleibt also nichts anderes übrig als abzuwarten“, meint sie fatalistisch.

Plan B der Ehrenamtlichen, wenn die Beschränkungen noch länger dauern sollten, aber noch vor Beginn der Saison enden: „Dann spritzen wir eben nur das Becken aus.“ Das würde als Notmaßnahme reichen, um zumindest öffnen zu können. Jedoch steht alles in den Sternen. Es weiß derzeit niemand, ob in Beerfelden im Sommer draußen gebadet werden kann.

Das 50 Meter lange Becken hat einen Schwimmer- und Nichtschwimmerbereich sowie ein Ein-Meter-Sprungbrett und einen Drei-Meter-Sprungturm. Es gibt eine große Liegewiese mit drei Holz-Sonnendecks, Babybecken, Schaukel und Rutsche, Sandkasten, Beach-Volleyballfeld, schattige Ruhebänke im Wald sowie einen Kiosk mit gemütlicher Sonnenterasse.

Am Finkenbacher Freibad setzen die Aktiven des Heimat- und Verschönerungsvereins (HVV) derzeit auf Einzeleinsätze. „Der Rasen wird gemäht, die Maulwurfhügel werden plattgemacht, der Kiosk geputzt“, berichtet Vorsitzender Christian Niesen. Man will keine Zeit verlieren. Ihm ist aber klar, „dass wir abwarten müssen“. Er rechnet nicht damit, „dass wir Anfang Mai aufmachen“.

Im 1933 gebauten Freibad gibt es ein Schwimmerbecken mit 25 auf 12,5 Meter und einer maximalen Tiefe von 1,90 Metern. Das Kinderbecken hat einen Durchmesser von etwa sechs Metern. In den vergangenen Jahren wurde viel saniert. Gleich neben dem Eingang erhielt die Sitzecke für Stammgäste einen festen Untergrund. Die vier Metallpfosten des Sonnensegels bekamen ein gemauertes Fundament. Neben der Fliesenumrandung des Kinderbeckens wurde auch die Randfolie erneuert. Vom HVV wurden sämtliche Bänke und Tische frisch gestrichen und marode Holzlatten ersetzt.

Ähnliche Unsicherheiten gibt es ebenfalls bei Schwimmbad-Initiative Hetzbach. „Pflegemaßnahmen von Bäumen und Rasen  finden statt“, berichtet Walter Gerbig. „Natürlich einzeln oder zu zweit mit  den erforderlichen Abständen“, betont er. Um hinzuzufügen: „Im Bad ist ja genug  Platz.“ Die Aktiven wollen die Entscheidung der Verantwortlichen im Bund am 20. April abwarten, ob die derzeitigen Beschränkungen gelockert werden.

„Sollten wir grünes Lich  bekommen und soziale Kontakte wieder möglich  sein“, sieht der Ablauf laut Gerbig wie folgt aus: Reinigung des Bads an einem Wochenende und Einlassen des Frischwassers. Nach fünf Tagen ist das Becken voll und der Badebetrieb könnte starten. „Wir sind aufgrund der jahrelang geübten Tätigkeiten besonders flexibel“, hebt er hervor. Der Dienstplan der Badeaufsichten wird dann ab dem geplanten Öffnungstag bis Saisonende  erstellt. Es könnte aber in Zeiten von Corona auch die Entscheidung fallen, dass die öffentlichen Bäder neben weiteren öffentlichen Einrichtungen geschlossen bleiben, befürchtet der Hetzbacher.

Im Stadtteil gibt es ein solarbeheiztes 25-Meter-Becken mit Nichtschwimmer- und Schwimmerbereich, außerdem noch ein Babybecken. Sonnenliegen direkt am Schwimmbecken, eine Liegewiese mit Sonnensegel, ein Liegehügel, Sitzmöglichkeiten auf der gesamten Rasenfläche und ein Kiosk mit Terrasse runden das Angebot ab.

 

Info: Einen Überblick mit Verlinkungen zu den jeweiligen Bädern bietet die Webseite der Stadt Oberzent: http://www.stadt-oberzent.de/stadtleben/kommunale-einrichtungen/schwimmbaeder/