Finkenbacher Ortsbeirat will die schwarzen Mobilfunk-Löcher schließen

Die Sanierung der Brücke über den und in Finkenbach soll nach aktuellem Stand im Frühjahr angegangen werden, teilte Ortsvorsteher Hans Heinz Keursten auf der Sitzung des Ortsbeirats im alten Schulhaus mit. Weil die Maßnahme nun mit einer knappen Million fast doppelt so viel kostet wie ursprünglich angenommen, musste sie – da es sich um eine Kreisstraße handelt – noch einmal in den Kreistag. Bei diesem Bauwerk schlägt die aktuelle Vollauslastung des Handwerks gnadenlos zu. „Die können derzeit jeden Preis verlangen“, so Keursten.

Die Brücke über den Finkenbach ist auch anderweitig von Bedeutung. Denn hinter ihr beginnt in Richtung Hinter- und Raubach die mobilfunkfreie Zone, sozusagen das Odenwälder Tal der Ahnungslosen. Dabei wäre es so einfach, auch dort einen Empfang herzustellen: Die Konzerne müssten nur wollen. Oberhalb des Feuerwehrhauses gibt es einen früheren Mast des hessischen Rundfunks, über den derzeit auch der Digitalfunk der Brandschützer läuft. „Da müssten nur Sender und Empfänger drauf“, sagte der Ortsvorsteher.

Der Ortsbeirat gab deshalb an den Magistrat den Wunsch weiter, dass sich dieser an die Landesregierung mit der Bitte um Abhilfe wenden soll, damit das Funkloch endlich verschwindet. „Am Kohlenmeiler in Hinterbach ist überhaupt kein Empfang“, sagte Keursten. Hintergrund der Bitte ist das Landesprogramm, ausgestattet mit 50 Millionen Euro, um solche schwarzen Löcher in der Mobilfunkversorgung zu schließen.

Zu Beginn der gut besuchten Sitzung informierte der Ortsvorsteher kurz über den Haushaltsplan 2018 und die Planungen für kommendes Jahr. Für 2019 wünscht man sich die Fortsetzung der Straßenunterhaltungsmaßnahmen, wie sie in diesem Jahr schon praktiziert wurden. Am Südhang oder in der Wetterbergstraße (mit der dortigen Finkenbach-Brücke bei Fenster Baum) muss saniert werden.

In Bezug auf die Hinweisschilder im Ort will man sich am gemeinsamen Konzept der Stadt beteiligen. Odenwaldquelle, Widder, Tretbecken in Hinterbach, Schwimmbad oder Sportplatz sind Punkte, die darauf auftauchen sollen. Eine entsprechende Liste geht an den Magistrat. Thematisiert wurden auch mögliche Wohnmobil-Stellplätze beim Schwimmbad während der Badesaison. „Das wollen wir uns vor Ort ansehen“, sagte Keursten. Auch will der Ortsbeirat für weitere Überlegungen den FCF ins Boot holen.

Vor Ort soll es weiterhin darum gehen, in die Parkanlage am Feuerwehrhaus Ordnung reinzubringen. Kleider- und Glascontainer stehen an der Seite des Gebäudes und bieten vom Grün aus keinen besonders schönen Anblick. „Vielleicht lässt sich dafür ein anderer Standort finden“, meinte Keursten. Die Details will man klären, wenn das Gelände in Augenschein genommen wird. Der Ortsvorsteher freute sich über eine wieder von den Bürgern gut besuchte Sitzung von Finken-, Hinter- und Raubach, in die sich die Einwohner mit ihren Anliegen einbringen konnten.

Advertisements

Oberzent räumt beim Südhessenpokal der Jugendfeuerwehren ab

Die Jugendfeuerwehren aus dem Odenwaldkreis sind südhessenweit spitze: Vier der sechs möglichen Pokale nahmen sie vom Südhessenpokal in Babenhausen (Landkreis Darmstadt-Dieburg) mit nach Hause. Bei den gemischten Gruppen siegte der Titelverteidiger JFW Ober-Hainbrunn mit 1397 Punkten vor Rothenberg (1367), bei den gemischten Staffeln Kortelshütte (1390) vor Brombachtal (1388). Insgesamt 14 Teams traten in den beiden Wertungsklassen der Gruppen und Staffeln an, um ihre Sieger zu küren.

Früh morgens reisten die Teams aus dem Odenwaldkreis in den Nachbarlandkreis, um sich mit den benachbarten Landkreisen (Darmstadt-Dieburg, Bergstraße, Groß-Gerau, Offenbach) im Bundeswettbewerb zu messen. Auch die kreisfreien Städte Darmstadt und Offenbach waren einbezogen. Bei den Gruppen (neun Teams) traten die Jugendfeuerwehren Rothenberg und Ober-Hainbrunn an, bei den Staffeln (fünf Mannschaften) Finkenbach, Brombachtal, Kortelshütte und Hainstadt aus dem Odenwald.

Alle Teams zeigten in den beiden Disziplinen (Übung nach Feuerwehrdienstvorschrift und Staffellauf mit Hindernissen) ihr Können. Schon vor der Siegerehrung war abzusehen, dass die Odenwälder Mannschaften wieder ganz vorne mitspielen würden. Die Siegerehrung im Beisein zahlreicher Ehrengäste brachte dann den Beweis.

Jeweils die drei Erstplatzierten wurden mit Pokalen belohnt. Alle Teilnehmer erhielten auch noch Urkunden. Mehr als 20 Punkt- und Wertungsrichter waren beim Wettbewerb im Einsatz. Eingeladen waren die jeweils erfolgreichsten Jugendfeuerwehren, die bereits auf Kreisebene siegreich waren. Ausrichter des Wettbewerbs war diesmal die Kreisjugendwehr Darmstadt-Dieburg.

Die Rothenberger fuhren zusammen mit den Jugendfeuerwehren der ehemaligen Ortsteile Finkenbach, Kortelshütte und Ober-Hainbrunn nach Babenhausen. Vor Ort entschied sich die Truppe aus dem Höhendorf nach kurzem Überlegen für den B-Teil als erste Aufgabe. „Dieser lief bis auf eine kleine Kleinigkeit perfekt“, so Jugendwart Janis Heckmann. Jedoch: Vor dem B-Teil ist vor dem A-Teil.

Ein wenig geknickt „bewiesen unsere Kids dennoch, dass sich das Training der letzten Wochen gelohnt hat“, freute er sich. Eine sehr gute Zeit und fehlerfrei lautete das Ergebnis der Schauübung. Nun hieß es Warten. Die Siegerehrung ging los und es war kaum auszuhalten. Doch dann kam: „Jugendfeuerwehr Rothenberg Platz 2“. Alle waren stolz auf sich und die Mannschaft bekam ihren wohlverdienten Ruhm für das ganze Training, sagte er.

Platzierungen

Gemischte Gruppen: Ober-Hainbrunn, Rothenberg, Bensheim-Zell (Landkreis Bergstraße), Trebur (LK Groß-Gerau), Wald-Erlenbach (LK Bergstraße)

Gemischte Staffeln: Kortelshütte, Brombachtal, Astheim (LK Groß-Gerau), Hainstadt, Finkenbach, Hergershausen (LK Da-Di), Schönmattenwag (LK Bergstaße), Wembach-Hahn (LK Da-Di), Ober-Ramstadt (LK Da-Di).

Hecken rund ums Finkenbacher Freibad werden zurückgeschnitten

„Das Tal wächst zu, wir müssen was dagegen tun“: Christian Niesen vom Heimat- und Verschönerungsverein macht klar, dass rund ums Freibad Handlungsbedarf besteht, wenn es ums Zurückschneiden der Sträucher und Büsche geht. Dafür trafen sich nun ein paar Ehrenamtliche aus dem Ort, um das Grünzeug zu entfernen und gleichzeitig das Schwimmbad winterfest zu machen.

Was ist besonders dringend? „Hecken, Hecken, Hecken“, sagt Niesen. An einem Tag ist nicht alles zu schaffen, deshalb wird es in spe einen weiteren Arbeitseinsatz geben. Schon zwei Stunden nach den Start ist der bereitgestellte Container voll bis oben hin. Und das, „obwohl Hans Heinz die Äste wie bei Tetris draufgestapelt hat, damit möglichst viel reinpasst“, lacht Niesen und deutet auf den ehemaligen Bürgermeister Keursten. Dass die Helferzahl überschaubar ist, hat für ihn auch einen Vorteil: „Wir treten uns nicht auf die Füße.“

Finkenbacher Freibad mit viel mehr Besuchern als im vergangenen Jahr

Gelungener Abschluss einer sehr guten Saison: Stefan Zirkel, bekannt von „Cool Breeze“, unterhielt mit der Band „SO!“ die Gäste im Finkenbacher Freibad beim Abschlussfest. Mit dem Besuch an diesem Tag zeigte sich das Team um Mareike und Christian Niesen wie auch mit dem Andrang während des Sommers sehr zufrieden. „Wir hatten höchstens zehn Tage zu“, forderte der heiße und lang anhaltende Sommer den beiden einiges ab. „Langsam läuft es wieder“, scherzt Niesen. Zwischendurch gingen die Helfer aber ziemlich auf dem Zahnfleisch.

Der Heimat- und Verschönerungsverein (HVV) verzeichnete ein großes Plus an verkauften Eintrittskarten gegenüber dem Vorjahr. Das hing auch damit zusammen, dass das Freibad an mehr Tagen als 2017 geöffnet war. Daneben kommt das Konzept der Niesens bei den Badegästen sehr gut an, ist immer wieder zu hören. Damit das Bad rausgeputzt in die Winterpause gehen kann, gibt es am 29. September einen letzten Arbeitseinsatz. Am ersten Mai-Wochenende 2019 soll das Eröffnungsfest für die kommende Saison steigen. Gebadet werden kann dann je nach Witterung.

Mit längst verschollen geglaubten Songs aus den letzten fünf Jahrzehnten unterhielten die Musiker die Gästeschar. Ganz nach dem Motto „Kennt jeder, spielt keiner“. Mit Charme verpackt in einer Art, wie man sie nirgends sonst zu hören bekommt. Damit kam die Treppe bestens an. „Die Leute waren lange da“, freute sich Niesen. Erst die typische abendliche Kälte im Finkenbacher Tal bereitete dem Feiern ein Ende.

Zur nachmittäglichen Kinderunterhaltung war Ritter Friedrich aus Hirschhorn vorbeigekommen. Hans-Jürgen Waibel in seiner Paraderolle leitete das Hufweisenwerfen, Armbrust- und Bogenschießen an. Unterstützt wurde er dabei von Mareike und Christian Niesen in mittelalterlichen Kostümen. Auf die Kinder wartete noch ein kostenloses Eis, das Herbert Gerhart von IWG-Induktionswerkzeuge spendete. Er stiftete auch jeweils eine Jahreskarte für Erwachsene, Kinder und Familien, die unter den Besuchern des Jahres 2018 verlost wurde. Als Losnummer diente die Eintrittskarte aus dieser Saison.

Info: Der Heimat- und Verschönerungsverein Finkenbach/Hinterbach/Raubach veranstaltet einen Arbeitseinsatz im Freibad Finkenbach. Am Samstag, 29. September, soll ab 10 Uhr in einer freiwilligen Helferaktion das Schwimmbadgelände in Ordnung gebracht werden. Anmeldung/Ideen/Fragen an Christian Niesen, Telefon 06068/4029, oder in Mareikes Backshop. Nach getaner Arbeit ist für das leibliche Wohl gesorgt.

Schönes Ambiente und ein ausgefallenes Angebot machen das Finkenbacher Weinfest zum Erfolg

Es sind zwei, besser drei Faktoren, die das Weinfest der Finkenbacher Feuerwehr immer zu einem Erfolg werden lassen: das herrliche Ambiente im kleinen Park neben dem Gerätehaus, außerdem die Speisekarte mit einem nicht alltäglichen Angebot – und das zu sehr moderaten Preisen. Kommt dann noch das herrliche Wetter dazu, dann sind ruckzuck alle Sitzplätze belegt und die Helfer von Feuerwehr und Ortsbevölkerung haben alle Hände voll zu tun. 50 Freiwillige sind den Tag über fürs Wohl der Besucher im Einsatz.

Fabian Sauter und Thomas Frisch sind die Chefs der Flammkuchen-Abteilung. Ob traditionell mit Lauchzwiebeln, Speck und Schmand, griechisch Marke Hellas oder mit Lachs: Sie kommen, im Holzofen frisch gebacken, alle an. Natürlich die süße Variante nicht zu vergessen. Der Klassiker, der elsässische, läuft aber immer noch am besten. Er wird wie die anderen im Feuerwehrhaus von fleißigen Händen frisch belegt und dann die paar Meter zum Holzofen rübergetragen.

Dazu Forelle mit Kartoffelsalat, Ofenkartoffel mit Kräuterquark oder hausgemachte Kürbissuppe: Eher ungewöhnliche Gerichte bei einem Feuerwehrfest. Die Finkenbacher Brandschützer haben mit diesem Angebot aber sehr gute Erfahrungen gemacht. Beim Fisch setzen die Wehrleute auf Regionalität. Die Forelle stammt aus der Teichanlage Finkenbachtal von Matthias Bartmann. Am Tag vorher gefangen, legte sie dieser eine Nacht in Salz ein, ehe sie dann auf den Teller kommen. 40 Stück waren geordert worden. Kein Vergleich aber zum Flammkuchen, von dem 240 Stück an diesem Tag verputzt werden.

Die fünf Mitglieder der Jugendfeuerwehr verdienten sich etwas fürs Zeltlager dazu und boten neben Kuchen (Spenden aus der Ortsbevölkerung) auch Kaffee an. Eine Hüpfburg sorgte für Unterhaltung der Kinder. Alles zusammen bildet das Erfolgsrezept des Festes, das die Feuerwehr im Jahr 2010 neu aufleben ließ. Den dortigen Brunnen im Park „gibt’s schon seit 24 Jahren, aber bisher wurde er noch nicht als Festkulisse genutzt“, weiß Vereinsvorsitzender Jens Schindler. Was wäre das Weinfest ohne Wein: Verschiedene Tropfen vom Weingut Diel aus Rheinhessen fanden zahlreiche Abnehmer.

Von der Bevölkerung wird es sehr gut angenommen, ist es doch eine schöne Alternative zur traditionellen Kerwe. Aus Finkenbach selbst kommen deshalb auch die meisten Gäste. Mit Holzwagenrad, alten Weinfässern und aus Weinflaschen gestalteten Kerzenhaltern für Teelichter wurde das entsprechende Ambiente geschaffen. Zum inzwischen neunten Mal wurde im Park gefeiert.

Mehrere hunderte Besucher dürften es in diesem Jahr gewesen sein, freute sich Schindler. Ähnlich viele wie 2017, als ebenfalls optimales Wetter herrschte. Auch die Feuerwehren aus Langenthal und Ober-Hainbrunn ließen es sich munden. Bei den Getränken war natürlich der Fest-namensgebende Wein ein Muss. Die Weinprobe „wurde sehr gut angenommen“, so Schindler. Vier weiße und vier rote Tropfen standen zur Auswahl, dazu noch zwei Roséweine. Sie durften vorher auch im Fünfer-Pack verkostet werden.

Bei so viel Durst kommt natürlich etliches zum Spülen zurück. Herr der Gastro-Spülmaschine ist Rainer Flick, der sich über die prompte Erledigung der schmutzigen Arbeit innerhalb von zwei Minuten freut. „Früher musste das alle drüber im Haus per Hand gewaschen werden“, deutet er aufs Feuerwehrgebäude. „Das war eine ziemliche Strafarbeit.“

Viele Initiativen beteiligten sich in Oberzent am Freiwilligentag des Odenwaldkreises

Das ehrenamtliche Engagement wird in Oberzent groß geschrieben. Allein zwölf Initiativen beteiligten sich in der neuen Stadt am Freiwilligentag des Odenwaldkreises. Überall wurde geschrubbt, gehämmert, gezimmert, geschraubt, auf dass sich das eigene Dorf wieder in neuem Glanz zeigt.

Wenn in Ober-Hainbrunn was zu schaffen ist, dann kommen immer etliche Helfer zusammen. Ortsvorsteher Stefan Hofmann freute sich über 25 bis 30 Freiwillige, die dabei halfen, das Erdgeschoss im alten Schulhaus zu entkernen, den Weg hinunter zur Mühlstraße freizuschneiden und die Brücke am Sportplatz auf Vordermann zu bringen. Zusätzlich wird dort eine Saugstelle für die Feuerwehr gebaut, weil sie mit dem neuen, größeren Auto nicht mehr direkt an den Bach fahren kann.

Die Lehrerwohnung im alten Schulhaus neben der Feuerwehr steht schon seit eineinhalb Jahren leer. Sie soll jetzt zu einem Gemeinschaftsraum für die ganze Ortsbevölkerung plus Wahllokal umgebaut werden. Dafür ist allerdings viel zu tun. Eine Zwischenwand wurde rausgestemmt, das Bad musste entfernt werden, ein Behinderten-WC kommt rein, der ganze Putz wurde von Decken und Wänden geklopft. „Die Eingangstür mit den Glasbausteinen hat uns ziemlich aufgehalten“, so Hofmann. Denn da waren Stahlzargen drin.

Wandverkleidungen und Türzargen mussten auch noch raus, ständig dröhnten die Geräte. Die Helfer brachten laufend Schutt nach draußen. „Einen Pritschenwagen und zwei Anhänger haben wir bereits nach Wald-Michelbach gebracht“, sagte er. Die Arbeiten sind aber noch lange nicht beendet. Weitere Einsätze sind notwendig, bei denen Hofmann auf eine ähnlich gute Beteiligung hofft.

Von der Neckar- zur Mühlstraße führte ein kleiner Weg, der in der Vergangenheit ziemlich zugewuchert war. Er ist nun wieder gut zugänglich, nachdem Büsche und Sträucher entfernt wurden. Rund um den Glascontainer und das Gefriertruhenhaus packten auch einige Helfer an, um die Hinterlassenschaften anderer zu beseitigen. „Was die Leute alles wegwerfen ist unglaublich“, beklagte eine Freiwillige.

In Finkenbach waren knapp 20 Feuerwehr-Angehörige und Ortsbürger rund um das Gerätehaus und den angrenzenden Park aktiv. Das Grün wurde kräftig zurückgeschnitten und der Bachlauf saubergemacht. Ein kompletter Anhänger mit Grünschnitt, bestimmt zehn Kubikmeter, kam so zusammen, schätzte Wolfgang Buchert. Außerdem wurde noch Dachpappe einer alten Schutzhütte aufgeladen. Er war erfreut über die gute Resonanz.

Die SG Rothenberg will sich auf der Höhe ihren lang gehegten Traum von einem Ballfangzaun erfüllen. Denn vorher rollte das runde Leder mit schöner Regelmäßigkeit den Abhang runter, mit etwas Pech noch ins Gebüsch rein, wenn einer der Kicker kräftig verzog. 70 Metallpfosten wurden auf einer Länge von 210 Metern ins Erdreich gehauen. 1,10 Meter hoch soll der Zaun werden.

Die Fläche zwischendrin ist dann als Vorbereitungsfläche gedacht, wenn der Sportplatz selbst belegt ist, erläuterte Dominik Foshag. „Das war vorher eine extrem steile Böschung“, schilderte er. Federführend bei der Aktion war Volker Sauer, der mit Hingabe und Motorsäge am Hang aktiv war, um ein wenig Licht ins Strauch-Dickicht zu bringen. 15 Helfer packten mit an.

Eine ähnliche Zahl von Freiwilligen sorgte in Kortelshütte dafür, dass an der Kreuzung von Hoch- und Eberbacher Straße die Info-Tafel erneuert wurde. Unter der Federführung von Heike Götz vom Ortsbeirat wurden außerdem eine Sitzbank und Blumentrog neu gestellt. Adolf Helm, Marco Gugau und Arno Götz zeichnen dafür verantwortlich. Die komplette obere Erdschicht wurde abgetragen und abgefahren, die Fläche mit Holzhackschnitzeln wieder aufgefüllt.

Zum Text geht's…

Posted by Thomas Wilken on Monday, September 17, 2018

 

Als das Leben in Finkenbach noch vor sich hinplätscherte

Was waren das früher für tolle Tage im Finkenbacher Freibad. Die Einheimischen wissen noch die aufregenden und komischen Geschichten von damals, als das Leben im Finkenbachtal gemächlich vor sich hinplätscherte und sich nicht so oft Auswärtige in den südlichen Odenwald verirrten. Alles war vor dem Internet- und Smartphone-Zeitalter entschleunigt. Das Leben war ein langer, ruhiger Fluss, erzählen Anneliese und Willi Arnold sowie Gerhard und Werner Friedrich vom hiesigen Chronikkreis.

Aus den Berichten der Eltern und Großeltern wissen die vier im Alter zwischen 75 und 82 noch, dass das Freibad Ende der 30er Jahre in Eigenarbeit hergestellt wurde. Schorsch Löffler und Gustav Siefert waren federführend. Der Reichsarbeitsdienst hatte – wie es in Beerfelden geschah – seine Hände nicht im Spiel. Gespeist wurde es vom oberhalb liegenden Mühlgraben. Durch die Rohre zwängten sich manchmal auch ein paar Forellen, die dann fröhlich im Becken herumschwammen.

Werner ging noch zur Schule, als das Becken in den 1950er Jahren das erste Mal renoviert wurde. Vorher bildete verputzter Buntsandstein die Wände, der sich aber als zunehmend ungeeignet erwies. „Das Bad sah damals bös aus“, erinnert er sich. Die Arbeit wurde gerecht aufgeteilt: Den einen Abend mussten die Bewohner der Häuser auf der einen Seite helfen, am nächsten Tag die auf der anderen Seite.

Willi aus Rothenberg freute sich immer aufs Heumachen im Sommer. Denn dann kam die Bergbevölkerung hinunter ins Tal und hatte endlich mal fließendes Wasser, das den Namen auch verdiente. Denn oben auf dem Berg gab es davon so gut wie nichts. Werner ist noch im Gedächtnis, „dass die Rothenberger Buben dann den Bach gestaut haben, um Forellen zu fangen“, wie er schmunzelnd anmerkt.

Die vier ortskundigen Senioren können sich noch daran erinnern, wie sich die Jugendlichen im Winter im Schwimmbad auf eine Eisscholle stellten und sich dann mit den Stecken am Boden abstießen. Schwimmbad-Surfen quasi. „Was war da los, wenn einer reingefallen ist“, lacht Gerhard. Einer, der unfreiwillig zu einem Bad kam, hatte unter seinen Klamotten eine „Leib-und-Seele-Hose“ an. Die kam natürlich dann zum Vorschein. „Was war das für ein Gelächter“, weiß Anneliese.

„Da oben war früher das Landschulheim der Liselotte-Schule aus Mannheim“, deutet Werner auf ein prägnantes Gebäude am Hang gegenüber. Wohlgemerkt war das eine Mädchen-Schule. „Die Mädels haben das Schwimmbad sehr gerne gemocht“, meint er verschmitzt. Die Jungs fanden es auch gut, wenn das weibliche Geschlecht aus der Großstadt baden ging? Da setzen die drei älteren Herren einen verschwörerischen Blick auf. „Dazu sag ich jetzt nix mehr“, lacht er.

Der Beginn des „Guru-Feschts“, wie das Finki-Festival bei den Einheimische genannt wird, ist den Vieren ebenfalls noch in guter Erinnerung. Vor 41 Jahren wurde es erstmals rappelvoll im Finkenbachtal. „Da war kein Durchkommen mehr“, weiß Willi. Zuerst auf dem heutigen Sportplatz durchgeführt, zogen die Feierwütigen dann auf die Wiese unterhalb der Firma Baum Fensterbau um, bevor es dann der heutige Platz am Schwimmbad wurde.

Schon immer kamen die Besucher aus dem ganzen deutschsprachigen Raum und darüber hinaus. Anneliese erinnert sich lachend, „wie sich die Leute damals im Auto ausgezogen haben“. Ihr ist aber genauso im Gedächtnis, „dass nie etwas passiert ist“. Willi, der damals noch im Laden arbeitete, berichtet von „den Riesenmengen an Menschen“, die sich für ein Wochenende in Finkenbach einfanden.

Info: Das Abschlussfest der diesjährigen Saison im Finkenbacher Freibad findet am Samstag, 7. September statt. Kaffee, Kuchen und Grillen startet um 14 Uhr, um 14.30 Uhr beginnen die Spiele für Kinder „aus einer anderen Zeit“. Livemusik mit Stefan Zirkel und „SO!“ gibt es ab 16.30 Uhr, die Verlosung startet um 18 Uhr. Das Schwimmbad hat bei schönem Wetter bis zum 30. September geöffnet. Weitere Infos auf http://www.facebook.com/FreibadFinkenbach/

Zum Artikel geht's hier: https://hirschhorner.wordpress.com/2018/08/28/als-das-leben-in-finkenbach-noch-vor-sich-hinplaetscherte/Schwimmbad Finkenbach

Posted by Thomas Wilken on Monday, August 27, 2018