Adventsmarkt verzauberte die Besucher in Finkenbach

Es war einfach zauberhaft im Finkenbachtal. Von der „Traube“ bis hin zu Mareikes Backshop gab es viele weihnachtliche Geschenkideen, boten Finkenbacher und alle, die sich dem Ort verbunden fühlen, ihre selbst gefertigten Waren zum Verkauf an. Mit Erfolg: Die Ortsbevölkerung und auch ein paar „Zugereiste“ aus Eberbach, Abtsteinach oder Bammental drängten sich dicht um die Stände, sodass die Beschicker schon bald nach dem Start des kleinen Adventsmarktes sehr zufrieden waren. Eine Wiederholung in 2018 ist geplant.

Monika Jung zaubert in ihrer Freizeit viele verschiedene Motive aus Holz. Seit zwei Jahren widmet sie sich bereits diesem Hobby. Der der jetzige Adventsmarkt war die „Premiere“, um ihre Waren einem breiteren Kreis vorzustellen. Der Zuspruch überraschte sie mehr als positiv. „Ich habe eine große Verbundenheit mit Holz“, sagt die Finkenbacherin, deren Schwiegereltern lange Jahre die Bürstenfabrik Edelmann führten.

Für ihre Arbeiten verwendet sie Eichen- und Buchenholz aus dem Odenwald. Hergestellt wird, was Monika Jung gerade in den Sinn kommt. Manches davon „ist nicht ganz gerade, die Rinde ist gesprungen oder das Holz hat Unebenheiten“. Das ist aber gewünscht. „Ich will nicht die Handschrift der Natur verfälschen“, betont sie. In der vergangenen Zeit bekam sie sehr viel Zuspruch.

„Versuch’s doch mal zur verkaufen“, lautete die Aufmunterung. Was sie auch umsetzte und nicht nur „für meine eigene Wohnung“ ans Werk ging. „Mir macht das unheimlich Spaß“, betont sie. „Am liebsten würde ich jedes Stück selbst behalten.“ Mit ihren Produkten ist sie am zweiten Adventswochenende auf dem Weihnachtsmarkt in Schönau und am Wochenende darauf in Hirschhorn vertreten.

Alle Sorten von Seifen hat Katja Rabsch aus Siedelsbrunn im Gepäck, die über ihren in Finkenbach lebenden Freund auf den Adventsmarkt kam. „Ich stehe auf Selbstgemachtes“, sagt sie. Die Idee zur Herstellung kam ihr bei einer Paddeltour mit einer Freundin. Sie verwendet immer ein Grundrezept für die Seife. Dann kommt Natronlauge für den Verseifungsprozess, später dann Duftöle und Farbpigmente, die jedem Stück die eigene Note geben.

„Man muss schon üben, bis es funktioniert“, schmunzelt sie. Außerdem benötigt man die richtigen Rezepte. Jede Seife hat eine spezielle Zutat. Die Form ist natürlich auch frei gestaltbar. So kann auch ein wohlduftender Pflaumen- oder Waldbeerkuchen entstehen. Oder Mandelbiskuit. Lavendel, Mandarine oder Kokosmilch sind weitere „Geschmacksarten“.

Bei Manuela Müller, Petra Bauer und Beate Bartmann gibt es eine bunte Vielfalt von selbst hergestellten Weihnachtsgeschenken zu erstehen. Alle drei kommen sie aus dem Ort und pflegen ihr schönes Hobby schon seit einigen Jahren. Manuela Müller begann vor einiger Zeit damit, Dekoartikel aus Holz für sich selbst herzustellen. Ihr Schmuck orientiert sich an den vorgegebenen Formen des Holzes.

Brötchenkörbe, Taschen und Dinkelkissen näht Petra Bauer. Den „Startschuss“ dafür gaben Pumphosen, Mützen und Lätzchen, die sie für ihr erstes Enkelkind herstellte. Für das nächste ist bereits eine Windeltasche in Arbeit. „Ich sehe den Stoff an und habe dann gleich Ideen, was ich daraus gestalten kann“, beschreibt sie ihre Herangehensweise.

Betonlichter, Vasen und Adventskränze finden sich bei Jutta Stork und Diana Kniebis aus Eberbach und Waldbrunn. Dazu noch beleuchtete und dekorierte Haselnusszweige, genähte Elche, Filzschuhe oder Dekozweige. Die Zweige sind einbetoniert und deshalb stabil genug für daran hängende Lichterketten. Alles wird natürlich in Handarbeit hergestellt.

Mareike und Christian Niesen, die federführend für die Organisation zuständig waren, zeigten sich hoch zufrieden mit der Wiederbelebung des Adventsmarktes, den es vor längerer Zeit schon einmal gegeben hatte. Bis Mitternacht standen Gäste noch an der „Traube“ zusammen, wo es die wärmenden Getränke und etwas zu essen gab. „Die Standbetreiber sind hoch zufrieden“, so Niesen. Natürlich trug auch das trockene, klare, kalte Wetter zum Erfolg bei. „Es war unheimlich viel los“, freute er sich, viel mehr als erwartet. „Alt und Jung kamen im Ort zusammen.“

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Die vier Rothenberger Wehren sind sehr gut aufgestellt: Hervorragende Jugendarbeit zeigt zahlenmäßige Früchte

Das Jahresende bedeutet eine gewaltige Zäsur für die Feuerwehren aus Kortelshütte, Finkenbach, Ober-Hainbrunn und Rothenberg. Dann gehen sie zusammen mit der Fusion in der neuen Oberzent-Wehr auf. Deshalb klang auch eine gehörige Portion Wehmut in den Reden durch, als in den Jahresberichten 2016 und 2017 auf die letzten beiden eigenständigen Jahre zurückgeblickt wurde. Um die 200 Brandschützer mit Gästen hatten sich dazu in der neu sanierten Sporthalle zusammengefunden.

Gemeindebrandinspektor (GBI) Marco Johe stellte in seinen Berichten sowohl die Aktivitäten des Vereins als auch der Einsatzabteilung heraus. Es wurde deutlich, dass die vier Vereine einen großen Beitrag zum gesellschaftlichen Leben in der Gesamtgemeinde beitragen. Lärmfeuer, Grillnacht, Kikeriki-Theater, Handkäs- und Kelterfest oder Fasching sind da nur einige Beispiele.

Das ist jedoch nur die eine Seite der Medaille. Zahlreiche Besuche von Fortbildungen, Lehrgängen oder die Teilnahme an Leistungsübungen sorgten dafür, dass die Brandschützer feuerwehrtechnisch immer up-to-date waren. Dieses Wissen kommt natürlich bei den Einsätzen zum Tragen. Davon gab es 2016 zwölf Stück neben 29 Hilfeleistungen. In diesem Jahr zählte man bisher sieben Brandeinsätze und 44 Hilfeleistungen. „Ohne eine stetige Fortentwicklung des Ausbildungsstandes würden wir stillstehen“, meinte Johe. Und: „Stillstand bedeutet Rückschritt“, sagte er.

In den vergangenen sechs Jahren, verdeutlichte Johe, verzeichnete die Rothenberger Gesamtwehr einen bemerkenswerten Aufschwung. Waren es 2011 noch 35 Jugendfeuerwehrleute, 115 Angehörige der Einsatzabteilung und 25 Mitglieder der Altes- und Ehrenabteilung, so stieg diese Zahl bis jetzt auf 66 Jugendliche, 136 „Senioren“-Brandschützer und 32 Alterskameraden. „Das ist sehr positiv und entgegen dem Trend“, verdeutlichte Johe.

Fast folgerichtig wird von den diesen Einsatzkräften auch viel geleistet. 2016 waren 8000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit, bis zum Tag der Versammlung in diesem Jahr schon wieder 7100. Eine Zahl, die nicht nur Dienstherr Bürgermeister Hans Heinz Keursten viel Respekt und Dank abverlangte, sondern ebenso den anderen Ehrengästen. Unter diesen war auch der Kreisbeigeordnete Torsten-Tankmar Hopp, der den Einsatz der Wehr und die Tätigkeit der Floriansjünger „beseelt von dem Wunsch, Menschen zu helfen“, würdigte.

Kreisbrandinspektor Horst Friedrich meinte an die Wehr gewandt: „Ihr seid gut aufgestellt.“ Er lobte die hervorragende Jugendarbeit, die sich nicht nur zahlenmäßig festmachen lässt, sondern auch an den zahlreichen Erfolgen der Jugendlichen bei Wettkämpfen auf Kreis-, Regions- und Landesebene. „Die wissen jetzt alle, wo Rothenberg liegt“, meinte Johe schmunzelnd. Friedrich forderte die Kameraden dazu auf, „das, was ihr aufgebaut habt, mitzunehmen in das, was jetzt in der Oberzent geschaffen wird“.

Über die Aktivitäten der Jugendwehr berichtete Malte Hinrichs. Er sprach von 2017 als einem „grandiosen Jahr für die Jugendfeuerwehr“. Hinrichs bezog sich dabei auf die vielen Erfolge bei den diversen Wettbewerben und die Ausrichtung des Bundeswettbewerbs in Rothenberg. Auch das restliche und vorherige Jahr waren mit etlichen Unternehmungen gespickt, die keine Langeweile bei den Nachwuchskräften aufkommen ließ.

„Ab 2018 gehen auch unsere vier Feuerwehren in Stadt Oberzent über“, sagte Johe abschließend. Bis zur Wahl eines neuen Stadtbrandinspektors werde er das Amt im Zuständigkeitsbereich der dann ehemaligen Gemeinde Rothenberg kommissarisch weiterführen. „Es wird einiges Neues auf alle und somit auch auf unsere vier Feuerwehren zukommen“, so Johe. Der gesamte Fusionsprozess war, ist und bleibt sicher noch einige Zeit ein spannendes Projekt, hob der GBI hervor.

Wie stark die Wehren in den Ortschaften verwurzelt sind, zeigte sich daneben an den zahlreichen Ehrungen für langjährige Tätigkeit. Viele Mitbürger machen sich bereits seit Jahrzehnten verdient um den Schutz ihrer Mitmenschen.

Ehrungen, Auszeichnungen, Prämien, Beförderungen

Bronzenes Brandschutzverdienstzeichen am Bande für Verdienste um das Feuerwehrwesen: Rüdiger Seip; Ehrenzeichen des BFV Hessen Darmstadt in Silber für besondere Verdienste: Christian Kehrer und Jürgen Bartmann; Goldenes Brandschutzehrenzeichen am Bande (40 Jahre): Jürgen Bartmann und Reiner Koch; Silbernes Brandschutzehrenzeichen (25 Jahre): Timm Bartmann, an Corina Ihrig wurde es bereits durch die Feuerwehr Hirschhorn verliehen

Ehrenmedaille Jugendfeuerwehr Odenwaldkreis: Anna Lähn, Malte Hinrichs, Maurice Fink, Janna Kabel, René Seip, Fabienne Buchert, Janis Heckmann, Jan Johe, Alicia Leske, Patrick Bartmann

Floriansmedaille in Silber der hessischen Jugendfeuerwehr: Maria Groh

Anerkennungsprämie: zehn Jahre Natalie Koch, Sybille Schumacher, Fabian Sauter, Alexander Volk, Lukas Beisel, Julian Beisel, Sebastian Braun; 20 Jahre Matthias Heiß; 30 Jahre Johannes Glücks, Dirk Heckmann, Klaus Kleinhans, Thomas Frisch; 40 Jahre Jürgen Bartmann

Beförderungen: Pascal Lähn (Oberfeuerwehrmann), André Foshag (OFM), Fabian Ludebühl (OFM), Janine Setzer (Oberfeuerwehrfrau), Luisa Sauer (OFF), Angelo Helm (Löschmeister), Malte Hinrichs (LM), Maurice Fink (LM), Sascha Hafner (Oberlöschmeister), Jochen Weinthäter (Brandmeister), Marco Johe (Oberbrandmeister)

Highlight in der Adventszeit: Zwischen „Traube“ und Backshop findet am 1. Dezember der Finkenbach-Zauber statt

Adventszauber im Finkenbachtal. Zum ersten Mal findet am Freitag, 1. Dezember, ab 17 Uhr vom Gasthaus „Zur Traube“ bis hin zu Mareikes Backshop der „Finkenbach-Zauber“ statt. „Die Idee kam uns Finkenbachern in letzter Zeit“, sagt Christian Niesen. Dann, als es früher dunkel wurde, kühl und grau, und man die Leute sehr viel weniger auf der Straße sah als im Sommer.

Deshalb suchten seine Frau Mareike und er zusammen mit den Ortsbürgern nach einer Möglichkeit, der Bevölkerung in der Adventszeit noch ein kleines Highlight in Finkenbach zu bescheren. Außerdem ging es um auch eine einmalige Einkaufsmöglichkeit in Vorweihnachtszeit für alle, die nicht mehr so mobil sind. „Wir wollen im Ort etwas bieten, damit die Leute zusammenkommen“, betont Niesen. Früher gab es an der „Traube“ bereits zweimal einen Weihnachtsmarkt. Dieser Anfang soll jetzt seine Fortsetzung finden.

An der „Traube“ wird es Glühwein in verschiedenen Geschmacksrichtungen, Crêpes und saisonale Gerichte geben. Hier wird auch der gemischte Chor Finkenbach ab 17.45 Uhr adventliche Weisen singen. Entlang der Beerfelder Straße schließen sich dann einige kleine Stände an. Es gibt handgemachte Pflanzenseifen, Selbstgenähtes, Gartenfackeln, Mistelzweige, weihnachtlich dekorierte Äste und Adventskränze sowie textile Handarbeiten – alles von Finkenbacher Bürgern.

In Mareikes Backshop werden Stollen, Plätzchen und Früchtebrot von einem Bäckermeister aus der Region angeboten. Daneben sind als Geschenkideen handgemachter Schmuck, Düfte, Wellnessprodukte, Advents- und Weihnachtskarten, sowie handgemachte Holzträume und Holzschmuck aus der Hinterbach zu erstehen. Weihnachtliches aus Beton gibt von „Beton-Kunst“ aus Eberbach.

Freiwillige Badehelfer aus Finkenbach waren in Hirschhorn mit Ritter Friedrich auf Tour

Viele helfende Hände werden benötigt, um den Badebetrieb im Freibad Finkenbach von Mai bis September zu ermöglichen und den Aufenthalt für die Gäste angenehm und attraktiv zu gestalten. Die freiwilligen Badehelfer treffen sich seit einigen Jahren im Sommer nicht nur einmal monatlich zur Planung, sondern nach Abschluss der Saison auch zu einer großen geselligen Runde. Angeregt durch Hirschhorner Freibad-Fans, fand das Treffen erstmals in der Nachbargemeinde statt. Nach einem ausgedehnten Frühstück stellte Stadtführer Hans Jürgen Waibel alias der letzte Ritter Friedrich sein Städtchen vor und ließ die Gäste samt dem scheidenden Bürgermeister Rothenbergs, Hans Heinz Keursten, das Vertraute aus teilweise ganz neuer Sicht erleben.

Die Liste der Aktiven fängt an bei den Mitarbeitern des Bauhofs und der Gemeindeverwaltung, die zuständig sind für Pflege und Administration des Bads mit seiner großen Liege- und Freifläche mit viel Baumbestand sowie dem Bach, der sich durch das Gelände schlängelt. Eine ganz wichtige Person ist auch der Kiosk-Pächter. Das war in diesem Jahr erstmals Mareike Niesen, die tatkräftig und ideenreich ihre Gäste bewirtete und für die Sauberkeit der Einrichtung sorgte.

Der große Stammtisch unter dem schattenspendenden Laubwerk am Eingang des Schwimmbads steht nicht nur den Badegästen zur Verfügung, sondern lockt viele andere Besucher an und ist in den Sommermonaten ein wahrer Kommunikationstreffpunkt in Finkenbach. Unterstützt wird Mareike Niesen von ihrem Ehemann Christian sowie etlichen Familienmitgliedern und Freunden. Zu nennen ist besonders Lilo Fischer, die schon seit vielen Jahren im Schwimmbad mithilft und sich selbst zum Inventar zählt. Bei vielen kleinen und großen Gästen ist sie bekannt als die „Frau vom Schwimmbad in Finkenbach“.

Doch alle diese Helfer reichen noch nicht aus, um den Besuchern aus der Oberzent, aber auch aus dem angrenzenden Neckartal und Überwald den Sprung ins erfrischende Nass zu ermöglichen. Es packen auch die Mitglieder des Heimat-, Verkehrs- und Verschönerungsvereins mit an, der sich bei der Ausstattung und Instandhaltung der Schwimmbadeinrichtung engagiert. In dieser Saison wurde vom Verein eine Hütte für die Unterbringung von Sonnenschirmen und Liegestühlen errichtet, die von den Dauergästen gerne genutzt wird. Auch bei den Schwimmbadfesten ist der Verein mit von der Partie.

Weiterhin gibt es die Freiwilligen, die bei entsprechendem Wetter von 10 bis 19 Uhr als Badeaufsicht das Schwimmbecken und die Schwimmer im Blick behalten. Aus allen Ortsteilen der Gemeinde Rothenberg kommen diese Engagierten und werden dabei sogar noch von außerhalb verstärkt. Beim Freiwilligentag kümmerten sich daneben einige Finkenbacher Bürger um die unmittelbare Umgebung: so das Beachvolleyball-Feld, den Kinder- und den Ballspielplatz. All dies vervollständigt das Angebot der Einrichtung und trägt zu ihrer Attraktivität bei.

 

Privatwaldabend des Forstamts Beerfelden: organisatorische Fragen der Holzvermarktung und Zukunft der Forstbetriebsgemeinschaft

Wie sieht’s aktuell im Wald aus? Der Chef des Forstamts Beerfelden, Norbert Sasse, sein neuer Stellvertreter Sebastian Vocilka und Gudrun Kranhold gaben dazu im Finkenbacher „Löwen“ Auskunft. Neben der Bedeutung des Kartellurteils für die weitere Beförsterung, die Sasse bereits vergangene Woche in Unter-Sensbach thematisiert hatte, ging es hier wie dort beim Privatwaldabend auch um organisatorische Fragen der Holzvermarktung und die Zukunft der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG).

Vocilka beleuchtete die Möglichkeiten der Holzernte. In Eigenarbeit sei diese eher die Ausnahme. Wenn sie übers Forstamt erledigt werde, dann entweder über Unternehmer oder Selbstwerber. In letzterem Fall „gibt es ein bisschen weniger“, weil diese die Bäume direkt aus dem Wald holten. Als Beispiel nannte er einen 90 Euro fürs gute Nadelholz beim Unternehmer-Einsatz, 70 Euro bei Selbstwerber.

Ein Harvester sei wesentlich günstiger, so Vocilka, aber nicht überall einsetzbar. Mit diesem lasse sich das Holz für unter 20 Euro Kosten pro Festmeter einbringen, motormanuell seien es über 20 Euro, am Hang oder in schwierigen Lagen um die 30 Euro. Wichtig ist ihm und Sasse der rechtzeitige Bescheid: Wenn die Holzernte über einen Unternehmer erfolgen soll, „dann bitte drei Monate vorher beim Revierleiter anmelden“. Nach Sturmschäden oder in Eigenarbeit gelten andere Fristen.

Gudrun Kranhold ging auf die veränderten Betreuungskosten für Privatwaldbesitzer ein, die seit vergangenen Jahr gelten. Die damit verbundene Erhöhung führte dazu, dass nur etwa zwei Drittel der bisherigen Eigentümer neue Verträge mit Hessen-Forst abschloss. Früher waren es 719 Betriebe mit 3700 Hektar, jetzt noch 390 mit 2300 Hektar. „Viele Waldbesitzer warten erst einmal ab“, skizzierte Kranhold die Lage.

Denn gegenüber den früheren, eher symbolischen Gebühren, heben sich die neuen ziemlich ab. Die hatte Hessen Forst eingeführt, um das große Defizit in dieser Kostenstelle zu senken. Die Betreuungspauschale von 12,50 Euro pro Hektar/Jahr greift erst ab einer Waldfläche von fünf Hektar aufwärts. Darunter muss gezahlt werden „erst dann, wenn Holz gemacht wird“. Und der Eigentümer die betreffenden Module „Holzeinschlag und Verkauf“ gebucht hat. Dafür werden zusammen sechs Euro pro geschlagenem Festmeter fällig.

Wie die Forstamtsmitarbeiterin erläuterte, nennen 52 Prozent der unter Vertrag stehenden Privatwaldbesitzer Flächen von mehr als fünf Hektar ihr Eigen. Auf 460 Hektar hätten die Eigentümer die beiden Module gebucht. Inzwischen habe sich herausgestellt, dass Modul 3, also nur der Verkauf, ohne den vorgeschalteten mitgebuchten Holzeinschlag „problematisch ist“. Denn dann muss Kranhold zufolge „im Vorfeld alles stimmen“. Sonst hat der Förster „über Gebühr Aufwand“.

Allerdings wird man ihren Worten zufolge nicht in bestehende Strukturen eingreifen. Die Überlegung richtet sich in die Zukunft, ob diese Einzelwahlmöglichkeit noch angeboten werden soll. Denn aktuell gibt es durch das Kartellverfahren und die anhängigen Klagen so viele Änderungen, dass der Forst erst einmal abwarten möchte, dass wieder Ruhe im Wald einkehrt. Sasse rechnet bis Ende des kommenden Jahres auf Klärung.

Die Veränderungen im Forst, bedingt durch das Kartellurteil, „werden Auswirkungen auch auf die Forstbetriebsgemeinschaften haben“, sagte er Forstamtsdirektor. Bisher machte man immer alles gemeinsam. „Wir leben in Unsicherheit“, meinte er. Aktuell wisse man nicht, „wie es mit der Beförsterung des Kommunalwalds und dem Holzverkauf weiter geht“. Der Privatwald unter 100 Hektar könne weiterhin durch Hessen-Forst betreut werden. Gleichzeitig wies er darauf hin, „dass nur Mitglied in einer FBG werden kann, wer einen Beförsterungsvertrag hat“.

Im Laufe der kommenden 14 Monate werde man sehen, „wie sich die FBG aufstellen muss“. In der Übergangszeit wurde im Frühjahr mit Gottfried Görig der scheidende Beerfeldener Bürgermeister zum Vorsitzenden gewählt. Bis der Wahl eines Nachfolgers in 2018 sei die Frage zu klären, „ob der Kommunalwald dann noch Teil der FBG sein wird“.

 

Damit die Bürger nicht selbst löschen müssen: Finkenbacher Feuerwehr startete ungewöhnliche Aktion zur Mitgliedergewinnung

Vereine müssen mit der Zeit gehen, sonst gehen sie mit der Zeit. Bei der Finkenbacher Feuerwehr will man nicht tatenlos zusehen, wie die Mitglieder der Einsatzabteilung und des Feuerwehrvereins immer weniger werden. „Wir sind zwar noch ganz gut aufgestellt, aber wollen schon frühzeitig im Vorfeld handeln“, erläutert Vorsitzender Jens Schindler die besondere Werbeaktion, mit der die Brandschützer jetzt im Ort unterwegs sind. „In der näheren Umgebung ist mir das in der Form noch nicht untergekommen“, meint er angesichts des unkonventionellen Herangehens.

Schindler griff dabei auf eine etwas provokante Kampagne zurück, die vor einiger Zeit von der Feuerwehr Vallstedt/Allvesse (in der Nähe von Braunschweig) zusammen mit Typografix Design ins Leben gerufen wurde. Vor zwei Jahren fiel sie dem Odenwälder in die Hände. „Haushalts-Löscheimer“ steht auf den weißen Gefäßen, die in 240-facher Ausfertigung an alle Finkenbacher Haushalte verteilt werden.

Dankbar ist man bei der Wehr der Firma Bechthold in Beerfelden, die diese zur Verfügung stellten. Die Eimer sind als Geschenk für die Finkenbacher gedacht. In der Hoffnung, „dass sie nie zum Löschen gebraucht werden“, sagt der stellvertretende Vereinsvorsitzende Alexander Volk. Ein Flyer, den die Ehrenamtlichen in stundenlanger Arbeit in jedes Behältnis legten, weist die Bürger darauf hin, dass es immer weniger Vereinsmitglieder gibt „und die Feuerwehren langsam kaputt gehen“, so Schindler. Vor allem ist es ja nicht nur die Brandbekämpfung, mit der die Wehren aktiv sind. Sie leisten ebenso einen großen Beitrag zum kulturellen Leben im Ort. Wie die Finkenbacher mit ihrem Weinfest. Auch die Durchführung des „Finki“-Festivals ist ohne sie nicht mehr denkbar.

Wenn keine Floriansjünger mehr ausrücken, sind die Einwohner im Notfall selbst gefragt. Deshalb auch die Löscheimer, um mit eigener Kraft einem Feuer zu Leibe rücken zu können. „Brand unter 112 melden, zehn Minuten abwarten in der Hoffnung, dass die Feuerwehr kommt, wenn nicht, dann Haushalts-Löschkübel mit Wasser befüllen“, lautet die Anweisung. Und: „Wenn Feuer zu groß, Nachbarn informieren und Kübelkette bilden.“

Die merkwürdigen Instruktionen sind auf der Rückseite erklärt. Dort werden die Aufgaben der Wehr erläutert und wird auf ihre Bedeutung im Ort hingewiesen. Durch den Löscheimer „soll mit Witz und Ironie darauf aufmerksam gemacht werden, dass die ehrenamtliche Tätigkeit einer Feuerwehr wichtig ist“, betont Schindler. Die Finkenbacher wünschen sich mehr aktive Mitglieder, „um Mitbürgern in Not zu helfen“. Neben den Alteingesessenen will man auch Zugezogene erreichen.

Wenn sich jemand nicht aktiv einbringen kann oder möchte, ist eine Fördermitgliedschaft ebenso willkommen. „Das kostet nur einen Euro im Monat“, weist der Vorsitzende darauf hin, dass auch wenig Geld der Feuerwehr hilft. Denn mit Vereinsgeldern werden etwa Ausgehuniformen beschafft. Oder, wenn genug zusammen gekommen ist, ein Fahrzeug wie der Mannschaftstransportwagen auf eigene Kosten beschafft. Zusätzliche Ausrüstung wird ebenfalls darüber finanziert.

Damit der Flyer nicht nur graue Theorie bleibt, lädt die Feuerwehr am Samstag, 21. Oktober, ab 9 Uhr zu einem Tag der offenen Tür rund um ihr Gerätehaus in der Wetterbergstraße ein. Dabei präsentiert die Einsatzabteilung unter anderem ihr neues Tragkraftspritzenfahrzeug-Wasser (TSF-W). Der Verein informiert über seine Aufgaben, von der Jugendfeuerwehr gibt es eine kleine Schauübung zu sehen.

„Wir haben nur noch acht Jugendliche in unseren Reihen“, bedauert Wehrführer Fabian Sauter. „Ein paar mehr dürfen gerne noch dazu kommen.“ Denn Jugendwehr bedeute Spaß im Team, Wettbewerbe mit anderen Feuerwehren, Gruppenstunden, Zeltlager und vieles mehr. In der Einsatzabteilung sind es derzeit 31 Aktive. Der Verein zählt insgesamt 130 Mitglieder. Neben den verschiedenen Aktivitäten wird am Aktionstag auch per Brandsimulator gezeigt, wie man löscht.

„Mareikes Backshop“ schließt Mitte Oktober die Lücke in der Finkenbacher Nahversorgung

Die Nahversorgung im 450-Seelen-Ort ist ab Mitte des Monats wieder gesichert. Nachdem im Mai der bisherige Laden dicht gemacht hatte, die einzige Einkaufsmöglichkeit des Finkenbachtals weit und breit, eröffnet Mareike Niesen an selber Stelle am 14. Oktober „Mareikes Backshop“. Dort gibt es aber nicht nur Gebackenes, sondern alles für den täglichen Bedarf, wofür die Finkenbacher seit ein paar Monaten zehn Kilometer nach Beerfelden oder Hirschhorn fahren mussten. Die Vorfreude auf die Eröffnung ist deshalb im Ort groß, denn Metzger oder Bäcker sind schon lange hier nicht mehr präsent.

Das Geschäft hat in Finkenbach eine große Tradition. Am 20. Februar 1868 war es von Marie Seip, der Urgroßmutter der jetzigen Besitzerin, eröffnet worden. In den vergangenen Jahren hatte es kurzfristige Intermezzi der Pächter gegeben. Mareike Niesen, die von ihrem Mann Christian unterstützt wird, „liegt die Nahversorgung im Ort sehr am Herzen“. Sie hatte bereits über den Sommer mit großen Erfolg den Schwimmbad-Kiosk gepachtet. Nächstes Jahr gibt es dort eine Fortsetzung der Zusammenarbeit.

„Verkaufen liegt mir im Blut“, betont die gelernte Fleischerei-Fachverkäuferin. Die nötige Einzelhandelserfahrung bringt sie in den Job mit. „Ich wollte mal wieder was Neues angehen“, sagt Niesen. Sie sieht den Laden optimal in der Synergie mit dem Schwimmbad-Kiosk. „Ich habe gerne mit Menschen zu tun.“ Es geht ihr nicht nur um die Einkaufsmöglichkeit. Vielmehr möchte sie ihren Shop zu einem Ortstreffpunkt machen, wo man auch gern mal für ein Schwätzchen bei einem Kaffee zusammenkommt. Deshalb gibt es in dem 120-Quadratmeter-Geschäft ein paar Stehtische zum Verweilen.

„Die Leute mussten samstags wegen ein paar Brötchen etliche Kilometer fahren“, sieht die 43-Jährige großen Bedarf. Auch für Zigaretten, Zeitungen, Getränke oder Haushaltswaren in kleinerem Umfang waren die Finkenbacher oft unterwegs. „Im Schwimmbad bin ich oft darauf angesprochen worden, ob nicht das eine oder andere vorrätig ist.“ Sie musste verneinen. Nicht mehr. „Der Bedarf ist da“, schätzt Niesen. Denn es gab viel Zuspruch aus dem Ort, als sie ihr Vorhaben ankündigte.

Eine „Frühstückstüte“ liegt Mareike Niesen als Neuerung besonders am Herzen. Die lässt sich individuell auf Vorbestellung zusammenfügen. Etwa mit belegtem Brötchen, Mürbs, Süßigkeit Getränk, Zeitung – egal ob sie jetzt für Kinder auf dem Schulweg oder für Handwerker auf dem Weg zur Arbeit gedacht sein soll. „Sie wird dann morgens frisch gerichtet und liegt zum Mitnehmen bereit.“

Wie schon im Schwimmbad-Kiosk geht es dem Ehepaar darum, möglichst viel regionale Waren anzubieten. Etwa von der Hofkäserei am Schlossberg Gammelsbach oder der Hüttenthaler Molkerei. Wurst und Fleisch gibt’s aus Beerfelden von der Metzgerei Sattler. Um die Brötchen kümmert sich Chefin selbst. Die werden im Lagerraum per Automat aufgebacken. Auf diese Weise ist Niesen flexibel und kann auf Nachfrage über den Lieferanten auch glutenfreie Backwaren anbieten.

Neben Heidelberger Partnerschaftskaffee sollen noch weitere Produkte aus Odenwald und Kurpfalz ins Sortiment. Die Inhaberin denkt unter anderem dabei an spezielle Stollen zu Weihnachten. Die „Standardware“ bietet sie aus dem „Gut und Günstig“-Programm von Edeka. Lokale Zeitungen finden sich natürlich ebenso im Regal wie überregionale Blätter. Bestimmte Illustrierte werden auf Bestellung angefordert und sind dann erhältlich.

Dies gilt ebenfalls für Lebensmittel. Ein Finkenbacher ließ bereits verlauten, dass er eine ganz bestimmte Sorte der Drei-Glocken-Nudeln haben möchte. Ihm wird geholfen. Ebenso den Bierkennern aus dem Ort, die gerne mal ein „Schlappeseppel“ aus dem Aschaffenburger Raum trinken. Das hat mittlerweile der Getränkehändler vorrätig. „Wir können gezielt auf Kundenwünsche eingehen“, hebt sie hervor. Pflegeprodukte, Briefmarken, Postkarten, Eis, Eier, Kuchen, Tabak, Brot, Kaffee to go oder Konserven gehören ebenso zum regulären Sortiment. Auch gelbe und graue Müllsäcke findet man im Laden.

Info: Die Eröffnungsfeier von „Mareikes Backshop“ in der Beerfeldener Straße 8, Finkenbach, ist am Samstag, 14. Oktober, ab 6 Uhr. Danach ist der Laden montags bis freitags von 5.30 bis 13 Uhr geöffnet, samstags von 6 bis 11 Uhr. Sonntag ist geschlossen. Infos und Bestellungen unter 0177-1651279.