Das Finki ist wieder ausverkauft

Besser kann ein Festivalwetter eigentlich nicht sein. Nach dem etwas nassen Beginn am Freitagabend war der Samstag auf dem „Finki“ optimal. Das führte zum gleichen Phänomen wie 2018: „Ausverkauft“ vermeldeten die Macher vom FC Finkenbachtal am Abend. Je oller, desto doller, könnte man mit Blick auf die 43-jährige Geschichte des „Guru-Feschds“ meinen, wie es im Dorf genannt wird. Magnet wie immer am Samstagabend: „Guru Guru“ mit dem unverwüstlichen Mani Neumeier am Schlagzeug.

Der hatte sich dieses Mal einige Hochkaräter mit ins Programm geholt, die dem Festival gleich ein paar zusätzliche Highlights bescherten. Den fulminanten Finki-Abschluss lieferte Xavier-Naidoo-Gitarrist Alex Auer aus Heidelberg mit seiner Band „Detroit Blackbirds“. Für 1 Uhr nachts am frühen Sonntag angekündigt, wurde daraus sogar halb 2. Aber das Warten lohnte sich, was scheinbar auch die große Gruppe an Fans wusste, die trotz der späten Stunde geduldig ausgeharrt hatte.

Sie wurde nicht enttäuscht: Der Gitarrist und Sänger fetzte mit seinen Mitmusikern, allesamt bekannte Cracks aus der Metropolregion, kräftig los. Keyboarder Neil Palmer (auch Xavier Naidoo), Rolf Breier (Bass), Boris Angst (Schlagzeug), beide aus Auers anderer Band „Lava“, und Special Guest Adax Dörsam (Lapsteel) aus Fürth brachten Gute-Laune-Rockstücke, Uptempo-Nummern und Balladen, mit viel Spielfreude und –witz vorgetragen, auf die Bühne. Die ersten Tänzer ließen sich nicht lange auf sich warten.

Leo Lyons war am Freitagabend in diesem Jahr vielleicht der heimliche Headliner des Finki. Den 75-jährigen Briten, ganz Typ weißhaariger, distinguierter Gentleman mit besten Manieren, wollten sie alle sehen. Denn wer von den Woodstock-Veteranen ist sonst noch am Leben, geschweige denn auf Tour? Damit kokettierte auch der frühere Bassist von „Ten Years After“, der heute mit seiner eigenen Gruppe „Hundred Seventy Split“ unterwegs ist. Er ist mit der letzte Dinosaurier einer längst vergangenen Zeit.

Lyons steht voll im Saft, glänzt mit einer Spielfreude, die jüngere erblassen lassen dürfte. Das ist natürlich für seine Mitspieler Motivation genug, sich ebenso reinzuhängen. Joe Gooch (Gitarre/Gesang) und Damon Sawyer (Drums) zelebrieren ein musikalisches Feuerwerk, das fasziniert. Da geht keiner, auch wenn so langsam der Regen immer stärker wird. Aber es kam nur Nass von oben und nicht wie ein paar Kilometer weiter im Neckartal ein fettes Gewitter runter.

50 Jahre ist es nun her, dass Lyons mit „Ten Years After“ auf dem legendären Woodstock-Festival auftrat. Was könnte besser passen, als beim Finki, dem Woodstock des Odenwalds, eine Reminiszenz an diese Zeit zu bieten. Der Bassist spielte noch einmal das damalige Set. Die Augen der Fans wurden nicht nur vom Regen feucht, dies noch einmal erleben zu dürfen. Sie schwelgten in früheren Erinnerungen.

„Den muss man gesehen haben“, heißt es von der einen Seite. „1969 war ich gerade 16 Jahre alt. Dass der immer noch spielt, ist einfach super“, von der anderen. Und wie: Lyons liefert sich mit Gooch fulminante Duelle auf den verschiedenen Saiten, begeistert mit seinem druckvollen Bassspiel, scherzt mit dem Publikum und kennt keine Pause. Als Power-Trio bringen die drei einen Bluesrock alter Schule extrem fetzig auf die Bühne.

Einen sehr guten Eindruck hinterlassen ebenfalls die Franzosen von „Lazuli“. Sie mischen Progressiv-Rock-Klänge mit Ethno-Elementen, vor allem nordafrikanischen Einflüssen. Sänger und Gitarrist Dominique Leonetti in einem sympathischen Deutsch-Singsang war der Kopf einer spielfreudigen Truppe, die sich bestimmt viele Freunde gemacht hat. Rundherum wurde der Auftritt sehr positiv aufgenommen. Dass die Band bereits in der Prog-Rock-Szene einen Namen hat, merkte man am für diese Zeit gut gefüllten Festplatz.

Über Guru Guru muss man keine Worte mehr verlieren. Wenn die Band im 51. Jahr ihres Bestehens auftritt, ist es knallevoll. Neumeiers Mitstreiter Peter Kühmstedt, Jan Lindqvist und Roland Schaeffer haben es nach wie vor voll drauf, begeistern die Fans. Die sind bunt gemischt, wie es bei kaum einem anderen Festival so zu beobachten ist. Drei Generationen besuchen das Finki: Die Oma, die zu den Klängen der Jugendzeit voll mitgeht, ihre Tochter und die kleine Enkelin. Wie überhaupt das Festival scheinbar ein begehrter Ort für einen Familienausflug ist.

Ähnlich weit gestreut wie das Alter sind die Klamotten der Besucher. Da ist der Alt-68er in seinen Hippie-Klamotten, dort der Jugendlich ganz zivil in T-Shirt und Jeans. Zwischendrin so einige Paradiesvögel, die scheinbar wahllos in den Kleiderschrank der Großmutter gegriffen hatten. Hauptsache bunt und schrill, scheint die Devise zu sein.

Info: Das Finki 2020 findet am Freitag, 7., und Samstag, 8. August, in Oberzent-Finkenbach statt. Bereits gesetzt: Alex Auer mit den „Detroit Blackbirds“ als Abschluss am 8.8. wie gehabt um „25 Uhr“.

 

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Beim Finki greifen die Zahnräder bewährt ineinander

Aus allen Ecken und Enden der Republik strömen sie zum „Finki“. Jedes Fortbewegungsmittel scheint recht zu sein, um das „Woodstock des Odenwalds“ nicht zu verpassen: der „normale“ Kleinwagen, der SUV mit Wohnwagenanhänger, der VW-Bus, wohl ebenso alt wie das Festival, oder der umfunktionierte Transporter. Schnell füllt sich gestern ab Mittag der Zeltplatz in der Talaue. Entspannt geht’s an den Aufbau: Das ist bei schwülheißen 30 Grad auch besser so.

Auf dem Festivalgelände bereiten die Standbetreiber alles für die Kassenöffnung vor. Hier wird noch ein Kleid umgehängt, dort das Schmuckstück besser drapiert oder die Buddha-Figur gut sichtbar an eine Zeltecke gestellt. Achim Tischler aus Michelstadt, der mit seiner Firma zum zweiten Mal die komplette Veranstaltungstechnik managt, hat bereits alle Stagepläne der Bands vorliegen und kann an den Scheinwerfer-Test gehen. „Es läuft gut“, rechnet er mit keiner Verzögerung.

Mittendrin derjenige, ohne den es das Finki-Festival oder „Guru-Feschd“, wie die Einheimischen sagen, gar nicht geben würde: Mani Neumeier. Er lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen – doch, von einem: wild auf dem Gelände herumtollenden Hunden. Da wird er energisch und meint Richtung Besitzer: „Das geht gar nicht.“ Die Vorbereitung lief wie üblich am Schnürchen, denn das Finki findet ja bereits um 37. Mal statt. Also alles eingespielt bis ins Effeff.

Welcher Auftritt ihn am Wochenende am meisten freut? „Natürlich der von Guru Guru“, lacht er lausbübisch. Die Headliner sind heute um 21 Uhr zu sehen. „Wir haben die Songs bisschen umgestellt“, kündigt er an. Dazu gibt’s zwei der neuen Stücke mit „Digital Analog“ und „Magic Tree“ zu hören. „Das Spielen macht total Spaß“, betont er. Den besten Auftritt hatte die Band im chinesischen Shenzen. „Die kannten alle unsere Songs“, ist er baff. In einem Jahr „sind wir 50 Mal aufgetreten“, listet er auf. „Dadurch sind wir ganz gut eingespielt“, schmunzelt Neumeier.

Das Mastermind hinter dem Ganzen freut sich über die Dissidenten (heute, 23 Uhr), die für den verhinderten Arthur Brown einsprangen. „Schade, dass er nicht dabei ist“, hätte er gerne wieder den Weggefährten aus alten Zeiten begrüßt. Gespannt ist Neumeier auf „Adesa“ (17 Uhr) und „Lazuli“ (19 Uhr), die er bisher nur über Live-Videos kannte und daraufhin verpflichtete.

„Live weiß man halt, was Sache ist“, hat er seine guten Erfahrungen. Eine CD dagegen sagt gar nichts aus. Den heutigen Opener „Sirkus“ kennt Neumeier bereits von der aktuellen Tour. „Da hatten wir die mal als Vorband“, erzählt er. „Die waren so gut, dass ich sie eingeladen habe.“ Und so sind die Weltmusiker als Erste dran.

Die begehrten Stoffbändchen als Andenken wird es in diesem Jahr leider nicht geben, bedauert der Guru-Guru-Chef. „Die hätten vor vier Tagen ankommen müssen.“ Taten sie aber nicht, obwohl sie der Hersteller losgeschickt hatte. Jetzt müssen es Papierbändchen tun. Wenn das diesjährige Finki läuft, denken die Verantwortlichen bereits ans kommende Jahr. Der Vorverkauf für 2020 startete gestern.

Lederwaren, Hüte, Hemden, Kleider, Korbwaren, Schmuck, Tücher:  Es sind die bewährten Standbetreiber aus dem vergangenen Jahr, die wieder eingeladen wurden, erzählt der stellvertretende Vorsitzende des FC Finkenbachtal, Armin Löffler. Auch wenn er die vergangenen Tage mehr auf dem Gelände als zuhause zubrachte, sieht er sehr entspannt aus. Mit mehr als drei Jahrzehnten Erfahrung in der Finki-Orga kann ihn nur noch wenig schocken.

„Der Vorverkauf lief sehr gut“, freut er sich für den Verein, der sich um alles außer der Musik kümmert. Heute wird es aber auf jeden Fall noch Karten an der Abendkasse geben, schätzt Löffler. Wie immer wird das Regionale hochgehalten: Steak und Wurst kommen von der Rothenberger Metzgerei Beisel und Jehle, die Brötchen werden frisch gleich nebenan bei Mareikes Backshop gebacken. Für die nachmittäglichen Kuchen zeichnen die Finkenbacher Hausfrauen verantwortlich, die ein riesiges Büffet zaubern.

Der nächtliche Regen kann keinen schocken. Denn Leo Lyons, Überbleibsel der legendären Ten Years After, fasziniert gestern Abend mit seiner neuen Band Hundred Seventy Split und dem erdigen Bluesrock. Da kommen sie von weither, um den spielfreudigen Woodstock-Veteranen nochmal im Woodstock des Odenwalds zu sehen.

Info: Einlass fürs „Finki“ in Oberzent-Finkenbach an der Straße nach Beerfelden ist am heutigen Samstag um 13 Uhr. Den Abschluss macht Naidoo-Gitarrist Alex Auer mit deinen „Detroit Blackbirds“ um 1 Uhr in der Nacht auf Sonntag. Mehr unter www.finki-fesival.de

 

Naidoo-Gitarrist Alex Auer beschließt das Finki

Das jährliche Highlight im Finkenbachtal steht kurz bevor. Zum 37. Mal in 43 Jahren findet am zweiten August-Wochenende das „Finki“ statt und wird wieder Musikfans in großer Zahl in den beschaulichen Odenwald ziehen. Die Macher des FCF sind bereits seit einiger Zeit jeden Abend am Malochen, damit die Verpflegungszelte stehen und das Festgelände startklar ist. Los geht’s am Freitag, 9. August, um 19 Uhr, weiter am Samstag, 10. August, um 15 Uhr. Headliner wie in all den Jahren: „Guru Guru“ mit Drummer-Legende Mani Neumeier.

Einen besonderen Leckerbissen haben die Organisatoren in diesem Jahr an Land gezogen: Den Xavier-Naidoo-Gitarristen Alex Auer mit seinen „Detroit Blackbirds“. Der macht am Samstag um „25 Uhr“, spricht Sonntagmorgen um 1 Uhr, den Abschluss des Festivals. Über einen Bekannten aus der Raubach „habe ich den Kontakt geknüpft“, erzählt Armin Löffler vom FCF. Telefonisch war man sich schnell einig und der gefragte Musiker sagte gleich zu.

Der Verein ist dieses Jahr quasi in der Vollverantwortung, weil er neben der Gastro auch das Organisatorische und den Kartenverkauf praktisch in Alleinregie erledigt. Auch wenn die Waldbrandgefahr geringer als im vergangenen Jahr ist, weist Löffler darauf hin, „dass offenes Feuer und Grillen auf den Campingflächen nicht erwünscht ist“. Auch sollen auf den Wiesen keine Löcher ausgehoben werden, bitten deren Besitzer.

Seit den 1980ern ist der Fußballverein als Veranstalter mit im Boot, nachdem zuvor die Feuerwehr der Ausrichter war. Diese gesammelten Jahre verhelfen zu einer gewissen Erfahrung, gerade wenn es Männer wie Löffler sind, die seit inzwischen 32 Jahren ununterbrochen mit anpacken. „Da sitzt jeder Handgriff“, lacht er, und stützt sich gegen das im Aufbau befindliche Getränkezelt, bis die anderen Helfer vor Ort sind. Zehn bis 15 Vereinsleute sind es jeden Abend, die sich um den Aufbau kümmern.

Übers Wochenende selbst sind es dann bestimmt 200 Helfer aus Verein und Bevölkerung. Die vier Feuerwehren aus Rothenberg, Kortelshütte, Ober-Hainbrunn und Finkenbach selbst helfen bei der Verkehrsregelung, das DRK Rothenberg-Finkenbach ist für die Erste Hilfe vor Ort zuständig. Wenn das Finki ansteht, ist es auch immer ein großes Fest der Ortsgemeinschaft. Das kommt nicht nur in der Hilfe auf dem Festivalgelände zum Ausdruck, sondern auch in der konzertierten Kuchenback-Aktion Finkenbacher Hausfrauen, die für eine riesige Auswahl beim großen Nachmittagsbüffet sorgen.

Das Finki wurde mal größer, mal kleiner, blickt der zweite Vorsitzende zurück. „Jetzt sind wir in dem Rahmen, den wir wollen.“ Im vergangenen Jahr war das Festival zum ersten Mal ausverkauft. Auch aktuell läuft der Vorverkauf sehr gut, freut sich Löffler, weist aber gleichzeitig darauf hin, dass noch genug Tickets vorrätig sind. Nach dem Finki ist vor dem Finki: Der Vorverkauf 2020 beginnt schon 2019, wenn sich die Pforten für dieses Jahr öffnen.

Das Programm ist wie all die Jahre Mani Neumeiers Ding. Der ursprüngliche eingeplante Arthur Brown tummelt sich leider in Amerika, weshalb die altbekannten „Dissidenten“ einsprangen. Ein Highlight ist für Löffler „Hundred Seventy Split“, die Band um Leo Lyons und Joe Gooch von „Ten Years After“. Die spielten schon vor 50 Jahren in Woodstock und wollen beim Finki, dem „Woodstock des Odenwalds“, das damalige Programm 1:1 auf die Bühne bringen.

Rob Tognoni aus Down Under, der am Freitag den Opener macht, ist mit seiner perfekten Gitarrenarbeit bereits ein guter Bekannter in Finkenbach. Auch „Nine Below Zero“ standen schon im Odenwald auf der Bühne. „Sirkus“, „Adesa“ und „Lazuli“ heißen am Samstag ab 15 Uhr im Zweistundentakt die gefragten Acts, die für Welt-, Rock- und Progressive-Musik stehen.

Aber natürlich warten sie am Samstag alle auf Mani, wie er nur genannt wird. Mit seinen bald 79 Jahren das Mastermind des Ganzen und von der Bühne nicht wegzudenken. Um 21 Uhr entert der mit seinen drei Kollegen von „Guru Guru“ die Bühne – „Elektrolurch“ sicherlich wieder inklusive. Dann wird es knallevoll in Finkenbach.

Dass die Band über ein halbes Jahrhundert bestehen würde und das „Guru-Feschd“, wie es im Ort liebevoll genannt wird, seit 43 Jahren, „hätte ich damals nie gedacht“, meint Neumeier. „Es ist ein Wunder, dass so etwas passieren kann“, sagt er angesichts der heutigen Gesellschaft, in der leider nur das „Schneller, Höher, Weiter“ zählt.

Info: Karten gibt es im Finkenbach im Freibad und in Mareikes Backshop. Überregional sind sie erhältlich in Mannheim (Come Back), Würzburg (H2O-Plattenladen), Aschaffenburg (Echobeat) und Darmstadt (Come Back), ansonsten über www.reservix.de. Mehr auf www.finki-festival.de

Im Finkenbacher Freibad findet jeder ein freies Plätzchen

Wenn es heiß wird und in der Ebene die Freibäder überlaufen sind, dann ist das Finkenbacher Open-Air-Bad im Odenwald-Tal ein Geheimtipp. Es kommt ganz selten vor, dass sich hier die Menschen drängen. 100 bis 200 Besucher an einem schönen Sommertag sind der Schnitt, schätzt Christian Niesen vom Heimat- und Verschönerungsverein (HVV), der beim Kiosk-Betrieb seine Frau Mareike unterstützt. Somit lassen sich problemlos ungestörte Runden im 25 auf zwölf Meter großen Becken drehen.

Von Familien mit Kindern wird daneben das Planschbecken unter dem Sonnensegel geschätzt, wo der Nachwuchs ohne Sorge vor einem Sonnenbrand herumtollen kann. Der Spielplatz direkt vor dem Gelände ist ebenfalls immer einen Ausflug wert, seitdem dort die Geräte erneuert und erweitert wurden. Mareike Niesen verkauft im Auftrag der Stadt die Eintrittskarten, der HVV kümmert sich in Zusammenarbeit mit dem Bauhof um die Pflege der Grünanlage.

Der Verein koordiniert außerdem den Einsatz der freiwilligen Badeaufsichten. „Fünf neue kamen in diesem Jahr dazu“, freut sich Niesen. Die versehen ihren Job ehrenamtlich lediglich gegen Verpflegung mit Essen und Trinken. Eine entsprechende Flyer- und Plakataktion des Vereins im Frühjahr hatte somit den gewünschten Erfolg.

Dass man in Finkenbach an schönen Tagen halb Hirschhorn begrüßen kann, ist schon gute Tradition. Auch aus dem Überwald kommen schon länger Gäste nach Oberzent. Neu sind aber die Ruhesuchenden aus Heidelberg, Weinheim, Neckargemünd oder Walldorf, die der drangvollen Enge ihrer Bäder entfliehen und sich auf der Liegewiese nicht dicht an dicht aufhalten wollen. Dazu kommt, beobachtet Niesen, dass anscheinend in den großstädtischen Schwimmbädern das Gewaltpotenzial mancher Jugendgruppen zunimmt.

In Finkenbach geht alles unkompliziert zu. Sollte das Wetter morgens schlecht sein oder gegen Nachmittag der Himmel zuziehen, wird eine spätere Öffnung oder frühere Schließung über Facebook (siehe unten) und WhatsApp kommuniziert. In eine entsprechende Gruppe des Messenger-Dienstes kann man sich vor Ort aufnehmen lassen (wegen Datenschutzbestimmungen nur direkt im Bad selbst).

Eine Anregung aus dem vergangenen Jahr wurde in dieser Badesaison umgesetzt: Für Geflügel, also Chicken Nuggets, Chili-Bällchen und Burger, wurde eine separate Fritteuse angeschafft, um einen Schweinefleisch freien Genuss zu ermöglichen. Und wer’s gänzlich fleischlos will, kann sich an den vegetarischen Flammkuchen halten. Eis geht natürlich im Sommer neben dem regulären Angebot besonders gut.

 

 

Info: Das Finkenbacher Freibad ist in den Ferien regulär jeden Tag von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Änderungen werden auf www.facebook.com/FreibadFinkenbach/ oder über eine Schwimmbad-WhatsApp-Gruppe bekannt gemacht.

Brückensanierung in Finkenbach soll Anfang September starten

Christian Niesen (47) ist der neue Ortsvorsteher von Finkenbach, Hinterbach und Raubach. Er wurde auf der vergangenen Sitzung zum Nachfolger des Anfang Juni überraschend verstorbenen Rothenberger Altbürgerbürgermeisters Hans Heinz Keursten gewählt. Sein Stellvertreter ist Detlef Honnen. Nachrücker ist Martin Menges, der früher auf CDU-Liste in der Rothenberger Gemeindevertretung saß. Nach einer Schweigeminute für den Verstorbenen leitete Oberzent-Bürgermeister Christian Kehrer das Wahlprozedere.

Der gebürtige Heidelberger Niesen kam vor mehr als 20 Jahren nach Finkenbach. Durch einen Bekannten verschlug es ihn der Pferde wegen in den Odenwald. Er kam, sah, baute sich ein Haus und blieb. Nach der Ortsbeiratswahl im April 2018 im Zuge der Oberzent-Fusion wurde er vom Gremium damals zum Stellvertreter von Keursten bestimmt. Das war auch in anderer Funktion, beim Heimat- und Verschönerungsverein Finkenbach.

Besprochen wurden auf der Sitzung die Projekte am Freiwilligentag des Odenwaldkreises, der am 14. September stattfindet. So wollen die Ehrenamtlichen das Multifunktionsspielfeld am Schwimmbad-Parkplatz auffrischen. Das hat jedes Jahr eine Frischzellenkur nötig. Bretter müssen ausgetauscht, der Boden abgedampft werden, damit es wieder einsatzbereit ist.

Angedacht ist weiterhin die Reparatur der Buswartehäuschen, damit die ÖPNV-Nutzer beim Warten nicht das kalte Grausen packt. Weiteres ist in der Mache: „Wir sammeln noch Projekte“, erläutert der neue Ortsvorsteher. Dazu könnte auch die Mähaktion im kleinen Park am Feuerwehrhaus im Vorfeld des Weinfests zählen, das die Brandschützer immer im September veranstalten.

Allerdings ist diese Maßnahme abhängig vom Ersatzbau für die Brücke über den Finkenbach. Deren Sanierung soll laut Hessen Mobil Anfang September starten, wobei „oft die Gemeinden erst eine Woche vorher den genauen Termin erfahren“, weiß Niesen. Da der Schwerlastverkehr weiterhin die Odenwald-Quelle erreichen muss und dies über Raubach nicht möglich ist, braucht es eine Ersatzquerung, bevor die alte, marode Brücke abgerissen werden kann.

Kurz vor dem Start der Bauarbeiten, etwa gegen Ende August, wird dann auch das im Grünbereich befindliche Schachbrett rüber ans Freibad verlegt. Es soll mit den schon vorhandenen Kinderspielgeräten und der Tischtennisplatte sowie der noch zu errichtenden Boule-Bahn ein Anlaufpunkt für Jung und Alt sein. Die Baggerarbeiten übernimmt dabei der Bauhof, das Material bezahlt die Stadt, in die Hände gespuckt wird von den vielen Ehrenamtlichen.

Oberzent-Legenden waren mit Leidenschaft am Ball

Legenden aus Oberzent mit Leidenschaft am Ball: Was beim Fußballfest des TV anlässlich des 100-jährigen Vereinsbestehens eine große Gaudi war, soll in Zukunft alle Ü40-Spieler der neuen Stadt am runden Leder vereinen, um auch sportlich die Fusion weiter voranzutreiben. Auftakt der Oberzent-Allstars war nun die Partie gegen den Hessen-Cup-Sieger 2018 und Teilnehmer an den Deutschen Meisterschaften, den SV Erzhausen. Da zählte vor allem das olympische Motto: „Dabei sein ist alles.“

2:7 musste sich die Oberzent-Auswahl den besser im Saft stehenden Erzhausenern geschlagen geben. Markus Ihrig und Torsten Setzer erzielten die Ehrentreffer. Konditionell präsentierten sich die Gäste bei schweißtreibenden Temperaturen deutlich im Vorteil und waren auch jederzeit torgefährlicher. Die 1950 gegründeten TV-Fußballer zeigten sich bei diesem Teil des dreitägigen Sportfestes sehr zufrieden mit den Besuch auf der Höhe.

Nachdem die Fußballer im vergangenen Jahr nur einen Tag gefeiert hatten, wollten sie den Event im Zeichen des 100. Jubiläums größer machen, erläutert Marcel Daub. In der Projektgruppe erarbeitete man die einzelnen Aktivitäten, so etwa den Besucher der 05er Fußballschule des Bundesligisten Mainz 05, das Mondscheinturnier oder den Blitzeiche-Cup.

Aus allen acht Vereinen der neuen Stadt liefen die alten Hasen in ihren gelben Trikots auf. „Die haben damals als Spieler ihre Teams geprägt“, meint Daub ehrfürchtig im Angesicht der früheren Leistungen. Roland Hartmann vom SV Beerfelden blickt auf Oberliga-Erfahrung zurück, Dieter Bundschuh vom TV Hetzbach ist ein ebensolcher erfahrener Mann. Er gehört wie auch Oliver „Fips“ Rexroth, der frühere Spielertrainer des FC Finkenbachtal, mit seinen 53 Jahren zu den ältesten im Bunde.

Teilweise hingen die Fußballschuhe schon zehn Jahre am Nagel, bevor sie fürs Auswahlspiel wieder geschnürt wurden. Marcel Gerling (ISV Kailbach) versucht sich zu erinnern: „Sechs Jahre sind es bestimmt schon“, meint er. Zumindest waren die Treter so alt, dass er sich jetzt neue kaufte. Fit hielt er sich in der Zwischenzeit immer, „aber Laufen ist halt was anderes“. Sein Fazit: „Das hat total Spaß gemacht“ – gegen einen ambitionierten Gegner.

„Die waren alle gleich dabei“, freut sich Mitorganisator Daub über die vielen positiven Rückmeldungen. Die Partie kam auch deshalb zustande, „weil es in Oberzent nirgends eine AH gibt“, erläutert er Genau das ist das Ziel von Trainer Horst Ihrig, der das jetzige Zusammentreffen verstetigen will. „Jeder Ü40-Crack aus Oberzent ist eingeladen mitzumachen“, bekräftigt Daub. Einmal im Monat soll das Training stattfinden.

Horst Ihrig versteht das Auftaktspiel, auch wenn davor kaum ein gemeinsames Training möglich war, als Grundstock für eine kommende Oberzent-Auswahl. „Wir wollen auch sportlich mehr zusammenwachsen“, betont er. Der Coach will die erfahrenen Jungs von März bis Oktober zusammentrommeln und in dieser Zeit auch drei oder vier Spiele absolvieren. „Es ist schön, die alten Gesichter wieder zu sehen“, sagt Ihrig. Denn ansonsten verliert man sich aus den Augen. Natürlich war der Gegner gleich eine hohe Messlatte, schmunzelt er.

Über 70 Ehemalige stehen auf der Liste. Elf können zwar nicht mehr kicken, weiß der Trainer, aber wollen trotzdem dabei sein. Wenn er für die Spiele zwischen 18 und 20 Leute aus allen früheren Vereinen aufbieten kann, dann passt das für Ihrig. Sebastian Schönig (FC Finkenbachtal), Cosimo Perrone (Türkspor Beerfelden), Marco Gerbig (TV Hetzbach), Steffen Ulrich (TSV Sensbachtal) oder Berkant Özdemir (Türkspor Beerfelden): Alles klangvolle Namen aus goldenen Oberzent-Fußballjahren, die jetzt aufliefen.

 

 

Das Neckartal ist demnächst nur noch auf Umwegen zu erreichen

Das Neckartal ist von der Höhe aus demnächst nur noch mit Einschränkungen zu erreichen. Denn Ende Juni startet die Fahrbahnerneuerung auf der Landstraße 3410 zwischen Kortelshütte und Hirschhorn (Brombacher Wasser) auf etwa dreieinhalb Kilometern. Sie soll dann bis August andauern, erhielten die Ortsbeiräte als Info auf der vergangenen Sitzung. Die offizielle Umleitung erfolgt über Beerfelden. Zusätzlich werden die Strecken zwischen Rothenberg und Ober-Hainbrunn sowie Finkenbach während dieser Zeit als Einbahnstraßen ausgewiesen werden.

„Hier sollte von der Stadt beachtet werden, ab wo die Einbahnstraßenregelung gilt“, so der Wunsch der Mandatsträger. Ihr Vorschlag lautete Richtung Finkenbach ab Beginn des Waldes, Richtung Ober-Hainbrunn ab dem Weg zum Friedhof. Zusätzlich sollten die Straßen, vor allem in Richtung Hainbrunn, auf Straßenschäden überprüft und durch den Bauhof mit Kaltasphalt ausgebessert werden. Denn diese Strecke hat etliche Schlaglöcher.

Einige Rothenberger fahren morgens mit dem Bus nach Hirschhorn und müssen dort die S-Bahn erreichen. Deshalb wurde der Wunsch an die Stadt herangetragen, über die OREG abzuklären, ob dies gewährleistet werden kann und wann die Busse während der Bauzeit fahren.

Zusätzlich zur Hundetoilette in der Verlängerung des Stichwegs Höhenstraße sollen noch drei weitere aufgestellt werden, so die Mittelung: am Sportplatz Rothenberg, auf dem Weg Richtung Schomen (an der „Doppeleiche“) und an der Schutzhütte bei den „Lehmlöchern“. Von einem Zuhörer kam die Anregung, größere Müllbeutel zu deponieren. Denn mit den sehr kleinen bestünden doch Probleme, diese anschließend zu verknoten. Vorreiter in Hinsicht XXL-Tüten ist Beerfelden.

Der Ortsbeirat hatte bereits angeregt, ob von Mai bis September zusätzliche Termine für die Grünschnittannahme im Bauhof Rothenberg möglich sind. Derzeit ist diese jeden zweiten Samstag im Monat möglich. Da die Bauhofmitarbeiter einmal in der Woche bis 16.30 Uhr arbeiten, wurde nachgefragt, eventuell an diesem Tag von 16 bis 16.30 Uhr in den Sommermonaten Grünschnitt anzunehmen. Bürgermeister Christian Kehrer will prüfen, ob dies machbar ist.

Über das Regionalbudget der Interessengemeinschaft Odenwald (IGO) können Projekte in der Gemeinde bezuschusst werden, lautete eine weitere Information. Der MGV Rothenberg versucht eine Schrankwand mit abschließbaren Kühlschränken für den Mannschaftsraum in der Sporthalle mitfinanziert zu bekommen. Diese Kühlschränke könnten dann von verschiedenen Vereinen benutzt werden.

Über den Ortsbeirat wurde bereits in einer vergangenen Sitzung angeregt, am Metzkeil in Rothenberg einen Stromanschluss zu installieren. Den könnten die Vereine für Festivitäten wie etwa am Rad- und Inlinertag nutzen. Eine neue Standsäule kostet etwa 3000 Euro, wurde nun berichtet. Weiterhin sind jährliche Zählerkosten von etwa 100 Euro fällig. Es soll jetzt geprüft werden, ob der in der Nähe liegende Anschluss der Kirchenbeleuchtung genutzt werden kann.

Stadtbaumeister Peter Bauer kümmert um die Planausarbeitung für den zusätzlichen Unterstand auf dem Friedhof. Im Ortsbeirat soll dann der ausgearbeitete Vorschlag vorgestellt werden. Der Blumenschmuck, jedes Jahr auf öffentlichen Bereichen gepflanzt, wird auch weiterhin von der Stadt bezahlt, hieß es. Er fällt nicht in das jährliche Budget des Ortsbeirats von 1900 Euro. Farben, die der Verkehrs- und Verschönerungsverein zur Pflege der Parkbänke benötigt, können über die Stadt abgerechnet werden.