Jugendfeuerwehr erstmals beim Landesentscheid

Das gab’s noch nie in 40 Jahren Jugendfeuerwehr Finkenbach: Die Staffel schaffte es zum Landesentscheid in Hünfeld und wurde dort Elfter. Neben dem Jubiläum an sich war dies dem Feuerwehr-Vereinsvorsitzenden Jens Schindler eine besondere Erwähnung wert. „In 40 Jahren wart ihr die ersten, die es soweit geschafft haben. Ich bin mächtig stolz auf euch“, so Schindler. Qualifiziert hatten sich die Finkenbacher Jugendlichen dafür durch den ersten Platz im Kreisentscheid im Hainstadt am Kreisjugendfeuerwehrtag.

Schindler erwähnte darüber hinaus die weiteren Aktivitäten im sehr erfolgreichen abgelaufenen Jahr. Besonders hervorzuheben waren das Theaterstück „Hannes und der Ourewäller Landrat“. Dieses Mal gab es die Stücke „Sellemols“ und „OZ“ zu sehen. Viele Interessierte Gäste kamen und es wurde ein schöner, lustiger Abend, freute sich Schindler. Er erwähnte außerdem das wiederkehrende Weinfest, die Teilnahme am Freiwilligentag des Odenwaldkreises sowie diverse Festbesuche befreundeter Wehren.

Wehrführer Fabian Sauter ging auf die Aktivitäten der Einsatzabteilung ein: Neun Mal mussten die Brandschützer ausrücken, davon unter anderem drei Mal zu einem Brand und zu vier technischen Hilfeleistungen. Er hob die Einsatzstärke tagsüber zur Arbeitszeit mit durchschnittlich zwölf Personen hervor. 44 Prozent der Einsatzabteilung sind Atemschutzgeräteträger, sagte er.

In 24 Übungen bereiteten sich die Kameraden auf den Ernstfall vor, davon 17 für die gesamte      Wehr und sieben weiteren etwa für Gruppenführer, Maschinisten und Atemschutzgeräteträger. Die durchschnittliche Beteiligung lag bei guten 16 Personen. Die Einsatzabteilung besteht derzeit aus 34 Personen (zwei mehr als 2018), die Jugendfeuerwehr aus sieben und die Alters- und Ehrenabteilung aus drei, erläuterte Sauter. 67 Prozent der Einsatzabteilung sind unter 35 Jahre alt, hob er hervor.

Für die Jugendfeuerwehr berichtete Fabienne Buchert von den vielfältigen Aktivitäten. Die Wintermonate dienten der theoretischen Ausbildung. Gerätekunde, Knoten und Stiche sowie Wettkampftheorie wurden behandelt. Sechs Jugendliche erhielten die Leistungsspange. Bucherts Nachfolger Adrian Kruppa bedankte sich beim Betreuerteam für die Unterstützung und für das Vertrauen in seinem ersten Jahr als Jugendfeuerwehrwart.

In Vertretung von Uwe Katzer verlies Alexander Volk den zusammengefassten Bericht über die Einnahmen und Ausgaben des abgelaufenen Jahres. Seitens der Kassenprüfer bescheinigte Rüdiger Seip dem Rechner die einwandfreie Kassenführung. Auf Antrag wurde dem Kassier und dem gesamten Vorstand einstimmig Entlastung erteilt. Gleiches geschah für die Jugendwehr. Petra Lilienkamp wurde einstimmig zur neuen Kassenwartin gewählt.

Bürgermeister Christian Kehrer würdigte die Erfolge der Jugendfeuerwehr. Er dankte für die Unterstützung der Finkenbacher Brandschützer bei der Feuerbekämpfung in der Kita Rothenberg vor einem Jahr. Stadtbrandinspektor Marco Johe würdigte die Arbeit aller Gruppen der Feuerwehr Finkenbach und der Voraushelfer. Grußworte sprach auch der stellvertretende Stadtjugendfeuerwehrwart Florian Füllöp.

 

Beförderungen: Gina Lilienkamp (Feuerwehrfrau), Robert Falk (Feuerwehrmann), Marcel Jung (Oberfeuerwehrmann), Christian Heckmann (Löschmeister), Angelo Helm (Oberlöschmeister), Fabian Sauter (Brandmeister)

Häufigste Übungsteilnahme: Paul Schmidt (15), Alexander Volk und Rüdiger Seip (je 16)

 

Kindergartenbus gehört der Vergangenheit an

Den bisherigen Rothenberger „Kindergartenbus“ gibt es ab Ende des Jahres nicht mehr. Die Stadtverordneten entschieden sich auf der vergangenen Sitzung mehrheitlich, das Angebot nicht mehr fortzusetzen. Als Gründe wurden finanzielle und haftungsrechtliche Aspekte genannt. Mit dem Bus wurden die Kids aus Ober-Hainbrunn, Finkenbach und Kortelshütte zur Rothenberger Kita „Himmelsauge“ gebracht, wenn während der Schulferien die etatmäßigen Busse nicht verkehrten.

Schon einmal hatte sich die Oberzent-Stadtverordnetenversammlung im Frühjahr mit diesem Thema befasst, als es um die Einstellung in der Ferienzeit ging. Die wurde damals im Vorgriff vom Magistrat abgesegnet, aber von den Mandatsträgern bis zur Prüfung durch die Verwaltung aufgeschoben, wie eine künftige Regelung aussehen und ob der Bus weiterhin fahren könnte.

Bisher gab es in den anderen drei Gemeinden Hesseneck, Sensbachtal und Beerfelden keinen Ferienbusdienst. Aus Gleichbehandlungs- und Kostengründen hatte der Magistrat deshalb entschlossen, das Angebot in der Ferienzeit auch für Finkenbach, Ober-Hainbrunn und Kortelshütte einzustellen. Das löste bei den betroffenen Eltern einen Proteststurm aus.

Die Verwaltung hatte über den Sommer eruiert, was eine Ausweitung dieses Angebots auf alle Stadtteile bedeuten würde. „Das wären Kosten von 22.100 Euro“, erläuterte Bürgermeister Christian Kehrer. Zum Vergleich: Die bisherige Rothenberger Variante kam auf 4100 Euro. Neben dem Geld gibt es aber einen anderen gewichtigen Hinderungsgrund. „Die Stadt wäre als Träger in der Haftung“, betonte er.

Zum einen bräuchten die Busse das nötige Equipment, um kleinere Kinder zu befördern, zum anderen wären Aufsichtspersonen notwendig. „Ohne ist ein Transport nicht möglich“, bekam die Stadt von der Unfallkasse signalisiert. Kinder bis zum zwölften Lebensjahr und kleiner als 1,50 Meter dürften nur befördert werden, wenn geeignete Rückhaltevorrichtungen und zusätzlich Kindersitze vorhanden sind.

Eine schriftliche Erklärung der Eltern, dass ihre Sprösslinge ohne Aufsicht mitfahren dürften, „befreit die Stadt nicht von ihrer Haftung“, bedauerte Kehrer. Der bisherige Betrieb, machte er deutlich, bewegte sich damit schon in einer Grauzone. Deshalb, so das Stadtoberhaupt, „ist es nicht möglich und nicht sinnvoll“, den Busdienst weiterzuführen. Derzeit nutzten fünf Kinder das Angebot.

Im Rahmen des Angebots „Garantiert mobil“ vom Odenwaldkreis entschied die Stadtverordneten-Versammlung bei 24- und drei Nein-Stimmen, den städtischen Zuschuss für die taxOMobil-Fahrten ab 1. Januar vorerst für ein Jahr auf 75 statt bisher 50 Prozent anzuheben. Die Summe ist relativ überschaubar. Bis Ende Oktober liefen bei der Stadt lediglich 128 Euro an Zuschüssen auf. Fürs Folgejahr sind 1000 Euro im Haushalt eingeplant.

TaxOMobil-Fahrten sind für die nächsten zehn Jahre zum ÖPNV-Bedienungsstandard geworden, informierte Kehrer. Mitte des Jahres waren kreisweit etwa 1500 Euro an Subventionsbeträgen aufgelaufen. Der relativ geringe Betrag ist dem Bürgermeister zufolge auf die Startphase und die anfänglichen technischen Probleme bei der Buchungs-App zurückzuführen.

Kehrer bedauerte, dass taxOMobil weiterhin ein Stiefkind-Dasein fristet. Es hängt seiner Ansicht nach nicht nur am Geld, sondern auch an der Akzeptanz, die scheinbar auf dem Land erst nach und nach kommt. Bisher gibt es 1500 Anmeldungen. „Andere ländliche Regionen wären froh über das Angebot“, brachte er die Besonderheit auf den Punkt. Im Gremium gab es eine engagierte Diskussion über das Für und Wider.

Eine Entscheidung über die Jugendförderrichtlinien verschoben die Mandatsträger auf Anfang kommenden Jahres. Man will die Haushaltszahlen dieses Jahres abwarten und dann rückwirkend die Gelder ausschütten, wenn es der Etat erlauben sollte. Es geht um 15.000 Euro, die pro Jugendlichem an die Vereine ausgezahlt werden.

 

Das Finkenbachtal bleibt abgehängt

Was sich im Ausschuss bereits abgezeichnet hatte, wurde in der Oberzent-Stadtverordneten-Versammlung Realität. Es wird keine Verbesserung auf der Buslinie 54 im Bereich der früheren Gemeinde Rothenberg mit den Finkenbachtal-Gemeinden geben. Denn die Mehrkosten dafür hatte die OREG auf 185.000 Euro beziffert. Sie wären von der Stadt zu tragen gewesen. Da diese aber kein Geld dafür hat, zog Horst Kowarsch von den initiierenden Grünen den Antrag zurück.

Kowarsch bezeichnete in seiner ursprünglichen Antragsbegründung die heutige Taktdichte als „völlig unzureichend“. Deshalb fahren seinen Worten zufolge viele Pendler aus dem Finkenbachtal sowie von Rothenberg und Kortelshütte mit dem Auto an den Hirschhorner Bahnhof, um dort in die S-Bahn nach Heidelberg oder Mosbach einzusteigen. Obwohl Hirschhorn die Parkplätze in den vergangenen Jahren erweiterte, „tritt inzwischen wieder ein Mangel auf“.

Die Hoffnung der Grünen:  Eine S-Bahn-orientierte Taktung der Linie 54 würde einen Teil der Pendler dazu bringen, auf den Bus umzusteigen. Eine besondere Fahrtendichte wäre morgens, mittags und abends einzurichten. Kowarsch sagte, eine gute ÖPNV-Versorgung trage zur Attraktivität des ländlichen Raums bei. Er wies auf den geplanten Kindergarten in Rothenberg hin. Eine vernünftige Busanbindung ins Tal sah er als „Standortkriterium“, damit sich junge Familien ansiedeln.

Laut OREG stellt der Nahverkehrsplan zunächst einmal nur die Grundversorgung sicher: nämlich den Schülerverkehr. Darüber hinaus gibt es unter der Woche zweistündlich tagsüber ein Rufbusangebot. Das gibt es nach dem Fahrplanwechsel am Wochenende gar nicht mehr. Wenn es, wie im Antrag gewünscht, im werktags stündlichen Wechsel eine Verbindung von Beerfelden über Rothenberg oder Finkenbach nach Hirschhorn geben sollte, müsste hier die Stadt einspringen.

Kowarsch regte an, dem ÖPNV-Ausbau im südlichen Odenwaldkreis ein besonderes Augenmerk zu schenken. „Wir müssen auch die Nebenstrecken fördern.“ Lediglich auf die Kosten zu verweisen, hielt er für ein „Totschlagargument“. Er hätte sich von der OREG Verbesserungsvorschläge und neue Ideen gewünscht. „Wenn wir unsere Region stärken wollen, brauchen wir die Verbindung zur S-Bahn im Neckartal“, betonte er.

„Wir fühlen uns da oben abgehängt“, brachte es Brigitte Heckmann (SPD) für die Höhenstadtteile Rothenberg und Kortelshütte auf den Punkt. Ihren Worten zufolge gibt es viele Verbindungen vom Nordkreis nach Bayern „und die bringen es nicht fertig, Busse nach Hirschhorn fahren zu lassen“, machte sie ihrem Unmut Luft.

Ihr Fraktionskollege, Kreistagsvorsitzender Rüdiger Holschuh, wies auf den Gleichbehandlungsgrundsatz hin. Oberzent müsse die Mittel dem Kreis zur Verfügung stellen, sonst entsteht ein Ungleichgewicht. In den vergangenen Jahren wurde im Kreis sehr viel in den ÖPNV investiert, meinte er. „Deshalb kann ich die Pauschalkritik nicht nachvollziehen“, so Holschuh.

Diskutiert wurden im Rund die Anbindungen an die Grenzregionen mit Eberbach und Hirschhorn, weil von dort die S-Bahn in die Metropolregion und nach Mosbach fährt. Der folgende Vorschlag von Bürgermeister Christian Kehrer fand bei allen Widerhall: „Warum formulieren wir nicht dem Kreistag das, was wir haben wollen“, meinte er. Landrat Frank Matiaske wird im Januar zur Vorstellung des Kreisentwicklungskonzepts in Oberzent sein. Dem könnte man Anregungen mitgeben.

Das Beratungs-Ergebnis sorgte vor allem bei den Mandatsträgern aus dem früheren Rothenberg für Frust, wie sich nach Ende der Sitzung beim gemütlichen Beisammensein zeigte. Linienverdichtungen im Nordkreis und eine neue Verbindung über Mossautal nach Grasellenbach wurden zum Anlass genommen, auf die Vernachlässigung des Finkenbachtals hinzuweisen. Dass im Kreis Bergstraße zwischen Wald-Michelbach und Hirschhorn als Grundversorgung unter der Woche ein stündlicher Takt eingerichtet wurde, war für viele ein positives Beispiel, wie es anders laufen könnte.

Stadt wäre beim Kindergartenbus in der Haftung

Der bisherige „Kindergartenbus“ in den Ferienzeiten steht auf der Kippe. Mit ihm wurden die Kids aus Ober-Hainbrunn, Finkenbach und Kortelshütte zum Rothenberger Kindergarten gebracht, wenn während der Schulferien die etatmäßigen Busse nicht verkehrten. Das Thema fand nun wieder Eingang in die Sitzung des gemeinsam tagenden Sozial- und Kultur- sowie Bau- und Umweltausschusses von Oberzent.

Schon einmal hatte sich die Oberzent-Stadtverordnetenversammlung im Frühjahr mit diesem Thema befasst, als es um die Einstellung in der Ferienzeit ging. Die wurde damals beschlossen, aber noch keine Entscheidung getroffen, wie es danach weitergehen sollte. Auf Antrag der SPD hin sollte der Magistrat nun überprüfen, wie eine künftige Regelung aussehen und ob der Bus weiterhin fahren könnte.

Bisher gibt es weder in Hesseneck noch in Sensbachtal einen Ferienbusdienst. In Beerfelden wurde er 2010 eingestellt. Aus Gleichbehandlungsgründen hatte sich der Magistrat Anfang April dafür entschlossen, das Angebot in der Ferienzeit auch für Finkenbach, Ober-Hainbrunn und Kortelshütte einzustellen. Von dort werden die Kinder nach Rothenberg gebracht. Das hatte bei den betroffenen Eltern einen Proteststurm verursacht.

Die Verwaltung hatte über den Sommer eruiert, was eine Ausweitung dieses Angebots auf alle Stadtteile bedeuten würde. „Das wären Kosten von 22.000 Euro“, erläuterte Bürgermeister Christian Kehrer. Zum Vergleich: Die bisherige Rothenberger Variante kam auf 4100 Euro. Neben dem Geld gibt es aber einen anderen gewichtigen Hinderungsgrund. „Die Stadt wäre als Träger in der Haftung“, betonte er.

Zum einen bräuchten die Busse das nötige Equipment, um kleinere Kinder zu befördern, zum anderen wären Aufsichtspersonen notwendig. „Ohne ist ein Transport nicht möglich“, bekam die Stadt von der Unfallkasse klipp und klar signalisiert. Der bisherige Betrieb, machte er deutlich, bewegte sich damit schon in einer Grauzone.

Eine Entscheidung über die Jugendförderrichtlinien verschoben die Mandatsträger auf Anfang kommenden Jahres. Man will die Haushaltszahlen dieses Jahres abwarten und dann rückwirkend die Gelder ausschütten, wenn es der Etat erlauben sollte. Es geht um 15.000 Euro, die pro Jugendlichem an die Vereine ausgezahlt werden. Angesichts der aktuellen schlechten Haushaltslage müsste er bei einer sofortigen Entscheidung sowieso seinen Widerspruch einlegen, da es sich um eine freiwillige Leistung handelt, sagte der Bürgermeister.

Mehr Busse nach Hirschhorn wären zu teuer

Schön war’s ja, aber finanziell nicht zu machen. Die Tendenz im gemeinsam tagenden Sozial- und Kultur- sowie Bau- und Umweltausschuss in Beerfelden war ziemlich klar, als es um die Taktverdichtung auf der Linie 54 zwischen Beerfelden und Hirschhorn ging. Die hatten die Grünen mit einem Antrag gefordert. Aber mit einer Umsetzung wären erhebliche Kosten verbunden, die die OREG auf 185.000 Euro jährlich beziffert. Geld, das Oberzent derzeit nicht hat.

Horst Kowarsch (Grüne) hatte bereits in einer vorigen Beratung die heutige Taktdichte als „völlig unzureichend“ bezeichnet. Deshalb fahren seinen Worten zufolge viele Pendler aus dem Finkenbachtal sowie von Rothenberg und Kortelshütte mit dem Auto an den Hirschhorner Bahnhof, um dort in die S-Bahn nach Heidelberg oder Mosbach einzusteigen. Obwohl Hirschhorn die Parkplätze in den vergangenen Jahren erweiterte, „tritt inzwischen wieder ein Mangel auf“.

Die Hoffnung der Grünen: Eine S-Bahn-orientierte Taktung der Linie 54 würde einen Teil der Pendler dazu bringen, auf den Bus umzusteigen. Eine besondere Fahrtendichte wäre morgens, mittags und abends einzurichten. Kowarsch sagte, eine gute ÖPNV-Versorgung trage zur Attraktivität des ländlichen Raums bei. Er wies auf den geplanten Kindergarten in Rothenberg hin. Eine vernünftige Busanbindung ins Tal sah er als „Standortkriterium“, damit sich junge Familien ansiedeln.

Die Linie wird im Nahverkehrsplan des Odenwaldkreises lediglich als Grundversorgung betrachtet, erläuterte Bürgermeister Christian Kehrer. Laut OREG sieht der Plan zunächst einmal nur die Sicherstellung des Schülerverkehrs vor. Darüber hinaus gibt es unter der Woche zweistündlich tagsüber ein Rufbusangebot. Alles, was darüber hinausgeht, müsste die Stadt Oberzent bezahlen. Die Kalkulation der Regionalgesellschaft kommt auf eben jene 185.000 Euro, wenn es im stündlichen Wechsel eine Verbindung von Beerfelden über Rothenberg oder Finkenbach nach Hirschhorn geben soll.

Als Alternative zu einem regelmäßigen Busverkehr nannte das Stadtoberhaupt das Angebot „Garantiert mobil“ des Odenwaldkreises. Hier gab der Ausschuss die Empfehlung ab, den städtischen Zuschuss bei den taxOMobil-Fahrten auf 75 statt bisher 50 Prozent anzuheben. Denn die Summe ist relativ überschaubar. Bis Ende Oktober liefen bei der Stadt lediglich 128 Euro an Zuschüssen auf. Fürs Folgejahr sind 1000 Euro im Haushalt eingeplant.

„Mittlerweile läuft das System stabil“, sagte Kehrer. TaxOMobil-Fahrten sind für die nächsten zehn Jahre zum ÖPNV-Bedienungsstandard geworden, informierte er. Mitte des Jahres waren kreisweit etwa 1500 Euro an Subventionsbeträgen aufgelaufen. Der in der Gesamtsumme relativ geringe Betrag ist dem Bürgermeister zufolge auf die Startphase und die anfänglichen technischen Probleme bei der Buchungs-App zurückzuführen.

Kehrer bedauerte, dass das taxOMobil-Angebot trotz der Öffentlichkeitsarbeit weiterhin ein Steifkind-Dasein fristet. Es hängt seiner Ansicht nach nicht nur am Geld, sondern auch an der Akzeptanz, die scheinbar auf dem Land erst nach und nach zu erreichen sei. Bisher gebe es 1500 Anmeldungen. „Andere Regionen wären froh darüber“, brachte er die Besonderheit des Angebots auf den Punkt.

Info: Als integrierter Bestandteil des ÖPNV im Odenwaldkreis sichern taxOMobil-Fahrten die Mobilität der Bürger von der Ortschaft zum jeweiligen Zentrum. Diese Mobilitätsgarantie besteht an allen Tagen in der Woche und unabhängig von Schul- und Ferienzeiten Montag bis Freitag von 5 bis 22 Uhr, an Samstagen von 6 bis 22 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen von 8 bis 22 Uhr. Buchbar sind taxOMobil-Fahrten über das Informations- und Buchungssystem http://www.odenwaldmobil.de via Web oder App oder auch telefonisch über die Mobilitätszentrale der OREG. Für seine taxOMobil-Fahrt zahlt der Kunde den RMV-Tarif und einen entfernungsabhängigen Zuschlagspreis.

„Kraan“ ist wieder beim Finkenbach-Festival 2020 dabei

Das Finki ist tot, es lebe das Finkenbach-Festival. Schon direkt nach dem diesjährigen Ausstieg von Mani Neumeier verkündeten die Verantwortlichen des FC Finkenbachtal, im kommenden Jahr allein weiterzumachen. Gesagt, getan: Am 7. und 8. August findet das 38. Festival auf dem Gelände am Schwimmbad statt. Booker Bernd Magin feilt kräftig am Programm, von dem schon ein Großteil steht. Vergünstigte „Early Bird Tickets“ sind ebenfalls bereits erhältlich.

Die alten Krautrock-Haudegen von Kraan, bereits 2016 am Start, dürften wohl mit die bekannteste Band des kommenden Line-Ups sein. Kraan verschrieben sich von Beginn ihrer Karriere an, was bereits mehr als ein halbes Jahrhundert her ist, einer spannenden Fusion aus Rock, Jazz und Ethno-Einflüssen und fügten ihrem Sound später US-Mainstream- und Soul-Elemente hinzu.

Neun weitere Bands trommelt Magin für das Wochenende zusammen, die im 450-Seelen-Dorf zwei Tage lang für ausgelassene Stimmung und einen Hauch von Odenwald-Woodstock sorgen werden. Fest gebucht sind die Grandsheiks mit ihren Frank-Zappa-Covers. Sie werden seit vielen Jahren für ihre Virtuosität und musikalische Vielseitigkeit gelobt. Mit ausgefeilten Arrangements, leidenschaftlicher Spielfreude und dem nötigen Humor bringen sie die einzigartigen Kompositionen des Meisters zum Strahlen.

Den Blues hat Thorbjørn Risager im Blut, seit er als Zehnjähriger etwas für ihn absolut Magisches hörte. Bei ihm zu Hause in Jyllinge legten seine Eltern, die beide Musik unterrichteten, nur Klassikplatten auf, aber im Nachbarhaus eröffnete sich ihm eine neue Welt. Er ist mit seinen „Black Tornados“ das erste Mal in Finkenbach. Die Band bringt ein neues Album an den Start: „Come On In“. Intensiv wie gewohnt, lässt es auch Raum für Melancholie.

Naidoo-Gitarrist Alex Auer & the Detroit Blackbirds sind bereits vom Auftritt in diesem Jahr bekannt, als sie am früheren Sonntagmorgen die Nacht zum Tag machten und schwer begeisterten. Auch Gitarrenvirtuose Adax Dörsam aus dem Odenwald ist wieder mit an Bord. „Much Better“ heißt Auers entspanntes, kalifornisches Rockalbum. Ein Lebensgefühl unter der Sonne. Dabei hat der Sänger und Gitarriast seine langjährigen Lava-Mitstreiter Boris Angst und Rolf Breier, außerdem Neil Palmer, den er von der Naidoo-Band kennt.

Arthur Kay and The Clerks stehen für die Zusammenarbeit des Grandsegnieurs der Ska-Szene mit einer angesagten Kölner Band. Mühelos wird zwischen ernsthaftem Reggae und feuchtfröhlichem Pub-Ska changiert. 2018 wurde der Brite Kay 70 Jahre alt und steht jetzt seit mehr als 50 Jahren auf der Bühne.

„Es war 1976, als ein Fest der Finkenbacher Feuerwehr zu scheitern drohte, weil die Kapelle kurzfristig absagte“, erzählt Armin Löffler vom FCF über die Entstehung. Das Finkenbach-Festival war geboren. Als die Besucherzahlen zwischenzeitlich die Grenze von 10.000 überschritten, „drohte das kleine Dorf zu kollabieren“, weiß Löffler. Deshalb wurde es 1984 eingestellt, um 1987 neu aufzuleben. Seit dieser Zeit ist auch der FC mit im Boot und kümmert sich um die Verpflegung.

Nach der zweiten Einstellung 2005 „aufgrund von massiven Polizeikontrollen und dementsprechendem Rückgang der Besucherzahlen“ erfolgte das Revival 2008. Seitdem läuft das Festival bis heute. „Die Einmaligkeit dieser Veranstaltung“ und absolut positive Resonanz der Besucher ist laut Löffler die Motivation für alle Beteiligten, jedes Jahr das Festival wieder auf die Beine zu stellen.

„Es wird keine großen Veränderungen geben“, betont Löffler mit Blick auf 2020. „Wir sind ein eingespieltes Team“, bei dem jeder Handgriff sitzt. Bei den Bands soll für jeden Geschmack was geboten werden, ist der Wunsch der Veranstalter. Magin arbeitet gerade daran, eine Gruppe auch für den jüngeren Musikgeschmack zu buchen. „Wir bieten etwas für alle Generationen von Musikfans“, betont Löffler. Sowohl die Fans der ersten Stunde als auch solche, die den ersten Mal den Weg nach Finkenbach finden, kommen auf ihre Kosten.

Mehr Infos unter www.finkenbach24.de, Kartenvorverkauf unter www.reservix.de

Schachbrett kommt ans Schwimmbad

„Im Hintergrund wird immer geschafft“, hebt Finkenbachs Ortsvorsteher Christian Niesen schmunzelnd hervor. Deshalb nahm er verschiedene Themen auf die Tagesordnung der vergangenen Ortsbeiratssitzung, um deren Fortgang zu dokumentieren. Etwa die Versetzung des Schachfelds. Das wurde von den Ehrenamtlichen am Feuerwehrhaus abgebaut, weil es für den Brückenersatzbau sowieso im Weg gewesen wäre, und beim Schwimmbad wieder errichtet.

Der städtische Bauhof wird dort laut Niesen witterungsabhängig die Vorarbeiten erledigen, damit es die freiwilligen Helfer wieder zeitnah errichten können. In der dortigen „Spielmeile“ für Jung und Alt soll hinter der Kinderschaukel und der Tischtennis-Platte auch noch eine Boccia-Bahn entstehen, informierte er.

Der Altglascontainer am Feuerwehrhaus sieht an dieser Stelle unschön aus. Schon länger versucht der Ortsbeirat deshalb, ihn auf die andere Straßenseite zu bekommen, wo bereits die Altkleidercontainer unterbracht sind. Allerdings steht noch die entsprechende Antwort des Grundstückseigentümers aus, berichtete der Ortsvorsteher.

Damit der Bestatter bei Dunkelheit nicht mit der Taschenlampe auf den Friedhof herumrennen muss, soll am Gebäude eine Außenlampe angebracht werden, lautet der Wunsch des Gremiums. Und das nicht erst seit diesem Jahr. „Darüber wird bestimmt seit 30 Jahren diskutiert“, wies Niesen auf die Dringlichkeit hin.

Übers Winterhalbjahr möchte der Ortvorsteher gerne eine Vortragsreihe im Ort anstoßen, „um die Leute hinter dem Ofen hervorzulocken und zusammenzubringen“. Niesen denkt hier unter anderem an eine Bilderschau mit alten Motiven aus Finkenbach, aber auch die Vorstellung von Rezepten aus Oberzent. Das Thema wurde auf der vergangenen Ortsbeirats-Sitzung schon einmal angesprochen, aber es fehlen noch die Ideen und Rückmeldungen.

Info: Wer Interesse an einer Teilnahme hat, kann sich an Christian Niesen wenden, Telefon 06068/4029, E-Mail chniesen@gmx.de