Grillfest des Gemischten Chors in Finkenbach war ein super Erfolg

Die Freude stand Rainer Maurer förmlich ins Gesicht geschrieben. „Das Grillfest ist ein super Erfolg“, strahlte der Vorsitzende des Gemischten Chors. Auch wenn der Blick ab und zu mal sorgenvoll nach oben ging: Das Wetter hielt einigermaßen, zwischendurch ließ sich sogar mal die Sonne blicken und der Chor war mit der Resonanz mehr als zufrieden. Zu den Stammgästen, die sich jedes Jahr am Feuerwehrhaus einfinden, kamen noch etliche Mitglieder befreundeter Ensembles und Gäste von außerhalb hinzu.

„Wir haben die Chöre eingeladen, bei denen wir auch zu Gast sind“, sagte Maurer. Nicht nur zum Besuch, sondern auch zum Singen. So ließen die Mitglieder des MGV Ober-Hainbrunn und die des Singkreises Odenwald aus Hetzbach ihre Stimmen unter viel Beifall erklingen. Natürlich durften auch die Gastgeber unter Leitung von Uschi Egler mit dem „Lion King“ und „A wonderful day“ nicht fehlen. Weitere Gäste aus Falken-Gesäß und Olfen oder aus den Chören des Sängerkreises Neckartal schauten ebenfalls gerne dabei.

Das Fest hat eine jahrzehntelange Tradition, fand unter MGV-Regie erst am Sportplatz statt, später dann am Saubuche-Parkplatz Richtung Raubach. Seit einiger Zeit genießt der Chor nun die Gastfreundschaft der Brandschützer. Hier können sich die hungrigen Mäuler im Grünen niederlassen oder, falls es am Himmel zu dunkel wurde, unters Zeltdach oder ins Innere der Fahrzeughalle „flüchten“, die für diesen Zweck leergeräumt wurde.

Knapp 30 Aktive des Vereins, aber auch Helfer aus der Nachbarschaft, waren den Tag über für das Wohl der Gäste im Einsatz. Wildbratwurst, Steaks und Fleischspieße hielten die Sänger an diesem Tag für die Besucher parat. Und nicht zu vergessen das mehr als reichhaltige Kuchen- und Salatbüffet, dank vieler Spenden von Vereinsmitgliedern und -freunden in diesem Umfang möglich. „Alles wurde sehr gut angenommen“, so Maurer. Für Unterhaltung sorgten zwischendurch immer wieder Dirigent Karlfried Schicht und Dirk Bondes.

Das Grillfest nutzte der Verein auch gleich, um Mitgliederwerbung zu betreiben. Auf die donnerstägliche Singstunde wurde hingewiesen. Denn Nachwuchs – der gerne auch älter sein darf – ist im Gemischten Chor mit seinem eher gehobenen Altersdurchschnitt gerne gesehen. Ein Erfolgserlebnis in Gestalt einer neuen aktiven Sängerin gab es vor kurzem bereits, was den Vorsitzenden sehr freute.

Der schöne Erfolg des Grillfests hatte aber auch einen Wermutstropfen. Denn die Bockskerwe Ende August, bisher das dritte Standbein neben dem Weihnachtskonzert, fällt wohl definitiv flach. „Auf den Aufruf zur Unterstützung bei der Ausrichtung gab es keine Rückmeldungen“, bedauerte Maurer. Wenn nicht noch ein Wunder geschehe, dann werde die Traditionsveranstaltung nicht mehr stattfinden.

Die dort geplant Tombola wurde deshalb aufs Grillfest vorgezogen. Dessen Zulieferer sowie Gewerbetreibende aus der Region, die von Maurer alljährlich abgeklappert werden, sorgten für schöne Preise und entsprechend gute Resonanz darauf. Der Erlös fließt ebenso wie die Einnahmen der Veranstaltung in die Vereinskasse, die nun nur noch zweimal im Jahr durch diese Events gefüllt werden kann.

Einwohner von Finkenbach, Hinterbach und Raubach wehren sich „ganz oben“ gegen die Einkesselung durch Windräder

Das Wort von der „Einkesselung“ geht um. Was sich sehr militärisch-martialisch anhört, passt zur sich verschärfenden Diskussion um die Windkraft, die immer härtere Züge annimmt. Der Widerstand gegen den Entwurf des Regionalplans Südhessen, der vor allem im südlichen Odenwald eine Unzahl Windräder zulässt, wird immer heftiger. Nun tragen Finkenbacher, Hinterbacher und Raubacher den Protest ganz nach oben, unter anderem zum hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier.

Letztendlich, so Matthias Heiß als Sprecher der Initiative, werde vom Regierungspräsidium (RP) Darmstadt als zuständiger Behörde eine politische Entscheidung getroffen, wenn es um die Genehmigung von Windparks im Odenwald gehe. Deshalb lag für die Einwohner der drei Rothenberger Ortsteile der Schluss nahe, mit ihrem Anliegen an die Spitze der Entscheidungsträger zu gehen, um dort mehr Rücksichtnahme auf ihre Belange einzufordern.

„Wir sehen wenig direkte Einflussmöglichkeiten auf den Regionalplanwurf“, betonte Heiß. Die entsprechende Stellungnahme werde sowieso vom Odenwaldkreis und seinen zugehörigen Kommunen erarbeitet und beim RP eingereicht. Jedoch wollen die Finken-, Hinter- und Raubacher nicht warten, „was man über Kreis und Gemeinde machen kann“, sondern selbst die Initiative ergreifen.  Es geht laut Heiß um „möglichst viel Sperrfeuer von allen Seiten“. Die Planungen hätten „Ausmaße angenommen, die nicht mehr tragbar sind“. Es sei wichtig, dass sich Städte und Kommunen kurzschließen.

Neben dem WGR-Gemeindevertreter gehören weitere in den drei Ortsteilen wohnhafte Mandatsträger und Gemeindevorstände zu den Unterzeichnern des parteiübergreifenden Schreibens: Rainer Flick (WGR-Gemeindevorstand), Volker Schindler, Alexander Link (beide SPD), Martin Menges (CDU/BuLiRo) und Christa Helm (WGR). „Wir wehren uns nicht gegen Windkraft per se“, hob Heiß hervor. Sondern eben speziell gegen die „Einkesselung“.

Diese ist für die politischen Vertreter „nicht tragbar“, da sie eine deutliche Verschlechterung zur Lebensqualität zur Folge hat. Der neue Regionalplan-Entwurf habe „die bisherige Odenwaldplanung ad absurdum geführt“. Im Entwurf ist nicht nur der Höhenzug zwischen Finkenbach und Olfen enthalten, sondern einige weitere Gebiete im Bereich Rothenberg, Beerfelden, Etzean und Airlenbach. Und das nur im Odenwaldkreis.

Richtung Überwald ziehen sich die möglichen Windvorranggebiete wie an einer Perlenkette die Hügelkette vom Greiner Eck hoch bis nach Aschbach. Dazu weist der Eberbacher FNP im Badischen mehrere mögliche Rotoren oberhalb von Brombach aus, die sich auf hessischer Seite im Flockenbusch fortsetzen. Mittels einer Grafik wird klar, dass alle drei Ortschaften auf 360 Grad von Windrädern umzingelt wären.

Heiß macht darüber hinaus aber deutlich, dass sich die Gemeinde und ihre Vertreter „seit einigen Jahren konstruktiv und aktiv an den Diskussionen für die Platzierung von Windkraftanlagen im Odenwald“ beteiligten. Zusammen mit dem Odenwaldkreis habe man eine annehmbare Lösung erreicht, die auch in den Flächennutzungsplan (FNP) des Kreises aufgenommen wurde. „Allerdings wurde nach Fertigstellung des Plans dieser vom RP zurückgewiesen.“

Neben den hohen Kosten, die somit vergeblich waren, war auch „das bisherige lösungsorientierte Engagement obsolet“. Erneut müsse man nun dagegen ankämpfen, „nicht eingekesselt zu werden“. Das Schreiben betont, die Umstellung auf erneuerbare Energie müsse zusammen mit den Bürgern erfolgen. „Wir haben unseren Teil konstruktiv eingebracht.“ Die Verwaltungen von RP, Land und Bund „haben dies jedoch in keinster Weise gewürdigt“, obwohl der Plan bereits während der Erstellung abgestimmt wurde.

Für die Unterzeichner ist deshalb klar: „Wir fordern eine Rückkehr zum ursprünglichen FNP sowie eine Abkehr von der Einkesselung der Bürger.“ Ausdrücklich werden die Adressaten um Unterstützung gebeten und darum, „sich persönlich für unser Anliegen einzusetzen“. Bei einem Ortstermin, so bieten die Mandatsträger an, könne man die Folgen der aktuellen Planung gerne erläutern.

Verteiler des Schreibens: Peter Altmaier, Chef des Bundeskanzleramts, Ministerpräsident Volker Bouffier, Bundesumweltministerin Barbara Hendricks, Landtagsmitglieder Rüdiger Holschuh und Judith Lannert, Bundestagsmitglieder Patricia Lips und Jens Zimmermann, Landrat Frank Matiaske, Landrat a.D. Horst Schnur, Harald Buschmann, Mitglied der Regionalversammlung Südhessen.

Vorbereitung für die Wiedereröffnung des Finkenbacher Freibads ist quasi abgeschlossen

Alles neu macht der Mai. Wenn er dazu noch den Schalter von April- auf Sommerwetter umlegt, dann haben sich die Vorarbeiten für die Wiedereröffnung des Finkenbacher Freibads gelohnt. Hand in Hand liefen in den vergangenen Wochen die Vorbereitungen von Gemeinde-Bauhof, Heimat- und Verschönerungsverein (HVV) Finkenbach, Raubach und Hinterbach sowie der neuen Kiosk-Pächterin Mareike Niesen. Mit dem schönen Erfolg, dass eine Woche vor dem „Soft-Opening“ am 6. Mai bis auf Kleinigkeiten alles fertig war.

„Wir unterstützen den Bauhof, wo es nur geht“, unterstrich der zweite HVV-Vorsitzende Christian Niesen. So wurde neben dem Technikgebäude durch die Gemeinde eine zementierte Bodenplatte hergestellt, auf die dann die HVV-Mitglieder eine Holzhütte errichteten. Die soll in der Saison als Lagermöglichkeit für Sonnenschirme und Liegestühle der Besucher dienen.

Der Verein griff außerdem kräftig in die Kasse und spendierte dem Kiosk einen hochwertigen Gastro-Kaffeevollautomaten. Der soll auch anderen Finkenbacher Vereinen bei Bedarf ausgeliehen werden. Kühltruhe, Fritteuse, Grill, Pizzaofen und Regale sind weitere Anschaffungen, die auf das Konto der Pächterin gingen. „Da kam einiges zusammen“, so Niesen.

Die Gemeinde ließ sich aber auch nicht lumpen. Eine neue Metallbrücke statt der bisherigen Holzkonstruktion führt nun über den durchs Gelände plätschernden Finkenbach auf dessen andere Seite, wo eine weitere Liegeweise auf die Besucher wartet. Vom HVV wurden sämtliche Bänke und Tische frisch gestrichen und etwas marode Holzlatten ersetzt. Außerdem machten die Mitglieder auf dem über 3700 Quadratmeter großen Gelände die Maulwurfshügel platt, damit der Bauhof durchmähen kann.

Im 1933 gebauten Freibad gibt es ein Schwimmerbecken mit 25 auf 12,5 Meter und einer maximalen Tiefe von 1,90 Metern. Sein Wasser wurde vergangene Woche abgelassen, um das Becken vor Beginn komplett zu säubern. Außerdem wird es von einer Wartungsfirma in Augenschein genommen. Das Kinderbecken hat einen Durchmesser von etwa sechs Metern. Es soll laut Niesen im Herbst umgebaut werden. Bis zur Eröffnung reichte die Zeit nicht mehr.

Geplant ist laut Niesen auch eine Nachtbadeaktion an subtropischen Sommerabenden, die man sich bei den Hetzbachern abgeschaut hat. Eine eigene WhatsApp-Gruppe soll über jeweilige wetterabhängige Öffnungszeiten, Wassertemperatur oder besondere Aktionen auf dem Laufenden halten. In Planung ist noch eine „Guthabenverzehrkarte“, damit Kinder nicht mit so viel Bargeld rumlaufen müssen.

Wie Niesen sagte, ist der Verein schon lange Jahre aktiv in die Aktivitäten rund ums Schwimmbad eingebunden. „Wir machen die Vorarbeiten und stellen einen Teil der Badehelfer.“ Deshalb konnte man frühzeitig planen, als klar war, dass der bisherige Pächter aufhören würde. „Wir haben uns dann ein Modell überlegt, wie es in Eigenregie funktionieren würde.“

Das idyllische, im Finkenbachtal gelegene Bad ist für Niesen eines der schönsten in der Region. So attraktiv, dass neben den Rothenbergern auch viele Gäste aus Hirschhorn, Beerfelden, Wald-Michelbach oder sogar Neckargemünd zu Besuch kommen, um die Ruhe zu genießen. Spiel- und Bolzplatz neben dem Freibad-Gelände laden die Kinder zum Herumtollen ein.

Zur Attraktivität trägt laut dem HVV-Mann auch bei, dass „wir Trinkwasserqualität haben“. Die Chlorung werde aufs Minimum zurückgefahren, sodass selbst hautsensible Schwimmer in der Regel damit keine Schwierigkeiten hätten. Im vergangenen Jahr hatte die Gemeinde viel Geld in die Wasseraufbereitungsanlage investiert.

Die Hoch-Zeit ist immer das Guru-Fest. Dann bietet das Freibad „die einzige reguläre Dusche im ganzen Tal“, schmunzelt Niesen. Die Woche davor und danach herrscht Hochbetrieb auf dem Gelände. Nicht nur für diesen Anlass wurde ein „Finki-Burger“ kreiert. Beim Fleisch, auch bei anderen Produkten setzt man auf das regionale Prinzip, bezieht möglichst viel von Produzenten aus der Region oder verkauft wie beim Kaffee fair gehandelte Ware.

Nach der wetterabhängigen vorzeitigen Öffnung am 6. Mai steht am Samstag, 13. Mai, das große Eröffnungsfest des Heimat- und Verschönerungsvereins an. In diesem Rahmen gibt es einen Flohmarkt mit Kaffee und Kuchen ab 12 Uhr. Spenden können von 9 bis 11.30 Uhr abgegeben werden Der Erlös kommt neuen Spielgeräten auf dem Spielplatz vor dem Bad zugute sowie wird für Anschaffungen zugunsten von Kindern verwendet. Die musikalische Umrahmung startet um 15 Uhr, um 16 Uhr wird der Grill angeschmissen. Das Bad ist ab 6. Mai je nach Wetter jeden Tag von 10 bis 19 Uhr geöffnet, an besonders schönen und lauschigen Sommerabenden auch etwas länger. Mehr auf Facebook unter Freibad Finkenbach oder Telefon 06068-478673.

In der Teichanlage Finkenbachtal springt der Fisch quasi ganz frisch von selbst auf den Teller

Es wuselt in den verschiedenen Becken. Bach- und Lachsforellen, Saiblinge, Störe, Regenbogenforellen und Karpfen tummeln sich in allen Größen, zwischen einem und sechs Kilo, im Wasser, als würden sie nur darauf warten, von Matthias Bartmann mit dem großen Kescher gefangen zu werden. Und dann fangfrisch je nach Kundenwunsch zubereitet über die Theke der Teichanlage Finkenbachtal zu wandern, die der 32-Jährige ganzjährig zwischen Finkenbach und Ober-Hainbrunn in idyllischer Lage betreibt.

Als Angelsee sind die dortigen Teiche in der Szene schon lange bekannt. Es kommen Gäste aus einem 150-Kilometer-Umkreis bis Mainz oder Karlsruhe, bis Mannheim oder Heilbronn. Aber auch Schweizer machten im Finkenbachtal bereits Station. Den Frischfisch-Direktverkauf zusammen mit dem Gastro-Bistro-Betrieb hat der Rothenberger Bartmann im vergangenen Jahr aber auf neue Beine gestellt. Im November wurde die Holzhütte mit einer Grundfläche von 300 Quadratmetern überbauter Fläche fertig, im kommenden Jahr werden noch die Toilettenanlagen erneuert.

Mit seinem Vater Uwe hat Matthias Bartmann den Fachmann für Holzarbeiten in der Familie. Der Zimmermannsmeister hat diese selbst erledigt. Auch der Rest beruht auf Wertschöpfung in der Region. Das Holz stammt aus eigenen Wäldern in Brombach und Rothenberg und wurde beim Sägewerk Ihrig gerade ein paar Meter weiter geschnitten.

Matthias Bartmann kennt die Anlage schon auf dem Effeff, half er doch seit 2005 bereits beim früheren Betreiber Zöller aus. Von dem kam auch die Frage, „ob ich den Betrieb nicht übernehmen will“. Die Absprache mit den verschiedenen Behörden ergab die dann praktizierte Lösung, „alles neu zu machen“ – und den Fischverkauf besser aufzustellen. Dazu gab es die Nachfrage, ob sich der Fisch nicht gleich auch direkt vor Ort verzehren ließe. Gesagt, getan: 25 Sitzplätze stehen nun in der Hütte zur Verfügung, dazu noch im Sommer die Außenbestuhlung.

Die Frische steht dabei ganz klar im Vordergrund. „Wir bereiten alles direkt vor Ort zu, machen den Fisch nach Kundenwusch“, erläutert Bartmann. Ausnehmen, filetieren, portionieren, vakuumieren: ganz wie es der Käufer wünscht. Wer will, muss zuhause den Fisch nur noch auspacken, würzen und in die Pfanne hauen, betont er. „Viele kaufen die normale Regenbogenforelle“, weiß Bartmann, weil die am günstigsten ist. Der Saibling wiederum „ist geschmacklich sehr gut“, aber auch teurer.

Während der täglichen Öffnungszeiten gibt es immer frische Fischfilets. Das Kühlhaus befindet sich im hinteren Bereich der Hütte. Und im Zweifelsfall geht Bartmann eben das Gewünschte auf die Schnelle nebenan fangen. An den Wochenenden und Feiertagen bietet er zusätzlich frische geräucherte Regenbogenforellen, auf Vorbestellung auch Lachsforellen oder Forellenfilets, an. Von Freitag bis Sonntag wird jeweils bis 11 Uhr geräuchert und dann verkauft, solange der Vorrat reicht.

Im dazugehörigen Bistro offeriert Bartmann zusammen mit Koch Klaus Wendler unter der Woche eine Snackkarte, am Wochenende kommen auch wechselnde Fisch-Gerichte auf den Teller. Zusammen mit anderen frischen Produkten wie dem selbstgemachten Jus. Der wird aus Tomaten, Rotwein und Fleischresten angesetzt, kocht zwei Tage und schafft dann ein ganz anderes Geschmackserlebnis. „Da ist es nichts aus der Tüte“, so der 32-Jährige.

Auf Fischspezialitäten sowie Events für Gruppen und Vereine möchte Bartmann in Zukunft verstärkt setzen. Eine guter Anfang waren bereits die Finkenbacher Flammlachs-Abende, die eine schöne Resonanz hatten. Fischplatten mit frischem Fisch aus den Teichanlagen werden für verschiedenste Anlässe wie Weihnachtsfeiern, Familienfeiern und vieles mehr zusammengestellt.

An den vier Seen finden Angler ihre ganz individuelle Herausforderung. „Für jeden Anspruch ist etwas dabei“, schmunzelt Bartmann. Am einfachsten ist es am Kilosee, ein zappelndes Exemplar aus dem Wasser zu ziehen. Der große See erfordert dann schon ein wenig mehr Geduld, bis man ein Erfolgserlebnis hat. Voraussetzung ist immer ein gültiger Fischereischein.

Der große Angelsee hat eine Wasserfläche von etwa 5000 Quadratmetern. Besatz: Regenbogenforellen, Bachforellen, Lachsforellen, Saiblinge, Karpfen, Waller und Störe. An diesem See kann täglich ohne Voranmeldung geangelt werden. Der mittlere See für Gruppen und Vereine hat eine Wasserfläche von etwa 2500 Quadratmetern. Der See für kleine Gruppen hat eine Wasserfläche von etwa 1800 Quadratmetern. Der Besatz ist jeweils individuell mit Regenbogen-, Bach- und Lachsforellen sowie Saiblingen. Am Kilosee kann von einem sonnigen Bootssteg aus „auf Kilo“ geangelt werden. Das heißt, das Angeln ist kostenlos und nur der Fang wird verrechnet und muss nach Gewicht bezahlt werden. Besatz: Regenbogen- und Lachsforellen.

Info: Forellenteichanlage Finkenbachtal, Matthias Bartmann, Talstraße (Nähe Sägewerk), 64757 Rothenberg-Finkenbach, Telefon 06275-9199606 oder 0171-2621118, E-Mail info@forellenteichanlage, de, www.forellenteichanlage.de, Öffnungszeiten täglich von 7 bis 18 Uhr außer mittwochs.

 

Finkenbacher Bockskerwe steht vor dem Aus – neue Ideen und Mitstreiter gesucht

Die traditionelle Bockskerwe steht vor dem Aus. Sie findet normalerweise immer am letzten Sonntag im August statt und wird schon seit vielen Jahren vom gemischten Chor ausgerichtet. Doch die Altersstruktur des Vereins macht es immer schwerer, Helfer für die Veranstaltung zu finden. Bisherige Überlegungen brachten keine Lösung. Deshalb soll es nun ein letzter Aufruf an die Bevölkerung ermöglichen, das Fest doch noch am Leben zu halten.

Nachdem in früheren Jahren andere für die Durchführung verantwortlich zeichneten, hatte der gemischte Chor (ehemals Männergesangsverein) Finkenbach vor etlichen Jahren die Ausrichtung Ende August jeden Jahres übernommen. Ort der Feier mit einem vorgeschalteten Gottesdienst war zuletzt die Hermann-Wilhelm-Halle, erläutert der Vorsitzende Rainer Maurer.

Nach vielen internen Diskussionen und reiflicher Überlegung unter den Chor-Mitgliedern kam man jetzt zum Ergebnis, dass Vorbereitung, Durchführung und Folgearbeiten wegen des zunehmenden Alters und der gesundheitlichen Voraussetzungen nicht mehr gestemmt werden können. Hinzu komme die ungünstige Struktur der Halle mit vielen Treppen sowie unzusammenhängenden Wirtschaftsräumen und Toiletten.

Eine Zusammenarbeit mit den anderen örtlichen Vereinen HVV, Feuerwehr, Fußballverein war deshalb angedacht worden, um die Kerwe am Leben zu halten. Auch wurde überlegt, einen gemeinsamen Kerweverein zu gründen, der sich ausschließlich einmal jährlich mit der Durchführung befasst. Doch da die anderen Ortsvereine bereits eine Vielzahl eigener Feste, Veranstaltungen und Verpflichtungen haben, zerschlug sich diese Möglichkeit. „Finkenbach muss nun überlegen, wie man die Erhaltung einer langjährigen Tradition beurteilt und ob und wie man diese fortführen will“, so Rainer Maurer.

Mit einem Ziegenbock fing vor 250 Jahren alles an: Seit dieser Zeit ist in Finkenbach eine „Bockskerwe“ überliefert, obwohl das zu einer „Kirchweih“ eigentlich dazu gehörende Gotteshaus erst 200 Jahre später erbaut wurde. Immer am ersten Sonntag nach Bartholomä‘, dem Schutzpatron der Winzer, Bauern und Fischer, lud bisher der gemischte Chor in der „Neuzeit“ zur Kerwe in die Hermann-Wilhelm-Halle ein.

Der Überlieferung nach stand bei der Leonardsquelle in früheren Jahren eine kleine Wallfahrtskapelle. Damit hatte Falken-Gesäß die Erlaubnis, jährlich einen Markt zur Kirchweih abzuhalten. Da dieser offensichtlich nicht den erwünschten Erfolg hatte, verkauften die Falken-Gesäßer die Konzession an die Finkenbacher. Der Kaufpreis lässt sich leicht erraten: ein Ziegenbock. So kam der heutige Rothenberger Ortsteil ohne Kirche um 1760 zur Bockskerwe. Denn das Gotteshaus wurde erst 1954 erbaut.

Info: Anregungen für einen noch zu vereinbarenden Diskussionsabend mit der Bevölkerung werden gerne entgegen genommen. Wer mitmachen möchte, kann sich bei Rainer Maurer (Telefon 06068/478776) oder Karl Baum (Telefon 06068/2307) melden.

Der bisherige Vorsitzende ist beim FC Finkenbachtal auch der neue

Der alte Vorsitzende ist auch der neue. Eigentlich wollte Gerd Brechenser nach 34 Jahren im Vorstand des FC Finkenbachtal sein Amt in andere Hände geben. Doch auf der Jahreshauptversammlung wurde er mit vereinten Kräften überzeugt, doch eine weitere Amtszeit dranzuhängen. Der bewährte Kernvorstand wurde bis auf den ausscheidenden Jugendleiter Bernd Siefert in seinen Ämtern bestätigt.

Sportlich zog Brechenser ein etwas durchwachsenes Fazit. Die erste Mannschaft erwies sich als Pokalschreck, rangierte in der A-Liga auf einem Mittelfeldplatz. Nicht ganz so berauschend steht es um die zweite Mannschaft, die in der C-Liga den letzten Rang belegte. Der Vorsitzende zeigte sich aber optimistisch, vor dem Ende der Runde noch was reißen zu können, um die Klasse zu halten.

Highlight des vergangenen Jahres war die 70-Jahr-Feier des FCF. Dazu hatte man sich den SV Sandhausen für ein Freundschaftsspiel eingeladen. Eine tolle Sache. „Das vergisst kein Spieler“, so Brechenser. Außerdem wurde rechtzeitig zur dieser Partie die neue Toranzeigetafel mit Uhr fertig. Da standen dann auch gleich 14 Treffer für Sandhausen drauf.

Nachdem man sich mit dem Finanzamt über dessen Nachforderungen geeinigt hatte, „können wir wieder nach vorn blicken“, sagte Brechenser. Eine feste Bank ist für den FCF ist immer das Guru-Fest, das Finki-Festival. 2016 war dieses aufgrund des guten Besuchs und guten Wetter wieder ein Erfolg. Allerdings sei man in zunehmendem Maße auch von diesem wirtschaftlich abhängig. Oktoberfest und Seniorennachmittag haben daneben ihren festen Platz im FCF-Veranstaltungskalender.

Jugendleiter Bernd Siefert stellte sein Amt nach 15 Jahren aus beruflichen und privaten Gründen zur Verfügung. Die demografische Entwicklung treffe auch den Jugendbereich, sagte er. Die Koordination in der JSG Oberzent sei keine leichte Aufgabe. Ziel sei es, im kommenden Jahr ab der F- bis zur A-Jugend alle Mannschaften zu besetzen. Siefert zählte die vielen Aktivitäten des vergangenen Jahres auf, so Freizeiten, ein Fußballcamp mit Sandhausen, Hallenturnier oder eine Fahrt nach Tripsdrill.

Der scheidende Jugendleiter wies daneben auf die Sozialisationsfunktion der Jugendbetreuer hin. Sportliche Ertüchtigung, Umgang mit Sieg und Niederlage, Regeln, Rituale oder Führung und Verantwortung übernehmen zählten dazu. Er sicherte seinem Nachfolger Jonas Beisel seine Unterstützung zu und wünschte sich „die Jugend als Aushängeschild“ des Vereins.

Die Damen spielen jetzt in Baden. Schon Brechenser hatte darauf hingewiesen, dass es in der hessischen Kreisliga B Kreis Darmstadt oft weite Wege gab, die gegnerische Mannschaften bis in den hintersten Winkel Südhessens gar nicht erst auf sich nehmen wollten. Im Sommer 2016 wechselte das Team deshalb nach langer Überlegung und mit Zustimmung des hessischen Fußballverbands in die badische Landesliga Bezirk Heidelberg/Mannheim, berichtete Ricarda Löffler. „Das Niveau ist dort deutlich höher“, sagte sie.

Nach einem schweren Anfang haben sich die Mädels ihren Worten zufolge für die Rückrunde einiges vorgenommen und wollen in der kommenden Saison weiter oben mitmischen. Die positive Entwicklung der vergangenen Jahre solle fortgesetzt werden, meinte Löffler. Allein 2016 wurden fünf neue Spielerinnen gewonnen. Der Kassenbericht wurde von Rechner Jan Obenauer vorgetragen. Er vermeldete ein positives Jahresergebnis. Der Prüfungsbericht war ohne Beanstandungen. Rechner und Gesamtvorstand wurden daraufhin einstimmig entlastet.

Neu gewählter FCF-Vorstand: Vorsitzender Gerd Brechenser, zweite Vorsitzende Armin Löffler und Horst Schäfer, Rechner Jan Obenauer und Christa Helm, Jugendleiter Jonas Beisel mit Unterstützung von Felix Fischer, Schriftführer Holger Schäfer, sportliche Leiter Michael Kaufmann, Siegfried Schindler und Armin Löffler, für die Damenmannschaft Ricarda Löffler, Kassenprüfer Kevin Jung, Sebastian Siefert, Yannick Kaufmann, Melissa Laumann, Beisitzer Gerhard Friedrich, Patrick Löffler, Frank Rotsch, Fabian Sauter, Kai Miltenberger, Mario Helm, Martin Menges.

Ehrungen: silberne Ehrennadel für 25 Jahre Christa Helm und Willi Heckmann, goldene Ehrennadel für 40 Jahre Jan Fischer, Ehrenmitglieder für 50 Jahre Heinrich Hotz, Armin Löffler, Helmut Rippberger, Peter Baum

Das Line-up fürs 35. Finki-Festival am 11. und 12. August in Finkenbach steht fest – natürlich wieder mit Guru Guru

Es sind zwar noch fast fünf Monate bis zum „Finki“, dem Krautrock-Festival im Odenwald Mitte August, doch alle Fans der Traditionsveranstaltung können sich den Termin schon einmal dick im Kalender anstreichen. Denn das Line-up der 35. Auflage ist jetzt bestätigt – und das 41 Jahre nach dem ersten Festival. Zwei Unterbrechungen erklären die Zahlendifferenz.

Natürlich wieder mit dabei: die Gründer von „Guru Guru“ um Mani Neumeier. Neun weitere Bands und Solisten haben die Organisatoren für das Wochenende des 11. und 12. August zusammengetrommelt, die auf dem Festivalgelände beim Sportplatz des 450-Seelen-Dorfs zwei Tage lang für ausgelassene Stimmung und einen Hauch von Odenwald-Woodstock sorgen werden.

Neben „Guru Guru“ im 49. Jahr ihres Bandbestehens sind im Rothenberger Ortsteil am Start: am Freitag, 11. August, ab 19 Uhr (Einlass 17 Uhr) Jack Dupon, Neumeier (Guru Guru) & Grosskopf (Ashra Tempel) & Kranemann (ex-Kraftwerk) (21), Pretty Things (23) und Samsara Blues Experiment (1 Uhr). Der Samstag, 12. August, beginnt um 15 Uhr (Einlass 13 Uhr) mit Jobarteh Kunda, gefolgt von Ease Up Ltd (17), DeWolff (19), Guru Guru (21), Arthur Brown (23) und Kunens Män (1 Uhr).

Jack Dupon ist eine französische AvantProg-Band, die im Jahr 2004 gegründet wurde. Die Band sieht ihren experimentellen Stil in der Tradition der Rock-in-Opposition-Bewegung und bewegt sich zwischen Progressive Rock, Zeuhl, Punk und Noise. The Pretty Things ist eine der ältesten noch aktiven englischen Rockbands. In den 1960er Jahren galt sie als eine der wildesten Gruppen. Samsara Blues Experiment ist eine deutsche Hardrock-/Stonerrock-Band, die 2007 von Christian Peters nach dessen Ausstieg als Gitarrist bei Terraplane gegründet wurde.

Jobarteh Kunda sind eine international besetzte Truppe mit Musikern aus Afrika, der Karibik, den USA, Italien und Deutschland. Die Band kommt aus München und besteht seit 1999. Ease Up Ltd. spielen authentischen Reggae und würzen diesen mit einer Prise Ska und etwas Dancehall. Die Einflüsse der Darmstädter Band liegen jedoch unüberhörbar vor allem im Rootsreggae der 80er und 90er Jahre. Über die Urgesteine Guru Guru mit Mastermind Main Neumeier muss man natürlich keine Worte verlieren.

DeWolff ist eine niederländische Gruppe aus dem Bereich Psychedelic- und Bluesrock. Sie wurde 2007 in Geleen gegründet und besteht aus den Brüdern Luka und Pablo van de Poel sowie Robin Piso. Die Kunens Män aus Stockholm stehen für Improvisationen aus Krautrock, Shoegaze, Noiserock und Free Jazz. Arthur Brown ist eine britische Rocklegende, die schon mehrfach beim Finki zu Gast war. Er verfügt über eine mehrere Oktaven umfassende Stimme.

„Die Einmaligkeit dieser Veranstaltung“ und absolut positive Resonanz der Besucher ist laut Armin Löffler vom mitveranstaltenden FC Finkenbachtal die Motivation für alle Beteiligten, jedes Jahr das Festival wieder auf die Beine zu stellen. Der FC ist seit 1988 mit im Boot und kümmert sich um die Verpflegung. Nach dem Finki ist dabei schon vor dem Festival: Die Planungen für dieses Jahr starteten bereits rasch nach dem letztjährigen Event. Dazu setzten sich Löffler, der Vorstand des FC, Karl-Heinz Osche, der Booker von Guru Guru, und Mani Neumaier, Chef der Band, zusammen.

Wen verpflichtet Mani Neumaier fürs Finki? „Die Bands müssen mir gefallen“, erläutert er, musikalisch hochwertig sein, authentisch. „Keine Coverbands und keine Popsülze“ ist ein weiteres Kriterium. „Oft kenne ich sie persönlich, ich sehe mir Live-Auftritte oder Filme an“, erzählt er. Der besondere Reiz des Finki ist für ihn: „Ich kann echte Kultur machen, jenseits von kommerziellen Absichten.“ Auf dem Festival könne er „Bands featuren, die nicht nach der Hitparade schielen“.

„Es war 1976, als ein Fest der Finkenbacher Feuerwehr zu scheitern drohte, weil die Kapelle kurzfristig absagte“, erzählt Armin Löffler die Entstehung. „Spontan boten vier Wahl-Finkenbacher ihre Hilfe an: Mani Neumeier und seine Band Guru Guru.“ Die für ein Feuerwehrfest recht ungewöhnlichen Klänge seien so gut angekommen, dass Mani und Wilhelm Hotz, der inzwischen verstorbene, damalige Feuerwehrhauptmann, fürs nächste Jahr eine Fortsetzung planten. „Das Finkenbach-Festival war geboren.“ Und erhielt im Ort den Namen „Guru-Fescht“.

Als die Besucherzahlen die Grenze von 10.000 überschritten, „drohte das kleine Dorf zu kollabieren“, weiß Löffler. Deshalb sei 1984 das Festival eingestellt worden, um 1988 neu aufzuleben. Seit dieser Zeit ist auch der FC Finkenbachtal mit im Boot und kümmert sich um die Verpflegung. Nach der zweiten Einstellung 2005 „aufgrund von massiven Polizeikontrollen und dementsprechendem Rückgang der Besucherzahlen“ erfolgte das Revival 2008. Seitdem läuft das Festival bis heute.

Info: www.finki-festival.de, Kartenvorverkauf online bei www.reservix.de, per E-Mail unter ticket@finki-festival.de, telefonisch unter 06235/491997. Hard-Tickets gibt es: in Heidelberg bei Crazy Diamond, in Mannheim bei Come Back, in Finkenbach bei der Bäckerei Hering, in Würzburg beim H2O Plattenladen, in Aschaffenburg bei Echobeat und in Darmstadt bei Come Back.