Stadt wäre beim Kindergartenbus in der Haftung

Der bisherige „Kindergartenbus“ in den Ferienzeiten steht auf der Kippe. Mit ihm wurden die Kids aus Ober-Hainbrunn, Finkenbach und Kortelshütte zum Rothenberger Kindergarten gebracht, wenn während der Schulferien die etatmäßigen Busse nicht verkehrten. Das Thema fand nun wieder Eingang in die Sitzung des gemeinsam tagenden Sozial- und Kultur- sowie Bau- und Umweltausschusses von Oberzent.

Schon einmal hatte sich die Oberzent-Stadtverordnetenversammlung im Frühjahr mit diesem Thema befasst, als es um die Einstellung in der Ferienzeit ging. Die wurde damals beschlossen, aber noch keine Entscheidung getroffen, wie es danach weitergehen sollte. Auf Antrag der SPD hin sollte der Magistrat nun überprüfen, wie eine künftige Regelung aussehen und ob der Bus weiterhin fahren könnte.

Bisher gibt es weder in Hesseneck noch in Sensbachtal einen Ferienbusdienst. In Beerfelden wurde er 2010 eingestellt. Aus Gleichbehandlungsgründen hatte sich der Magistrat Anfang April dafür entschlossen, das Angebot in der Ferienzeit auch für Finkenbach, Ober-Hainbrunn und Kortelshütte einzustellen. Von dort werden die Kinder nach Rothenberg gebracht. Das hatte bei den betroffenen Eltern einen Proteststurm verursacht.

Die Verwaltung hatte über den Sommer eruiert, was eine Ausweitung dieses Angebots auf alle Stadtteile bedeuten würde. „Das wären Kosten von 22.000 Euro“, erläuterte Bürgermeister Christian Kehrer. Zum Vergleich: Die bisherige Rothenberger Variante kam auf 4100 Euro. Neben dem Geld gibt es aber einen anderen gewichtigen Hinderungsgrund. „Die Stadt wäre als Träger in der Haftung“, betonte er.

Zum einen bräuchten die Busse das nötige Equipment, um kleinere Kinder zu befördern, zum anderen wären Aufsichtspersonen notwendig. „Ohne ist ein Transport nicht möglich“, bekam die Stadt von der Unfallkasse klipp und klar signalisiert. Der bisherige Betrieb, machte er deutlich, bewegte sich damit schon in einer Grauzone.

Eine Entscheidung über die Jugendförderrichtlinien verschoben die Mandatsträger auf Anfang kommenden Jahres. Man will die Haushaltszahlen dieses Jahres abwarten und dann rückwirkend die Gelder ausschütten, wenn es der Etat erlauben sollte. Es geht um 15.000 Euro, die pro Jugendlichem an die Vereine ausgezahlt werden. Angesichts der aktuellen schlechten Haushaltslage müsste er bei einer sofortigen Entscheidung sowieso seinen Widerspruch einlegen, da es sich um eine freiwillige Leistung handelt, sagte der Bürgermeister.

Mehr Busse nach Hirschhorn wären zu teuer

Schön war’s ja, aber finanziell nicht zu machen. Die Tendenz im gemeinsam tagenden Sozial- und Kultur- sowie Bau- und Umweltausschuss in Beerfelden war ziemlich klar, als es um die Taktverdichtung auf der Linie 54 zwischen Beerfelden und Hirschhorn ging. Die hatten die Grünen mit einem Antrag gefordert. Aber mit einer Umsetzung wären erhebliche Kosten verbunden, die die OREG auf 185.000 Euro jährlich beziffert. Geld, das Oberzent derzeit nicht hat.

Horst Kowarsch (Grüne) hatte bereits in einer vorigen Beratung die heutige Taktdichte als „völlig unzureichend“ bezeichnet. Deshalb fahren seinen Worten zufolge viele Pendler aus dem Finkenbachtal sowie von Rothenberg und Kortelshütte mit dem Auto an den Hirschhorner Bahnhof, um dort in die S-Bahn nach Heidelberg oder Mosbach einzusteigen. Obwohl Hirschhorn die Parkplätze in den vergangenen Jahren erweiterte, „tritt inzwischen wieder ein Mangel auf“.

Die Hoffnung der Grünen: Eine S-Bahn-orientierte Taktung der Linie 54 würde einen Teil der Pendler dazu bringen, auf den Bus umzusteigen. Eine besondere Fahrtendichte wäre morgens, mittags und abends einzurichten. Kowarsch sagte, eine gute ÖPNV-Versorgung trage zur Attraktivität des ländlichen Raums bei. Er wies auf den geplanten Kindergarten in Rothenberg hin. Eine vernünftige Busanbindung ins Tal sah er als „Standortkriterium“, damit sich junge Familien ansiedeln.

Die Linie wird im Nahverkehrsplan des Odenwaldkreises lediglich als Grundversorgung betrachtet, erläuterte Bürgermeister Christian Kehrer. Laut OREG sieht der Plan zunächst einmal nur die Sicherstellung des Schülerverkehrs vor. Darüber hinaus gibt es unter der Woche zweistündlich tagsüber ein Rufbusangebot. Alles, was darüber hinausgeht, müsste die Stadt Oberzent bezahlen. Die Kalkulation der Regionalgesellschaft kommt auf eben jene 185.000 Euro, wenn es im stündlichen Wechsel eine Verbindung von Beerfelden über Rothenberg oder Finkenbach nach Hirschhorn geben soll.

Als Alternative zu einem regelmäßigen Busverkehr nannte das Stadtoberhaupt das Angebot „Garantiert mobil“ des Odenwaldkreises. Hier gab der Ausschuss die Empfehlung ab, den städtischen Zuschuss bei den taxOMobil-Fahrten auf 75 statt bisher 50 Prozent anzuheben. Denn die Summe ist relativ überschaubar. Bis Ende Oktober liefen bei der Stadt lediglich 128 Euro an Zuschüssen auf. Fürs Folgejahr sind 1000 Euro im Haushalt eingeplant.

„Mittlerweile läuft das System stabil“, sagte Kehrer. TaxOMobil-Fahrten sind für die nächsten zehn Jahre zum ÖPNV-Bedienungsstandard geworden, informierte er. Mitte des Jahres waren kreisweit etwa 1500 Euro an Subventionsbeträgen aufgelaufen. Der in der Gesamtsumme relativ geringe Betrag ist dem Bürgermeister zufolge auf die Startphase und die anfänglichen technischen Probleme bei der Buchungs-App zurückzuführen.

Kehrer bedauerte, dass das taxOMobil-Angebot trotz der Öffentlichkeitsarbeit weiterhin ein Steifkind-Dasein fristet. Es hängt seiner Ansicht nach nicht nur am Geld, sondern auch an der Akzeptanz, die scheinbar auf dem Land erst nach und nach zu erreichen sei. Bisher gebe es 1500 Anmeldungen. „Andere Regionen wären froh darüber“, brachte er die Besonderheit des Angebots auf den Punkt.

Info: Als integrierter Bestandteil des ÖPNV im Odenwaldkreis sichern taxOMobil-Fahrten die Mobilität der Bürger von der Ortschaft zum jeweiligen Zentrum. Diese Mobilitätsgarantie besteht an allen Tagen in der Woche und unabhängig von Schul- und Ferienzeiten Montag bis Freitag von 5 bis 22 Uhr, an Samstagen von 6 bis 22 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen von 8 bis 22 Uhr. Buchbar sind taxOMobil-Fahrten über das Informations- und Buchungssystem http://www.odenwaldmobil.de via Web oder App oder auch telefonisch über die Mobilitätszentrale der OREG. Für seine taxOMobil-Fahrt zahlt der Kunde den RMV-Tarif und einen entfernungsabhängigen Zuschlagspreis.

„Kraan“ ist wieder beim Finkenbach-Festival 2020 dabei

Das Finki ist tot, es lebe das Finkenbach-Festival. Schon direkt nach dem diesjährigen Ausstieg von Mani Neumeier verkündeten die Verantwortlichen des FC Finkenbachtal, im kommenden Jahr allein weiterzumachen. Gesagt, getan: Am 7. und 8. August findet das 38. Festival auf dem Gelände am Schwimmbad statt. Booker Bernd Magin feilt kräftig am Programm, von dem schon ein Großteil steht. Vergünstigte „Early Bird Tickets“ sind ebenfalls bereits erhältlich.

Die alten Krautrock-Haudegen von Kraan, bereits 2016 am Start, dürften wohl mit die bekannteste Band des kommenden Line-Ups sein. Kraan verschrieben sich von Beginn ihrer Karriere an, was bereits mehr als ein halbes Jahrhundert her ist, einer spannenden Fusion aus Rock, Jazz und Ethno-Einflüssen und fügten ihrem Sound später US-Mainstream- und Soul-Elemente hinzu.

Neun weitere Bands trommelt Magin für das Wochenende zusammen, die im 450-Seelen-Dorf zwei Tage lang für ausgelassene Stimmung und einen Hauch von Odenwald-Woodstock sorgen werden. Fest gebucht sind die Grandsheiks mit ihren Frank-Zappa-Covers. Sie werden seit vielen Jahren für ihre Virtuosität und musikalische Vielseitigkeit gelobt. Mit ausgefeilten Arrangements, leidenschaftlicher Spielfreude und dem nötigen Humor bringen sie die einzigartigen Kompositionen des Meisters zum Strahlen.

Den Blues hat Thorbjørn Risager im Blut, seit er als Zehnjähriger etwas für ihn absolut Magisches hörte. Bei ihm zu Hause in Jyllinge legten seine Eltern, die beide Musik unterrichteten, nur Klassikplatten auf, aber im Nachbarhaus eröffnete sich ihm eine neue Welt. Er ist mit seinen „Black Tornados“ das erste Mal in Finkenbach. Die Band bringt ein neues Album an den Start: „Come On In“. Intensiv wie gewohnt, lässt es auch Raum für Melancholie.

Naidoo-Gitarrist Alex Auer & the Detroit Blackbirds sind bereits vom Auftritt in diesem Jahr bekannt, als sie am früheren Sonntagmorgen die Nacht zum Tag machten und schwer begeisterten. Auch Gitarrenvirtuose Adax Dörsam aus dem Odenwald ist wieder mit an Bord. „Much Better“ heißt Auers entspanntes, kalifornisches Rockalbum. Ein Lebensgefühl unter der Sonne. Dabei hat der Sänger und Gitarriast seine langjährigen Lava-Mitstreiter Boris Angst und Rolf Breier, außerdem Neil Palmer, den er von der Naidoo-Band kennt.

Arthur Kay and The Clerks stehen für die Zusammenarbeit des Grandsegnieurs der Ska-Szene mit einer angesagten Kölner Band. Mühelos wird zwischen ernsthaftem Reggae und feuchtfröhlichem Pub-Ska changiert. 2018 wurde der Brite Kay 70 Jahre alt und steht jetzt seit mehr als 50 Jahren auf der Bühne.

„Es war 1976, als ein Fest der Finkenbacher Feuerwehr zu scheitern drohte, weil die Kapelle kurzfristig absagte“, erzählt Armin Löffler vom FCF über die Entstehung. Das Finkenbach-Festival war geboren. Als die Besucherzahlen zwischenzeitlich die Grenze von 10.000 überschritten, „drohte das kleine Dorf zu kollabieren“, weiß Löffler. Deshalb wurde es 1984 eingestellt, um 1987 neu aufzuleben. Seit dieser Zeit ist auch der FC mit im Boot und kümmert sich um die Verpflegung.

Nach der zweiten Einstellung 2005 „aufgrund von massiven Polizeikontrollen und dementsprechendem Rückgang der Besucherzahlen“ erfolgte das Revival 2008. Seitdem läuft das Festival bis heute. „Die Einmaligkeit dieser Veranstaltung“ und absolut positive Resonanz der Besucher ist laut Löffler die Motivation für alle Beteiligten, jedes Jahr das Festival wieder auf die Beine zu stellen.

„Es wird keine großen Veränderungen geben“, betont Löffler mit Blick auf 2020. „Wir sind ein eingespieltes Team“, bei dem jeder Handgriff sitzt. Bei den Bands soll für jeden Geschmack was geboten werden, ist der Wunsch der Veranstalter. Magin arbeitet gerade daran, eine Gruppe auch für den jüngeren Musikgeschmack zu buchen. „Wir bieten etwas für alle Generationen von Musikfans“, betont Löffler. Sowohl die Fans der ersten Stunde als auch solche, die den ersten Mal den Weg nach Finkenbach finden, kommen auf ihre Kosten.

Mehr Infos unter www.finkenbach24.de, Kartenvorverkauf unter www.reservix.de

Schachbrett kommt ans Schwimmbad

„Im Hintergrund wird immer geschafft“, hebt Finkenbachs Ortsvorsteher Christian Niesen schmunzelnd hervor. Deshalb nahm er verschiedene Themen auf die Tagesordnung der vergangenen Ortsbeiratssitzung, um deren Fortgang zu dokumentieren. Etwa die Versetzung des Schachfelds. Das wurde von den Ehrenamtlichen am Feuerwehrhaus abgebaut, weil es für den Brückenersatzbau sowieso im Weg gewesen wäre, und beim Schwimmbad wieder errichtet.

Der städtische Bauhof wird dort laut Niesen witterungsabhängig die Vorarbeiten erledigen, damit es die freiwilligen Helfer wieder zeitnah errichten können. In der dortigen „Spielmeile“ für Jung und Alt soll hinter der Kinderschaukel und der Tischtennis-Platte auch noch eine Boccia-Bahn entstehen, informierte er.

Der Altglascontainer am Feuerwehrhaus sieht an dieser Stelle unschön aus. Schon länger versucht der Ortsbeirat deshalb, ihn auf die andere Straßenseite zu bekommen, wo bereits die Altkleidercontainer unterbracht sind. Allerdings steht noch die entsprechende Antwort des Grundstückseigentümers aus, berichtete der Ortsvorsteher.

Damit der Bestatter bei Dunkelheit nicht mit der Taschenlampe auf den Friedhof herumrennen muss, soll am Gebäude eine Außenlampe angebracht werden, lautet der Wunsch des Gremiums. Und das nicht erst seit diesem Jahr. „Darüber wird bestimmt seit 30 Jahren diskutiert“, wies Niesen auf die Dringlichkeit hin.

Übers Winterhalbjahr möchte der Ortvorsteher gerne eine Vortragsreihe im Ort anstoßen, „um die Leute hinter dem Ofen hervorzulocken und zusammenzubringen“. Niesen denkt hier unter anderem an eine Bilderschau mit alten Motiven aus Finkenbach, aber auch die Vorstellung von Rezepten aus Oberzent. Das Thema wurde auf der vergangenen Ortsbeirats-Sitzung schon einmal angesprochen, aber es fehlen noch die Ideen und Rückmeldungen.

Info: Wer Interesse an einer Teilnahme hat, kann sich an Christian Niesen wenden, Telefon 06068/4029, E-Mail chniesen@gmx.de

Brückenarbeiten liegen im Zeitplan

Die Arbeiten an der Brücke in der Finkenbacher Ortsmitte über den Falkengesäßer Bach liegen im Plan. Nach aktuellen Sachstand soll das Bauwerk spätestens im Mai 2020 fertiggestellt sein. Demnächst sollen die Auflagen für die Ersatzbrücke angebracht werden, damit in der Folge das jetzige Bauwerk abgebrochen werden kann, teilte Ortsvorsteher Christian Niesen dem Gremium mit.

Die Maßnahme gestaltet sich ziemlich kompliziert, da die Kreisstraßen-Brücke für den Schwerlastverkehr eine wichtige Ost-West-Verbindung ins Hinterbachtal einnimmt. Laster, die die Odenwaldquelle ansteuern, haben keine Alternative, denn die Strecke von Ober-Schönmattenwag über die Raubach ist für Lkw gesperrt. Deshalb auch die Ersatzbrücke.

Die neue Brücke, teilte Niesen mit, soll dann in der gleichen Größe wie die bisherige entstehen, erfuhren die Ortsbeiräte bei einem kürzlichen Vor-Ort-Termin mit der Straßenbaubehörde Hessen Mobil. Leider lässt sich ein Wunsch des Gremiums nicht realisieren, bedauerte der Ortsvorsteher. Der Gedanke war, die Aufschüttung bestehen zu lassen, um so weitere öffentliche Parkplätze zu schaffen. „Davon gibt’s in Finkenbach nur drei“, weiß Niesen. Doch von Hessen Mobil gab’s eine Absage. Alles muss in den Originalzustand zurückgebaut werden.

Im Rahmen der Bauarbeiten erfolgt auf der K 37 ein Neubau anstelle der stark geschädigten Bachbrücke. Hierfür wird für die Zeit der Bauarbeiten zunächst eine rund 100 Meter lange, einspurige Umfahrung mit Behelfsbrücke hergestellt. Der unter dem Bauwerk fließende Falkengesäßer Bach wird mittels Verdolung umgeleitet. Zum Schutz der Fische erfolgt zudem eine Elektrobefischung sowie der Einbau eines ökologischen Schutzzaunes. Anschließend wird die 1960 erbaute Stahlbetonbrücke vollständig abgebrochen.

Die neue Brücke wird als Stahlbetonbrücke in Ortbetonbauweise hergestellt. Die Gründung erfolgt auf Bohrpfählen. Die Kosten der Maßnahme belaufen sich auf rund 781.000 Euro und werden vom Odenwaldkreis getragen. Das Land Hessen unterstützt ihn im Rahmen der Verkehrsinfrastrukturförderung mit einer Zuwendung von rund 80 Prozent der Gesamtkosten.

Die Generationshilfe wird voraussichtlich Ende Januar das Geld beisammen haben, um im kommenden Frühjahr mit dem Bürgerbus in Oberzent loszulegen. Unter anderem steuert die Aktion „Echo hilft“ Mittel dazu bei. Renate Löw, Klaus Kaden und Achim Schäffler stellten das Projekt jetzt im Ortsbeirat vor.

Drei Touren sind ihren Worten zufolge in Oberzent geplant: montags, dienstags und donnerstags. Mittwoch und Freitag wurden ausgespart, weil dann meistens Ärzte (und mittwochs auch Geschäfte) nachmittags geschlossen sind. An einem der drei Tage soll auch das Finkenbachtal bedient werden. Geplant sind drei Fahrten von Beerfelden über Hinter- und Raubach und Richtung Hirschhorn durch Finkenbach und Hainbrunn. Zurück geht’s dann über Kortelshütte und Rothenberg.

An den Ortsbeirat wurde von den Ehrenamtlichen der Wunsch herangetragen, nach möglichen Haltepunkten zu suchen. Denn die müssen ja nicht denen des ÖPNV entsprechen, sondern könnten sich auch danach ausrichten, wo viele Senioren wohnen. Gleichzeitig will man in der Vorlaufzeit die Abfahrtszeiten des Bürgerbusses mit denen des ÖPNV abgleichen, damit es keine Dopplungen gibt. Auch ist die Generationshilfe noch auf der Suche nach ehrenamtlichen Fahrern.

Ehrenamtliche spenden für Ehrenamtliche

Herrliches Wetter, Gute-Laune-Musik, viele Bekannte und ein schönes Ambiente: Beim Saisonende wurde im Finkenbacher Freibad groß gefeiert, aber gleichzeitig auch dem guten Zweck gehuldigt. Denn das Hinterbacher Köhlerteam, das im Sommer wieder an zehn Tagen den Kohlenmeiler rauchen ließ, hatte gleich drei Schecks für die Dorfgemeinschaft im Gepäck. Ehrenamtliche spenden für Ehrenamtliche: Im Ort eine schöne Tradition.

Je 500 Euro gingen an die Voraushelfer von DRK und Feuerwehr, an die Jugendfeierwehr und an den Heimat- und Verschönerungsverein (HVV), der sich auch ums Schwimmbad-Outfit kümmert. Der Kohlenmeiler war in diesem Jahr ein absoluter Erfolg. Die Aktiven wurden förmlich überrannt und hatten alle Hände voll zu tun, so groß war das Interesse am alten Brauchtum. Aus dem Erlös zwackten die Helfer jetzt diese Spenden ab.

Eigentlich wäre ja nochmal optimales Badewetter gewesen, aber das Freibad hatte leider schon zu. Vielen nutzten aber trotzdem die Möglichkeit zu einem Sonnenbad. Dieser Sommer war vom Besuch her eher durchschnittlich, bilanzierte Christian Niesen von HVV. Was auch mit dem zwischenzeitlichen schlechten Wetter zu tun hatte. Gegen das Highlight 2018 kamen die Besucherzahlen nicht ran, aber sie waren zumindest besser als 2017.

Während so langsam die Sonne hinterm Hügel verschwand, packte Stefan Zirkel mit seiner Band „So!“ die Instrumente aus. Country, Pop, Rock, Deutsches: Es gibt nichts, was der Wieslocher nicht im Programm hat. Mit längst verschollen geglaubten Songs aus den letzten fünf Jahrzehnten fühlt man sich in Zeiten zurückversetzt, als man vor dem Radio saß und diesen Liedern lauschte. Mit Charme verpackt in einer Art, wie man sie nirgends sonst zu hören bekommt.

Ganz nach dem Motto „Kennt jeder, spielt keiner!“ zählt Stefan Zirkel Hits (zweiter Reihe) von Coldplay, Snow Patrol, Michael Jackson, Genesis, Reamon, Robbie Williams, Take That oder Mr. Mister zu seinem Repertoire und kombiniert gekonnt das Programm zusätzlich mit deutschsprachigen Eigenkompositionen aus seinem Debütalbum „Geh‘ deinen Weg“.

Finkenbach-Festival geht auch ohne Guru Guru weiter

Die Enttäuschung ist riesengroß. Nicht nur darüber, dass „Guru Guru“ und Mani Neumeier beim Finki-Festival aussteigen, sondern vor allem auch über die Form, wie dies von ihm den Verantwortlichen mitgeteilt wurde: über Facebook, ohne ein persönliches Wort nach 43 Jahren der Zusammenarbeit. „Wir sind wie vor den Kopf gestoßen“ bringt es Armin Löffler, der zweite Vorsitzende des FC Finkenbachtal, auf den Punkt. Um gleich hinzuzufügen: „Das Finkenbach-Festival geht weiter.“ Die Planungen für 2020 laufen bereits auf Hochtouren.

Löffler, auf FCF-Seite einer der maßgeblichen Köpgfe, kann nur mutmaßen, was Neumeier zu einem Rückzug über die sozialen Medien bewogen hat. Der schrieb auf seinem Account: „Ich habe mich als Festivalmacher nach dem diesjährigen Festival dazu entschieden, die Ära ‚Finki-Festival‘ auf seinem Höhepunkt zu beenden. Guru Guru und ich werden kein weiteres Finki-Festival veranstalten.“ Die Kommentare auf Facebook zeugen vom großen Bedauern, dass Guru Guru nicht mehr dabei sein werden.

Das „Woodstock im Odenwald“, wie gern genannt wurde, war jedes Jahr aufs Neue ein großes Projekt, „das uns allen immer sehr viel Freude bereitet hat“, so Neumeier weiter. „Wir sind überwältigt von eurer Begeisterung, die ihr seit 1976 mitgebracht habt.“ Die Veranstaltung wurde von Jahr zu Jahr populärer geworden und hatte trotzdem für ihn immer „einen ganz besonderen, familiären Charakter“. Den will er für immer in Erinnerung behalten.

„Guru Guru und ich danken euch für die großartige Zeit“, schreibt der Band-Chef: die Freude, das Tanzen, die Begegnungen und Momente, „die wir in unseren Herzen weitertragen werden“. Er fügt hinzu: „Natürlich bleiben Guru Guru und ich musikalisch aktiv und sind immer für euch on tour.“ Und stellt gleichzeitig mit seinen 78 Jahren ein „Open-Air-Juwel“ an anderer Stelle in den Raum.

Das in Finkenbach wird es auf jeden Fall zum 38. Mal wieder geben, betont Löffler: am 7. und 8. August 2020. „Alex Auer and the Detroit Blackbirds“ sind als Schlussact bereits gesetzt. Und auch das restliche Programm ist am Werden. Dafür sorgt der Konzert-Profi Bernd Magin, ebenfalls Finkenbacher. Er ist in der Region bereits durch seine Veranstaltungen bestens bekannt, holte die 12 Tenöre nach Eberbach oder Hubert von Goisern nach Hirschhorn. Er kündigt bereits „Thorbjørn Risager & The Black Tornado“ sowie mit Arthur Kay mit den „Clerks“ an. Alte Krautrock-Haudegen sind natürlich auch wieder dabei.

Magin „ist für uns ein alter Bekannter“, weiß Löffler, was er an dem erfahrenen Veranstalter hat. Denn er war bereits vor etlichen Jahren mit im Boot, als es ein „kleines Finki“ gab. Zwischenzeitlich hatte dann Karl-Heinz Osche den Booker-Part inne. Da dieser Jahr altersbedingt mit seinen 66 Jahren bereits kürzer trat, vermutet der FCF-Mann, dass dies für Neumeier mit ein Grund gewesen sein könnte, sich zurückzuziehen.

Die für kommendes Jahr ins Auge gefassten Acts „passen gut zum Finki“, betont Löffler. Eine kleine Stiländerung soll es geben, ohne aber die jahrzehntelangen Fans außen vor zu lassen. Die Öffnung hin zu ein paar modernen Sounds „wurde auch von en Leuten gewünscht“, weiß er. Bestes Beispiel ist Alex Auers erster Auftritt in diesem Jahr, bei dem es mitten in der Nacht zum Sonntag noch ungewöhnlich voll war. „Da bewährte Konzept wird weitergefahren“, versichert er. Denn das kommt super an. „Wir haben nur gute Rückmeldungen“, betont er.

„Der Verein ist enttäuscht über die Form der Kommunikation“, macht Löffler aus seinem Herzen keine Mördergrube. „Ich kenne den Mani bereits seit 1976“, erzählt er. „Das hätte ich von ihm nicht erwartet.“ Bei den vielen Helfern und Ehrenamtlichen „sitzt der Schock tief“.

Noch vor ein paar Wochen unterhielten sich die beiden, zusammen bis zum 40. Finki 2022 gemeinsam weiterzumachen. Und jetzt diese Nachricht. Für den Verein ist ganz klar: Es geht weiter. „Wir hätten das Finki gern mit Mani weitergeführt, aber wenn er nicht will, ist nichts zu machen“, bedauert der Vereinsmann.

 

Info: Der Vorverkauf fürs Finkenbach-Festival 2020 startet in Kürze.

 

 

Armin Löffler: „Das hätte ich vom Mani nicht erwartet.“