Das Neckartal ist demnächst nur noch auf Umwegen zu erreichen

Das Neckartal ist von der Höhe aus demnächst nur noch mit Einschränkungen zu erreichen. Denn Ende Juni startet die Fahrbahnerneuerung auf der Landstraße 3410 zwischen Kortelshütte und Hirschhorn (Brombacher Wasser) auf etwa dreieinhalb Kilometern. Sie soll dann bis August andauern, erhielten die Ortsbeiräte als Info auf der vergangenen Sitzung. Die offizielle Umleitung erfolgt über Beerfelden. Zusätzlich werden die Strecken zwischen Rothenberg und Ober-Hainbrunn sowie Finkenbach während dieser Zeit als Einbahnstraßen ausgewiesen werden.

„Hier sollte von der Stadt beachtet werden, ab wo die Einbahnstraßenregelung gilt“, so der Wunsch der Mandatsträger. Ihr Vorschlag lautete Richtung Finkenbach ab Beginn des Waldes, Richtung Ober-Hainbrunn ab dem Weg zum Friedhof. Zusätzlich sollten die Straßen, vor allem in Richtung Hainbrunn, auf Straßenschäden überprüft und durch den Bauhof mit Kaltasphalt ausgebessert werden. Denn diese Strecke hat etliche Schlaglöcher.

Einige Rothenberger fahren morgens mit dem Bus nach Hirschhorn und müssen dort die S-Bahn erreichen. Deshalb wurde der Wunsch an die Stadt herangetragen, über die OREG abzuklären, ob dies gewährleistet werden kann und wann die Busse während der Bauzeit fahren.

Zusätzlich zur Hundetoilette in der Verlängerung des Stichwegs Höhenstraße sollen noch drei weitere aufgestellt werden, so die Mittelung: am Sportplatz Rothenberg, auf dem Weg Richtung Schomen (an der „Doppeleiche“) und an der Schutzhütte bei den „Lehmlöchern“. Von einem Zuhörer kam die Anregung, größere Müllbeutel zu deponieren. Denn mit den sehr kleinen bestünden doch Probleme, diese anschließend zu verknoten. Vorreiter in Hinsicht XXL-Tüten ist Beerfelden.

Der Ortsbeirat hatte bereits angeregt, ob von Mai bis September zusätzliche Termine für die Grünschnittannahme im Bauhof Rothenberg möglich sind. Derzeit ist diese jeden zweiten Samstag im Monat möglich. Da die Bauhofmitarbeiter einmal in der Woche bis 16.30 Uhr arbeiten, wurde nachgefragt, eventuell an diesem Tag von 16 bis 16.30 Uhr in den Sommermonaten Grünschnitt anzunehmen. Bürgermeister Christian Kehrer will prüfen, ob dies machbar ist.

Über das Regionalbudget der Interessengemeinschaft Odenwald (IGO) können Projekte in der Gemeinde bezuschusst werden, lautete eine weitere Information. Der MGV Rothenberg versucht eine Schrankwand mit abschließbaren Kühlschränken für den Mannschaftsraum in der Sporthalle mitfinanziert zu bekommen. Diese Kühlschränke könnten dann von verschiedenen Vereinen benutzt werden.

Über den Ortsbeirat wurde bereits in einer vergangenen Sitzung angeregt, am Metzkeil in Rothenberg einen Stromanschluss zu installieren. Den könnten die Vereine für Festivitäten wie etwa am Rad- und Inlinertag nutzen. Eine neue Standsäule kostet etwa 3000 Euro, wurde nun berichtet. Weiterhin sind jährliche Zählerkosten von etwa 100 Euro fällig. Es soll jetzt geprüft werden, ob der in der Nähe liegende Anschluss der Kirchenbeleuchtung genutzt werden kann.

Stadtbaumeister Peter Bauer kümmert um die Planausarbeitung für den zusätzlichen Unterstand auf dem Friedhof. Im Ortsbeirat soll dann der ausgearbeitete Vorschlag vorgestellt werden. Der Blumenschmuck, jedes Jahr auf öffentlichen Bereichen gepflanzt, wird auch weiterhin von der Stadt bezahlt, hieß es. Er fällt nicht in das jährliche Budget des Ortsbeirats von 1900 Euro. Farben, die der Verkehrs- und Verschönerungsverein zur Pflege der Parkbänke benötigt, können über die Stadt abgerechnet werden.

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Vielhundertköpfige Trauergemeinde nahm Abschied von Hans Heinz Keursten

Die Fassungslosigkeit ist auch noch über eine Woche nach dem Tod von Hans Heinz Keursten allgegenwärtig. Der 67-jährige Ehrenbürgermeister von Rothenberg war am 1. Juni überraschend gestorben. Die Trauerfeier in der Rothenberger Sporthalle bildete eine eindrucksvolle Würdigung seines Lebenswerks und der Person Keurstens, den seine Mitmenschen als jederzeit hilfsbereiten Mann mit einem offenen Ohr für alle schildern, offen, herzlich, hilfsbereit, ein Macher.

Die Erschütterung, die grenzenlose Trauer um einen geliebten Menschen, das Unverständnis über den früheren Tod dessen, der mitten im Leben stand, war mit Händen greifbar. Die meisten der vielhundertköpfigen Trauergemeinde dürften Keursten persönlich gekannt haben, denn er war ein stets gut gelaunter Mensch, in seiner rheinischen Art ein Kommunalpolitiker zum Anfassen, immer an vorderster Front, wenn es für „seine“ Gemeinde was zu bewegen galt.

Die Halle als Ort der Trauerfeier war mit Bedacht gewählt. Denn die Renovierung des 50 Jahre alten Gebäudes, teilweise ehrenamtlich durchgeführt, bildete das letzte große Projekt in Keurstens 18-jähriger Amtszeit als Bürgermeister der Höhengemeinde, ehe diese mit Beerfelden, Sensbachtal und Hesseneck zu Oberzent wurde. Als dessen Baumeister darf der nahe der niederländischen Grenze geborene zusammen mit seinen drei Bürgermeisterkollegen mit Fug und Recht bezeichnet werden.

„Hans Heinz, du wirst eine große Lücke hinterlassen“, sagte Bürgermeister Christian Kehrer. „Wir werden in deinem Sinne weiterarbeiten.“ Und ganz persönlich meinte er, dem das Geschehene sehr nahe ging: „Hans Heinz, ich habe dir viel zu verdanken.“ Das Stadtoberhaupt bezeichnete ihn als „Mann mit Weitblick, der die Zeichen der Zeit erkannte“, als jemanden, „dessen Fachwissen und Erfahrung von unschätzbarem Wert waren“.

Die Nachricht des Todes ist für Kehrer, der praktisch sein ganzes Berufsleben in irgendeiner Form an Keurstens Seite war, „immer noch schwer zu begreifen“. Als „unermüdlich im Tatendrang und beispielhaft im Engagement“ bezeichnete er den Verstorbenen. Die Trauerfeier wurde umrahmt von den Posaunenchören, die vereinigten Chören der Gesamtgemeinde aus Kortelshütte, Ober-Hainbrunn und Rothenberg und zwei Lehrerkollegen von Angelika Gugau-Keursten.

Pfarrer Reinhold Hoffmann sagte in seinen bewegenden Worten: „Was selbstverständlich war, ist auf einmal zu Ende.“ Hans Heinz Keursten hatte auch nach seinem aktiven Politikerleben einen Platz in der Gemeinde. Ambivalenz war das Thema von Hoffmanns Fürbitte. Alle wünschten sich, dass die Dinge so bleiben wie sie sind, denn Veränderungen bringen Schmerzen. „Aber das Leben ist Veränderung.“

Der ehemalige Bürgermeister war zum einen Amtsperson, „zum anderen aber auch ein Freund“. Wenn samstags die Straße gekehrt wurde, war er dabei. „Das war quasi die öffentliche Sprechstunde“, so der Pfarrer. Eben noch war alles voller Tatendrang – und jetzt „Trauer, Schmerz, Fassungslosigkeit“, meinte Hoffmann, selbst jahrzehntelanger Weggefährte. „Hans Heinz will, dass ihr euren Weg geht“, sagte er an die beiden Kinder gerichtet.

„Hans Heinz wird nicht vergessen werden, wenn wir uns bei all unserer Trauer auch dankbar an die gemeinsam verbrachte schöne Zeit und gemeinsam erlebte Momente erinnern“, meinte sein ehemaliger Bürgermeisterkollege Thomas Ihrig. In der langen Zeit des beruflichen Miteinanders, das weit über letzten 20 Jahre hinausreichte, habe man Schritt für Schritt einen persönlichen Kontakt aufgebaut, „der von tiefstem Vertrauen, insbesondere aber von gegenseitiger Achtung und Wertschätzung geprägt war“.

Wenn es sein musste, sagte Ihrig, „haben wir uns kritisiert, uns aber auch ermutigt und gestärkt“. Verlässlichkeit, Ehrlichkeit, Hilfsbereitschaft, Herzlichkeit, Bescheidenheit und Menschlichkeit zählte er unter anderem als Wesenszüge Keurstens auf. Die Summe, die Mischung aus diesen vielen guten Eigenschaften, „hat ihn so wertvoll für sein Umfeld, seine Mitmenschen gemacht“.

 

Stimmen

Egon Scheuermann (ehemaliger Bürgermeister von Sensbachtal): Hans Heinz hat sehr klare Kante gezeigt, wenn er von etwas überzeugt oder begeistert war. Immer wenn ich unsicher war, vor etwas Respekt hatte oder lieber die Finger davon gelassen hätte, sagte er: „Das geht, das kriegen wir hin, verlass dich drauf.“ Er hat angepackt – nicht gezögert. Hans Heinz war einfach ein toller Mensch, auf den man sich immer verlassen konnte. Schade, dass es ihn nun in dieser Welt nicht mehr gibt.

Bernd Siefert (Leiter Oberzent-Schule): Der Hans Heinz hatte immer ein offenes Ohr für die Belange des Jugendfußballs in Finkenbach und der Gemeinde. Es war klasse, dass er seine Frau, eine Kollegin an der Oberzent-Schule, nach seiner Pensionierung auf Schultheaterfahrten begleitete.

Christian Niesen (Ortbeirat Finkenbach): Er hat mich in das Vokabular der Lokalpolitik eingeführt. Hans Heinz war ein toller Mentor, bei dem immer lösungsorientiertes Handeln und Denken im Vordergrund standen, daneben war er auch ein zuverlässiger Helfer im Schwimmbad.

Gottfried Görig (ehemaliger Bürgermeister Beerfelden): Seit dem Jahr 2000, nach meiner Wahl, bestand eine mehr als kollegiale Verbindung. Nicht nur in der Oberzent, auch in unserer Bürgermeisterkreisversammlung war Hans Heinz mit seinen Redebeiträgen und auch mal kritischen Fragestellungen ein geschätzter Kollege. Dabei hat er mit seiner rheinischen Art ab und zu auch bei ernsten Themen für Erheiterung gesorgt.

Rüdiger Seip (langjähriger Feuerwehrvorsitzender in Finkenbach): Hans Heinz hatte immer ein offenes Ohr für alles. Die Vereine, nicht nur die Feuerwehren in der Gemeinde, lagen ihm sehr im Herzen. Und eines kann man mit Sicherheit sagen, wenn es was zu arbeiten gab wie etwa am Freiwilligentag, packte er mit an und machte nicht auf Bürgermeister. Da war er „einer von uns“.

Andrea Koch (Leiterin Kindergarten Rothenberg): Zukunft gestalten begann für ihn ganz früh – in der Kita. So tanzte er mit den Kindern vergnügt an Fasching oder am Nikolausfest und sein Büro stand für Fragen die die Kinder an ihren Bürgermeister hatten immer offen. Die Kinder ernst nehmen, ihnen zugewandt sein war für ihn gelebte Demokratie. Ein Bürgermeister zum Anfassen.

Thomas Ihrig (ehemaliger Bürgermeister Hesseneck): Ich bin sehr dankbar, dass sich zwischen ihm und mir in der langen Zeit, in der wir uns kennen, neben dem beruflichen auch ein privater Kontakt entstanden ist, der von viel Achtung, Verlässlichkeit und gegenseitiger Wertschätzung geprägt war. Er war immer ein guter Ansprech- und Gesprächspartner.

Wilfried Friedrich (Vorsitzender MGV Ober-Hainbrunn): Als die Hainbrunner „Brunnengemeinschaft“ zur 650-Jahr-Feier 1999 die Überlegung hatte, den alten Dorf- und Viehtränke-Brunnen am Himmelreichweg am alten Platz wieder neu entstehen zu lassen und eine komplette Brunnenanlage zu erbauen, war Hans Heinz einer der ersten Helfer. Damals noch als designierter Bürgermeister. Mit Hacke und Schaufel half er mehrmals samstags tatkräftig mit, diese schöne Anlage entstehen zu lassen.

 

 

Bestürzung über den plötzlichen Tod von Hans Heinz Keursten

Große Bestürzung in Oberzent und weit darüber hinaus: Am Samstag verstarb völlig unerwartet der frühere Rothenberger Bürgermeister Hans Heinz Keursten. Er wurde 67 Jahre alt. Keursten war 18 Jahre lang Rathauschef des Höhenortes, der am 1. Januar 2018 mit Beerfelden, Hesseneck und Sensbachtal zu Oberzent fusionierte. Er gilt mit seinen drei Kollegen Gottfried Görig, Thomas Ihrig und Egon Scheuermann als Architekt dieses zukunftsweisenden Zusammenschlusses.

Bei der Verabschiedung der früheren Gemeindeoberhäupter wurden diese im vergangenen Herbst von Stadtverordneten-Vorsteher Claus Weyrauch als die „vier Weisen aus Oberzent“ bezeichnet. Denn sie wussten, dass sie die zukünftig anstehenden Aufgaben einzeln nicht stemmen können. Deshalb trieben sie gemeinsam mehr als zehn Jahre die erste freiwillige Fusion nach der Gemeindereform voran, die von den Bürgern vor drei Jahren mit großer Mehrheit beschlossen wurde.

Hans Heinz Keursten wurde in Wankum an der niederländischen Grenze geboren. Seine Ausbildung begann er erst 14-Jährig 1966 bei der Heimatgemeinde. Zwölf Jahre war er anschließend ab 1969 in Wachtendonk tätig. Dann sollte ab 1981 für zehn Jahre die Stadtverwaltung von Neukirchen-Vluyn seine berufliche Heimat sein.

1991 zog es Hans Heinz Keursten dann in den Odenwald, „wegen seiner Leidenschaft für den Fußball und die Liebe zu seiner Frau Angelika“, wie es in einer Würdigung anlässlich seines 50. Jubiläums im öffentlichen Dienst hieß. In Bad König verantwortete er bis Anfang 2000 die städtischen Finanzen. Im Spätjahr 1999 wurde der damals 47-Jährige, in Finkenbach wohnhaft, gleich im ersten Wahlgang zum Bürgermeister von Rothenberg gewählt. Mit eindrucksvollen, hohen Mehrheiten von über 90 Prozent folgte bei zwei weiteren Urnengängen 2005 und 2011 die Bestätigung.

Während der 18 Keursten-Jahre wurde viel geleistet: Investitionen in die Infrastruktur, Straßenbau-Maßnahmen, Dorferneuerungen, Baugebietserschließungen, Brückenbau und -erneuerungen, Rückhaltebecken und vieles mehr. Etwa Hoch- und Finkenbacher Straße, Durchfahrt Ober-Hainbrunn oder Baugebiet Feldstraße. Auch die Dorferneuerung Finkenbachs wurde unter seiner Ägide durchgeführt.

Das letzte große Projekt des ehemaligen Bürgermeisters war der Umbau der Sporthalle, den das Gemeindeoberhaupt wie auch viele andere Maßnahmen als Baufachmann selbst plante. Die kurz vor seiner Pensionierung gestartete Erschließung des Neubaugebiets Alt-Schulzenfeld betreute er auch noch darüber hinaus. Mit hohem Engagement setzte er sich in seinem Heimatort für den Ausbau des Kindergartens, den Erhalt der Grundschule sowie Kultur-, Sport- und Freizeiteinrichtungen ein. Nach den Ortsbeiratswahlen im vergangenen Jahr übernahm er das Ehrenamt des Ortsvorstehers von Finkenbach, Hinterbach und Raubach.

Vor mehr als zehn Jahren war Keursten mit seinen Kollegen federführend bei der Gründung des Kommunalservices Oberzent. Der gilt als Initialzündung für die Oberzent-Fusion und deren Verwirklichung. Nicht nur im Rahmen der Fusionsgespräche wurde Hans-Heinz Keursten in Kreis und als stets engagierter und verlässlicher Gesprächspartner geschätzt. Seine Meinung als Fachmann war immer gefragt, seine joviale rheinische Art ließ ihn immer leicht mit den Bürgern ins Gespräch kommen. Mit seiner Frau Angelika Gugau und den beiden Kindern trauert die ganze Stadt.

 

Zur Person: Hans Heinz Keursten

1952: geboren in Wankum/Nordrhein-Westfalen, an der niederländischen Grenze

1966-1969: Ausbildung Verwaltungslehre in Wankum

1969: Verwaltungsangestellter Wankum

1969-1981: Verwaltungsangestellter in Wachtendonk

1981-1991: Verwaltungsangestellter Neukirchen-Vluyn

1991-2000: Verwaltungsangestellter Bad König

2000-2018: Bürgermeister von Rothenberg mit Wiederwahl in 2005 und 2011

Ab 2018: Ortsvorsteher von Finkenbach, Hinterbach und Raubach

 

Der Vorverkauf fürs diesjährige Finki-Festival läuft

„Toppen wollen wir das (ausverkaufte) Finki 2018 nicht“, schmunzelt Mani Neumeier. „Aber gut werden soll es“, fügt er lächelnd hinzu. Der Kopf von Guru Guru und musikalische Leiter des Finki-Festivals tourte gerade mit seiner Band durch Japan. Auch im Land der aufgehenden Sonne hat das Krautrock-Urgestein seine Fans. Zwischenzeitlich „muss“ er aber auch an die Heimat denken, denn die Vorbereitungen fürs 37. „Guru-Feschd“ in 43 Jahren sind bald abgeschlossen. Zwei Drittel der Bands für den 9. und 10. August sind bereits verpflichtet.

Neumeier ist im Jahr nach dem 50. Bandjubiläum einfach nur glücklich darüber, dass „seine“ Musik immer noch so viele Anhänger hat. Dass die Band ein halbes Jahrhundert bestehen würde und das Guru-Feschd die Zuschauer massenhaft ins Finkenbachtal zieht, „hätte ich damals nie gedacht“, meint er. „Es ist ein Wunder, dass so etwas passieren kann“, sagt der 78-Jährige angesichts der heutigen Gesellschaft, in der nur das „Schneller, Höher, Weiter“ zählt.

Wenn der Ober-Guru Neumeier auf mehr als 50 Jahre zurückblickt, wird er etwas wehmütig. „Viele Kollegen von damals sind schon gestorben.“ Einen der alten Garde hat er aber für das diesjährige Festival verpflichten können: Leo Lyons, der 1969 mit „Ten Years After“ Woodstock aufmischte, ist 50 Jahre später mit seiner heutigen Formation „Hundred Seventy Split“ am Start.

Für den Musiker ist es faszinierend, „so lange diese Kultur machen zu können, die man sonst auf dem Land nicht findet“. Denn „wir haben einen hohen Qualitätsanspruch“. Die Besucher kommen von weit her, um auf dem Finki Bands geballt live zu sehen, die anderswo kaum noch zu erleben sind. Diese Sicht deckt sich mit der Manis, wie ihn alle nennen. „Warum er diese Bands?“, wird er gefragt. „Weil sie authentisch und gut sind“, sagt er. „Und erschwinglich“, fügt er grinsend an.

Selbst wenn es wie 2018 beim ausverkauften Guru-Feschd besonders voll ist, „bleibt es immer noch gemütlich“, weiß er. „Kein Tohuwabohu wie Wacken.“ Jeder kennt jeden. Der 78-Jährige ist ein Musiker zum Anfassen. Laufend muss er eine Hand schütteln, wird umarmt, signiert Plakate. Geduldig macht Neumeier alles mit. Für ihn ist die Durchführung des Finki immer wieder „eine große Ehre“.

Als erstes Musikfestival im Odenwald vor 43 Jahren ins Leben gerufen, wird es jedes Jahr aufs Neue durchgeführt. Der Musiker merkt immer, „dass das Feeling stimmt“. Neumeier spielt viele Konzerte auswärts, aber das Heimspiel ist für ihn etwas Besonderes. „Den Platz, die Musik, die Schwingungen“ empfindet er im Finkenbachtal anders. „Das ist echte und unverfälschte Kultur“, schwärmt er über die auftretenden Bands.

Ohne viel „Hitparaden-Brimborium“ spielen auf „seinem“ Finki Gruppen außerhalb des Üblichen. „Das wird von den Leuten geschätzt“, weiß er. Wie der tasmanische Gitarrenteufel Rob Tognoni, der nach 2015 in diesem Jahr wieder die Bühne entern wird. Oder Legende Arthur Brown, der „God of Hellfire“, ebenfalls ein Dinosaurier der Rockszene. Der 76-Jährige ist längst Stammgast.

Die Franzosen von „Lazuli“ sind eher „Jungspunde“ gegen diese Ur(groß)väter des Rock und Blues, auch wenn die Band schon 20 Jahre auf dem Buckel hat. Sie steht für den progressiven Part des Festivals, gepaart mit Folk-Einflüssen aus ihrer südfranzösischen Heimat. „Adesa“ wiederum sorgt für Weltmusik und Afrika im Odenwald. Bei allem nicht zu vergessen: Das traditionelle Konzert von Guru Guru, immer samstags um 21 Uhr.

„Wir wollen mit dem Programm ein schönes und gemütliches Festival haben“, betont auch Booker Karlheinz Osche. „Die Bands müssen einfach nur zum Finki passen“, sagt er. Beste Voraussetzung für ein gelungenes Event war die Tour zum 50-jährigen Bestehen von Guru Guru. „Die lief super gut und wir waren sehr zufrieden“, freut sich Osche. In diesem Jahr wird es weniger Konzerte geben, „denn wir spielen nicht jedes Jahr im selben Club“, erläutert er. Es läuft aber schon die Tour-Planung für 2020 an, die den „Elektrolurch“ im Titel trägt, verrät er.

Info: Der Vorverkauf fürs „Guru-Feschd“ am Freitag, 9. (ab 19 Uhr), und Samstag, 10. August (ab 15 Uhr), in Finkenbach hat begonnen. Alles weitere unter www.finki-festival.de. Schon vorher spielt Guru Guru am Samstag, 15. Juni, um 20 Uhr Open-Air im Mannheimer 7er Club.

Beim Guru-Fescht ist die Finkenbacher Feuerwehr voll gefordert

Das Guru-Fescht bedeutet immer einen Großeinsatz für die Stadtteilfeuerwehr. Beim Brandsicherheitsdienst während des Guru-Guru-Festivals im August leisteten die Finkenbacher Brandschützer 70 ehrenamtliche Stunden. Diese Zahl nannte Wehrführer Fabian Sauter auf der Jahreshauptversammlung. Unterstützt wurden sie von den Wehren aus Rothenberg, Ober-Hainbrunn und Kortelshütte. Insgesamt verzeichnete er im vergangenen Jahr 16 Einsätze, davon zwei Brände. Zwölf Mal rückte die Wehr zu technischen Hilfeleistungen aus.

2018 fanden 24 Übungs- und Unterrichtseinheiten statt, erläuterte Sauter. Die Feuerwehr zählt derzeit 32 Aktive, sechs Mitglieder in der Jugend- sowie drei in Alters- und Ehrenabteilung. 47 Prozent der Einsatzabteilung sind Atemschutzgeräteträger, 65 Prozent der Aktiven unter 35 Jahre alt, listete er auf. Der Wehrführer wurde im Rahmen der Zusammenkunft zum Hauptlöschmeister befördert. Nachfolger von Fabienne Buchert als Jugendfeuerwehrwart ist Adrian Kruppa.

Vereinsvorsitzender Jens Schindler ging auf die Aktivitäten im abgelaufenen Jahr ein. Er hob das erfolgreiche Gastspiel des Zwei-Mann-Theaters „Hannes und der Ourewäller Landrat“ hervor. „Viele Interessierte Gäste kamen aus nah und fern. Es wurde ein schöner, lustiger Abend“, freute er sich. In diesem Jahr gibt es eine Neuauflage. Die Grillnacht im Mai war wieder ein voller Erfolg, sagte Schindler.

Beim Freiwilligentag des Odenwaldkreises nahmen sich die Wehrleute die angrenzende Parkanlage vor. „Hier war Großreinemachen angesagt.“ Mit vielen Helfern wurden Sträucher am Bach und im Park zurückgeschnitten, der Rasen gemäht, der Brunnen und das Schachfeld gereinigt. Im September fand das Weinfest statt. So manches Essen war schnell ausverkauft, so Schindler. Wie jedes Jahr waren die Flammkuchen der Renner. Dazu kamen im Jahreslauf noch etliche auswärtige Feste, die von den Feuerwehrangehörigen besucht wurden.

Seit November sind die Voraushelfer von Feuerwehr und DRK mit elf Personen einsatzbereit, berichtete Wolfgang Buchert. Drei Alarmierungen gab es im vergangenen Jahr. Die komplette Ausrüstung wurde durch Spenden finanziert, sagte er. Dazu zählten neun Voraushelfer-Taschen zu je 300 Euro und ein Defibrillator für 1800 Euro. Allein aufs DRK-Konto gingen 2120 Euro an Spenden ein. Die Voraushelfer wollen die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes überbrücken und so im Ernstfall wertvolle Zeit bei der Ersten Hilfe gewinnen.

„Wir haben ein tolles Jahr 2018 hinter uns“, sagte die scheidende Jugendfeuerwehrwartin Fabienne Buchert. Am Bundeswettbewerb in Beerfelden nahm man das erste Mal als Staffel teil. Das Training zahlte sich aus: Platz 4 für die Jugendfeuerwehr Finkenbach bedeutete die Teilnahme am Südhessenpokal in Babenhausen. Dort erreichte die Jugendlichen „nach einem super A- und B-Teil einen sehr guten fünften Platz“. Die Wintermonate dienen jedes Jahr der theoretischen Ausbildung, da diese auch nicht zu kurz kommen darf, erläuterte sie.

Info: Am Samstag, 16. März, gastieren auf Einladung der Feuerwehr Finkenbach wieder „Hannes und der Ourewäller Landrat“ in der Hermann-Wilhelm-Halle zu Gast. Karten gibt‘s bei Hartmann Fachmarkt und Papillon in Beerfelden, Metzgerei Beisel und Jehle in Rothenberg, Mareikes Backshop in Finkenbach sowie Wolfgang Buchert und Jens Schindler von der Feuerwehr.

Grünanlage am Finkenbacher Feuerwehrhaus soll eine Auffrischung erhalten

Der Handyempfang im Finkenbachtal: immer wieder Ärgernis. Ortsvorsteher Hans Heinz Keursten kann ein Lied davon singen. Obwohl er übers eigentlich gute Telekom-Netz telefoniert, „ist der Empfang mal toll, mal habe ich gar keinen“. Damit die Bevölkerung nicht weiter im Tal der Ahnungslosen lebt, „müssen wir das Thema immer am Kochen halten“, betont er. Deshalb wurde auf der vergangenen Ortsbeiratssitzung die Verwaltung gebeten, mal wieder bei den Mobilfunkbetreibern nachzuhaken. „Wir müssen am Ball bleiben“, sagt der frühere Rothenberger Bürgermeister.

Das Gremium befasste sich auf seiner Sitzung außerdem mit einem Straßensanierungskonzept für die drei Stadtteile Finken-, Hinter- und Raubach. Das Oberzent-Bauamt hatte um eine Prioritätenliste gebeten. An erster Stelle steht Am Südhang/Breischengrund, so der Ortsvorsteher. Dort wurde zwar immer einmal ausgebessert, aber es besteht grundlegender Handlungsbedarf. Weiter muss an der Wetterberg-Brücke bei der Firma Braun eine Betonsanierung erfolgen, „um größere Schäden zu vermeiden“.

Auf den Plätzen folgen ein Teilabschnitt der Wetterbergstraße sowie – wo nötig – die Gehwegsanierung mit Bordsteinen auf Teilstrecken von Hainbrunner und Beerfelder Straße. Unabhängig von der Prioritätenliste regte der Ortsbeirat an, den Gehweg bei der Finkenbach-Brücke Richtung Raubach anzuheben, wenn diese sowieso vom Kreis erneuert wird. „Da wird wahrscheinlich dann mit schweren Fahrzeugen drübergefahren“, meinte Keursten. Das Gremium wünschte sich daneben die üblichen Unterhaltungsmaßnahmen der städtischen Straßen, wie sie in der früheren Gemeinde Rothenberg praktiziert wurden.

Im Fokus des Ortsbeirats stand außerdem die Grünanlage beim Feuerwehrhaus. Im Dezember gab es dort eine Ortsbesichtigung. Als deren Ergebnis wünscht man sich, die Glascontainer an einen anderen Platz in der Nähe zu versetzen, bei dem auf Pflastergrund mit Palisaden ein Sichtschutz hergestellt werden kann. Hier wie auch beim Tretbecken würden die Mandatsträger in Eigenleistung zu Werke gehen, wenn die Stadt das Material stellt.

„Das Tretbecken ist nicht richtig nutzbar“, erläuterte Keursten. Denn das schmutzige Finkenbach-Wasser und ein zu niedriger Abfluss sorgen dafür, dass sich Sand und Schlamm drin stauen. Die Überlegung zielt auf eine Erhöhung des Beckens, „damit die Brühe besser ablaufen kann“. Auch wird über die Verlegung eines Kunststoffrohrs von einer nahe gelegenen Quelle nachgedacht, sodass sauberes Wasser ins Becken fließt.

Mit weiteren Überlegungen zur Parkanlage will man abwarten, bis die nebenan liegende Brücke saniert ist. Denn im Zuge der Neuerrichtung wird – aus Richtung Raubach kommend – rechts daneben eine größere Behelfsbrücke errichtet, die auch für den Schwerverkehr ausgelegt sein muss. Der Baubeginn ist noch unklar, denn die Baufirmen haben volle Auftragsbücher. Irgendwann im Frühjahr könnte es soweit sein. Der Start hatte sich im vergangenen Jahr wegen starken Kostensteigerungen, die eine Nachberatung im Kreistag nötig machten, verzögert.

Auf dem Finkenbacher Friedhof wünscht sich der Ortsbeirat eine Außenbeleuchtung der Friedhofshalle. „Da war letztens bei einer Beerdigung zappenduster“, moniert Keursten. Außerdem muss der Aufbahrungsraum saniert werden. Das Gremium machte sich außerdem ein Bild davon, ob es dort und auf dem Raubacher Friedhof Raum für pflegefreie Erdbestattungen gibt. Zumindest in Finkenbach wäre genügend Platz neben den pflegefreien Urnengräbern, stellte man fest.

Finkenbacher Voraushelfer sind im Notfall am schnellsten vor Ort

Die ersten Einsätze haben die Voraushelfer bereits hinter sich. Dem stellvertretenden Feuerwehr-Kommandanten Wolfgang Buchert ist gut in Erinnerung, wie er kürzlich zu einem Schlaganfall gerufen wurde. „Das war heftig.“ Zum Glück war sein anderer Einsatz „harmloser“. Die elf Aktiven überbrücken in Finken-, Hinter- und Raubach die Zeit, bis der Rettungsdienst vor Ort ist. Das kann gerade nachts, wenn die Beerfelder Rettungswache nicht besetzt ist, etwas dauern.

Die Ehrenamtlichen aus den Reihen von Feuerwehr und DRK sind jetzt voll einsatzbereit. Die Lehrgänge sind absolviert, Taschen und Material beschafft. Ebenso wie der Defibrillator, dessen Kauf durch eine Spende der Jagdgenossenschaft Finkenbach Ost und West ermöglicht wurde. In kurzer Zeit hat sich viel getan. Über den Sommer flossen finanzielle Mittel aus der Bevölkerung und von Geschäftsleuten reichlich. Insgesamt kamen so über 4000 Euro zusammen.

Alle Ehrenamtlichen konnten dadurch mit dem entsprechenden Equipment ausgestattet werden, das pro Person um die 500 Euro kostet. Die Aktiven sind aber weiterhin auf Spenden angewiesen, denn Zuschüsse gibt es keine, wie mehrfach kritisiert wurde. „Das habe ich schon an Politik weitergeben“, erläutert Buchert. Unter anderem fehlen noch Jacken mit Wiedererkennungswert, damit man die Helfer gleich zuordnen kann. Auch muss das Verbrauchsmaterial aus eigenen Mitteln nachgekauft werden, so der Feuerwehr-Mann. Entsprechende Dosen stehen unter anderen in Mareikes Backshop.

Die Voraushelfer freuten sich, dass die Jagdgenossen die benötigten 1700 Euro für den Defi zur Verfügung stellten. Zur Übergabe waren Jagdpächter Stefan Hoock mit seiner Partnerin Birgit Manganaro, Vorsitzender Heinrich Hotz und Wolfgang Weimar ins Feuerwehrhaus gekommen. „Für uns war das selbstverständlich“, sagt Hotz. Es kann immer etwas passieren, ergänzt Hoock. „Dann ist man froh, wenn jemand hilft.“

Die Mitgliedschaft bei den Brandschützern ist keine Bedingung, um bei der Voraushelfer-Gruppe mitzumachen, betont Vereinsvorsitzender Jens Schindler: „Interessierte Bürger können sich uns gerne anschließen.“ Denn alles steht unter einem wichtigen Ziel: „Die medizinisch nicht versorgte Zeit, bis der Rettungsdienst eintrifft, soll möglichst gering gehalten werden.“ Je mehr Helfer verfügbar sind, desto größer ist die die Wahrscheinlichkeit, dass einer von ihnen greifbar ist. Die Koordination geschieht über die Leitstelle. Im Notfall muss weiterhin die 112 gewählt werden.

Die Voraushelfer leisten aber nicht nur medizinische Hilfe. Sie kümmern sich auch um Angehörige, bis deren Verwandte oder das Kriseninterventionsteam eingetroffen sind. „Uns kennt man im Ort“, hebt  Buchert hervor. Die Betroffenen sehen in einem Notfall bekannte Gesichter, denen sie sich anvertrauen. „Es muss in die Köpfe der Leute, dass es uns gibt“, sagt er.

Ein tödlicher Motorradunfall im Sommer 2017 in der Raubach gab den Ausschlag: DRK-Mann Christian Niesen wurde aus dem Schwimmbad per Piepser heraus als Ersthelfer alarmiert, die Finkenbacher Feuerwehr kam dann an die Unfallstelle hinzu. Aus dem späteren Gespräch heraus entstand die Idee, unter dem Dach des DRK eine Voraushelfer-Gruppe aufzubauen, die überwiegend mit Feuerwehrleuten „bestückt“ ist. Damit soll gewährleistet werden, dass immer jemand vor Ort in Notfällen greifbar ist.

Beim DRK Rothenberg-Finkenbach mit Bereitschaftsleiterin Anja Braner stieß man mit diesem Ansinnen auf offene Ohren. Die Rotkreuzhelfer engagierten sich stark beim Aufbau. „Die Zusammenarbeit ist im Kreis einmalig“, hebt sie hervor. Aktive Feuerwehr-Mitglieder traten ins DRK ein, um so auch den entsprechenden Versicherungsschutz zu haben.

78 Stunden dauerte der zu absolvierende Sanitätskurs, erläutert Niesen. Eine Zeit, die ehrenamtlich an vier Wochenenden aufgebracht wurde. Die Helfer treffen sich in regelmäßigen Abständen zum Auffrischen. Alle zwei Jahre gibt es eine Fortbildung. Mit den elf Aktiven erreichen die Voraushelfer in ihrem Gebiet eine 1:50 Betreuung, also ein Helfer pro 50 Einwohner. „Eine sauguter Schnitt“, freut sich Niesen.

 

Voraushelfer-Gruppe Rothenberg-Finkenbach: 11 Aktive aus Feuerwehr und DRK

Im Notfall weiterhin die 112 wählen

Weitere Infos bei Wolfgang Buchert unter E-Mail wolfgang.buchert@freenet.de

Treffen nach Absprache im Feuerwehrhaus Finkenbach. Termine können unter Telefon 0171/3490339 bei Wolfgang Buchert angefragt werden.

Spenden sind möglich auf das Konto des DRK Rothenberg-Finkenbach unter dem Verwendungszweck Voraushelfer Feuerwehr Finkenbach, IBAN DE16 5085 1952 0031 0000 60.