Damit die Bürger nicht selbst löschen müssen: Finkenbacher Feuerwehr startete ungewöhnliche Aktion zur Mitgliedergewinnung

Vereine müssen mit der Zeit gehen, sonst gehen sie mit der Zeit. Bei der Finkenbacher Feuerwehr will man nicht tatenlos zusehen, wie die Mitglieder der Einsatzabteilung und des Feuerwehrvereins immer weniger werden. „Wir sind zwar noch ganz gut aufgestellt, aber wollen schon frühzeitig im Vorfeld handeln“, erläutert Vorsitzender Jens Schindler die besondere Werbeaktion, mit der die Brandschützer jetzt im Ort unterwegs sind. „In der näheren Umgebung ist mir das in der Form noch nicht untergekommen“, meint er angesichts des unkonventionellen Herangehens.

Schindler griff dabei auf eine etwas provokante Kampagne zurück, die vor einiger Zeit von der Feuerwehr Vallstedt/Allvesse (in der Nähe von Braunschweig) zusammen mit Typografix Design ins Leben gerufen wurde. Vor zwei Jahren fiel sie dem Odenwälder in die Hände. „Haushalts-Löscheimer“ steht auf den weißen Gefäßen, die in 240-facher Ausfertigung an alle Finkenbacher Haushalte verteilt werden.

Dankbar ist man bei der Wehr der Firma Bechthold in Beerfelden, die diese zur Verfügung stellten. Die Eimer sind als Geschenk für die Finkenbacher gedacht. In der Hoffnung, „dass sie nie zum Löschen gebraucht werden“, sagt der stellvertretende Vereinsvorsitzende Alexander Volk. Ein Flyer, den die Ehrenamtlichen in stundenlanger Arbeit in jedes Behältnis legten, weist die Bürger darauf hin, dass es immer weniger Vereinsmitglieder gibt „und die Feuerwehren langsam kaputt gehen“, so Schindler. Vor allem ist es ja nicht nur die Brandbekämpfung, mit der die Wehren aktiv sind. Sie leisten ebenso einen großen Beitrag zum kulturellen Leben im Ort. Wie die Finkenbacher mit ihrem Weinfest. Auch die Durchführung des „Finki“-Festivals ist ohne sie nicht mehr denkbar.

Wenn keine Floriansjünger mehr ausrücken, sind die Einwohner im Notfall selbst gefragt. Deshalb auch die Löscheimer, um mit eigener Kraft einem Feuer zu Leibe rücken zu können. „Brand unter 112 melden, zehn Minuten abwarten in der Hoffnung, dass die Feuerwehr kommt, wenn nicht, dann Haushalts-Löschkübel mit Wasser befüllen“, lautet die Anweisung. Und: „Wenn Feuer zu groß, Nachbarn informieren und Kübelkette bilden.“

Die merkwürdigen Instruktionen sind auf der Rückseite erklärt. Dort werden die Aufgaben der Wehr erläutert und wird auf ihre Bedeutung im Ort hingewiesen. Durch den Löscheimer „soll mit Witz und Ironie darauf aufmerksam gemacht werden, dass die ehrenamtliche Tätigkeit einer Feuerwehr wichtig ist“, betont Schindler. Die Finkenbacher wünschen sich mehr aktive Mitglieder, „um Mitbürgern in Not zu helfen“. Neben den Alteingesessenen will man auch Zugezogene erreichen.

Wenn sich jemand nicht aktiv einbringen kann oder möchte, ist eine Fördermitgliedschaft ebenso willkommen. „Das kostet nur einen Euro im Monat“, weist der Vorsitzende darauf hin, dass auch wenig Geld der Feuerwehr hilft. Denn mit Vereinsgeldern werden etwa Ausgehuniformen beschafft. Oder, wenn genug zusammen gekommen ist, ein Fahrzeug wie der Mannschaftstransportwagen auf eigene Kosten beschafft. Zusätzliche Ausrüstung wird ebenfalls darüber finanziert.

Damit der Flyer nicht nur graue Theorie bleibt, lädt die Feuerwehr am Samstag, 21. Oktober, ab 9 Uhr zu einem Tag der offenen Tür rund um ihr Gerätehaus in der Wetterbergstraße ein. Dabei präsentiert die Einsatzabteilung unter anderem ihr neues Tragkraftspritzenfahrzeug-Wasser (TSF-W). Der Verein informiert über seine Aufgaben, von der Jugendfeuerwehr gibt es eine kleine Schauübung zu sehen.

„Wir haben nur noch acht Jugendliche in unseren Reihen“, bedauert Wehrführer Fabian Sauter. „Ein paar mehr dürfen gerne noch dazu kommen.“ Denn Jugendwehr bedeute Spaß im Team, Wettbewerbe mit anderen Feuerwehren, Gruppenstunden, Zeltlager und vieles mehr. In der Einsatzabteilung sind es derzeit 31 Aktive. Der Verein zählt insgesamt 130 Mitglieder. Neben den verschiedenen Aktivitäten wird am Aktionstag auch per Brandsimulator gezeigt, wie man löscht.

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„Mareikes Backshop“ schließt Mitte Oktober die Lücke in der Finkenbacher Nahversorgung

Die Nahversorgung im 450-Seelen-Ort ist ab Mitte des Monats wieder gesichert. Nachdem im Mai der bisherige Laden dicht gemacht hatte, die einzige Einkaufsmöglichkeit des Finkenbachtals weit und breit, eröffnet Mareike Niesen an selber Stelle am 14. Oktober „Mareikes Backshop“. Dort gibt es aber nicht nur Gebackenes, sondern alles für den täglichen Bedarf, wofür die Finkenbacher seit ein paar Monaten zehn Kilometer nach Beerfelden oder Hirschhorn fahren mussten. Die Vorfreude auf die Eröffnung ist deshalb im Ort groß, denn Metzger oder Bäcker sind schon lange hier nicht mehr präsent.

Das Geschäft hat in Finkenbach eine große Tradition. Am 20. Februar 1868 war es von Marie Seip, der Urgroßmutter der jetzigen Besitzerin, eröffnet worden. In den vergangenen Jahren hatte es kurzfristige Intermezzi der Pächter gegeben. Mareike Niesen, die von ihrem Mann Christian unterstützt wird, „liegt die Nahversorgung im Ort sehr am Herzen“. Sie hatte bereits über den Sommer mit großen Erfolg den Schwimmbad-Kiosk gepachtet. Nächstes Jahr gibt es dort eine Fortsetzung der Zusammenarbeit.

„Verkaufen liegt mir im Blut“, betont die gelernte Fleischerei-Fachverkäuferin. Die nötige Einzelhandelserfahrung bringt sie in den Job mit. „Ich wollte mal wieder was Neues angehen“, sagt Niesen. Sie sieht den Laden optimal in der Synergie mit dem Schwimmbad-Kiosk. „Ich habe gerne mit Menschen zu tun.“ Es geht ihr nicht nur um die Einkaufsmöglichkeit. Vielmehr möchte sie ihren Shop zu einem Ortstreffpunkt machen, wo man auch gern mal für ein Schwätzchen bei einem Kaffee zusammenkommt. Deshalb gibt es in dem 120-Quadratmeter-Geschäft ein paar Stehtische zum Verweilen.

„Die Leute mussten samstags wegen ein paar Brötchen etliche Kilometer fahren“, sieht die 43-Jährige großen Bedarf. Auch für Zigaretten, Zeitungen, Getränke oder Haushaltswaren in kleinerem Umfang waren die Finkenbacher oft unterwegs. „Im Schwimmbad bin ich oft darauf angesprochen worden, ob nicht das eine oder andere vorrätig ist.“ Sie musste verneinen. Nicht mehr. „Der Bedarf ist da“, schätzt Niesen. Denn es gab viel Zuspruch aus dem Ort, als sie ihr Vorhaben ankündigte.

Eine „Frühstückstüte“ liegt Mareike Niesen als Neuerung besonders am Herzen. Die lässt sich individuell auf Vorbestellung zusammenfügen. Etwa mit belegtem Brötchen, Mürbs, Süßigkeit Getränk, Zeitung – egal ob sie jetzt für Kinder auf dem Schulweg oder für Handwerker auf dem Weg zur Arbeit gedacht sein soll. „Sie wird dann morgens frisch gerichtet und liegt zum Mitnehmen bereit.“

Wie schon im Schwimmbad-Kiosk geht es dem Ehepaar darum, möglichst viel regionale Waren anzubieten. Etwa von der Hofkäserei am Schlossberg Gammelsbach oder der Hüttenthaler Molkerei. Wurst und Fleisch gibt’s aus Beerfelden von der Metzgerei Sattler. Um die Brötchen kümmert sich Chefin selbst. Die werden im Lagerraum per Automat aufgebacken. Auf diese Weise ist Niesen flexibel und kann auf Nachfrage über den Lieferanten auch glutenfreie Backwaren anbieten.

Neben Heidelberger Partnerschaftskaffee sollen noch weitere Produkte aus Odenwald und Kurpfalz ins Sortiment. Die Inhaberin denkt unter anderem dabei an spezielle Stollen zu Weihnachten. Die „Standardware“ bietet sie aus dem „Gut und Günstig“-Programm von Edeka. Lokale Zeitungen finden sich natürlich ebenso im Regal wie überregionale Blätter. Bestimmte Illustrierte werden auf Bestellung angefordert und sind dann erhältlich.

Dies gilt ebenfalls für Lebensmittel. Ein Finkenbacher ließ bereits verlauten, dass er eine ganz bestimmte Sorte der Drei-Glocken-Nudeln haben möchte. Ihm wird geholfen. Ebenso den Bierkennern aus dem Ort, die gerne mal ein „Schlappeseppel“ aus dem Aschaffenburger Raum trinken. Das hat mittlerweile der Getränkehändler vorrätig. „Wir können gezielt auf Kundenwünsche eingehen“, hebt sie hervor. Pflegeprodukte, Briefmarken, Postkarten, Eis, Eier, Kuchen, Tabak, Brot, Kaffee to go oder Konserven gehören ebenso zum regulären Sortiment. Auch gelbe und graue Müllsäcke findet man im Laden.

Info: Die Eröffnungsfeier von „Mareikes Backshop“ in der Beerfeldener Straße 8, Finkenbach, ist am Samstag, 14. Oktober, ab 6 Uhr. Danach ist der Laden montags bis freitags von 5.30 bis 13 Uhr geöffnet, samstags von 6 bis 11 Uhr. Sonntag ist geschlossen. Infos und Bestellungen unter 0177-1651279.

 

Oktoberfest im Odenwald mit fetzigen Schlagern: Der FC Finkenbachtal lud ein

So voll wie dieses Jahr war’s noch nie beim Oktoberfest des FC Finkenbachtal: „Das Wetter spielt uns in die Hände“, freute sich FCF-Vorsitzender Gerd Brechenser über die randvolle Hermann-Wilhelm-Halle ganz in Weiß-Blau. „Wir haben schnell noch ein paar Bänke nachstellen müssen.“ Das Oktoberfest holt der Verein schon seit mehr als zehn Jahren in den Odenwald, um süffiges Bier und deftige Speisen aus dem Nachbar-Bundesland anzubieten und der Bevölkerung einen unterhaltsamen Nachmittag zu bieten.

Bei volkstümlich-schmissiger Unterhaltungsmusik durch die Feuerwehrkapelle Waldkatzenbach strömten die Besucher den ganzen Tag über in die gemütliche Halle. Brechenser freute sich, dass in der elften Auflage des Festes wieder zahlreiche Gäste aus dem Oberzent („aus der gesamten neuen Stadt“, wie er lachend meinte), aus dem Überwald und dem Neckartal den Weg ins Tal gefunden hatten und die Gastfreundschaft genossen. Mehrere hundert dürften es im Verlauf des Tages gewesen sein.

Genauso lange wie das Oktoberfest besteht, sind die Waldkatzenbacher mit ihren etwa 20 Musikern unter der Leitung von Gerd Prilipp und der Vorsitzenden Stefanie Schölch dabei. „Rosamunde“, „Du gehörst zu mir“, „Rot rot sind die Rosen“, „Vogelwiese“, „Aber bitte mit Sahne“ oder „Ich war noch niemals in New York“ hießen ein paar der Stimmungslieder und Schlager, mit denen die Kapelle vier Stunden lang bestens unterhielt. Lauthals mitsingende und mitklatschende Gäste in den Reihen sorgten für eine super Stimmung.

Für Brechenser ist der traditionelle Auftritt der Feuerwehrkapelle mit ein Erfolgsgeheimnis des Oktoberfests, zu dem jedes Jahr mehr Gäste begrüßt werden. „Wir haben immer viele treue Besucher“, hat sich laut dem Vorsitzenden die urige Atmosphäre weit übers Tal hinaus rumgesprochen. Auch bei der Deko gibt man sich viel Mühe. „Unsere Mitglieder haben die Halle wunderbar geschmückt“, freute sich der Vereinschef: jahreszeittypisch mit Kürbissen, Erika und Blumen.

Wie auch beim „Finki“ kann sich der FCF bei der Durchführung des zweitgrößten Vereinsfestes im Jahreslauf auf die Unterstützung aus dem Dorf verlassen. Die vielen Kuchen, gespendet nicht nur von Mitgliedern, sondern auch von Ortsbürgern, waren eine Pracht. Die Theke bog sich fast unter mindestens 20 leckeren Exemplaren. Aber sie waren genauso schnell verzehrt wie gebracht.

20 Helfer aus dem Verein sorgten den ganzen Tag über dafür, dass es den Besuchern an nichts fehlte. Außerdem wird vieles selbst zubereitet. Etwa die am Tag zuvor geschnippelten Radi oder das Rot- und Sauerkraut, das ebenfalls schon 24 Stunden zuvor vorbereitet wird. Die Maß Allgäuer Büble-Festbier für nur sechs Euro gegenüber fast 11 beim Münchner Original ist natürlich ein Wort und wurde gerne bestellt.

Aber auch sonst waren die Speisen nichts für den empfindlichen Magen, wenn Schweinhaxe mit Kraut und Knödeln, Weißwurst mit Brezn oder Fleischkäse mit Zwiebelsoße auf den Tisch kamen. Die Qualität des Essens hat sich jedenfalls herumgesprochen. Über die Mittagszeit waren in der Halle keine Sitzgelegenheiten mehr zu ergattern. Den ganzen Nachmittag über saßen die Gäste noch beisammen und ließen sich bestens von der Feuerwehrkapelle unterhalten.

Odenwälder Jugendfeuerwehren räumten beim Südhessenpokal in Offenbach ab

Große Erfolge der Jugendfeuerwehren aus dem Odenwaldkreis beim Südhessenpokal: Besonders die angehenden Brandschützer aus der Oberzent räumten bei der Veranstaltung kräftig ab und belegten reihenweise vordere Plätze. Die Dominanz machte sich besonders bei den gemischten Gruppen bemerkbar. Hier siegte Ober-Hainbrunn vor Rothenberg und Finkenbach. Der Südhessenpokal wird jährlich vom Verein Jugendfeuerwehr Megazeltlager Südhessen ausgerichtet. Dieses Mal fand er im Sportpark Rosenhöhe Offenbach statt.

Dabei treffen sich die jeweils bestplatzierten Mannschaften, die nicht am Landesentscheid teilnehmen. Sie kommen aus den Landkreisen Offenbach, Darmstadt-Dieburg, Groß-Gerau, Odenwald, Bergstraße und den kreisfreien Städten Darmstadt und Offenbach, um sich im Bundeswettbewerb der Deutschen Jugendfeuerwehr zu messen. Beim Bundeswettbewerb geht es zum einen darum, eine feuerwehrtechnische Übung nach Dienstvorschrift möglichst fehlerfrei zu absolvieren. Zum anderen muss ein Staffellauf mit feuerwehrtechnischen Hindernissen auf Zeit und fehlerfrei absolviert werden.

Durch die Jugendfeuerwehren der Stadt und des Kreises Offenbach wurden perfekte Rahmenbedingungen geschaffen. Auch der Wettergott meinte es wieder gut mit den 14 angetretenen Mannschaften. Die Jugendfeuerwehren zeigten in einem spannenden und fairen Wettbewerb hervorragende Leistungen. Nachmittags wurde im Beisein zahlreicher Ehrengäste die Siegerehrung durchgeführt. Unter anderem waren dabei: MdB Patricia Lips, der Erste Kreisbeigeordnete Oliver Grobeis und der stellvertretende Kreisbrandinspektor Rolf Scheuermann. Aus Odenwälder Sicht hat sich die Reise nach Offenbach sehr gelohnt. Sechs der acht Pokale nahm man mit in die Region.

Ergebnisse

Gemischte Gruppen: Ober-Hainbrunn (1410 Punkte), Rothenberg (1401), Finkenbach (1368), Wallerstädten (LK Groß-Gerau, 1351), Wald-Erlenbach (LK Bergstraße, 1349), Beerfelden (1328), Rembrücken (LK Offenbach, 983).

Gemischte Staffeln: Brombachtal (1387), Kortelshütte (1385), Hessenaue (LK Groß-Gerau, 1369,9), Breuberg/Hainstadt (1361,8), Allmendfeld (LK Groß-Gerau, 1360)

Mädchen-Gruppen: Beerfelden (1352)

Mädchen-Staffeln: Hergershausen (LK Darmstadt-Dieburg, 1288)

Gute Freibad-Bilanz in Finkenbach trotz verregnetem Finki

Beim Abschlussfest des Schwimmbads gab es einiges zu feiern. Die Saisonbilanz 2017 kann sich sehen lassen, meinte Armin Löffler vom Rothenberger Hauptamt. Zusammen mit dem Heimat- und Verkehrsverein Finkenbach (HVV) als Unterstützer und Mareike Niesen als neuer Kiosk-Pächterin lief es von Mitte Mai bis Anfang September sehr gut. Wäre nicht das Finki-Festival Mitte August total verregnet gewesen, hätte man noch ein paar hundert Besucher mehr begrüßen können.

Im Freibad helfen aber nicht nur die Vereinsmitglieder, sondern auch Rothenberger und Kortelshütter mit. Der HVV kümmert sich um die Badeaufsichten während der Saison. Anfang Juni, weiß Löffler, „war am meisten los“. Denn zu dieser Zeit herrschte eine zweiwöchige Schönwetterperiode. Die Sommerferien waren allerdings nicht so berauschend, da gab es nur wenige Tage am Stück schönes Wetter. Rund ums Finki präsentierte sich die Witterung sogar absolut verregnet.

Was aber auch zu einigen Erlebnissen führte, die man nicht so schnell vergisst. Da die Schwimmbad-Duschen gerne von den Festival-Gästen genutzt werden, die Lufttemperatur aber weit unter der des Wassers lag, warteten die Warmduscher lieber im Becken als draußen. „Die waren bis zur Nase im warmen Wasser. Wenn einer gerufen hat „Dusche frei“, ist der nächste reingesprintet“, erinnert sich Christian Niesen vom HVV lachend.

Die zwei Tage Finki bedeuten in Regel fürs Freibad so viele Besucher wie in einem ganzen Monat. Die fehlten natürlich etwas in der Bilanz. 2018 wird das Modell aber fortgesetzt, betonte Armin Löffler. „Wir wollen das Konzept in die neue gemeinsame Stadt Oberzent übertragen“, sagte er. Das Bad war aber nicht nur zum Schwimmen da. Gerade Senioren kamen gerne unter den Schirmen zum Stammtisch zusammen. „Da hat sich ein Ortstreffpunkt entwickelt“, freute sich der Verwaltungsmitarbeiter. „Der Ort hat gewonnen“, sagte er.

Die gute Resonanz lag aber auch an den beiden, die sich federführend ums Freibad kümmerten. „Mareike und Christian haben das sehr gut gemacht“, lobte Löffler. Viele Gäste kommen immer von auswärts. Gerade Hirschhorner zieht es gern ins Finkenbachtal. Wie bestellt lief in diesem Moment Jürgen Waibel zum Eingang. Er ist als „Ritter Friedrich“ Stadtführer in der Neckartal-Stadt. „Wir kamen schon früher sehr gerne nach Finkenbach“, meinte Waibel. Seitdem es „die beiden übernommen haben“, deutete er aufs Ehepaar Niesen, „macht das richtig Spaß hier zu sein“.

Die etwas andere Speisekarte sorgt für Andrang beim Weinfest der Finkenbacher Feuerwehr

Flammkuchen Hellas, Forelle mit Kartoffelsalat, Ofenkartoffel mit Kräuterquark  oder Kürbissuppe: Eher ungewöhnliche Gerichte bei einem Feuerwehrfest. Die Finkenbacher Brandschützer haben mit diesem Angebot aber sehr gute Erfahrungen gemacht. Nach dem etwas durchwachsenen Besuch im vergangenen Jahr brummte es dieses Mal rund um den Brunnen. Was wäre das Weinfest ohne Wein: Verschiedene Tropfen vom Weingut Diehl aus Rheinhessen fanden zahlreiche Abnehmer. Eine Hüpfburg sorgte für Unterhaltung der Kinder. Das gerade am Vortag auf Vordermann gebrachte Schachfeld war bereits wieder in Funktion.

Verschiedene Flammkuchen und gute Weine sind das Erfolgsrezept des Festes, das die Feuerwehr im Jahr 2010 neu aufleben ließ. Der Park gleich neben der Brücke in der Nähe des Feuerwehrhauses bot sich dafür an. Den dortigen Brunnen „gibt’s schon seit über 20 Jahren, aber bisher wurde er noch nicht als Festkulisse genutzt“, weiß Vereinsvorsitzender Jens Schindler. Von der Bevölkerung wird das Weinfest sehr gut angenommen, ist es doch eine schöne Alternative zur traditionellen Kerwe. Aus Finkenbach selbst kommen deshalb auch die meisten Gäste.

An die 40 Helfer hat die Feuerwehr den Tag über fürs Wohl der Besucher im Einsatz, zählte Matthias Heiß. Die laben sich gerne an den frisch belegten und vor Ort im Ofen gebackenen Flammkuchen. Als Spezialität gab’s diesmal unter den fünf Sorten eine Bärlauch-Auflage und den „Lachs im Lauchmeer“. Natürlich die süße Variante nicht zu vergessen. Thomas Frisch und Fabian Sauter wechselten sich bei der Schweiß treibenden Arbeit ab. Der Klassiker, der elsässische Flammkuchen, läuft aber immer noch am besten. Die Jugendfeuerwehr verdiente sich etwas fürs Zeltlager dazu und bot frische Waffeln an.

Beim Fisch setzen die Wehrleute auf Regionalität. Die Forelle stammt aus der Teichanlage Finkenbachtal von Matthias Bartmann. Am Tag vorher frisch gefangen, legte sie Bartmann eine Nacht in Salz ein, ehe sie dann auf den Teller kamen. 35 Stück waren geordert worden. Kein Vergleich aber zum Flammkuchen, von dem etwa 250 Stück an diesem Tag weggehen.

Mehrere hunderte Besucher dürften es in diesem Jahr gewesen sein, freute sich Schindler. Deutlich mehr als 2016. Dazu trugen auch die Feuerwehren aus Langenthal, Kortelshütte und Ober-Hainbrunn bei. Der gemischte Chor kam am Mittag für ein paar Lieder vorbei und unterhielt die Gäste prächtig. Die Mannen des FC Finkenbachtal hatten reichlich Durst nach dem Frust der 3:2-Niederlage in Bad König-Zell mitgebracht.

Bei den Getränken war natürlich der Fest-namensgebende Wein ein Muss. Die Weinprobe „wurde extrem gut angenommen“, so Heiß. Vier weiße und vier rote Tropfen standen zur Auswahl, dazu noch zwei Roséweine. Verkaufsschlager war die „Sommer Sinfonie“, ein lieblicher Weißwein. „Der schmeckt selbst mir, obwohl ich keine süßen Tropfen mag“, schmunzelte Heiß.

Finkenbacher spuckten für ihren Ort in die Hände

Für ihren Ort spucken sie gern in die Hände: Über 20 Finkenbacher (und zugereiste Rothenberger) nahmen am Freiwilligentag im Odenwaldkreis Besen, Schippe, Schaufel, Schubkarren und Laubbläser in die Hand, um ihr Dorf etwas aufzuhübschen. Multifunktions- und Beachvolleyball-Feld sowie die Parkanlage am Feuerwehrhaus standen dabei im Fokus. Auf der Höhe, in Rothenberg-Ort, wurden die Lücken im Baumwipfelpfad geschlossen.

Drei Anhänger voll mit Laub, Grünschnitt und gewucherten Pflanzen holten die Feuerwehrleute rund um ihr Gerätehaus aus der Landschaft. 13 Brandschützer und vier zusätzliche Freiwillige gingen hier zu Werk. Der Brunnen, an dem einen Tag später das Weinfest stattfand, wurde gründlich sauber gemacht, sagte Vereinsvorsitzender Jens Schindler. Außerdem nahm man sich die komplette Parkanlage vor.

Das Schachbrett, am kommenden Tag wieder im Einsatz, wurde ebenfalls auf Hochglanz gebracht. Dazu noch Barfußpfad und Tretbecken von Unrat beseitigt. Zwischen der Parkanlage und dem Feuerwehrhaus hatte sich außerdem viel Wildwuchs angesammelt, dem man zu Leibe rückte. Der Finkenbach war an dieser Stelle fast nicht mehr zu sehen, so stark war das Gewässer bereits zugewuchert. Nun plätschert der aus der Hinterbach kommende wieder fröhlich ins Tal.

Schindler freute sich, dass die Gemeinde der Feuerwehr zwei Anhänger zur Verfügung stellt, deren Inhalt dann auch von ihr entsorgt wird. Insgesamt, schätzten die Floriansjünger, dürften an diesem Tag etwa 20 Kubikmeter Grünschnitt zusammen gekommen sein. Die mittägliche Stärkung mit Schnitzel und Pommes hatten sich die Helfer somit mehr als verdient.

An der nahmen auch die anderen Freiwilligen teil, die jenseits der Straße ihr Werk verrichteten. Das vor etwa 20 Jahren angelegte Beachvolleyball-Feld über dem Bach war in der vergangenen Zeit von allen Seiten her stark zugewuchert. Die Mannen und eine Frau mit Walter Braner an der Spitze entfernten das Wurzelwerk und das ins Feld hinein gewachsene Gras. „Bis zu einem Meter weit hatte sich das schon vorgeschafft“, meinte Braner. Vor ein paar Jahren hatte man diese Aktion schon einmal durchgeführt.

Am Multifunktionsfeld, direkt neben dem Schwimmbad gelegen, hatten sich ein paar Bretter der Umrandung in der letzten Zeit verabschiedet. Sie wurden entfernt und durch neue ersetzt. Auch in dieses Feld hatte sich viel Gras vorgeschafft. Die Helfer aus dem Ort entfernten es in langwieriger Kleinarbeit, sodass das Gelände nun wieder in neuem Glanz erstrahlt.

„Die Anregung kam im vergangenen Jahr auf, doch auch etwas in Finkenbach zu machen“, erläuterte Braner. Im Gemeindevorstand überlegte man sich, was in Frage kommen könnte. Der Bauhof steuerte den benötigten Sand fürs Beachvolleyball-Feld und die Hölzer für die Umrandung bei, die Werkzeuge brachten die Freiwilligen selbst mit. Die kümmerten sich auch um die Entsorgung.