Eine eigene Postleitzahl für 25 Bürger: Unter-Hainbrunn behält die Rothenberger 64757

Wird es die Postleitzahl 64757 für Gesamt-Rothenberg nach der Oberzent-Fusion nicht mehr geben? Die Antwort klingt ein wenig wie Radio Eriwan: „Im Prinzip ja, aber.“ Denn für Ober-Hainbrunn, das ja zu Rothenberg im Odenwaldkreis gehört, gilt wie für alle anderen Ortsteile ab dem 1. Januar 2018 die neue PLZ 64760. Doch die 64757 überlebt, wenn auch in kleinem Rahmen: im direkt angrenzenden Unter-Hainbrunn, das zum benachbarten Hirschhorn und damit zum Kreis Bergstraße gehört. Es war bisher postalisch und telefonisch dem „Ober“-Nachbarn angeschlossen.

Damit dürfte der aus drei Höfen und sechs Häusern bestehende Stadtteil, der kleinste der „Perle des Neckartals“, wohl auch der kleinste Ort in Deutschland mit eigener Postleitzahl sein. Zumindest ist Unter-Hainbrunn das kleinste Dorf Hessens. Denn es leben gerade mal 25 Leute hier. Wie Hirschhorns Bürgermeister Oliver Berthold sagte, sei er im Rahmen seiner Stadtteilgespräche darauf angesprochen worden, was denn mit PLZ und Telefonvorwahl in Unter-Hainbrunn passiere, wenn das benachbarte Ober-Hainbrunn in der Oberzent-Stadt aufgehe.

Nach Abklärung mit Fusions-Projektleiter Christian Kehrer stellte sich heraus, dass alles beim Alten bleiben kann. Telekom und Post äußerten sich laut Berthold positiv zur Beibehaltung. Neben der Postleitzahl besteht auch die Telefonvorwahl 06275 weiter, die ebenso an den Hauptort Rothenberg angegliedert ist. Diese wird aber dort ebenso weiter bestehen. Der Nachbarort Finkenbach wiederum hat die Beerfeldener 06068.

„Hirschhorn bleibt damit eine Stadt mit drei PLZ und drei Telefonvorwahlen“, meinte Berthold schmunzelnd. Denn der Stadtteil Igelsbach ist in beiden Punkten dem badischen Eberbach mit der 69412 und der 06271 angegliedert, während sich die Kernstadt wiederum beides mit dem badischen Heddesbach teilt (69434 und 06272). Was mitunter zu einigen Verwirrungen führt.

Rothenbergs Bürgermeister Hans Heinz Keursten zeigte sich überrascht vom Postleitzahlen-Alleingang des kleinen Odenwälder Nachbar-Dorfs. „Ich dachte, es wird mit der 64760 die gleiche wie bei der Oberzent-Stadt sein“, meinte er. Das Kuriosum erhält einen kleinen Beigeschmack dadurch, dass es im Höhendorf und auch in Beerfelden im Vorfeld der Fusionsgespräche immer wieder Anfragen gegeben hatte, ob man nicht für alle vier Orte die alten PLZ beibehalten könne. Mit Blick auf den gewünschten Neustart war aber eine neue, einheitliche Postkennung festgeschrieben worden.

Der früheste erhalten gebliebene urkundliche Nachweis belegt das Bestehen des Ortes Himbrunne seit dem Jahr 1390. Die Namensform Undernheimbronn ist seit 1560 nachgewiesen. Andere Namen sind Hunbrunne, Hunbrunn, Hunebronne, Hunbrune und Himbrun. Die Siedlung wurde auch als Haimbronner Höfe bezeichnet und gehörte zum Amt Hirschhorn, das 1803 infolge des Reichsdeputationshauptschlusses von Kurmainz zu Hessen kam. In der Statistik des Großherzogtums Hessen wird der Ort 1863 als Höfe von Hirschhorn mit acht Häusern und 53 Einwohnern geführt.

Versammlung des SV Ober-Hainbrunn: Die Narrhalla boomt wie nie zuvor

„Der SV leibt und lebt“, freute sich Vorsitzender Frank Flachs auf der Mitgliederversammlung. Die Bereitschaft zur Mithilfe im Verein sei gerade bei den Jüngeren „auf dem besten Weg“. Jedoch nehmen seinen Worten zufolge die Anforderungen im Fastnachtsbereich stetig zu. Nur mit einem starken SV könne man die Sporthalle als „quasi Dorfgemeinschaftshaus“ unterhalten – „indem wir bestimmen, wo es lang geht, wenn Feiern sind“. Ohne die Veranstaltungen zu Fasching und 1. Mai wäre auf der Landkarte des Rothenberger Ortsteils schnell ein grauer Fleck, „wo es jetzt viele bunte Tupfer gibt“.

Wie Flachs erläuterte, führte man erstmals seit längere Zeit das bekannte Maifest durch. „Es zahlte sich aus, die Nerven zu behalten“, denn das Wetter war auf SV-Seite, während es anderswo Absagen gab. Die Gäste strömten. Da es auch für den Ober-Hainbrunner Gesangverein immer schwieriger wird, genug Personal zu finden, soll das Fest nun im Wechsel zwischen den beiden Vereinen ausgerichtet werde. Der Vorsitzende wies weiter auf die stimmungsvolle Weihnachtsfeier der Ortsvereine hin. Die Zusammenarbeit untereinander „macht den Ort ein Stück lebens- und liebenswerter“.

Flachs hob hervor, dass bei der Fastnachtsabteilung ein ungebrochener Zulauf auch aus anderen Vereinen zu verzeichnen sei. „Die Narrhalla boomt wie nie zuvor.“ Es gebe eine „gigantische Hilfsbereitschaft“, die Herausforderung Fastnacht zu stemmen. Unter der Leitung von Christa Friedrich „floriert und pulsiert“ das Sportleben bei der Damengymnastik, sagte er. Die Altersstruktur bei den Tischtennisspielern stimmt ihn etwas nachdenklich.

Für die Narrhalla wies Diana Kasper auf die Jubiläumskampagne „33 Jahre Bleedsinn und Ferz“ im vergangenen Jahr hin. Die Piraten-Party nach dem Rosenmontagsumzug war ein voller Erfolg. Die neu konzipierte Sitzungseröffnung im Spätjahr mit Vorstellung der Sitzungspräsidenten, des Ordens, der Kampagne und des Funkenmariechens war eine echte Bereicherung. Ende 2016 zählte die Narrhalla vier Tanzgarden, fünf Showtanzgruppen, ein Funkenmariechen sowie das Tanzquartett. Dazu noch zwei Musikgruppen und vier Büttenredner. „Mit großem Eifer laufen die Vorbereitungen für die anstehende Kampagne“, sagte sie.

Für die Tischtennisabteilung bedauerte Bernd Diemer, dass die dritte Herrenmannschaft zu oft Spiele abgesagt hatte und deshalb vom weiteren Verlauf der Rückrunde ausgeschlossen wurde. Generell gestaltete sich die Saison schwierig, da durch etliche fehlende Stammspieler immer mit Ersatzakteuren angetreten werden musste.

Die ersten Herren belegten in der Bezirksliga den neunten Platz. Mit Kontakten konnte man den Indonesier Habibie Wahid als Ersatz gewinnen und so „durch seine herausragende Leistung“ den Abstieg verhindern. Die zweite Herrenmannschaft holte in der ersten Kreisklasse den Titel und stieg in die Kreisliga auf. Leider werde die Trainingsbeteiligung der aktiven Spieler geringer, sagte er. „Wir können nur hoffen, dass sich dies in Zukunft wieder bessert.“

Eine schöne Aufwärtsentwicklung erfuhren die 2015 als neue Abteilung aufgenommenen Dartfreunde. Abteilungsleiter Uwe Kölbl blickte auf die Hainbrunn-Open mit „Maximiser“ Max Hopp zurück. Nach dem Beginn eines regelmäßigen Trainingsbetriebs waren die Dartcracks auch mit großem Erfolg bei auswärtigen Turnieren vertreten. Schmunzelnd erwähnte er das Antreten von Frank Flachs bei den „Egypt Open“ in Hurghada.

Ein weiteres Highlight war das zweite Turnier Ende 2016, zu dem man 42 Interessierte begrüßte. Das zeigte laut Kölbl, dass sich die Hainbrunner in der kurzen Zeit ihres Bestehens schon in der näheren und weiteren Umgebung einen guten Namen gemacht hatte. Neuzugänge ließen sich ebenfalls verzeichnen, sodass im Schnitt donnerstags immer zehn Spieler pfeilschnell bei der Sache sind. Diese Kontinuität „macht schon ein wenig stolz“, da alles aus einen Versuch heraus entstanden sei.

Bei Regen kommen mehr statt weniger Gäste: MGV Ober-Hainbrunn mit gelungenem Maifest

Wohl dem Verein, der am verregneten 1. Mai außer Bierbankgarnituren im Freien eine trockene und beheizte Unterkunft bieten konnte. „Wir hatten nicht weniger Gäste als sonst. Im Gegenteil, es waren sogar mehr“, freute sich der MGV-Vorsitzende Wilfried Friedrich in der proppenvollen Sporthalle. Am Tag vorher war im Verein noch die Diskussion aufgekommen, ob man aufgrund der schlechten Vorhersagen weniger Essen als sonst bestellen sollte. „Nein, mehr“, sagte Friedrich – und hatte Recht.

Denn aufgrund seiner Erfahrungen aus den Vorjahren kommen bei Regenwetter mehr Gäste von außerhalb, die dann nicht auf die kalten und nassen Maifeste vor Ort gehen, sondern die geheizte SV-Halle und das gute dortige Essen zu schätzen wissen. Ober-Hainbrunner und Finkenbacher sind sowieso immer da, dieses Mal konnte Friedrich auch Gäste unter anderem aus Brombach, Eberbach, Sensbachtal, Hirschhorn und Falken-Gesäß begrüßen.

„Unsere 200 Plätze waren am Nachmittag fast durchgehend belegt“, sagte er. Es gab sogar 70 Vorreservierungen. Die Besucher wissen die etwas ausgefalleneren Speisen und deren gute Qualität zu würdigen. Holzfäller-Spießbraten, Western Spareribs mit einer besonderen Würzung und Grillsteak mit Zwiebelsoße heißen die Gerichte abseits von Pommes und Bratwurst. Dazu biegt sich die Theke nachmittags unter dem Kuchenangebot.

Seit vergangenem Jahr richtet der MGV das Maifest im Wechsel mit dem Sportverein aus. Der hatte die Tradition vor langen Jahren begründet und dazu auch Sportgrößen eingeladen. Nach einer zwischenzeitlichen Pause war dann der MGV bei der Neuauflage als Veranstalter eingestiegen. Bis man sich 2016 darauf einigte, in Zukunft Hand in Hand zu arbeiten. „Die Jugend will am 1. Mai nicht jedes Jahr gebremst sein“, schmunzelte Friedrich. Obwohl viele sowieso in beiden Vereinen Mitglied sind und es dann egal ist, wer gerade das Fest organisiert.

Der komplette MGV war an diesem Tag mit etwa 30 Ehrenamtlichen um das Wohl der Gäste besorgt. Draußen glühten unter dem Vordach die verschiedenen Grills vor sich hin, während es von oben leise tröpfelte. Bereits kurz nach dem Mittag wurden schon die letzten Spareribs serviert: für den MGV wieder ein schöner Erfolg. „Unsere Philosophie, hochwertiges Essen zu vernünftigen Preisen anzubieten, hat sich wieder bewährt“, strahlte Friedrich.

MGV-Grillfest am 1. Mai in Ober-Hainbrunn

 

Am 1. Mai findet in Ober-Hainbrunn wieder das beliebte Grillfest nach guter, alter Tradition für alle Maiwanderer, Biker und die ganze Familie statt. Der MGV Liederkranz serviert ab 11 Uhr an der Sporthalle den beliebten Hainbrunner Spießbraten und weitere leckere Spezialitäten vom großen Buchenholzgrill. Während sich die Eltern gerne auch bei Kaffee und Kuchen gemütlich zurücklehnen können, haben die Kinder rund um den Festplatz viel Platz zum Toben und Spielen. Zum Beispiel auf dem Fußballfeld oder dem angrenzenden Spielplatz. Auch bei Regen bietet die nahe Sporthalle das passende Ambiente für schöne Stunden am 1. Mai in Ober-Hainbrunn.

 

 

Landesstraße zwischen Hirschhorn und Hainbrunn wird wieder voll gesperrt

Am Dienstag, 2. Mai, beginnt Hessen Mobil mit den Bauarbeiten zur Herstellung eines Steinfangnetzes im Zuge der Landesstraße L 3119 zwischen Hirschhorn und Unter-Hainbrunn. Für die Durchführung ist laut Mitteilung eine Vollsperrung der Landesstraße im Bereich der Baustelle bis voraussichtlich Freitag, 5. Mai, erforderlich. Die weiteren Bauarbeiten können unter halbseitiger Sperrung mit Baustellenampel abgewickelt werden und sollen bis voraussichtlich Mittwoch, 10. Mai, andauern.

Während der Vollsperrung führt die ausgeschilderte Umleitung ab dem Brombacher Tal (Einmündung K 35) über die L 3410 über Rothenberg nach Beerfelden und umgekehrt.
Im Rahmen der Baumaßnahme werden auf einem rund 600 Meter langen Streckenabschnitt teilweise Steinfangnetze in der Straßenböschung befestigt. Die Arbeiten sind Teil der Böschungssicherungsmaßnahme, bei der bereits im vergangenen Jahr ein Steinfangzaun entlang der Landesstraße errichtet wurde.

Die Sicherungsmaßnahmen sind laut Hessen Mobil notwendig, da das Sandgestein der Straßenböschung große Zerklüftungen aufweist, die teilweise nur durch vorhandenen starken Bewuchs gehalten werden. Zudem steigt der Hang teilweise bis zu 80 Grad auf. Die Gefahr besteht, dass Steine auf die Fahrbahn fallen können. Diese Gefahr wird durch starke Rotwildwanderungen im betreffenden Gebiet verstärkt, das zusätzlich Steine lostreten kann.
Die Kosten belaufen sich auf rund 140.000 Euro.

Chöre aus dem Sängerkreis Neckartal treffen sich am 1. April zum Wertungssingen in Schönmattenwag

Das Kreiswertungssingen und der Liedergesellschaftsabend des Sängerkreises Neckartal finden am Samstag, 1. April, um 19 Uhr im Haus des Gastes statt. Ausrichter ist der MGV Sängerbund Unter-Schönmattenwag. Der Eintritt ist frei. Die Bevölkerung ist herzlich eingeladen, sich ein Bild vom vielfältigen Können der angeschlossenen Sängerkreis-Vereine zu verschaffen.

Teilnehmende Chöre sind: Cantante Cintura Kids sowie Frauen- und Männerchor des Gastgebers, MGV Eintracht Liederkranz Sensbachtal, Chorgemeinschaft Rothenberg/Kortelshütte, MGV Liederkranz Ober-Hainbrunn, Frauen- und Gemischter Chor Eintracht Falken-Gesäß, Sängerkranz aus Schöllenbach, gemischter Chor Finkenbach und Liederkranz Gammelsbach. Weiterhin gibt es an diesem Abend Ehrungen durch den Sängerkreis.

Den Mitglieds-Chören soll mit dem Wertungssingen die Möglichkeit eines objektiven Feedbacks der eigenen musikalischen Leistung angeboten werden. Sie erhalten damit in ungezwungener Atmosphäre eine leistungsorientierte Rückmeldung zur Vorbereitung ihrer eigenen Wettbewerbsbesuche durch einen ausgewiesenen Fachmann der Chorszene und auch Hinweise zu Verbesserungsmöglichkeiten.

Fürs Programm sind ausschließlich A-cappella-Werke zugelassen. Jeder Chor trägt drei Stücke freier Wahl vor. Auf eine stilistische und musikalische Vielfalt sollte Wert gelegt werden, heißt es in der Vorgabe. Werke aus dem Bereich Spiritual/Gospel/Pop sind ebenfalls zugelassen. Die einzelnen Stücke können auch in einer abweichenden Tonart vorgetragen werden.

Die teilnehmenden Chöre des Orientierungssingens erhalten nach ihrem Auftritt durch den Juror eine fachlich fundierte und konstruktive Beurteilung. Ziel ist es, Verbesserungspotential aufzuzeigen und den Leistungsstand festzustellen. Im Anschluss steht der Berater den Chören auch für weitere Fragen zur Verfügung. Außerdem gibt es eine Bewertung nach den Richtlinien des „Deutschen Chorwettbewerb“

Juror des Sängerkreis-Orientierungs-/Wertungssingens ist Matthias Schmitt. Er studierte Musikwissenschaft, Musikpädagogik und Chorleitung an der Goethe-Universität Frankfurt, an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt und an der Hochschule für Musik in Würzburg. Schmitt ist Dirigent mehrerer Chöre und Ensembles in Freigericht (Main-Kinzig-Kreis) und in angrenzenden Regionen. Er nimmt regelmäßig erfolgreich an nationalen Chorwettbewerben teil und wurde zuletzt Preisträger beim ersten deutschen Männerchorfestival in Limburg.

International konnte er mit seinem Männerkammerchor „DelicaTon“ einige Erfolge erzielen, zum Beispiel Sonderpreisträger beim International Choral Festival in Cork 2016 (Irland), er ist Gewinner zweier Goldmedaillen bei den World Choir Games in Riga 2014 (Lettland), Grand Prix Gewinner in Llangollen 2012 (Wales) und Dirigentenpreisträger beim Johannes Brahms-Wettbewerb in Wernigerode 2011. Teilnahmen an Wettbewerben und Festivals führten ihn zudem nach Estland, Norwegen, Österreich, England und Südkorea. Hauptberuflich arbeitet Schmitt als Kulturbeauftragter im Main-Kinzig-Kreis.

Vorstellung des Oberzent-Grenzänderungsvertrags in der Ober-Hainbrunner Sporthalle: Die Namensdiskussion kann keiner mehr hören

Als der erste das Wort „neuer Stadtname“ in den Mund nimmt, geht bei der Rothenberger Bürgerversammlung zuerst ein Raunen durch die Menge, gefolgt von deutlichen Unmutsäußerungen. Die 175 Besucher in der Ober-Hainbrunner Sporthalle wollten in der überdeutlichen Mehrheit das Thema einfach nicht mehr hören. Stattdessen ging es bei der Vorstellung des Grenzänderungsvertrags eher um die Ärzteversorgung in der Oberzent und um die weitere Zeitschiene.

Unter der Leitung des Gemeindevertreter-Vorsitzenden Dr. Horst Schwinn stellten Kommunalberater Thomas Fiedler und KSO-Fusionsprojektleiter Christian Kehrer nach Sensbachtal und Beerfelden zum dritten Mal die wichtigsten Bestandteile des Grenzänderungsvertrags vor. Fiedler machte deutlich, dass diese „noch nicht in Stein gemeißelt ist“. Bis zum 16. März könnten die Bürger beim Kommunalservice Oberzent noch Eingaben machen, sei es zum Namen oder zu anderen Inhalten.

Allerdings, so Fiedler, müssten bestimmte Punkte auch rechtlichen Erfordernissen Rechnung tragen. Und es gelte die Zeitschiene nicht zu vergessen, damit die Fusion wie im letztjährigen Bürgerentscheid beschlossen am 1. Januar 2018 über die Bühne gehen könne. Er erläuterte, dass es über den Grenzänderungsvertrag oder den neuen Namen „keinen Bürgerentscheid geben wird“. Denn die Thematik sei viel zu diffizil, „um sie nur mit Ja oder Nein zu beantworten“. Wer dagegen sei, müsse den Weg über ein Bürgerbegehren gehen.

Was denn passiert, „wenn in einer Gemeinde mangels Mehrheit der Jahresabschluss 2017 nicht verabschiedet wird“, wollte der Beerfelder Andreas Krauch wissen. „Nichts“, entgegnete Fiedler. Denn das positive Votum sei reine Kosmetik. Eine Ablehnung rein aus politischen Gründen habe keine Auswirkungen. Sollten sich Anhaltspunkte für Fehler ergeben, dann schalte sich sowieso die Kommunalaufsicht ein.

Frank Flachs sprach die Ärzteversorgung an. Ein Walldorfer Ärztehaus wie in der Präsentation als Beispiel zu nehmen, betrachtete er als „ambitioniert“, weil die SAP-Stadt ungleich mehr Geld habe. Er stelle es sich schwierig vor, in einem ehemaligen Bürogebäude in Beerfelden Ärzte ansiedeln zu wollen, meinte Flachs. „Wir streben eine Übergangslösung an, damit ein Anfang gemacht ist“, sagte Christian Kehrer. Man wolle sich darum kümmern, junge Allgemeinmediziner und Fachärzte in die Region zu bekommen. „Nichts zu tun ist auch keine Option“, meinte er unter dem Beifall der Bürger.

Krauch war es danach, der nochmal den kommenden Stadtnamen ansprach. Fiedler entgegnete, dass die „Geschäftsgrundlage“ beim Bürgerentscheid im vergangenen Jahr gewesen sei, dass ein neuer Name anstatt der vier bestehenden her solle. „Niemand ist von Oberzent absolut begeistert“, sagte er. Aber die mittelalterliche Bezeichnung des Gerichtsbezirks sah er als „am kompromissfähigsten“ an. Daneben sei der Begriff „Oberzent“ durch den Fusionsprozess schon zu Bekanntheit gelangt.

Aus der Bürgerrunde kam noch einmal der Vorschlag „Freienstein“, weil die Fusion der vier Orte „eine freie Entscheidung“ gewesen sei. Auch dieser Vorschlag werde Bestandteil der Anhörung sein, der seitens des Fusionsarbeitskreises Ende März anstehe. Danach befassen sich laut Fiedler noch einmal die Kommunalparlamente mit dem Thema. Dort könnten auch Anträge zu anderen Namen kommen. Allerdings „wird es problematisch, wenn es unterschiedliche Meinungen dazu in den vier Kommunen gibt“. Denn alle müssten sich auf eine Bezeichnung einigen.

Ins Gespräch kam noch einmal die Beibehaltung der alten Postleitzahlen. Gerd Menges brachte sie ins Spiel, um das große Gebiet besser zu strukturieren. Theoretisch möglich, sagte Fiedler, man habe aber eine einheitliche vorgeschlagen, um den Neuanfang auch hier zu dokumentieren. Selbst wenn man sie beibehalte, betonte er, „befreit das nicht davon, die Straßennamen zu vereinheitlichen“. Christian Kehrer ergänzte, dass die Bestrebungen dahin gingen, dass bei Eingabe des Namens „Oberzent“ ins Navi ein sinnvoller zentraler Punkt angezeigt werde.

Insgesamt, bilanzierte Gemeindevertreter-Vorsitzender Horst Schwinn zum Schluss der nur halbstündigen Diskussionsrunde unter dem Beifall der Besucher, „wird der Grenzänderungsänderungsvertrag im Großen und Ganzen angenommen“. Nach der Sitzung des Arbeitskreises im Laufe des März stehe Anfang Mai die Verabschiedung des Vertrags durch die vier Kommunalparlamente an. Dann stehe der Fusion am 1. Januar 2018 nichts mehr im Wege.

Info: Die Bürger von Beerfelden, Hesseneck, Rothenberg und Sensbachtal haben im Rahmen der Anhörung die Möglichkeit, Namensvorschläge für die neue Stadt sowie Stellungnahmen zum Grenzänderungsvertrag bis zum 16. März, 18 Uhr, beim gemeinsamen Zweckverband Kommunalservice Oberzent, Projektleitung, z. Hd. Herrn Christian Kehrer, Hauptstraße 32, 64759 Sensbachtal, einzureichen.