Das Neckartal ist demnächst nur noch auf Umwegen zu erreichen

Das Neckartal ist von der Höhe aus demnächst nur noch mit Einschränkungen zu erreichen. Denn Ende Juni startet die Fahrbahnerneuerung auf der Landstraße 3410 zwischen Kortelshütte und Hirschhorn (Brombacher Wasser) auf etwa dreieinhalb Kilometern. Sie soll dann bis August andauern, erhielten die Ortsbeiräte als Info auf der vergangenen Sitzung. Die offizielle Umleitung erfolgt über Beerfelden. Zusätzlich werden die Strecken zwischen Rothenberg und Ober-Hainbrunn sowie Finkenbach während dieser Zeit als Einbahnstraßen ausgewiesen werden.

„Hier sollte von der Stadt beachtet werden, ab wo die Einbahnstraßenregelung gilt“, so der Wunsch der Mandatsträger. Ihr Vorschlag lautete Richtung Finkenbach ab Beginn des Waldes, Richtung Ober-Hainbrunn ab dem Weg zum Friedhof. Zusätzlich sollten die Straßen, vor allem in Richtung Hainbrunn, auf Straßenschäden überprüft und durch den Bauhof mit Kaltasphalt ausgebessert werden. Denn diese Strecke hat etliche Schlaglöcher.

Einige Rothenberger fahren morgens mit dem Bus nach Hirschhorn und müssen dort die S-Bahn erreichen. Deshalb wurde der Wunsch an die Stadt herangetragen, über die OREG abzuklären, ob dies gewährleistet werden kann und wann die Busse während der Bauzeit fahren.

Zusätzlich zur Hundetoilette in der Verlängerung des Stichwegs Höhenstraße sollen noch drei weitere aufgestellt werden, so die Mittelung: am Sportplatz Rothenberg, auf dem Weg Richtung Schomen (an der „Doppeleiche“) und an der Schutzhütte bei den „Lehmlöchern“. Von einem Zuhörer kam die Anregung, größere Müllbeutel zu deponieren. Denn mit den sehr kleinen bestünden doch Probleme, diese anschließend zu verknoten. Vorreiter in Hinsicht XXL-Tüten ist Beerfelden.

Der Ortsbeirat hatte bereits angeregt, ob von Mai bis September zusätzliche Termine für die Grünschnittannahme im Bauhof Rothenberg möglich sind. Derzeit ist diese jeden zweiten Samstag im Monat möglich. Da die Bauhofmitarbeiter einmal in der Woche bis 16.30 Uhr arbeiten, wurde nachgefragt, eventuell an diesem Tag von 16 bis 16.30 Uhr in den Sommermonaten Grünschnitt anzunehmen. Bürgermeister Christian Kehrer will prüfen, ob dies machbar ist.

Über das Regionalbudget der Interessengemeinschaft Odenwald (IGO) können Projekte in der Gemeinde bezuschusst werden, lautete eine weitere Information. Der MGV Rothenberg versucht eine Schrankwand mit abschließbaren Kühlschränken für den Mannschaftsraum in der Sporthalle mitfinanziert zu bekommen. Diese Kühlschränke könnten dann von verschiedenen Vereinen benutzt werden.

Über den Ortsbeirat wurde bereits in einer vergangenen Sitzung angeregt, am Metzkeil in Rothenberg einen Stromanschluss zu installieren. Den könnten die Vereine für Festivitäten wie etwa am Rad- und Inlinertag nutzen. Eine neue Standsäule kostet etwa 3000 Euro, wurde nun berichtet. Weiterhin sind jährliche Zählerkosten von etwa 100 Euro fällig. Es soll jetzt geprüft werden, ob der in der Nähe liegende Anschluss der Kirchenbeleuchtung genutzt werden kann.

Stadtbaumeister Peter Bauer kümmert um die Planausarbeitung für den zusätzlichen Unterstand auf dem Friedhof. Im Ortsbeirat soll dann der ausgearbeitete Vorschlag vorgestellt werden. Der Blumenschmuck, jedes Jahr auf öffentlichen Bereichen gepflanzt, wird auch weiterhin von der Stadt bezahlt, hieß es. Er fällt nicht in das jährliche Budget des Ortsbeirats von 1900 Euro. Farben, die der Verkehrs- und Verschönerungsverein zur Pflege der Parkbänke benötigt, können über die Stadt abgerechnet werden.

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Wissenswertes über Rothenbergs Alte Pumpe

Das wechselhafte Wetter ließ dieses Mal nicht so viele Ausflügler die Odenwald-Strecke nehmen. Beim Mühlentag am Pfingstmontag machten sich weniger Besucher als im vergangenen Jahr auf zum Industriedenkmal „Alte Pumpe“ an der Landesstraße zwischen Kortelshütte und Rothenberg. 2018 herrschte auch wirklich eine hervorragende Witterung, die den Aktiven vom Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVR) einen neuen Rekord bescherte. Zwei Mal im Jahr öffnet der VVR die Hütte für die Öffentlichkeit.

„Mich fasziniert, was vor über 100 Jahren technisch schon möglich war“, sagt VVR-Vorsitzender Thomas Wilcke. Das Bauwerk hat für ihn „einen ganz besonderen Wert“, da es heutzutage in seiner Art einzigartig und Relikt einer vergangenen Zeit ist. Damals wurde viel Geld für die Herstellung des Wassernetzes in die Hand genommen, erzählt er.

Dass Rothenberg aufgrund der herrschenden Not an fließendem Nass nicht irgendwann abfackelte, „war reine Glückssache“, blickt Wilcke zurück. Deshalb legte sogar die Brandversicherung Ende des 19. Jahrhunderts noch etwas drauf, als es um die Leitungsverlegung ging. Unter der Bevölkerung gab es eine Umfrage, ob man sich für eine Summe X an das Netz anschließen wolle.

Mit der Pumpe war es zu Beginn des 20. Jahrhunderts endlich möglich, zuerst für Rothenberg und dann auch für Kortelshütte sowie Ober-Hainbrunn eine gesicherte öffentliche Wasserversorgung herzustellen, erläutert Wilcke. Denn der Zweizylinder-Wassermotor mit Drillingspumpe beförderte das Nass vom Gammelsbachtal über 290 Höhenmeter hinauf in den Rothenberger Hochbehälter.

Schmunzelnd weist der VVR-Vorsitzende auch auf die schnelle Realisierung eines für damalige Zeiten Mammutprojekts hin, verglichen mit heutigen Großbaustellen wie dem BER oder Stuttgart 21. Geplant wurde seinen Worten zufolge ab Mitte 1898, im Jahr 1902 war bereits alles fertig. Die an diesem Tag gezeigte Power-Point-Präsentation über die Pumpe erarbeitete Oberzent-Schüler Philipp Foshag als Abschlussarbeit zusammen mit Wilcke.

In den Jahrzehnten und Jahrhunderten zuvor „herrschte Wasserknappheit“, weiß der VVR-Vorsitzende. Durch den Sandsteinuntergrund versickerte das Wasser auf dem Berg sehr schnell. Auch Tiefbrunnen konnten die Misere nicht lösen. Ab dem 19. Jahrhundert wurden Stollen in den Felsen getrieben worden, um des kühlen Nass‘ habhaft zu werden. Im Unterdorf auf 400 Metern „ging das auch recht gut“, erzählt Wilcke.

Weiter oben nicht. Beschwerden über die unhaltbare Situation drangen bis nach Darmstadt. Dort wurde am Ende des 19. Jahrhunderts eine Art „Konjunkturprogramm“ aufgelegt, um auch die abgelegenen Odenwald-Gemeinden ans öffentliche Wassernetz anzuschließen. Zupass kam den damaligen Ingenieuren, dass es auf 250 bis 270 Meter in beiden Tälern Tonschichten gab, auf denen sich das Wasser sammelte und ergiebige Quellen speiste.

„40 Meter unterhalb von diesen wurde der ‚Große Brunnen‘ im Gammelsbachtal gefasst“, so Wilcke. Die dortigen vier Bar Wasserdruck reichten, um mit dem Motor der Schweizer Firma Schmid das Nass fast 300 Meter in die Höhe pumpen zu können. „Das wurde nicht erst ausprobiert“, sagt er, sondern im Vorfeld „ingenieurmäßig durchgerechnet“, damit die Installation kein Reinfall würde.

„Dieser Wassermotor ist ein Unikat. Den gibt es nur noch ein weiteres Mal in Deutschland“, weiß er. Weil die Anlage so wartungsanfällig war, wurde sie 1904, zwei Jahre nach Fertigstellung, gleich ein zweites Mal installiert – damit immer eine in Betrieb sein konnte. Mit dem Druckwasser lässt sich die Energie gewinnen, führt Wilcke aus.

Nach dem Ausbau von Wassermotor und Pumpe aus dem alten Pumpenhaus im Tal des Clemensbrunnens auf Gammelsbacher Seite erfolgte Ende der 1990er Jahre die aufwändige Restaurierung durch den Verein Museumsstraße Odenwald. „Wir haben damals die Wasserwerke Zürich wegen Rat angefragt“, erinnert er sich. Die hatten aber ein jüngeres Schmid-Modell in Betrieb „und wünschten uns nur viel Glück“, meint Wilcke rückblickend lachend.

Info: Eine Besichtigung der Anlage ist nach Anmeldung bei Thomas Wilcke, Telefon 06275/1027, oder der Stadt Oberzent, Telefon 06068/7590-805, möglich. Erklärungen im Internet unter http://www.vvrothenberg.de/wassermotor/

 

Schmid’scher Zweizylinder-Wassermotor mit Drillingspumpe:

Ähnlich einer Dampfmaschine drückt das Wasser auf die Kolben der zweizylindrigen Maschinen. Die Kolbenstangen übertragen die Bewegung und die Kraft auf die Kurbelwelle. Auf der einen Seite der Kurbelwelle sitzt das Schwungrad, auf der anderen Seite die Kupplung, die Motor und Pumpe miteinander verbindet. Beachtenswert ist die Steuerung der Wassermotoren durch die unterhalb der Zylinder angeordneten Schieber.

Die Zylinder sind mittels Zapfen in je zwei zur Zylinderachse parallele Stangen gelagert. Durch die Bewegung des Kurbelgetriebes werden die Zylinder in eine schwingende Bewegung versetzt.  Dadurch werden die Öffnungen der Kanäle an der Unterseite der Zylinder am kreisbogenförmigen Schieberspiegel abwechselnd mit der Öffnung des Druckrohres oder einer der beiden Öffnungen des Entleerungsrohres in Verbindung gebracht.

Der Zylinder füllt sich somit abhängig von seiner Lage entweder von vorn oder von hinten Da der Wasserdruck bestrebt ist, den Zylinder vom Schieberspiegel abzuheben, kann man mit der richtigen Einstellung der Schraube mit Handrad das Verhältnis zwischen Leckwasser und Schieberreibung optimieren.

Stadt Oberzent liegt wegen früheren Haus-Cordula-Zuschüssen im Clinch mit dem Land

Frühere Darlehen und Zuschüsse für das evangelisch-lutherische Haus Cordula in Kortelshütte, nach dessen Insolvenz inzwischen Teil der Azurit-Gruppe, hängen der neuen Stadt nach wie vor wie ein Klotz am Bein. Wegen einer speziellen Förder-Konstruktion war das ehemalige Rothenberg Empfänger der Gelder vom Land und nicht das Seniorenheim selbst. Aufgrund der zwischenzeitlichen Pleite 2014 will das hessische Sozialministerium die Gelder zurück. „Nicht mit uns“, sagte die Verwaltung vor mehr als zwei Jahren und reichte Klage ein. Oberzent ist nun Rechtsnachfolger.

Vor kurzem gab es einen Anhörungstermin vor dem Darmstädter Verwaltungsgericht, der aber keine Einigung brachte. Das Land wollte dort auf einen Großteil der Forderungen nicht verzichten, erläuterte Bürgermeister Christian Kehrer. „Das war keine Basis für eine gütliche Einigung“, sagte er, „dann lassen wir verhandeln“.

Vom Richter sei die Förderpraxis hinterfragt worden, berichtete der Rathauschef. Auch der hessische Städte- und Gemeindebund überprüft diese. Denn je nach Ausgang würde keine Gemeinde mehr diese Art der Förderung praktizieren, „wenn die in Haftung genommen wird“. Kehrer weiß etwa von einem Fall in Brensbach, wo die Gemeindevertretung das Prozedere ablehnte. Denn diese Zuschusspraxis gibt es nach wie vor.

Kehrer zufolge gab es einen Grundbucheintrag zugunsten des hessischen Sozialministeriums über 2,4 Millionen Mark. Im Rahmen der Insolvenz und des Verkaufs „hat das Ministerium diese Grundschuld stornieren lassen“, betonte er. Da das Land diese Sicherheit „sausen ließ“, sei die Stadt nicht bereit einzuspringen, hob der Bürgermeister hervor.

Er rechnet damit, dass es – nach einer zwischenzeitlichen Beratung beider Parteien – eine zweite Anhörung geben wird. Die Entscheidung wird auf jeden Fall noch dauern. Es dreht sich um einen Streitwert von etwa 925.000 Euro, für die Oberzent gerade stehen soll, davon etwa 725.000 Euro Zuschüsse, der Rest Darlehen. Im aktuellen Haushalt 2019/2020 stehen 350.000 Euro als Puffer drin.

Die Zuschüsse und das Darlehen wurden dem Haus Cordula in den Jahren 1995 und 2004 in einer Gesamthöhe von etwa zwei Millionen Euro gewährt. Hintergrund waren Erweiterungs- und Modernisierungswünsche des Alten- und Pflegeheims. Aber, und das ist das Spezielle dabei, die Gelder wurden im Auftrag des Landes von der Kommune an den damaligen Betreiber ausgezahlt.

Die Rückforderung ergibt sich aus dem Betreiberwechsel vor mehr als vier Jahren nach der Insolvenz. Damit fiel der Zweck der damaligen Darlehen und Zuschüsse weg, unter dem diese dem früheren, dann insolventen Trägerverein evangelisch-lutherisches Haus Cordula gewährt wurden. Für den Umbau des Gebäudes, Modernisierung und Aufstockung, aber nicht für zusätzliche Pflegeplätze flossen damals die Gelder.

Bei den früheren Entscheidungen ging es darum, den größten Arbeitgeber im Ort zu unterstützen und den Fortbestand des Hauses zu sichern – im Nachhinein vergebens. In Abwägung des Für und Wider stimmte die Gemeinde damals dieser eigentlich paradoxen Zuschussgewährung von Landesmitteln über die Kommune zu, hatte schon der frühere Rothenberger Bürgermeister Hans Heinz Keursten Ende 2016 erläutert.

Denn „das Haus Cordula und das Ministerium verhandelten, aber die Kommune bekam den Bescheid und haftete“, so der heutige Finkenbacher Ortsvorsteher. Natürlich, meinte er auf einer damaligen Gemeindevertretersitzung, „hätten wir den Bescheid nicht annehmen müssen“. Aber dann wäre auch der Fortbestand der Einrichtung auf dem Spiel gestanden.

Foot: privat

Guido Plüschke spielte Irish Folk im Kortelshütter Wohnzimmer von Martin Müller

„Es war ein Wahnsinnsabend“, freute sich Martin Müller. Der bekannte Folk-Musiker Guido Plüschke spielte bei ihm im Amselweg ein „Wohnzimmerkonzert“. Über 50 Gäste waren begeistert, den Hamburger in gemütlicher Atmosphäre hautnah zu erleben. „Das ist für mich so etwas wie ein Sechser im Lotto“, meinte der 46-jährige Müller. Denn er spielt selbst in der hiesigen Irish-Folk-Band „Heebie-Jeebies“ und nutzte die Gelegenheit, dem Crack auf der irischen Rahmentrommel Bodhrán auf die Finger zu schauen.

Plüschke präsentierte in Kortelshütte sein Solo-Programm. Normalerweise tourt er ja mit seiner Band. Mit dem neuen Programm will er zukünftig auf Kleinkunstbühnen auftreten und hat seinen treusten Fans eine Vorabpremiere in elf Wohnzimmern Deutschlands von Flensburg bis Lörrach geboten. Nicht nur „die schöne irische Musik“ (Müller) wurde gespielt, sondern es gab auch viele Geschichten, Anekdoten und Erlebnisse von Plüschkes etwa 65 Reisen nach Irland zu erfahren. Der Musiker präsentierte dies „mit einer gehörigen Portion Spaß und guter Laune“. Die Lachmuskeln wurden der Gäste gehörig strapaziert.

Auf Facebook hatte Plüschke für sein Solo-Programm geworben und Gastgeber gesucht, die ihm auch eine Übernachtung boten. Er wollte es in kleinem Kreis „ausprobieren“. „Ich war dann schnell genug, unser Wohnzimmer anzubieten und bekam den Zuschlag als eine von elf Locations in Deutschland“, schmunzelte Müller. Innerhalb von zwei Tagen kamen so viele weitere Angebote rein, dass Plüschkes Tour 2019 jetzt auch schon voll ist.

„Ich habe mich riesig gefreut, ist Guido doch eines der Vorbilder für uns Heebie-Jeebies“, sagte der Kortelshütter. Zusammen mit seinen Mitmusikern Tina Czemmel-Zink und Michael Pascuzzi war er bereits auf Bodhrán-Workshops von Plüschke dabei. „Er ist einer der ganz großen Folk-Musiker im Land und hat auch schon internationale Preise abgeräumt“, hob er hervor. „Ich habe zig CDs von ihm“, lächelte Müller. Der 50-Jährige „ist mit eines der Vorbilder und Gründe, warum ich selbst mit den Heebie-Jeebies Irish Folk spiele oder Urlaub in Irland verbringe“, erläuterte er.

Bei 54 Zusagen von den Nachbarn war dann Schluss. Es wurde „die Bude leergeräumt“ zugunsten von Bierzelt-Bänken und Stehtischen. Die Wohnzimmer-Atmosphäre auf 65 Quadratmetern stieß auf viel Widerhall, eben weil es kein Konzert in einer Halle oder einem Gemeindeaal war. Das Zimmer von Marvin, dem Sohn seiner Lebensgefährtin Andrea, wurde kurzerhand als Lager für Couch, Fernseher und Stereoanlage „missbraucht“.

Das Konzert hatte für Müller eine sehr große Bedeutung: „Eines meiner Idole kam direkt zu uns nach Hause.“ Fachsimplen, von Plüschke lernen und dann bei den Heebie-Jeebies anwenden – so sein Plan. Auch deswegen, „weil wir gerade dabei sind, mit unserer Band eine Studio-CD aufzunehmen“. Die Idee, Irish-Folk zu spielen, entstand Anfang 2011 und war ursprünglich als einmaliger Event gedacht. Doch schon während den Proben entdeckten die Musiker ihre Leidenschaft für diese Musikrichtung und beschlossen weiterzumachen.

„Musik ist mein ganz großes Ding“, betont Martin Müller. Der IT-Administrator nahm in seinem „Nebenberuf“ als Audio-Engineer (www.ceol.studio) dieses Jahr eine Big-Band-CD mit der Jugendmusikkapelle Wiesenbach auf und produzierte sie. 2019 stehen verschiedene Projekte an wie eine Singer-Songwriter-Newcomer- oder eine Volksmusik-Produktion. Der 46-Jährige ist selbst musikalisch nicht auf eine Sparte festgelegt. Von Chor über Männergesangverein und Fasching bis hin zu Irish-Folk und Hardrock reicht Müllers Spannbreite.

Guido Plüschke ist ein gefragter Dozent für die irische Rahmentrommel Bodhrán und erlangte 2008 in Irland den dritten Platz bei den World Bodhrán Championships, den Weltmeisterschaften auf diesem Instrument. 2004 schrieb er seine Magisterarbeit an der Universität Lüneburg über die irische Musik und die Bodhrán, war bereits über 60 Mal in Irland und ist dort ein gern gesehener Session-Gast. Mit seinen drei Bands tourt er durch Deutschland und egal wo er ist, sammelt er kuriose Geschichten aus der Irish-Folk-Szene und Anekdoten, die er selbst erlebt hat. Und das sind bei zusätzlich über 1000 Musikworkshops, 25 Jahren Bühnenerfahrung und über 30 Platten-Produktionen eine ganze Menge.

Seit 120 Jahren wird in Kortelshütte gesungen: Jubiläumskonzert am 24. November

120 Jahre MGV Liederkranz Kortelshütte: Das muss gefeiert werden. Ein Jubiläumskonzert der Chorgemeinschaft, die es seit drei Jahren mit dem MGV 1911 Rothenberg gibt, findet am Samstag, 24. November, um 19 Uhr in der Rothenberger Sporthalle statt. Ein befreundeter Chor aus Schaafheim tritt ebenfalls auf. Es wird ein breites Repertoire an einstudierten Liedern der vergangenen zehn Jahre vorgetragen.

Der Kortelshütter Männergesangverein Liederkranz wurde am 12. Januar 1898 von Lehrer Weihrich gegründet. 36 Männer fanden sich zur ersten Singstunde ein. Am 20. Juli 1913 feierte man die Fahnenweihe, aber die Aktivitäten ruhten während des Ersten Weltkriegs. 1920 gab es dann den ersten großen Auftritt nach der Wiederaufnahme der Sangestätigkeit. Es folgte 1928 die zweite große Feier nach der Fahnenweihe zum 30. Jubiläum

Der Beginn des Zweiten Weltkriegs bedeutete einen erneuten Bruch. Erst acht Jahre danach, 1947, wurde die Vereinstätigkeit wieder aufgenommen. Da es 1948 nicht möglich war, das 50. Jubiläum abzuhalten, feierte man 1953 das 55. Auch in den Folgejahren wurden die runden Vereinsgeburtstage begangen.

Seit November 2015 gibt es die Chorgemeinschaft mit den singenden Männern aus Rothenberg. Beide Vereine hatten unter einem Rückgang der Sängerzahlen zu leiden und gehen seitdem gemeinsame Wege, um wieder aus voller Kehle in allen Stimmen singen zu können. Die musikalische Ausrichtung erstreckt sich von Volksliedern über Chorsätze bis hin zu Popsongs. Aktuell besteht die Chorgemeinschaft aus 42 Sängern.

Ein Beisel-Dreigestirn steht an der Spitze der Rothenberger: Vorsitzender ist Jens Beisel, zweiter Vorsitzender Lukas Beisel, Rechner Joseph Beisel, Schriftführer ist Marc Schwinn. Weitere Infos bei Jens Beisel unter Telefon 06275/919501, Mobil 0179/9405314.

 

Herz und Seele muss zu spüren sein: Heiko Plank war bei der „Global Guitar Gita“ in Indien

Selbst für einen Globetrotter wie Heiko Plank war Indien eine neue Erfahrung. Der in Kortelshütte wohnende Musiker war erstmals zur „Global Guitar Gita“ (GGG) eingeladen, die im Goethe-Institut Bangalore stattfand. Neben Juroren und Dozenten aus Großbritannien, Ungarn und Tschechien sowie dem Gastgeberland war Plank als deutscher Vertreter dabei. Er zeigte sich sehr beindruckt von der dortigen Offenheit gegenüber allen Musikstilen. „Wichtig ist den Indern, Herz und Seele im Song zu spüren“, betonte er. „Das zählt.“

Neben der Musik ist dem 54-Jährigen allerdings etwas anderes mindestens ebenso präsent: der Verkehr. „Es gibt keine Regeln, keine Verkehrszeichen, keine Ampeln“, stellte er fest. Und trotzdem funktioniert alles. Das Geheimnis: Verständnis untereinander. Für einen deutschen Autofahrer aber trotzdem zu viel des Guten. „Ich habe extra vorher den internationalen Führerschein gemacht“, erzählte Plank. Nach zehn Sekunden in Indien wusste er: „Ne, da sterbe ich.“

Bei der GGG handelt es sich um einen weltweiten Gitarrenwettbewerb, erläuterte Plank. „Jeder kann sich bewerben.“ Veranstaltet wurde er zum sechsten Mal von der Organisation „Infinite Souls“ auf rein privater Basis. Es gibt keine Alters- oder Stileinschränkungen. Wichtig ist nur, dass eine Gitarre oder ein gitarrenähnliches Instrument gespielt wird. Wie es auch der Kortelshütter tut. Angeschlossen sind Konzerte und Workshops.

Gekoppelt daran ist die „World Guitar Night“, bei der die Juroren ihr eigenes Können zeigen. Konarak Reddy, Sándor Szabó (Ungarn), Adam Tvrdý, ein versierter Prager Jazz-Gitarrist und John Ainsworth aus Manchester mit Fingerstyle gaben je zwei Konzerte. Eben jenen Konarak Reddy lernte Heiko Plank auf einer Tour kennen, bei der beide auch in Hirschhorn und Hemsbach spielten. Der Inder wiederum empfahl den deutschen Ausnahme-Saitenkünstler.

Heiko Plank hatte ein Bach-Stück für sein Konzert mitgebracht. Er stellte es unter das Thema: „den Kontrapunkt zelebrieren“. Es geht um die Selbstständigkeit der Stimmen in der europäischen Musik, „die man im arabischen und indischen Raum so nicht kennt“. Diese Mehrstimmigkeit war für die Zuhörer komplett neu. Somit gab es „vier komplett verschiedene Stile zu hören“. Ein anderes Stück lehnte er an den indischen Verkehr an: „Improvisation without rules.“ Die Zuhörer reagierten sehr positiv auf seine ungewöhnliche, selbst gebaute „Plank“ mit ihren acht Saiten, stellte er fest. Der unbekannte Klang faszinierte. „Ich wurde nach dem Konzert mehrfach angesprochen.“

Plank schätzt Reddy als einen „Erneuerer indischer Gitarrenmusik“, der einen westlichen Stil mit seinen eigenen Wurzeln kombiniert. „Es gibt in der Welt nur wenige, die Experimente machen und sich was trauen“, meinte er. Von den beiden Preisträgern Divtej Singh (Chandigarh) und Vishnu R (Bangalore) war er sehr beeindruckt. Divtej, aus einer niederen Kaste stammend, „hätte sich die Gitarre im Wert von 5000 Dollar nie leisten können“, freute sich Plank. Vishnu wiederum kommt aus einer traditionellen Musiker-Familie und spielt „sehr progressive, neue indische Musik“.

Von der „Guitar Clinic“, quasi einem Musik-Workshop, zeigte sich der 54-Jährige mehr als angetan. „Da saßen 15 Teilnehmer zwischen zehn und 40 Jahren drin und jeder hat mich mit ‚Maestro‘ angesprochen“, war ihm die Verehrung fast ein bisschen peinlich. Die Interessierten waren „total versiert und super vorbereitet.“

Heiko Plank fand es am beeindruckendsten, dass musikalisch alles möglich ist. In Indien wird nicht ein bestimmtes Genre, etwa Klassik, Jazz oder Rock, favorisiert. Während sich in Europa die verschiedenen Stilrichtungen seiner Beobachtung nach miteinander schwertun, „hat dort alles den gleichen Wert“. Egal ob jetzt jemand Paganini oder Jimmy Page spielt. Nach einem kurzen Zwischenstopp im Odenwald geht’s für Heiko Plank weiter nach Südspanien: Er spielt wie schon vergangenes Jahr wieder in Granada.

Heiko Plank, geboren 1964, aus Kaiserslautern, studierte Gitarre bei Wolfgang Lendle. Der bereits Verstorbene war „eine große Figur in meinem Leben“, so der Musiker. Von 1981 bis 1998 war Plank Dozent für Gitarre an der VHS Kaiserslautern, seit 1985 unterrichtet er Konzertgitarre an der dortigen Musikschule und Akademie. Studium und staatliche Anerkennung in Gitarre und Orchesterleitung an der Bundesakademie Trossingen schlossen sich an. 1994 brachte er seine erste CD auf den Markt: „Handgemacht“, mit spanischer, südamerikanischer und eigener Gitarrenmusik. Zahlreiche weitere Aufnahmen, Kompositionen und Produktionen folgten. Aktuell ist Heiko Plank regelmäßig auf Festivals im In- und Ausland unterwegs und dort mit seiner „Plank“ ein gefragter Gast.

Oberzent räumt beim Südhessenpokal der Jugendfeuerwehren ab

Die Jugendfeuerwehren aus dem Odenwaldkreis sind südhessenweit spitze: Vier der sechs möglichen Pokale nahmen sie vom Südhessenpokal in Babenhausen (Landkreis Darmstadt-Dieburg) mit nach Hause. Bei den gemischten Gruppen siegte der Titelverteidiger JFW Ober-Hainbrunn mit 1397 Punkten vor Rothenberg (1367), bei den gemischten Staffeln Kortelshütte (1390) vor Brombachtal (1388). Insgesamt 14 Teams traten in den beiden Wertungsklassen der Gruppen und Staffeln an, um ihre Sieger zu küren.

Früh morgens reisten die Teams aus dem Odenwaldkreis in den Nachbarlandkreis, um sich mit den benachbarten Landkreisen (Darmstadt-Dieburg, Bergstraße, Groß-Gerau, Offenbach) im Bundeswettbewerb zu messen. Auch die kreisfreien Städte Darmstadt und Offenbach waren einbezogen. Bei den Gruppen (neun Teams) traten die Jugendfeuerwehren Rothenberg und Ober-Hainbrunn an, bei den Staffeln (fünf Mannschaften) Finkenbach, Brombachtal, Kortelshütte und Hainstadt aus dem Odenwald.

Alle Teams zeigten in den beiden Disziplinen (Übung nach Feuerwehrdienstvorschrift und Staffellauf mit Hindernissen) ihr Können. Schon vor der Siegerehrung war abzusehen, dass die Odenwälder Mannschaften wieder ganz vorne mitspielen würden. Die Siegerehrung im Beisein zahlreicher Ehrengäste brachte dann den Beweis.

Jeweils die drei Erstplatzierten wurden mit Pokalen belohnt. Alle Teilnehmer erhielten auch noch Urkunden. Mehr als 20 Punkt- und Wertungsrichter waren beim Wettbewerb im Einsatz. Eingeladen waren die jeweils erfolgreichsten Jugendfeuerwehren, die bereits auf Kreisebene siegreich waren. Ausrichter des Wettbewerbs war diesmal die Kreisjugendwehr Darmstadt-Dieburg.

Die Rothenberger fuhren zusammen mit den Jugendfeuerwehren der ehemaligen Ortsteile Finkenbach, Kortelshütte und Ober-Hainbrunn nach Babenhausen. Vor Ort entschied sich die Truppe aus dem Höhendorf nach kurzem Überlegen für den B-Teil als erste Aufgabe. „Dieser lief bis auf eine kleine Kleinigkeit perfekt“, so Jugendwart Janis Heckmann. Jedoch: Vor dem B-Teil ist vor dem A-Teil.

Ein wenig geknickt „bewiesen unsere Kids dennoch, dass sich das Training der letzten Wochen gelohnt hat“, freute er sich. Eine sehr gute Zeit und fehlerfrei lautete das Ergebnis der Schauübung. Nun hieß es Warten. Die Siegerehrung ging los und es war kaum auszuhalten. Doch dann kam: „Jugendfeuerwehr Rothenberg Platz 2“. Alle waren stolz auf sich und die Mannschaft bekam ihren wohlverdienten Ruhm für das ganze Training, sagte er.

Platzierungen

Gemischte Gruppen: Ober-Hainbrunn, Rothenberg, Bensheim-Zell (Landkreis Bergstraße), Trebur (LK Groß-Gerau), Wald-Erlenbach (LK Bergstraße)

Gemischte Staffeln: Kortelshütte, Brombachtal, Astheim (LK Groß-Gerau), Hainstadt, Finkenbach, Hergershausen (LK Da-Di), Schönmattenwag (LK Bergstaße), Wembach-Hahn (LK Da-Di), Ober-Ramstadt (LK Da-Di).