Werner Götz ist seit 50 Jahren aktiver Sänger beim MGV Kortelshütte

Eine besondere Überraschung war es, als es dieser Tage bei Werner Götz klingelte. Vor der Tür stand der Vorstand des MGV Liederkranz 1898 Kortelshütte. In den Händen: ein Präsent und eine Urkunde. Denn Werner Götz ist seit 50 Jahren aktiver Sänger im Liederkranz, konnte aber an den Ehrungen des Sängerkreises Neckartal Ende März in Schönmattenwag nicht persönlich teilnehmen. Um dies nachzuholen, statteten Vorsitzender Alexander Herner und Kassierer Ulrich Völker einen Überraschungsbesuch ab. Sie dankten Götz für die langjährige Treue zum Verein, in denen er als 1. Tenor zu manchem Sieg bei Chorwettbewerben beigetragen hat.

 

Chöre aus dem Sängerkreis Neckartal treffen sich am 1. April zum Wertungssingen in Schönmattenwag

Das Kreiswertungssingen und der Liedergesellschaftsabend des Sängerkreises Neckartal finden am Samstag, 1. April, um 19 Uhr im Haus des Gastes statt. Ausrichter ist der MGV Sängerbund Unter-Schönmattenwag. Der Eintritt ist frei. Die Bevölkerung ist herzlich eingeladen, sich ein Bild vom vielfältigen Können der angeschlossenen Sängerkreis-Vereine zu verschaffen.

Teilnehmende Chöre sind: Cantante Cintura Kids sowie Frauen- und Männerchor des Gastgebers, MGV Eintracht Liederkranz Sensbachtal, Chorgemeinschaft Rothenberg/Kortelshütte, MGV Liederkranz Ober-Hainbrunn, Frauen- und Gemischter Chor Eintracht Falken-Gesäß, Sängerkranz aus Schöllenbach, gemischter Chor Finkenbach und Liederkranz Gammelsbach. Weiterhin gibt es an diesem Abend Ehrungen durch den Sängerkreis.

Den Mitglieds-Chören soll mit dem Wertungssingen die Möglichkeit eines objektiven Feedbacks der eigenen musikalischen Leistung angeboten werden. Sie erhalten damit in ungezwungener Atmosphäre eine leistungsorientierte Rückmeldung zur Vorbereitung ihrer eigenen Wettbewerbsbesuche durch einen ausgewiesenen Fachmann der Chorszene und auch Hinweise zu Verbesserungsmöglichkeiten.

Fürs Programm sind ausschließlich A-cappella-Werke zugelassen. Jeder Chor trägt drei Stücke freier Wahl vor. Auf eine stilistische und musikalische Vielfalt sollte Wert gelegt werden, heißt es in der Vorgabe. Werke aus dem Bereich Spiritual/Gospel/Pop sind ebenfalls zugelassen. Die einzelnen Stücke können auch in einer abweichenden Tonart vorgetragen werden.

Die teilnehmenden Chöre des Orientierungssingens erhalten nach ihrem Auftritt durch den Juror eine fachlich fundierte und konstruktive Beurteilung. Ziel ist es, Verbesserungspotential aufzuzeigen und den Leistungsstand festzustellen. Im Anschluss steht der Berater den Chören auch für weitere Fragen zur Verfügung. Außerdem gibt es eine Bewertung nach den Richtlinien des „Deutschen Chorwettbewerb“

Juror des Sängerkreis-Orientierungs-/Wertungssingens ist Matthias Schmitt. Er studierte Musikwissenschaft, Musikpädagogik und Chorleitung an der Goethe-Universität Frankfurt, an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt und an der Hochschule für Musik in Würzburg. Schmitt ist Dirigent mehrerer Chöre und Ensembles in Freigericht (Main-Kinzig-Kreis) und in angrenzenden Regionen. Er nimmt regelmäßig erfolgreich an nationalen Chorwettbewerben teil und wurde zuletzt Preisträger beim ersten deutschen Männerchorfestival in Limburg.

International konnte er mit seinem Männerkammerchor „DelicaTon“ einige Erfolge erzielen, zum Beispiel Sonderpreisträger beim International Choral Festival in Cork 2016 (Irland), er ist Gewinner zweier Goldmedaillen bei den World Choir Games in Riga 2014 (Lettland), Grand Prix Gewinner in Llangollen 2012 (Wales) und Dirigentenpreisträger beim Johannes Brahms-Wettbewerb in Wernigerode 2011. Teilnahmen an Wettbewerben und Festivals führten ihn zudem nach Estland, Norwegen, Österreich, England und Südkorea. Hauptberuflich arbeitet Schmitt als Kulturbeauftragter im Main-Kinzig-Kreis.

Große Erfolge einer kleinen Wehr: Kortelshütter Feuerwehr-Mannschaften trugen den Ortsnamen bei Wettbewerben nach Hessen

Hinter der Kortelshütter Feuerwehr liegt ein ereignisreiches Jahr, in dem sie einige schöne Erfolge bei Wettbewerben verzeichnete. Das machte auf der Jahreshauptversammlung der Vorsitzende Daniel Braner deutlich. Zu Beginn der Veranstaltung wies er darauf hin, dass nun im Feuerwehrgeräthaus eine Gedenktafel für die verstorbenen Kameraden vorzufinden sei. Einen Dank stattete er an Heiko Plank und Gerrit Bissdorf für die Umsetzung und Gestaltung ab. Ein dickes Dankeschön ging an Thorsten Beisel, der die Beschriftung des TSF/W gesponsert hat.

Braner sagte, dass seit kurzem wieder Kontakt mit der Feuerwehr in Morter/Südtirol bestehe und dass man daran interessiert sei, diesen wieder aufleben zu lassen. Er bestand in den 80er Jahren und war leider irgendwann erloschen. Eventuell wird sogar an einen Ausflug im nächsten Jahr ins schöne Vinschgau gedacht, so der Vorsitzende.

Das Jahr 2016 verlief für die Kortelshütter Brandschützer sehr positiv. Es wurde viel für die Weiterbildung getan. So absolvierten Alexandra Braner und Felix Götz den Grundlehrgang, letzterer noch zusätzlich den Funklehrgang. Malte Hinrichs und Maurice Fink waren erfolgreich beim Maschinisten-Lehrgang, Fink legte den Gruppenführer nach. Dadurch habe man in Kortelshütte mittlerweile fünf Gruppenführer, erläuterte Braner. Manuel Heiß und Maurice Fink bestanden außerdem den Motorkettensägen-Lehrgang.

Im Oktober vergangenen Jahres nahm man an der Jahreshauptübung der Rothenberger Gemeindewehren am Bauhof teil, ebenso wie am Unterreicht FwDV 7, bei dem die neu angeschaffte Wärmebildkamera vorgestellt und erklärt wurde. Diese kam auch bei einer internen Übung in Kortelshütte zum Tragen. Es wurden wieder viele Stunden in Unterricht investiert.

Mehr als erfolgreich verlief das Jahr für die Wettkampfmannschaft. Kortelshütte war 2016 mit zwei Teams beim Kreisfeuerwehr-Wettkampf in Breuberg am Start. Man erreichte einen zweiten Platz mit 100 Prozent und einen sechsten mit 97,2 Prozent – das bis dato beste Ergebnis einer zweiten Staffel. Mit dieser guten Platzierung ging es weiter zum Bezirksentscheid, der mit einem fünften Platz endete.

Damit durfte man nach 2006 wieder weiter zum Landesentscheid nach Hungen – eine Sensation. Da dieser zeitgleich auf das Kelterfest fiel, musste das verschoben werden. Es wurde beim Wettbewerb niemand enttäuscht – mit einem guten zwölften Platz fuhren die Kortelshütter nach Hause. Welch ein Erfolg für eine solch kleine, aber feine Feuerwehr, betonte Braner.

Auch die Jugendfeuerwehr war 2016 erfolgreich. Ein Highlight war der zweite Platz in der Staffelwertung beim Kreisjugendfeuerwehrtag in Mümling-Grumbach. Somit war das Ticket für den Südhessenpokal gelöst. Den holte die JFW zum zweiten Mal nach 2014. Aber nicht nur der Wettkampf stand im Vordergrund, sondern auch Spaß und Spiel. So wurde eine Berufsfeuerwehrnacht mit Übernachtung im Gerätehaus veranstaltet.

Auch auf Vereinsebene lief alles zur Zufriedenheit. Es wurden übers Jahr viele Feste befreundeter Wehren besucht, sagte Braner, so die Grillnacht in Finkenbach, das Feuerwehrfest in Höllerbach, der Tag der offenen Tür in Rothenberg oder das Handkäsfest in Ober-Hainbrunn, um nur einige zu nennen. Es wurden auch wieder viele Veranstaltungen ausgerichtet, beginnend mit der Fastnacht und dem Maibaumfest der Jugendfeuerwehr. Im Herbst fanden – 14 Tage später als gewohnt – das 25. Kelterfest und die Bembelparty statt.

Die Feste haben Braner zufolge nicht zur zum Dorfleben beigetragen, sondern führten auch dazu, dass mit dem erwirtschafteten Überschuss feuerwehrtechnisches Equipment angeschafft werden konnte. Ein dickes Dankeschön ging an alle, die die Feuerwehr immer wieder unterstützen, sei es mit Spenden oder persönlichem Einsatz.

Hirschhorner Ritter bringen seit 25 Jahren den Frohsinn ins Kortelshütter Haus Cordula

Gleich zwei Jubiläen gibt es für die Hirschhorner Ritter in diesem Jahr zu feiern. Die Carnevalsgesellschaft aus der benachbarten Neckarstadt besteht seit 50 Jahren. Und ist seit 25 Jahren ist sie immer rund ums Faschingswochenende in den beiden Seniorenheimen des Höhendorfs zu Gast, zuerst in Kortelshütte, dann in Rothenberg. In den Azurit-Häusern gibt es dann ein buntes Nachmittagsprogramm, das die älteren Mitbürger gerne annehmen.

Der Besuch im ehemaligen evangelisch-lutherischen Haus Cordula in Kortelshütte ist für das jeweilige Hirschhorner Prinzenpaar immer etwas Besonderes. Denn eine Heimbewohnerin ist auch Hildegard König, die mit ihrem Mann Jupp und Funkenmariechen Inge 1992, beim ersten Abstecher der Ritter, als Faschingsprinzessin den Auftakt für die jährlichen Besuche machte.

Jetzt waren es die Nachfolger Prinzessin Tina I. (Czemmel-Zink) und Lothar II. (Zink), die mit Funkenmariechen Stefanie Mölle und einer närrischen Delegation ins Haus Cordula I gekommen waren, um einige fröhliche Stunden mit den 62 Bewohnern zu verleben. Natürlich wurden auch kräftig Orden ausgetauscht: Die Heimbewohner bekamen die Ritter-Jubiläumsplakette, die närrischen Hoheiten den eigenen Azurit-Orden, der jedes Jahr von Klaus Mikolajczyk gestiftet wird.

Unter den närrischen Klängen von Heiner Bondes aus Sensbachtal wurde das Tanzbein geschwungen oder wurden auch zwei Sitztänze aufgeführt. Zu Beginn hatte Jörg Wehrle von der Heimleitung die vielen Gäste begrüßt. Wehrle, Stefan Fichtner und Christine Zink waren im Anschluss eifrig mit dem Austausch von Orden beschäftigt. Fichtner wie auch Birgit Kral und Burghilde Veit hatten ebenso wie Anna-Luise Beisel danach noch eine Büttenrede in petto. Da ging es um den Alltag im Seniorenheim, aber auch die jetzt abgeschlossenen Bauarbeiten.

„So gut wie als Prinz ging es mir noch nie“, meinte Lothar II. in seiner Ansprache angesichts von gleich zwei Frauen an seiner Seite. Für Tina I. wurde ein lang ersehnter Mädchentraum wahr: „Wir zwei stehen hier vor euch: als Hirschhorner Prinzenpaar.“ Und Lothar ergänzte: „Kein Weg ist uns zu weit, kein Berg zu hoch“. Denn die beiden stammen aus Schimmeldewog und hatten „einen Teil unseres Hofstaats mitgenommen“.

Egal ob jung, alt, arm oder reich, „bei Feiern an Fastnacht sind alle gleich“, sagte die Prinzessin. Die fünfte Jahreszeit habe ihre eigenen Gesetze, „mit Frohsinn, mit Lachen und ganz ohne Hetze“, so ihr Prinz. Deshalb gab es mit Alkohol oder ohne ein dreifach donnerndes Helau auf die Hirschhorner Fastnacht.

 

 

Hochstraße in Kortelshütte: Verkehrsberuhigung statt Einbahnstraßen-Regelung

Die heiß diskutierte Einbahnstraßen-Regelung auf dem Kirchenweg zwischen Kortelshütte und Rothenberg ist erst einmal vom Tisch. Unter der Voraussetzung, dass die beim Ortstermin angedachten Verkehrsberuhigungs-Maßnahmen in der Hochstraße greifen. Denn diese, hatte die SPD schon im Sommer bemängelt, habe sich immer mehr zur Rennstrecke entwickelt, was eine Gefahr für die dortigen Anlieger bedeute.

Mit ihrem Vorschlag, ab Ortsende Kortelshütte die Durchfahrt nur noch bergauf Richtung Rothenberg zuzulassen und den Kirchenweg bergab zu sperren, hatten die Sozialdemokraten allerdings einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Hintergrund des Gedankens war, dass die Hochstraße dann nicht mehr als kürzere Verbindung zwischen dem Rothenberger Oberdorf und der Landesstraße nach Hirschhorn genutzt werden könnte.

Neben etlichen emotionalen Vorbehalten gegen eine solche Maßnahme wurden von den Gegnern auch rein organisatorische Gründe vorgebracht. So etwa, dass die Rothenberger Feuerwehr im Brandfall gegen die Einbahnstraße nach Kortelshütte fahren müsste. In der Bauausschuss-Sitzung Anfang Dezember hatte sich deshalb schon ein Einlenken zugunsten einer effektiven Verkehrsberuhigung abgezeichnet, was mit dem Ortstermin in trockene Tücher gebracht werden sollte.

Für die Ideen gebende SPD-Fraktion waren Brigitte Heckmann und Thomas Wilcke vor Ort, für die WGR deren Fraktionschef Wilfried Friedrich, Bauausschuss-Vorsitzender Dr. André Assmann, Werner Beisel und Klaus Bulling. Seitens des Gemeindevorstands nahm Jürgen Sauer teil, für die Verwaltung Armin Löffler. Gute Ideen gab es einige, allerdings müssen sie auch immer zum schmalen Geldbeutel der Gemeinde passen und finanzierbar sein.

In der Diskussion ging es unter anderem auch um die sogenannten „Kölner Teller“. Den Gedanken hatte Friedrich aus der Heidelberger Straße in Gaiberg mitgebracht. Diese Metallelemente in Form eines halben Fußballs werden auf die Straße aufgeklebt. „Da fährt man aus Angst um die Reifen wirklich langsam drüber“, meinte der WGR-Fraktionsvorsitzende. 53 Euro plus Kleber kostet laut Löffler ein solcher halber Ball.

Es ging jedoch nicht nur um Schwellen oder Teller, sondern auch um optische Verengungen, wie sie bereits vor einiger Zeit schon mal die SPD in die Diskussion eingebracht hatte. Eine solche kann man sich in der Kurve oberhalb der Kreuzung von Wald- und Hochstraße vorstellen, um die Straße für die bergab Fahrenden schmaler zu gestalten und sie damit zum langsam Fahren anzuhalten. Friedrich regte außerdem an, alle 100 Meter eine große „30“ auf die Fahrbahn aufzumalen, um die Geschwindigkeitsreduzierung zu verdeutlichen. Denn ab Ortseingang Kortelshütte von oben kommend bis runter zur Bushaltestelle an der Landesstraße gelte Tempo 30.

Der Verbindungsweg zum Hasensprung stand am Anfang der Begehung. Er soll freigeschnitten werden, damit die Fußgänger wieder auf Gemeinde- und nicht auf Privatgrund unterwegs sind. Denn die bisherige Strecke war zugewachsen und zugewuchert. Von dort abwärts nahmen die Parlamentarier die komplette Hochstraße bis zur L 3410 in Augenschein. Man kam überein, die bisherigen Schwellen zur Verkehrsberuhigung beizubehalten. Außer die vor dem „Lamm“, weil sie lose ist und klappert.

Vier derzeit im Bauhof vorrätige große Blumenkübel sollen an neuralgischen Punkten an den Straßenrand gestellt und mit Abmarkierungen versehen werden. Wilcke nannte als Beispiel den Ortseingang Ober-Schönmattenwag von der Raubach kommend, wo dies erfolgreich praktiziert werde. Ein Blumenkübel ist in Höhe des Heag-Gebäudes im Gespräch, damit die Straße hier schmaler erscheint. Vor und nach den Kübeln sind Parkbuchten in der Diskussion. Vor der Hochstraße 2a wurde über zwei Baumpflanzungen nachgedacht, um auch dort eine optische Verengung zu erreichen.

Von der Einmündung der Hoch- in die Landesstraße bis zur Kreuzung mit dem Weg „Im Trieb“ will man überlegen, einen 80 Zentimeter breiten Gehweg anzulegen. All diese Maßnahmen gilt es aber – abgesehen von der Finanzierung – mit der Polizei abzuklären. „Um zu sehen, was geht“, meinte Armin Löffler. Zusätzlich ist noch Hessen Mobil mit im Boot, wenn es um Gedankenspiele rund um die Bushaltestelle geht. Denn die ist direkt an der Landesstraße. Hier wurde angedacht, als Abgrenzung der Busbucht Kölner Teller anzubringen, weil bisher Autofahrer schnell die Kurve schnitten.

Überlegungen für eine Verkehrsberuhigung in der Kortelshütter Hochstraße gibt es schon seit 1993. Damals war an eine Pflasterung gedacht, was sich aber wegen des Widerspruchs von manchen Anwohnern nicht verwirklichen ließ. 2008 wurden die jetzigen Schwellen an verschiedenen Stellen aufgebracht. Die zeigten aber nicht den gewünschten Erfolg und waren auch nicht wirklich beständig.

Rothenberg: Darlehens-Abschreibung fürs Haus Cordula könnte den Jahresabschluss gründlich vermiesen

Frühere Darlehen und Zuschüsse für das evangelisch-lutherische Haus Cordula, nach der Insolvenz inzwischen Teil der Azurit-Gruppe, könnten der Gemeinde ziemlich die Bilanz verhageln. Denn aufgrund einer speziellen Bescheid-Konstruktion war Rothenberg Empfänger der Gelder vom Land und nicht das Seniorenheim selbst. Aufgrund der zwischenzeitlichen Pleite 2014 will nun das hessische Sozialministerium die Gelder anteilig zurück. „Nicht mit uns“, sagte die Verwaltung und reichte dagegen Klage ein.

Tina Bartmann vom Kommunalservice Oberzent bezifferte auf der vergangenen Gemeindevertreter-Sitzung auf Nachfrage die entsprechenden finanziellen Folgen. Es dreht sich um etwa 920.000 Euro, für die Rothenberg gerade stehen soll, davon etwa 720.000 Euro Zuschüsse. Etwa 200.000 Euro sind noch aus dem Kredit übrig, für den die Gemeinde jedes Jahr etwa 21.000 Euro an Zins und Tilgung aufbringt. Da es seit 2014 die Zahlungen vom insolventen Haus Cordula nicht mehr gibt, ist dieses Jahr auch relevant für die Abschreibung der restlichen Summe.

Der Jahresabschluss 2014 sei noch nicht aufgestellt und dem Gemeindevorstand vorgelegt, schickte die KSO-Mitarbeiterin voraus. Daneben müsse sie ihr Vorgehen noch endgültig mit dem Revisionsamt abstimmen. Im Wesentlichen, so Bartmann, werde sich das dann aufgelaufene Defizit für 2014 aber ziemlich genau mit der notwendigen Abschreibung des Kredits über 257.000 Euro decken, sagte sie. Zins und Tilgung würden für die Restlaufzeit weiterhin aufgebracht, es fehlten nur die bisherigen Einnahmen.

Die Zuschüsse und das Darlehen wurden dem evangelisch-lutherischen Haus Cordula in den Jahren 1995 und 2004 in einer Gesamthöhe von zwei Millionen Euro gewährt. Aber, und das ist das Spezielle dabei, im Auftrag des Landes von der Kommune an den damaligen Betreiber ausgezahlt. „Die Frage ist noch unklar, warum es dieses Konstrukt gab“, meinte Bürgermeister Hans Heinz Keursten.

Fakt ist jedenfalls: Rothenberg klagt gegen das Land. Die Schrift dazu ist in Vorbereitung und soll zu Beginn des kommenden Jahres eingereicht werden. Der Hessische Städte- und Gemeindebund wurde vom Gemeindevorstand beauftragt, seine Interessen wahrzunehmen. Die Sache sei „juristisch sehr komplex und diffizil“, meinte der Bürgermeister, und resultiere sich aus dem damaligen Bescheid.

Die Rückforderung ergibt sich Keursten zufolge aus dem Betreiberwechsel vor zwei Jahren nach der Insolvenz. Damit sei der Zweck der damaligen Darlehen und Zuschüsse weggefallen, unter dem diese dem früheren, dann insolventen Trägerverein evangelisch-lutherisches Haus Cordula gewährt worden waren. Für den Umbau des Gebäudes, Modernisierung und Aufstockung, aber nicht für zusätzliche Pflegeplätze seien damals die Gelder geflossen, so Keursten.

Der jetzige Betreiber, die Azurit-Gruppe, habe damit nichts mehr zu tun, weil sie die beiden Häuser in Kortelshütte und Rothenberg über den Insolvenzverwalter gekauft habe. Dabei seien die Belastungen nicht mit übernommen worden. Keursten betonte, dass es bei den früheren Entscheidungen darum gegangen sei, den größten Arbeitgeber im Ort zu unterstützen und den Fortbestand des Hauses zu sichern – im Nachhinein vergebens.

In Abwägung des Für und Wider habe die Gemeinde damals dieser eigentlich paradoxen Zuschussgewährung von Landesmitteln über die Kommune zugestimmt. Denn „das Haus Cordula und das Ministerium verhandelten, aber die Kommune bekam den Bescheid und haftete“, so der Rathauschef. Natürlich, meinte er, „hätten wir den Bescheid nicht annehmen müssen“. Aber dann wäre auch der damalige Fortbestand der Einrichtung auf dem Spiel gestanden. Aus dem Gemeindevertreter-Rund kam die Anregung, die Abschreibungen und Wertberichtigungen noch vor der Oberzent-Fusion vorzunehmen, da mit dieser die bis dann aufgelaufenen Defizite durch Verrechnung mit dem Eigenkapital auf null gestellt werden können.

In der Kortelshütter Hochstraße soll langsamer gefahren werden

Das Aufreger-Thema vom Sommer war wieder dran: In der Sitzung des Bau- und Umwelt-Ausschusses war der SPD-Antrag auf Einführung einer Einbahnstraßenregelung zwischen Kortelshütte und Rothenberg auf dem sogenannten Kirchweg erneut Thema. Dieses Mal bewegte sich die Diskussion aber in eine andere Richtung: Untersucht werden soll auf Anregung der Sozialdemokraten auch, inwieweit verkehrsberuhigende Maßnahmen im oberen Bereich der Hochstraße greifen könnten. Dazu gibt es einen Ortstermin am 29. Dezember.

Fraktionsvorsitzende Brigitte Heckmann skizzierte in der von Dr. Andre Assmann geleiteten Sitzung noch einmal das ursprüngliche SPD-Begehren, zwischen Kortelshütte (Ende Hochstraße/Amselweg) und Rothenberg (Ende Hauptstraße/Höhenstraße) eine Durchfahrt nur noch bergauf zu ermöglichen. Das Verkehrsaufkommen in Kortelshütte habe in den vergangenen Jahren „sehr stark zugenommen“. Die Straße nutze zumindest die Hälfte der Autofahrer aus Rothenberg. Ein Gehweg sei im unteren Ortsbereich nicht vorhanden, „sodass von einer starken Gefährdung gerade für Kinder ausgegangen werden muss“.

Die bisher aufgebrachten Schwellen sind laut Heckmann nicht ausreichend, um eine Reduzierung der Geschwindigkeit auf die ausgeschilderten 30 Stundenkilometer zu erreichen. „Es wird trotzdem bergab zu schnell gefahren.“ Sie relativierte aber die ursprüngliche Forderung einer Einbahnstraße zugunsten wirklich sinnvoller verkehrsberuhigender Maßnahmen. Beim Ortstermin will man schauen, wo diese Sinn machen würden. Es geht der SPD darum, auf die gefährliche Situation aufmerksam zu machen. Vor allem kommt der weiter oben gelegene Bereich am Ortseingang Kortelshütte von Rothenberg aus in Betracht.

Bürgermeister Hans Heinz Keursten kann sich etwa Parkbuchten vorstellen, die durch große Blumenkübel eingefasst werden und damit den Autoverkehrt verlangsamen. Daneben brachte er ins Spiel, an der Bushaltestelle von Hirschhorn kommend die Bordsteinkante anzuheben, sodass nicht mehr zu schnell die Kurve gekratzt wird. Der Fußweg zwischen Amselweg und Hochstraße in Kortelshütte soll im Zuge des Vor-Ort-Termins ebenfalls besprochen werden.