Oberzent-Fusion: Es werden noch Kandidaten für die Ortsbeiräte gesucht

Wenn am 29. April der neue Bürgermeister und die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Oberzent gewählt werden, sollen auch die Mitglieder der jeweiligen Ortbeiräte bestimmt werden. Ein Punkt, der in der öffentlichen Wahrnehmung noch nicht so richtig präsent zu sein scheint. Deshalb gibt es seit zwei Wochen Info-Veranstaltungen in den verschiedenen Ortsteilen der fusionierenden Kommunen, die nach der Winterpause fortgesetzt werden.

In 13 Ortsbezirken sind bis 17. Februar die jeweiligen Kandidaten zu benennen, die dann Ende April zur Wahl stehen werden. Die Ortsbeiräte sind ein freiwilliges Gremium: Gibt es nicht genügend Bewerber, dann kommen sie nicht zustande. Da 2018 allerdings nur eine Zwischenwahl bildet, könnten sie bei jetzigem Nichtzustandekommen 2021 beim regulären Wahltermin trotzdem ins Leben gerufen werden. Die bisherigen Gemeinden Sensbachtal und Hesseneck bilden mit ihren jeweils drei Teilorten einen gemeinsamen Ortsbeirat. Bis auf den neuen Zusammenschluss von Finkenbach, Hinterbach und Raubach sind in allen anderen Ortsteilen jeweils Gremien zu wählen.

Während dies in diversen Beerfeldener Stadtteilen keine Neuerung ist, weil es sie bisher schon gab, hatte Rothenberg diese Institutionen nicht mehr. Inzwischen liefen im Höhendorf alle vier Infoveranstaltungen. Mit unterschiedlichem Feedback. 35 Besucher zählte Bürgermeister Hans Heinz Keursten in Rothenberg-Ort, je 28 in Finkenbach und Ober-Hainbrunn sowie 26 in Kortelshütte. Zusammen mit Fusions-Projektleiter Christian Kehrer führte er die Info-Veranstaltungen durch.

Die Interessierten wollten vor allem wissen, welche Aufgaben auf den Ortbeirat übertragen werden und welche Mitwirkungsrechte er haben wird. Die werden endgültig erst von der neuen Stadtverordnetenversammlung definiert. Deshalb erläuterten Kehrer und Keursten erst einmal die in der hessischen Gemeindeordnung vorgesehen Punkte. Die Ortsbeiräte sind zu allem, was den Ortsteil betrifft, und zum Haushaltsplan zu hören.

Angedacht ist ein eigenes Budget für die Ortsbeiräte als „Sprachrohr der Bevölkerung“: etwa eine Pauschale plus eine gewisse Summe pro Einwohner. Lindenfels hat erfolgreich vorgemacht, wie dies praktiziert werden kann. Damit wird auch die Verwaltung entlastet und muss nicht bei jeder Kleinigkeit mit ins Boot, erläutert Keursten. „Der bürokratische Aufwand lässt sich senken“, betont Kehrer. Blumenschmuck, Dorffeste oder Unterhaltungsmaßnahmen könnten darüber abgedeckt werden.

„Die Eigeninitiative der Bevölkerung kann so gestärkt werden“, führt Kehrer aus. Die Bürger können sich an ihrem Wohnort einbringen, mit ihm identifizieren und selbst ohne große Umwege das angehen, was ihnen auf dem Herzen liegt. Keursten war angetan im „großen Interesse“ in Ober-Hainbrunn. Vier Personen signalisierten gleich ihre Bereitschaft mitzumachen. In Rothenberg und Finkenbach ist der Zuspruch noch etwas verhaltener. Eine „gute Resonanz und hervorragende Diskussion“ gab es laut dem Bürgermeister in Kortelshütte.

In den ersten Bürgerversammlungen im Vorfeld der Fusion hörte man 2015 heraus, dass es die Furcht vor einem großen Gebilde weit weg vom Wohnort gab, so Kehrer. Auch, dass sich die Bürger mehr engagieren wollen. „Jetzt sind sie aufgefordert mitzuwirken“, hob der Fusions-Projektleiter hervor. Der Vorsitzende des Ortsbeirats arbeite durch das neu geschaffene Gremium aller Ratschefs Magistrat und Bürgermeister direkt zu, wies er auf die unmittelbaren Einflussmöglichkeiten hin.

Bei den Veranstaltungen gab es aber auch weitere Infos rund um die Fusion. Um die Ausweisdokumente zu ändern, werden die Bürger ab dem 8. Januar alphabetisch nach Nachnamen geordnet in die jeweiligen ehemaligen Rathäuser gerufen. Kehrer bittet um Geduld bei den Änderungen. „Die alten Dokumente sind weiterhin gültig“, betont er.

Info: Auf der KSO-Homepage www.oberzent.info ist eine Liste mit den Behörden und Institutionen zu finden, die bereits zentral vom Kommunalservice über Adressänderungen informiert wurden. Dort lässt sich auch ein Formular herunterladen, mit dem die Bürger ihre neue Adresse weitergeben können. Christian Kehrer empfiehlt, vor allem die eigenen Versicherungen rund ums Haus wie Feuer-, Wohngebäude- und Hausrat- extra zu benachrichtigen.

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Die vier Rothenberger Wehren sind sehr gut aufgestellt: Hervorragende Jugendarbeit zeigt zahlenmäßige Früchte

Das Jahresende bedeutet eine gewaltige Zäsur für die Feuerwehren aus Kortelshütte, Finkenbach, Ober-Hainbrunn und Rothenberg. Dann gehen sie zusammen mit der Fusion in der neuen Oberzent-Wehr auf. Deshalb klang auch eine gehörige Portion Wehmut in den Reden durch, als in den Jahresberichten 2016 und 2017 auf die letzten beiden eigenständigen Jahre zurückgeblickt wurde. Um die 200 Brandschützer mit Gästen hatten sich dazu in der neu sanierten Sporthalle zusammengefunden.

Gemeindebrandinspektor (GBI) Marco Johe stellte in seinen Berichten sowohl die Aktivitäten des Vereins als auch der Einsatzabteilung heraus. Es wurde deutlich, dass die vier Vereine einen großen Beitrag zum gesellschaftlichen Leben in der Gesamtgemeinde beitragen. Lärmfeuer, Grillnacht, Kikeriki-Theater, Handkäs- und Kelterfest oder Fasching sind da nur einige Beispiele.

Das ist jedoch nur die eine Seite der Medaille. Zahlreiche Besuche von Fortbildungen, Lehrgängen oder die Teilnahme an Leistungsübungen sorgten dafür, dass die Brandschützer feuerwehrtechnisch immer up-to-date waren. Dieses Wissen kommt natürlich bei den Einsätzen zum Tragen. Davon gab es 2016 zwölf Stück neben 29 Hilfeleistungen. In diesem Jahr zählte man bisher sieben Brandeinsätze und 44 Hilfeleistungen. „Ohne eine stetige Fortentwicklung des Ausbildungsstandes würden wir stillstehen“, meinte Johe. Und: „Stillstand bedeutet Rückschritt“, sagte er.

In den vergangenen sechs Jahren, verdeutlichte Johe, verzeichnete die Rothenberger Gesamtwehr einen bemerkenswerten Aufschwung. Waren es 2011 noch 35 Jugendfeuerwehrleute, 115 Angehörige der Einsatzabteilung und 25 Mitglieder der Altes- und Ehrenabteilung, so stieg diese Zahl bis jetzt auf 66 Jugendliche, 136 „Senioren“-Brandschützer und 32 Alterskameraden. „Das ist sehr positiv und entgegen dem Trend“, verdeutlichte Johe.

Fast folgerichtig wird von den diesen Einsatzkräften auch viel geleistet. 2016 waren 8000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit, bis zum Tag der Versammlung in diesem Jahr schon wieder 7100. Eine Zahl, die nicht nur Dienstherr Bürgermeister Hans Heinz Keursten viel Respekt und Dank abverlangte, sondern ebenso den anderen Ehrengästen. Unter diesen war auch der Kreisbeigeordnete Torsten-Tankmar Hopp, der den Einsatz der Wehr und die Tätigkeit der Floriansjünger „beseelt von dem Wunsch, Menschen zu helfen“, würdigte.

Kreisbrandinspektor Horst Friedrich meinte an die Wehr gewandt: „Ihr seid gut aufgestellt.“ Er lobte die hervorragende Jugendarbeit, die sich nicht nur zahlenmäßig festmachen lässt, sondern auch an den zahlreichen Erfolgen der Jugendlichen bei Wettkämpfen auf Kreis-, Regions- und Landesebene. „Die wissen jetzt alle, wo Rothenberg liegt“, meinte Johe schmunzelnd. Friedrich forderte die Kameraden dazu auf, „das, was ihr aufgebaut habt, mitzunehmen in das, was jetzt in der Oberzent geschaffen wird“.

Über die Aktivitäten der Jugendwehr berichtete Malte Hinrichs. Er sprach von 2017 als einem „grandiosen Jahr für die Jugendfeuerwehr“. Hinrichs bezog sich dabei auf die vielen Erfolge bei den diversen Wettbewerben und die Ausrichtung des Bundeswettbewerbs in Rothenberg. Auch das restliche und vorherige Jahr waren mit etlichen Unternehmungen gespickt, die keine Langeweile bei den Nachwuchskräften aufkommen ließ.

„Ab 2018 gehen auch unsere vier Feuerwehren in Stadt Oberzent über“, sagte Johe abschließend. Bis zur Wahl eines neuen Stadtbrandinspektors werde er das Amt im Zuständigkeitsbereich der dann ehemaligen Gemeinde Rothenberg kommissarisch weiterführen. „Es wird einiges Neues auf alle und somit auch auf unsere vier Feuerwehren zukommen“, so Johe. Der gesamte Fusionsprozess war, ist und bleibt sicher noch einige Zeit ein spannendes Projekt, hob der GBI hervor.

Wie stark die Wehren in den Ortschaften verwurzelt sind, zeigte sich daneben an den zahlreichen Ehrungen für langjährige Tätigkeit. Viele Mitbürger machen sich bereits seit Jahrzehnten verdient um den Schutz ihrer Mitmenschen.

Ehrungen, Auszeichnungen, Prämien, Beförderungen

Bronzenes Brandschutzverdienstzeichen am Bande für Verdienste um das Feuerwehrwesen: Rüdiger Seip; Ehrenzeichen des BFV Hessen Darmstadt in Silber für besondere Verdienste: Christian Kehrer und Jürgen Bartmann; Goldenes Brandschutzehrenzeichen am Bande (40 Jahre): Jürgen Bartmann und Reiner Koch; Silbernes Brandschutzehrenzeichen (25 Jahre): Timm Bartmann, an Corina Ihrig wurde es bereits durch die Feuerwehr Hirschhorn verliehen

Ehrenmedaille Jugendfeuerwehr Odenwaldkreis: Anna Lähn, Malte Hinrichs, Maurice Fink, Janna Kabel, René Seip, Fabienne Buchert, Janis Heckmann, Jan Johe, Alicia Leske, Patrick Bartmann

Floriansmedaille in Silber der hessischen Jugendfeuerwehr: Maria Groh

Anerkennungsprämie: zehn Jahre Natalie Koch, Sybille Schumacher, Fabian Sauter, Alexander Volk, Lukas Beisel, Julian Beisel, Sebastian Braun; 20 Jahre Matthias Heiß; 30 Jahre Johannes Glücks, Dirk Heckmann, Klaus Kleinhans, Thomas Frisch; 40 Jahre Jürgen Bartmann

Beförderungen: Pascal Lähn (Oberfeuerwehrmann), André Foshag (OFM), Fabian Ludebühl (OFM), Janine Setzer (Oberfeuerwehrfrau), Luisa Sauer (OFF), Angelo Helm (Löschmeister), Malte Hinrichs (LM), Maurice Fink (LM), Sascha Hafner (Oberlöschmeister), Jochen Weinthäter (Brandmeister), Marco Johe (Oberbrandmeister)

Rothenberger Ausschuss will die Raser in Kortelshütte abbremsen

Kurz vor der Oberzent-Fusion kommt in die Kortelshütter Verkehrsberuhigung ziemlich Bewegung. Nachdem der Bauausschuss die neuralgischen Stellen bereits vor einem Jahr im Rahmen einer Ortsbegehung in Augenschein genommen hatte, wurden auf der jetzigen Sitzung vier Maßnahmen festgezurrt, um den Schnellfahrern im Ortsteil Einhalt zu gebieten. Die sollen, darin waren sich die Mandatsträger einig, möglichst wenig Geld kosten und eventuell auch als Testphase für Weitergehendes angesehen werden.

Ein wenig Wehmut schwang in den Worten von Ausschuss-Vorsitzendem Dr. André Assmann mit, der „zur letzten Sitzung in dieser Konstellation“ begrüßte. Denn das Rothenberger Gremium wird es nach dem Jahreswechsel nicht mehr geben. Deshalb wurde es auch Zeit, den Punkt in trockene Tücher zu bringen. „Er war mehr als einmal auf der Tagesordnung“, sagte Assmann. Nachdem die Ideensammlung zur Entschleunigung zusammengetragen worden war, kam es Mitte des Jahres zu einer Begehung mit den zuständigen Behörden.

„Dann wurde das Preisschild drangehängt“, meinte Assmann. Da die Behördenvertreter keinen Handlungsbedarf sahen, „sind die Maßnahmen Privatvergnügen der Gemeinde“, sagte er. Der Vorsitzende verdeutlichte angesichts der im Raum stehenden 20.000 Euro, dass es nie darum ging, „alles auf einmal zu machen“. Sondern die Liste enthielt mögliche Handlungsoptionen, die nach und nach abgearbeitet werden können. Oder eben auch nicht.

Es ging dem Ausschuss nun darum, unter dem Kosten-Nutzen-Aspekt abzuklopfen, was als Priorität angegangen werden kann. Assmann skizzierte kurz die neuralgischen Punkte, die sich entlang der Hochstraße aufreihen. Das beginnt ganz unten am Ortseingang, wo an der Bushaltestelle, von Hirschhorn kommend, über den Bordstein zu schnell um die Ecke den Berg hochgefahren wird. Gerade Schulkinder sind hier gefährdet. Weiter oben gibt es dann die „Rennstrecke“, die man bergab entschärfen will. Ins Spiel gebracht wurden Blumenkübel und/oder Markierungen.

Um die Haltestelle herum sah Wilfried Friedrich (WGR) Handlungsbedarf. Ihm schwebt ein Kölner Teller vor, um die Autos an der Überfahrt des Bordsteinstücks zu hindern. „Allerdings sind die Teller gerade nicht so gut angesehen“, meinte er mit Blick auf den Heidelberger Fall, wo ein Radfahrer schwer stürzte. Wobei: „Radfahrer in Kortelshütte“, fragte Friedrich rhetorisch angesichts der Steillage.

Ins Gespräch kam auch eine Bordsteinerhöhung – aber so, dass der Bus noch ohne Probleme drauffahren kann. Von der Einmündung der Hoch- in die Landesstraße bis zur Kreuzung mit dem Weg „Im Trieb“ will man überlegen, einen 80 Zentimeter breiten Gehweg anzulegen. Sobald die Flurbereinigung in diesem Bereich abgeschlossen wird, will man zur Tat schreiten. Thomas Wilcke (SPD) brachten Straßenmarkierungen, um die Kurve „abzuschneiden“. Die kann der Bauhof aber nicht machen“, meinte Armin Löffler.

Im oberen Bereich der Hochstraße soll eine Entschleunigung dadurch erreicht werden, dass auf beiden Seiten versetzt je drei Parkplätze markiert werden. Wenn dort Autos stehen, erhofft man sich eine Verkehrsberuhigung. „Antesten und schauen, wie es lauft“, sagte Friedrich, bevor viel Geld in die Hand genommen wird. Gemeindevorstand Karlheinz Braun hatte Bedenken, ob die bergseits liegenden Parkplätze wirklich angenommen werden.

Als dritte Maßnahme soll ein Blumenkübel auf Höhe des Heag-Gebäudes platziert werden. Der soll Autolenker abbremsen, die mit zu viel Schwung von oben kommen und dann ins Steilstück brausen. Allerdings ist eine Aufstellung erst im Frühjahr geplant, weil er sonst demnächst wegen Schneeräumung wieder abgeräumt werden müsste. Gleichzeitig will man als vierte Verkehrsberuhigung die rumpelnde Bodenschwelle vor dem „Lamm“ ein Stück nach unten verlegen und alle anderen auf der Hochstraße wieder befestigen.

Überlegungen für eine Verkehrsberuhigung in der Kortelshütter Hochstraße gibt es schon seit 1993. Damals war an eine Pflasterung gedacht, was sich aber wegen des Widerspruchs von manchen Anwohnern nicht verwirklichen ließ. 2008 wurden die jetzigen Schwellen an verschiedenen Stellen aufgebracht. Die zeigten aber nicht den gewünschten Erfolg und waren auch nicht wirklich beständig.

Kinder brachten den Senioren im Kortelshütter Haus Cordula beim Martinsumzug viel Freude

Aufgeregte Kinder, stolze Eltern und lachende Senioren: Der Rothenberger Kindergarten „Himmelsauge“ startete seinen Martinsumzug in diesem Jahr erstmals am Haus „Cordula“ in der Waldstraße. Wobei das Starten bedeutete, dass die Kinder zu Beginn die älteren Bewohner im Aufenthaltsraum und ihren Zimmern besuchten und mit den Liedern viel gute Laune mitbrachten. Martinsbrezeln und Gummibärchen waren der verdiente Lohn für die große Schar.

Hatte sich kurz vor Beginn noch der bange Blick von Erzieherinnen und Eltern nach oben gerichtet, so schloss der Himmel pünktlich zum Start seine Schleusen. Damit konnte der Zug im Anschluss trockenen Fußes den mit Fackeln beleuchteten Weg hoch zum Sportplatz antreten, wo bereits die Kortelshütter Feuerwehr auf die Kleinen wartete. Ein Martinsfeuer, warme Getränke und natürlich auch etwas zum Essen bildeten eine gelungene Abrundung des Abends.

Knapp 50 Kinder zwischen einem und sechs Jahren besuchen aktuell den kommunalen Kindergarten. Ein Viertel davon gehört zu den unter Dreijährigen. Das Basteln der Laternen begann bereits direkt nach den Sommerferien, weiß Leiterin Andrea Koch, die zusammen mit ihren Kolleginnen Stefanie Schindler, Marion Honnen, Katja Seip, Jana Johann und Ruth Diener vor Ort war. Die zwei männlichen Kollegen waren bedauerlicherweise krank.

Zwei Wochen vor dem Martinsumzug ging es dann „in die Vollen“. Es wurden Bücher über das Leben des Bischof von Tours gelesen, Bilder aus der Geschichte des Heiligen gezeigt und die Geschichte erzählt, warum er solch eine Bedeutung hat und wieso es den Martinsumzug mit seiner jahrhundertealten Tradition gibt. Natürlich übten die Kinder auch die vielen Martinslieder ein, mit denen sie die Senioren, aber auch ihre Eltern unterhielten. Wand- und Fensterbilder sowie Mandalas entstanden neben den Laternen durch fleißige Kinderhände.

„Hoch über uns die Sterne“, „Kinder zieht euch warm an“ oder der „Lichterkinder-Rap“ waren ebenso dabei das klassische „Ich geh mit meiner Laterne“. Für die Umrahmung sorgten bei letzterem Lied die sechs Jungbläser des Rothenberger Posaunenchors, mit dem sich die Kleinen abwechselten. Die jugendlichen Musiker durften gleich nochmal ran, als sich die bunte Schar vom Foyer hinein ins Gebäude bewegte.

Der Kindergarten wählt sich jedes Jahr einen anderen Ortsteil aus, in dem der Martinszug stattfindet. Letztes Jahr war dies Ober-Hainbrunn, davor die Hinterbach. „Wir brauchen immer einen zentralen Platz“, sagt Marion Honnen, da neben den Kleinsten auch viele Eltern und Verwandte mit dabei sind. Da kommen dann wie jetzt locker 60 bis 70 Personen zusammen. Und das trotz des schlechten Wetters.

Wenn auch zum ersten Mal in Kortelshütte, hat die Zusammenarbeit mit dem Rothenberger Cordula-Haus bereits Tradition. Da bringt der Kindergarten Kuchen zum Muttertag vorbei oder gestaltet die Adventsfeier mit. Hausleiter Jörg Wehrle freute sich über den Besuch und die Unterhaltung für die 75 Bewohner des Seniorenzentrums. Er wie auch Andrea Koch begrüßten die großen und kleinen Besucher. „Sie bringen den älteren Menschen Freude“, sagte er. „Das Wetter ist fast wie früher vor 1700 Jahren bei St. Martin“, so Koch.

Während sich die Laternenträger über die Martinsbrezeln und andere Süßigkeiten freuten, die ihnen die Senioren mit leuchtenden Augen zusteckten, gab es für die Kindergartenleitung auch eine schöne Überraschung: Das Hinterbacher Köhlerteam hatte einen Scheck über 500 Euro im Gepäck, den Hiltrud Kwiatkista, Thomas Frisch und Nadine Frisch an Andrea Koch überreichten.

Schon seit Jahren besuchen die Kinder immer den Kohlenmeiler, um dort das alte Handwerk zu bestaunen. Nur dieses Jahr musste die Wanderung von Rothenberg in die Hinterbach ausfallen, weil schon Sommerferien waren. Die Zuwendung an den Kindergarten aus dem Erlös der zweijährlichen Veranstaltung hat bereits eine schöne Tradition.

Bereits am Nachmittag hatten die Hinterbacher Hobbyköhler einen weiteren Teil ihres Erlöses aus dem zehntägigen Event gespendet: Erwin Hotz und Schatzmeisterin Hiltrud Kwiatkista übergaben noch einmal 500 Euro an die Hospizgruppe Südlicher Odenwald aus Rothenberg, für die Leiterin Gisela Ritter mit Dankesworten den Scheck entgegennahm.

Verkehrsberuhigung in Kortelshütte ja – auf eigene Kosten

Verkehrsberuhigung in Kortelshütte? Gerne. Wenn die Gemeinde die Maßnahmen bezahlt. Das ist die Quintessenz aus einer Behördenschau vom Sommer, wie sie jetzt in der Gemeindevertretung vorgestellt wurde. Denn die zuständigen Ämter halten die schon getroffenen Maßnahmen für ausreichend. Die Mandatsträger waren mit dieser Bilanz aber nicht zufrieden. Das Thema soll jetzt noch einmal im Bauausschuss beraten werden.

Eine Beruhigung ist vor allem für die Hochstraße angedacht, in der trotz Tempo-30-Zone zu schnell bergab gesaust wird. Kontrollieren kann die Gemeinde nicht, da die eigene Bußgeldstelle fehlt. Das wird mit der Fusion in der neuen Stadt Oberzent besser. Es geht um Schwellen oder Teller sowie um optische Verengungen. Eine solche kann man sich in der Kurve oberhalb der Kreuzung von Wald- und Hochstraße vorstellen, um die Straße für die bergab Fahrenden schmaler zu gestalten.

Außerdem gibt es die Anregung, alle 100 Meter eine große „30“ auf die Fahrbahn aufzumalen. Derzeit im Bauhof vorrätige große Blumenkübel sollen die Straße verengen. Überlegungen für eine Verkehrsberuhigung in der Kortelshütter Hochstraße gibt es schon seit 1993. Damals war an eine Pflasterung gedacht. 2008 wurden die jetzigen Schwellen an verschiedenen Stellen aufgebracht. Die zeigten aber nicht den gewünschten Erfolg und sind auch nicht wirklich beständig.

20.000 Euro würde die Verwirklichung aller Wünsche kosten, hatte ein Ingenieurbüro im Auftrag der Gemeinde zusammengetragen. Der Vorsitzende des Bauausschusses, André Assmann (WGR), machte aber klar, dass es gar nicht darum geht, alles in einem Aufwasch zu erledigen. Sondern unter der Beachtung der Kosten nach und nach zu Werke zu gehen und dazu die Arbeiten möglichst durch den Bauhof erledigen zu lassen.

„Geschwindigkeitskontrollen sind der beste Weg“, sagte Bürgermeister Hans Heinz Keursten. Brigitte Heckmann (SPD) ärgerte sich gewaltig über die Aussagen bei der Verkehrsschau. Von ihr kam die Anregung auf eine erneute Beratung im Ausschuss, „um zu sehen, was über die Gemeinde erledigt werden kann“. Die Schwellen, betonte sie, „klappern sowieso und müssen weg“.

Die Insolvenz des Hauses Cordula hängt der Gemeinde finanziell noch böse nach, kam in der Beratung und (einstimmigen) Beschlussfassung des Jahresabschlusses 2014 zum Ausdruck. Der wurde von KSO-Mitarbeiterin Tina Bartmann dem Gremium vorgestellt. Der Fehlbetrag im ordentlichen Ergebnis von 278.000 Euro ist fast vollständig der Abschreibung des Darlehens für das Seniorenheim zuzuschreiben (258.000 Euro). „Die Gemeinde muss weiter tilgen, bekommt aber die Erstattung nicht mehr“, verdeutlichte sie.

Nimmt man das außerordentliche Ergebnis mit hinzu (18.000 Euro), so wäre der 2014er-Haushalt ohne Cordula praktisch ausgeglichen gewesen. Das hätte eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Ansatz von 72.000 Euro Minus bedeutet, erläuterte Bartmann. Verursacht vor allem durch gestiegene Steuereinnahmen, die aber auch Rückstellungen für die daraus zu zahlenden Umlagen mit sich brachten.

Wie Bartmann weiter sagte, wird die Cordula-Pleite auch den Abschluss des Jahres 2015 vermiesen. Und das noch in höherem Umfang. Denn dort wird die Rückforderung des Landeszuschusses von über 700.000 Euro als Rückstellung mit eingebucht. Dagegen hat die Gemeinde zwar geklagt, „aber es gibt nichts Neues“, ergänzte Keursten. Sollte man wirklich zahlen müssen, lassen sich allerdings die Miesen des Jahresabschlusses im Rahmen der Fusion mit dem Eigenkapital verrechnen, bejahte Bartmann eine Frage von Matthias Heiß (WGR). Und sollte die Gemeinde Recht bekommen, „haben wir 2018 durch Auflösung der Rückstellung einen schönen Überschuss“, schmunzelte sie.

Positives lässt sich aus dem aktuellen Jahr vermelden. Beim Bericht über den Haushaltsvollzug 2017 informierte Keursten, dass die Zahlen in der Norm liegen. Positives gibt es aus dem Forstbereich zu vermelden. Hier liege man über dem Plan. Bei der Gewerbesteuer sogar „weit darüber“.

Super-Samstag bei der Feuerwehr-Kerwe in Kortelshütte

„Der Samstag war richtig gut“, äußerte sich Feuerwehr-Kommandantin Anja Hinrichs begeistert über den Erfolg des traditionellen Kerwe-Hochtags in Kortelshütte. Diese Traditionsveranstaltung richten die Brandschützer seit Jahrzehnten immer im jährlichen Wechsel mit dem Männergesangverein aus, weil sie immer einen großen personellen Aufwand für die kleinen Vereine bedeutet. Die Dorfbevölkerung ist dankbar fürs Angebot und kommt in großer Zahl. Aber auch Gäste aus der Großgemeinde Rothenberg werden jedes Jahr zahlreich begrüßt.

„So gut besucht wie seit mehreren Jahren nicht mehr“ war laut Hinrichs am Samstag die Kür des Kerweborscht mit anschließender Party bis spät in die Nacht. Dazu spielte Alleinunterhalter Werner Schifferdecker auf. Auf Schunkelmusik folgten Schlagerstücke, bis es dann sogar in Hardrock Marke AC/DC mündete. Jung und Alt tanzten bis spät in die Nacht und den frühen Morgen.

Eine Riesengaudi ist jedes Jahr die Kerweborscht-Wahl. Denn die jungen Männer, dieses Jahr neun an der Zahl, müssen sich zur Belustigung des Publikums fünf Aufgaben stellen, bei denen sie sich gepflegt dem Spott der Anwesenden preisgeben. Durchs Programm führte auf lustige Weise der Feuerwehr-Vereinsvorsitzende Daniel Braner. Das Bierkrugstemmen war da noch die leichteste Disziplin. Darüber hinaus galt es, mit den Händen auf dem Rücken einen Apfel zu essen.

Außerdem war Trinkfestigkeit gefragt. Eine Maß Bier sollte möglichst schnell geleert werden. „Da haben ein paar freiwillig aufgegeben“, schmunzelte Hinrichs. Die beiden Finalisten hatten die diffizile Aufgabe, aus der Gästeschar einen roten Lippenstift, schwarze BHs und Damenschuhe Größe 39 zusammenzutragen. Felix Götz bewältigte diese Herausforderungen am besten und verwies Dennis Schmidt auf den zweiten Platz. Götz hatte dann das Privileg, dass er über die komplette Kerwe Essen und Trinken frei hatte.

Bei der Tombola gab es neben ein paar lustigen Geschenken wie Capri-Sonne oder Puzzles auch Gutscheine zu gewinnen. Feuerwehr-Vereinsmitglied und Bundeswehr-Pilot Nicolai Völker spendierte einen Segelflug mit ihm als Chef am Ruder ab Rothenberg. Bei super Stimmung öffnete zu späterer Stunde auch die Bar mit verschiedenen Cocktails und Longdrinks. Knapp 20 Feuerwehr-Mitglieder waren über die beiden Tage im Dorfgemeinschaftshaus zum Wohl der Gäste im Einsatz.

Stefan Sonnenburger stellt seine Kochkünste immer in den Dienst der Dorfgemeinschaft, wenn es etwas zuzubereiten gibt. Wie auch beim Kelterfest wirbelte er in der Küche und zauberte mit den freiwilligen Helfern einige Leckereien. Darunter Rumpsteak, Schnitzel mit verschiedenen Soßen, Gemüselasagne oder das Odenwälder Hochzeitsessen, Tafelspitz mit Meerrettich. Den Kuchen für den Nachmittag hatten die Kortelshütter Frauen in großer und leckerer Zahl beigesteuert.

Odenwälder Jugendfeuerwehren räumten beim Südhessenpokal in Offenbach ab

Große Erfolge der Jugendfeuerwehren aus dem Odenwaldkreis beim Südhessenpokal: Besonders die angehenden Brandschützer aus der Oberzent räumten bei der Veranstaltung kräftig ab und belegten reihenweise vordere Plätze. Die Dominanz machte sich besonders bei den gemischten Gruppen bemerkbar. Hier siegte Ober-Hainbrunn vor Rothenberg und Finkenbach. Der Südhessenpokal wird jährlich vom Verein Jugendfeuerwehr Megazeltlager Südhessen ausgerichtet. Dieses Mal fand er im Sportpark Rosenhöhe Offenbach statt.

Dabei treffen sich die jeweils bestplatzierten Mannschaften, die nicht am Landesentscheid teilnehmen. Sie kommen aus den Landkreisen Offenbach, Darmstadt-Dieburg, Groß-Gerau, Odenwald, Bergstraße und den kreisfreien Städten Darmstadt und Offenbach, um sich im Bundeswettbewerb der Deutschen Jugendfeuerwehr zu messen. Beim Bundeswettbewerb geht es zum einen darum, eine feuerwehrtechnische Übung nach Dienstvorschrift möglichst fehlerfrei zu absolvieren. Zum anderen muss ein Staffellauf mit feuerwehrtechnischen Hindernissen auf Zeit und fehlerfrei absolviert werden.

Durch die Jugendfeuerwehren der Stadt und des Kreises Offenbach wurden perfekte Rahmenbedingungen geschaffen. Auch der Wettergott meinte es wieder gut mit den 14 angetretenen Mannschaften. Die Jugendfeuerwehren zeigten in einem spannenden und fairen Wettbewerb hervorragende Leistungen. Nachmittags wurde im Beisein zahlreicher Ehrengäste die Siegerehrung durchgeführt. Unter anderem waren dabei: MdB Patricia Lips, der Erste Kreisbeigeordnete Oliver Grobeis und der stellvertretende Kreisbrandinspektor Rolf Scheuermann. Aus Odenwälder Sicht hat sich die Reise nach Offenbach sehr gelohnt. Sechs der acht Pokale nahm man mit in die Region.

Ergebnisse

Gemischte Gruppen: Ober-Hainbrunn (1410 Punkte), Rothenberg (1401), Finkenbach (1368), Wallerstädten (LK Groß-Gerau, 1351), Wald-Erlenbach (LK Bergstraße, 1349), Beerfelden (1328), Rembrücken (LK Offenbach, 983).

Gemischte Staffeln: Brombachtal (1387), Kortelshütte (1385), Hessenaue (LK Groß-Gerau, 1369,9), Breuberg/Hainstadt (1361,8), Allmendfeld (LK Groß-Gerau, 1360)

Mädchen-Gruppen: Beerfelden (1352)

Mädchen-Staffeln: Hergershausen (LK Darmstadt-Dieburg, 1288)