Verkehrsberuhigung in Kortelshütte ja – auf eigene Kosten

Verkehrsberuhigung in Kortelshütte? Gerne. Wenn die Gemeinde die Maßnahmen bezahlt. Das ist die Quintessenz aus einer Behördenschau vom Sommer, wie sie jetzt in der Gemeindevertretung vorgestellt wurde. Denn die zuständigen Ämter halten die schon getroffenen Maßnahmen für ausreichend. Die Mandatsträger waren mit dieser Bilanz aber nicht zufrieden. Das Thema soll jetzt noch einmal im Bauausschuss beraten werden.

Eine Beruhigung ist vor allem für die Hochstraße angedacht, in der trotz Tempo-30-Zone zu schnell bergab gesaust wird. Kontrollieren kann die Gemeinde nicht, da die eigene Bußgeldstelle fehlt. Das wird mit der Fusion in der neuen Stadt Oberzent besser. Es geht um Schwellen oder Teller sowie um optische Verengungen. Eine solche kann man sich in der Kurve oberhalb der Kreuzung von Wald- und Hochstraße vorstellen, um die Straße für die bergab Fahrenden schmaler zu gestalten.

Außerdem gibt es die Anregung, alle 100 Meter eine große „30“ auf die Fahrbahn aufzumalen. Derzeit im Bauhof vorrätige große Blumenkübel sollen die Straße verengen. Überlegungen für eine Verkehrsberuhigung in der Kortelshütter Hochstraße gibt es schon seit 1993. Damals war an eine Pflasterung gedacht. 2008 wurden die jetzigen Schwellen an verschiedenen Stellen aufgebracht. Die zeigten aber nicht den gewünschten Erfolg und sind auch nicht wirklich beständig.

20.000 Euro würde die Verwirklichung aller Wünsche kosten, hatte ein Ingenieurbüro im Auftrag der Gemeinde zusammengetragen. Der Vorsitzende des Bauausschusses, André Assmann (WGR), machte aber klar, dass es gar nicht darum geht, alles in einem Aufwasch zu erledigen. Sondern unter der Beachtung der Kosten nach und nach zu Werke zu gehen und dazu die Arbeiten möglichst durch den Bauhof erledigen zu lassen.

„Geschwindigkeitskontrollen sind der beste Weg“, sagte Bürgermeister Hans Heinz Keursten. Brigitte Heckmann (SPD) ärgerte sich gewaltig über die Aussagen bei der Verkehrsschau. Von ihr kam die Anregung auf eine erneute Beratung im Ausschuss, „um zu sehen, was über die Gemeinde erledigt werden kann“. Die Schwellen, betonte sie, „klappern sowieso und müssen weg“.

Die Insolvenz des Hauses Cordula hängt der Gemeinde finanziell noch böse nach, kam in der Beratung und (einstimmigen) Beschlussfassung des Jahresabschlusses 2014 zum Ausdruck. Der wurde von KSO-Mitarbeiterin Tina Bartmann dem Gremium vorgestellt. Der Fehlbetrag im ordentlichen Ergebnis von 278.000 Euro ist fast vollständig der Abschreibung des Darlehens für das Seniorenheim zuzuschreiben (258.000 Euro). „Die Gemeinde muss weiter tilgen, bekommt aber die Erstattung nicht mehr“, verdeutlichte sie.

Nimmt man das außerordentliche Ergebnis mit hinzu (18.000 Euro), so wäre der 2014er-Haushalt ohne Cordula praktisch ausgeglichen gewesen. Das hätte eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Ansatz von 72.000 Euro Minus bedeutet, erläuterte Bartmann. Verursacht vor allem durch gestiegene Steuereinnahmen, die aber auch Rückstellungen für die daraus zu zahlenden Umlagen mit sich brachten.

Wie Bartmann weiter sagte, wird die Cordula-Pleite auch den Abschluss des Jahres 2015 vermiesen. Und das noch in höherem Umfang. Denn dort wird die Rückforderung des Landeszuschusses von über 700.000 Euro als Rückstellung mit eingebucht. Dagegen hat die Gemeinde zwar geklagt, „aber es gibt nichts Neues“, ergänzte Keursten. Sollte man wirklich zahlen müssen, lassen sich allerdings die Miesen des Jahresabschlusses im Rahmen der Fusion mit dem Eigenkapital verrechnen, bejahte Bartmann eine Frage von Matthias Heiß (WGR). Und sollte die Gemeinde Recht bekommen, „haben wir 2018 durch Auflösung der Rückstellung einen schönen Überschuss“, schmunzelte sie.

Positives lässt sich aus dem aktuellen Jahr vermelden. Beim Bericht über den Haushaltsvollzug 2017 informierte Keursten, dass die Zahlen in der Norm liegen. Positives gibt es aus dem Forstbereich zu vermelden. Hier liege man über dem Plan. Bei der Gewerbesteuer sogar „weit darüber“.

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Super-Samstag bei der Feuerwehr-Kerwe in Kortelshütte

„Der Samstag war richtig gut“, äußerte sich Feuerwehr-Kommandantin Anja Hinrichs begeistert über den Erfolg des traditionellen Kerwe-Hochtags in Kortelshütte. Diese Traditionsveranstaltung richten die Brandschützer seit Jahrzehnten immer im jährlichen Wechsel mit dem Männergesangverein aus, weil sie immer einen großen personellen Aufwand für die kleinen Vereine bedeutet. Die Dorfbevölkerung ist dankbar fürs Angebot und kommt in großer Zahl. Aber auch Gäste aus der Großgemeinde Rothenberg werden jedes Jahr zahlreich begrüßt.

„So gut besucht wie seit mehreren Jahren nicht mehr“ war laut Hinrichs am Samstag die Kür des Kerweborscht mit anschließender Party bis spät in die Nacht. Dazu spielte Alleinunterhalter Werner Schifferdecker auf. Auf Schunkelmusik folgten Schlagerstücke, bis es dann sogar in Hardrock Marke AC/DC mündete. Jung und Alt tanzten bis spät in die Nacht und den frühen Morgen.

Eine Riesengaudi ist jedes Jahr die Kerweborscht-Wahl. Denn die jungen Männer, dieses Jahr neun an der Zahl, müssen sich zur Belustigung des Publikums fünf Aufgaben stellen, bei denen sie sich gepflegt dem Spott der Anwesenden preisgeben. Durchs Programm führte auf lustige Weise der Feuerwehr-Vereinsvorsitzende Daniel Braner. Das Bierkrugstemmen war da noch die leichteste Disziplin. Darüber hinaus galt es, mit den Händen auf dem Rücken einen Apfel zu essen.

Außerdem war Trinkfestigkeit gefragt. Eine Maß Bier sollte möglichst schnell geleert werden. „Da haben ein paar freiwillig aufgegeben“, schmunzelte Hinrichs. Die beiden Finalisten hatten die diffizile Aufgabe, aus der Gästeschar einen roten Lippenstift, schwarze BHs und Damenschuhe Größe 39 zusammenzutragen. Felix Götz bewältigte diese Herausforderungen am besten und verwies Dennis Schmidt auf den zweiten Platz. Götz hatte dann das Privileg, dass er über die komplette Kerwe Essen und Trinken frei hatte.

Bei der Tombola gab es neben ein paar lustigen Geschenken wie Capri-Sonne oder Puzzles auch Gutscheine zu gewinnen. Feuerwehr-Vereinsmitglied und Bundeswehr-Pilot Nicolai Völker spendierte einen Segelflug mit ihm als Chef am Ruder ab Rothenberg. Bei super Stimmung öffnete zu späterer Stunde auch die Bar mit verschiedenen Cocktails und Longdrinks. Knapp 20 Feuerwehr-Mitglieder waren über die beiden Tage im Dorfgemeinschaftshaus zum Wohl der Gäste im Einsatz.

Stefan Sonnenburger stellt seine Kochkünste immer in den Dienst der Dorfgemeinschaft, wenn es etwas zuzubereiten gibt. Wie auch beim Kelterfest wirbelte er in der Küche und zauberte mit den freiwilligen Helfern einige Leckereien. Darunter Rumpsteak, Schnitzel mit verschiedenen Soßen, Gemüselasagne oder das Odenwälder Hochzeitsessen, Tafelspitz mit Meerrettich. Den Kuchen für den Nachmittag hatten die Kortelshütter Frauen in großer und leckerer Zahl beigesteuert.

Odenwälder Jugendfeuerwehren räumten beim Südhessenpokal in Offenbach ab

Große Erfolge der Jugendfeuerwehren aus dem Odenwaldkreis beim Südhessenpokal: Besonders die angehenden Brandschützer aus der Oberzent räumten bei der Veranstaltung kräftig ab und belegten reihenweise vordere Plätze. Die Dominanz machte sich besonders bei den gemischten Gruppen bemerkbar. Hier siegte Ober-Hainbrunn vor Rothenberg und Finkenbach. Der Südhessenpokal wird jährlich vom Verein Jugendfeuerwehr Megazeltlager Südhessen ausgerichtet. Dieses Mal fand er im Sportpark Rosenhöhe Offenbach statt.

Dabei treffen sich die jeweils bestplatzierten Mannschaften, die nicht am Landesentscheid teilnehmen. Sie kommen aus den Landkreisen Offenbach, Darmstadt-Dieburg, Groß-Gerau, Odenwald, Bergstraße und den kreisfreien Städten Darmstadt und Offenbach, um sich im Bundeswettbewerb der Deutschen Jugendfeuerwehr zu messen. Beim Bundeswettbewerb geht es zum einen darum, eine feuerwehrtechnische Übung nach Dienstvorschrift möglichst fehlerfrei zu absolvieren. Zum anderen muss ein Staffellauf mit feuerwehrtechnischen Hindernissen auf Zeit und fehlerfrei absolviert werden.

Durch die Jugendfeuerwehren der Stadt und des Kreises Offenbach wurden perfekte Rahmenbedingungen geschaffen. Auch der Wettergott meinte es wieder gut mit den 14 angetretenen Mannschaften. Die Jugendfeuerwehren zeigten in einem spannenden und fairen Wettbewerb hervorragende Leistungen. Nachmittags wurde im Beisein zahlreicher Ehrengäste die Siegerehrung durchgeführt. Unter anderem waren dabei: MdB Patricia Lips, der Erste Kreisbeigeordnete Oliver Grobeis und der stellvertretende Kreisbrandinspektor Rolf Scheuermann. Aus Odenwälder Sicht hat sich die Reise nach Offenbach sehr gelohnt. Sechs der acht Pokale nahm man mit in die Region.

Ergebnisse

Gemischte Gruppen: Ober-Hainbrunn (1410 Punkte), Rothenberg (1401), Finkenbach (1368), Wallerstädten (LK Groß-Gerau, 1351), Wald-Erlenbach (LK Bergstraße, 1349), Beerfelden (1328), Rembrücken (LK Offenbach, 983).

Gemischte Staffeln: Brombachtal (1387), Kortelshütte (1385), Hessenaue (LK Groß-Gerau, 1369,9), Breuberg/Hainstadt (1361,8), Allmendfeld (LK Groß-Gerau, 1360)

Mädchen-Gruppen: Beerfelden (1352)

Mädchen-Staffeln: Hergershausen (LK Darmstadt-Dieburg, 1288)

Großer Ansturm auf den Wildschweinbraten: Freiwillige Feuerwehr Kortelshütte feierte das 26. Kelterfest

Auch wenn es die Feuerwehrleute nach dem Jubiläums-Kelterfest im vergangenen Jahr mit seinem großen Andrang kaum geglaubt hätten: Der Besuch bei der 26. Auflage war nochmal besser. Wozu auch das super Wetter beitrug, das die Ausflügler in Scharen auf die Höhe in den Rothenberger Ortsteil strömen ließ. Die Straßensperrung von Hirschhorn her machte sich dabei überhaupt nicht bemerkbar, freuten sich die Brandschützer.

Zum Glück hatte die Wehr „Wildschwein-technisch“ noch einmal aufgerüstet. Wurden 2016 schon ein 60-Kilo-Schwarzkittel als Braten vom Spieß und eine 50-Kilo-Ausführung als Gulasch ratzeputz verdrückt, waren es dieses Mal je zehn Kilo mehr. Im Beerfeldener und Brombacher Wald fielen die beiden Wildsauen dem größeren Hunger der Kortelshütter und ihrer Gäste zum Opfer.

Das herrliche Wetter bescherte den Brandschützern noch mehr Gäste als im vergangenen Jahr. „Wir hatten Full House beim Mittagessen“, lachte der stellvertretende Kommandant Timo Fink. Über die Mittagszeit waren die Plätze an den 20 aufgestellten Bierbankgarnituren restlos belegt, es kamen bestimmt über 200 Besucher zu den Spitzenzeiten auf den Berg. Besser hätte man sich den Zuspruch zum 26. Kelterfest rund um das Dorfgemeinschaftshaus nicht wünschen können.

Neben den Kameraden der befreundeten Wehren aus Hirschhorn, Rothenberg, Langenthal, Ober-Hainbrunn und Finkenbach beobachtete Fink dieses Mal auch viele Auswärtige, die die Gastfreundschaft der Wehrleute und das ausgefallene Speisen- und Getränkeangebot zu schätzen wussten. So reisten etwa Gäste aus Fürth im Odenwald an, die über einen Echo-Artikel informiert worden waren, oder Grenzgänger aus dem badischen Schönau.

Der Frost im Frühling hatte zwar die Apfelernte verhagelt, aber über 200 Kilo des wohlschmeckenden Obsts von Kortelshütter Wiesen kamen trotzdem noch zusammen. Sie waren im Vorfeld von Einsatzabteilung und Jugendwehr gesammelt worden, um daraus den Apfelsaft direkt vor Ort frisch zu pressen. „Wir haben zwar weniger, aber dafür schmeckt er super“, meinte Fink.

Malte Hinrichs und Felix Götz gingen hierfür mehrmals am Tag zu Werke, ließen die Äpfel erst durch die Maschine kleinhäckseln und pressten diese dann mit Muskelkraft zu leckerem Saft. Den nahmen kurzerhand viele Besucher auch mit. Am Grill stand in bewährter Manier der gelernte Koch Stefan Sonnenburger. Der ist zwar kein Feuerwehr-Mitglied, aber bei den Festen immer an vorderster Front dabei, wenn es ums Helfen geht. Dieses Mal bekam er Glückwünsche nicht nur für seine Grillkünste, sondern weil er exakt am Festtag auch seinen 43. Geburtstag feierte.

Damit der Grill unter der Wildsau nie ausgeht und sie nach mehr als sechs Stunden das entsprechende Aroma hat, schlägt sich Fink gern die Nacht um die Ohren. „Seit 2 Uhr befeuere ich den Grill“, meinte er elf Stunden später immer noch gut gelaunt. Insgesamt waren rund um die Veranstaltung 25 Helfer aus der gesamten Feuerwehr aktiv. Viele Speisen wurden vor Ort selbst zubereitet, so das frisch gekochte Sauerkraut oder der Zwiebelkuchen.

Der Andrang ist eine schöne Bestätigung für die Arbeit im Vorfeld: „Von 11 bis 11 wurde am Vortag gekocht“, macht Fink den Aufwand deutlich. Aber die Gäste wissen auch zu schätzen, dass beim Kelterfest viel selbst Hergestelltes auf den Teller und ins Glas kommt. Neben dem Ragout wurden auch die Semmelknödel in Eigenarbeit hergestellt, kümmerten sich die Wehrleute um Haxen und geräucherte Forellen.

Vorgeschaltet war dem Kelterfest die „Bembelparty“. Zur Musik von „DJ Firefighter“ wurde bis spät in die Nacht getanzt. Von den Feuerwehren aus Langenthal, Rothenberg und Höllerbach kamen die meisten Gäste. Zu feiern gab es diesmal den zweiten Platz der Einsatzabteilungs-Mannschaft beim Kreisentscheid. Auch die Jugend landete auf Platz 2 und fährt deshalb nun zum Südhessenpokal.

L 3410 von Hirschhorn Richtung Kortelshütte ist noch bis Ende des Monats gesperrt

Noch bis Ende des Monats sollen die Bauarbeiten auf der L3410 zwischen dem Brombacher Wasser bei Hirschhorn und dem Rothenberger Ortsteil Kortelshütte dauern. Dort wird eine Brücke erneuert, die kurz hinter der Abzweigung von der L 3119 zwischen Hirschhorn und Ober-Hainbrunn hinauf den Finkenbach quert. Die Arbeiten laufen unter Vollsperrung und dauern voraussichtlich bis Ende September.

Die Umleitung während der Vollsperrung erfolgt in nördlicher Richtung über die L 3119 über Finkenbach Richtung Beerfelden und dann weiter über die L 3410 wieder zurück nach Rothenberg und Kortelshütte. Einheimische können auch die verschiedenen Gemeindeverbindungsstraßen nutzen, die aber für den Schwerverkehr nicht freigegeben sind.

Laut der Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil handelt es sich bei den Baumaßnahmen um einfache Instandsetzungsarbeiten am Brückenbauwerk. Das Natursteinmauerwerk des Gewölbebogens und der Stirnmauer wird gereinigt, beschädigtes Mauerwerk instandgesetzt sowie fehlende Steine ersetzt. Während der Baumaßnahme wird der Finkenbach mittels einer Verrohrung umgeleitet.

Im Rahmen der Maßnahme erfolgt eine naturschutzfachliche Baubegleitung, die unter anderem vor den Arbeiten an dem Bauwerk die Hohlräume auf brütende Vögel und dort lebende Kleintiere untersucht. Die Umweltbaubegleitung führt auch eine Elektrobefischung im Baubereich mit anschließender Freisetzung der Fische durch, die den Fischbestand des Baches schützt. Die Kosten belaufen sich auf rund 82.000 Euro.

Beim Kortelshütter Kelterfest am 10. September werden wieder Wildschweine gegrillt

Wenn die Feuerwehrleute im Rothenberger Ortsteil ihr Kelterfest feiern, läuten bei den Schwarzkitteln in der Region die Alarmglocken. Denn zwei von ihnen werden in bester gallischer Tradition erst gegrillt und dann vertilgt. Am Sonntag, 10. September, wird das um 10.30 Uhr im und um das Dorfgemeinschaftshaus Kortelshütte schon zum vierten Mal der Fall sein. Insgesamt findet das Kelterfest bereits zum 26. Mal statt.

Die zahlreichen Gäste lassen sich nicht nur ein mächtiges Wildschwein vom Spieß aus den heimischen Wäldern munden, sondern vertilgen in der Regel noch ein weiteres, das zuvor zu Wildgulasch verarbeitet wurde. Diese Neuerung aus 2014, eine Wildsau am Spieß anzubieten, bewährte sich bisher bestens und beschert den Brandschützern immer einen großen Andrang.

Natürlich muss die Sau auch schwimmen. Deshalb gibt es wieder leckeren, frisch gekelterten Süßmost von Kortelshütter Äpfeln und neuen Wein. Dazu reichen die Floriansjünger selbstgebackenen Zwiebelkuchen, Haxen, geräucherte Forellen und weitere leckere Spezialitäten. Wie schon in den vergangenen Jahren findet am Tag zuvor, Samstag, 9. September, ab 20 Uhr eine Bembelparty mit „DJ Firefighter“ statt.

Neben den Kameraden der befreundeten Wehren aus Hirschhorn und den Rothenberger Ortsteilen kommen gerne auch viele Auswärtige, die die Gastfreundschaft der Wehrleute und das ausgefallene Speisen- und Getränkeangebot zu schätzen wissen. Etliche Zentner Äpfel von Wiesen auf der heimischen Gemarkung werden im Vorfeld von Einsatzabteilung und Jugendwehr gesammelt, um daraus viele Liter Apfelsaft direkt vor Ort frisch zu pressen.

Am Grill steht immer in bewährter Manier der gelernte Koch Stefan Sonnenburger. Der ist zwar kein Feuerwehr-Mitglied, aber bei den Festen immer an vorderster Front dabei, wenn es ums Helfen geht. Damit der Grill unter der Wildsau nie ausgeht und sie nach mehr als sechs Stunden das entsprechende Aroma hat, schlagen sich die Feuerwehrleute gern die Nacht um die Ohren. Insgesamt sind rund um die Veranstaltung 25 Helfer aus der gesamten Feuerwehr aktiv. Viele Speisen werden vor Ort selbst zubereitet, so das frisch gekochte Sauerkraut oder der Zwiebelkuchen.

Windkraft im Odenwaldkreis: Der Flächennutzungsplan ist das Maß aller Dinge

Es wird wohl ein Kampf gegen Windmühlenflügel sein. Das Höhendorf mit seinen angeschlossenen Ortsteilen wehrt sich dagegen, von Windrädern „umzingelt“ zu werden, die bei Verwirklichung des entsprechenden Regionalplans rund um den Ort in die Höhe wachsen könnten. Dazu kommen noch die Pläne des badischen Eberbachs, was weitere Rotoren in direkter Nachbarschaft bedeuten würde. Über die Situation vor Ort informierte sich jetzt der Bundesabgeordnete Jens Zimmermann.

Der SPD-Mann reagierte damit auf ein Protestschreiben von Finkenbacher, Hinterbacher und Raubacher Bürgern, mit dem sich diese neben dem hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier auch an ihre politischen Vertreter gewandt hatten. „Wir sehen wenig direkte Einflussmöglichkeiten auf den Regionalplanwurf“, betonte der WGR-Gemeindevertreter Matthias Heiß. Letztendlich werde vom Regierungspräsidium (RP) Darmstadt als zuständiger Behörde eine politische Entscheidung getroffen, wenn es um die Genehmigung von Windparks im Odenwald gehe.

Es geht laut Heiß um „möglichst viel Sperrfeuer von allen Seiten“, betonte er bei der Vorstellung der Rothenberger Bedenken. Die Planungen hätten „Ausmaße angenommen, die nicht mehr tragbar sind“. Es sei wichtig, dass sich Städte und Kommunen kurzschließen. Genau das empfahl auch Zimmermann: „Sie müssen das Problem in Rothenberg klar kommunizieren“, sagte er. Und dabei weiterhin den bisherigen sachlichen Ton beibehalten.

Der Abgeordnete empfahl, auf der Umsetzung des gemeinsamen Odenwaldkreis-Flächennutzungsplans (FNP) zu bestehen, wie es schon bisher getan wurde. Außerdem „müssen bestimmte Dinge klar eingefordert werden“, so Zimmermann. Darunter zählte er auch eine Betrachtung, was im benachbarten Baden-Württemberg vor sich gehe. Das könne nicht losgelöst gesehen werden. Er machte klar, dass jede Kritik an Flächen, „die nicht Teil des FNP sind“, von seiner Partei unterstützt werde.

Zimmermann machte in der Runde mit Bürgermeister Hans Heinz Keursten sowie Gemeindevertretern und -vorstand gleichzeitig deutlich, dass es „eine komplizierte Gemengelage“ gebe. Denn wenn der Regionalplan nicht zustande komme, sei man auf dem Stand des „schlechteren“ Baugesetzbuches. Deshalb sah er einen vernünftigen Regionalplan durchaus als erstrebenswert an. Aber eben einen, der nicht eine Vielzahl von zusätzlichen Flächen gegenüber dem FNP enthalte.

WGR-Gemeindevorstand Rainer Flick wies auf die Unterschiede beim Siedlungsabstand hin. Weil er im Weiler Hinterbach lebe, gälten hier nur 600 Meter anstatt 1000 bei geschlossenen Ortschaften. „Ich fühle mich als Bürger zweiter Klasse“, so Flick. Deshalb müsse ein einheitlicher Abstand von 1000 Meter werde, was auch die Gemeindevertretung in einer Resolution fordere.

Diskutiert wurde in der Runde auch, wie die technische Weiterentwicklung Windenergie auch auf eigentlich unattraktiven Flächen doch möglich machen könnte. Denn trotz geringerer Geschwindigkeiten könnten die Rothenberger Gebiete, für die Investoren aktuell nicht gerade Schlange stehen, in zwei oder der Jahren rentabel werden, befürchtete Heiß.

WGR-GVo Karl-Heinz Braun sprach aus, was allgemeiner Konsens war: „Ich erwarte vom Regierungspräsidium, den FNP zu übernehmen“. Denn er sei mit Politik und Bürgerschaft abgestimmt. Der FNP „ist von der Abwägung her in Ordnung“, sagte Zimmermann. Deshalb habe er kein Verständnis für die politische Blockade.

Zum Thema Einkesselung empfahl der Abgeordnete, dass die Rothenberger von der Regionalversammlung eine Simulation einfordern sollten, die sowohl hessische als auch badische Planungen mit einbeziehe. Denn „es wäre fatal“, wenn alle potenziell möglichen Windräder gebaut würden, sagte Keursten. In der Blickachse nach Westen „gäbe es keinen ruhigen Punkt mehr“, kritisierte SPD-Gemeindevertreter Thomas Wilcke.