Viele Initiativen beteiligten sich in Oberzent am Freiwilligentag des Odenwaldkreises

Das ehrenamtliche Engagement wird in Oberzent groß geschrieben. Allein zwölf Initiativen beteiligten sich in der neuen Stadt am Freiwilligentag des Odenwaldkreises. Überall wurde geschrubbt, gehämmert, gezimmert, geschraubt, auf dass sich das eigene Dorf wieder in neuem Glanz zeigt.

Wenn in Ober-Hainbrunn was zu schaffen ist, dann kommen immer etliche Helfer zusammen. Ortsvorsteher Stefan Hofmann freute sich über 25 bis 30 Freiwillige, die dabei halfen, das Erdgeschoss im alten Schulhaus zu entkernen, den Weg hinunter zur Mühlstraße freizuschneiden und die Brücke am Sportplatz auf Vordermann zu bringen. Zusätzlich wird dort eine Saugstelle für die Feuerwehr gebaut, weil sie mit dem neuen, größeren Auto nicht mehr direkt an den Bach fahren kann.

Die Lehrerwohnung im alten Schulhaus neben der Feuerwehr steht schon seit eineinhalb Jahren leer. Sie soll jetzt zu einem Gemeinschaftsraum für die ganze Ortsbevölkerung plus Wahllokal umgebaut werden. Dafür ist allerdings viel zu tun. Eine Zwischenwand wurde rausgestemmt, das Bad musste entfernt werden, ein Behinderten-WC kommt rein, der ganze Putz wurde von Decken und Wänden geklopft. „Die Eingangstür mit den Glasbausteinen hat uns ziemlich aufgehalten“, so Hofmann. Denn da waren Stahlzargen drin.

Wandverkleidungen und Türzargen mussten auch noch raus, ständig dröhnten die Geräte. Die Helfer brachten laufend Schutt nach draußen. „Einen Pritschenwagen und zwei Anhänger haben wir bereits nach Wald-Michelbach gebracht“, sagte er. Die Arbeiten sind aber noch lange nicht beendet. Weitere Einsätze sind notwendig, bei denen Hofmann auf eine ähnlich gute Beteiligung hofft.

Von der Neckar- zur Mühlstraße führte ein kleiner Weg, der in der Vergangenheit ziemlich zugewuchert war. Er ist nun wieder gut zugänglich, nachdem Büsche und Sträucher entfernt wurden. Rund um den Glascontainer und das Gefriertruhenhaus packten auch einige Helfer an, um die Hinterlassenschaften anderer zu beseitigen. „Was die Leute alles wegwerfen ist unglaublich“, beklagte eine Freiwillige.

In Finkenbach waren knapp 20 Feuerwehr-Angehörige und Ortsbürger rund um das Gerätehaus und den angrenzenden Park aktiv. Das Grün wurde kräftig zurückgeschnitten und der Bachlauf saubergemacht. Ein kompletter Anhänger mit Grünschnitt, bestimmt zehn Kubikmeter, kam so zusammen, schätzte Wolfgang Buchert. Außerdem wurde noch Dachpappe einer alten Schutzhütte aufgeladen. Er war erfreut über die gute Resonanz.

Die SG Rothenberg will sich auf der Höhe ihren lang gehegten Traum von einem Ballfangzaun erfüllen. Denn vorher rollte das runde Leder mit schöner Regelmäßigkeit den Abhang runter, mit etwas Pech noch ins Gebüsch rein, wenn einer der Kicker kräftig verzog. 70 Metallpfosten wurden auf einer Länge von 210 Metern ins Erdreich gehauen. 1,10 Meter hoch soll der Zaun werden.

Die Fläche zwischendrin ist dann als Vorbereitungsfläche gedacht, wenn der Sportplatz selbst belegt ist, erläuterte Dominik Foshag. „Das war vorher eine extrem steile Böschung“, schilderte er. Federführend bei der Aktion war Volker Sauer, der mit Hingabe und Motorsäge am Hang aktiv war, um ein wenig Licht ins Strauch-Dickicht zu bringen. 15 Helfer packten mit an.

Eine ähnliche Zahl von Freiwilligen sorgte in Kortelshütte dafür, dass an der Kreuzung von Hoch- und Eberbacher Straße die Info-Tafel erneuert wurde. Unter der Federführung von Heike Götz vom Ortsbeirat wurden außerdem eine Sitzbank und Blumentrog neu gestellt. Adolf Helm, Marco Gugau und Arno Götz zeichnen dafür verantwortlich. Die komplette obere Erdschicht wurde abgetragen und abgefahren, die Fläche mit Holzhackschnitzeln wieder aufgefüllt.

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Posted by Thomas Wilken on Monday, September 17, 2018

 

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Ansturm auf den Wildweinbraten beim Kelterfest der Kortelshütter Feuerwehr

Max Fink, Sven Völker und Felix Götz leisten Schwerarbeit. In schöner Regelmäßigkeit werden erst die Äpfel zerstampft, ehe sie dann in die Presse kommen, die wiederum den leckeren Süßmost ausspuckt, der reißenden Absatz bei den Besuchern des Kelterfestes findet. „Trink‘ nicht zu viel davon“, grinst Sven Völker. Denn der frische Apfelsaft ist geeignet dazu, die Verdauung anzuregen. Das Getränk war jedoch nur eine Spezialität von vielen, die die Brandschützer am Dorfgemeinschaftshaus auftischten.

Der Besuch bei der 27. Auflage der Traditionsveranstaltung war zwar nicht so gut wie im vergangenen Jahr, aber das lag auch am Samstag. Denn normalerweise wird sonntags gefeiert, was aber dieses Jahr nicht möglich war. Den Sonntag zuvor hatte die Wehr am Landeswettbewerb in Hungen teilgenommen, diesen Sonntag hatten bereits die Finkenbacher ihr Weinfest terminiert – denen wollte man nicht dazwischengrätschen. So gab es dieses Mal zwei in eins: Die normalerweise vorabendliche Bembelparty fand am selben Tag statt. Dazu hatten sich viele Wehren aus der Umgebung angesagt.

Das passende Ausflugswetter lockte die Ausflügler in Scharen auf die Höhe. Die kamen nicht aus den Orten des früheren Rothenbergs, sondern auch aus dem Neckartal und sogar aus Michelstadt, um die hohe Odenwald-Luft zu genießen. Rund ums DGH gab es wieder etliche Sitzgelegenheiten, die sich über Mittag rasch füllten. „Wildschwein-technisch“ agierte man dieses Mal eine Nummer kleiner. Denn 2017 kamen zwei Schwarzkittel auf den Grill, dieses Jahr nur einer.

Mit dessen „Erledigung“ hatte man Glück. „Mittwochs hatten wir noch keine Sau, dann kam zum Glück Donnerstag die SMS: Sau tot“, schmunzelte der stellvertretende Kommandant Timo Fink. Er war es wieder, der bereits ab 6 Uhr morgens am Grill stand und schaute, dass sich der Braten regelmäßig drehte. „Normalerweise fange ich um 2 Uhr nachts an“, meinte er. Man war davon ausgegangen, dass ein kleineres Schwein weniger Garzeit bedeuten würde, hatte aber die Rechnung ohne die Sau gemacht. Die brauchte doch etwas länger, so dass sich die Wildschwein-hungrigen Gäste etwas gedulden mussten.

Über die Mittagszeit waren die Plätze an den 20 aufgestellten Bierbankgarnituren sehr gut belegt, es kamen bestimmt über 200 Besucher zu den Spitzenzeiten auf den Berg. Neben den Kameraden der befreundeten Wehren beobachtete Fink dieses Mal wieder viele Auswärtige, die die Gastfreundschaft der Wehrleute und das ausgefallene Speisen- und Getränkeangebot zu schätzen wussten.

Äpfel gab es dieses Jahr en masse. Die Bäume bogen sich vor der Obstlast, die von 20 Wehrleuten zusammen mit der Jugendfeuerwehr einen Tag lang „auf Kortelshütter Wiesen handgelesen wurden“, lachte Sven Völker. „Weit über eine Tonne“ dürfte den Weg in die Presse gefunden haben. Der kleinere Teil wurde als Süßmost ausgeschenkt, der größere, 300 Liter, wird als Most für Apfelwein angesetzt. Über den Winter werden die Behälter im Sandsteingewölbekeller von Völker gelagert, der dafür beste Bedingungen bietet. „Für die kalte Jahreszeit optimal“, grinst der.

Am Grill stand in bewährter Manier der gelernte Koch Stefan Sonnenburg. Der ist zwar kein Feuerwehr-Mitglied, aber bei den Festen immer an vorderster Front dabei, wenn es ums Helfen geht. Insgesamt waren rund um die Veranstaltung 20 Helfer aus der gesamten Feuerwehr aktiv. Viele Speisen wurden vor Ort selbst zubereitet, so das frisch gekochte Sauerkraut, die Semmelknödel, der Kartoffelsalat oder der Zwiebelkuchen.

Der Andrang ist eine schöne Bestätigung für die Arbeit im Vorfeld: „Von 11 bis 11 wurde am Vortag gekocht“, macht Fink den Aufwand deutlich. Aber die Gäste wissen auch zu schätzen, dass beim Kelterfest viel selbst Hergestelltes auf den Teller und ins Glas kommt. Nachgeschaltet war die „Bembelparty“. Zur Musik von „DJ Firefighter“ wurde bis spät in die Nacht getanzt.

Feuerwehren aus Oberzent und Brombachtal erfolgreich beim Landeswettbewerb dabei

Der Odenwaldkreis steht feuerwehrmäßig ganz vorn in Hessen. Beim Landeswettbewerb in Hungen waren Teams aus Beerfelden, Rothenberg, Kortelshütte und Brombachtal am Start und hielten die Fahnen der Region hoch. Der Wettbewerb war in zwei Teile aufgeteilt: Durchführung eines Löschangriffes nach Feuerwehrdienstvorschrift (A-Teil) und Staffellauf mit Hindernissen (B-Teil).

Insgesamt nahmen 62 Gruppen in den drei Wertungsklassen (Staffel, gemischte Gruppen und Mädchengruppen) aus ganz Hessen beim 49. Vergleich der Jugendteams teil. Die Jugendfeuerwehr Beerfelden erreichte in der Staffelwertung Platz 12 mit 1287 Punkten, die Mädchenwehr Rothenberg Platz 4 mit 1386 Punkten und die Jugendfeuerwehr Brombachtal bei den gemischten Gruppen den siebten Platz mit 1416 Punkten (in den jeweiligen Wertungsklassen). Bei den Rothenberger Mädels war im Anschluss der Jubel groß, auf Landesebene eine solch hervorragende Platzierung erreicht zu haben. Denn mehr als die Hälfte der Mädels trat zu ersten Mal bei einem Feuerwehrwettkampf an.

Im A-Teil „zeigten unsere Mädels einmal wieder, dass sich das Training in den vergangenen Wochen gelohnt hat“, freute sich der Rothenberger Jugendfeuerwehrwart Janis Heckmann. Auch im B-Teil als nächste Hürde „bewiesen sie ihr Können und zeigten, was sie so drauf haben“. Die Spannung stieg ins Unermessliche, bis es dann hieß: „Platz 4 für die Mädchenmannschaft aus Rothenberg.“ Die Freude war riesig, da man somit zu den besten Teams in ganz Hessen zählt. Auch die Betreuer waren stolz über das Erreichte.

Bei den Hessischen Meisterschaften der Feuerwehrleistungsübungen, ebenfalls in Hungen, wurde der Odenwaldkreis von den Feuerwehren Kortelshütte und Brombachtal vertreten. Beide qualifizierten sich über Kreis- und Bezirksentscheid. Neben einem theoretischen Fragebogen galt es hier eine feuerwehrtechnische Übung mit Menschenrettung und Verwendung von tragbaren Leitern zu absolvieren.

Die Brandschützer aus Brombachtal repräsentierten den Kreis glänzend und holten den zweiten Platz. Das Team aus Kortelshütte hatte nicht seinen besten Tag erwischt und tröstete sich mit dem Motto „Dabeisein ist alles“. „Wir sind unter der 21 besten hessischen Feuerwehren“, gewann der stellvertretende Kommandant Timo Fink der Teilnahme eine positive Seite ab.

Die Siegerehrung fand in Beisein von Staatsminister Peter Beuth und des Präsidenten des Landesfeuerwehrverbandes, Dr. Ralf Ackermann, statt. Beide bescheinigten allen Teilnehmern einen hohen Ausbildungsstand, mit dem sie die Feuerwehren für die Zukunft gut gerüstet sehen. „Dass der Leistungsstandard der hessischen Feuerwehrkräfte und der Jugendfeuerwehren hoch ist, haben die heutige Leistungsübung und der Wettbewerb zweifellos bewiesen“, so Beuth.

„Die Odenwälder Jugendfeuerwehren lieferten wieder hervorragende Leistungen ab, auf die sie alle stolz sein können“, freute sich Kreisjugendfeuerwehrwart Dominic Groh. „Beim Landesentscheid entscheiden oft Sekunden und Kleinigkeiten über die vorderen Plätze“, betonte er. Die drei Teams hätten zusammen mit den Vertretern der Einsatzabteilungen „den Kreis super vertreten“.

Am Landesentscheid der Hessischen Feuerwehrleistungsübung nahmen 21 Mannschaften und bei dem Landesjugendfeuerwehr-Wettbewerb 62 Teams teil. Zusammen waren es rund 750 Wettkampf-Teilnehmende. Bei der Feuerwehrleistungsübung sowie dem Jugendfeuerwehr-Wettbewerb können die einzelnen Gruppen bei einem fairen Leistungsvergleich ihren Leistungsstand unter Beweis stellen und ihre Kenntnisse und Fertigkeiten in Theorie und Praxis festigen. Der Landesentscheid wird vom Land Hessen (Innenministerium und Landesfeuerwehrschule) organisiert und durchgeführt.

Dieses Mal wird in Kortelshütte am Samstag gekeltert und gegrill

Ausnahmsweise wird dieses Jahr an einem Samstag gekeltert: Die Feuerwehrleute im Oberzent-Stadtteil laden am Samstag, 15. September, zum traditionellen Kelterfest ein. Dann läuten bei den Schwarzkitteln in der Region die Alarmglocken. Denn zwei von ihnen werden in bester gallischer Tradition erst gegrillt und dann vertilgt. Um 10.30 Uhr wird das im und um das Dorfgemeinschaftshaus Kortelshütte schon zum fünften Mal der Fall sein. Insgesamt findet das Kelterfest bereits zum 27. Mal statt.

Die Brandschützer wichen dieses Mal auf den Samstag aus, weil der Sonntag schon vollgepackt mit Veranstaltungen war und man am Wochenende zuvor auf dem Landeswettbewerb in Hungen war. Die zahlreichen Gäste lassen sich ein mächtiges Wildschwein vom Spieß aus den heimischen Wäldern munden. Diese Neuerung aus 2014, eine Wildsau am Spieß anzubieten, bewährte sich bisher bestens und beschert den Brandschützern immer einen großen Andrang.

Natürlich muss die Sau auch schwimmen. Deshalb gibt es ab Beginn des Festes wieder leckeren, frisch gekelterten Süßmost von Kortelshütter Äpfeln und neuen Wein. Dazu reichen die Floriansjünger selbstgebackenen Zwiebelkuchen, Haxen, geräucherte Forellen und weitere leckere Spezialitäten. Am Samstagabend findet ab 20 Uhr bei freiem Eintritt eine Bembelparty mit „DJ Firefighter“ statt.

Neben den Kameraden der befreundeten Wehren aus Hirschhorn und den ehemaligen Rothenberger Ortsteilen kommen gerne auch viele Auswärtige, die die Gastfreundschaft der Wehrleute und das ausgefallene Speisen- und Getränkeangebot zu schätzen wissen. Etliche Zentner Äpfel von Wiesen auf der heimischen Gemarkung werden im Vorfeld von Einsatzabteilung und Jugendwehr gesammelt, um daraus viele Liter Apfelsaft direkt vor Ort frisch zu pressen.

Am Grill steht immer in bewährter Manier der gelernte Koch Stefan Sonnenburg. Der ist zwar kein Feuerwehr-Mitglied, aber bei den Festen immer an vorderster Front dabei, wenn es ums Helfen geht. Damit der Grill unter der Wildsau nie ausgeht und sie nach mehr als sechs Stunden das entsprechende Aroma hat, schlagen sich die Feuerwehrleute gern die Nacht davor um die Ohren. Spezialist ist hierfür der stellvertretende Kommandant Timo Fink. Insgesamt sind rund um die Veranstaltung 25 Helfer aus der gesamten Feuerwehr aktiv. Viele Speisen werden vor Ort selbst zubereitet, so das frisch gekochte Sauerkraut oder der Zwiebelkuchen.

Der Spielplatz in Kortelshütte muss sicherer werden

Es geht nicht um eine Verschönerung, „sondern um sicherheitsrelevante Themen“, machte Ortsvorsteher Tobias Stadler mit Blick auf den Spielplatz im Mittleren Weg deutlich. Das Gelände müsse wieder instand gesetzt werden, damit es gefahrlos von Kleinkindern genutzt werden könne, erläuterte er auf der Ortsbeiratssitzung. Von der Oberzent-Verwaltung wurde die Thematik aufgenommen.

„Die Spielgeräte sind relativ neu“. führte Stadler aus. Allerdings sind noch Reste von alten Gerätschaften vorhanden, ragen Stümpfe aus dem Boden. „Die müssen weg, das sind Stolperfallen, die zu Verletzungen führen könnten“, warnte er. So fehlen Fallschutzmatten oder sind etwa die Gummireifen als Abfederung der Wippe nicht befestigt. „Aktuell ist der Platz praktisch nicht nutzbar“, monierte der Ortsvorsteher. Gerade die Zielgruppe der Familien mit kleinen Kindern schaut in die Röhre.

Ausbesserungsbedürftig ist auch das Geländer oberhalb der Straße. „Wenn sich da einer fest dranlehnt, landet er in der Brombeerhecke“, befürchtete Stadler. Der kleine Verbindungsweg hoch zur Waldstraße ist zugewuchert. Der muss wieder freigeschnitten werden, meinte er. Denn weiter oben wohnen viele junge Familien, deren Nachwuchs sonst nur über einen weiten Umweg zum Spielplatz kommen könnte.

Motorradlärm, Raser, gefährliche Überholmanöver und kein Ende: in den Oberzent-Stadtteilen ist das Thema derzeit omnipräsent. Kortelshütte ist davon besonders betroffen, denn der Lärm hallt das Tal hinauf und einige neuralgische Kurven liegen auf der Gemarkung. Da der Stadt aktuell bei der Kontrolle des fließenden Verkehrs die Hände gebunden sind (wir berichteten), denken die Einwohner über die Gründung einer Bürgerinitiative nach.

Über die BI „soll ein Nervfaktor in die Motorrad-Community getragen werden“, formulierte es der Ortsvorsteher. Dadurch lasse sich das Problem zwar nicht lösen, aber „Nichtstun ist auch der falsche Weg“. Seitens des Ortsbeirats will man sich mit dem Rothenberger Gremium kurzschließen und dessen Anregung unterstützen, eine Wochenendsperrung der L3410 für Motorradfahrer (analog Krähberg) zu erreichen.

Gerade in den vergangenen Wochen waren laut Stadler viele Unfälle zu verzeichnen. Bürger sollten es der Polizei melden, „wenn mal wieder einer im Graben landet“. Denn leider bewirke erst die Unfallstatistik ein Umdenken, wenn es um Geschwindigkeitsbeschränkungen oder Fahrverbote gehe. Wie sehr das Thema die Bürger beschäftigt, zeigten die vielen Rückmeldungen. Sie berichteten über zahlreiche gefährliche Situationen, Schnellfahrer, Lärmbelastung und rücksichtslose Fahrer.

Garantiert mobil ist in Kortelshütte noch ein Fremdwort

Die Mobilität im ländlichen Raum ist für die Bürger ein großes Thema. Oftmals geht ohne Auto gar nichts. Was für die Jüngeren kein oder ein kleineres Problem ist, kann sich für Ältere, die nicht mehr am Straßenverkehr teilnehmen können, zu einem veritablen Hindernis auswachsen, um sich von A nach B bewegen zu können. Für den neu gegründeten Ortsbeirat Kortelshütte ein wichtiger Grund, das Programm „Garantiert Mobil“ des Odenwaldkreises aufzugreifen und durch die Fachleute vorstellen zu lassen.

Zu Gast waren Amadeus van Lier, Wirtschaftsförderer für den Bereich Oberzent, und Alois Weiss, bei der OREG im Bereich Nahverkehr tätig. Kern von „Garantiert mobil“ ist eine Mobilitätsgarantie, also das Versprechen, jederzeit von einer Ortschaft im Odenwaldkreis in das nächste Zentrum und immer auch ins Mittelzentrum Erbach/Michelstadt zu gelangen. Bedingung ist eine Anmeldung des Fahrtwunschs spätestens 60 Minuten vor der geplanten Abfahrtszeit. „Garantiert mobil“ kennt keine Bindung an einen Fahrplan und keine Einschränkungen am Wochenende oder in den Schulferien.

Über das Buchungsportal sucht der Fahrgast in der Start-Ziel-Relation seines Fahrtwunsches nach einer entsprechenden Verbindung. In der Auskunft wird ihm dann stets ein bestehendes ÖPNV- (Regel- oder „RufBus“-)Angebot angezeigt. Angezeigt werden ihm aber auch Mitnahmefahrten, die ein Anbieter im Buchungsportal eingetragen hat. Zusätzlich wird eine „Taxomobil“-Fahrt angeboten, wenn für seine Fahrtstrecke die Mobilitätsgarantie gilt.

Das große Interesse der Bürger kam durch den sehr guten Besuch zum Ausdruck. 40 von ihnen waren im Dorfgemeinschaftshaus zu Gast, freute sich Ortsvorsteher Tobias Stadler. Weil sich „Garantiert mobil“ gerade an Ältere richtet, wies Weiss darauf hin, dass – nach einer erstmaligen Online-Registrierung – die Fahrtbuchung auch per Telefon erfolgen kann.

Regelmäßigere Anbindungen wünschen sich die Kortelshütter nach Beerfelden und weiter nach Michelstadt. Gibt es tagsüber noch Busverbindungen, mit denen man zum günstigen RMV-Tarif dorthin kommt, gestaltet sich dies mit dem „Taxomobil“ außerhalb der normalen Fahrtzeiten erheblich teurer. Auf 26 Euro kam eine Kortelshütterin, die nach Michelstadt zum Krankenhaus wollte. Und dieser Preis wird bereits von der Stadt Oberzent subventioniert.

Von Bürgerseite wurden Probleme in der Schulbusverbindung Michelstadt-Kortelshütte genannt. Die Busse kämen so voll (und verspätet) in Beerfelden an, dass es Probleme mit der Umsteigeverbindung gibt. Es wurde daneben die schlechte(und teilweise fehlende) Anbindung in Richtung Hirschhorn und Neckartal angemahnt. Hier wurde der Wunsch nach einer besseren Vertaktung mit der S-Bahn geäußert. Weiss erläuterte, dass die OREG noch in Verhandlungen mit Dienstleistern sei, um das Angebot etwa durch Ruftaxi-Fahrten zu verbessern.

Der OREG-Mann nahm die ganzen Anliegen auf. Er verdeutlichte jedoch auch, dass eine Änderung der Bus- und S-Bahntaktung nicht von jetzt auf nachher möglich sei, da viele Faktoren mit hineinspielten. Sehr wenig frequentiert werden die ebenfalls angebotenen privaten Mitnahmefahrten, eigentlich ein Herzstück des Konzepts. 600 wurden in der vergangenen Zeit angeboten und nur ein Bruchteil davon gebucht, sehen die Fachleute hier noch Vermarktungsbedarf. Darum will sich die OREG in spe kümmern, nachdem jetzt die technischen Kinderkrankheiten des Systems überwunden sind. Zwei Mobilitätsberater stehen dafür in den Startlöchern.

Handkäs ist der Renner bei der Ober-Hainbrunner Feuerwehr

Handkäs, Kochkäs, Bembel und selbstgemachtes Gulasch: Wenn die Ober-Hainbrunner Feuerwehr zu Tisch bittet, dann gibt es die etwas andere, sehr hessische Speisekarte. Die Jugendwehr hat beim traditionellen Handkäsfest ihren großen Auftritt, denn die Einnahmen gehen in ihre Kasse. Da schmeißen sich die Jugendlichen doch gern in ihre Feuerwehr-Shirts und flitzen an den Bierbänken vorbei. Aber natürlich packt an diesem Tag die Einsatzabteilung mit Anhang mit an.

Über Mittagszeit füllen sich Fahrzeughalle und Vorgelände schnell mit vielen Besuchern, die das namensgebende Gericht probieren möchten. Der Betrieb bis fast zur Straße hin ist kein Problem, da sie in den Nachwehen des Finki-Festivals überregional noch als gesperrt gekennzeichnet ist. Für die Ober-Hainbrunner ist das Fest dieses Mal Stress pur: Seit Donnerstag bei der Brandsicherheitswache rund ums Finki aktiv, dürfen sie nach deren Ende gleich weiter ranklotzen, während es sich die Kollegen auf den Holzbänken gemütlich machen und die anstrengenden Tage runterspülen.

„Der Handkäs ist eine super Konstante“, freut sich Kommandant Stefan Hofmann. 165 Portionen mit Musik waren am Ende des Tages verkauft. Für die Zubereitung ist das Frauenküchenteam im Keller zuständig, das seine ganz speziellen Kreationen einbringt. Am Vortrag wurde die Lieferung eingelegt, damit sie das ganze besondere Aroma bekommt. „Alles wird selbst zubereitet“, sagt der Chef der Stadtteilwehr.

Dazu noch 90 Portionen Kochkäse und als Mittagessen Gulasch – aus dem Keller wird nonstop das Beste aufgefahren. Fürs Gulasch schnippelte Hofmann mit Tränen in den Augen kiloweise Zwiebeln, während sich Klaus Wendler, früher Koch im Rothenberger Hirsch, ums Fleisch kümmerte. „Ab 7 Uhr morgens“, merkt er an. 70 bis 80 Portionen wurden zubereitet. Der Lohn der vielen Arbeit waren leere Kühlschränke: Die Gäste futterten alle Vorräte auf.

Damit’s auch richtig schön zünftig zugeht, haben die Brandschützer etliche Bembel im Umlauf, aus denen der Äppelwoi in Strömen fließt. Auch die Floriansjünger aus dem badischen Brombach werden langsam ans hessische Nationalgetränk herangeführt. Die Badener sind nicht die einzigen Besucher von befreundeten Wehren. Neben den Abteilungen Kortelshütte und Rothenberg (die Finkenbacher waren noch durchs Festival gefordert) sind auch die Hirschhorner und Langenthaler gerne gesehene Gäste.

Zu diesen gesellen sich aber über den Tag auch viele andere Besucher sowohl aus der neuen Stadt als auch von außerhalb. Nach dem HSV-Spiel in Sandhausen kamen auf dem Rückweg noch ein paar Rentner vorbei und feierten den Sieg der Hamburger. Angeschaut werden konnten den Tag über auch die beiden neuen Feuerwehrfahrzeuge.

Seit elf Jahren, mit Einweihung des Feuerwehrhauses am Ortsausgang Richtung Finkenbach, feiern die Floriansjünger nun dort ihr Handkäsfest. Zuvor war man in der freien Natur bei der unteren Hommerischen Quelle zuhause. Ins Leben gerufen wurde die Veranstaltung Ende der 70er Jahre zur Unterstützung der 1975 gegründeten Jugendwehr. In deren Kasse fließt auch der Erlös. Neue Feldbetten werden davon bezahlt.

Zehn Heranwachsende zählt die Jugendwehr, von denen einige an diesem Tag auch eifrig am Bedienen sind, nonstop die Treppe hoch und runter laufen. Natürlich tatkräftig unterstützt von der 21 Köpfe zählenden Einsatzabteilung. 70 Passive und zwischen sieben und acht Mitglieder der Alters- und Ehrenabteilung gehören ebenfalls mit zur Hainbrunner Truppe. 30 Aktive stemmen an diesem Tag das Fest, weitere sind an Auf- und Abbau beteiligt.