„Herr Kall“ hat noch lange nicht genug von der Hainbrunner Narretei

Rote Jacke, schwarze Hose, graubraunes Hemd, überdimensionale, farbig-karierte Fliege und schwarze Melone mit Band: So kennt man Karl-Heinz Werner seit Jahrzehnten. Gemächlich schlurft der Ober-Hainbrunner immer in die Bütt, um dann als „Herr Kall“ Geschichten, die das Leben schrieb, zum Besten zu geben. An diesem Wochenende beginnt im Odenwaldkreis wieder die heiße Sitzungszeit – nicht nur bei der Narrhalla, auch die anderen Faschingsvereine rüsten sich.

„Ich will den Leuten Freude bereiten“, erzählt Werner über seine Motivation, Jahr für Jahr in die Bütt zu steigen und auch nach 35 Jahren noch nicht „amtsmüde“ zu sein. „Die sollen Spaß haben“, betont er, ein wenig aus dem Alltag rauskommen. Zu diesem Zweck sammelt er das ganze Jahr über Ideen. „Wenn irgendwo ein Witz erzählt wird, schreibe ich den auf“, schmunzelt er. Immer nach dem Motto: „Worüber ich lachen kann, finden auch andere witzig.“ Dazu kommen Begebenheiten aus dem Ort.

Ganz von null startete man im kleinen Odenwald-Dorf vor dreieinhalb Jahrzehnten nicht ins närrische Abenteuer. „Wir waren früher immer mit der Clique auf Maskenbällen“, erinnert sich das Faschings-Urgestein. Dazu gab es Sketche beim Familienabend. Die entstanden nach dem Vorbild der SDR Radio-Sendung „Die Straßenkehrer“. Nach dem Besuch einer Sitzung der Hirschhorner Ritter sagten die Ober-Hainbrunner: „So etwas stellen wir auch auf die Beine.“

Gesagt, getan, doch aller Anfang war schwer: Vor allem in der damals noch viel kleineren Turnhalle. Die platzte aus allen Nähten, die Zuschauer drängten sich. Ausverkauft. Alle Karten gingen bereits im Vorverkauf weg, aber trotzdem standen noch Massen an Besuchern vor der Abendkasse, erinnert sich seine Frau Hildegard, die sich immer noch um den Kartenvorverkauf kümmert. Die heutige Bühne gab’s noch nicht. Wo heute Garderobe und Technik-Raum sind, zogen sich Männlein und Weiblein gemeinsam auf engstem Raum um.

In den folgenden Jahren wurden deshalb erst zwei, heute drei Termine daraus. Eines hat sich nicht geändert: Es heißt wieder ausverkauft. Dieses Mal „so schnell wie noch nie“. Was für Karl-Heinz Werner nahelegt, dass die Fastnacht im Finkenbachtal nach wie vor die Menschen anzieht. Wie damals, als alles begann.

Der Oberzent-Stadtteil entwickelte sich zur Hochburg der fastnachtlichen Umtriebe. 35 Aktive zählte die Narrhalla zu Beginn, heute sind es um die 120. Wenn Werner sieht, mit welchem Feuereifer die Kleinsten in der Minigarde dabei sind, weiß der närrische Rentner, dass sich die gelohnt hat. „Wir bieten der Jugend im Ort eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung“, freut er sich – wo sonst auf dem Land die Möglichkeiten eher begrenzt sind.

Die Bütt hatte es Karl-Heinz Werner gleich angetan. „Ich hatte nie Lampenfieber“, meint er. „Es hat mir schon immer sehr viel Spaß gemacht.“ Dabei ist er uneitel. „Wenn einer sagt, Karl, her uff“, dann würde er das auch tun. Doch bisher, lacht er, bekam der Büttenredner das noch nicht zu hören. Im Laufe der vielen Jahre verschlug es ihn auf viele befreundete Bühnen, so nach Erbach, Michelstadt oder Breitenbronn. In den vergangenen beiden Jahren tat der Faschingssenior bisschen langsamer. „Daheim ist es doch am schönsten“, lächelt er.

Was rät der Profi den Jungnarren, die den ersten Schritt in die Bütt wagen wollen? „Ruhe ist ganz wichtig“, sagt Werner. Außerdem sollte man sich nicht zwingen (lassen) und vom eigenen Vortrag überzeugt sein. Ein wenig Talent zur Selbstdarstellung ist auch nicht schlecht. „Man muss ein bisschen dazu geboren sein“, weiß er. Und natürlich Spaß an der Sache haben.

An die erste Narrhalla-Prunksitzung vor 35 Jahren erinnert sich „Herr Kall“ noch zurück, als wäre es gestern. „Der Elferrat bestand aus sieben Personen“, grinst er. Das Männerballett gab es schon, eine Garde, die Damengymnastik-Gruppe – und natürlich die Bütten. Seppl Denner trat gleich drei Mal auf, „Schakeline“ Ralph Volk war schon dabei, und er selbst führte auch durchs Programm.

Karl-Heinz Werner (71) hat es nicht weit zum Auftrittsort: Die Sporthalle Ober-Hainbrunn in der Neckarstraße liegt quasi schräg gegenüber von seinem Wohnhaus. Da geht er gerne mal zwischendurch nach Hause, wenn der eigene Auftritt noch bisschen auf sich warten lässt. Den 1972 gegründeten Sportverein (SV) leitete er ab 1976 36 Jahre als Vorsitzender. Nachdem 1984 dessen Narrhalla-Abteilung gegründet worden war, war er 29 Jahre lang deren Präsident, außerdem 23 Jahre Sitzungspräsident, bevor er dieses Amt an Sohn Andreas weitergab. Auch Sohn Carsten ist familiär närrisch vorbelastet. Er ist fester Bestandteil der Sitzungen und außerdem als Bauchredner unterwegs.

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Feuerwehr Rothenberg: Mehr als doppelt so viele Einsätze wie 2017

„Das vergangene Jahr war für die Feuerwehr Rothenberg sehr ereignisreich“, sagte Wehrführer Jochen Weinthäter bei der Hauptversammlung der Stadtteilwehr. Viele freudige, aber auch weniger erfreuliche Augenblicke „haben uns berührt“, meinte er nach der Eröffnung durch den Vorsitzenden Steffen Bartmann. Aus Sicht der Feuerwehr könne man „zufrieden sein und stolz zurückblicken“. Die Zahl der Einsätze erreichte vor allem wegen der Nachwirkungen von Unwettern mit 48 (2017: 21) ein Rekordniveau.

Schriftführer Janis Heckmann verlas den Bericht für den Feuerwehrverein. Eine feste Bank im Veranstaltungskalender ist das mittlerweile schon traditionelle Lärmfeuer der Jugendfeuerwehr Ende März. Im Zuge des Sporthallenumbaus wurden Mannschaftsraum und Küche verschönert. Ebenso wurde eine Umkleide geschaffen, die es den Brandschützern ermöglicht, sich in einem separatem Raum einsatzbereit zu machen.

Tag der offenen Tür und Vereinsausflug nach Miltenberg bildeten weitere Aktivitäten des vollen Jahreskalenders. 2018 halfen die Brandschützer zum ersten Mal beim Freiwilligentag des Odenwaldkreises mit. Die Rothenberger Brunnen und die dazugehörigen Anlagen wurden auf Vordermann gebracht. Alle schaffte man nicht, bedauerte Heckmann. Der Weihnachtsbaumverkauf der Jugendfeuerwehr fand abermals einen guten Zuspruch aus der Bevölkerung. Schon nach kurzer Zeit waren alle 100 Bäume vergriffen.

Wehrführer Jochen Weinthäter und sein Stellvertreter Sascha Hafner verlasen den Bericht für die Einsatzabteilung. Mit 53 Aktiven, zehn Frauen und 43 Männer, zählt diese einen weniger als zu Jahresbeginn. Die Alters- und Ehrenabteilung besteht zurzeit aus elf Ehemaligen. In der Jugendfeuerwehr sind 26 Personen aktiv, listete der Kommandant auf. „Das größte Dankeschön gilt euch allen, liebe Kameraden“, so Weinthäter. Er schloss darin die Familien ein, „die oftmals auf euch verzichten mussten, damit ihr unser Hobby Feuerwehr so ausüben konntet, wie ihr es eben im letzten Jahr gemacht habt“.

Um immer einsatzbereit zu sein, wurden zahlreiche Stunden in Übung und Ausbildung investiert. Im Durchschnitt kamen 26 Einsatzkräfte zu den insgesamt 16 Ausbildungseinheiten die für alle angesetzt waren. Die Übungsbeteiligung lag bei 49 Prozent, ein Plus von zehn, freute sich Hafner. Waren es 2017 noch 21 Einsätze, „so stieg diese Zahl auf rekordverdächtige 48 im abgelaufenen Jahr“, bilanzierte er.

32 Mal rückte man zur Hilfeleistung nach einem Unwetter aus, vier Mal gab es einen sogenannten „Mittelbrand“, drei Mal eine technische Hilfeleistung nach einem Unfall. Bis zu 38 Feuerwehrfrauen und -männer waren jeweils im Einsatz, im Schnitt zehn. Die Ausrückzeit lag im Durchschnitt bei etwas über drei Minuten, hob Hafner hervor.

Jugendfeuerwehrwart Janis Heckmann sagte, dass in der Truppe aktuell neun Mädchen und 15 Jungs aktiv sind. 2018 wurden insgesamt über 800 Stunden in die Jugendarbeit der Freiwilligen Feuerwehr Rothenberg investiert. Mit Erfolg: Die Mädchenmannschaft qualifizierte sich für den Landesentscheid, wo sie den vierten Platz holte. Die gemischte Mannschaft nahm an Südhessenpokal teil.

Rechner Stefan Brand listete die Kassenbewegungen des vergangenen Jahres auf. Ralf Sturm und Claus Weyrauch prüften die Kasse und bestätigten ihm eine einwandfreie Arbeit. Der Vorstand wurde einstimmig per Handzeichen entlastet. Benjamin Götz wurde von der Mitgliederversammlung zum Nachfolger von Ralf Sturm gewählt, der etatmäßig ausschied. Der neue Kinderfeuerwehrwart Oliver Fink wurde von der Versammlung ebenfalls einstimmig bestätigt.

Stadtbrandinspektor Marco Johe, Stadtrat Eric Sauer, Stadtverordneten-Vorsteher Claus Weyrauch, Hildegard Krauhs vom DRK, Pfarrer Eberhard Ramme und Jürgen Sauer vom Ortsbeirat richteten Grußworte an die Versammlung. Sie betonten die unverzichtbare Arbeit der Wehrleute und deren selbstlosen Einsatz für die Bürgerschaft.

Info: Die Jugendfeuerwehr Rothenberg veranstaltet am Samstag, 30. März, wieder das Lärmfeuer auf der Hirschhorner Höhe beim Feuerwehrhaus. Am 14. und 15. Juni findet das 85. Jubiläum der Feuerwehr statt. Bei diesem Anlass wird auch die Kinderfeuerwehr offiziell gegründet, die bereits jetzt startete.

Beförderungen: Paula Manschitz (Feuerwehrfrau), Mika Postawa (Feuerwehrmann), Maria Edelmann (Hauptfeuerwehrfrau), Sascha Flick (Hauptfeuerwehrmann), Marcel Beisel (Hauptlöschmeister), Steffen Bartmann (Löschmeister), Jan Reiche (Oberfeuerwehrmann)

Übernahmen: Rick Sturm, Luca Müller, Thorsten Neff, Nico Nowitzki, Chantal Freidel

Beim Guru-Fescht ist die Finkenbacher Feuerwehr voll gefordert

Das Guru-Fescht bedeutet immer einen Großeinsatz für die Stadtteilfeuerwehr. Beim Brandsicherheitsdienst während des Guru-Guru-Festivals im August leisteten die Finkenbacher Brandschützer 70 ehrenamtliche Stunden. Diese Zahl nannte Wehrführer Fabian Sauter auf der Jahreshauptversammlung. Unterstützt wurden sie von den Wehren aus Rothenberg, Ober-Hainbrunn und Kortelshütte. Insgesamt verzeichnete er im vergangenen Jahr 16 Einsätze, davon zwei Brände. Zwölf Mal rückte die Wehr zu technischen Hilfeleistungen aus.

2018 fanden 24 Übungs- und Unterrichtseinheiten statt, erläuterte Sauter. Die Feuerwehr zählt derzeit 32 Aktive, sechs Mitglieder in der Jugend- sowie drei in Alters- und Ehrenabteilung. 47 Prozent der Einsatzabteilung sind Atemschutzgeräteträger, 65 Prozent der Aktiven unter 35 Jahre alt, listete er auf. Der Wehrführer wurde im Rahmen der Zusammenkunft zum Hauptlöschmeister befördert. Nachfolger von Fabienne Buchert als Jugendfeuerwehrwart ist Adrian Kruppa.

Vereinsvorsitzender Jens Schindler ging auf die Aktivitäten im abgelaufenen Jahr ein. Er hob das erfolgreiche Gastspiel des Zwei-Mann-Theaters „Hannes und der Ourewäller Landrat“ hervor. „Viele Interessierte Gäste kamen aus nah und fern. Es wurde ein schöner, lustiger Abend“, freute er sich. In diesem Jahr gibt es eine Neuauflage. Die Grillnacht im Mai war wieder ein voller Erfolg, sagte Schindler.

Beim Freiwilligentag des Odenwaldkreises nahmen sich die Wehrleute die angrenzende Parkanlage vor. „Hier war Großreinemachen angesagt.“ Mit vielen Helfern wurden Sträucher am Bach und im Park zurückgeschnitten, der Rasen gemäht, der Brunnen und das Schachfeld gereinigt. Im September fand das Weinfest statt. So manches Essen war schnell ausverkauft, so Schindler. Wie jedes Jahr waren die Flammkuchen der Renner. Dazu kamen im Jahreslauf noch etliche auswärtige Feste, die von den Feuerwehrangehörigen besucht wurden.

Seit November sind die Voraushelfer von Feuerwehr und DRK mit elf Personen einsatzbereit, berichtete Wolfgang Buchert. Drei Alarmierungen gab es im vergangenen Jahr. Die komplette Ausrüstung wurde durch Spenden finanziert, sagte er. Dazu zählten neun Voraushelfer-Taschen zu je 300 Euro und ein Defibrillator für 1800 Euro. Allein aufs DRK-Konto gingen 2120 Euro an Spenden ein. Die Voraushelfer wollen die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes überbrücken und so im Ernstfall wertvolle Zeit bei der Ersten Hilfe gewinnen.

„Wir haben ein tolles Jahr 2018 hinter uns“, sagte die scheidende Jugendfeuerwehrwartin Fabienne Buchert. Am Bundeswettbewerb in Beerfelden nahm man das erste Mal als Staffel teil. Das Training zahlte sich aus: Platz 4 für die Jugendfeuerwehr Finkenbach bedeutete die Teilnahme am Südhessenpokal in Babenhausen. Dort erreichte die Jugendlichen „nach einem super A- und B-Teil einen sehr guten fünften Platz“. Die Wintermonate dienen jedes Jahr der theoretischen Ausbildung, da diese auch nicht zu kurz kommen darf, erläuterte sie.

Info: Am Samstag, 16. März, gastieren auf Einladung der Feuerwehr Finkenbach wieder „Hannes und der Ourewäller Landrat“ in der Hermann-Wilhelm-Halle zu Gast. Karten gibt‘s bei Hartmann Fachmarkt und Papillon in Beerfelden, Metzgerei Beisel und Jehle in Rothenberg, Mareikes Backshop in Finkenbach sowie Wolfgang Buchert und Jens Schindler von der Feuerwehr.

Grünanlage am Finkenbacher Feuerwehrhaus soll eine Auffrischung erhalten

Der Handyempfang im Finkenbachtal: immer wieder Ärgernis. Ortsvorsteher Hans Heinz Keursten kann ein Lied davon singen. Obwohl er übers eigentlich gute Telekom-Netz telefoniert, „ist der Empfang mal toll, mal habe ich gar keinen“. Damit die Bevölkerung nicht weiter im Tal der Ahnungslosen lebt, „müssen wir das Thema immer am Kochen halten“, betont er. Deshalb wurde auf der vergangenen Ortsbeiratssitzung die Verwaltung gebeten, mal wieder bei den Mobilfunkbetreibern nachzuhaken. „Wir müssen am Ball bleiben“, sagt der frühere Rothenberger Bürgermeister.

Das Gremium befasste sich auf seiner Sitzung außerdem mit einem Straßensanierungskonzept für die drei Stadtteile Finken-, Hinter- und Raubach. Das Oberzent-Bauamt hatte um eine Prioritätenliste gebeten. An erster Stelle steht Am Südhang/Breischengrund, so der Ortsvorsteher. Dort wurde zwar immer einmal ausgebessert, aber es besteht grundlegender Handlungsbedarf. Weiter muss an der Wetterberg-Brücke bei der Firma Braun eine Betonsanierung erfolgen, „um größere Schäden zu vermeiden“.

Auf den Plätzen folgen ein Teilabschnitt der Wetterbergstraße sowie – wo nötig – die Gehwegsanierung mit Bordsteinen auf Teilstrecken von Hainbrunner und Beerfelder Straße. Unabhängig von der Prioritätenliste regte der Ortsbeirat an, den Gehweg bei der Finkenbach-Brücke Richtung Raubach anzuheben, wenn diese sowieso vom Kreis erneuert wird. „Da wird wahrscheinlich dann mit schweren Fahrzeugen drübergefahren“, meinte Keursten. Das Gremium wünschte sich daneben die üblichen Unterhaltungsmaßnahmen der städtischen Straßen, wie sie in der früheren Gemeinde Rothenberg praktiziert wurden.

Im Fokus des Ortsbeirats stand außerdem die Grünanlage beim Feuerwehrhaus. Im Dezember gab es dort eine Ortsbesichtigung. Als deren Ergebnis wünscht man sich, die Glascontainer an einen anderen Platz in der Nähe zu versetzen, bei dem auf Pflastergrund mit Palisaden ein Sichtschutz hergestellt werden kann. Hier wie auch beim Tretbecken würden die Mandatsträger in Eigenleistung zu Werke gehen, wenn die Stadt das Material stellt.

„Das Tretbecken ist nicht richtig nutzbar“, erläuterte Keursten. Denn das schmutzige Finkenbach-Wasser und ein zu niedriger Abfluss sorgen dafür, dass sich Sand und Schlamm drin stauen. Die Überlegung zielt auf eine Erhöhung des Beckens, „damit die Brühe besser ablaufen kann“. Auch wird über die Verlegung eines Kunststoffrohrs von einer nahe gelegenen Quelle nachgedacht, sodass sauberes Wasser ins Becken fließt.

Mit weiteren Überlegungen zur Parkanlage will man abwarten, bis die nebenan liegende Brücke saniert ist. Denn im Zuge der Neuerrichtung wird – aus Richtung Raubach kommend – rechts daneben eine größere Behelfsbrücke errichtet, die auch für den Schwerverkehr ausgelegt sein muss. Der Baubeginn ist noch unklar, denn die Baufirmen haben volle Auftragsbücher. Irgendwann im Frühjahr könnte es soweit sein. Der Start hatte sich im vergangenen Jahr wegen starken Kostensteigerungen, die eine Nachberatung im Kreistag nötig machten, verzögert.

Auf dem Finkenbacher Friedhof wünscht sich der Ortsbeirat eine Außenbeleuchtung der Friedhofshalle. „Da war letztens bei einer Beerdigung zappenduster“, moniert Keursten. Außerdem muss der Aufbahrungsraum saniert werden. Das Gremium machte sich außerdem ein Bild davon, ob es dort und auf dem Raubacher Friedhof Raum für pflegefreie Erdbestattungen gibt. Zumindest in Finkenbach wäre genügend Platz neben den pflegefreien Urnengräbern, stellte man fest.

Überwältigende Hilfsbereitschaft nach Brand im Rothenberger Kindergarten

Andrea Koch ist noch ganz hin und weg von der überwältigenden Hilfsbereitschaft aus der gesamten Region. Seit Anfang vergangener Woche sind die Räume der Kindertagesstätte Himmelsauge wegen eines Brands im Verteilerkasten nicht mehr nutzbar. Rasend schnell wurde eine Übergangslösung gefunden, gab es zahlreiche Sachspenden, sodass nach einem Schließtag bereits der Interimsbetrieb angegangen werden konnte. Die Leiterin rechnet damit, dass die Kinder bis mindestens Ende Februar auf der Höhe betreut werden müssen, während weiter unten saniert wird.

Der Brand selbst lief glimpflich ab. „Zum Glück war eine Kollegin gerade mit einer Gruppe in der Turnhalle, während die Kleinen oben schliefen“, schildert Koch den Ablauf. Die Erzieherin bemerkte den Geruch des schmorenden Verteilerkastens. Alle gingen ruhig hoch und weckten die anderen, erzählt sie. Da eine Erzieherin in der Nähe wohnt, war sie dann die erste Anlaufstelle. „Alles lief sehr entspannt und geordnet ab“, so die Leiterin. „Das war echt toll.“

Feuerwehr und DRK waren noch an der Einsatzstelle, als schon die ersten Hilfsangebote kamen, zeigt sich Koch dankbar. Vom DRK-Vorstand wurde das Vereinsgebäude angeboten. Es wird jetzt für die Nachmittagsbetreuung der Grundschüler genutzt. Im Sporthalle-Vorraum sind die Kindergartengruppen untergebracht. Seine Nutzung war sofort vom Hallenwart offeriert worden.

Kleine Ursache, große Wirkung: „Was wie ein kleiner Schwelbrand aussah, wurde eine große Sache“, beschreibt Andrea Koch die Folgen. Denn: Alles in den Räumen wurde durch den Rauch kontaminiert und darf nicht mehr genutzt werden. Die im Stock darüber arbeitende Bauverwaltung konnte durch eine Strom-Notversorgung von außen inzwischen wieder ihre Tätigkeit aufnehmen.

Die Hilfsmaschinerie lief sofort auf vollen Touren. „Das gibt’s nur auf dem Dorf staunend“, meint Andrea Koch, dass die Bevölkerung bei solchen Ereignissen in dieser Art und Weise zusammenhält. Vom Bauhof wurden Teppiche für den Sporthallen-Fliesenboden organisiert und dort lagernde Kindergarten-Möbel wie Stühle und Tisch herbeigeschafft. Andere Oberzent-Kindergärten stellten Spielsachen zur Verfügung.

„Ich bin völlig geplättet von der Hilfsbereitschaft“, sagt die Kindergarten-Leiterin. In dem ganzen Chaos „war das eine tolle Erfahrung“. Spenden über 500 Euro, zum einen von der Rothenberger Theatergruppe, zum anderen von der Firma E-Concept, tragen dazu bei, dass es bereits einen Grundstock für Neuanschaffungen gibt. „Wir durften nichts mitnehmen“, so Koch. Was offen in den Räumen herumlag, „muss entsorgt werden“. Alle Kleider der Kinder kommen in die Reinigung.

Nach ein paar Übergangstagen läuft der Betrieb seit Montag „normal“, wenn man dieses Wort verwenden kann. Die Sporthalle ist weiterhin für die Grundschule und die Vereine nutzbar, betont sie. Der Rhythmus muss sich natürlich noch einspielen. Eigentlich wäre der Januar der „Koch-Monat“ für die Kinder gewesen, erläutert die Leiterin. Da die Finkenbacher „Traube“, von der sonst das Mittagessen geliefert wird, Betriebsferien hat, durften die Kleinen dann immer selbst zu Werke gehen.

Die Möglichkeit fehlt jetzt, aber Ersatz gab es schnell: Der „Gaucho-Grill“ aus Beerfelden liefert übergangsweise das Essen. Der Sauter-Schulbus fährt in der Interimszeit einfach mal schnell den Berg zur Sporthalle hoch, damit alle bei Winterwetter gut zu den provisorischen Räumen kommen. Eine solche Situation „schweißt absolut zusammen“, hat Andrea Koch beobachtet.

Montag vor einer Woche nahm die neue Krippengruppe ihren Betrieb auf, am Dienstag brannte es. „Schlechter könnte das Timing nicht sein“, meint die Leiterin. Für die Kleinsten wurden viele Dinge neu angeschafft, von denen sie hofft, dass nicht alle kontaminiert sind. Auf jeden Fall „sind alle Musikinstrumente kaputt“, bedauert sie. Drei Krippenkinder werden bereits seit vergangener Woche betreut, weitere kommen im Februar und März dazu. „Dann reicht der kleine Raum in der Sporthalle nicht mehr“, weiß Koch. Es muss wieder improvisiert werden.

In naher Zukunft hätte die Kita Himmelsauge sowieso innen und außen saniert werden müssen. Entsprechende Planungen gab es bereits. Aktuell werden 55 Kinder, 16 U3 und 39 Ü3, betreut. Die durch den Brand eh notwendigen Sanierungen führten im Magistrat aktuell zu Überlegungen, die Maßnahme vorzuziehen, wenn sowieso gearbeitet werden muss. „Wir erwägen die Sanierung, benötigen aber noch die Planung/Zeitschiene der Versicherung“, sagte Bürgermeister Christian Kehrer.

Info: Um Neuanschaffungen tätigen zu können, ist die Kita Himmelsauge für Geldspenden dankbar. Durch Sachspenden ist die aktuelle Interims-Ausstattung gesichert. Mehr Infos unter E-Mail kita-himmelsauge@stadt-oberzent.de

 

 

 

Jochen Sauter ist neuer Wehrführer von Ober-Hainbrunn

Wechsel in der Wehrführung der Freiwilligen Feuerwehr Ober-Hainbrunn. Nach 20 Jahren als Feuerwehrkommandant kandidierte Stefan Hofmann für dieses Amt nicht mehr. Auf der Jahreshauptversammlung wurde sein bisherige Stellvertreter Jochen Sauter zum Nachfolger gewählt. Stefan Hofmann ist der neue Stellvertreter. Erstmalig in der Geschichte der Hainbrunner Brandschützer gibt es einen dritten Wehrführer. Pascal Lähn übernahm dieses Amt und wurde ebenfalls einstimmig gewählt.

Hofmann berichtete zu Beginn über die Arbeit im abgelaufenen Jahr. Übungen und Unterrichte rund um das neu angeschaffte TSF-W prägten den Plan. Mehrere Feuerwehrkameraden besuchten Lehrgänge auf Kreis- und Landesebene. Dadurch konnte viel neues Fachwissen einfließen. Die zusätzliche Beladung mache dies auch erforderlich, betonte er.

Hofmann ermahnte die Wehrleute, weiter an ihrer Ausbildung zu arbeiten, da es stetig neue Anforderungen gebe. Glücklicherweise, sagte er, gab es in 2018 keine schlimmen Brände. Zu zwei Einsätzen in Nachbarorten wurde die Hainbrunner Einsatzabteilung alarmiert, musste aber aufgrund der schnellen Arbeit der jeweiligen Feuerwehren nur noch Nachschau betreiben. Sechs Hilfeleistungseinsätze nach Unwettern wurden jedoch verzeichnet. „Dies zeigt wieder einmal die geänderten Einsatzbedingungen“, betonte der scheidende Wehrführer.

Bei der Gestaltung des neuen Fahrzeuges zeigte sich aufs Neue die gute Zusammenarbeit der Stadtteilwehren, freute sich Hofmann. So konnten die Hainbrunner auf Pläne der Finkenbacher zurückgreifen, die ein baugleiches erhielten. Der Gerätewagen der Rothenberger Wehr wurde genutzt, um die Beladung zum Einbau zu bringen. Aktuell hat die Feuerwehr Hainbrunn 20 aktive und 78 passive Mitglieder, zehn Jugend-Feuerwehrleute sowie acht Mitglieder der Alter- und Ehrenabteilung, erläuterte der Kommandant.

Anna Lähn berichtete über die Aktivitäten der Jugendfeuerwehr. Im Mittelpunkt standen die Teilnahmen an Bundeswettbewerb und Leistungsspange. Beide waren von Erfolg gekrönt. Im Bundeswettbewerb gewann die gemischte Gruppe nach dem dritten Platz auf Kreisebene den Südhessenpokal. Sechs Jungen und Mädchen der Jugendfeuerwehr legten ihre Leistungsspangenprüfung ab und dürfen somit die höchste Auszeichnung der deutschen Jugendfeuerwehr ihr Eigen nennen.

Kassenwartin Heike Arnold legte Einnahmen und Ausgaben dar. Nach der einstimmigen Entlastung wurde der Vereinsvorstand neu gewählt: Vorsitzender bleibt Stefan Hofmann, Stellvertreter Jochen Sauter, Schriftführer Jörg Heckmann, Kassenwartin Heike Arnold. Ebenso wurden fünf Beisitzer gewählt: Horst Michel, Michael Ihrig, Manuel Krieger, Johannes Glücks und Thomas Scheuermann.

Der neue Wehrführer Jochen Sauter bedankte sich für das in ihn gesetzte Vertrauen. Die Wahl von Pascal Lähn zum dritten Wehrführer „ist eine Weichenstellung für die Zukunft“, sagte er. Bürgermeister Christian Kehrer lobte die vielfältige Arbeit der Feuerwehr. Er beförderte Anna Lähn zur Oberfeuerwehrfrau, Pascal Lähn zum Hauptfeuerwehrmann und Marcel Lähn zum Löschmeister. Stadtbrandinspektor Marco Johe hob die wichtige Zusammenarbeit aller Stadtteilwehren hervor, um im Bedarfsfall miteinander alle Herausforderungen lösen zu können. Weiterhin legte er die Teilnahme an Lehrgängen ans Herz.

Stadtverordneter Wilfried Friedrich sprach den Zusammenhalt der Ortsvereine an. Dieser zeige sich unter anderem in der Sanierung des ehemaligen Schulhauses durch ehrenamtliche Arbeit. Er freue sich, so Friedrich, dass er in einer solch aktiven Gemeinschaft leben dürfe. Hofmann erwähnte noch den neu eingeführten Ehrungstag der Feuerwehren am 11. Mai. Dann werden in einer Feierstunde alle Kameraden der Stadt Oberzent geehrt.

Das Foto zeigt von links: Marcel Lähn, Stefan Hofmann, Pascal Lähn, Jochen Sauter, Anna Lähn, Christian Kehrer, Marco Johe

Kindergarten Rothenberg muss umziehen: Durch Brand im Verteilerkasten gibt es keinen Strom

Ein Brand im Verteilerkasten der Kita Himmelsauge konnte durch das Eingreifen der Oberzent-Feuerwehren mit etwa 70 Brandschützern rasch unter Kontrolle gebracht werden. Die 18 Kita-Kinder wurden schnell und unversehrt durch die Erzieherinnen in Sicherheit gebracht, denn die Brandmeldeanlage schlug laut an. Durch den Brand fiel aber die Stromversorgung im gesamten Gebäude inklusive der Verwaltung aus. Dort sind das Oberzent-Bauamt und der Bürgerservice für die ehemalige Gemeinde untergebracht.

Die Instandsetzung wird laut Stadt längere Zeit in Anspruch nehmen. Deshalb kommt es im Bereich der Abteilungen Bürgerservice und Bauamt zu Einschränkungen. Die Kita Himmelsauge ist derzeit in die Sporthalle und in das Dr.-Roland-Krauhs-Heim in Rothenberg ausgewichen. Der Betrieb kann bis auf Weiteres von dort aus weiterbetrieben werden. Laut Stadtbrandinspektor Marco Johe wird mit einer höheren Schadenssumme gerechnet.

Die Wehren wurden zu einer unklaren Rauchentwicklung im Kindergarten Rothenberg alarmiert. Auf der Anfahrt wurde von der Leitstelle schon mitgeteilt, dass sich keine Personen mehr im Kindergarten aufhalten würden, so die Nachricht der Feuerwehr. Beim Eintreffen des Großaufgebots quoll schwarzer Rauch aus den Kellerfenstern und die Rauchmelder ertönten laut. Zwei Trupps der Rothenberger Brandschützer gingen unter schwerem Atemschutz zur Erkundung vor.

Die Feuerwehr Beerfelden stellte drei Atemschutztrupps in Reserve, welche im weiteren Verlauf nicht mehr gebraucht wurden. Die zwei vorgehenden Trupps konnten den Brand schnell löschen und mittels Lüfter des TLF wurde das Gebäude entraucht. Nachdem dies erledigt war, rückte Beerfelden ab. Die Rothenberger Kameraden blieben mit Unterstützung von Kortelshütte, Ober-Hainbrunn und Finkenbach an der Einsatzstelle, schalteten das Gebäude stromfrei und saugten das Löschwasser mittels Nasssauger auf.

Info: Weiteres auf http://www.stadt-oberzent.de oder über die Hotline 06068/7590-900. Der Bürgerservice in den Verwaltungsstandorte Beerfelden, Schöllenbach und Unter-Sensbach ist zu den jeweiligen Öffnungszeiten verfügbar.