Verbindungsstraße: Nach fünf Jahren herrscht immer noch Stillstand

Die Bürgerinitiative (BI) „Pro Erhalt Verbindungsstraße“ ist sauer. Es tut sich einfach nichts bei der Sanierung des kleinen Sträßleins zwischen den badischen Randgebieten Brombach und Heddesbach. Seit über fünf Jahren ist die Strecke bereits gesperrt. Lange dauerte es, Gelder und Genehmigungen für die Erneuerung zusammenzukratzen – und jetzt stehen sowohl Baubeginn als auch Erneuerung überhaupt in den Sternen.

Die Straße ist nicht nur für die Brombacher wichtig, da es sonst außer der maroden Kreisstraße über hessisches Gebiet keine andere Zufahrt des zu Eberbach gehörenden 360-Seelen-Dorfs gibt. Der Weg wurde vor der Sperrung auch gern als Ausweichstrecke von Rothenberg oder Kortelshütte Richtung Bergstraße genutzt, wenn im Neckartal auf der B 37 der Verkehr stockte.

Der im August 2020 angekündigte Baubeginn Anfang 2021 „wird nicht mehr bestätigt“, kritisiert Raphael Seib seitens der BI. Damit wird das Risiko des Verfalls genehmigter Fördermittel, gebunden an einen spätesten Baubeginn bis zum 14. November, immer größer, befürchtet er. Seitens des Flurneuordnungsamts fließen trotz Nachfrage keine Informationen, Grundstücksangelegenheiten sind nach wie vor ungeklärt und dazu gab es wohl behördliche Abspracheungenauigkeiten, bemängeln die BI-Vertreter.

Knappe zehn Minuten dürfte die Ersparnis in früheren Zeiten gewesen, wenn entweder die Brombacher nach Heddesbach gelangen wollten oder Pendler wahlweise vom Finken- oder Ulfenbachtal ins jeweils andere. Was damals nicht einmal fünf Kilometer mit dem Auto waren, sind jetzt 14.

Die BI gründete sich im Februar 2016 mit dem Ziel, die „verwaltungsrechtlich fragwürdige“ Entwidmung und Sperrung des Gemeindeverbindungswegs Brombach-Heddesbach Ende 2015 rückgängig zu machen, erklärt Seib. „Der Weg wurde und wird zwingend gebraucht“, betont er. Die Aktionen führten bis zum Petitionsausschuss des baden-württembergischen Landtages, begleitet von diversen Gesprächsrunden mit Vertretern von Ämtern, Bürgermeistern, Behörden und politischen Parteien.

Es wurde damals erreicht, dass sowohl Amtsträger als auch Parteien klar und deutlich zusagten, „den Bürgerwillen umzusetzen“ und den Gemeindeverbindungsweg zu reaktivieren. Der Petitionsausschuss empfahl, der Forderung der Bürgerinitiative zu folgen und die Straße zu sanieren, erinnert sich der Aktivist.

Seitdem wurden Haushaltsgelder geplant, Fördermittel beantragt und genehmigt, Vermessungs- und Rodungsarbeiten durchgeführt, Grundstücksfragen größtenteils geklärt und die Ausführungsplanung erstellt. Den Brombacher Bürgern wurde im August 2020 der Stand der Dinge erläutert und der Projekterfolg – mit verspätetem Baubeginn – bestätigt, schildert Seib.

Außerdem gab es bereits Absprachen und Vereinbarungen zur Sanierung der Brombacher Hauptzufahrt K 35. Da diese teilweise auf hessischem Gebiet liegt, ist hier auch die Heppenheimer Straßenbaubehörde Hessen Mobil mit im Boot. Diese Sanierung soll im Anschluss an den Neubau des Gemeindeverbindungswegs erfolgen. Letzterer ist als Umleitung/Ausweichstrecke zwingende Voraussetzung, da die Arbeiten auf der K 35 unter Vollsperrung erfolgen sollen.

Über Kommunal-, Kreis- und Landespolitiker wurden von der BI in den vergangenen Jahren immer wieder Anfragen zum aktuellen Stand der Dinge gestartet, da aus den Behörden selbst nur wenige Infos flossen. Nach der Planvorstellung wurde ein Informationsschreiben an die Brombacher Bürger verteilt. „Weitere freiwillige Statusmeldungen über den aktuellen Stand der Baumaßnahmen erfolgten trotz Zusage des Amtes und wiederholter Aufforderung des Ortschaftsrats bis heute nicht“, ärgert sich die BI.

Die Hinhaltetaktik der Behörden dauerte an: „Immer wieder wurden grundstücks- und naturschutzrechtliche Belange als noch nicht endgültig geklärt hingestellt“, berichtet Seib. Jedoch wurde der Projekterfolg trotz entstandener Verzögerungen zu keiner Zeit in Frage gestellt, erläutert er.

Die BI hat die Hängepartie nun satt. Sie fordert, dass die planerischen Probleme und Unstimmigkeiten endlich beseitigt werden sowie der Baubeginn vor dem Verfall der bereitgestellten Gelder forciert und vorangetrieben wird. Weiterhin soll eine „verbindliche, freiwillige, rechtzeitige und transparente Informationen an die Bürger“ erfolgen. Außerdem wünscht man sich „professionelles Arbeiten in den Behörden und die unverzügliche Umsetzung der Beschlüsse zum Neubau des Gemeindeverbindungsweges“.

Knapper Wahlausgang in Heddesbach: Volker Reibold neuer Bürgermeister

Gerade einmal 14 Stimmen fehlten am Schluss Martina Tavaglione, damit ihre Aufholjagd doch noch von Erfolg gekrönt sein würde. So aber musste sie sich bei der Heddesbacher Bürgermeisterwahl dem Führenden aus dem ersten Wahlgang, Volker Reibold, geschlagen geben. Der holte 51,8 Prozent der 278 abgegebenen (gültigen) Stimmen. Damit lag die Wahlbeteiligung erneut bei hohen 70,1 Prozent, war jedoch etwas geringer als beim ersten Urnengang.

Schon früh hatten sich die Plätze im Ratssaal gefüllt. Viele Bürger quetschen sich in den engen Raum, um der Auszählung beizuwohnen. Die Mitglieder des Wahlausschusses mussten sich vorkommen wie auf dem Präsentierteller, als sie zu acht begannen, die in auffälligen dunklen Pink gehaltenen Wahlzettel zu sortieren. Als die Uhr langsam vorrückte, wurden die ersten unruhig. Aber dann trat auch schon der scheidende Bürgermeister Hermann Roth vor und verkündete Punk 18.24 Uhr das Ergebnis.

Um stolze 60 Stimmen steigerte die aus dem benachbarten hessischen Weiler Flockenbusch stammende 42-jährige Tavaglione ihren Anteil, von 70 auf jetzt 130 (oder 46,7 Prozent). Damit „erbte“ Tavaglione einen Großteil dessen, was der Zweitplatzierte vor vier Wochen, Karl Lösch aus Altneudorf, mit 78 Stimmen auf sich vereint hatte. Da jedoch auch Reibold 13 Stimmen hinzugewann, schloss er letztendlich vor der stellvertretenden Ortsvorsteherin aus Schönmattenwag ab. Drei Stimmen bekam Heinz Beisel, eine entfiel auf einen weiteren Ortsbürger.

„Ich bin sehr froh über den enormen Stimmenzuwachs“, sagte Tavaglione am Wahlabend, auch wenn ihr die Enttäuschung anzumerken war, dass es knapp nicht reichte. „Ich konnte mein Ergebnis fast verdoppeln.“ Es war eine große Aufholjagd, wertete sie trotz der Niederlage die Zahl der Stimmen als Erfolg. Es war für sie, betonte die 42-Jährige, die richtige Entscheidung noch einmal anzutreten. Sie dankte ihren Wählern für die Unterstützung in den vergangenen Wochen.

Das gute Ergebnis sieht Tavaglione als Ansporn für ihre weitere kommunalpolitische Tätigkeit in Wald-Michelbach und darüber hinaus. „Wenn du dich allein daran machst, etwas in die Tat umzusetzen, dann brauchst du sehr viel Stehvermögen und Ausdauer“, sagte sie. Wenn aber Hilfe wirklich da ist und Menschen, „die dich unterstützen, dann ist das eine großartige Erfahrung“. Dem neugewählten Bürgermeister wünschte sie ein gutes Gelingen im Amt, einen weiten Blick und ein stets offenes Ohr für jeden Bürger.

Volker Reibold hätte den Ausgang nicht so knapp erwartet, gestand er. Er tritt am 1. Februar seinen Posten in der Nachfolge von Hermann Roth an und will in dessen Sinne weiterarbeiten. Die im Wahlkampf genannten Themen werden seine Agenda bestimmen, meinte er. „Ich bin der Materie schon 25 Jahre drin“, wies er auf seine langjährige Tätigkeit als Gemeinderat hin. Zwei Sitzungen des Gremiums werden noch stattfinden, ehe er dann den Stuhl wechselt und vorn Platz nimmt.

Vor allem ein möglicher Kindergarten-Neubau und die Erneuerung der Teichkläranlage werden den 56-Jährigen in den kommenden Jahren beschäftigen. Der eine (bessere) Zuschuss-Topf für eine Kita-Errichtung ist leider überzeichnet, bedauerte Reibold. Die Gemeinde hat zwar noch eine weitere Förderung in Aussicht, aber aus der gibt es nicht so viel Geld wie erhofft.

Bei der Kläranlage sind um die 800.000 bis 900.000 Euro zu investieren, was mit Landeszuschüssen realisiert werden soll. Weiter muss es für den neuen Bürgermeister darum gehen, das 450-Seelen-Dorf für Zukunft aufzustellen und auch attraktiv für Neubürger zu gestalten, damit die Einwohnerzahl nicht noch mehr abnimmt.

Oberzent räumt beim Südhessenpokal der Jugendfeuerwehren ab

Die Jugendfeuerwehren aus dem Odenwaldkreis sind südhessenweit spitze: Vier der sechs möglichen Pokale nahmen sie vom Südhessenpokal in Babenhausen (Landkreis Darmstadt-Dieburg) mit nach Hause. Bei den gemischten Gruppen siegte der Titelverteidiger JFW Ober-Hainbrunn mit 1397 Punkten vor Rothenberg (1367), bei den gemischten Staffeln Kortelshütte (1390) vor Brombachtal (1388). Insgesamt 14 Teams traten in den beiden Wertungsklassen der Gruppen und Staffeln an, um ihre Sieger zu küren.

Früh morgens reisten die Teams aus dem Odenwaldkreis in den Nachbarlandkreis, um sich mit den benachbarten Landkreisen (Darmstadt-Dieburg, Bergstraße, Groß-Gerau, Offenbach) im Bundeswettbewerb zu messen. Auch die kreisfreien Städte Darmstadt und Offenbach waren einbezogen. Bei den Gruppen (neun Teams) traten die Jugendfeuerwehren Rothenberg und Ober-Hainbrunn an, bei den Staffeln (fünf Mannschaften) Finkenbach, Brombachtal, Kortelshütte und Hainstadt aus dem Odenwald.

Alle Teams zeigten in den beiden Disziplinen (Übung nach Feuerwehrdienstvorschrift und Staffellauf mit Hindernissen) ihr Können. Schon vor der Siegerehrung war abzusehen, dass die Odenwälder Mannschaften wieder ganz vorne mitspielen würden. Die Siegerehrung im Beisein zahlreicher Ehrengäste brachte dann den Beweis.

Jeweils die drei Erstplatzierten wurden mit Pokalen belohnt. Alle Teilnehmer erhielten auch noch Urkunden. Mehr als 20 Punkt- und Wertungsrichter waren beim Wettbewerb im Einsatz. Eingeladen waren die jeweils erfolgreichsten Jugendfeuerwehren, die bereits auf Kreisebene siegreich waren. Ausrichter des Wettbewerbs war diesmal die Kreisjugendwehr Darmstadt-Dieburg.

Die Rothenberger fuhren zusammen mit den Jugendfeuerwehren der ehemaligen Ortsteile Finkenbach, Kortelshütte und Ober-Hainbrunn nach Babenhausen. Vor Ort entschied sich die Truppe aus dem Höhendorf nach kurzem Überlegen für den B-Teil als erste Aufgabe. „Dieser lief bis auf eine kleine Kleinigkeit perfekt“, so Jugendwart Janis Heckmann. Jedoch: Vor dem B-Teil ist vor dem A-Teil.

Ein wenig geknickt „bewiesen unsere Kids dennoch, dass sich das Training der letzten Wochen gelohnt hat“, freute er sich. Eine sehr gute Zeit und fehlerfrei lautete das Ergebnis der Schauübung. Nun hieß es Warten. Die Siegerehrung ging los und es war kaum auszuhalten. Doch dann kam: „Jugendfeuerwehr Rothenberg Platz 2“. Alle waren stolz auf sich und die Mannschaft bekam ihren wohlverdienten Ruhm für das ganze Training, sagte er.

Platzierungen

Gemischte Gruppen: Ober-Hainbrunn, Rothenberg, Bensheim-Zell (Landkreis Bergstraße), Trebur (LK Groß-Gerau), Wald-Erlenbach (LK Bergstraße)

Gemischte Staffeln: Kortelshütte, Brombachtal, Astheim (LK Groß-Gerau), Hainstadt, Finkenbach, Hergershausen (LK Da-Di), Schönmattenwag (LK Bergstaße), Wembach-Hahn (LK Da-Di), Ober-Ramstadt (LK Da-Di).

Bis zum 6. August raucht der Hinterbacher Kohlenmeiler vor sich hin

Der Kohlenmeiler raucht vor sich. Bürgermeister Hans Heinz Keursten und Ralf Fischer vom Köhlerteam läuteten mit der Befüllung des Quandelschachts die Köhlertage ein, die noch bis zum 6. August laufen. In dieser Zeit wird das alte Handwerk, das in früheren Jahrhunderten in allen Ecken des Odenwalds betrieben wurde, anschaulich dargestellt. Zum Schluss verkaufen die Hobby-Köhler die Holzkohle. Während dieser Zeit gibt es viele Informationen rund ums das alte Brauchtum.

Nicht nur in den zehn Tagen kommen die 20 Helfer ins Schwitzen, wenn sie den Meiler im Auge behalten. Denn das Holz muss ordnungsgemäß verkohlen. „Es darf keinesfalls brennen“, betont Fischer, der neben anderen zusammen mit Thomas Frisch den aufgeschichteten Holzstapel im Auge behalt. „Die Verkohlung wird etwa eine Woche dauern“, erläutert er. Aber allein mit dem Anzünden ist es nicht getan.

„Seit einem halben Jahr wird Holz gemacht“, das die Köhler aus heimischen Wäldern angekauft haben. Seit Anfang April liefen laut Frisch die Vorarbeiten, bei denen sich das Team jeden Samstag auf dem Gelände traf und es für die Veranstaltung herrichtete. In den zwei Wochen vor dem Startschuss schaltete man auf täglich um. Denn etwa 25 Festmeter Buchenholz wollten aufgeschichtet werden. Sie bekamen danach eine Moosschicht, damit das „Gestübb“, die Erde, als luftdichte Abdeckung nicht durchrieseln kann. Denn sonst kommt keine Glut mehr ans Holz.

Die so gewonnene, hochwertige Holzkohle wurde Frisch zufolge früher für Hufschmiede und Erzverhüttungsbetriebe gebraucht. Sogar Bügeleisen im Haushalt wurden damit befüllt. Heute wird sie von „Grillprofis“ hochgeschätzt. Etwa 30 Kilo Holzkohle pro Festmeter Holz sind das Ergebnis der schweißtreibenden Arbeit.

Auf dem idyllisch am Waldrand gelegenen Meilerplatz ist daneben die traditionelle Schlafstätte der Köhler aufgebaut. Neben der fachkundigen Erläuterung sorgen Schautafeln, alte Werkzeuge und Geräte für einen authentischen Einblick in das heute kaum mehr praktizierte Köhlerhandwerk. Übers Wochenende gab’s viele Attraktionen in Form eines Schleppertreffens und dem Auftritt von „Baders Alphorngaudi“.

Damit der Meiler vor sich hin kokeln kann, füllten Keursten und Fischer der Quandelschacht mit Stückholz, Holzkohle und Glut. „Damit wird der Verkohlungsprozess in Gang gebracht“, erläuterte dieser. Die ersten zwei bis drei Tage sind danach die wichtigsten. Alle drei bis fünf Stunden muss der Schacht rund um die Uhr nachbefüllt werden, damit er nicht leerbrennt. Über Luftlöcher kann das Abbrennen gesteuert werden.

Die sind auch nötig, um Druck aus dem Kessel, dem Meiler zu lassen, weil der sonst „einen Hüpfer“ macht. So beschreibt Fischer die Situation, wenn sich zu viel Dampf angestaut hat, der nicht entweichen kann. In dem Fall sind die Köhler blitzschnell gefordert, damit ihnen der mühsam errichtete Holzhügel wahlweise nicht um die Ohren fliegt oder in sich zusammenstürzt. In der ersten Nacht „hielt uns der Meiler auf Trab“, schmunzelt Fischer.

Bevor er zur Tat schritt, begrüßte Bürgermeister Keursten die Gäste und gedachte einem der Initiatoren, Norbert Fischer. Fürs Köhlerteam richtete Alexander Link ein paar Worte an vielen zur Eröffnung gekommenen Gäste. Mit dieser Reminiszenz ans alte Odenwälder Handwerk starteten die Hinterbacher 1989. 1997 ging’s weiter. Erst unregelmäßig, laufen die Köhlertage seit 2009 alle zwei Jahre immer im Wechsel mit dem Meiler auf der Raubacher Höhe, den die Nachbarn aus Schimmeldewog auf die Beine stellen.

Es die Freude am alten Brauchtum und der Wunsch, dieses am Leben zu erhalten, das die Köhler immer wieder motiviert, sich diese zehn Tage „um die Ohren zu schlagen“. Ein Bauwagen und Hängematten stehen bereit, wenn einen mal der Schlaf übermann sollte. „Wir werden auch unterm Jahr immer gefragt, wann es wieder losgeht“, freut sich Frisch über das Interesse aus der Bevölkerung. Die Gäste kommen auch gerne aus Darmstadt oder dem badischen Rhein-Neckar-Kreis angefahren.

Info: Das Köhlerteam hält neben den Klassikern wie Bratwurst, Steaks oder Hausmacher jeden Tag althergebrachte Odenwälder Spezialitäten fürs leibliche Wohl bereit. Immer ab 12 Uhr gibt es Sonntag Rindfleisch mit Meerrettich, Montag, Bohnensuppe „Omas Art“, morgen Kartoffelschnitz mit Fleisch, Mittwoch Erdrüben mit Salzfleisch, Donnerstag Salzbohnen „aus em Stänner“ und Freitag Odenwälder Köhlerpfännchen mit Nudeln. Samstag und Sonntag wird kein Tagesessen angeboten, es gilt die reguläre Speisekarte. An mehreren Tagen schauen Jagdhornbläser-Gruppen vorbei. Der Meilerplatz befindet sich in Rothenberg-Hinterbach an der Kreisstraße 37 Richtung Raubach. Näheres unter http://www.hinterbach-kohlenmeiler.de

400 Einwendungen aus dem Ulfenbachtal gegen Eberbacher Windkraftpläne

Keine Windräder direkt jenseits der Ländergrenze, keine Windparks im gesamten Odenwald: Die Bürgerinitiative (BI) Gegenwind Ulfenbachtal hat jetzt fast 400 Protest-Einwendungen gegen den Windkraft-Teilflächennutzungsplan (TFNP) der Verwaltungsgemeinschaft Eberbach-Schönbrunn im Eberbacher Rathaus abgegeben. Dazu kamen einige Mitglieder jetzt in die badische Neckarstadt gereist.

Die Einwendungen richten sich vor allem gegen das geplante Gebiet bei Brombach-Nord, das auf badischer Seite unmittelbar an die hessische Fläche bei Flockenbusch anschließen würde. Denn dort sieht der TFNP sieben bis zehn Windräder vor. Für die BI zusammen mit den projektieren drei in Hessen untragbar. Wobei man sich generell gegen Windräder im Odenwald wendet, weil man ihre Sinnhaftig- und Wirtschaftlichkeit bezweifelt.

Die Protestler kommen vor allem aus den beiden Schönmattenwags mit den Weilern Ludwigsdorf, Korsika und Flockenbusch. Aber auch aus dem restlichen Ulfenbachtal inklusive Siedelsbrunn unterzeichneten Bürger die Einwendungen. Die richten sich außerdem gegen die drei anderen Vorranggebiete auf Eberbacher Gemarkung: Hebert, Augstel und Hohe Warte.

Bei der BI hat man daneben die Sorge, dass das im vergangenen Jahr zurückgestellte Flockenbusch-Gebiet über den Klageweg demnächst wieder zur Planung freigegeben wird. Denn der Interessent, der Greiner-Eck-Betreiber VBV, hatte die Rückstellung – auf Wunsch der Gemeinde – nicht akzeptiert. Sollte dieses Gebiet Wirklichkeit werden, befürchtet man eine Einkesselung zusammen mit dem Stillfüssel-Gebiet auf der anderen Hügelseite.

Für die BI nannte Edith Egner aber auch artenschutzrechtliche Belange. Denn im projektierten Bereich rund ums Ulfenbachtal kämen Schwarzstorch und Rotmilan vor. Ganz zu schweigen vom Naturschutz. Das Gebiet in Brombach-Nord ist ihren Worten zufolge stark waldbrandgefährdet, aber schwer erreichbar. „Wie kommt die Eberbacher Wehr bei einem Feuer schnell dorthin?“, fragte sie. Weiterhin würden die Gefahren von Infraschall unterschätzt.

Die BI-Sprecherin kritisierte, dass augenscheinlich mit den Eberbacher Plänen das Neckartal windradfrei bleiben solle, aber auf den Odenwaldhügeln die Rotoren sprießen. Dass die Gebiete in der Eberbacher Peripherie projektiert würden, oft direkt an der hessischen Landesgrenze, nannte sie „nicht nachvollziehbar“. „Die Stadt ist weit weg“, so Egner. Andererseits „müssen wir im Ulfenbachtal die Konsequenzen aus dieser verfehlten Planung tragen“. Dazu zählten auch sinkende Immobilienpreise.

Und das im „Schwachwindgebiet Odenwald“, monierte Egner. Die Windräder erzeugten nicht viel Strom. Ohne Subventionen „errichtet hier keiner Anlagen“. Sie betonte, dass sich die BI für einen Odenwald komplett ohne Windräder einsetze. Gegen den hessischen Regionalplan Erneuerbare Energien könnten noch bis 14. Juli Einwendungen eingereicht werde, sagte sie. Entsprechende Formulare stelle die BI auf ihrer Homepage unter www.gegenwind-ulfenbachtal.de zur Verfügung.

Chöre aus dem Sängerkreis Neckartal treffen sich am 1. April zum Wertungssingen in Schönmattenwag

Das Kreiswertungssingen und der Liedergesellschaftsabend des Sängerkreises Neckartal finden am Samstag, 1. April, um 19 Uhr im Haus des Gastes statt. Ausrichter ist der MGV Sängerbund Unter-Schönmattenwag. Der Eintritt ist frei. Die Bevölkerung ist herzlich eingeladen, sich ein Bild vom vielfältigen Können der angeschlossenen Sängerkreis-Vereine zu verschaffen.

Teilnehmende Chöre sind: Cantante Cintura Kids sowie Frauen- und Männerchor des Gastgebers, MGV Eintracht Liederkranz Sensbachtal, Chorgemeinschaft Rothenberg/Kortelshütte, MGV Liederkranz Ober-Hainbrunn, Frauen- und Gemischter Chor Eintracht Falken-Gesäß, Sängerkranz aus Schöllenbach, gemischter Chor Finkenbach und Liederkranz Gammelsbach. Weiterhin gibt es an diesem Abend Ehrungen durch den Sängerkreis.

Den Mitglieds-Chören soll mit dem Wertungssingen die Möglichkeit eines objektiven Feedbacks der eigenen musikalischen Leistung angeboten werden. Sie erhalten damit in ungezwungener Atmosphäre eine leistungsorientierte Rückmeldung zur Vorbereitung ihrer eigenen Wettbewerbsbesuche durch einen ausgewiesenen Fachmann der Chorszene und auch Hinweise zu Verbesserungsmöglichkeiten.

Fürs Programm sind ausschließlich A-cappella-Werke zugelassen. Jeder Chor trägt drei Stücke freier Wahl vor. Auf eine stilistische und musikalische Vielfalt sollte Wert gelegt werden, heißt es in der Vorgabe. Werke aus dem Bereich Spiritual/Gospel/Pop sind ebenfalls zugelassen. Die einzelnen Stücke können auch in einer abweichenden Tonart vorgetragen werden.

Die teilnehmenden Chöre des Orientierungssingens erhalten nach ihrem Auftritt durch den Juror eine fachlich fundierte und konstruktive Beurteilung. Ziel ist es, Verbesserungspotential aufzuzeigen und den Leistungsstand festzustellen. Im Anschluss steht der Berater den Chören auch für weitere Fragen zur Verfügung. Außerdem gibt es eine Bewertung nach den Richtlinien des „Deutschen Chorwettbewerb“

Juror des Sängerkreis-Orientierungs-/Wertungssingens ist Matthias Schmitt. Er studierte Musikwissenschaft, Musikpädagogik und Chorleitung an der Goethe-Universität Frankfurt, an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt und an der Hochschule für Musik in Würzburg. Schmitt ist Dirigent mehrerer Chöre und Ensembles in Freigericht (Main-Kinzig-Kreis) und in angrenzenden Regionen. Er nimmt regelmäßig erfolgreich an nationalen Chorwettbewerben teil und wurde zuletzt Preisträger beim ersten deutschen Männerchorfestival in Limburg.

International konnte er mit seinem Männerkammerchor „DelicaTon“ einige Erfolge erzielen, zum Beispiel Sonderpreisträger beim International Choral Festival in Cork 2016 (Irland), er ist Gewinner zweier Goldmedaillen bei den World Choir Games in Riga 2014 (Lettland), Grand Prix Gewinner in Llangollen 2012 (Wales) und Dirigentenpreisträger beim Johannes Brahms-Wettbewerb in Wernigerode 2011. Teilnahmen an Wettbewerben und Festivals führten ihn zudem nach Estland, Norwegen, Österreich, England und Südkorea. Hauptberuflich arbeitet Schmitt als Kulturbeauftragter im Main-Kinzig-Kreis.

Hirschhorner Ritter bringen seit 25 Jahren den Frohsinn ins Kortelshütter Haus Cordula

Gleich zwei Jubiläen gibt es für die Hirschhorner Ritter in diesem Jahr zu feiern. Die Carnevalsgesellschaft aus der benachbarten Neckarstadt besteht seit 50 Jahren. Und ist seit 25 Jahren ist sie immer rund ums Faschingswochenende in den beiden Seniorenheimen des Höhendorfs zu Gast, zuerst in Kortelshütte, dann in Rothenberg. In den Azurit-Häusern gibt es dann ein buntes Nachmittagsprogramm, das die älteren Mitbürger gerne annehmen.

Der Besuch im ehemaligen evangelisch-lutherischen Haus Cordula in Kortelshütte ist für das jeweilige Hirschhorner Prinzenpaar immer etwas Besonderes. Denn eine Heimbewohnerin ist auch Hildegard König, die mit ihrem Mann Jupp und Funkenmariechen Inge 1992, beim ersten Abstecher der Ritter, als Faschingsprinzessin den Auftakt für die jährlichen Besuche machte.

Jetzt waren es die Nachfolger Prinzessin Tina I. (Czemmel-Zink) und Lothar II. (Zink), die mit Funkenmariechen Stefanie Mölle und einer närrischen Delegation ins Haus Cordula I gekommen waren, um einige fröhliche Stunden mit den 62 Bewohnern zu verleben. Natürlich wurden auch kräftig Orden ausgetauscht: Die Heimbewohner bekamen die Ritter-Jubiläumsplakette, die närrischen Hoheiten den eigenen Azurit-Orden, der jedes Jahr von Klaus Mikolajczyk gestiftet wird.

Unter den närrischen Klängen von Heiner Bondes aus Sensbachtal wurde das Tanzbein geschwungen oder wurden auch zwei Sitztänze aufgeführt. Zu Beginn hatte Jörg Wehrle von der Heimleitung die vielen Gäste begrüßt. Wehrle, Stefan Fichtner und Christine Zink waren im Anschluss eifrig mit dem Austausch von Orden beschäftigt. Fichtner wie auch Birgit Kral und Burghilde Veit hatten ebenso wie Anna-Luise Beisel danach noch eine Büttenrede in petto. Da ging es um den Alltag im Seniorenheim, aber auch die jetzt abgeschlossenen Bauarbeiten.

„So gut wie als Prinz ging es mir noch nie“, meinte Lothar II. in seiner Ansprache angesichts von gleich zwei Frauen an seiner Seite. Für Tina I. wurde ein lang ersehnter Mädchentraum wahr: „Wir zwei stehen hier vor euch: als Hirschhorner Prinzenpaar.“ Und Lothar ergänzte: „Kein Weg ist uns zu weit, kein Berg zu hoch“. Denn die beiden stammen aus Schimmeldewog und hatten „einen Teil unseres Hofstaats mitgenommen“.

Egal ob jung, alt, arm oder reich, „bei Feiern an Fastnacht sind alle gleich“, sagte die Prinzessin. Die fünfte Jahreszeit habe ihre eigenen Gesetze, „mit Frohsinn, mit Lachen und ganz ohne Hetze“, so ihr Prinz. Deshalb gab es mit Alkohol oder ohne ein dreifach donnerndes Helau auf die Hirschhorner Fastnacht.

 

 

Einmaliges Konzert mit zehn Neckartal-Sängerkreis-Chören in der Martinskirche Beerfelden

Unter dem Motto „Zu Gast bei Freunden“ veranstaltet der Sängerkreis Neckartal am Sonntag, 24. April, um 18 Uhr ein Benefizkonzert zu Gunsten der ehrenamtlichen „Kümmerer“ und Generationenhilfe in der Oberzent. Die Sängerkreis-Chöre aus Finkenbach, Falken-Gesäß, Gammelsbach, Kortelshütte, Neckarsteinach, Ober-Hainbrunn, Rothenberg, Schöllenbach, Unter-Schönmattenwag und Sensbachtal werden daran teilnehmen. Jeder Chor singt zwei unterschiedliche Lieder. Die Bandbreite reicht vom Gospel bis Volkslied, vom Spiritual bis zum  geistlichem Lied. Die vier Männer-, vier gemischten und zwei Frauenchöre werden unterstützt von den Solisten Thorsten Johann (Gesang), Selina Blessin (Piano), Marcel Albert (Orgel) und Simon Maurer (Trompete). Der ehemalige Landrat Horst Schnur und Pfarrer Roger Frohmuth stellen zum Abschluss das ehrenamtliche Engagement der „Kümmerer“ und der Generationenhilfe vor. Die Mitarbeiter laden danach ins Foyer der Kirche ein, wo sie Köstlichkeiten und Getränke anbieten. Der Eintritt ist frei. Der Sängerkreis Neckartal wünscht sich, dass die Bevölkerung die Arbeit der Ehrenamtlichen durch zahlreichen Besuch des Konzerts und des anschließenden geselligen Beisammensein unterstützt.

Langenthaler Jugendfeuerwehr begeht am 30. April ihr 40. Jubiläum mit Bezirkswettkampf und Feierstunde

Mit einem Bezirkswettkampf der Jugendfeuerwehren des Löschbezirks 3 im Kreis Bergstraße sowie einer abendlichen Feierstunde begeht die Langenthaler Jugendwehr am Samstag, 30. April, ihr 40-jähriges Bestehen. Vor vier Jahrzehnten war sie genau die 75. Nachwuchsorganisation, die im Kreis Bergstraße ins Leben gerufen wurde (heute sind es 88). Deshalb kam damals sogar Landrat Lothar Bergmann zur Gründungsversammlung.

Beginn des Wettkampfs für die Teams des Löschbezirks 3 und Gäste ist am 30. April um 9 Uhr am Feuerwehrgerätehaus. 16 Mannschaften sind angemeldet. Eine Mannschaft besteht aus fünf Jugendlichen im Alter von zehn bis 17 Jahren. Es kommen unter anderem: Neckarsteinach, Darsberg, Siedelsbrunn, Wald-Michelbach, Hirschhorn und Schönmattenwag sowie Heddesbach, Hainbrunn und Rothenberg (als Gäste).

Acht Disziplinen sind beim Wettkampf von den verschiedenen Teams zu bewältigen. Darunter sind vier Feuerwehrdisziplinen mit Aufbauen einer Saugleitung, Schnelligkeitsübung, allgemeine Feuerwehrtheorie sowie Feuerwehrknoten und Stiche. Weiterhin vier Spiele: Stelzenlauf, Schätz-, Wasserbomben- und Dachrinnenspiel. Die Siegerehrung erfolgt gegen 14.30 Uhr. Schiedsrichter sind Führungspersönlichkeiten der Feuerwehr.

Um 19.30 Uhr folgt am Abend im Feuerwehrhaus der „offizielle“ Teil. Nach Begrüßung und Grußworten wird der erste Jugendwart nach Gründung, Kurt Hering, eine Laudatio zum 40. Jubiläum halt. Nach Beiträgen der Jugendlichen und Ehrungen gibt es eine Aufeinandertreffen der Jugendfeuerwehren von 1976 und heute, ehe dann bewegte Bilder der vergangenen 40 Jahre gezeigt werden. Während des ganzen Tages – auch zur Abendveranstaltung – sind Gäste gerne willkommen. Für das leibliche Wohl ist im Festzelt gesorgt. Gegen 21 Uhr folgt eine Party mit DJ in den 1. Mai.

Neben der Hirschhorner und Langenthaler Feuerwehrspitze wurden auch Kreisbrandmeister Hans Günther Frömmel aus Wald-Michelbach, Kreisbrandinspektor Wolfgang Müller, Bezirksjugendfeuerwehrwart Tobias Walter aus Schönmattenwag und Kreisjugendfeuerwehrwart Lutz Machleid eingeladen. Daneben erwartet die Jugendfeuerwehr Vertreter aus Politik und Gesellschaft.

1976 ergriff der damalige Wehrführer Heiner Reibold die Initiative zur Gründung der Jugendwehr, weiß Kurt Hering, der schon zum 25. Jubiläum eine Chronik erstellt hatte. 16 Jugendliche konnte Reibold damals begeistern. Einer davon, Matthias Kuntze, rückte nicht nur als Jugendfeuerwehrwart nach, sondern 1982, erst 21-Jährig, auch als Kommandant der Langenthaler Wehr. 2015 gab er den Stab weiter, ebenfalls an einen ehemaligen Jugendfeuerwehrmann: Michael Siefert. In den vergangenen 40 Jahren wurden über 100 Jugendliche in die Nachwuchsorganisation aufgenommen.

Ein „historisches Geschehen“ gab es laut Hering 1989: Damals wurden auf Initiative von Alfred Morr auf einen Schlag fünf Mädchen Mitglieder der bis dato männerdominierten Wehr. Von Morrs „Mut“ habe danach die ganze Wehr profitiert. Für die Zukunft erhofft sich Hering die Aufnahme von Flüchtlingen in die Jugendorganisation. Schon bisher habe die Wehr einen Beitrag zur „vielbeschworenen Integration“ geleistet.

Aktuell sind in Langenthal unter Leitung von Lisa Morr zwölf Jugendliche im Alter von elf bis 16 Jahren aktiv, davon vier Mädchen. Es gibt insgesamt sechs Jugendbetreuer. Highlight des Jahres ist für alle das Kreiszeltlager, dieses Jahr vom 20. bis 24. Juli in Bensheim. Am 5. Mai richtet die Jugendorganisation traditionell das Vatertagsgrillfest an der Klapperquelle aus. Ansonsten beteiligt man sich an der Jugendsammelwoche, der Aktion Saubere Landschaft und führt die Christbaumsammlung durch. Übungsstunde ist immer donnerstags ab 17.30 Uhr.

Weitere Bilder hier: https://www.facebook.com/media/set/?set=a.1144686172242197.1073741920.100001024761983&type=1&l=22d8da9327

http://www.feuerwehr-langenthal.de

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„TopSpin“ huldigt den guten alten Rockklassikern – Auftritt am 30.4. beim Rock in den Mai in Unter-Schönmattenwag

Was als einmalige Aktion gedacht, gibt es nun schon über zehn Jahre. Das Rocktrio „TopSpin“ hat sich den guten alten (Hard-)Rock-Klassikern der 60 bis 80er Jahre verschrieben und zelebriert diese bei regelmäßigen Auftritten in der Region. Über 50 Titel von Bryan Adams bis ZZ Top haben die drei gestandenen Mittvierziger mittlerweile im Repertoire. Nächster Auftritt ist am Samstag, 30. April, 21.30 Uhr, beim „Rock in den Mai“ des MGV Unter-Schönmattenwag.

Eigentlich wollten die Musiker 2006 nur einen Auftritt für den Tennisverein bei der Heiligkreuzsteinacher Kerwe machen – daher auch der Bandname „TopSpin“. Doch einmal Ende 2005 zusammengekommen und richtig Musik geprobt, konnten es Jürgen Dittler (Gitarre, Gesang), Oliver Maier (Drums) und Stefan Semmler (Bass) dann doch nicht so schnell wieder sein lassen. Alle drei verfügten bereits über langjährige Banderfahrung, so Dittler und Maier in der Gruppe „Speedy“.

Der Kerwe-Auftritt beflügelte die drei derart, dass sie ihr Repertoire ständig ausbauten. Mit eigenwilligen Cover-Versionen alter Klassiker wissen sie nicht nur das Publikum im Steinachtal, sondern auch darüber hinaus im Odenwald zu überzeugen. Denn ihr Motto „Feel the music live“ erfreut die Freunde von handgemachter Musik bei jedem Auftritt, denn diese ist wieder schwer angesagt.

Zu den Lieblingsstücken der drei Vollblutrocker zählen unter anderem solche von Cream, Guns‘n Roses oder Creedence Clearwater Revival, aber auch „Lady Starlight“ von Sweet oder „20th Century Boy“ von T.Rex. Auf der Setliste stehen daneben Stücke von Thin Lizzy, ZZ Top, Whitesnake, Deep Purple, Uriah Heep, Metallica, Golden Earing, The Who oder Foreigner. Keep on rockin‘…

Die „Heebie-Jeebies“ aus dem Odenwald entführen die Zuschauer mit Irish Folk auf die Grüne Insel

Am Anfang stand eine Schnapsidee. Pardon, eigentlich eine Whiskey-Idee. Denn der MGV Kortelshütte veranstaltete im Mai 2011 ein Whiskey-Tasting und Vereinsmitglied Martin „Mike“ Müller versprach für die passende Musik zu sorgen. Kurzerhand stellte er zusammen mit Michael „Mikel“ Pascuzzi und Tina Czemmel-Zink, alle drei seit Jahren in der hiesigen Musikszene unterwegs, ein Irish-Folk-Programm auf die Beine – und so entstand die Band „Heebie-Jeebies“. Seit fünf Jahren ertönen nun über den grünen Hügeln des Odenwalds Klänge von der Grünen Insel.

Die Mitglieder haben in die Band ihre Instrumente eingebracht, die sie schon lange Zeit vorher spielten. Bei Mike Müller und Tina Czemmel-Zink waren es die Gitarren, beim Rothenberger Michael Pascuzzi die diversen Schlaginstrumente. „Wir haben zu dritt angefangen“, so Tina Czemmel-Zink, „und dann gemerkt, dass uns ein Melodie-Instrument fehlt“, ergänzt Müller.

Mit dem Hinterbacher Franz Lechner wurde vor zwei Jahren diese Lücke gefüllt. „Er ist der einzige unter uns, der Noten lesen kann“, hebt Pascuzzi lachend die „Vorteile“ des Geigers hervor.  Als studierter Musiker schaffe er es, zu jedem Stück die passenden Töne zu finden. Gitarren, Mundharmonika, Bodhrán, Cajon, Shake-Ei, Rasseln, Flöte und Geige sind die Instrumente, mit denen die „Heebie-Jeebies“ die Lieder begleiten und untermalen.

72 Auftritte hatten die Heebie-Jeebies inzwischen und das alles mehr oder weniger „durch Mundpropaganda“, wie Tina Czemmel-Zink betont. Das begann beim ersten Auftritt, der einen weiteren in Eberbach nach sich zog. Und so weiter… „Wir spielen dieses Jahr zum dritten Mal am Fronleichnams-Wochenende auf der Odenwald Country Fair in Eulbach. Das ist ein großer Multiplikator“, weiß die Schönmattenwagerin.

„In den vergangenen fünf Jahren haben wir sehr viel Positives erlebt“, hebt Müller hervor. Besonders im Gedächtnis geblieben ist der Gruppe die Teilnahme am Radio-Regenbogen-Marathon in Freiburg, der einen Auftritt in der Schweiz nach sich zog: „Da rannte ein Läufer an uns vorbei, drehte um und fragte, ob wir auch in der Schweiz spielen würden“, erinnert er sich. „Warum nicht“, lautete die Antwort – ohne große Hoffnung, wieder etwas zu hören. Doch falsch gedacht: „Ein Jahr später sind wir für einen Auftritt bei seiner Hochzeit dorthin gefahren.“

Firmenfeiern, Geburtstage, Hochzeiten und Irische Abende sind die vorrangigen Termine der „Heebie-Jeebies“. Gerade letztere „sind immer eine runde Sache“, weiß Müller. Denn dann wird dazu die Dia-Show mit etwa 3000 Motiven von der Grünen Insel eingepackt, die von eigenen Aufenthalten oder Urlauben von Freunden stammen. Bei den Bandmitgliedern ging die Begeisterung den umgekehrten Weg: „Die Faszination für Irland kam durch die Musik“, so Lechner, nicht durch vorherige Besuche.

Ein Vier-Stunden-Programm mit zwei Pausen, gespickt mit 40 Stücken, erwartet die Gäste bei Auftritten. Klassiker wie „Whisky in the Jar“ oder „Drunken Sailor“ sind laut Pascuzzi ebenso dabei wie „Lord of the dance“ oder das typische „Molly Malone“. Die drei Herren mögen die fetzigen Reels und Jigs mit der Geige, „bei denen man kräftig Gas geben kann“. Für Tina Czemmel-Zink darf’s gerne auch mal die eine oder andere Ballade sein.

„Die Abwechslung macht’s“, bestätigt Mike Müller. Wenn Franz Lechner seine Finger über die Geigensaiten fliegen lässt, oder sich langsame Instrumentals bis zum furiosen Finale steigern, sind die Zuschauer begeistert. „Wir entführen die Leute in eine andere Welt“, betont Lechner. Wenn es manchen Gästen so gut gefallen hat, dass sie laut eigener Aussage „am Montag ins Reisebüro gehen und eine Reise nach Irland buchen“, ist das für die Musiker das schönste Kompliment.

„Die Zuhörer haben bei uns das Gefühl, in einem Irish Pub zu sitzen“, hebt Czemmel-Zink hervor. Ziel ist eine gute Mischung bei der Liedauswahl – „ein Song gleicht nie dem nächsten“. Man nehme sich auch „die Freiheit raus zu interpretieren“, ergänzt Mike Müller. Wichtig ist der Spaß an den Stücken, damit sie bei den Zuhörern authentisch rüberkommen. Dazu trägt auch die Verbundenheit der Bandmitglieder und ihrer Familien abseits der Musik bei. „Ohne die Unterstützung unserer Familien geht es nicht und dafür sind wir auch sehr dankbar“, sind sich alle vier einig.

Infos: www.heebie-jeebies.de. Nächster Auftritt der Gruppe ist am Samstag, 9. April, um 20.30 Uhr im Sportheim des VfR Mudau-Scheidental, danach am 26. und 28. Mai bei der Odenwald Country Fair im Englischen Garten Eulbach.

 

Die „Heebie-Jeebies“

Zum Namen: „It gives me the heebie-jeebies“ bedeutet in etwa „Dabei bekomme ich eine Gänsehaut“ und beschreibt ein Grundgefühl der vier Musiker. Die irischen Songs, Shantys, Balladen, Jigs, Reels und Polkas gehen unter die Haut und manches Lied sorgt für Gänsehaut. So entstand der Name.

Martin „Mike“ Müller (Gesang, Gitarre, Mandoline und Mundharmonika) aus Kortelshütte (44 Jahre alt) ist passionierter Gitarrist und spielt „alles, was Saiten hat“. Seine musikalischen Wurzeln sind sowohl in der Rock- als auch im Folk-Bereich zu suchen.

Tina Czemmel-Zink (Gesang, Gitarre, Bodhrán und Percussion) aus Unter-Schönmattenwag (39) bereichert die Gruppe mit ihrer warmen und einfühlsamen Gesangsstimme, die sie auch heute noch kontinuierlich mit Gesangsunterricht weiterbildet.

Franz Lechner (Geige und Flöte) aus der Hinterbach (49) verleiht der Musik mit seiner Geige das gewisse Etwas.

Michael „Mikel“ Pascuzzi (Gesang, Bodhrán, Cajon und Percussion) aus Rothenberg (50) hat den Rhythmus im Blut. Dem Schlagzeugunterricht als Jugendlicher folgten diverse Percussion-Workshops, in denen er unter anderem das Spielen der typisch irischen Handtrommel „Bodhrán“ perfektionierte.

Sängerkreises Neckartal ehrte die langjährigen Aktiven aus seinen Mitgliedsvereinen – Neuen Vorsitzenden bestimmt

Verdiente Auszeichnungen für jahrzehntelanges Singen: Erstmals wurden die zahlreichen Ehrungen für aktive Sänger des Sängerkreises (SGR) Neckartal während der Hauptversammlung durchgeführt und nicht beim Gesellschaftsabend. Die SGR-Vereinsvorsitzenden trafen sich dieser Tage dazu im Dorfgemeinschaftshaus Kortelshütte. Die Tagesordnungspunkte mit den üblichen Regularien waren schnell abgehandelt.

Hervorzuheben ist lediglich der Wechsel im Vorstand. Der Sängerkreis Neckartal praktiziert seit einiger Zeit einen jährlichen Turnus beim ersten und zweiten Vorsitzenden. Im Jahresrhythmus übernimmt jeweils ein anderes SKR-Mitglied den Vorsitz. Alle anderen Positionen des Vorstandes werden für drei Jahre gewählt. Im vergangenen Jahr war Willi Maurer Vorsitzender und Adam Kindlein sein Stellvertreter. Beide sind Chormitglieder des MGV Eintracht Falken-Gesäß.

Schriftführerin Edith Rug aus Eberbach dankte ihnen für die geleistete Arbeit. In diesem Jahr stellt der MGV Kortelshütte das Vorsitzenden-Duo. Gewählt wurden einstimmig: Alexander Herner als erster und Günter Reinhard als zweiter Vorsitzender. Als zweiten wichtigen Punkt besprachen die Teilnehmer das Benefizkonzert in der Martinskirche Beerfelden. Es findet am 24. April um 18 Uhr in Zusammenarbeit mit dem Asylhilfekreis der „Kümmerer“ statt. Es werden alle zehn Chöre des Sängerkreises und Solisten auftreten.

Nach der Jahreshauptversammlung folgten die Ehrungen. Der MGV Kortelshütte eröffnete den Reigen mit einigen gut vorgetragenen, launigen Liedern. Der neue zweite SGR-Vorsitzende Günter Reinhard nahm die Auszeichnungen vor. Er freute sich, dass mit den Bürgermeistern Hans Heinz Keursten, Rothenberg, und Egon Scheuermann, Sensbachtal, zwei Rathauschefs durch ihre Anwesenheit ihre Verbundenheit mit dem Chorgesang unterstrichen.

Geehrt wurden: für 65 Jahre Werner Walz und Wilhelm Schwinn, beide Liederkranz Gammelsbach. Für 60 Jahre Adam Kindlein, MGV Eintracht Falken-Gesäß; Theo Beisel und Winfried Schäfer, beide Eintracht Liederkranz Sensbachtal; Friedrich Wolf, Liederkranz Gammelsbach. Für 50 Jahre Walter Löb und Adam Scheuermann, beide MGV Liederkranz Ober-Hainbrunn; Werner Keil und Rudolf Brandel, beide GV Sängerkranz Schöllenbach; Erwin Daub, Gottfried Jöst und Erich Bock, alle MGV Sängerbund Unter-Schönmattenwag.

40 Jahre singen: Walter Fischer, Gemischter Chor Finkenbach; Horst Michel, MGV Liederkranz Ober-Hainbrunn; Erika Schäfer, MGV Eintracht Falken-Gesäß; Karlheinz Reichert, MGV Rothenberg. 25 Jahre: Christian Jöst, Stefan Siefert und Manuel Weihrauch, alle MGV Sängerbund Unter-Schönmattenwag.

Eine besondere Ehrung für ihre Arbeit im Vorstand erhielten: Sabine Bulling für zehn Jahre als Rechnerin und Rudolf Brandel für zehn Jahre als zweiter Vorsitzender beim Gesangverein Sängerkranz Schöllenbach. Jutta Ihrig vom selben Verein ist dort seit 25 Jahren im Vorstand tätig: zehn Jahre als Schriftführerin, fünf Jahre Rechnerin und zehn Jahre als Vorsitzende. Diese Ehrungen sind immer eine Besonderheit, die der SGR nur sehr selten durchführen kann. Die Sänger erhielten Präsente, Urkunden und manche auch Anstecknadeln. Bei aufmerksamer Bewirtung durch den MGV Kortelshütte saßen die Teilnehmer noch einige Zeit gemütlich beisammen.

„Die Hirschhorner haben sich ihre Stadtmauer quasi ersoffen“

„Ein Rückblick kann auch ein Ausblick sein“, meinte Ulrich Spiegelberg einleitend zu seinem Vortrag über die früheren Berührungspunkte zwischen Hirschhorn und Neckarsteinach im Rahmen des Neujahrsempfangs. Herrschaftlich, sagte der Vorsitzende der Langbein-Freunde, seien beide Städte trotz der Nachbarschaft erst einmal getrennte Wege gegangen. Das habe an der jeweiligen Zuständigkeit der Kloster Worms, Speyer und Lorsch gelegen.

Die frühere Erwähnung Hirschhorns mit Ersheim im Jahr 773 sei auf die Bestrebungen der Lorscher zurückzuführen, ihren Herrschaftsbereich auszudehnen. Richteten sich diese Richtung Igelsbach oder Unter-Schönmattenwag, so blickten die Steinacher Ritter später gen Heddesbach. Eine mögliche erste Verbindung der beiden Geschlechter machte er durch einen Johann aus, der in beiden Stammbäumen auftauche.

Apropos Namen: Spiegelberg notierte amüsiert das inflationäre Vorkommen von Konrad und Bligger in Neckarsteinach, das eine Zuordnung oftmals schwierig mache. Die Hirschhorner hätten durch geschickte Heiratspolitik versucht, ihren Herrschaftsbereich auszudehnen, erläuterte er. Aber: „Die Steinacher Töchter waren nicht interessant. Die hatten wohl zu wenig Geld“, meinte der Fachmann unter dem Schmunzeln der Zuhörer.

Andersrum wiederum funktionierte es: Gegen Ende des Mittelalters heirateten Hirschhorner Töchter Landschaden von Neckarsteinach. Was aber auch nicht mehr viel brachte: Beide Geschlechter starben im 17. Jahrhundert aus. Auf der Mittelburg seien die Hirschhorner besitzmäßig immer vertreten gewesen, erklärte er. Dies komme auch durch ein Wappen in einem Neckarsteinacher Kirchenfenster zum Ausdruck. Erst durch den Tausch mit Brombach 1536 habe sich dies erledigt.

Mit Blick auf 625 Jahre Stadtrechte sagte Spiegelberg, dass der Bau der Stadtmauer nach dem am 10. September 1391 erteilten Befestigungsrecht durch eine Getränkesteuer finanziert worden sei. „Man kann auch sagen, dass sich die Hirschhorner ihre Stadtmauer quasi ersoffen haben“, sagte er lächelnd. In Neckarsteinach hätten diese Prozesse alle etwas später eingesetzt. Erschwerend sei die geteilte Herrschaft über den Ort von Worms und Kurpfalz hinzugekommen.

Spiegelberg führte an, dass es auch in der Kirchengeschichte der beiden Städte so manche Parallele gebe. Neckarsteinach sei Zufluchtskirche für die evangelischen Christen Hirschhorns gewesen, während von den Hirschhorner Karmelitern im 18. Jahrhundert die katholische Gemeinde wieder aufgebaut worden sei. Interessanterweise hätten sich erst kürzlich die beiden katholischen Gemeinden zu einer im hessischen Neckartal zusammengeschlossen.

„Fünf Monate lange gehörte die Hälfte Neckarsteinachs schon einmal zu Baden“, machte er weitere aktuelle Anklänge aus. Allerdings war dies Ende 1802/1803, im Zuge der Neugliederung durch Napoleon. Durch Gebietstausch fiel dann ganz Neckarsteinach an Hessen. Und heute? Von Errungenschaften im hessischen Neckartal in der Zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wie Forstamt, Landratsamt oder Amtsgericht sei nichts mehr geblieben, sagte Spiegelberg.

Kabarettist Franz Kain bietet in Hirschhorn beim HCV „Bislang’s Beschde“

Seit 25 Jahren steht der Weinheimer Franz Kain auf den Kabarettbühnen der Region, seit 2009 auch solo – genau der richtige Zeitpunkt also für das „Spitzklicker“-Mitglied Franz Kain, ein Highlight-Programm anzubieten. Mit „Bislang´s Beschde“ ist er am Freitag, 9. Oktober, 20 Uhr, in der Reihe „HCV kult“ im Vereinsheim in der Brentanostraße 27-29 zu Gast.

„Bislang´s Beschde“ ist ein neues Arrangement von Elementen aus den bisherigen Soloprogrammen „Ein Quantum Quellmänner“, „Kain allein daheim“ und „Die Woch‘ ist nicht genug“, zusätzlich gespickt mit Häppchen aus „Kain im Quadrat – iwwer Monnem un drumrum“, das exklusiv nur im Schatzkistl zu sehen ist. Eben: „Ein Quantum Kain allein ist nicht genug“.

„Bislang´s Beschde“ soll aber auch aussagen, dass die Zuschauer Neues erwarten dürfen: Das 5. Solo-Programm ist parallel in Arbeit und soll im April 2016 Premiere haben. Denn: „Ein Quantum Kain allein ist nicht genug“ – aber jetzt ein Muss für Freunde von hintersinnigem Humor, wunderbarem Wortwitz und unnachahmlicher Bühnenpräsenz. Kain liebt es, auch mal die leisen, nachdenklichen Töne anzuschlagen, vor allem aber sein Publikum mit seinem Sprechtempo mitzureißen. „Bislang´s Beschde“ ist ein Pointen-Feuerwerk in Kurpfälzer Mundart-Kabarett für Einsteiger und Fans.

Karten im Vorverkauf gibt es zu 17 Euro bei Jürgen Abelshauser, Telefon 06272-3205, E-Mail juergen.abelshauser@t-online.de. Einlass ist um 19 Uhr

Heddesbacher feiern das neue Feuerwehrfahrzeug

So viele Feuerwehrleute auf einen Haufen sieht man sonst nur bei einem Einsatz. Diesmal kamen sie zu einem sehr erfreulichen Anlass zusammen: Das neue Mittlere Löschfahrzeug (oder Staffellöschfahrzeug) 10/6 der Heddesbacher Wehr wurde im Rahmen eines Tags der offenen Tür offiziell übergeben. 180.000 Euro stellte die Gemeinde dafür bereit, fast die Hälfte konnte refinanziert werden. Lokale Feuerwehrspitze, Bürgermeister Hermann Roth und Kreisbrandmeister Peter Michels freuten sich über das besondere Ereignis.

Gefühlt war der halbe Rhein-Neckar-Kreis mit seinen Wehrleuten vertreten. Nicht nur das angrenzende Eberbach (mit einer großen Delegation), Brombach, Schönau, Heiligkreuzsteinach, Lampenhain oder Altneudorf hatten Abordnungen geschickt, auch von weiter her nutzten etliche Floriansjünger den schönen Tag, um der kleinen Gemeinde am badischen Rand des Kreises einen Besuch abzustatten. Bammental, Wiesenbach, Altlußheim und Gaiberg war unter anderem als Herkunftsort auf den verschiedenen T-Shirts zu lesen.

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Aus dem südlich und nördlich benachbarten Hessen waren vor allem die beiden Wehren aus Hirschhorn und Langenthal stark vertreten. Daneben schickten auch Schönmattenwag uind Wald-Michelbach ein paar Mann vorbei, um den Kontakt mit den Wehrleuten aus dem Badischen zu pflegen.

Als einen „großen Tag für die Heddesbacher Feuerwehr“ bezeichnete Kreisbrandmeister Michels die Übergabe. Die Gemeinde habe mit dem neuen Fahrzeug „die Tür für eine gute Feuerwehr-Zukunft weit geöffnet“. Er wies darauf hin, dass die Wehr das Auto quasi nur „treuhänderisch“ erhalte, um es für das Wohl der Bevölkerung einzusetzen.

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„Wir haben die richtige Entscheidung getroffen, was Ausstattung und Beladung angeht“, sagte Bürgermeister Roth. Mühe, Arbeit und Geld-Investition hätten sich gelohnt. 2012 sei erstmals das Thema Neuanschaffung aufgekommen, blickte er auf den Entscheidungsprozess zurück. Denn das alte Fahrzeug habe inzwischen 27 Jahre auf dem Buckel. Eineinhalb Jahre seien bis zur Entscheidung vergangenen, noch einmal 18 Monate bis zur Auslieferung im Juli, verdeutlichte er die bis dato vergangene Zeit.

180.000 Euro habe das neue Gefährt abschließend gekostet, informierte Roth. Fast die Hälfte davon habe man mit Hilfe vieler Sponsoren, Eigenleistung des Feuerwehrvereins und Fördermitteln wieder „reinholen“ können. Diese große Unterstützung, für die Roth herzlich dankte, sei auch ein Beweis „für die Verbundenheit der Gemeinde mit ihrer Feuerwehr“.

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Den symbolischen Schlüssel für die Übergabe hatte Uwe Freidinger von der Firma Magirus Brandschutztechnik mitgebracht. Der Bestellprozess sei eine „lange Geburt“ gewesen, meinte er schmunzelnd, aber jetzt habe man ein „wunderschönes Kind“. Feuerwehr-Kommandant Gerd Holschuh, der zusammen mit dem Bürgermeister den überdimensionalen Schlüssel entgegennahm, hatte zu Beginn die vielen Gäste begrüßt und dankte in seinen abschließenden Worten allen, die bei der Beschaffung und dem Weg dorthin mitgeholfen hatte.

Über den neuen Feuerwehr-Förderverein informierte kurz die Vorsitzende Bärbel Reibold. Der war von 34 Bürgern Anfang Juli gegründet worden. Pflege der Tradition und Kameradschaft, soziale Betreuung der Mitglieder, Förderung der Jugendarbeit und des Feuerwehrwesens sowie Öffentlichkeitsarbeit im Sinne der Feuerwehr stehen im Mittelpunkt. Sie übergab an Holschuh als Geschenk Werkzeug fürs neue Fahrzeug.

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Die Maschinisten der Heddesbacher Feuerwehr mit Gerätewart Nick Reinhard holten das neue Geschoss Anfang Juli bei der Firma Iveco Magirus in Ulm ab. Dort erhielten sie erst eine Einweisung auf die neue Technik, die im Fahrzeug verbaut wurde. Parallel dazu wurde das Fahrzeug durch den stellvertretenden Kommandanten Dennis Baumann abgenommen. Im Anschluss erfolgte noch eine Belastungsprobe der Pumpe am Pumpenstand. Die Floriansjünger übten in der Zwischenzeit intensiv mit dem Fahrzeug, damit es nun einsatzbereit gemeldet werden konnte.

Bereits am Vortag hatten die Hauptübung mit dem neuen Fahrzeug und abends eine Blaulichtparty im Feuerwehrhaus stattgefunden. Eine Schauübung der Jugendfeuerwehr, Unterhaltung, Fahrzeugrundfahrten und Musik rundeten den großen (Sonn-)Tag ab.