Chöre aus dem Sängerkreis Neckartal treffen sich am 1. April zum Wertungssingen in Schönmattenwag

Das Kreiswertungssingen und der Liedergesellschaftsabend des Sängerkreises Neckartal finden am Samstag, 1. April, um 19 Uhr im Haus des Gastes statt. Ausrichter ist der MGV Sängerbund Unter-Schönmattenwag. Der Eintritt ist frei. Die Bevölkerung ist herzlich eingeladen, sich ein Bild vom vielfältigen Können der angeschlossenen Sängerkreis-Vereine zu verschaffen.

Teilnehmende Chöre sind: Cantante Cintura Kids sowie Frauen- und Männerchor des Gastgebers, MGV Eintracht Liederkranz Sensbachtal, Chorgemeinschaft Rothenberg/Kortelshütte, MGV Liederkranz Ober-Hainbrunn, Frauen- und Gemischter Chor Eintracht Falken-Gesäß, Sängerkranz aus Schöllenbach, gemischter Chor Finkenbach und Liederkranz Gammelsbach. Weiterhin gibt es an diesem Abend Ehrungen durch den Sängerkreis.

Den Mitglieds-Chören soll mit dem Wertungssingen die Möglichkeit eines objektiven Feedbacks der eigenen musikalischen Leistung angeboten werden. Sie erhalten damit in ungezwungener Atmosphäre eine leistungsorientierte Rückmeldung zur Vorbereitung ihrer eigenen Wettbewerbsbesuche durch einen ausgewiesenen Fachmann der Chorszene und auch Hinweise zu Verbesserungsmöglichkeiten.

Fürs Programm sind ausschließlich A-cappella-Werke zugelassen. Jeder Chor trägt drei Stücke freier Wahl vor. Auf eine stilistische und musikalische Vielfalt sollte Wert gelegt werden, heißt es in der Vorgabe. Werke aus dem Bereich Spiritual/Gospel/Pop sind ebenfalls zugelassen. Die einzelnen Stücke können auch in einer abweichenden Tonart vorgetragen werden.

Die teilnehmenden Chöre des Orientierungssingens erhalten nach ihrem Auftritt durch den Juror eine fachlich fundierte und konstruktive Beurteilung. Ziel ist es, Verbesserungspotential aufzuzeigen und den Leistungsstand festzustellen. Im Anschluss steht der Berater den Chören auch für weitere Fragen zur Verfügung. Außerdem gibt es eine Bewertung nach den Richtlinien des „Deutschen Chorwettbewerb“

Juror des Sängerkreis-Orientierungs-/Wertungssingens ist Matthias Schmitt. Er studierte Musikwissenschaft, Musikpädagogik und Chorleitung an der Goethe-Universität Frankfurt, an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt und an der Hochschule für Musik in Würzburg. Schmitt ist Dirigent mehrerer Chöre und Ensembles in Freigericht (Main-Kinzig-Kreis) und in angrenzenden Regionen. Er nimmt regelmäßig erfolgreich an nationalen Chorwettbewerben teil und wurde zuletzt Preisträger beim ersten deutschen Männerchorfestival in Limburg.

International konnte er mit seinem Männerkammerchor „DelicaTon“ einige Erfolge erzielen, zum Beispiel Sonderpreisträger beim International Choral Festival in Cork 2016 (Irland), er ist Gewinner zweier Goldmedaillen bei den World Choir Games in Riga 2014 (Lettland), Grand Prix Gewinner in Llangollen 2012 (Wales) und Dirigentenpreisträger beim Johannes Brahms-Wettbewerb in Wernigerode 2011. Teilnahmen an Wettbewerben und Festivals führten ihn zudem nach Estland, Norwegen, Österreich, England und Südkorea. Hauptberuflich arbeitet Schmitt als Kulturbeauftragter im Main-Kinzig-Kreis.

Die gebürtige Hirschhornerin Angelika Beckenbach ist neue Bürgermeisterin von Abtsteinach

Eine eindeutige Sache war die Bürgermeisterwahl in Abtsteinach. Bei einer Wahlbeteiligung von fast 70 Prozent holte die von den Freien Wählern unterstützte Angelika Beckenbach 62,1 Prozent. Sie ließ damit ihren von der CDU unterstützten Mitbewerber Kevin Flödl mit knapp 38 Prozent klar hinter sich. Der Jubel im Rathaus war groß, nachdem die Auszählung etwas länger als gedacht gedauert hatte.

Vor allem aus Beckenbachs Arbeits- und Geburtsort Hirschhorn war eine sehr große Delegation mit Bürgermeister Oliver Berthold an der Spitze nach Abtsteinach gekommen, um mit ihr, ihrem Mann Peter und den beiden Kindern zu fiebern. Die 48-Jährige arbeitet derzeit noch auf dem Hirschhorner Rathaus, wo sie seit knapp 30 Jahren in den Bereichen Bauen und Finanzen tätig ist. Sie sie tritt ihr Amt in Abtsteinach am 1. Juli in der Nachfolge von Rolf Reinhard an, der nach 24 Jahren an der Spitze der Verwaltung nicht mehr kandidierte.

In Unter-Abtsteinach war der Vorsprung Beckenbach noch um einiges größer als im oberen Ortsteil. Sie holte 76,7 Prozent in Unter-Abtsteinach. In Ober-Abtsteinach war der Abstand mit 52,6 zu 47,4 Prozent um einiges knapper. Bei der Briefwahl kristallisierte sich in ungefähr das Durchschnittsergebnis heraus.

Der scheidende Amtsinhaber Rolf Reinhard bedankte sich ebenso wie Landrat Christian Engelhardt für den sehr fairen und sachlichen Wahlkampf. Engelhardt ergänzte, dass damit auch die Demokratie Gewinner sei, wenn die Bewerber für einen Bürgermeisterposten so fair miteinander umgingen. Reinhard dankte für die Mitarbeit in den vergangenen 24 Jahren. Er lobte die sehr gute Verwaltung und die gute Infrastruktur des Hardberg-Ortes. Der noch bis 30 Juni amtierende Bürgermeister wünschte seiner Nachfolgerin viel Erfolg.

„Wer die Aufgabe in Abtsteinach übernimmt, kann sich freuen“, sagte Landrat Engelhardt. Denn Angelika Beckenbach wirke in Zukunft in einem sehr gut entwickelten Ort mit vielen attraktiven Angeboten. Abtsteinach weise, verwies Engelhardt auf die Fastnacht, eine sehr gute Mischung aus Feierlaune und Ernsthaftigkeit auf.

Mit der Bekanntgabe des Ergebnisses brach großer Jubel bei Angelika und Peter Beckenbach sowie ihrer Fangemeinde aus. In den vergangenen Tagen war die Anspannung immer größer geworden, die jetzt mit einem Mal von allen abfiel. Beckenbach will, so wie sie es in ihrem Wahlprogramm versprochen hat, immer ein offenes Ohr für die Bürger haben, deren Anliegen ernst nehmen, und auch gleich am ersten Tag im Amt am 1. Juli eine Bürgersprechstunde abhalten.

Und was macht der Bürgermeisterin-Ehemann? Darüber hat sich Peter Beckenbach nach eigenen Worten noch keine Gedanken gemacht. Nachdem der Sieg seiner Frau feststand, meinte er nur lächelnd: „Jetzt werde ich wohl etwas öfters zu Hause die Spülmaschine ausräumen müssen.“ Und auch auf die beiden Kinder kommt diese Aufgabe verstärkt zu, grinste er.

74 Jugendliche der Oberzent-Schule Beerfelden und Eugen-Bachmann-Schule Wald-Michelbach fuhren gemeinsam auf Skischulwoche nach St. Johann im Ahrntal

Die Oberzent-Schule Beerfelden und die Eugen-Bachmann-Schule aus Wald-Michelbach fuhren in diesem Jahr zum dritten Mal gemeinsam auf Skischulwoche nach St. Johann im Ahrntal. Der bunt gemischte Haufen von 74 Schülern und neun Lehrern erlebte eine wunderschöne, ereignisreiche Woche im Schnee. Neben dem täglichen Skifahren gab es eine Dorfrallye und eine Fackelwanderung mit einer anschließenden Besichtigung eines Bergbauernhofes.

Auch die vielen Facetten der Berge mit den verschiedensten Wetterbedingungen von sonnig über stürmisch bis hin zu unergründlichem Nebel hinterließen bei den Kindern großen Eindruck. Das abschließende Skirennen am letzten Skitag krönte die sieben Tage vollends. Mit Stolz konnte das Skiteam um Sebastian Bongartz (OZS) und Ben Schütz (EBS) verkünden, dass alle 74 Jugendlichen am Ende der Skischulwoche mit ihren Skiern die Berge beherrschten. Das Skiteam der Oberzent-Schule (Tanja Daub, Heidi Domack und Sebastian Bongartz) hatte mit den Kindern viel Spaß und freut sich schon auf das nächste Jahr.

Das Fastnachts-Prinzenpaar Tina I. und Lothar II. aus Schimmeldewog repräsentiert die Hirschhorner Ritter

„Spannend, anstrengend und lustig“: So fasst Prinz Lothar II. (Zink) aus Unter-Schönmattenwag die Faschingskampagne als ein Teil der beiden Hirschhorner Tollitäten zusammen. Mit seiner Frau Tina I. (Czemmel-Zink) repräsentiert er seit der Proklamation Mitte Januar noch bis Aschermittwoch die Hirschhorner Ritter weit über die Neckarstadt hinaus. 50 Veranstaltungen werden die beiden in dieser kurzen Zeit besuchen, immer mit Funkenmariechen Steffi Mölle im Schlepptau, die zusätzlich die ganze organisatorische Arbeit im Hintergrund leistet.

Fastnachtlich verschieden geprägter könnten die zwei Hoheiten aus Schimmeldewog kaum sein. Hier die knapp 40-jährige Tina, ein Hirschhorner Mädel, die seit 34 Jahren bei der Ritter-Carnevalsgesellschaft aktiv ist und sich im Laufe der Jahre durch alle Garden tanzte. Da der 49-jährige Lothar mit Wurzeln in Unter-Schönmattenwag (das 2006 auch zur Heimat für seine Frau wurde), der eigentlich mit der närrischen Jahreszeit wenig am Hut hat. „Ich bin kein Fastnachter“, bekennt der in der Hirschhorner Stadtkasse tätige. Seine Frau arbeitet ebenfalls in der Verwaltung, im Ordnungsamt.

Die alles verändernde Anfrage kam an einem Sonntagabend Ende November, erinnert sich Prinzessin Tina. „Als wir gerade gemütlich zuhause auf der Couch vor dem Fernseher saßen“, ergänzt ihr Mann. Am Apparat: Edith Bock von den Rittern. Ihr Anliegen: „Wollt ihr in der Jubiläumskampagne unser Prinzenpaar sein?“ Eine Nacht schliefen die Hoheiten in spe noch darüber, denn mit zwei Kindern und dem Job wollte doch einiges organisiert sein.

Für Tina Czemmel-Zink war die Antwort sowieso klar: „Das ist doch ein Traum aller Mädchen. Jede will einmal Prinzessin sein.“ Bei ihrem Mann war sie sich unsicher. Doch er verblüffte sie: „Ich habe nicht geglaubt, dass Lothar mitzieht.“ Sie hätte ihn auch „nicht weichgeklopft“. Doch er war dabei. „Ich bin von Natur aus neugierig“, sagt er. Was den Ausschlag gab. Und was er nicht bereut: „Es macht einen Riesenspaß.“

Eine kurze und heftige Vorbereitung inklusive „Klamottenkauf“ wollte im Folgenden absolviert werden. Von den Rittern gab es dazu viel Unterstützung. Etwa in Form einer „Prinzenpaar-Checkliste“ mit den wichtigsten Infos oder auch fraulichem Rat beim Aussuchen der Garderobe. „Alle im Vereinsvorstand waren immer für uns da“, sind beide für Rat und Tat in dieser Zeit dankbar. Fast schwieriger als die Vorbereitungen zu bewältigen war aber die strenge Auflage, das höchste närrische Amt in der Stadt bis zur Proklamation geheim zu halten.

Das gelang allerdings vorzüglich. So gut, dass es danach Ärger mit den beiden Kindern gab, die ebenfalls von nichts wussten. „Meine Tochter Milena war bis zum Mittwoch danach noch in Schockstarre“, lacht Tina. Die 17-Jährige konnte es einfach nicht glauben, dass die Mutter die Faschingsprinzessin war. „Unser Sohn Bastian hat einen Tag lang nicht mit uns geredet, der war echt sauer“, weiß Prinz Lothar um die Überraschung des Elfjährigen.

In ihrem Wohnort machte die Nachricht von den neuen Schimmeldewäer Hoheiten nur langsam die Runde. Klar, „ich wurde beim Metzger darauf angesprochen“, schmunzelt Lothar. Und die Bäckerei-Inhaberin war sowieso auf der Prunksitzung dabei. Da die Familie aber nicht an der Hauptstraße wohnt, fällt das Prinzenpaar-Banner nicht so auf, das seit der Inthronisation am Balkon hängt. Bei Freunden und Verwandten sickerte die Neuigkeit aber schnell durch.

Und auch auf der Sommerrodelbahn auf der Kreidacher Höhe. Dort wird man noch lange von den verrückten Hirschhornern reden, die sich in voller Faschingsmontur in die Bobs quetschten und dann zu Tal sausten. „Das war eine ganz schön kalte Sache“, meint der bibbernde Prinz. Aber auch herrlich für die Hoheiten mit Entourage. „Manchen fiel die Kinnlade runter, andere fanden es einfach klasse“, amüsiert sich Prinzessin Tina immer noch.

Die ganze Truppe war auf dem Rückweg vom Kreisnarrentreffen in Heppenheim und hatte auf der Höhe spontan Station gemacht. Wohl um nochmal ohne Folgen richtig schnell fahren zu können, nachdem in Bonsweiher der erste Versuch – noch im Auto – mit einem unfreiwilligen Foto an der Blitzampel geendet hatte.

Bis Aschermittwoch haben die beiden mit ihrem „Funkenmariechen für alle Fälle“ noch ein dicht gedrängtes Programm. Was Steffi Mölle leistet, können die Hoheiten gar nicht genug hoch schätzen. „Wir repräsentieren, sie kümmert sich um alles andere“, sagt Lothar. „Ab dem 20. Februar haben wir dann zwei Wochen Urlaub“, schmunzelt Tina. Sonst wäre der Rest gar nicht zu bewältigen, da in dieser Zeit immer mehr Termine auch tagsüber anstehen. Etwa der Empfang am Faschingsdienstag beim baden-württembergischen Ministerpräsidenten Wilfried Kretschmann. Denn die hessischen Ritter sind Mitglied der badisch-pfälzischen Karnevalsvereinigung.

Diese dichte Terminabfolge erfordert dann großes Organisationstalent und so manches Zugeständnis. „Wir sind am Rosenmontag bis spät abends weg, am nächsten Morgen geht es um 7 nach Stuttgart los“, erzählt Tina. Was für sie die Frage aufwirft: „Wie mach ich es dann mit den Haaren?“ Die Lösung: „Ich muss mit der Frisur schlafen, sonst klappt es zeitlich nicht mehr.“ Was tut Frau nicht alles für die Fastnacht. Ein weiteres Highlight ist für die beiden auch der Gottesdienst zum 50-jährigen Bestehen der Hirschhorner Ritter am 15. Februar.

Aujeszky-Krankheit: Vorsicht kann nicht schaden, aber es sind Einzelfälle – Gespräch mit Ronny Kolb vom Forstamt Beerfelden

Vorsicht ist angebracht, ja. Aber von Panikmache hält Ronny Kolb gar nichts. Laut dem stellvertretenden Leiter des Forstamts Beerfelden ist die Ansteckungsgefahr für Hunde mit dem sogenannten „Aujeszky-Virus“ sehr gering. In den vergangenen zehn Jahren hat es seiner Kenntnis nach ganze zehn Fälle deutschlandweit gegeben. Aber eben einen auch im vergangenen November im Forstamts-Bereich, bei der Hubertusjagd auf der Sensbacher Höhe. Die „Aujeszky-Krankheit“ (AK) verläuft bei Hunden immer tödlich. Für Menschen ist sie ungefährlich.

Obwohl die bisherigen Todesfälle alles Einzelschicksale waren, sich außer im Odenwald lediglich in Niedersachsen und Thüringen abspielten, können Hundebesitzer Kolb zufolge zur Sicherheit ihrer vierbeinigen Gefährten ein paar einfache Vorsichtsmaßnahmen ergreifen. „Jagdhunde haben deutlich mehr Berührungspunkte“, betont er. Aber auch die Haushunde sollte man davon abhalten, dort zu wühlen, wo vorher Wildschweine aktiv waren.

Denn die Krankheit könne wie allgemein bei einer Infektionskrankheit über die Mundschleimhäute übertragen werden. „Beim Mensch würde man das Tröpfchen-Infektion nennen“, so der Forstexperte. In der Jagdpraxis lässt sich der Wildkontakt nicht immer vermeiden. Das Ansteckungsrisiko sollte jedoch so gut wie möglich reduziert werden. Die typischen Krankheitsanzeichen sind plötzlich auftretende Apathie, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Juckreiz, hohes Fieber und/oder Lähmungserscheinungen. Bei Verdacht auf eine AK-Infektion sollte sofort ein Tierarzt aufgesucht und das zuständige Veterinäramt informiert werden.

Generell rät Kolb dazu, kein rohes Schweinefleisch zu verfüttern – weder an Jagdhunde noch an Haustiere. Zwar gilt Deutschland bei Hausschweinen seit 2003 als AK-frei, doch sei die Wildschwein-Population mehr oder weniger stark befallen. In einer Jagdzeitschrift wird regional von Antikörpern gegen AK bei bis zu 30 Prozent der beprobten Tiere gesprochen. Jedoch werden die Haus- und Wildschweine kaum beeinträchtigt oder leben damit ganz normal weiter. Im Odenwald rechne man aufgrund von Beprobungen mit etwa zehn Prozent an infizierter Wildschwein-Population.

Anhand dieser Zahl macht Kolb auch das geringe Ansteckungsrisiko deutlich. Zuerst einmal müsse ein Hund überhaupt in Kontakt mit Speichel, Nasensekret oder Kontakt mit den Geschlechtsorganen des Schwarzwildes kommen – und dann müsse dieses auch noch befallen sein. Andere Gefahren für Hunde etwa durch den Straßenverkehr seien deutlich höher. Allerdings „fällt ein Krankheitsfall genau deshalb auf, weil ein Ausbruch so selten ist“, hebt der Förster hervor.

Das Forstamt Beerfelden sei mit dem Thema „sehr offensiv umgegangen“, betont er. Bei den nachfolgenden Jagden habe man den Hundeführern freigestellt weiterhin mitzumachen. „Kein einziger hat zurückgezogen“, erläutert er. Denn die Fachleute wüssten um die geringe Gefahr einer Ansteckung. So hätten sich auch die anderen Hunde bei dieser Hubertusjagd nicht infiziert, meint Kolb mit einem Blick auf Fritz, die eineinhalbjährige Brandlbracke von Florian Koch (Bild).

Allerdings, so der stellvertretender Behördenleiter, seien die Förster auch in einer Zwickmühle: „Wir müssen die Schwarzwild-Bestände klein halten“, betont er. Denn die Wildschweine nähmen überhand. Um die Population geringer und damit die Ansteckungsgefahr kleiner zu halten, müsse man sie bejagen. Auf diese Weise könnten die Hunde aber eher in Kontakt mit ihnen kommen.

Kolb macht mit Blick auf Vorsichtsmaßnahmen von Privatpersonen darauf aufmerksam, dass in Naturschutzgebieten sowieso Leinenpflicht für Hunde gelte, ebenso teilweise in FFH-Gebieten. Daneben mache es Sinn, sein Tier nicht unbedingt dort abzuleinen, wo Wildschwein-Spuren zu erkennen seien, sondern erst auf dem Feld nebenan.

Sieht Kolb für die Hunde von Spaziergängern wenig Gefahren, so stellt sich seinen Worten zufolge die Situation für Jagdhunde etwas anders dar. Trotz der geringen Ansteckungs-Wahrscheinlichkeit sind die Jäger gehalten, ihre Tiere von Blut und Fleisch der geschossenen Wildschweine fernzuhalten und zu verhindern, dass sie sich verbeißen. Wie der Jagdverband mitteilt, kann das Aujeszky-Virus auch außerhalb des Wildkörpers selbst bei Minustemperaturen über Wochen infektiös bleiben. Ein Impfstoff für Hunde ist nicht verfügbar und ihn wird es auch in nächster Zeit nicht geben.

 

Aujeszky-Krankheit

Die Pseudowut (auch Juckpest, Tollkrätze, Aujeszky-Krankheit) ist eine durch das Aujeszky-Virus hervorgerufene anzeigepflichtige Tierseuche. Der Erreger gehört zur Familie der Herpesviren. Sein eigentlicher Wirt sind Schweine. Die Krankheit ist nach dem ungarischen Tierarzt Aladár Aujeszky benannt. Bei nahezu allen Säugetieren verläuft die Infektion tödlich. Menschen sind jedoch für das Virus nicht empfänglich. Bei Rindern, Hunden, Wölfen, Katzen und Schafen kommt es schnell zu einer Gehirn- und Rückenmarksentzündung mit zentralnervösen Erscheinungen, bei Rindern und Hunden zusätzlich zu starkem Juckreiz, und danach zum Tod des Tieres.

Ist der Hund mit einem infizierten Schwein in Kontakt gekommen, treten innerhalb kürzester Zeit (binnen ein bis vier Tagen) die ersten Symptome auf. Diese ähneln stark denen der Tollwut, weshalb die AK häufig auch als Pseudowut bezeichnet wird. Dazu zählen Appetitlosigkeit und Mattigkeit manchmal ist der Hund aber auch erregt, bellt oder winselt (im Unterschied zur Tollwut sind die Tiere jedoch nicht aggressiv). Im weiteren Verlauf kommt es zu Atemnot, Schluckbeschwerden, verstärkter Speichelproduktion und Erbrechen. Das auffälligste Symptom ist der intensive Juckreiz, der an Fang und Behängen beginnt und häufig zur Selbstverstümmelung führt. Später kommt es zu Bewusstseinstrübungen, Krämpfen und Lähmungen. In der Endphase werden die betroffenen Hunde ruhig, verlieren das Bewusstsein und sterben.

OWK Affolterbach wanderte durch malerische Schneelandschaften im Hinterbachtal

Eine naturkundliche Tageswanderung, die aufgrund der Wetterlage zu einer Tour durch die herrliche Winterlandschaft des Hinterbachtals wurde, bot der Odenwaldklub Affolterbach dieser Tage an. Historischer Widder, Raubacher-Jockel-Weg und Forsthaus „Saubuche“ waren Ziele der zwölf Kilometer langen Strecke, die mittags im Gasthaus „Raubacher Höhe“ ihren Abschluss fand. Es gab eine sehr positive Resonanz der Teilnehmer, die sich von den naturkundlichen Erläuterungen und der herrliche Umgebung angetan zeigten.

Da einige potenzielle Mitwanderer die morgendliche Fahrt durch den Odenwald über teils rutschige Straßen gescheut hatten, war die Gruppe überschaubar. Doch der Tenor war einhellig: Wer nicht dabei war, hat etwas verpasst. Wanderführer war Peter Assig, Naturschutzwart des OWK Affolterbach und Vorstandsmitglied des Naturschutzbundes in Fränkisch-Crumbach. Er zeigte den Teilnehmern den historischen Widder im Hinterbachtal, eine Wasserpumpe aus dem Jahr 1925.

Ein hydraulischer Widder, Stoßheber, Staudruck-Wasserheber oder Wasserwidder, ist eine wassergetriebene, intermittierend arbeitende Pumpe. Der Widder nutzt den Druckstoß oder Staudruck-Effekt, um einen Teil des Wassers, mit dem die Pumpe angetrieben wird, auf ein höheres Niveau zu heben. Er eignet sich besonders für Pumpaufgaben in der Nähe von Fließgewässern mit zum Betrieb ausreichendem Gefälle.

Für Landwirtschaft, Berghütten und Ferienhäuser, die in der Nähe von fließenden Gewässern liegen, werden zur Wasserversorgung gerne Widder benutzt. Meist handelt es sich um Anwesen in abgelegenen Gegenden, die weder an die öffentliche Wasserversorgung noch an das öffentliche Stromnetz angeschlossen sind (was früher in der Hinterbach und Raubach der Fall war).

Vom Parkplatz Hinterbachtal an der Kreisstraße 37 zwischen Ober-Ochönmattenwag und Finkenbach, östlich der Raubacher Höhe, ging es über den Raubacher-Jockel-Weg durchs Tal zu verschiedenen Biotopen. Vorbei am Forsthaus „Saubuche“ grüßte auf der Strecke das Konterfei des Odenwälder Originals auf verschiedenen Hinweistafeln. Sie erzählten amüsante Geschichten über den bekanntesten Sohn des Dorfes.

Seltene Gräser, Wiesenpflanzen, Wiesenvögel und Amphibien haben im Hinterbachtal ihren Schutzraum gefunden, zusammen mit einem malerischen kleinen Weiher, dessen Oberfläche zu Eis geworden war. Mit einem Schlenker an Olfen entlang und dem Gasthaus Spälterwald ging’s hinauf Richtung Höhe und ins andere Tal hinüber.

Das Naturschutzgebiet „Dürr-Ellenbacher Tal“ mit dem ehemaligen Forsthaus ist ein besonderes Juwel. Hier gibt es auch den ersten deutschen Waldlehrpfad. Normalerweise lassen Birken, Ginster, Wolfsmilch und Günsel einen leicht sumpfigen Boden erkennen, was aber durch den Schnee nicht wahrnehmbar war. Über die Raubacher Höhe führte die Straße dann zum gleichnamigen Gasthaus zurück.

Info: Weitere Touren in der näheren Region bietet der Odenwaldklub Affolterbach übers Jahr hinweg regelmäßig an. Mehr unter http://www.owk-affolterbach.de

Rothenberger Lärche ist ein Prachtstück der Eberbacher Nadelholz-Submission

Auf diese Lärche ist der Rothenberger Revierförster Reiner Grünberg besonders stolz: Elf Meter lang ist der verwertbare Teil, hat mehr als 80 Zentimeter durchschnittliche Dicke und ist damit in ihrer Baumklasse ein Prachtstück der Eberbacher Nadelholz-Submission. Ein weiterer kommt mit einer imposanten japanischen Schlossberg-Lärche aus Hirschhorn. An der Versteigerung beteiligt sich das Forstamt Beerfelden mit seinen verschiedenen Revieren mit weit mehr als 150 Festmetern (Fm) Douglasie und eben Lärche.

Etwa 16 Fm davon kommen aus dem Rothenberger Wald. 150 Fm wurden in einer Abteilung geschlagen, ganze sechs Stämme schaffen es an den Neckar, hebt Grünberg die Qualitätsansprüche der dortigen Veranstaltung hervor. Die jeweiligen Revierförster haben ihre besonderen Stämme schon längere Zeit im Auge. „Man muss Bäume auch stehen lassen können“, sagt er. Den Standort speichern und sie dann bei Bedarf suchen, um sie als „Schmankerl“ anzubieten.

„Ich habe schon einen Erlös im Kopf“, möchte der Rothenberger dafür gerne einen bestimmten Preis erzielen – den er aber noch nicht verrät. Dass der 180-jährige Baum, der als Einzelstamm alle anderen weit überragte, seine Liebhaber finden wird, steht außer Frage. Allerdings könne man bei Lärchen auch mal enttäuscht werden, weil sie nach Fällung doch nichts taugen, so Grünberg. „Das ist eine willkommene Abwechslung zum Alltagsgeschäft“, sagt er zur Teilnahme an der Versteigerung.

„Einem Förster geht da das Herz auf“, meint der stellvertretende Beerfelder Forstamtsleiter Ronny Kolb mit Blick auf die Jahresringe einer Douglasie aus dem Grasellenbacher Wald. Die passte mit ihren 18 Metern auf keinen Laster und musste vor dem Transport an den Neckar erst einmal geteilt werden. Dazu hat der Stamm noch einen Querschnitt von 84 Zentimetern. Beide Hölzer machen aber nur einen kleinen Teil des Submissionsangebots vom Beerfelder Forstamt knapp jenseits der Landesgrenze aus.

Wenn er über den gesamten Platz schaut, schwärmt Kolb von der Qualität der dort gelagerten Hölzer. Und von der Submission unter Platzchef Rüdiger Dehn als solcher, die seinen Worten nach zu den renommierten in Hessen und Baden-Württemberg zählt. An die 90 Festmeter kommen aus dem Überwald, das hessische Neckartal bei Hirschhorn ist mit 35, Rothenberg und Beerfelden mit jeweils 16 Festmetern vertreten.

„Die Waldbesitzer verdienen ihr Geld mit dem Tagesgeschäft“, sagt der Förster. Die Teilnahme an der Submission „ist das Sahnehäubchen“. Weswegen er zur Begutachtung der auf dem Eberbacher Festplatz angelieferten Stämme auch Forstwirtschaftsstudent Alexander Schmidt mitgenommen hat, der aktuell ein Praktikum beim Forstamt Beerfelden macht. Den Forstleuten geht es aber auch um einen ideellen Aspekt: „Wir wollen den Wert des Holzes verdeutlichen“, betont daneben Grünberg.

Zwar bedeutet die Versteigerung um einiges mehr Aufwand, als wenn das Holz in großen Mengen an die Holzverwerter verkauft werde, erläutern Kolb und Grünberg. Andererseits lassen sich bei der Submission auch ganz andere, viel höhere Preise erzielen. Die Lärche kommt in der Regel auf 80 Euro pro Festmeter, weiß der Forstmann. Mit guten Hölzern holt man in Eberbach aber durchschnittlich 300 Euro – mit Ausreißern nach oben. Bei der Douglasie, von der es ein größeres Angebot gibt, sind es etwa 250 Euro/Festmeter. „Bei diesen Preisen sind wir absolut zufrieden“, schmunzelt er.