Sturm und Käfer lassen Nadelholz-Preise purzeln

Wohl dem Waldbesitzer, der viel Laubholz in seinen Beständen hat. Dafür sind derzeit noch gute Preise zu erzielen. Beim Nadelholz sieht es eher duster aus. Sturmtief „Friederike“ und der Borkenkäfer setzten vor allem der Fichte stark zu und ließen die Preise purzeln. Der Chef des Forstamts Beerfelden, Norbert Sasse, und sein Stellvertreter Sebastian Vocilka skizzierten die aktuelle Marktlage auf der Versammlung der Forstbetriebsgemeinschaft Südlicher Odenwald (FBG). Diese umfasst die angegliederten Gemeinden des Forstamts Beerfelden, also auch Wald-Michelbach, Grasellenbach und Abtsteinach.

Der südliche Odenwald wurde im Januar von Friederike einigermaßen verschont, erläuterte Forstamtsdirektor Sasse. Im Bereich des Forstamts Beerfelden wurden „nur“ 10.000 Festmeter umgeworfen. Jedoch wütete der Sturm in Nordhessen und Niedersachsen viel stärker. „Allein in Hessen wurden drei Millionen Festmeter (fm) umgeschmissen“, machte er deutlich. Dazu kommen noch die Schäden aus anderen Bundesländern.

Als wäre das noch nicht genug, war die Witterung seit dem Frühjahr „überdurchschnittlich warm und viel zu trocken“. Beste Voraussetzungen für den Borkenkäfer. „Der vermehrte sich wunderbar in Mitteleuropa“, nahm es Sasse mit Galgenhumor. Allein in Hessen seien eine Million Festmeter betroffen. Bisher wurden im Forstamtsbereich Beerfelden bereits 40.000 fm weggeschafft, wobei er fürs komplette Jahr mit 60.000 rechnet. Betroffen ist vor allem die Fichte – die im Odenwald vorherrschende Baumart, mit der das meiste Geld verdient wird.

Das Problem beim Borkenkäfer: Er ist kein einjähriges Phänomen. „Das dauert mehrere Jahre, bis er wieder verschwunden ist“, so der Forstamtschef. Nach dem Jahrhundertsommer 2003 plagte der Buchdrucker den heimischen Wald bis 2007. Sasse geht davon aus, dass somit in den kommenden Jahren immer um die 60.000 fm Schadholz anfallen, das auf dem Markt den Preis drückt.

Wie stark, machte Sebastian Vocilka deutlich. Vor einem Jahr erzielt das Forstamt noch 92/93 Euro für den Festmeter Fichte. Aber: „Ab dem 18. Januar ging es abwärts.“ An diesem Tag zog Friederike über Deutschland. Käferholz lässt sich derzeit für 45 bis 50 Euro verkaufen, „Tendenz fallend“. Beim Nadel-Frischholz, das allerdings wenig nachgefragt wird „sind wir von den früheren Preisen weit entfernt“, sagte er.

Er empfahl deshalb den Waldbesitzern, erst einmal das Schadholz aufzuarbeiten und den Rest stehen zu lassen. „Es kommen wieder bessere Zeiten“, so der Forstamts-Mitarbeiter. Zwar betreffen die Schäden vor allem die Fichte, „aber der Kieferpreis wurde mit runtergezogen“, bedauerte Vocilka. Lediglich die Douglasie „bringt ordentlich Geld“. Hier sind die Preise mit 100 Euro/fm stabil.

Mit Laubholz wie Buche, sonst oft das Stiefkind, „kann man derzeit viel Geld verdienen“, erläuterte er. Preise für Eichenholz „schießen durch die Decke“. Vocilka empfahl deshalb, wenn möglich diese Baumarten einzuschlagen, frisches Nadelholz stehen zu lassen und erst einmal das vom Borkenkäfer befallene zu verwenden. Kollegin Gudrun Kranhold ergänzte, dass im vergangenen Jahr im Privatwald sowieso weniger als zuvor eingeschlagen worden sei.

In ihrem Geschäftsbericht für 2017 sprach sie von einem Mitglieder- und Flächenzuwachs bei der FBG. Im vergangenen Jahr wurde auf knapp 900 Hektar gekalkt. Der Kassenstand ist laut Kranhold weiterhin ansehnlich im Plus. Sie betonte, dass die Kassengeschäfte wie bisher weitergeführt werden können, da die fusionierte Stadt Oberzent in den Vertrag von Beerfelden eintrat, wo dies zuvor Hans Mader erledigte. Der übernimmt auch weiterhin die Kasse. Die Geschäftsführung der FBG bleibt in den Händen des Forstamts Beerfelden.

Da der bisherige Vorsitzende Gottfried Görig, vormals Bürgermeister in Beerfelden, nicht mehr kandidierte, musste ein Nachfolger gefunden werden. Ralf Kredel (Etzean), bisher Stellvertreter, übernimmt den Posten. Ihm zur Seite steht nun Oberzent-Bürgermeister Christian Kehrer als neuer Stellvertreter.

Advertisements

Odenwald will sein Holz selbst vermarkten

Die Holzvermarktung in Hessen muss neu organisiert werden. Ab 1. Januar 2019 darf Hessen Forst das Holz der Kommunen nicht mehr verkaufen. Eine Ersatzvermarktung muss somit dringend her. Für Oberzent läuft das auf einen Zweckverband der Odenwaldkreis-Kommunen hinaus, erläutert Bürgermeister Christian Kehrer. Daran anschließen können sich die angrenzenden Orte des Landkreises Bergstraße, sofern sie auch im Odenwald liegen. Bei ihnen sind die Interessen ähnlich gelagert.

Alles begann mit dem Urteil des Bundeskartellamts aus dem vergangenen Jahr gegen eine angebliche Machtkonzentration in den Händen der baden-württembergischen Forstämter. Die waren – wie die hessischen auch – für Beförsterung und gleichzeitig Holvermarktung zuständig. Zu viel der Kohle, zu viel Einfluss meinte das Gericht. Dieses Urteil schlägt nun auch ins Nachbarbundesland durch. Eile ist geboten.

Der Rathauschef macht keinen Hehl daraus, dass er die neue Lösung für falsch hält. „Die bisherigen Synergieeffekte fallen weg“, betont er. Hessen Forst konnte bis zu diesem Jahr die Holzernte aus Landes-, Privat- und Kommunalwald in einem Schwung abernten und unter die Abnehmer bringen. Das geht jetzt nur noch für die ersteren beiden. Was für die Gemeinden heißt, dass ein zwischengeschalteter Unternehmer ebenfalls sein Geld haben will, was vom Gewinn abgeht. Vor dem Hintergrund sowieso sinkender Preise und dem Buchdrucker-Befall keine glänzenden Aussichten.

Ursprünglich waren sechs Holzvermarktungsorganisationen auf Landesebene geplant, so Kehrer. Doch diese Gebilde stellten sich als zu groß und zu unterschiedlich gelagert heraus. Eine Stadt wie Oberzent, deren Fläche zu 70 Prozent von Wald bedeckt und für die das Holz ein veritabler Wirtschaftsfaktor ist, hat andere Interessen wie etwa Darmstadt, wo dem Wald vor allem eine Erholungsfunktion zukommt, führt er aus.

Auch die Variante, Landkreis Bergstraße und Odenwaldkreis unter ein Dach zu bringen, „war nicht der Favorit“, betont er. Dazu ist das Ried in der Rheinebene zu weit weg und völlig anders aufgestellt, was sich schon an der Waldfläche bemerkbar macht. Deshalb sind Oberzent (2400 Hektar) und Wald-Michelbach (1600 Hektar) als waldreichste Kommunen in den beiden Kreisen nun federführend bei der Neuorganisation, die die Gemeinden im Odenwald mit viel Waldbesitz kreisübergreifend zusammenführend soll. Aus dem Landkreis Bergstraße sind weiterhin Gras-Ellenbach, Abtsteinach, Hirschhorn, Neckarsteinach, Fürth und Mörlenbach mit involviert.

Zum einen muss es zwar schnell gehen, zum anderen sind aber „die Förderrichtlinien des Landes sind noch nicht draußen“, bedauert der Bürgermeister. Denn bei einer solchen Neuorganisation schießt das Land je nach Größe bis zu 500.000 Euro. Im konkreten Fall dürften es 200.000 Euro sein. „Wir sind zeitlich im Verzug“, so Kehrer. Es sollte dieses Jahr noch eine Entscheidung getroffen werden, um 2019 Beschlüsse fassen zu können.

„Wir haben eine Vorlage erstellt und eine Satzung ausgearbeitet“, erläutert das Stadtoberhaupt. Derzeit läuft die rechtliche Prüfung. Es geht um ein „verbindliches Gebilde“ in Form eines Zweckverbands oder eine Anstalt öffentlichen Rechts. Er rechnet damit, dass die entsprechenden Beschlussvorlagen in die Novemberrunde der verschiedenen Gremien kommen.

 

Die gebürtige Hirschhornerin Angelika Beckenbach ist neue Bürgermeisterin von Abtsteinach

Eine eindeutige Sache war die Bürgermeisterwahl in Abtsteinach. Bei einer Wahlbeteiligung von fast 70 Prozent holte die von den Freien Wählern unterstützte Angelika Beckenbach 62,1 Prozent. Sie ließ damit ihren von der CDU unterstützten Mitbewerber Kevin Flödl mit knapp 38 Prozent klar hinter sich. Der Jubel im Rathaus war groß, nachdem die Auszählung etwas länger als gedacht gedauert hatte.

Vor allem aus Beckenbachs Arbeits- und Geburtsort Hirschhorn war eine sehr große Delegation mit Bürgermeister Oliver Berthold an der Spitze nach Abtsteinach gekommen, um mit ihr, ihrem Mann Peter und den beiden Kindern zu fiebern. Die 48-Jährige arbeitet derzeit noch auf dem Hirschhorner Rathaus, wo sie seit knapp 30 Jahren in den Bereichen Bauen und Finanzen tätig ist. Sie sie tritt ihr Amt in Abtsteinach am 1. Juli in der Nachfolge von Rolf Reinhard an, der nach 24 Jahren an der Spitze der Verwaltung nicht mehr kandidierte.

In Unter-Abtsteinach war der Vorsprung Beckenbach noch um einiges größer als im oberen Ortsteil. Sie holte 76,7 Prozent in Unter-Abtsteinach. In Ober-Abtsteinach war der Abstand mit 52,6 zu 47,4 Prozent um einiges knapper. Bei der Briefwahl kristallisierte sich in ungefähr das Durchschnittsergebnis heraus.

Der scheidende Amtsinhaber Rolf Reinhard bedankte sich ebenso wie Landrat Christian Engelhardt für den sehr fairen und sachlichen Wahlkampf. Engelhardt ergänzte, dass damit auch die Demokratie Gewinner sei, wenn die Bewerber für einen Bürgermeisterposten so fair miteinander umgingen. Reinhard dankte für die Mitarbeit in den vergangenen 24 Jahren. Er lobte die sehr gute Verwaltung und die gute Infrastruktur des Hardberg-Ortes. Der noch bis 30 Juni amtierende Bürgermeister wünschte seiner Nachfolgerin viel Erfolg.

„Wer die Aufgabe in Abtsteinach übernimmt, kann sich freuen“, sagte Landrat Engelhardt. Denn Angelika Beckenbach wirke in Zukunft in einem sehr gut entwickelten Ort mit vielen attraktiven Angeboten. Abtsteinach weise, verwies Engelhardt auf die Fastnacht, eine sehr gute Mischung aus Feierlaune und Ernsthaftigkeit auf.

Mit der Bekanntgabe des Ergebnisses brach großer Jubel bei Angelika und Peter Beckenbach sowie ihrer Fangemeinde aus. In den vergangenen Tagen war die Anspannung immer größer geworden, die jetzt mit einem Mal von allen abfiel. Beckenbach will, so wie sie es in ihrem Wahlprogramm versprochen hat, immer ein offenes Ohr für die Bürger haben, deren Anliegen ernst nehmen, und auch gleich am ersten Tag im Amt am 1. Juli eine Bürgersprechstunde abhalten.

Und was macht der Bürgermeisterin-Ehemann? Darüber hat sich Peter Beckenbach nach eigenen Worten noch keine Gedanken gemacht. Nachdem der Sieg seiner Frau feststand, meinte er nur lächelnd: „Jetzt werde ich wohl etwas öfters zu Hause die Spülmaschine ausräumen müssen.“ Und auch auf die beiden Kinder kommt diese Aufgabe verstärkt zu, grinste er.

Mit orientalischem Tanz in Neckarsteinach ein kleines Weilchen dem Alltag entfliehen

Ein Stück Orient am Neckar: Silvana Peter und Andrea Marchetti bringen seit vier Jahren orientalischen Tanz und Tribal-Style-Dance in den Odenwald – und das in verschiedenen Facetten. Neben diversen Kursen für Jugendliche und Erwachsene wollen sie auch Flüchtlingen aus den arabischen Ländern abseits der Fluchterfahrungen eine schöne Erinnerung an ihre Heimat schenken. „Wir bieten Kindern und Frauen aller Herren Länder an, mit uns in den Kursen zu tanzen“, so Marchetti. Durch dieses Angebot „haben wir ein Mädchen gewinnen können, das sehr viel Spaß hat und nebenbei noch Deutsch dazulernt“, sagt die Tanzlehrerin.

Im Juli war Silvana Peter bei einem Begegnungskaffee, das für und mit Flüchtlingen veranstaltet wird. Dort tanzte sie spontan mit den Kindern. Zu diesem Anlass wurde auch mit kleinen Handzimbeln Musik gemacht und es stellte sich heraus, dass eine der Mütter sehr schön die arabische Trommel namens Darbuka spielen kann. Bei diesem Treffen lernte Peter einen jungen Flüchtling kennen, der sich sofort anbot, aus einer Stoff- und Materialspende für Kurskinder Kostüme zu nähen. Er freute sich riesig, dass er somit eine Beschäftigung hier in Deutschland hat.

Die 54-jährige Andrea Marchetti aus Abtsteinach entdeckte Mitte 2011 den orientalischen Tanz für sich. Der Ursprungsgedanke war, „etwas für mich und meinen Körper zu tun“, erinnert sie sich. Und auch, um bis ins hohe Alter beweglich zu bleiben. „Schnell entwickelte sich das Ganze zu einer Faszination“, erzählt Marchetti, „die mich mehr und mehr fesselte“.

Verschiedene Tanzlehrerinnen und viele Workshops später hat sie schließlich selbst ihr Teacher-Tribal-Zertifikat abgelegt. Das „formte mich in all der Zeit zusätzlich“ und gab ihr das nötige Rüstzeug, um heute selbst ihr Wissen an Interessierte weiterzugeben. Was Marchetti so begeistert, „ist ein sehr großes Gruppendenken“ und die Gemeinschaft „egal welchen Alters auch immer“. Zusammen wolle man die Menschen ein wenig verzaubern in einer Zeit voller Stress und negativen Ereignissen.

Silvana Peter ist schon viel länger dem orientalischen Tanz verfallen. Die 44-Jährige aus Neckarsteinach wollte ihren heutigen Mann zur Hochzeit mit etwas Besonderem überraschen. Und besuchte heimlich ab dem Jahr 2001 Bauchtanzunterricht. „Die Überraschung gelang grandios“, weiß sie. „Seitdem habe ich das anfängliche Hobby immer weiter ausgebaut und sehr viel dazu gelernt.“

Jahrelanger Unterricht, regelmäßige Workshop-Besuche und vor kurzem auch eine spezielle Tribal-Tanz-Ausbildung nach Nea, die mit einem Teacher-Zertifikat bestätigt wurde, beschreiben ihre einzelnen Stationen. Durch viel Training und „üben, üben, üben“ hat sie sich eine Vielzahl unterschiedlicher Tanzstile wie Schleier-, Stock- oder Zigeunertanz angeeignet. „Der Spaß, die Freude beim Tanzen und der Umgang mit den verschiedenen Tänzerinnen ist einfach grandios“, sagt sie.

Den gemeinsamen Start bildete eine Geburtstagsüberraschung. Schnell war für die Frauen klar, dass die weiterhin zusammen tanzen wollten – die Gruppe „Askardia“ war geboren. Dazu treten die beiden als Duo unter dem Namen „Malala“ auf. Durch das große Interesse gab es ganz schnell ein Unterrichtsangebot, woraus die beiden Jugendgruppen „Askardia Girls“ und „Wahida Tribella“ entstanden.

Diesen Tanz-Spaß möchten beiden sowohl im orientalischen als auch im Tribaldance sowohl Teenies als auch Erwachsenen mit Freude, Spannung und Lebensgefühl vermitteln. Tanz ist für Marchetti und Peter „Träumen mit den Füßen“, der einem gut tue und vom Alltag entspannen lasse. Die ganz spezielle Leidenschaft der beiden Tänzerinnen gehört seit zwei Jahren dem Tribal-Style-Belly-Dance, woraus auch das „Duo Malala“ entstand.

Dabei handelt es sich um eine eigenständige Fantasie-Tanzform, die ihren Ursprung in Amerika hat. Die eleganten und stolzen Bewegungen stammen aus spanischem Flamenco, indischem Kathak, nordafrikanischen Folkloretänzen, Modern Dance, Jazz-Dance und dem orientalischen Tanz Ägyptens. Silvana Peter und Andrea Marchetti bieten neuerdings montags ab 17.30 Uhr fortlaufende Anfängerkurse für orientalischen und Tribal-Tanz sowohl für Kinder ab vier Jahren als auch für Erwachsene an.

Info: Das Training für fortgeschrittene Jugendliche und Erwachsene findet weiterhin mittwochs in Neckarsteinach im Sportlerheim (gegenüber dem Sportplatz), Eingang über Finkenweg 14, statt. 17 bis 18 Uhr, Kinder-Jugend-Training in orientalischem Tanz und Kinder-Jugend-Tribal-Tanz; 18.15 bis 19.15 Uhr, orientalischer Tanz für Erwachsene; 19.30 bis 21 Uhr, Tribal-Style-Dance für Erwachsene. Weitere Informationen unter http://www.silvana-bauchtanz.de oder E-Mail mail@ani-tanzt.de

Angelika Beckenbach kandidiert als Bürgermeisterin für Abtsteinach

Mit „Herz und Sachverstand“ möchte sie sich für ihren Heimatort einsetzen: Angelika Beckenbach kandidiert am 12. März 2017 für den Bürgermeister-Posten in Abtsteinach. 15 Jahre lang war sie bereits Gemeindevertreterin in der Hardberg-Gemeinde. Durch ihre fast 30-jährige Tätigkeit bei der Stadt Hirschhorn kennt die 48-jährige Verwaltungsfachwirtin die verschiedenen Fachbereiche im öffentlichen Dienst aus dem Effeff.

Sie sei nach der Bekanntgabe des jetzigen Rathauschefs Rolf Reinhard, nicht mehr antreten zu wollen, von vielen Bürgern angesprochen worden, ob sie nicht für das Amt kandidieren wolle. „Ich möchte mich der Verantwortung und Herausforderung stellen“, betont Beckenbach engagiert. Der Zuspruch durch die Bevölkerung sei eine sehr schöne und bestätigende Motivation gewesen. Sie möchte in verantwortlicher Position weiterhin aktiv daran mitwirken, „dass unsere Gemeinde ihr Potenzial weiter ausbaut“. Neben ihrer Berufs- und ehrenamtlichen politischen Erfahrung nennt sie „vor allem aber meine herzliche Verbundenheit zu Abtsteinach“, in dem sie seit 22 Jahren wohnt, als Qualifikation für das Amt.

Ganz oben auf ihrer Prioritätenliste steht für die Abtsteinacherin Transparenz und mehr Bürgerbeteiligung. „Ein offener und ehrlicher Informationsaustausch ist die Basis eines vertrauensvollen Zusammenarbeitens“, sagt sie. Interfraktionelle Lösungsansätze sollten unter Einbeziehung der Betroffenen und Interessierten erarbeitet werden. Dazu zählt für Beckenbach auch „ein dauernder Informationsaustausch über aktuelle Themen aus dem Rathaus an die Bürger“.

Um neu Hinzugezogene besser mit dem Ort vertraut zu machen, schwebt ihr daneben die Auflage einer Broschüre für Neubürger vor. Die soll natürlich auch übers Internet verfügbar sein. Darin geht’s dann nach den Vorstellungen von Angelika Beckenbach um die Daten von Abtsteinach, öffentliche Einrichtungen, Gewerbetreibende, Vereine mit ihren Angeboten und Freizeitaktivitäten. Quasi „eine Vorstellung und ein Willkommensgruß“.

In der Vergangenheit seien bereits viele große Projekte umgesetzt oder durch die Gemeindevertretung auf den Weg gebracht worden. Als „sehr wichtiges Beispiel“ nennt die Bürgermeister-Kandidatin hierbei die Verwirklichung des „Betreuten Wohnens“. „Schon als Gemeindevertreterin habe ich das unterstützt“, hebt sie hervor. Die Realisierung könne dazu beitragen, die Menschen im Ort zu halten. Anderer Aspekt in diesem Zusammenhang ist für Beckenbach, Abtsteinach als „familienfreundlichen Ort“ zu erhalten und noch besser aufzustellen. Dazu zählten bezahlbare Bauplätze, Grundschule am Ort, Kindergarten mit bezahlbaren Gebühren und niedrige Gemeindesteuern.

Am Herzen liegen ihr hierbei auch eigene Kinder- und Jugendsprechstunden. Durch diese „sehe ich die Möglichkeit, auch deren Interessen, Probleme und Ideen aufzugreifen und als Impuls für neue Entscheidungen mitzunehmen“. Sie wisse als Mutter, „dass es viele Wünsche gibt, die sonst nicht an die Erwachsenen herangetragen werden“.

Ein weiteres Themenfeld dreht sich um die Heranwachsenden: Es soll wieder Ferienspiele geben. Beckenbach stellt sich diese auf einer breiten Basis mit Beteiligung vieler Vereine vor. Die Verwaltung könne als Koordinationsstelle fungieren, „um über sechs Wochen verschiedene Aktivitäten anzubieten“. Das ehrenamtliche Engagement spielt in ihren Überlegungen eine weitere große Rolle: Bei wichtigen Themen müsse man die Menschen gezielt darauf ansprechen und sie zur Mitwirkung animieren. Dies kann die vielfältige und wichtige Arbeit der Vereine und Organisationen sowie der jetzt schon ehrenamtlich Tätigen in Abtsteinach optimal ergänzen.

Ihr ist ein Anliegen, „die Infrastruktur und das örtliche Angebot auf dem bisher Erreichten gezielt zu erhalten oder sogar noch zu optimieren“. In diesem Zusammenhang möchte die Kandidatin die Einrichtung eines Wochenmarkts als Bereicherung anstoßen. Abwechselnd in den Ortsteilen „könnte man dann frische Lebensmittel regionaler Anbieter kaufen, sich treffen und auszutauschen“. Über viele andere wichtige örtliche Themen Gemeindefinanzen, Vereins- und Tourismusförderung, ärztliche Versorgung oder Bürgerstiftung möchte die 48-Jährige im Rahmen der geplanten Bürgergespräche informieren.

„Ich lebe hier mit meiner Familie, meinen Freunden und Bekannten, bin in den Vereinen aktiv und identifiziere mich mit dem Ortsgeschehen“, hebt Angelika Beckenbach ihren „emotionalen Bezug“ zu Abtsteinach hervor. Für sie ist es wichtig, „dass ein Bürgermeister seinen Lebensmittelpunkt im Ort hat“. Mit dem Bezug zu den Bürgern werde sie für diese „immer ein offenes Ohr“ haben. „Die Abtsteinacher kennen mich, ich kenne sie.“

Der noch amtierende Bürgermeister Rolf Reinhard habe „den Weg für Abtsteinach in die Zukunft gut bereitet“, sagt die Verwaltungsfachwirtin. Das Rathaus sei „personell gut aufgestellt“ und eine „große Stütze für einen Bürgermeister in spe“. In punkto Verwaltungshandeln kann Angelika Beckenbach selbst ihre langjährige Erfahrung optimal einbringen. Vor 29 Jahren begann sie ihre Tätigkeit in der Verwaltung der Stadt Hirschhorn. Im Bereich Finanzen und Bauamt verfügt sie über weitreichendes Fachwissen und hat viele Kontakte zu Nachbarkommunen und Behörden.

Nach der Tätigkeit als stellvertretende Bauamtsleiterin sind inzwischen die Finanzen ihr Hauptbetätigungsfeld. Sie ist heute in der Stadtverwaltung neben der Bilanzbuchhaltung und Erstellung der Jahresabschlüsse für alles rund um den doppischen Haushalt wie Erstellung, Steuerung, Überwachung und Sicherung verantwortlich.

Persönliches:

  • Angelika Christina Beckenbach, geboren am 13. April 1968 in Eberbach, verheiratet mit Peter Beckenbach. Zwei Söhne: Robin (16) und Tom (13). Seit Februar 1994 wohnhaft in Abtsteinach, zuvor in Hirschhorn/Neckar.
  • seit 1987 bei der Stadt Hirschhorn in verschiedenen Verantwortungsbereichen der Finanz- und Bauverwaltung tätig, 15 Jahre Gemeindevertreterin in der Gemeinde Abtsteinach, aktiv in verschiedenen örtlichen Vereinen tätig
  • berufliche Qualifikation: Ausbildung zur Industriekauffrau und Verwaltungsfachangestellten Allgemeine Innere Verwaltung des Landes und der Kommunalverwaltung. Weiterbildung zur Verwaltungsfachwirtin beim Hessischen Verwaltungsschulverband in Darmstadt. Fortbildung zur „Buchhalterin Kommunal“ am Institut für Kommunalwirtschaft Dreieich.

Schwerpunkte der aktuell eigenverantwortlichen Arbeitsbereiche: Erstellung der Haushalts- und Finanzplanung einschließlich Investitionsprogramm, Haushaltssteuerung, Haushaltsüberwachung und Haushaltssicherung, Bilanzbuchhaltung und Aufstellung des Jahresabschlusses, finanztechnische Abwicklung der EU-, Bundes- und Landesförderungen

Die Menschen verzaubern in einer Zeit voller Stress: Silvana Peter und Andrea Marchetti haben sich in Neckarsteinach dem orientalischen und Tribal-Dance verschrieben

Ein Stück Orient am Neckar: Silvana Peter und Andrea Marchetti bringen seit über drei Jahren orientalischen Tanz und Tribal-Style-Dance in den Odenwald – und das in verschiedenen Facetten. Am Anfang stand eine Geburtstagsüberraschung. Schnell war für die Frauen klar, dass die weiterhin zusammen tanzen wollten – die Gruppe „Askardia“ war geboren. Dazu treten die beiden als Duo unter dem Namen „Malala“ auf. Durch das große Interesse gab es ganz schnell ein Unterrichtsangebot, woraus die beiden Jugendgruppen „Askardia Girls“ und „Wahida Tribella“ entstanden.

Die 53-jährige Andrea Marchetti aus Abtsteinach entdeckte Mitte 2011 den orientalischen Tanz für sich. Der Ursprungsgedanke war, „etwas für mich und meinen Körper zu tun“, erinnert sie sich. Und auch, um bis ins hohe Alter beweglich zu bleiben. „Schnell entwickelte sich das Ganze zu einer Faszination“, erzählt Marchetti, „die mich mehr und mehr fesselte“. Sie habe dadurch einen immer tieferen Einblick in das Thema orientalischer und Tribal-Tanz gewonnen.

Verschiedene Tanzlehrerinnen und viele Workshops später habe sie schließlich selbst ihr Teacher-Tribal-Zertifikat abgelegt. Das „formte mich in all der Zeit zusätzlich“ und gab ihr das nötige Rüstzeug, um heute selbst ihr Wissen an Interessierte weiterzugeben. 2013 besuchte sie folgerichtig Ägypten „mit all seiner Farbenpracht, beeindruckenden Kultur und Geschichte“. Der Aufenthalt habe ihr bestätigt, „dass ich mit meinem Hobby absolut richtig liege“.

Ziemlich schnell kamen die Anfragen nach Auftritten der orientalischen Tanz-Gruppe: erst auf Hochzeiten oder Familienfeier, dann auf kleineren örtlichen, danach auf größeren Bühnen wie in Heidelberg, Stuttgart, Sinsheim oder Nürnberg. Dazu auch auf diversen Mittelaltermärkten, „wo wir dem Tribal-Tanz frönen“. Was Marchetti so begeistert, „ist ein sehr großes Gruppendenken“ und die Gemeinschaft „egal welchen Alters auch immer“. Zusammen wolle man die Menschen ein wenig verzaubern in einer Zeit voller Stress und negativen Ereignissen.

Silvana Peter ist schon viel länger dem orientalischen Tanz verfallen. Die 43-Jährige aus Neckarsteinach wollte ihren heutigen Mann zur Hochzeit mit etwas Besonderem überraschen. Und besuchte heimlich ab dem Jahr 2001 Bauchtanzunterricht. „Die Überraschung gelang grandios“, weiß sie. „Seitdem habe ich das anfängliche Hobby immer weiter ausgebaut und sehr viel dazu gelernt.“

Jahrelanger Unterricht, regelmäßige Workshop-Besuche und vor kurzem auch eine spezielle Tribal-Tanz-Ausbildung nach Nea, die mit einem Teacher-Zertifikat bestätigt wurde, beschreiben ihre einzelnen Stationen. Durch viel Training und „üben, üben, üben“ habe sie sich eine Vielzahl unterschiedlicher Tanzstile wie Schleier-, Stock- oder Zigeunertanz angeeignet. „Der Spaß, die Freude beim Tanzen und der Umgang mit den verschiedenen Tänzerinnen ist einfach grandios“, sagt sie.

Der Tribaltanz ermögliche es, „mit Tänzerinnen auf der ganzen Welt improvisiert und spontan miteinander zu tanzen“, ohne vorher miteinander geübt zu haben, erzählt Peter. Allerdings nur mit denen, „die diese spezielle, nonverbale Sprache beherrschen“. Die Gruppendynamik sei faszinierend. Silvana Peter unterstützt mit großer Freude soziale Projekte wie in Kindergarten, Grundschule oder Altersheimen durch ihre Tänze.

Diesen Tanz-Spaß möchten beiden sowohl im orientalischen als auch im Tribaldance sowohl Teenies als auch Erwachsenen mit Freude, Spannung und Lebensgefühl vermitteln. Tanz ist für Marchetti und Peter „Träumen mit den Füßen“, der einem gut tue und vom Alltag entspannen lasse. „Nach meiner jetzigen Erfahrung ist es das Schönste, was sich ‚Frau‘ jeglichen Alters antun kann“, betont Marchetti.

Die ganz spezielle Leidenschaft der beiden Tänzerinnen gehört seit zwei Jahren dem Tribal-Style-Belly-Dance, woraus auch das „Duo Malala“ entstand. Dabei handelt es sich um eine eigenständige Fantasie-Tanzform, die ihren Ursprung in Amerika hat. Die eleganten und stolzen Bewegungen stammen aus spanischem Flamenco, indischem Kathak, nordafrikanischen Folkloretänzen, Modern Dance, Jazz-Dance und dem orientalischen Tanz Ägyptens. Nicht nur tänzerischer Ausdruck und faszinierende Kostüme tragen laut Marchetti zum besonderen Eindruck bei, sondern vor allem das Geheimnis der Improvisation.

Info: Das Training findet immer mittwochs in Neckarsteinach im Sportlerheim (gegenüber dem Sportplatz), Eingang über Finkenweg 14, statt. 17 bis 18 Uhr, Kinder-Jugend-Training in orientalischem Tanz und Kinder-Jugend-Tribal-Tanz; 18.15 bis 19.15 Uhr, orientalischer Tanz für Erwachsene; 19.30 bis 21 Uhr, Tribal-Style-Dance für Erwachsene. Weitere Informationen unter www.silvana-bauchtanz.de oder E-Mail mail@ani-tanzt.de

duo-malala DSC_1820 - Kopie

Hessen Forst hebt Betreuungsentgelte für Privatwald drastisch an: Forstamt Beerfelden verschickt Benachrichtigungen

Über 600 Privatwald-Besitzer aus dem Bereich des Forstamts Beerfelden bekommen in diesen Tagen einen „blauen Brief“, wie dessen Leiter Norbert Sasse bedauernd sagt. Hintergrund: Hessen Forst hebt zum 1. Dezember die Betreuungsentgelte für den Privatwald drastisch an. Im Frühjahr waren die entsprechenden Pläne bereits auf Versammlungen vorgestellt worden. Schon damals hatte sich lautstarker Protest dagegen geregt, geht es doch im Schnitt um eine Verzehnfachung der bisherigen Beträge. Doch Änderungen gab es nicht mehr.

Norbert Sasse kann den Ärger der Privatwald-Besitzer über die Vorgehensweise nachvollziehen, auch wenn er die Anhebung „in der Sache für unterstützenswert“ hält. Denn in der Vergangenheit sei die Bewirtschaftung sehr stark subventioniert worden. Das Land habe sich nun entschlossen, „vor dem Hintergrund der in Verfassung verankerten Schuldenbremse eine freiwillige Leistung auf den Prüfstand zu stellen“.

Sasse machte dies an den von Hessen Forst vorgelegten Zahlen fest: Demnach seien landesweit mit der Privatwald-Bewirtschaftung 2013 nur 730.000 Euro eingenommen worden. Dieser Summe stünden aber Ausgaben von 7,3 Millionen Euro gegenüber. Ziel der Landesregierung sei nun eine hälftige Kostendeckung von 3,5 Millionen Euro.

„Die Einbeziehung von Waldbesitzern und Verbänden in die Beratungen wäre sinnvoll gewesen“, so der Forstamts-Chef. So aber „wurde nur ein Ziel vorgegeben“. Die Privatwald-Eigentümer seien damit vor vollendete Tatsachen gestellt worden. Sasse hätte sich daneben vorstellen können, „die Anhebung in mehreren Schritten vorzunehmen“ – und nicht alles auf einmal.

„Für eine Dienstleistung muss etwas bezahlt werden“, macht Sasse auf der anderen Seite deutlich, dass in der Vergangenheit die Waldbesitzer etwas „verwöhnt“ worden seien. Die Zeit der „kostenlosen Beförsterung“ sei einfach vorbei. Denn wie die Berechnung durch Hessen Forst zeige, habe die Allgemeinheit bisher die Bewirtschaftung stark subventioniert. Das Beerfelder Forstamt betreut derzeit etwa 3700 Hektar Privatwald, erläutert er.

Sasse sieht ein Problem darin, „dass es keine Ausweichmöglichkeit gibt“. Denn neben Hessen Forst existierten keine privaten Anbieter, die die Aufgaben übernehmen könnten. Und selbst wenn es sie gäbe, würden diese voraussichtlich um einiges teurer arbeiten müssen und sich die Rosinen aus dem Kuchen picken. Sprich: nur große, zusammenhängende Waldgebiete bewirtschaften. Die Kleinen, die die Erhöhung besonders spürten, würden sowieso nicht profitieren.

Das Forstamt Beerfelden sieht sein Chef in einer Zwitterrolle: „Die Leute wissen, dass wir nichts dafür können, aber wir verschicken trotzdem die Briefe mit der Erhöhungsankündigung.“ Er befürchtet einen Vertrauensverlust gegenüber Hessen Forst. Die Behörde habe durch ihr Monopol vollendete Tatsachen geschaffen. „Überall sonst wird von Bürgerbeteiligung geredet“, aber in diesem Fall nicht praktiziert, sieht Sasse Defizite in der Kommunikation. „Das kam wie ein Blitz aus heiterem Himmel.“

Das Forstamt Beerfelden bezeichnet er im Vergleich als Hausarzt, der seinen Patienten 30 Jahre lang bestens betreut und immer die gleichen Medikamente verschrieben habe. Plötzlich gebe es ohne Vorwarnung einen Zusatzbeitrag, seien die früheren Medikamente kostenpflichtig, dürfe nicht mehr alles abgerechnet werden – kein Wunder, dass Ärger ins Haus stehe.

Eine Abgeltung für die Naherholungsfunktion, wie sie der Privatwaldbesitzer-Verband forderte, sei nicht aufgenommen worden. Dieser habe auf die Nutzung dieser Waldbereiche durch Wanderer, Radler oder Pilzesammler hingewiesen. Außerdem, macht Sasse keinen Hehl aus der Problematik, sei das Forstamt auf einen einheitlichen Waldbereich angewiesen. Dann wenn einzelne ausscherten und nicht über Hessen Forst betreut würden, gäbe es einige organisatorische Schwierigkeiten. „Wenn an einem Weg zehn Grundstücke liegen, aber vier davon keinen Vertrag mit Hessen Forst haben, wie regeln wir es dann mit einer Wege-Erneuerung?“, fragt er rhetorisch.

Für die Privatwald-Besitzer gerade mit wenigen Hektar Fläche hat Norbert Sasse zwei Tipps parat: Zum einen habe der bisherige Vertrag eine Kündigungsfrist von einem halben Jahr. Wer also nicht gleich verlängere, gewinne sechs Monate zu den alten Bedingungen, bis er auslaufe. Und könne dann man immer noch überlegen, ob er Mitte 2016 „in den sauren Apfel beißt“. Oder zum anderen erst einmal zwei oder drei Jahre ins Land gehen lassen und dann frisch unterzeichnen. Diese Zeit habe ein Waldbesitzer dann kostenmäßig gespart.

Waldbesitzer-Infoveranstaltungen zum Thema Erhöhung der Betreuungsentgelte durch Hessen Forst: Montag, 16. November, 20 Uhr, Finkenbach, Gasthaus „Zum Goldenen Löwen“; Donnerstag, 19. November, 20 Uhr, Ober-Sensbach, Gasthaus „Maiers Bauernstube“; Montag, 23. November, 20 Uhr, Wald-Michelbach, Hotel „Birkenhof“. Weitere Themen: Holzmarkt und –ernte, Waldschutz und –bau, forstliche Förderung.

 

  • Für einen Waldbesitzer bis 4,99 Hektar Fläche ergibt sich eine Verzwölffachung der jährlichen Kosten (Holzeinschlag vorausgesetzt, denn ein Flächenbeitrag wird nicht erhoben). Statt bisher 50 Cent für den Festmeter Holz werden nun sechs Euro plus Mehrwertsteuer in Rechnung gestellt.
  • Waldbesitzer ab fünf Hektar Forstbetriebsfläche zahlen zukünftig 12,50 Euro netto pro Hektar (vorher 2,50 Euro) jährlichen Flächenbeitrag bei Mitgliedschaft in einer Forstbetriebsgemeinschaft (sonst 17,50 Euro), somit das Fünf- bis Sechsfache. Auch hier greift die Erhöhung pro eingeschlagenem Festmeter von 50 Cent auf sechs Euro.
  • Pro Festmeter Nadelholz kann ein Privater laut Sasse derzeit etwa 60 Euro/Festmeter erlösen. Mit weiteren Abzügen wie Abfuhr, Verwertung, Wegebau etc. verbleibe etwa die Hälfte der Einnahmen als Erlös.