Holzmarkt ist „auf einem extrem hohen Niveau“: Versammlung der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Südlicher Odenwald

Für die guten Nachrichten war auf der Versammlung der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Südlicher Odenwald der stellvertretende Beerfeldener Forstamtschef Ronny Kolb zuständig. Er sprach von einem Holzmarkt, der sich in den vergangenen drei bis vier Jahren mit Preisen „auf einem extrem hohen Niveau“ stabilisiert habe. Für die Fichte ließen sich teilweise über 90 Euro pro Festmeter erzielen.

Kolb erläuterte, dass mit den großen Holzverarbeitungsfirmen Ganzjahresverträge abgeschlossen werden konnten, wo sonst sechs Monate die Regel seien. Der Vorteil: „Es gibt eine absolute Stabilität bei den Holzpreisen auch für das zweite Halbjahr.“ Die Nachfrage nach qualitativ hochwertigem Holz boomt. „Bei Buche und Eiche können wir sie kaum befriedigen“, sagte er. „Wir segeln in sehr ruhigem Wasser und auf hohem Niveau“, freute sich Kolb.

Von den Ergebnissen der Nadelholzsubmission in Eberbach waren die Forstleute besonders angetan. Nicht nur, dass man dort generell sehr gute Preise erzielte. Der höchstdotierte Stamm kam außerdem noch aus dem Forstamt Beerfelden. Es handelte sich um eine Lärche aus dem Gemeindewald Rothenberg „mit ein paar tausend Euro“ Erlös.

Auf diesen Baum war der Rothenberger Revierförster Reiner Grünberg besonders stolz: Elf Meter war der verwertbare Teil lang, hatte mehr als 80 Zentimeter durchschnittliche Dicke und war damit ein Prachtstück. Kolb mahnte aber, dass sich das Blatt schnell wenden könne. Nach ein paar extrem warmen Tagen „müssen wir aufpassen, dass sich der Borkenkäfer nicht ausbreitet“.

Gudrun Kranhold vom Forstamt trug den FBG-Geschäftsbericht vor. 734 Betriebe bzw. Privatpersonen waren Ende 2016 Mitglied, zu denen jetzt drei neue hinzukamen. Die größte Fläche haben die neun angeschlossenen Kommunen mit 5500 Hektar, gefolgt von den fünf großen Privatwaldbesitzern mit 2300 Hektar und den 719 kleinen Privatwaldeigentümern mit 3700 Hektar.

Das FBG-Konto weist laut Kranhold zum Ende des Jahres 2016 ein schönes Plus auf. Ein „hervorragender, ordentlicher Zustand der Kasse“ wurde ihr von Kassenprüfer Jens Schnur bestätigt, der die Zahlen zusammen mit Egon Scheuermann in Augenschein genommen hatte. Die Entlastung des Vorstands war somit nur noch Formsache.

In punkto Holzverkauf sagte Kranhold, dass dieser gegenüber 2015 leicht zurückgegangen sei. Das habe aber damit zu tun, dass es 2016 die neuen Verträge mit erhöhten Gebühren für die Privatwaldbesitzer gab. Von diesen hätten noch nicht alle unterzeichnet bzw. warteten noch etwas ab. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr über 52.000 Festmeter eingeschlagen, davon fast 38.000 fm in den Kommunalwäldern. Am meisten in Beerfelden mit über und Wald-Michelbach mit knapp unter 10.000 Festmetern.

Die Forstamtsmitarbeiterin wies auf die Wichtigkeit des PEFC-Zertifikats für die heimischen Wälder hin. Diese Zertifizierung werde auch von den Verarbeitungsbetrieben nachgefragt. Die Waldbesitzer sollten deshalb mit Akribie darauf schauen, dass die entsprechenden Vorgaben erfüllt werden. PEFC garantiert, dass Holz- und Papierprodukte aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammen. Letztlich bedeute das Zertifikat in der Vermarktung auch bares Geld, so Kranhold.

Hinterbacher wollen bald das eigene Ortsschild, damit weniger gerast wird

Stark frequentiert war die Bürgerfragestunde bei der vergangenen Gemeindevertreter-Sitzung. Mehrere Anliegen aus den verschiedenen Ortsteilen drängten nach Erläuterungen. Wann es denn endlich was mit dem gelben Ortsschild für die Hinterbach wird, wollte Volker Eckstein wissen. Denn die grünen Weiler-Schilder mit der Begrenzung auf 60 km/h in der Olfener Straße beeindruckten die Autofahrer nicht wirklich, monierte er. Es werde weiterhin gerast.

Erst einmal muss das Thema in die Verkehrsschau, sagte Armin Löffler seitens der Verwaltung. Denn Polizei und Straßenverkehrsbehörde müssen sich noch dazu äußern und ihr Einverständnis geben. Der Termin steht im Mai an. Weiterhin bekam die Gemeinde vom Landratsamt signalisiert, dass die neuen Schilder erst nach der Fusion angebracht werden sollen, weil sie in diesem Zuge sowieso ausgewechselt werden müssen.

Verschiedene Kritikpunkte hatte Ingrid Rönz aus Kortelshütte mitgebracht. Es ging um ein parkendes Baufahrzeug in der Waldstraße, zugewucherte Kinderspielplätze, herunterhängende Äste auf den Gehwegen oder Schrottautos auf einem Privatgrundstück. „Für einen Erholungsort kein schöner Anblick“, meinte sie.

Bürgermeister Hans Heinz Keursten vermochte nur teilweise Abhilfe zuzusagen. Die Gemeinde habe keine Möglichkeit, ein Bußgeld zu verhängen, meinte er mit Blick auf den Lkw. Das werde anders in der fusionierten Stadt, weil in Beerfelden eine solche Stelle angesiedelt sei. Wenn alte Autos auf einem Privatgelände gelagert seien, „kriege ich die nicht weg“, sagte er. Die Spielplätze würden angegangen, so Keursten. Er war der Meinung, dass das Thema Bewuchs eigentlich erledigt sei, da in einer aufwändigen Aktion Anlieger angeschrieben worden seien. „Es kann aber sein, dass bereits etwas nachgewachsen ist.“

Günter Reinhard fragte nach, was bei der Ortsbegehung Ende 2016 in Kortelshütte in Bezug auf verkehrsberuhigende Maßnahmen festgelegt wurde. Im Bauausschuss wurde alles protokolliert, sagte WGR-Fraktionsvorsitzender Wilfried Friedrich. Bevor etwas angegangen werde, müsse man auch hier die Verkehrsschau im Mai abwarten, so Löffler. Danach sollen die Themen nach und nach umgesetzt werden.

Es geht um Schwellen oder Teller sowie um optische Verengungen. Eine solche kann man sich in der Kurve oberhalb der Kreuzung von Wald- und Hochstraße vorstellen, um die Straße für die bergab Fahrenden schmaler zu gestalten. Außerdem gibt es die Anregung, alle 100 Meter eine große „30“ auf die Fahrbahn aufzumalen. Derzeit im Bauhof vorrätige große Blumenkübel sollen die Straße verengen.

In seinen Mitteilungen erwähnte der Bürgermeister, dass die Sporthalle bis Ende Juni fertiggestellt sein soll. Denn dann folgt das Großevent der Feuerwehr Rothenberg, die dort von 30. Juni bis 2. Juli den Kreisjugendfeuerwehrtag ausrichtet. Im Sommer ist die Gemeinde aufs Neue von einer Straßensperrung betroffen, die weite Umwege nötig macht. Dann wird von Hirschhorn kommend von 15. August bis 15. September die Brücke am Brombacher Wasser Richtung Kortelshütte und Rothenberg in Vollsperrung saniert.

Thema der Gemeindevertretersitzung war auch die Offenlage des neuen Teilplans Erneuerbare Energien des Regionalplans Südhessen für die Windkraftnutzung. Keursten äußerte seine Befürchtung, dass bei der Verwirklichung von Windrädern auf allen aufgeführten Vorrangflächen „Rothenberg umzingelt sein wird“. Das betrifft weniger die Anlagen im Odenwaldkreis, sondern die im Badischen und benachbarten Kreis Bergstraße.

Denn die Stadt Eberbach plant auf der Brombacher Höhe einige Windräder, die sich ans schon bestehende Greiner Eck anschließen würden. Danach sind weitere auf dem Flockenbusch direkt gegenüber der Kerngemeinde im Gespräch. Weiter rechts im Sichtfeld ist der „Stillfüssel“ bei Wald-Michelbach schon genehmigt und wächst ebenfalls bald vor dem Rothenberger Fenster. Dazwischen liegt noch ein Gebiet bei Ober-Schönmattenwag und Aschbach. In nächster Nähe befindet sich das Gelände Richtung Beerfelden, das ebenso im Regionalplan berücksichtigt ist.

Chöre aus dem Sängerkreis Neckartal treffen sich am 1. April zum Wertungssingen in Schönmattenwag

Das Kreiswertungssingen und der Liedergesellschaftsabend des Sängerkreises Neckartal finden am Samstag, 1. April, um 19 Uhr im Haus des Gastes statt. Ausrichter ist der MGV Sängerbund Unter-Schönmattenwag. Der Eintritt ist frei. Die Bevölkerung ist herzlich eingeladen, sich ein Bild vom vielfältigen Können der angeschlossenen Sängerkreis-Vereine zu verschaffen.

Teilnehmende Chöre sind: Cantante Cintura Kids sowie Frauen- und Männerchor des Gastgebers, MGV Eintracht Liederkranz Sensbachtal, Chorgemeinschaft Rothenberg/Kortelshütte, MGV Liederkranz Ober-Hainbrunn, Frauen- und Gemischter Chor Eintracht Falken-Gesäß, Sängerkranz aus Schöllenbach, gemischter Chor Finkenbach und Liederkranz Gammelsbach. Weiterhin gibt es an diesem Abend Ehrungen durch den Sängerkreis.

Den Mitglieds-Chören soll mit dem Wertungssingen die Möglichkeit eines objektiven Feedbacks der eigenen musikalischen Leistung angeboten werden. Sie erhalten damit in ungezwungener Atmosphäre eine leistungsorientierte Rückmeldung zur Vorbereitung ihrer eigenen Wettbewerbsbesuche durch einen ausgewiesenen Fachmann der Chorszene und auch Hinweise zu Verbesserungsmöglichkeiten.

Fürs Programm sind ausschließlich A-cappella-Werke zugelassen. Jeder Chor trägt drei Stücke freier Wahl vor. Auf eine stilistische und musikalische Vielfalt sollte Wert gelegt werden, heißt es in der Vorgabe. Werke aus dem Bereich Spiritual/Gospel/Pop sind ebenfalls zugelassen. Die einzelnen Stücke können auch in einer abweichenden Tonart vorgetragen werden.

Die teilnehmenden Chöre des Orientierungssingens erhalten nach ihrem Auftritt durch den Juror eine fachlich fundierte und konstruktive Beurteilung. Ziel ist es, Verbesserungspotential aufzuzeigen und den Leistungsstand festzustellen. Im Anschluss steht der Berater den Chören auch für weitere Fragen zur Verfügung. Außerdem gibt es eine Bewertung nach den Richtlinien des „Deutschen Chorwettbewerb“

Juror des Sängerkreis-Orientierungs-/Wertungssingens ist Matthias Schmitt. Er studierte Musikwissenschaft, Musikpädagogik und Chorleitung an der Goethe-Universität Frankfurt, an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt und an der Hochschule für Musik in Würzburg. Schmitt ist Dirigent mehrerer Chöre und Ensembles in Freigericht (Main-Kinzig-Kreis) und in angrenzenden Regionen. Er nimmt regelmäßig erfolgreich an nationalen Chorwettbewerben teil und wurde zuletzt Preisträger beim ersten deutschen Männerchorfestival in Limburg.

International konnte er mit seinem Männerkammerchor „DelicaTon“ einige Erfolge erzielen, zum Beispiel Sonderpreisträger beim International Choral Festival in Cork 2016 (Irland), er ist Gewinner zweier Goldmedaillen bei den World Choir Games in Riga 2014 (Lettland), Grand Prix Gewinner in Llangollen 2012 (Wales) und Dirigentenpreisträger beim Johannes Brahms-Wettbewerb in Wernigerode 2011. Teilnahmen an Wettbewerben und Festivals führten ihn zudem nach Estland, Norwegen, Österreich, England und Südkorea. Hauptberuflich arbeitet Schmitt als Kulturbeauftragter im Main-Kinzig-Kreis.

74 Jugendliche der Oberzent-Schule Beerfelden und Eugen-Bachmann-Schule Wald-Michelbach fuhren gemeinsam auf Skischulwoche nach St. Johann im Ahrntal

Die Oberzent-Schule Beerfelden und die Eugen-Bachmann-Schule aus Wald-Michelbach fuhren in diesem Jahr zum dritten Mal gemeinsam auf Skischulwoche nach St. Johann im Ahrntal. Der bunt gemischte Haufen von 74 Schülern und neun Lehrern erlebte eine wunderschöne, ereignisreiche Woche im Schnee. Neben dem täglichen Skifahren gab es eine Dorfrallye und eine Fackelwanderung mit einer anschließenden Besichtigung eines Bergbauernhofes.

Auch die vielen Facetten der Berge mit den verschiedensten Wetterbedingungen von sonnig über stürmisch bis hin zu unergründlichem Nebel hinterließen bei den Kindern großen Eindruck. Das abschließende Skirennen am letzten Skitag krönte die sieben Tage vollends. Mit Stolz konnte das Skiteam um Sebastian Bongartz (OZS) und Ben Schütz (EBS) verkünden, dass alle 74 Jugendlichen am Ende der Skischulwoche mit ihren Skiern die Berge beherrschten. Das Skiteam der Oberzent-Schule (Tanja Daub, Heidi Domack und Sebastian Bongartz) hatte mit den Kindern viel Spaß und freut sich schon auf das nächste Jahr.

Das Fastnachts-Prinzenpaar Tina I. und Lothar II. aus Schimmeldewog repräsentiert die Hirschhorner Ritter

„Spannend, anstrengend und lustig“: So fasst Prinz Lothar II. (Zink) aus Unter-Schönmattenwag die Faschingskampagne als ein Teil der beiden Hirschhorner Tollitäten zusammen. Mit seiner Frau Tina I. (Czemmel-Zink) repräsentiert er seit der Proklamation Mitte Januar noch bis Aschermittwoch die Hirschhorner Ritter weit über die Neckarstadt hinaus. 50 Veranstaltungen werden die beiden in dieser kurzen Zeit besuchen, immer mit Funkenmariechen Steffi Mölle im Schlepptau, die zusätzlich die ganze organisatorische Arbeit im Hintergrund leistet.

Fastnachtlich verschieden geprägter könnten die zwei Hoheiten aus Schimmeldewog kaum sein. Hier die knapp 40-jährige Tina, ein Hirschhorner Mädel, die seit 34 Jahren bei der Ritter-Carnevalsgesellschaft aktiv ist und sich im Laufe der Jahre durch alle Garden tanzte. Da der 49-jährige Lothar mit Wurzeln in Unter-Schönmattenwag (das 2006 auch zur Heimat für seine Frau wurde), der eigentlich mit der närrischen Jahreszeit wenig am Hut hat. „Ich bin kein Fastnachter“, bekennt der in der Hirschhorner Stadtkasse tätige. Seine Frau arbeitet ebenfalls in der Verwaltung, im Ordnungsamt.

Die alles verändernde Anfrage kam an einem Sonntagabend Ende November, erinnert sich Prinzessin Tina. „Als wir gerade gemütlich zuhause auf der Couch vor dem Fernseher saßen“, ergänzt ihr Mann. Am Apparat: Edith Bock von den Rittern. Ihr Anliegen: „Wollt ihr in der Jubiläumskampagne unser Prinzenpaar sein?“ Eine Nacht schliefen die Hoheiten in spe noch darüber, denn mit zwei Kindern und dem Job wollte doch einiges organisiert sein.

Für Tina Czemmel-Zink war die Antwort sowieso klar: „Das ist doch ein Traum aller Mädchen. Jede will einmal Prinzessin sein.“ Bei ihrem Mann war sie sich unsicher. Doch er verblüffte sie: „Ich habe nicht geglaubt, dass Lothar mitzieht.“ Sie hätte ihn auch „nicht weichgeklopft“. Doch er war dabei. „Ich bin von Natur aus neugierig“, sagt er. Was den Ausschlag gab. Und was er nicht bereut: „Es macht einen Riesenspaß.“

Eine kurze und heftige Vorbereitung inklusive „Klamottenkauf“ wollte im Folgenden absolviert werden. Von den Rittern gab es dazu viel Unterstützung. Etwa in Form einer „Prinzenpaar-Checkliste“ mit den wichtigsten Infos oder auch fraulichem Rat beim Aussuchen der Garderobe. „Alle im Vereinsvorstand waren immer für uns da“, sind beide für Rat und Tat in dieser Zeit dankbar. Fast schwieriger als die Vorbereitungen zu bewältigen war aber die strenge Auflage, das höchste närrische Amt in der Stadt bis zur Proklamation geheim zu halten.

Das gelang allerdings vorzüglich. So gut, dass es danach Ärger mit den beiden Kindern gab, die ebenfalls von nichts wussten. „Meine Tochter Milena war bis zum Mittwoch danach noch in Schockstarre“, lacht Tina. Die 17-Jährige konnte es einfach nicht glauben, dass die Mutter die Faschingsprinzessin war. „Unser Sohn Bastian hat einen Tag lang nicht mit uns geredet, der war echt sauer“, weiß Prinz Lothar um die Überraschung des Elfjährigen.

In ihrem Wohnort machte die Nachricht von den neuen Schimmeldewäer Hoheiten nur langsam die Runde. Klar, „ich wurde beim Metzger darauf angesprochen“, schmunzelt Lothar. Und die Bäckerei-Inhaberin war sowieso auf der Prunksitzung dabei. Da die Familie aber nicht an der Hauptstraße wohnt, fällt das Prinzenpaar-Banner nicht so auf, das seit der Inthronisation am Balkon hängt. Bei Freunden und Verwandten sickerte die Neuigkeit aber schnell durch.

Und auch auf der Sommerrodelbahn auf der Kreidacher Höhe. Dort wird man noch lange von den verrückten Hirschhornern reden, die sich in voller Faschingsmontur in die Bobs quetschten und dann zu Tal sausten. „Das war eine ganz schön kalte Sache“, meint der bibbernde Prinz. Aber auch herrlich für die Hoheiten mit Entourage. „Manchen fiel die Kinnlade runter, andere fanden es einfach klasse“, amüsiert sich Prinzessin Tina immer noch.

Die ganze Truppe war auf dem Rückweg vom Kreisnarrentreffen in Heppenheim und hatte auf der Höhe spontan Station gemacht. Wohl um nochmal ohne Folgen richtig schnell fahren zu können, nachdem in Bonsweiher der erste Versuch – noch im Auto – mit einem unfreiwilligen Foto an der Blitzampel geendet hatte.

Bis Aschermittwoch haben die beiden mit ihrem „Funkenmariechen für alle Fälle“ noch ein dicht gedrängtes Programm. Was Steffi Mölle leistet, können die Hoheiten gar nicht genug hoch schätzen. „Wir repräsentieren, sie kümmert sich um alles andere“, sagt Lothar. „Ab dem 20. Februar haben wir dann zwei Wochen Urlaub“, schmunzelt Tina. Sonst wäre der Rest gar nicht zu bewältigen, da in dieser Zeit immer mehr Termine auch tagsüber anstehen. Etwa der Empfang am Faschingsdienstag beim baden-württembergischen Ministerpräsidenten Wilfried Kretschmann. Denn die hessischen Ritter sind Mitglied der badisch-pfälzischen Karnevalsvereinigung.

Diese dichte Terminabfolge erfordert dann großes Organisationstalent und so manches Zugeständnis. „Wir sind am Rosenmontag bis spät abends weg, am nächsten Morgen geht es um 7 nach Stuttgart los“, erzählt Tina. Was für sie die Frage aufwirft: „Wie mach ich es dann mit den Haaren?“ Die Lösung: „Ich muss mit der Frisur schlafen, sonst klappt es zeitlich nicht mehr.“ Was tut Frau nicht alles für die Fastnacht. Ein weiteres Highlight ist für die beiden auch der Gottesdienst zum 50-jährigen Bestehen der Hirschhorner Ritter am 15. Februar.

Furcht vor immer mehr Windrädern auf den Odenwald-Hügeln gegenüber von Rothenberg

Die Windkraftnutzung auf den Odenwald-Hügeln sorgt für beständigen Zündstoff. Ortschaften, Straßenzüge, Familien streiten sich darüber, ob diese Form der erneuerbaren Energie die richtige ist, um fossile Brennstoffe abzulösen. Längst ist eine sachliche Diskussion aufgeheizten emotionalen Debatten gewichen. Rothenberg ist auf seinem Gemeindegebiet bisher noch von Windrädern verschont geblieben, aber anderswo wachsen Rotoren bereits in die Höhe. Die vier stählernen Masten auf dem gegenüberliegenden Hügel des Greiner Ecks zeugen von der nicht aufzuhaltenden, stürmischen Entwicklung.

„Das ist nicht prickelnd, wenn auf den Höhenzügen überall Windräder stehen“, meint Bürgermeister Hans Heinz Keursten. Die Konzentration auf eine Fläche kann er sich noch vorstellen, „aber nicht durchgehend“. Im Bereich Rothenberg will er Windkraftanlagen vermeiden. Vor diesem Hintergrund sei auch der gemeinsame Flächennutzungsplan des Odenwaldkreises aufgestellt worden.

Die Windräder am Greiner Eck „als Solitär“ sind für Thomas Wilcke „nicht das Problem“. Die Ausblicke von Kortelshütte und Rothenberg würden dadurch nicht stark beeinträchtigt. Der Vorsitzende des Verkehrs- und Verschönerungsvereins (VVR) hat dann „extreme Probleme“, wenn auf den Odenwald-Hängen zusammen mit dem „Stillfüssel“ bei Siedelsbrunn eine Industrielandschaft entsteht. Sollte alles „zugespargelt“ werden, rechnet er auch unter touristischen Aspekten mit Nachteilen fürs Höhendorf.

Dass gleichzeitig mit der Stillfüssel-Genehmigung ein anderer Windpark im Taunus nicht genehmigt wurde, kann der VVR-Vorsitzende nicht nachvollziehen. Bedenken wegen der Auswirkungen auf Fauna, Flora und Trinkwasser hätten dort den Ausschlag gegeben: „Diese Argumente stimmen auch für den Odenwald“, sagt er. Allerdings „scheinen dort andere Leute zu wohnen als bei uns“, macht er seinem Unverständnis über unterschiedliche Maßstäbe Luft.

Armin Beisel vom Hotel Hirsch kann die Folgen der Windenergieanlagen auf Tourismus und Gastronomie im Ort noch nicht abschätzen. „Wir haben viele Reisegruppen“, meint er, bei denen fielen die Windräder vielleicht nicht so ins Gewicht. Anders sieht es mit den Individualtouristen aus. Bisher stehe der Odenwald für intakte Natur und ländliche Idylle. „Die heile Welt ist dahin“, befürchtet der Hotelier – vor allem, wenn noch mehr Windräder gebaut würden. „Dann ist es dem Fremdenverkehrs abträglich“, sagt er. Den Kosten-Nutzen-Effekt sieht Beisel sowieso kritisch.

Die Windräder am Greiner Eck beeinträchtigen das Landschaftsbild aktuell schon, meint der Rothenberger Marco Johe. Er rechnet aber damit, dass in ein paar Jahren die Anlagen zum Odenwald-Bild dazugehörten und sich „keiner mehr daran stört“. Jedoch würden die jetzt genehmigten Windräder am Stillfüssel das Gesamtbild stärker beeinflussen, betont er.

Ob allerdings sie bei den hiesigen Windstärken effizient und wirtschaftlich genug arbeiteten, „lässt sich dennoch bezweifeln“. Den Blick auf ein Kohle- oder Atomkraftwerk wolle aber sicher auch niemand haben, so Johe – von den Gefahren dieser Anlagen mal ganz abgesehen. Seiner Meinung nach wäre die beste Lösung der Bau einer Nord-Süd-Stromtrasse in Verbindung mit großen Windparks auf der Nordsee.

„Zwei Seelen wohnen in meiner Brust“, zitiert Monika Hofmann Goethes Faust mit Blick auf die Windkraft. Das Greiner Eck kann sie aus ihrem Fenster nicht sehen, „deshalb stören mich die dortigen Windräder nicht so sehr“. Sollten allerdings noch mehr hinzukommen wie es sich jetzt andeute, „haben wir die direkt vor der Nase“. Verspargelte Odenwald-Hänge gegenüber von Rothenberg könnten sich ihrer Meinung negativ auf den Tourismus auswirken. Allerdings stellt sich für Hofmann die Frage, „ob Urlauber die Windräder nicht sowieso schon von zuhause kennen“. Und damit an sie gewöhnt seien.

Überhaupt betrachtet sie diese Form der erneuerbaren Energien von zwei Seiten. Einerseits müsse man Alternativen zur Atomkraft suchen, andererseits gelte es auch, auf Effizienz und Windhöffigkeit zu achten und sorgfältig abzuwägen, wo was sinnvoll sei. „Nicht dass etwas gemacht wird, was wir in Zukunft bereuen“, meint sie. Deshalb sei die Politik gefordert, gründlich und mit Akribie zu planen.

Aktuell betrachten die Rothenberger den Windkraftwuchs im benachbarten Kreis Bergstraße noch einigermaßen entspannt. Aber seitdem einen Tag vor Jahresende mit dem „Stillfüssel“ bei Siedelsbrunn ein weiterer Windpark in Sichtweite genehmigt wurde, weicht die Entspannung latenter Sorge. Denn der Regionalplan Südhessen sieht noch etliche potenzielle Standorte im Überwald und damit in Sichtweite Rothenbergs vor. Unter anderem im Gebiet Flockenbusch zwischen Schönmattenwag und Brombach, was dann eine direkte Windrad-Linie vom Neckartal aufwärts bis zum Hardberg bedeuten würde.

Mögliche Entwicklungen im Odenwaldkreis sind dabei noch komplett außen vor. Der einheitliche Flächennutzungsplan (FNP) hätte Wildwuchs auf den verschiedenen Gemarkungen verhindert, aber der wurde bekanntermaßen vom Regierungspräsidium Darmstadt abgelehnt. Dagegen legten der Kreis und die angeschlossenen Kommunen Klage ein. Der Regionalplan sieht auch hier auf Rothenberger Gemarkung zwei mögliche Windkraft-Flächen vor, in der Hinterbach/Raubach Richtung Olfen und auf der Rothenberger Höhe Richtung Beerfelden.

Die Stimmung in Rothenberg ist aktuell nicht meist entspannt. Das Greiner Eck wird nicht wirklich als störend fürs Gesamtbild angesehen, da es nicht im direkten Blickfeld ist. „So lange es nicht mehr werden“, lautet aber die Einschränkung. „Jeder möchte weg von Atomenergie“, aber andererseits kein Windrad „vor der Tür haben“, so eine weitere Meinung. Denn auf die elektrischen Geräte zuhause wolle auch niemand verzichten.

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Zum 31. Mal fand auf dem Kirchplatz der Heddesbacher Weihnachtsmarkt statt: Riesenandrang beim Nikolaus-Besuch

Der Weihnachtsmarkt auf dem Kirchplatz ist alle Jahre wieder ein Besuchermagnet. Schon gleich zu Beginn um 14 Uhr scharen sich die Gäste rund um die von den örtlichen Vereinen betriebenen Buden und nehmen gerne deren vielfältige Angebote wahr. Und wenn dann bei Einbruch der Dämmerung der Nikolaus vorbeischaut und den Kindern Geschenke übergibt, ist auf dem Platz kaum noch ein Durchkommen. Wem es draußen zu kalt war, der konnte in der benachbarten Kirche die dortige Krippe in Augenschein nehmen.

Bürgermeister Hermann Roth hatte in seiner Begrüßung den Ortsbürgern gedankt, die alljährlich dafür sorgen, „dass der Weihnachtsmarkt lebt und weiterlebt“ – inzwischen in seiner 31. Auflage. Er begrüßte neben den Bürgermeister-Kollegen aus dem Gemeindeverwaltungsverband, Sieglinde Pfahl (Heiligkreuzsteinach) und Markus Zeitler (Schönau), auch die erschienenen Bundes- und Landtagsabgeordneten. Das in diesem Jahr trockene und nicht so kalte Wetter zauberte dem Bürgermeister ein Lächeln ins Gesicht, ist doch ein guter Besuch die beste Voraussetzung für eine Fortsetzung der Traditionsveranstaltung.

Der Nikolaus kam in diesem Jahr aus dem Hessischen. Mit Reinhard Zobel schlüpfte allerdings ein Langenthaler in den roten Mantel, der durch seine Aktivitäten in Gesangverein und Bläserchor bestens im Badischen vernetzt ist. Apropos Bläserchor: Dessen verbliebene Mitglieder fanden bekanntermaßen unter dem Dach des Wald-Michelbacher Posaunenchors ein Zuhause. Das Ensemble unter der Leitung von Frank Bihn ist in Heddesbach ein gerne und oft gesehener Gast bei Veranstaltungen jeder Art. Wie auch jetzt wieder, als die etwa 15 Musiker mit verschiedenen advent- und weihnachtlichen Weisen aufwarteten und dafür immer wieder viel Beifall bekamen.

Der romantische Weihnachtsmarkt in der kleinsten selbstständigen Gemeinde des Rhein-Neckar-Kreises ist einmalig in der Region, weil von den örtlichen Vereinen nur Selbsthergestelltes zum Verkauf angeboten wurde. Gäste konnten hier nach Herzenslust bummeln, etwas Köstliches essen und trinken. Sie fanden unter den angebotenen Basteleien und Handarbeiten, Gebäck und Leckereien, Marmeladen und Getränken sowie Adventskränzen und -gestecken etwas Schönes für sich und ihre Lieben zum Advent und für das bevorstehende Weihnachtsfest.

So gab es unter anderem bei der Heddesbacher Tanzgruppe (HTG) allerlein Selbstgebasteltes in allen Formen zu erstehen. Der Kirchenchor hatte Marmelade, Gebäck und seinen Dorfkalender mit zwölf Motiven im Angebot. Die Jugendfeuerwehr kümmerte sich mit dem Förderverein um das Essen, daneben gab es aber auch Kränze, Tischschmuck, Adventsgestecke, Christbaum-Deko und Mistelzweige zu kaufen. Der Bläserchor war für die Getränke verantwortlich.