Straßenumbenennungen bei der Oberzent-Fusion: In Rothenberg wird aus der Hirschhorner die Odenwälder Landstraße

So langsam geht’s in Sachen Fusion in die Vollen. Die letzten Feinheiten gilt es im kommenden Vierteljahr abzuklopfen. Dabei tauchen auch immer mal wieder Dinge auf, die vorher überhaupt nicht auf der Rechnung standen. Fast schon „Normalität“ sind jedoch die Umbenennungen von doppelt vorhandenen Straßennamen, die in allen vier Gemeinden vor sich gehen. Dabei wurden Vorfeld „die Bürger mit ins Boot geholt“, erläutert der Projektleiter Fusion beim Kommunalservice Oberzent (KSO), Christian Kehrer.

Er betont, dass diese Umbenennung notwendig ist, damit Einsatzkräfte wie Feuerwehr, Rettungsdienste oder Polizei, aber auch Paketdienste die richtige Adresse finden. Auf dem Gebiet der künftigen Stadt Oberzent gibt es seinen Worten zufolge „20 doppelte Straßenbezeichnungen, die zu ändern sind“. Als Kriterium fand eine Orientierung an der Anliegerzahl statt. Wer weniger als die Nachbarkommune hat, muss seinen Namen abgeben.

Ausnahme: die Friedhofstraße in Finkenbach. Eigentlich hätten die Kailbacher den Namen hergeben müssen, weil es dort weniger Einwohner gibt. Aber die Anwohner in Finkenbach schlossen sich kurz. Das Ergebnis heißt: Am Finkenberg. Die größte „Maßnahme“ in Rothenberg ist die Umbenennung von Hirschhorner und Odenwaldstraße. Aus beiden zusammen wird eins: die Odenwälder Landstraße.

Wie Kehrer daneben erklärt, werden nicht nur in der Höhengemeinde chaotische Hausnummern-Anordnungen vereinfacht, wenn dies von den Bürgern so gewünscht wurde. Auch in Falken-Gesäß gibt es etliche unklare Zuordnungen, die im Zuge der Fusion logischer aufgebaut werden. Allerdings bleibt in dieser Hinsicht noch viel zu tun, sagt er. Wenn nicht der direkte Hinweis kam, habe man das Thema aufgrund der zahlreichen anderen Aufgaben erst einmal zurückgestellt. Weiterer Punkt waren Stichstraßen, die wie mit „Am Wetterberg“ (bisher Teil der Wetterbergstraße) oder Talblick (bisher Hirschhorner Straße) nun eigene Namen erhalten.

Mit der Postleizahl 64760 (Oberzent) reicht laut Kehrer die neue Straßenbezeichnung zusammen mit Vor- und Zuname ab dem 1. Januar aus, damit die Post Sendungen richtig zuordnen. Allerdings könne auch der Stadtteil mit in die Adresse aufgenommen werden. Dieser hat dann direkt unter dem eigenen Namen an zweiter Stelle zu stehen. „Das schafft die lokale Identität in der neuen Stadt“, hebt er hervor.

Über ein Jahr lang wird dem KSO-Mitarbeiter zufolge die Zustellung auch mit alter Adresse durch die Post garantiert. „Wir haben die Umstellung von vier- auf fünfstellige Postleitzahlen geschafft, also packen wir auch das“, so Kehrer. Von der Verwaltung wurde schon Vorarbeit geleistet, damit die Bürger am 1. Januar nicht bei null anfangen müssen. Vorher, betont er, ist alles noch nicht gültig.

An verschiedene Behörden und Ämter sowie Krankenkassen ging bereits die Infos über neue PLZ und Stadtnamen. „Wir wollen den Einwohnern möglichst viel Arbeit abnehmen“, sagt der KSO-Mann. Und verhindern, dass etwa die Kassen im neuen Jahr mit Post überschwemmt werden. Die Bürger bekommen zeitnah noch eine Checkliste, was alles zu tun ist, kündigt er an.

Als „größtes Problem“ bezeichnet Kehrer die Umstellung der Navigationssysteme. Man sei bereits an die Hersteller herangetreten. „Aber wir haben keine Antwort bekommen.“ Vorrangig will sich der KSO darum kümmern, dass in Google Maps alles richtig eingepflegt wird. An den Rest sei die Veränderung „schwierig zu kommunizieren“.

15.000 Dokumente der künftigen Oberzent-Einwohner gilt es ab dem 1. Januar zu ändern. Dies geschehe bei Perso und Reisepass mittels eines Aufklebers. Angedacht ist Kehrer zufolge, die Bürger nach einer bestimmten Reihenfolge zur Änderung auf die jeweilige Kommune zu bitten, damit nicht alle auf einmal kommen. „Wer aber im Januar in die USA reisen will, sollte frühzeitig mit der Verwaltung Kontakt aufnehme“, empfiehlt er. Beim Fahrzeugschein gibt es eine Übergangsfrist von drei Jahren. „Wer also das Auto bald abmeldet oder wessen Leasingvertrag 2018 endet, muss nichts mehr ändern“, so Kehrer.

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Kritik in der Rothenberger Gemeindevertretung: Das Oberzent-Gesundheitskonzept krankt an der Umsetzung

Das Thema „Erstellung von Flächenkonzepten für ein Gesundheitsversorgungszentrum (GVZ) Oberzent“ nutzte in der Gemeindevertretung Claus Weyrauch (WGR) für eine Generalabrechnung mit den bisherigen Bemühungen. Bei seinen Kollegen traf er damit genau ins Schwarze, was das beifällige Klopfen und die Äußerungen bewiesen. Der Beschlussvorschlag wurde deshalb auf Vorschlag von Frank Knecht (CDU/BuLiRo) auch auf einen Satz eingedampft, um sich nicht in seinen Augen gefährliches (Haftungs-)Fahrwasser zu begeben.

„Außer ordnerfüllenden Konzeptansätzen ist noch nicht wirklich viel Greifbares passiert“, kritisierte Weyrauch. Die Provisoriums-Immobilie „Breimer“ sei bis heute nicht bezogen worden, sagte er. Für die Standortfrage müssten weitere Konzepte beauftragt werden. Bis August wurden seinen Worten nach nur etwa 45 Prozent der Landesfördermittel abgerufen. Die Suche nach Investoren, die auch das Vermietungsrisiko übernehmen, war bisher wie auch die nach ansiedlungswilligen Hausärzten erfolglos, beklagte der WGR-Mann.

Der jetzt vorliegende Lösungsansatz ist laut Weyrauch mit finanziellen Risiken behaftet. Denn die Stadt Oberzent gehe damit ins volle Vermietungsrisiko. Der Betrag von zehn Euro, zu dem seitens der Gemeinde angemietet werden solle, liege deutlich über dem Mietspiegel. Damit „droht entweder die Nicht-Vermietbarkeit oder es verbleibt dauerhaft der Differenzbetrag als Belastung für die Kommune“.

Die WGR fordert deshalb nach den Worten des Sprechers weitere Überlegungen für den Entscheidungsprozess. Es müsse ein städteplanerischer Gesamtansatz zum Tragen kommen (Belebung Innenstadt, Auswirkungen auf verbleibende Geschäftslokale, Vermeidung/Reduzierung Leerstände, Verkehrsströme).

Daneben sei noch vor der Standortfrage zu klären, ob die Stadt tatsächlich als Mieter und Vermieter oder vielleicht besser als Eigentümer und Vermieter auftrete, meinte er. Dafür sollte man sich in Bezug auf öffentliche Fördermitteln schlau machen. Mögliches „Private-Sponsoring“ werde nur als Bauherr sinnvoll möglich sein. Natürlich, gestand Weyrauch ein, werde den Mandatsträgern wegen „Wichtigkeit und Brisanz des Themas“ einiges an Risikobereitschaft abverlangt. Doch müsse man das Risiko minimieren „und die Belastung für die Bürger so gering wie möglich halten“.

Bei Frank Knecht rannte die WGR mit dieser Stellungnahme offene Türen ein. Dieser attestierte dem bisherigen Verfahren, „eine so dilettantische Projektentwicklung im Gesundheitswesen selten erlebt zu haben“. Als jemand, „der den Job schon lange macht“, könne er das beurteilen. Knecht hatte sich auch gegen den ursprünglichen Beschlussvorschlag gewandt. „Warum soll ich den Fortgang für toll befinden“, sagte er. Er wolle nicht mittragen, dass durch eine Zustimmung „eventuell finanzielle Risiken für Jahrzehnte geschaffen werden“, meinte er.

Die Ablehnung des Odenwälder Windkraft-Flächennutzungsplans durch das Verwaltungsgericht Darmstadt führte in der Gemeindevertretung zu Nachfragen. Vor allem den Hinterbachern ging es um das sogenannte „harte“ Kriterium eines 1000-Meter-Abstands zur Wohnbebauung. Auch in der Bürgerfragestunde war das Thema schon aufgekommen. Da die Hinterbach als Weiler und nicht als geschlossene Ortschaft firmiert, würden in ihrem Fall die „weicheren“ Kriterien zum Tragen kommen, die eine größere Nähe der Windräder zu den Häusern ermöglichen.

Bürgermeister Hans Heinz Keursten sagte, vor einer genauen Bewertung müsse man das schriftliche Urteil abwarten. Seinem Eindruck nach habe der Richter die 1000 Meter als hartes Kriterium aufgefasst, auch wenn die Klage als Ganzes abgelehnt worden sei. „Wir sollten uns nochmal über die gelben Ortsschilder für die Hinterbach unterhalten“, lautete deshalb der Vorschlag aus dem Gremium. Denn dann wäre das Thema Entfernung sowieso obsolet.

Seine Freude äußerte Bürgermeister Hans Heinz Keursten über den Beitritt des Odenwaldkreises zur Metropolregion Rhein-Neckar. Der ist für 1. Januar 2018 geplant. Das sei auch wichtig, um die beiden Verkehrsverbünde VRN und RMV in der Grenzregion besser zu verzahnen. Über den Kreis soll seinen Worten zufolge eine Stelle für Wirtschaftsförderung geschaffen werden. Diese wäre dann in der Oberzent angesiedelt.

Verkehrsberuhigung in Kortelshütte ja – auf eigene Kosten

Verkehrsberuhigung in Kortelshütte? Gerne. Wenn die Gemeinde die Maßnahmen bezahlt. Das ist die Quintessenz aus einer Behördenschau vom Sommer, wie sie jetzt in der Gemeindevertretung vorgestellt wurde. Denn die zuständigen Ämter halten die schon getroffenen Maßnahmen für ausreichend. Die Mandatsträger waren mit dieser Bilanz aber nicht zufrieden. Das Thema soll jetzt noch einmal im Bauausschuss beraten werden.

Eine Beruhigung ist vor allem für die Hochstraße angedacht, in der trotz Tempo-30-Zone zu schnell bergab gesaust wird. Kontrollieren kann die Gemeinde nicht, da die eigene Bußgeldstelle fehlt. Das wird mit der Fusion in der neuen Stadt Oberzent besser. Es geht um Schwellen oder Teller sowie um optische Verengungen. Eine solche kann man sich in der Kurve oberhalb der Kreuzung von Wald- und Hochstraße vorstellen, um die Straße für die bergab Fahrenden schmaler zu gestalten.

Außerdem gibt es die Anregung, alle 100 Meter eine große „30“ auf die Fahrbahn aufzumalen. Derzeit im Bauhof vorrätige große Blumenkübel sollen die Straße verengen. Überlegungen für eine Verkehrsberuhigung in der Kortelshütter Hochstraße gibt es schon seit 1993. Damals war an eine Pflasterung gedacht. 2008 wurden die jetzigen Schwellen an verschiedenen Stellen aufgebracht. Die zeigten aber nicht den gewünschten Erfolg und sind auch nicht wirklich beständig.

20.000 Euro würde die Verwirklichung aller Wünsche kosten, hatte ein Ingenieurbüro im Auftrag der Gemeinde zusammengetragen. Der Vorsitzende des Bauausschusses, André Assmann (WGR), machte aber klar, dass es gar nicht darum geht, alles in einem Aufwasch zu erledigen. Sondern unter der Beachtung der Kosten nach und nach zu Werke zu gehen und dazu die Arbeiten möglichst durch den Bauhof erledigen zu lassen.

„Geschwindigkeitskontrollen sind der beste Weg“, sagte Bürgermeister Hans Heinz Keursten. Brigitte Heckmann (SPD) ärgerte sich gewaltig über die Aussagen bei der Verkehrsschau. Von ihr kam die Anregung auf eine erneute Beratung im Ausschuss, „um zu sehen, was über die Gemeinde erledigt werden kann“. Die Schwellen, betonte sie, „klappern sowieso und müssen weg“.

Die Insolvenz des Hauses Cordula hängt der Gemeinde finanziell noch böse nach, kam in der Beratung und (einstimmigen) Beschlussfassung des Jahresabschlusses 2014 zum Ausdruck. Der wurde von KSO-Mitarbeiterin Tina Bartmann dem Gremium vorgestellt. Der Fehlbetrag im ordentlichen Ergebnis von 278.000 Euro ist fast vollständig der Abschreibung des Darlehens für das Seniorenheim zuzuschreiben (258.000 Euro). „Die Gemeinde muss weiter tilgen, bekommt aber die Erstattung nicht mehr“, verdeutlichte sie.

Nimmt man das außerordentliche Ergebnis mit hinzu (18.000 Euro), so wäre der 2014er-Haushalt ohne Cordula praktisch ausgeglichen gewesen. Das hätte eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Ansatz von 72.000 Euro Minus bedeutet, erläuterte Bartmann. Verursacht vor allem durch gestiegene Steuereinnahmen, die aber auch Rückstellungen für die daraus zu zahlenden Umlagen mit sich brachten.

Wie Bartmann weiter sagte, wird die Cordula-Pleite auch den Abschluss des Jahres 2015 vermiesen. Und das noch in höherem Umfang. Denn dort wird die Rückforderung des Landeszuschusses von über 700.000 Euro als Rückstellung mit eingebucht. Dagegen hat die Gemeinde zwar geklagt, „aber es gibt nichts Neues“, ergänzte Keursten. Sollte man wirklich zahlen müssen, lassen sich allerdings die Miesen des Jahresabschlusses im Rahmen der Fusion mit dem Eigenkapital verrechnen, bejahte Bartmann eine Frage von Matthias Heiß (WGR). Und sollte die Gemeinde Recht bekommen, „haben wir 2018 durch Auflösung der Rückstellung einen schönen Überschuss“, schmunzelte sie.

Positives lässt sich aus dem aktuellen Jahr vermelden. Beim Bericht über den Haushaltsvollzug 2017 informierte Keursten, dass die Zahlen in der Norm liegen. Positives gibt es aus dem Forstbereich zu vermelden. Hier liege man über dem Plan. Bei der Gewerbesteuer sogar „weit darüber“.

Kinderkulturfestival des Kreises in Beerfelden: Kleine Artisten trafen auf Maler und Schauspieler

Es war toll“, meinte die sechsjährige Abby am Schluss. In dem Urteil wollten ihre Spielkameraden nicht nachstehen. Auch Hannah fand es „super“, was sie beim Kinderkulturfestival in der Alten Turnhalle erlebte. „Klasse“, sagte Liam (8). Drei begeisterte Aussagen von 26 Kids im Alter zwischen sechs und elf Jahren aus dem gesamten Odenwaldkreis, die auf Einladung der Kinder- und Jugendförderung einen aufregenden Tag hatten. So kurzweilig, dass es nach dem Mittagessen die ersten traurigen Nachfragen ob, ob denn der Workshop schon vorbei sei.

Drei Themen hatten die Kinder im Vorfeld zur Auswahl: Artistik, Theater und Kunst. Die Ergebnisse des dritten Workshops ließen sich gleich beim Betreten des Foyers in Augenschein nehmen. Unter der Leitung von Olga Malkovskaja aus Reichelsheim ging es darum, ein Bild von sich selbst zu malen. „Sehr vertieft waren die angehenden Künstler am Werk“, lautete das Fazit. Die Ergebnisse konnten sich sehen lassen und wurden von den stolzen Eltern am Nachmittag ausgiebig in Augenschein genommen.

So zufrieden wie die Betreuer waren auch die jungen Teilnehmer selbst. Für ihren Workshop vergaben sie allesamt die Note 1 in der abschließenden Wertung. Als „sehr interessiert und motiviert“ empfand Tanja Hauck von der Kinder- und Jugendförderung des Odenwaldkreises die Kinder. Beim Artistik-Workshop von Felix Hauke „wollten die gar keine Pause machen“. Und beim Theaterangebot unter der Leitung von Alexander Kaffenberger aus Erbach „waren ständig neue Rollen gefragt“.

Dem siebenjährigen Dominique gefiel es denn auch besonders, Theater spielen gelernt zu haben. „Den Teller auf dem Stock balancieren“ lautete eine weitere Rückmeldung aus Kindermund, was besonders gefiel. Oder generell die Artistik inklusive Bälle jonglieren. Chantal (10) fand einfach alles gut, was am Tag geboten wurde. Dass alle zum Abschluss mit ihren Eltern das Figurentheater „Der Froschkönig“ vom Maren Kaun Theater aus Mannheim anschauen durften, machte den Kids viel Freude.

Fürs nächste Jahr, in dem das Festival dann in Brensbach stattfindet, bekamen die Organisatoren schon haufenweise Anregungen. Dustin (7) würde gerne Fußball spielen. Der neunjährige Fabian wünschte sich einen einen Workshop mit Technikbausätzen. Denn das macht ihm riesigen Spaß. Reiten auf der Wiese, Schwertkampf, Klettern, Spielen, Schwimmen, Baggern, Basketball, Kamera-Bedienung und und und: An Ideen herrschte kein Mangel. Roman (9) möchte gern Kochen und Backen lernen. Die knapp sechsjährige Kassia erntete einen Lacher mit der Aussage, sie würde gern noch einmal zu Mittag essen.

Spielend wurden beim Theater-Workshop fantastische Geschichten und Abenteuer auf die kleine Werkstattbühne gebracht. Dabei standen die eigenen Ideen der Kinder im Mittelpunkt. Vom Sams bis zu Schneewittchen oder Sindbad, von Pinocchio bis zur Prinzessin oder Pippi Langstrumpf durften sich die Kinder in allen Rollen einbringen. Auf der Laufkugel und auf Stelzen wuchsen die kleinen Teilnehmer über sich hinaus. Beim Jonglieren lernten sie Diabolo, Tücher und Bälle kennen.

„Das Konzept wurde 2016 entwickelt“, erläuterte Hauck die Idee hinter der Sache. Die große Resonanz der Erstveranstaltung in Bad König führte dazu, dass es eine Fortführung gab. Die soll es auch im kommenden Jahr unter dem Motto „Freundschaft“ geben, denn die Nachfrage war wieder sehr groß. Nicht nur aus der Oberzent, sondern auch von Bad König, Erbach und Reichelsheim kamen die Kinder nach Beerfelden.

Vorschläge der jungen Teilnehmer wurden gerne aufgegriffen. So etwa der Wunsch, den anderen beim Theater präsentieren zu dürfen, was erarbeitet wurde. Ganz demokratisch wurde darüber abgestimmt, ob das auch alle wollten. Natürlich wollten sie es. Von der elfjährigen Arjeta kam zusätzlich die Anregung, das gelernte Stück auch den Eltern zu präsentieren. Was jetzt fürs kommende Jahr aufgegriffen werden soll. „Wir schauen bei der Auswertung immer, was mit aufgenommen oder verbessert werden kann“, so Hauck.

Info: Die Kinder- und Jugendförderung des Odenwaldkreises bietet ein breitgefächertes Jahresprogramm an. Mehr unter E-Mail kijufoe@odenwaldkreis.de oder www.odenwaldkreis.de.

Super-Samstag bei der Feuerwehr-Kerwe in Kortelshütte

„Der Samstag war richtig gut“, äußerte sich Feuerwehr-Kommandantin Anja Hinrichs begeistert über den Erfolg des traditionellen Kerwe-Hochtags in Kortelshütte. Diese Traditionsveranstaltung richten die Brandschützer seit Jahrzehnten immer im jährlichen Wechsel mit dem Männergesangverein aus, weil sie immer einen großen personellen Aufwand für die kleinen Vereine bedeutet. Die Dorfbevölkerung ist dankbar fürs Angebot und kommt in großer Zahl. Aber auch Gäste aus der Großgemeinde Rothenberg werden jedes Jahr zahlreich begrüßt.

„So gut besucht wie seit mehreren Jahren nicht mehr“ war laut Hinrichs am Samstag die Kür des Kerweborscht mit anschließender Party bis spät in die Nacht. Dazu spielte Alleinunterhalter Werner Schifferdecker auf. Auf Schunkelmusik folgten Schlagerstücke, bis es dann sogar in Hardrock Marke AC/DC mündete. Jung und Alt tanzten bis spät in die Nacht und den frühen Morgen.

Eine Riesengaudi ist jedes Jahr die Kerweborscht-Wahl. Denn die jungen Männer, dieses Jahr neun an der Zahl, müssen sich zur Belustigung des Publikums fünf Aufgaben stellen, bei denen sie sich gepflegt dem Spott der Anwesenden preisgeben. Durchs Programm führte auf lustige Weise der Feuerwehr-Vereinsvorsitzende Daniel Braner. Das Bierkrugstemmen war da noch die leichteste Disziplin. Darüber hinaus galt es, mit den Händen auf dem Rücken einen Apfel zu essen.

Außerdem war Trinkfestigkeit gefragt. Eine Maß Bier sollte möglichst schnell geleert werden. „Da haben ein paar freiwillig aufgegeben“, schmunzelte Hinrichs. Die beiden Finalisten hatten die diffizile Aufgabe, aus der Gästeschar einen roten Lippenstift, schwarze BHs und Damenschuhe Größe 39 zusammenzutragen. Felix Götz bewältigte diese Herausforderungen am besten und verwies Dennis Schmidt auf den zweiten Platz. Götz hatte dann das Privileg, dass er über die komplette Kerwe Essen und Trinken frei hatte.

Bei der Tombola gab es neben ein paar lustigen Geschenken wie Capri-Sonne oder Puzzles auch Gutscheine zu gewinnen. Feuerwehr-Vereinsmitglied und Bundeswehr-Pilot Nicolai Völker spendierte einen Segelflug mit ihm als Chef am Ruder ab Rothenberg. Bei super Stimmung öffnete zu späterer Stunde auch die Bar mit verschiedenen Cocktails und Longdrinks. Knapp 20 Feuerwehr-Mitglieder waren über die beiden Tage im Dorfgemeinschaftshaus zum Wohl der Gäste im Einsatz.

Stefan Sonnenburger stellt seine Kochkünste immer in den Dienst der Dorfgemeinschaft, wenn es etwas zuzubereiten gibt. Wie auch beim Kelterfest wirbelte er in der Küche und zauberte mit den freiwilligen Helfern einige Leckereien. Darunter Rumpsteak, Schnitzel mit verschiedenen Soßen, Gemüselasagne oder das Odenwälder Hochzeitsessen, Tafelspitz mit Meerrettich. Den Kuchen für den Nachmittag hatten die Kortelshütter Frauen in großer und leckerer Zahl beigesteuert.

Michelstädter Musikfestival „Nightgroove“: Gegroovt wurde nur im Trockenen

13 Mal Musik in zwölf Locations: Fertig ist der 15. „Nightgroove“, das Michelstädter Musikfestival. Dieses Mal aber unter ungünstigen äußeren Vorzeichen. Beständiger kalter Nieselregen machte den Weg vom einen zum anderen Lokal ungemütlich. Kein Wunder, dass sich deshalb die Besucher mehr in den Cafés und Gaststätten drängten statt auch ein bisschen draußen zu verweilen. Das Wetter dürfte auch so manchen potenziellen Gast abgeschreckt haben. Gefühlt war am Abend nicht besonders viel los in der Innenstadt: wenig Leute auf den Straßen, die von Ort zu Ort hetzten, Parkplätze in der Nähe gab‘s en masse.

Von Rhythm’n‘Blues, Rock und Rock’n‘Roll bis hin zu Funk, Soul, Folk und karibischen Klängen reicht die Palette. Die volle Dröhnung gibt’s im Café Leyhausen. Die Heilbronner Band „Croco“ rund um die charismatische Sängerin Sabine Stipovic hat die Rockknaller der letzten Jahrzehnte im Gepäck. „I was made für loving you“ von Kiss oder „Crazy“ von Ozzy Osbourne durch eine Frau interpretiert – das hat was. Vor allem, wenn die Frontfrau eine solch wandlungsfähige Stimme wie die Croco-Shouterin hat.

„Mercedes Benz“ von Janis Joplin in der aufgepeppten Rockversion mit einem furiosen Ende stellt fast das Original in den Schatten. „All right now“ von Free kommt so druckvoll durchs Café, dass der Bass die Hosenbeine trocken schleudert. Drangvolle Enge herrscht in den Räumen, laufend wollen neue Gäste rein, die von draußen den wuchtigen Rock hören. Nur: Irgendwann ist Ende, manche müssen mit den nassen Plätzen vorlieb nehmen.

Typisch irische Pub-Atmosphäre im O’Reilly’s. „Amarank“ mit ihrem Irish und Celtic Folk passen dort rein wie die Faust aufs Auge. Die Luft ist dick, warm und rauchgeschwängert, das Guinness fließt in Strömen. Auch hier gilt: Wer es ein Stück weit bis zur Bühne geschafft hat, kann sich glücklich schätzen. Fiddle, Cajon, Tinwhistle, Gitarre, Mandoline und Bodhran sind die Instrumente der drei aus Hanau, die damit gefühlvoll auf die Grüne Insel Irland entführen und auch Ausflüge nach Schottland machen.

Das „Monkeyman Band Trio“ aus dem bayrisch-fränkischen Raum lebt seinen Mix aus Funk, Soul, Groove und Rock in vollen Zügen aus. Marcus Schniedermeier, Peter Wirth und Michel Hauck zaubern einen Soundteppich ins Café Atelier, den manche Bands in der doppelten Besetzung nicht hinkriegen. Ein wenig abseits vom Marktplatz, geht’s hier gemütlich ohne Gedränge, aber umso intensiver zu.

Das Trio zelebriert seine Musik mit jeder Faser, verausgabt sich, improvisiert ständig, spielt sich die Bälle zu. Kein Wunder, dass die Gäste richtig abgehen. Gitarren-, Schlagzeug- und Keyboard-Soli machen die Stücke zum echten Live-Erlebnis. „Listen to the music“ von den Doobie Brothers ist etwa ein solcher Song – oder „Mustang Sally“ von Wilson Pickett. Mit dreistimmigem Gesang und klassischem Hammondorgel-Sound machen sie das Café zur großen Bühne.

Die pfälzische „Gentle Groove Agency“ im Gewölbekeller des Altdeutschen Hofs kommt da ein bisschen weichgespülter, ohne viel Ecken und Kanten, daher. Die Vier haben Rock- und Pop-Perlen der letzten fünf Jahrzehnte im Gepäck. „Free me“ von Uriah Heep ist ein solcher Klassiker, aber auch Coldplay, Bryan Adams oder der „Easy Lover“ von Philip Bailey und Phil Collins werden powervoll gespielt.

Zwei Mann ohne Verstärkung: Dass sich damit bestens bekannte Rocksongs rüberbringen lassen, zeigen „Anplagged“ im Grünen Baum. Zwei Gitarren und zwei Stimmen präsentierten, gut geräuchert, ohne Stöpsel rein akustisch Songs von AC/DC, Guns’n‘Roses, Metallica, Mr. Big, Nirvana, Pink Floyd, The Eagles, U2 oder Whitesnake.

Auch ohne viel Schnickschnack, allerdings verstärkt, gehen die „Jungletones“ in Franzis Weinerei zu Werke. Auf engsten Raum entfesselt das Trio ein Soundgewitter an Rockabilly, Rock’n’Roll, Blues und Surf. Frontmann Guido Kolb lässt sich nicht davon beeindrucken, dass vor ihm kein Platz ist: Couch, Stühle, Tische werden für ihn zum Auftrittsort, als er Chuck Berrys „Carol“ zelebriert. Dazu nur Gitarre, Gesang, Kontrabass und ein Minimal-Schlagzeug. Das reicht, um die Bude zu rocken und die Gäste in ihren Sesseln wackeln zu lassen.

Weitere teilnehmende Bands: Die Nachtigallen, Gipsy Voices, Clapton Experience, Jam Slam, Die Gallier, Café con Leche und Rockingham. Abschluss mit DJ Sound Sonic.

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„E3“ gastiert am 28. Oktober im Hüttenwerk Michelstadt

„Musik muss berühren, sonst ist sie belanglos“, meint Thomas Wimmer. Er ist Schlagzeuger der Akustik-Band „E3“, die am Samstag, 28. Oktober, um 21.30 Uhr (Einlass 20.30 Uhr) im Hüttenwerk auftritt. „Back to the roots“ präsentiert die Band um Mark Patrick (ehemaliger Frontmann von „Paddy goes to Holyhead“) ihren Stil aus American Folk gespickt mit Blues-, Westcoast- und Irish Folk-Elementen. Die gelungenen Eigenkompositionen wechseln sich ab mit kreativen Coversongs im E3-Sound.

Der hervorragende vierstimmige Satzgesang ist eine Hommage an alte Klassiker von Poco, The Eagles sowie Crosby, Stills & Nash. Solo-Einlagen gibt es unter anderem Peter Reimer, als Instrumentalist mehrfacher deutscher Rock- und Pop-Preisträger, auf Gitarre und Mandoline. Von diesem einmaligen Musikerlebnis bis zur Moderation: Der Abend nimmt das Publikum mit auf eine akustische Reise – mit den Emotionen und dem Geist, mit den Ohren und den Herzen.

E3 steht dabei für „The Essence Of Emotional Energy“. Die hessische Akustik-Band gilt mit ihren virtuosen Instrumentalisten und gleich vier Solosängern, die auch im Satzgesang hervorragend miteinander harmonieren, als Garant für abwechslungsreiche, unterhaltsame Konzerte auf musikalisch hohem Niveau. E3 sind: Mark Patrick (voc, git), Erhard Koch (voc, b), Thomas Wimmer (dr, perc), Ralf Olbrich (voc, git, sax), Peter Reimer (voc, git, mando) und Gunnar Jürgens (fiddle).