Beerfeldener Mandatsträger wollen den eigenen Windkraft-Flächennutzungsplan statt Regionalplan

Das Meinungsbild war eindeutig: Mit großer Mehrheit verabschiedete die Stadtverordneten-Versammlung die gemeinsame Stellungnahme aller Odenwaldkreis-Kommunen zum Windkraft-Regionalplanentwurf. Sie forderte klipp und klar die Rückkehr zum zusammen erarbeiteten Flächennutzungsplan (FNP), der aber vom Regierungspräsidium abgelehnt worden war. Manche Mandatsträger gingen noch weiter und lehnten wortreich Windkraft im Odenwald in Bausch und Bogen ab.

Der Vorsitzende des Haupt- und Finanzausschusses, Erwin Körber (SPD), skizzierte die dortigen Beratungen. Im Regionalplan seien 21 Flächen für Windkraft ausgewiesen, was 3,9 Prozent der Kreisfläche bedeute. Im eigenen FNP waren es aber nur acht und 1,61 Prozent. Er kritisierte dessen Ablehnung durch das RP, obwohl es zuvor eine einvernehmliche Zusammenarbeit gegeben habe.

Wie Körber erläuterte, wolle man eine Konzentration der Windräder auf möglichst zusammenhängende Flächen erreichen. Er wies darauf hin, dass ohne den Regionalplan – und den Einspruch dagegen – das weitergehende Baugesetzbuch greife, was ein „Riesenproblem“ bedeute. „Dann sind wir die Dummen.“

In seiner Eigenschaft als SPD-Fraktionsvorsitzender sagte Kröber, dass es um rechtssichere Vorgaben gehe. Nicht um die Sinnhaftigkeit der Windenergie, „da hat jeder eigene Vorstellungen“. Dem Regionalplanentwurf „können wir überhaupt nicht zustimmen“, betonte er. Allerdings ist ihm bewusst, „dass es ganz ohne Windkraft nicht geht“.

So ganz glücklich war Körber nicht, dass mit dem Verweis auf den FNP auch die Sensbacher Höhe wieder mit Plan ist. „Aber der Regionalplan sieht vier zusätzliche Gebiete in der Oberzent vor“, sagte er. Wenn man sich 2015 dafür entschieden habe, „dann sollten wir uns auch dran halten“. Das Gebiet „Meisenberg“ auf Wald-Michelbacher Gemarkung lehne man ab, weil es zu nah an der projektierten Vorrangfläche bei Olfen sei.

Elisabeth Bühler-Kowarsch (Grüne) wies darauf hin, „dass der Bau von Windrädern kein Selbstzweck ist“. Es gehe nach wie vor darum, den Ausstieg aus der Atomenergie zu gestalten. Man habe den FNP immer als Kompromiss angesehen und halte daran fest. „Wir sind dafür, bestimmte Vorranggebiete auszuweisen und dort die Windkraftnutzung zu konzentrieren“, hob sie hervor.

Für die ÜWG betonte Klaus Seeh in einer Stellungnahme, dass „eine Überfrachtung mit Windrädern im Süden des Odenwaldkreises“ unbedingt verhindert werden müsse. „Die Höhenzüge sollen in ihrer Kulisse frei bleiben, ebenso die Umgebung von Denkmälern“. Insgesamt, sagte er, „halten wir die Windkraft im Odenwald für absolut überflüssig.“ Die Energiewende müsse im Gegenteil wesentlich innovativer und bürgerverträglicher gestaltet werden.

Ein Durchschnitt von 1,6 Prozent der Kreisfläche sei zu hoch, „wenn diese überwiegend der Südkreis bereitstellen soll“. Noch höhere Flächenanteile, wie vom Gesetzgeber gefordert, „halten wir für völlig überzogen“. Für die CDU betonte Walter Gerbig, „der Flächennutzungsplan der Kreiskommunen hat für uns weiterhin Priorität“. Es behebe nicht das Problem, „den Kopf in den Sand zu stecken“ und keine Stellungnahme abzugeben.

Schwere Geschütze fuhr für die FDP Frank Leutz auf. Seine Fraktion gehörte zusammen mit je einem Vertreter und SPD und Grünen zu den sechs Ablehnenden der gemeinsamen Stellungnahme. Leutz sah jedes Windrad im Odenwald als „ein Verbrechen an Mensch und Natur“. Es zerstöre ohne Nutzen funktionierende, schützenswerte, ökologische Systeme. Er kritisierte, dass mit dem Verweis auf den FNP nun auch wieder die Sensbacher Höhe in den Fokus rücke.

Wie der Fraktionssprecher sagte, könne „eine ernstzunehmende Gesundheitsgefährdung“ durch Windräder „nicht mehr mit altbewährter Arroganz negiert werden“. Er erwähnte in diesem Zusammenhang Luft-, Infra- und Körperschall. Der Handel mit Kohlendioxid-Zertifikaten ist seiner Meinung nach viel effektiver, um den Ausstoß des klimaschädlichen Gases zu verhindern. Leutz kündigte an, in Zusammenarbeit mit Bürgerinitiativen eine eigene Stellungnahme beim RP abzugeben.

 

Gemeinsame Stellungnahme

Die Kreiskommunen profitieren von der regionalen Wertschöpfung ihres Tourismus mit kulturlandgebundener Erholung. Sie lehnen daher den TPEE in der vorliegenden Gesamtflächenbilanz wegen überproportionaler Raumbelastung mit 3,9 Prozent der Odenwaldkreisfläche ab und fordern im Sinne des Gegenstromprinzips die Zurücknahme der Ausweisungsflächen für Windenergieanlagen im Odenwaldkreis auf die abgewogenen acht Flächen des gemeinsamen Flächennutzungsplan für den sachlichen Teilbereich Windenergie mit 1,61 Prozent der Kreisfläche.

 

25. Rock im Klosterhof mit First Echo und Art Donuts findet am 23. Juni in Hirschhorn statt

Das silberne Jubiläum steht an: Zum 25. Mal veranstaltet die Katholische Kirchenmusik Hirschhorn am Freitag, 23. Juni, den alljährlichen Rockevent „Rock im Klosterhof“ – mit neuen, tollen Bands, die Musik für jedermann im Gepäck haben. Einlass ist um 19 Uhr, Beginn um 19.30 Uhr. Karten kosten an der Abendkasse zwölf Euro.

Als Topact spielen die „Art Donuts“, eine sechsköpfige Formation, die sich dem Rock, Pop und Soul der 70er, 80er und 90er Jahre verschrieben hat. Aber auch topaktuelle Hits aus den Charts sind im Programm. Bei verschiedenen Auftritten in Heidelberg, Rauenberg, Wiesloch und Walldorf wurde die Band mit besten Kritiken gelobt. Mit Frontfrau Indra Wahl ist die Gruppe bestens im Gesangsbereich aufgestellt. Sie bildet mit ihren weiteren fünf Bandkollegen eine ausgereifte, tolle Einheit.

First Echo nennt sich die 2015 gegründete Support-Band von vier Musiker aus Heidelberg und Umgebung. Musikalisch verbinden sie rauen Thrash Metal der 80er Jahre mit modernem Progressive Metal, variieren dabei Taktarten und spielen selbstbewusst mit mehrstimmigen Gitarrenriffs. Fans von Metallica bis Dream Theater kommen definitiv auf ihre Kosten und sollten sich dieses lang gereifte Debüt keinesfalls entgehen lassen.

Info: http://www.rock-im-klosterhof.de

Kochen ist auf seiner Insel einfach eine Pracht: Mit seiner Meister-Kochinsel gewann Daniel Pracht aus Falken-Gesäß den Bad Wildunger Designpreis

Mit seiner Kochinsel hat er in Fachkreisen für Aufsehen gesorgt. Dabei ging es Daniel Pracht von der gleichnamigen Schreinerei im kleinen Beerfelder Ortsteil eigentlich erst einmal darum, im Rahmen seines Meisterkurses eine Idee fürs eigene Zuhause praktisch in die Tat umzusetzen. Der 31-Jährige hatte nicht damit gerechnet, dass er damit gleich den renommierten Bad Wildunger Designpreis gewinnen und extrem positives Feedback bekommen würde. Jetzt sammelt er Anregungen, damit das gute Stück in Serie gehen kann.

Eine Kochinsel wollte der Schreinermeister schon länger für seine Wohnung bauen. Als es im vergangenen Jahr darum ging, die 2011 begonnene Ausbildung zum Schreiner mit dem Meistertitel abzuschließen, kam der Gedanke als Meisterarbeit wieder ins Spiel. „So konnte ich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen“, lacht er. Dabei hat Pracht durchaus den Anspruch an sich selbst: „Wenn ich was baue, dann soll es auch etwas Gescheites sein.“

In dem halben Jahr an der Meisterschule entwickelte der Schreiner seine Idee weiter und verfeinerte sie. Dass sie so einschlagen würde, vermutete er selbst nicht. „Bis vor sechs Wochen dachte ich nicht im Traum daran, die Kochinsel zu verkaufen“, gesteht Pracht. Die Schablonen hatte er sogar schon entsorgt. Aber die „super Rückmeldungen“ nach der Ausstellung sorgten für ein Umdenken.

Den letzten Anstoß gab der Maimarkt, wo die Kochinsel ebenfalls aufgebaut war. Als die Besucher stehen blieben und staunten, „war klar, dass ich mir die Chance nicht entgehen lasse“. Design und technische Lösung wurden urheberrechtlich geschützt. Eigentlich, sagt Pracht, ist seine Kochinsel „eine vollwertige Küche“. Denn sie fungiert neben der Möglichkeit zur Essenszubereitung auch als Ess- oder Stehtisch. Der Komplex ist stufenlos höhenverstellbar. Ein Induktionskochfeld ist ebenso ausziehbar wie fünf Massivholzschubkästen für iPad, Messer, Gewürze oder Schneidbrett.

Wie geht es nun weiter mit dem 21.000 Euro teuren Meisterwerk unter dem Arbeitstitel „Square“? „Ich habe die Kochinsel zu verschiedenen Designpreisen angemeldet“, erläutert Daniel Pracht. Außerdem baut er sie als Demonstrationsobjekt in einer zum Verkauf stehenden, exklusiven Frankfurter Penthouse-Wohnung am Messeturm auf. Parallel dazu wird eine Marketingstrategie erarbeitet. Ihm ist wichtig, dass die Produktion im Odenwald stattfindet und „wir hier gut bezahlte Arbeitsplätze schaffen“.

Der Preis kommt nicht von ungefähr zustande, betont der 31-Jährige. „Alles daran ist quasi Handarbeit.“ Bis auf die Aussparung für die Herdplatte, die auf der Maschine gefertigt wird. Drei Wochen lang wird an einem Exemplar gefeilt. Sein Ausstellungsstück hat die Maße 1,32 auf 1,32 Meter, „aber man kann die Kochinsel in allen Größen bauen“. Auch sind zahlreiche Materialformen und -farben sowie Holztypen möglich. Mit diesen Dimensionen ist das besondere Stück laut Pracht vor allem für beengte Bereiche wie kleinere Stadtwohnungen oder Yachten passend.

Obwohl Daniel Pracht den Geruch von Holz und Sägespänen quasi schon mit der Muttermilch aufgesogen hatte, war überhaupt nicht absehbar, dass er einmal in den elterlichen Betrieb einsteigen würde. Im Gegenteil. „Nach der Schule wollte ich Pilot werden“, schmunzelt er. Denn schon in den Jugendjahren war er bei den Vielbrunner Segelfliegern aktiv. Doch schon während der Bewerbung merkte er: „Das ist nichts für mich.“ Wie auch das anschließende Physikstudium ihm viel zu theoretisch war.

„Ich wollte was Handfestes machen“, besann sich Pracht dann doch auf seine Wurzeln. Und klopfte sozusagen auf Holz. Er wollte eine Arbeit, bei der man „etwas bewegen und umsetzen kann“. Dafür war natürlich der elterliche Betrieb wie geschaffen. Und so überzeugt, wie der heute 31-Jährige seine Motivation schildert, kann man kaum glauben, dass er jemals mit einem anderen Berufswunsch liebäugelte. Pracht ist voll in dem Thema drin, wenn er von seiner Auffassung von Mitarbeiterführung und -motivation spricht, wie sich ein Handwerksbetrieb in der heutigen Zeit für die Zukunft aufstellen soll.

 

 

Schreinerei Pracht

Derr 31-jährige Daniel Pracht ist mit dem Schreinerberuf des elterlichen Betriebs seit Kindesbeinen an vertraut. Schon seit 60 Jahren gibt es die Firma, inzwischen in dritter Generation. Im Wohnhaus am Postweg in Falken-Gesäß ist gleichzeitig auch das Büro untergebracht, es geht beengt heimelig familiär zu.

Gleich neben dem Eingang hat Seniorchef Helmut Pracht seinen Schreibtisch stehen, der Blick nach vorn geht auf zwei Computer mit dem gesammelten Firmenwissen. 16 Mitarbeiter zählt die Schreinerei heute, davon allein vier aus der Familie. Sein Bruder hat gerade im ersten Lehrjahr die Ausbildung zum Schreiner begonnen.

„Die Arbeit soll erfüllen: Das geht nur zusammen“, betont Daniel Pracht. Ihm schweben für die Zukunft Komplettlösungen für Innenausbauten vor, bei denen die Schreinerei als eine Art Kompetenzzentrum mit vielen Spezialisten unter einem Dach fungiert. Dies immer mit dem Anspruch, dass Mitarbeiter und Kunden gleichermaßen zufrieden sind.

Hessenecker Haushalts-Defizit ist konform mit dem Schutzschirmvertrag

Das Defizit im ordentlichen Ergebnis des Hessenecker Haushalts geht kontinuierlich nach unten. Waren es 2015 im Plan noch 120.000 Euro Miese (und im Ergebnis minus 96.000 Euro), so dank diese Zahl 2016 schon auf 85.000 Euro. Der Haushaltsplan für 2017 sieht noch eine Unterdeckung von knapp 58.000 Euro vor. Diese Zahlen legte Bürgermeister Thomas Ihrig zusammen mit Tina Bartmann vom Kommunalservice Oberzent der Gemeindevertretung vor.

Nach den einleitenden Worten des Bürgermeisters erläuterte Bartmann, dass der ausgewiesene Fehlbetrag noch im Rahmen des im Schutzschirmvertrag vereinbarten Abbaupfades liege. Dieser lasse für 2017 ein Defizit von knapp 60.000 Euro zu. Der Gesamtbetrag der Kredite für Investitionen werde auf etwa 138.000 Euro festgesetzt, sagte sie. Davon sind 63.660 Euro für Darlehen im Rahmen des kommunalen Investitionsprogrammes (KIP) gedacht.

Diese Gelder werden für verschiedene Maßnahmen verwendet: etwa den Austausch der Ölheizung mit Baujahr 1986 im Sporthaus Kailbach durch eine Öl-Brennwertheizung sowie der vorhandenen Öltanks aus 1972. Gleiches geschieht mit der Ölheizung im Dorfgemeinschaftshaus Hesselbach. Die Pflasterung der bisher asphaltierten brüchigen Hoffläche vor dem Feuerwehrgerätehaus Kailbach und die Erweiterung zur Verbesserung der Standplatzsituation sind bereits erfolgt. Pauschalmittel werden verwendet für Unterhaltungs- und Instandhaltungsarbeiten auf den drei Spiel- und zwei Bolzplätzen sowie dem Sportplatz der Gemeinde.

Der Höchstbetrag der Kassenkredite wurde auf 850.000 Euro festgesetzt. Obwohl in letzter Zeit laut Bartmann maximal 750.000 Euro erforderlich waren, soll der Betrag zur Sicherung der Liquidität etwas erhöht werden. Dies auch vor dem Hintergrund, dass die Investitionsmaßnahmen eventuell für einen gewissen Zeitraum vorfinanziert werden müssen, bis die entsprechenden Einnahmen aus Zuschüssen und Darlehen eingebucht werden können.

Die größten Einnahme-Verbesserungen sind der KSO-Mitarbeiterin zufolge bei den Produkten Abwasserbeseitigung (17.600), Wasserversorgung (17.500) und kommunale Forstwirtschaft (7300 Euro) zu finden. Die größten Verschlechterungen ergeben sich ihren Worten nach bei den Produkten Finanzen/KSO und Zahlstelle (7000), Kindertagesstätte (13.000) sowie Dorferneuerung und Städtebauförderung (5700 Euro).

Ein Defizit von 72.000 Euro ergibt sich bei der Kindertagesstätte. Wie Bartmann erklärte, rechne man aufgrund der derzeitigen Anmeldungen mit einem Gebührenaufkommen von 6200 Euro. An Landeszuweisungen werden 19.500 Euro kalkuliert. „Die tatsächlichen Kosten waren bereits 2016 deutlich höher als der Ansatz“, sagte sie. In der Summe ergebe sich ein Anstieg des Defizits um 13.000 Euro.

Die Einnahme-Verschlechterung bei Steuern, allgemeinen Zuweisungen und Umlagen ergibt sich vor allem aus dem Wegfall der ursprünglich geplanten Zweitwohnungsteuer, erläuterte Bartmann den Gemeindevertretern. Dazu kommen die Verminderung der Gewerbesteuer sowie die niedrigere Auflösung der Sonderposten aufgrund der Verminderung der Investitionspauschale ab 2016.

Dagegen haben sich die Erträge und Aufwendungen im Rahmen des kommunalen Finanzausgleichs (KFA) positiv entwickelt, sagte sie. Hier ergebe sich gegenüber den Ansätzen des Vorjahres eine Verbesserung von etwa 40.000 Euro. Grund hierfür sei unter anderem eine erneute Steigerung bei der Schlüsselzuweisung um 15.000 Euro. Aber auch die anderen Steuer- und Umlageeinnahmen stiegen. Allerdings erhöhten sich auch die Umlagen um 28.000 Euro. Im Saldo verbleibe somit aus dem KFA ein Plus von rund 12.000 Euro.

Aufgrund der Fusion der Oberzent-Kommunen zum 1. Januar 2018 wurde bei der Finanzplanung ab 2018 in Bereich der Inneren Verwaltung eine pauschale Entlastung in Höhe von etwa 60.000 Euro eingestellt, sagte sie. Diese sei Bestandteil der Schutzschirmvereinbarung mit dem Land Hessen gewesen „und tritt durch die Umsetzung der Fusion nunmehr auch tatsächlich ein“.

Hessenecker Haushaltsplan 2017

Ergebnishaushalt: Gesamtbetrag der Erträge 1,4 Millionen, Aufwendungen 1,46 Millionen, Fehlbetrag ca. 58.000 Euro.

Finanzhaushalt: Saldo Einzahlungen und Auszahlungen aus laufender Verwaltungstätigkeit minus 15.700 Euro, Zahlungsmittelbedarf 88.700 Euro.

Grundsteuer A und B sowie Gewerbesteuer: 380 v. H.

Fördermittel von Bund und Land ermöglichen Sporthallen-Sanierung in Sensbachtal

Hinter zwei Arbeitsmappen mit dem Hessen-Wappen obendrauf verbarg sich eine erkleckliche Summe Geld: Förderbescheide in Höhe von 123.000 Euro aus dem kommunalen Investitionsprogramm (KIP) hatte Staatssekretär Thomas Metz mit nach Sensbachtal gebracht, um sie dort Bürgermeister Egon Scheuermann und der Ersten Beigeordneten Jutta Haas zu überreichen. Zugute kommt das Geld der sanierungsbedürftigen Sporthalle.

Die wurde laut Scheuermann Ende der 1960er Jahre mit viel Eigenleistung gebaut. Hauptnutzer ist der örtliche TSV, aber auch die Grundschule ist des Öfteren mit ihren Aktivitäten vertreten. Außerdem wird die Halle für kulturelle Veranstaltungen genutzt. Denn sie ist der einzige Raum in der Gemeinde, der Platz für bis zu 200 Personen bietet. „Sonst haben wir in den Ortsteilen nur kleinere Kapazitäten“, sagte er.

Die Renovierung mit Hilfe von Zuschüssen war laut Scheuermann schon einmal in den Jahren 2009/10 angedacht. Doch die finanziellen Mittel reichten damals nicht aus, erläuterte er. Damals wurde dann ein Fahrstuhl ans Gemeindezentrum angebaut. Dessen Nutzung durch Vereine und die ältere Bevölkerung habe im Anschluss auch stark zugenommen, freute sich der Bürgermeister über die erfolgreiche Maßnahme.

Das aktuelle KIP-Programm kommt dem kleinen Ort mit seinen 950 Einwohnern und schmalem Geldbeutel „sehr gelegen“, um die Sanierung nun doch anzugehen. Denn trotz „nicht so üppiger Finanzmittel“ muss die Infrastruktur in Schuss gehalten werden. An der Sporthalle gibt es so einiges nach 50 Jahren auf Vordermann zu bringen. So ist sie noch mit Glasbausteinen ausgestattet, ist die Beleuchtung von anno dazumal oder die sanitäre Ausstattung auf dem Stand Ende der 60er. „Es gibt noch die Druckspender in den Toiletten“, schmunzelte der Bürgermeister.

Metz bezeichnete die Ertüchtigung der Sporthalle als „klassische Maßnahme aus dem KIP“. Das Programm sei mit einer Milliarde Euro ausgestattet, erläuterte der Staatssekretär im hessischen Justizministerium. Ein Drittel davon seien Bundesmittel, das restliche Geld wurde vom Land aufgestockt. Hintergrund: Alle Gemeinden und Landkreis sollen davon profitieren.

Damit könne man eine relativ große Bandbreite von Maßnahmen abdecken, die von den Gemeinden vorgeschlagen werden, so Metz. Denn die Kommunen „wissen am besten, wo der Schuh drückt“. Wenn in Sensbachtal diese „zentrale Einrichtung des öffentlichen Lebens“ nicht saniert werde, „geht es nicht weiter“, betonte der Bensheimer.

Er hatte zwei Förderzusagen im Gepäck. Gleichzeitig, hob er lächelnd hervor, seien die Mittel durch die WI-Bank bereits freigegeben. Bei einer Gesamtinvestition von 196.000 Euro beläuft sich Metz zufolge die Förderung inklusive Tilgungsübernahme und Zuschüssen mit 123.000 Euro auf etwa zwei Drittel der Summe. Scheuermann hob hervor, dass ohne die Inanspruchnahme beider Programme die Maßnahme gar nicht möglich gewesen wäre. Während es bei den Landesmitteln vorrangig um die energetischen Maßnahmen ging, „wäre das Drumherum ohne den Bundeszuschuss nicht machbar“.

In diesem Jahr wird die Sanierung noch nicht anlaufen können, sagte der Bürgermeister. Wenn alles klappt, soll sie in den Sommerferien 2018 stattfinden. Zuerst will man ermitteln, welche technischen Möglichkeiten am sinnvollsten angewandt werden. Dann geht es laut Scheuermann darum, Ideen zu sammeln, inwieweit eine Sanierung zusammen mit Maßnahmen am Gemeindezentrum sinnvoll ist. Denn hierfür sollen Mittel aus dem Dorfentwicklungsprogramm Verwendung finden.

Fürs südliche Dach der Sporthalle ist darüber hinaus eine Photovoltaikanlage im Gespräch. Da die Hallennutzung aber eher abends geschieht, will man schauen, ob damit der Strombedarf in der Gemeindeverwaltung abgedeckt werden könnte. Die Beleuchtung soll auf LED umgestellt werden. Zwecks Heizung schaut Sensbachtal nach Rothenberg, wo die Sporthalle eine Deckenstrahlerheizung erhielt. Diese Art der Wärmeerzeugung will man prüfen, ob sie gegenüber der traditionellen Heizmethode Vorzüge hat.

500 Vereinsmitglieder bei 950 Einwohnern: „Wir sind in punkto Vereinsleben sehr gut aufgestellt“, betonte Sensbachtals Bürgermeister Egon Scheuermann die Notwendigkeit einer zentralen Halle für deren Aktivitäten. Als Dachverband fungiert „Sensbachtal aktiv“. Dieser koordiniert alle Veranstaltungen und richtet den Weihnachtsmarkt aus. Dessen Erlös wird für gemeinschaftliche Anschaffungen verwendet. Wie etwa den Anbau an die Sporthalle, wo Bar und Bierbankgarnituren untergebracht sind, die allen Vereinen zur Verfügung stehen. Deren Jugendarbeit lobte der Rathauschef als „sehr engagiert“. Die Bindung ans örtliche Leben „ist auf dem Dorf nach wie vor gegeben“.

600 Jugendfeuerwehrleute des Odenwaldkreises kommen in Rothenberg zusammen

Vom Freitag, 30. Juni, bis zum Sonntag, 2. Juli, findet der Kreisjugendfeuerwehrtag der Jugendfeuerwehren des Odenwaldkreises in Rothenberg statt. Rund um die Sporthalle werden sich etwa 600 Kinder und Jugendliche mit ihren Betreuern einfinden, um drei ereignisreiche und spannende Tage in einem großen Zeltlager zu verbringen.

Ihnen werden in diesen Tagen verschiedene Workshops und Turniere angeboten. Unter anderem finden neben Fußball- und XXL-Kicker-Turnier zahlreiche Workshops wie zum Beispiel Mountainbiken, Modellfliegen oder Geocaching statt. Ebenso messen sich die Jugendlichen beim jährlich stattfindenden Bundeswettbewerb in Schnelligkeits- und feuerwehrtechnischen Übungen, um den Kreissieger zu ermitteln.

Außerdem findet am Samstag, 1. Juli, ab 14 Uhr unter dem Motto „Old meets young“ das Veteranentreffen der Alterskameraden aus den Odenwälder Feuerwehren statt. Hierzu werden etwa 450 ehemalige Brandschützer der Ehren- und Altersabteilungen in der Sporthalle erwartet. In diesen drei Tagen kann es in der Umgebung des Zeltplatzgeländes rund um die Sporthalle etwas lauter werden, bitten die Rothenberger Wehrleute um das Verständnis der Anwohner.

Ab Donnerstag, 29. Juni, bis Sonntag, 2. Juli, gilt außerdem eine Einbahnstraßenregelung. Ab Höhe Landwehrstraße 25 bis zur Kreuzung Sonnenweg/Gammelsbacher Weg wird der Verkehr nur in eine Richtung möglich sein. Dies wird dementsprechend ausgeschildert. Zu diesem Festwochenende sind alle Mitbürger einladen, die Aktivitäten der Odenwälder Jugendfeuerwehren zu besuchen. Für das leibliche Wohl ist seitens der Rothenberger (Jugend-)Feuerwehr bestens gesorgt.

Viele Radler bei herrlichem Wetter zwischen Rothenberg und Beerfelden unterwegs

Volles Haus auf dem Rothenberger Metzkeil. Das herrliche Wetter bescherte dem Familien-Inliner- und Radtag auf der L 3410 zwischen den beiden Oberzent-Gemeinden einen großen Andrang. Etliche Mountainbiker, Freizeit- und Rennradler machten sich auf die etwa acht Kilometer lange Strecke. Inliner bilden inzwischen nur noch eine Randgruppe. Jeweiliger Ziel- und Startpunkt war in Beerfelden am Parkplatz „Deltaparcours“ und in der Rothenberger Ortsmitte am Metzkeil.

Zum 13. Mal stellten beide Orte die an diesem Tag für den Autoverkehr gesperrte Straße der Bevölkerung zur Verfügung. Auch aus dem Tal kamen viele Radler, die sich zuerst den Berg hinauf abstrampelten, um dann kilometerlang die zwei Räder ohne große Anstrengungen einfach laufen zu lassen. Die Kinder hatten ebenso ihren Spaß, endlich mal Fahrrad fahren zu können, ohne dass gleich wieder ein paar Höhenmeter zu bewältigen waren.

Die fast ebene Strecke, die durch einen der landschaftlich reizvollsten Teil des Odenwalds führt, eignet sich besonders gut für Familien mit Kindern, die stressfrei einen bewegungsreichen Sonntag erleben wollen. Denn ansonsten ist es schwierig, in der Oberzent eine längere Straße zu finden, auf der man sich ohne Autoverkehr in Ruhe fortbewegen kann. In Beerfelden übernahm der SV Gammelsbach und in Rothenberg der Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVR) die Bewirtung.

Für den VVR ist es der größte Event im Jahreslauf, etliche Helfer sind ab 8 Uhr morgens im Einsatz. Pünktlich zur Mittagszeit bildeten sich kleine Schlangen an den verschiedenen Ständen. Das stete Kommen, Gehen und Fahren zauberte nach der Anstrengung ein Lächeln auf die Gesichter der Vereinsmitglieder. Denn der Erlös fließt in die Vereinskasse und wird unter anderem für die Instandhaltung der Ruhebänke und Schutzhütten verwendet.

Natürlich bilden ebenso immer die Einheimischen eine feste Bank unter den Besuchern. Die kommen auch ohne zweirädrigen Untersatz vorbei und essen an einer der Buden zu Mittag, nutzen das große Kuchenbüffet und trinken gemütlich ihren Kaffee. Das Angebot war denn auch reichhaltig genug. Inliner-Pfanne mit Geschnetzeltem und Gemüse als eher deftige Kost oder Waffeln und Eis für die Schleckermäuler fanden einen guten Absatz.

Neben dem Bierwagen mit der flüssigen Nahrung hatte der VVR einiges aufgeboten, damit die Teilnehmer am Aktionstag gut gesättigt wieder zurück nach Beerfelden radeln – oder einfach ein paar Straße weiter nach Hause gehen – konnten. Schattenplätze waren heiß begehrt, als die Sonne nach dem Mittag immer kräftiger vom Himmel brannte. Eilends wurden Tische und Bänke herbeigeschafft, damit die große Besucherzahl ein lauschiges Plätzchen finden konnte. Spätestens auf der Rückfahrt Richtung Beerfelden spendete dann der Wald wieder Schatten.

Die Radler waren eindeutig in der Überzahl. Nur vereinzelt ließ sich noch ein Inline-Fahrer ausmachen. Diese frühere Trendsportart hat scheinbar immer weniger Anhänger. Für den Verkehrs- und Verschönerungsverein bedeutete die Bewirtung keinen großen Aufwand im Vorfeld. Nur die Wurstbude werde schon am Vortag aufgestellt, „der Rest läuft morgens zwischen 8 und 10 Uhr“. 30 Mitglieder und Freuende in zwei Schichten sind den Tag über aktiv, um die Gäste zu bewirten.

Die touristische Bedeutung der Veranstaltung für die Höhengemeinde ist laut dem Gemeindevertreter-Vorsitzenden Horst Schwinn nicht zu verachten. „Viele kommen aus Erbach oder Michelstadt“, weiß er. Auch Richtung Neckartal macht der Event Rothenberg bekannt. Denn auf der ebenen Strecke auf 400 Metern Höhe lassen sich die Vorzüge der Region mit schönen Waldstrecken und tollen Ausblicken bestens genießen. „Wo kann man in der Oberzent völlig ohne Autoverkehr sonst so schön radeln“, sagte er.