Stolz, aber auch ein wenig enttäuscht: Stella Stegmann wurde bei Miss-Mermaid-Germany Zweite

„Ich bin stolz auf meine Leistung, aber jetzt trotzdem bisschen enttäuscht“, sagt Stella Stegmann über ihre Teilnahme am Miss-Mermaid-Germany-Wettbewerb im ägyptischen Hurghada. Die 21-Jährige aus Olfen, derzeit Studentin in München, rechnete mit ihrem Sieg bei der Meerjungfrauen-Entscheidung, wurde aber ihrem Eindruck nach auf der Cat-Walk-Zielgeraden von Paulina Pläger aus Frankfurt noch an der Schwanzflosse gepackt und an Land geworfen, sodass es nur zum zweiten Platz reichte.

„Ich habe überall eine super Performance an den Tag gelegt“, erzählt Stella selbstbewusst. Sie kann ihre Enttäuschung kaum verbergen, „da auch sehr viele Mädels mit meinem Sieg gerechnet haben“. Bekannt waren den Teilnehmerinnen jedoch zunächst nur die Punkte, die sogenannten „Mermaid-Parts“. Hier holte sie bei der Long-Distance-Competition und beim Unterwasser-Posing die volle Punktzahl.

Paulina, dieses Jahr dritte beim Miss-Hessen-Wettbewerb, war unter Wasser nicht besonders herausragend, meint die 21-Jährige. „Sie selbst hatte auch nicht mehr mit dem ersten Platz gerechnet.“ Bei der Jury sei die Frankfurterin jedoch beim Catwalk, dem „Miss-Part“, sehr gut angekommen. „Mir ist gleichzeitig klar: Das ist natürlich Typ-Sache und subjektiv“, weiß Stella. Dritte wurde Sarah Milka aus Kassel.

Die Olferin hatte anfangs „wirklich das Gefühl, dass es eher um sportliche Leistung geht“. Jetzt, im Rückblick, kommt ihr der Mermaid-Wettbewerb doch mehr wie eine „ganz normale“ Miss-Wahl vor. „Das finde ich schade und etwas enttäuschend“, sagt sie. Im Laufe der zwei Wochen wurden immer wieder Schärpen für bestimmte herausragende „Perfomances“ vergeben. „Ich hatte ich die Ehre, für die meisten nominiert zu werden“, freut sich die 21-Jährige: Die für „Best Behaviour“ gewann sie auch.

Eine tolle Erfahrung war die Teilnahme definitiv, betont Stella. „Ich habe alle Mermaids und das ganze Team sehr ins Herz geschlossen.“ Mit vielen wird sie weiterhin Kontakt pflegen und ist sich sicher, „dass ich sie irgendwann mal wieder treffen werde“. Die zwei Wochen im Hotel Baron Palace Sahl Hasheesh Hurghada waren für die junge Frau ein wertvolles Erlebnis. „Auch die Fotografen sind wertvolle Kontakte, wenn man sich im Modelbusiness ein kleines Netzwerk schaffen will“, hebt sie hervor. Denn sie fing bereits mit 13 Jahren an zu modeln.

Prinzipiell fiel ihr jede Disziplin nicht schwer, freut sich die Olfenerin. Am meisten Gedanken machte sich beim Mermaid-Part, „denn dort wollte ich definitiv glänzen“. Ihr war aber gleichzeitig klar, dass sie sich keine Sorgen machen musste. „Denn ich bin die geborene Meerjungfrau“, lächelt sie aufgrund ihrer Schwimmkünste, die sie die Long-Distance-Competition mit 75 Metern unter Wasser gewinnen ließen.

Auf der Bühne „kommt bei mir das Meiste ohne nachdenken ganz natürlich“, weiß die 21-Jährige: das Lächeln, das Laufen und dabei – sehr wichtig – selbstbewusst wirken. Stella machte sich ebenfalls sehr viele Gedanken über ihre Outfits, „denn darauf kommt es schließlich auch an“. Die drei Gewinnerinnen erhalten Preise wie etwa ein Kleid des indischen Designers Mohan. Außerdem werden die Mermaids für Veranstaltungen gebucht.

„Die Tage vergingen wie im Fluge“, schildert die junge Frau ihren Aufenthalt. Neben Tagesausflügen wie zur Makadi Water World, Quad fahren, Kamele reiten oder eine Bootstour gab es auch viele Fotoshootings. Es wurden für das Hotel Bilder gemacht, für Magictail mit der gesponserten Flosse und der Mermaid-Wear, für Mermaid Protector und für den indischen Designer.

„14 Tage mit 40 Mädels zu organisieren ist nicht einfach“, lacht sie. Alle Unternehmungen waren mit enormen Wartezeiten verbunden, was auch mit der Mentalität vor Ort zusammenhing. „Freizeit, in der man wirklich das tun kann, wozu man gerade Lust hat, gab es nur wenig“, bedauert sie. Zurück in Deutschland, „geht der Alltag bei Siemens weiter“, wo sie ein Studium in Business Administration absolviert.

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Hits der Neuzeit im Sound der 50er Jahre von der Rockabilly-Band „The Riwwels“

„Unsere Herkunft ist so verstreut wie unser Musikgeschmack“, lächelt Gitarrist Manuel Jörg. Wobei die räumliche Nähe noch eher gegeben sein dürfte als die musikalische. Denn alle Mitglieder der Rockabilly-Band „The Riwwels“ kommen aus dem Odenwald. Der Name entstammt der Urform „Merwes und die Riwwelkuche“. Nach einigen Personaländerungen ist das Beste vom Riwwelkuche übrig geblieben, schmunzelt der aus Frankfurt nach Hering (Otzberg) zugezogene: eben „The Riwwels“.

Seine Kollegen zeigen die ganze Vielfalt des Odenwaldkreises. Dirk Allman (Kontrabass/Vocals) kommt aus Vielbrunn, Bernd Heimer (Piano/Akkordeon) ist in Breuberg zuhause, Rainer Rapp (Drums) in Sandbach und Sängerin Judith Weimar, die auch Saxophon spielt, nennt den Brombachtaler Ortsteil Birkert ihre Heimat – ein sehr musikalisches Dorf, denn dort wohnen auch zwei Mitglieder der Depeche-Mode-Coverband „Depeche Reloaded“.

Ziel der Bandgründung war es laut Jörg, „sich aus der großen Menge der Musikschaffenden abzuheben und trotzdem eine breite Gruppe an Leuten anzusprechen“. Dabei war den Riwwels die kreative Komponente besonders wichtig, um nicht nur bekannte Lieder möglichst originalgetreu nachzuspielen, sondern sie mit eigener Note zu interpretieren, betont der Neu-Heringer. Kreativität sollte zum festen Bestandteil des Repertoires werden. Gesagt, getan.

Da Dirk Allmann Brian Setzer, Louis Prima und Bill Haley schon als Jugendlicher an der Wand hängen hatte und Rainer Rapp „bereits mit pomadisierter Tolle auf die Welt gekommen ist“, war die Idee naheliegend, Hits der Neuzeit in den Sound der 50er zu transportieren. „Rockabilly reißt mit seinem Groove, seinem Sound und seiner flockigen Leichtigkeit alle Generationen mit“, hat er beobachtet.

Gute Laune ist dabei garantiert, stellen die fünf Musiker bei den Konzerten fest. Oft ergreift das Kopfwippen der Zuhörer beim ersten Song mit der Zeit den ganzen Körper und „am Ende gibt es niemanden mehr, der nicht voll mitgeht“. Die Rückmeldungen der Fans sind euphorisch: „Überwältigend“, „überragend“, „vor allem in der Vielseitigkeit unübertroffen“.

Nicht nur für den Gitarristen, auch für den Rest der Truppe hat Rockabilly eine ganz besondere Faszination. Denn das Genre bildet den Grundstein für so viele Musikrichtungen, „dass die Bandbreite, die sich daraus ergibt, schier endlos erscheint“. Das Gerüst bildet ein schneller Blues, erläutert Jörg. „Nimmt man in der Hauptstimme ein paar Sexten dazu, landet man im Country-Feeling und dreht man alternativ den Zerrgrad der Gitarre hoch, wird ruckzuck Heavy Metal daraus.“

Das nennt er auch als Grund, warum sich die fünf, die aus „wirklich allen Bereichen der Musik stammen“, zusammengefunden haben. „Was bei keinem von uns freiwillig aus den Boxen kommt, ist HipHop und Techno“, gibt es eine klitzekleine Einschränkung. Bernd Heimer stand schon in frühester Kindheit auf der Bühne. Er war später an Posaune und Akkordeon in der Bigband der Jugendmusikschule zu hören. Rainer Rapps Schlagkünste liefern außerdem die Rhythmen bei der Partyband „Heimlichgut“, lacht der Gitarrist. Beide haben ihre Heimat im Schlager.

Judith Weimar hat mit ihrer klassischen Gesangsausbildung bei Musicals mitgewirkt. Ihr Organ war in diversen Funk-, Soul- und Rock-Coverbands zu hören, so war sie 15 Jahre bei „Hiptown“ und lange Zeit bei „Next Wave“ aktiv. Dirk Allmann hatte im vergangenen Jahr sein 30. Bühnenjubiläum. Er betourte mit „Billy and the lucky boys“ in den 80/90ern ganz Deutschland. Mit seinem Nebenprojekt „Fistfulofchili“ huldigt er den Red Hot Chili Peppers. Als Toningenieur beim ZDF ist zusätzlich für den guten Klang zuständig.

Manuel Jörg ist überzeugter Heavy-Metaller und hat jahrelang mit seiner ehemaligen Band „Dystonia“ Songs im Stil zwischen Creed, Metallica, StoneSour und Disturbed geschrieben und stand damit schon auf größeren Bühnen wie der Frankfurter Batschkapp. Die (musikalisch) harte Saite lebt der Gitarrist heute in seinem Nebenprojekt „Schobbeschubbe“ aus.

Info: Die „Riwwels“ treten am Samstag, 27. April, um 21 Uhr bei der Groß-Umstädter Musiknacht in der „Goldenen Krone“, Markt 7, auf. Sie bestreiten außerdem am Freitag, 12. Juli, ab etwa 19 Uhr die musikalische Unterhaltung am Eröffnungsabend der Oberzent-Expo während des Beerfelder Pferdemarkt. Mehr unter www.the-riwwels.de

Der Wegwerfgesellschaft entgegentreten: Verein Generation Oberzent startete Repair-Café

„Wir sind mit dem Beginn unseres Projekts Repair-Café sehr zufrieden“, freute sich der Vorsitzende des Vereins Generation Oberzent, Erik Kadesch. Bei dem von Gabi Weber organisierten Treffen wurden stolze 13 Aufträge entgegengenommen. „Fast allen konnte geholfen werden“, so Kadesch im Rückblick. Sieben Fachleute standen im evangelischen Gemeindehaus für die Hilfesuchenden parat. Es wurden unter anderem ein Laptop, eine mechanische Schreibmaschine, ein Wasserkocher oder ein CD-Spieler repariert.

Brigitte Zimmermann aus Beerfelden fand das Angebot sehr gut, sagte sie. Hinter der Aktion steckt der Gedanke „Reparieren statt wegwerfen“. Sie will auf jeden Fall wieder kommen, betonte die Besucherin. Zimmermann half neben Gabi Weber mit, Freiwillige aus Oberzent mit seinen Stadtteilen zu finden, die die Reparaturaufgaben übernehmen. Die Bereiche Elektro, Holz, Nähen und Computer wurden damit vorrangig abgedeckt.

Insgesamt waren über 30 Personen im Gemeindehaus, wobei einige ohne Gegenstände kamen und dort ihren Samstagnachmittag-Kaffee tranken, beobachtete Kadesch. Der Verein begrüßte Besucher aus der Oberzent, aber sogar auch aus Brombachtal und Erbach. Was die Breitenwirkung dieser Idee verdeutlicht. Der gespendete Kuchen der evangelischen Frauenhilfe wurde sehr gerne probiert. „Die Stimmung war sehr gut“, meinte er. Der Verein plant auf jeden Fall eine Fortsetzung des Repair-Cafés in der Oberzent. Es soll etwa drei bis vier Mal jährlich stattfinden.

Den Initiatoren geht es darum, der Wegwerfgesellschaft entgegenzutreten und Ressourcen nicht zu verschwenden. Außerdem soll das Zusammensein in Oberzent gepflegt werden, weshalb auch Bürger gerne willkommen waren, die einfach nur ihn Gesellschaft ihren Kaffee trinken wollten. Wie Weber sagte, bekam sie begeisterte Rückmeldungen aus der Einwohnerschaft, dass dieses Projekt in Angriff genommen wurde. Ähnliche Initiativen gibt es bereits in Hirschhorn und Reichelsheim. Eventuell, erläuterte sie, könnte man auch einen Workshop anbieten, um quasi „Hilfe zur Selbsthilfe“ zu geben.

Wie Kadesch ergänzte, war das Repair-Café eines der angeregten Themen bei der Gründungsfeier des Vereins. „Wir halten es für eine sehr gute Idee“, betonte er. Bis es allerdings an den Start gehen konnte, war eine versicherungstechnische Abklärung notwendig. Weber wies darauf hin, dass die Reparierenden keine Garantie für ihre Arbeit übernehmen. Zu Beginn galt es deshalb auch einen kleinen Fragebogen auszufüllen. Hinter allem steht der Gedanke, in der neuen Stadt miteinander in Kontakt zu kommen.

Thomas Glaser hat bereits in Bensheim einschlägige Erfahrungen gesammelt. Er weiß, dass oft mit einfachen Mitteln geholfen werden kann. Bei einem alten Kofferradio mussten nur die Kontakte geschmiert werden, dann lief es wieder. Oder: „Aus zwei kaputten baugleichen Ikea-Lampen haben wir eine funktionierende gemacht“, schmunzelte er. In Bensheim „wurde der Andrang immer größer“, stellte er fest – je besser die Mundpropaganda wirkte. Glaser war gleich in seinem Element, als es galt, einen Entlüfter wieder instand zu setzen.

Markengeräte, die ein paar Jahre auf dem Buckel haben, sind nach seinen Erfahrungen besser zu reparieren als neuere Elektrogeräte. „Da kommt man teilweise gar nicht mehr richtig dran“, schildert er. Der Fachmann hat einen Tipp für Käufer: Wenn ein Hersteller Ersatzteile anbietet, dann funktioniert auch das Wiederaufarbeiten besser. Saeco, Bosch oder Miele nennt er als Beispiele. Bei Discountern erhältliche Produkte seien leider „oft nur für den einmaligen Gebrauch hergestellt“.

Bei Stefan Roßbach waren die Ratsuchenden richtig, wenn es um alles rund um den Haushalt ging. „Ich mache bei mir im Haus alles selbst“, sagte der gelernte Holzbildhauer. So traut er es sich auch zu, einen Stuhl zu reparieren. Generell machen ihm diese handwerklichen Arbeiten Spaß. „Lieber etwas mit einem geringen Aufwand wieder herstellen, als es in den Müll zu werfen“, betonte er.

Weitere Helfer sind am Waldseebad gerne gesehen

Wenn die Mitglieder des Arbeitskreises Waldschwimmbad einen Wunsch frei hätten, dann würden sie sich eine Sanierung der Beckenwände wünschen. Denn die ist mit Rissen übersät und gerade im unteren Bereich „wasserdurchlässig“ geworden. Kein Wunder, denn das Bad ist bereits weit über 80 Jahre alt. „Wir kriegen das aber natürlich auch mit Ausbessern hin“, betont die Vereinsvorsitzende Ina Bottelberger.

Für sie es nachvollziehbar, dass zuerst die beiden Freibäder in Finkenbach und Hetzbach im Rahmen des „Swim-Programms“ saniert werden. Dier Landesförderung ist aber beim Waldseebad nicht anwendbar. „Beerfelden ist ja nicht vergessen“, betont sie. Außerdem sei hier ja im Vergleich der städtische Bauhof mehr im Einsatz. Solange die Quelle läuft, ist alles in Ordnung. „Mit 25 Leuten jeden Samstag wäre das problemlos machbar“, sagt sie. Aber die hat es eben nicht.

Das Waldseebad verlangt den Mitgliedern des Arbeitskreises regelmäßig im Frühjahr immer viel Arbeit ab. Knapp zwei Monate lang ziehen sich die Einsätze hin, bis die Pforten für die Sonnenanbeter geöffnet werden, die das kühle Quellwasser zu schätzen wissen. Helfer sind immer willkommen, wenn es bis dahin jeden Samstag um 10 Uhr losgeht. Denn es ist ja nicht allein mit der Instandsetzung des Beckens getan – auch das Umfeld will in Schuss gehalten werden.

Alle Jahre wieder seit Gründung des Vereins vor 18 Jahren ist ein umfangreicher Frühjahrsputz notwendig. Laub aus dem Unterholz rausrecheln, Brombeeren zurückschneiden, Bäume stutzen standen beim ersten Treffen an. Das war relativ spärlich besucht, bedauerte die Vorsitzende. „Quasi nur Vorstandsmitglieder mit Familien“ waren dabei. Für die nächsten Einsätze wünscht sie sich mehr Resonanz.

„Wenn jeder, der übers Jahr das Schwimmbad nutzt, einmal mit anpackt, werden die Arbeiten auf viele Schultern verteilt“, hofft Bottelberger auf weitere Unterstützer in den kommenden Wochen. Denn dann müssen im Becken die Löcher ausgebessert und zugespachtelt werden. Das Streichen schließt sich an, denn die Farbe blättert in schöner Regelmäßigkeit ab. Im Mai wird dann gemäht, auch den Maulwurfshügeln rücken die Aktiven zu Leibe. Die „Schlucht“ entlang des Pfads hoch zum Parkplatz an der B 45 wird ebenfalls gesäubert.

Über die Jahre hinweg haben die Ehrenamtlichen immer wieder am Erscheinungsbild gefeilt. Die Terrasse wurde frisch gepflastert, drei Sonnendecks zum Liegen gebaut, ein Beachvolleyball-Feld angelegt, neue Toiletten geschaffen, Zweirad-Parkplätze mit Drainage und Kies hergestellt und die Zufahrt erweitert, damit dort besser geparkt werden kann.

Die vergangene Saison mit dem langen, trockenen Sommer wirkte sich positiv auf die Besucherzahlen aus. „Bestimmt 30 Prozent mehr als 2017“, bilanzierte Kiosk-Pächter Matthias Willenbücher zufrieden. Er hofft natürlich wieder auf eine solch gute Frequenz, die auch dem Oberzent-Haushalt zugutekommt. Denn der Eintritt fließt an die Stadt. Die bezahlt dafür neben dem Material auch die Badeaufsichten, an denen es derzeit für diese Saison noch mangelt.

Die besondere Lage des Waldseebads, das 50 Meter lange Becken, die Liegewiesen, die niedrigen Eintrittspreise und der ungezwungene Charakter haben ihm bis nach Heidelberg, Darmstadt oder in den Kraichgau den Ruf eines Kleinods eingebracht, für das Ruhesuchende gerne auch einmal ein paar Kilometer mehr fahren.

Das frische Quellwasser ist der beste Garant dafür, dass die Abkühlung auch in heißen Sommern garantiert ist. Über 24 Grad steigt die Wassertemperatur nie, selbst wenn draußen die Luft bei fast 40 Grad kocht. 20 bis 22 Grad sind im Sommer normal. Wenn die Saison beginnt, trauen sich einige Unerschrockene auch schon bei 16 Grad in die dann wahrlich kühlen Fluten.

Die vergangenes Jahr wieder eingeführte Zehnerkarte wird es wieder geben, weiß der zweite Vorsitzende Marc Gärtner. Mit der ist dann – im Gegensatz zur Tageskarte – ein zusätzlicher kostenloser Besuch in Finkenbach oder Hetzbach am selben Tag möglich. Die Preise bleiben gleich. So ist dann die Saisonkarte für günstige 35 Euro zu haben.

Info: Regelmäßige Arbeitseinsätze im Beerfeldener Waldschwimmbad finden jeden Samstag (außer 20. April) bis Ende Mai immer ab 10 Uhr statt. Am kommenden Freitag wird das Wasser aus dem Becken abgelassen, am Samstag, 13. April, ist dann das große Schrubben angesagt. Zur Belohnung gibt‘s für die Ehrenamtlichen an diesem Tag Pulled-Pork-Burger. Weitere Helfer sind gerne willkommen. Sie können einfach vorbeischauen. Saisoneröffnung des Waldseebads ist am Freitag, 31. Mai, dem Tag nach dem Brunnenfest. Es werden auch Badeaufsichten gesucht, die sich bei der Vorsitzenden Ina Bottelberger, E-Mail bottelsche@web.de, melden können.

Oberzent-Parlamentarier wollen die Grundsteuer nicht anheben

Grundsteuer-Erhöhung im kommenden Jahr? Nicht mit uns, lautete unisono der Fraktions-Tenor in der gemeinsamen Ausschusssitzung zur Haushaltsplan-Beratung. Die Mitglieder machten deutlich, dass sie dem Haushaltsentwurf der Verwaltung unter diesen Vorzeichen bei der anstehenden Stadtverordneten-Versammlung am Donnerstag, 11. April, nicht zustimmen würden. Dieser sah vor, die Grundsteuer B 2020 um 65 Prozentpunkte auf dann 430 anzuheben. Stattdessen soll die Verwaltung nun Einsparvorschläge machen, um die benötigten 200.000 Euro zum Haushaltsausgleich anderweitig zu generieren.

Der Etatentwurf selbst ging von den drei gemeinsamen tagenden Ausschüssen ohne Beschlussempfehlung an die Stadtverordneten. Ein gemeinsamer Antrag von SPD, CDU und FDP hatte sich des Themas angenommen. SPD-Fraktionsvorsitzender Thomas Ihrig, ergänzt von seinem CDU-Kollegen Oliver von Falkenburg, erläuterte ihn dem Gremium. Auch ÜWO-Sprecher Chris Poffo sah die Anhebung kritisch. Im zweiten Haushaltsplan nach Fusion sollten nicht gleich die Bürger belastet werden, so der Tenor, dem sich die Grünen ebenso anschlossen.

„Ein Doppelhaushalt macht Sinn, weil wir uns dann mit den Jahresabschlüssen länger Zeit lassen können“, so Ihrig. Er sah es aber – wie auch die anderen Fraktionen im Ausschuss – als nicht zielführend an, „schon jetzt zu sagen, wir brauchen kommendes Jahr eine Grundsteuererhöhung“. Denn vieles sei geschätzt und „noch nicht solide hergeleitet“, betonte er. Aufgrund der bisherigen Erfahrungen geht er davon aus, dass sich gar nicht so viel Geld ausgeben lässt wie im Entwurf eingestellt ist. Somit benötigt die Stadt auch nicht Einnahmen in der geplanten Höhe.

Der gemeinsame Entwurf der drei Fraktionen macht auch eine Gegenfinanzierung auf. Dieser sieht die Streichung von zwei geplanten Stellen (in der Finanzverwaltung und im Bauhof) vor, außerdem soll die Summe zur Unterhaltung von Gemeindeeigentum vermindert werden. „Die eingestellte Summe kann man gar nicht in einem Jahr abarbeiten“, ergänzte Oliver von Falkenburg (CDU). Er sprach von manchen „Luftnummern“. Ihrig fügte hinzu: „Es soll nur das in den Haushalt rein, was zu schaffen ist.“ Sonst mache man falsche Hoffnungen.

Bei einem Haushaltsvolumen von 24 Millionen Euro kann man laut Ihrig „200.000 Euro streichen“. Die Gefahr eines Nachtrags sei sowieso gegeben, wenn sich die Zahlen des kommunalen Finanzausgleichs ändern oder auf dem Holzmarkt Bewegung ist. Der CDU-Mann argumentierte ähnlich: „Das Geld soll gespart werden.“ Das könne auch abseits der genannten Möglichkeiten passieren.

Die anderen Fraktionen argumentieren auf der Sitzung ähnlich, wollten aber sich bei den Einsparungen nicht unbedingt auf diese zwei Stellen festlegen. „Die geplante Grundsteuererhöhung muss anderweitig kompensiert werden, egal wie“, lautete am Ende die einmütige Haltung des Gremiums unter der Leitung von Marcel Gerling (SPD). Die Ausschussmitglieder erwarten von der Verwaltung im Vorfeld der Stadtverordneten-Sitzung Vorschläge, wie die Einsparungen in Höhe von 199.000 Euro aussehen können.

Auch in einem anderen Punkt griff das Parlament in den Haushaltsplan ein. Etliche geplante Investitionen wurden mit einem Sperrvermerk versehen. In diesem Jahr sind das Maßnahmen mit einem Volumen von zwei Millionen Euro, im kommenden von vier Millionen. „Bei den großen Projekten wollen die Stadtverordneten mitsprechen und steuernd eingreifen“, erläuterte der CDU-Sprecher.

Denn, so Ihrig ergänzend: „Der Entwurf ist total überfrachtet.“ Seiner Meinung nach „stehen da nur Überschriften drin“, ohne dass bereits konkrete Planungen vorliegen. Deshalb möchte das Parlament vor der konkreten Umsetzung mitreden und nicht der Verwaltung freie Hand geben. Größte Posten sind: der Ankauf von Bauhof-Fahrzeugen, ein möglicher Neubau der Kindertagesstätte Rothenberg, Straßenbaumaßnahmen sowie An- und Umbau der Kita Beerfelden.

Unmut über Verzögerung bei der Parkplatz-Umgestaltung in Falken-Gesäß

Im Ort wird angepackt. Verschiedene von den Bürgern vorgetragene Missstände über unschöne Stellen im Dorfbild nahm der Ortsbeirat auf seiner vergangenen Sitzung zum Anlass, für den 11. Mai zu einem Helfertag einzuladen. Dann will man gemeinsam die Ausbesserungen angehen. Denn Mitte September, als die Ehrenamtlichen stadtweit anpackten, wurde in Falken-Gesäß Kerwe gefeiert. „Da waren unsere Leute bereits eingebunden“, schmunzelte Ortsvorsteher Manuel Schwinn.

Die Ortsstraßen sind in einem relativ guten Zustand, war auf der Sitzung zu erfahren. Der Ortsbeirat hatte auf Wunsch der Stadtverwaltung eine Prioritätenliste erstellt und nutzte die öffentliche Zusammenkunft, um noch weitere Vorschläge der Bürgerschaft abzufragen. „Es gibt nur Kleinigkeiten“, erläuterte Schwinn, keine riesigen schadhaften Stellen wie in manchen anderen Stadtteilen.

An der Abfahrt zum Sportplatz gibt es ein größeres Schlagloch, dessen Auffüllung man sich vorab wünscht. Denn eigentlich ist der Weg im Flurbereinigungsverfahren drin, wo sich aber derzeit nichts tut. Außerdem wurde von Zuschauerseite aus die Auffahrt zum Dorfgemeinschaftshaus (DGH) moniert. „Die ist bis zum Pflaster hin schlecht“, hieß es. Das wiederum wird rund um die Dorflinde von deren Wurzeln in Mitleidenschaft gezogen. Hier wäre Abhilfe sinnvoll, lautete der Wunsch.

Für einigen Unmut bei den Zuschauern sorgte die Auskunft, dass laut dem Verfahrensleiter bei der Flurbereinigung noch nichts zum Baubeginn am Sportplatz und beim Weg zum Friedhof gesagt werden kann. „Das ist schon jahrelang in der Planung“, kritisierte Schwinn. Wie er mitteilte, konnte der Ortsbeirat nicht in Erfahrung bringen, ob es wenigstens kommendes Jahr endlich losgeht. „Die Bürger haben das nicht mit Begeisterung aufgenommen“, stellte der Ortsvorsteher fest.

Der Parkplatz an der Sportfläche, der Weg entlang des Sportplatzes und der Richtung Friedhof sollen in diesem Zug neu gemacht werden. Seit Beginn der Planungen 2007 gab es so viele Überarbeitungen gegenüber der Ursprungsvariante, dass die aktuelle Version vergangenen September noch einmal genehmigt und beschlossen wurde. Der Parkplatz wurde landschaftsgestalterisch mit Bäumen entwickelt, damit sich nicht wie bisher den Parkenden eine kahle Schotterfläche bietet.

„Ganz wichtig für die Bürger ist der Friedhofsweg“, betonte Schwinn. Der ist ziemlich steil und soll begradigt werden. Bisher läuft bei Regen das Wasser hinunter, was die ganze Strecke verschlammt und schlecht begehbar macht. Im vergangenen Jahr hatte der Bauhof eine Übergangslösung gestaltet. Er versicherte: „Der Ortsbeirat wird dran bleiben, schauen, was geht, und sich für eine Beschleunigung einsetzen.“

Das Gremium „ist sehr zufrieden mit dem Fortgang des Umbaus am Dorfgemeinschaftshaus“, teilte Schwinn mit. Er rechnet mit einer Fertigstellung der Arbeiten im Sommer. Die Vereine haben sich untereinander gut in punkto Ausweichmöglichkeiten abgesprochen, sagte er. „Man sieht bereits den Fortschritt“, so der Ortsvorsteher. Die Wand zwischen Gesangvereins-und Vorstands-Räumlichkeiten wurde rausgerissen, hier soll ein Schiebeelement rein, um die Fläche zu vergrößern. Neue Decke, neuer Boden und neue Küche stehen auch noch an.

Im Erdgeschoss des DGH wurden Silikatplatten gegen die Feuchtigkeit an den Wänden angebracht. Die Maßnahme wurde über das IKEK-Programm gefördert. Denn im Ort gibt es seit Schließung der „Traube“ vor mehr als drei Jahren keine Gastwirtschaft mehr. Wenn das „Käffchen“ fertiggestellt ist, dann soll es verpachtet werden.

Schwinn wies abschließend darauf hin, dass Falken-Gesäß 2021 700 Jahre alt wird. Hierzu beginnen bereits jetzt die Vorbereitungen, in deren Zuge der Ortsbeirat die Einwohner darum bittet, alte Geschichten, Bilder und Dokumente zusammenzutragen und ihm zur Verfügung zu stellen.

Depeche Mode als Lebensgefühl

In Sachen Depeche Mode macht Hermann Rang keiner so schnell etwas vor. Der Sänger aus dem Brombachtaler Ortsteil Birkert ist ein eingeschworener Fan der britischen Synthie-Rock- und Pop-Gruppe, eine der erfolgreichsten Bands der Welt. Im Odenwald hat Rang ein paar Gleichgesinnte gefunden, die mit ihm als „Depeche Reload“ die Musik von Dave Gahan, Martin Gore und Andrew Fletcher perfekt bis ins Detail inszenieren.

Mit seinem Faible für Depeche Mode wurde Hermann Rang mehrere Male bei ihm vorstellig, erinnert sich Marco Müller. Die Wege sind kurz, denn auch er wohnt im 250-Seelen-Dorf Birkert. „Hermann ist, seit ich ihn kenne, absoluter Hardcore-Fan“, schmunzelt der Schlagzeuger. 2001 kam er dann selbst in den Genuss eines Live-Erlebnisses und „war schwer begeistert von der Umsetzung der Elektrodrums durch ein akustisches Drumset“. Müller dachte sich: „So einen Job würde ich auch gerne mal machen.“ Es sollte aber noch ein paar Jahre dauern. 2006 war der Zeitpunkt da: „Ich hatte zu dem Zeitpunkt keine Band mehr und wir sind zusammen das Projekt angegangen.“

„Die Band ist fesselnd“, sagt nicht nur Marco Müller über Depeche Mode. „Im Publikum stehen Leute von 20 bis 70 Jahre“, beobachtet er – was der Musiker sonst so nicht kennt. Je mehr man sich mit den Liedern befasst, „desto interessanter werden sie“, erläutert er. Die anderen Bandmitglieder haben zwar ihre musikalische Heimat teilweise ganz woanders, sind aber nicht eingefahren. Alles wird gerne gehört, so lange es gut gespielt und umgesetzt wird, erklärt der Mann aus Birkert. Das reicht von Klassik über Pop, Rock, Metal, Jazz, Funk und Soul bis hin zum „einfachen“ Gesangschor.

Außer Hermann Rang, für den es nur Depeche Reload und sonst nichts gibt, haben die anderen noch weitere Standbeine. Keyboarder Axel „Aji“ Imhof aus Weiten-Gesäß ist in etlichen regionalen Bands mit dabei wie Another Livetime, die Hausband des Hüttenwerks, Stargate oder Blasser Bertram. Der Erbacher Sven Kuhl (Gitarre/Keyboard) zupft die Saiten bei Simple Live, Jumping Jack und Bitter Sweet.

Bassist Markus Kosch aus Linsengericht (bei Gelnhausen), auch am Keyboard aktiv, spielt alles von Rock bis Lederhose. Und Marco Müller nennt als weitere Betätigungsfelder Simple Live, Mindweb, Leaving Paradise, Reckoning und Meloy Valley. Im Durchschnitt, so Müller, „macht jeder von uns schon seit 30 Jahren Musik“.

Der Titel als „Hessens beste Tribute Band“ aus dem Jahr 2009 zeigt, dass hier Profis am Werk sind, die ihre Sache beherrschen. Dass die Bandmitglieder aus dem Odenwald kommen, verschafft ihnen einen unübersehbaren Heimvorteil. Aber auch ohne die Wurzeln in der Region machen der authentische Sound, das Bühnenbild und das Outfit des Quintetts deutlich, dass hinter der Sache mehr steckt als nur reine Covermusik.

Schon bei den ersten Songs, etwa „Policy of Truth“ oder „Strange Love“, sind die Fans kräftig dabei. Das ändert sich auch im Verlauf eines dreistündigen Konzerts nicht. Im Gegenteil. Wenn die Klassiker wie „Personal Jesus“, „Just Can’t Get Enough“, „Enjoy The Silence“, „People are people“ oder „Master and Servant“ angespielt werden, gibt es kein Halten mehr. Erst nach 30 und mehr Songs werden die Musiker von der Bühne gelassen.

Wenn Depeche Reload irgendwo auftritt, sind die Zuschauer begeistert. Oft sind die Locations wie vor kurzem das Rex in Bensheim oder der Colos-Saal in Aschaffenburg mit mehreren hundert Leuten ausverkauft. Marco Müller zeigt sich davon total begeistert. „Weil wir eine echte Live-Band sind, begeistern wir sogar Leute, die eigentlich ‚nur‘ AC/DC hören“, freut er sich.

Denn die meisten Depeche-Mode-Coverbands lassen sehr viel im Hintergrund aus der Konserve laufen, erläutert er. Der eigene Anspruch ist jedoch sehr hoch. „Wir spielen die Musik komplett live“, betont Müller. Quasi „liver“ als das Original selbst. In dieser Band zu spielen, ist, wie wenn man ein anderes Instrument neu lernt, ohne seines zu wechseln, erzählt der Drummer. Und das alles nur nebenbei. Jedes Bandmitglied hat seinen festen Job, zwei sind sogar selbstständig.

Info: Depeche Reload tritt am Freitag, 5. April, im Forum Friedrichsdorf (Hochtaunus) auf, am Samstag, 4. Mai, im Rind Rüsselsheim. Mehr unter http://www.depeche-reload.de