Werner Götz ist seit 50 Jahren aktiver Sänger beim MGV Kortelshütte

Eine besondere Überraschung war es, als es dieser Tage bei Werner Götz klingelte. Vor der Tür stand der Vorstand des MGV Liederkranz 1898 Kortelshütte. In den Händen: ein Präsent und eine Urkunde. Denn Werner Götz ist seit 50 Jahren aktiver Sänger im Liederkranz, konnte aber an den Ehrungen des Sängerkreises Neckartal Ende März in Schönmattenwag nicht persönlich teilnehmen. Um dies nachzuholen, statteten Vorsitzender Alexander Herner und Kassierer Ulrich Völker einen Überraschungsbesuch ab. Sie dankten Götz für die langjährige Treue zum Verein, in denen er als 1. Tenor zu manchem Sieg bei Chorwettbewerben beigetragen hat.

 

In der Teichanlage Finkenbachtal springt der Fisch quasi ganz frisch von selbst auf den Teller

Es wuselt in den verschiedenen Becken. Bach- und Lachsforellen, Saiblinge, Störe, Regenbogenforellen und Karpfen tummeln sich in allen Größen, zwischen einem und sechs Kilo, im Wasser, als würden sie nur darauf warten, von Matthias Bartmann mit dem großen Kescher gefangen zu werden. Und dann fangfrisch je nach Kundenwunsch zubereitet über die Theke der Teichanlage Finkenbachtal zu wandern, die der 32-Jährige ganzjährig zwischen Finkenbach und Ober-Hainbrunn in idyllischer Lage betreibt.

Als Angelsee sind die dortigen Teiche in der Szene schon lange bekannt. Es kommen Gäste aus einem 150-Kilometer-Umkreis bis Mainz oder Karlsruhe, bis Mannheim oder Heilbronn. Aber auch Schweizer machten im Finkenbachtal bereits Station. Den Frischfisch-Direktverkauf zusammen mit dem Gastro-Bistro-Betrieb hat der Rothenberger Bartmann im vergangenen Jahr aber auf neue Beine gestellt. Im November wurde die Holzhütte mit einer Grundfläche von 300 Quadratmetern überbauter Fläche fertig, im kommenden Jahr werden noch die Toilettenanlagen erneuert.

Mit seinem Vater Uwe hat Matthias Bartmann den Fachmann für Holzarbeiten in der Familie. Der Zimmermannsmeister hat diese selbst erledigt. Auch der Rest beruht auf Wertschöpfung in der Region. Das Holz stammt aus eigenen Wäldern in Brombach und Rothenberg und wurde beim Sägewerk Ihrig gerade ein paar Meter weiter geschnitten.

Matthias Bartmann kennt die Anlage schon auf dem Effeff, half er doch seit 2005 bereits beim früheren Betreiber Zöller aus. Von dem kam auch die Frage, „ob ich den Betrieb nicht übernehmen will“. Die Absprache mit den verschiedenen Behörden ergab die dann praktizierte Lösung, „alles neu zu machen“ – und den Fischverkauf besser aufzustellen. Dazu gab es die Nachfrage, ob sich der Fisch nicht gleich auch direkt vor Ort verzehren ließe. Gesagt, getan: 25 Sitzplätze stehen nun in der Hütte zur Verfügung, dazu noch im Sommer die Außenbestuhlung.

Die Frische steht dabei ganz klar im Vordergrund. „Wir bereiten alles direkt vor Ort zu, machen den Fisch nach Kundenwusch“, erläutert Bartmann. Ausnehmen, filetieren, portionieren, vakuumieren: ganz wie es der Käufer wünscht. Wer will, muss zuhause den Fisch nur noch auspacken, würzen und in die Pfanne hauen, betont er. „Viele kaufen die normale Regenbogenforelle“, weiß Bartmann, weil die am günstigsten ist. Der Saibling wiederum „ist geschmacklich sehr gut“, aber auch teurer.

Während der täglichen Öffnungszeiten gibt es immer frische Fischfilets. Das Kühlhaus befindet sich im hinteren Bereich der Hütte. Und im Zweifelsfall geht Bartmann eben das Gewünschte auf die Schnelle nebenan fangen. An den Wochenenden und Feiertagen bietet er zusätzlich frische geräucherte Regenbogenforellen, auf Vorbestellung auch Lachsforellen oder Forellenfilets, an. Von Freitag bis Sonntag wird jeweils bis 11 Uhr geräuchert und dann verkauft, solange der Vorrat reicht.

Im dazugehörigen Bistro offeriert Bartmann zusammen mit Koch Klaus Wendler unter der Woche eine Snackkarte, am Wochenende kommen auch wechselnde Fisch-Gerichte auf den Teller. Zusammen mit anderen frischen Produkten wie dem selbstgemachten Jus. Der wird aus Tomaten, Rotwein und Fleischresten angesetzt, kocht zwei Tage und schafft dann ein ganz anderes Geschmackserlebnis. „Da ist es nichts aus der Tüte“, so der 32-Jährige.

Auf Fischspezialitäten sowie Events für Gruppen und Vereine möchte Bartmann in Zukunft verstärkt setzen. Eine guter Anfang waren bereits die Finkenbacher Flammlachs-Abende, die eine schöne Resonanz hatten. Fischplatten mit frischem Fisch aus den Teichanlagen werden für verschiedenste Anlässe wie Weihnachtsfeiern, Familienfeiern und vieles mehr zusammengestellt.

An den vier Seen finden Angler ihre ganz individuelle Herausforderung. „Für jeden Anspruch ist etwas dabei“, schmunzelt Bartmann. Am einfachsten ist es am Kilosee, ein zappelndes Exemplar aus dem Wasser zu ziehen. Der große See erfordert dann schon ein wenig mehr Geduld, bis man ein Erfolgserlebnis hat. Voraussetzung ist immer ein gültiger Fischereischein.

Der große Angelsee hat eine Wasserfläche von etwa 5000 Quadratmetern. Besatz: Regenbogenforellen, Bachforellen, Lachsforellen, Saiblinge, Karpfen, Waller und Störe. An diesem See kann täglich ohne Voranmeldung geangelt werden. Der mittlere See für Gruppen und Vereine hat eine Wasserfläche von etwa 2500 Quadratmetern. Der See für kleine Gruppen hat eine Wasserfläche von etwa 1800 Quadratmetern. Der Besatz ist jeweils individuell mit Regenbogen-, Bach- und Lachsforellen sowie Saiblingen. Am Kilosee kann von einem sonnigen Bootssteg aus „auf Kilo“ geangelt werden. Das heißt, das Angeln ist kostenlos und nur der Fang wird verrechnet und muss nach Gewicht bezahlt werden. Besatz: Regenbogen- und Lachsforellen.

Info: Forellenteichanlage Finkenbachtal, Matthias Bartmann, Talstraße (Nähe Sägewerk), 64757 Rothenberg-Finkenbach, Telefon 06275-9199606 oder 0171-2621118, E-Mail info@forellenteichanlage, de, www.forellenteichanlage.de, Öffnungszeiten täglich von 7 bis 18 Uhr außer mittwochs.

 

Das Projekt „Aufeinander zugehen“ von Oberzent-Schule Beerfelden und Seniorenresidenz Hedwig Henneböhl findet bei Schülern und Senioren viel Anklang

Jung und Alt lernen voneinander, bauen Vorurteile ab, gehen aufeinander zu. Und genauso, „Aufeinander zugehen“, heißt auch das Projekt an der Oberzent-Schule, das diese gemeinsam mit der benachbarten Seniorenresidenz Hedwig Henneböhl durchführt. Neunt- und Zehntklässler besuchen im Rahmen ihres Ethik- und Religionsunterrichts an einem Tag in der Woche die älteren Menschen und gestalten ihre Zeit zusammen. Für beide Seiten sehr fruchtbar, wie ein Besuch in den drei Gruppen zeigte.

„Es ist schön, dass auf diese Weise Leben reinkommt“, sagte Heimleiter Michael Vetter. Die Schüler seien „sehr engagiert dabei“ und könnten so von den Bewohnern die eine oder andere Geschichte über das Leben in früheren Jahrzehnten erfahren. „Manche Bewohner verpassen keine Freitagsgruppe mit den Jugendlichen“, wusste Pflegedienstleiterin Angela Scheil.

Was auch Helga Sattler unterstrich: „Es klappt ganz toll mit den Schülern“, unterstrich die Seniorin, Teilnehmerin in der Sportgruppe. „Wir freuen uns immer sehr auf ihren Besuch.“ Wenn den Älteren mal etwas keinen Spaß machen sollte, „dann werden die das schon merken“, schmunzelte sie. Denn, so stellte sie fest, „die Jugendlichen verlassen sich auf unsere Rückmeldung“.

Oftmals seien die Heranwachsenden in einem schwierigen Alter und hätten ihre eigenen Probleme, meinte Scheil. Wovon man aber in der Seniorenresidenz nichts merke: „Ich höre immer wieder von Bewohnern und Betreuungskräften, dass alle sehr freundlich und den Älteren zugewandt sind“, sagte sie. Was Helga Sattler bekräftigte: „Wir werden wie die eigenen Großeltern behandelt“, freute sie sich.

Den Besuch einer Schülergruppe – es ist der dritte im laufenden Schuljahr – „können wir uns gar nicht mehr wegdenken“, unterstrich Scheil. Der Unterricht bekommt laut Oberzent-Schulleiter Bernd Siefert „eine andere Komponente“, wenn er nicht nur theoretisch orientiert sei, sondern die Jugendlichen nach draußen gehen und mit anderen ins Gespräch kommen. Das kommt auch bei den Schülern gut an: „Wir hatten mehr Anfragen als verfügbare Plätze“, sagte Ethik-Lehrerin Juliane Rapp.

Auf Seiten der Seniorenresidenz koordiniert Michaela Maurer das Projekt. Jede Gruppe besteht aus 20 bis 24 Schülern, sagte sie, pro Schuljahr sind es drei Stück. Die anfängliche Skepsis auf beiden Seiten weicht ihrer Beobachtung nach bald einem fast innigen Verhältnis. „Wenn Ferien sind und der etatmäßige Freitag ausfällt, gibt es betrübte Nachfragen der Senioren“, berichtete sie. Denn die rechnen inzwischen fest mit dem Angebot, nachdem zu Beginn des Projekts die Vorbehalte groß waren, „ob die jungen Leute uns verstehen“.

Auf der anderen Seite seien die Jugendlichen traurig, wenn die sechs Wochen vorbei sind – und fragen, ob sie wiederkommen dürfen. „Manche haben eine emotionale Verbindung aufgebaut und wollen ihre Lieblingsomi wieder besuchen“, schmunzelte sie. Denn die frühere Großfamilie unter einem Dach gebe es nicht mehr. Die Großeltern wohnten oft weit entfernt.

Für die „Seele der alten Leutchen“ sei es ganz wichtig, dass sich Jüngere für sie interessieren, so Maurer. Ob es nun Gymnastik von Kopf bis Fuß ist, Memory-Spiele oder Berufe raten sowie Brettspiele oder Gedächtnistraining: Jung und Alt sind in die verschiedenen Aktivitäten vertieft. Das geht dann schon so weit, dass sich die Senioren den Besuch der Angehörigen an einem anderen Tag als dem Freitag wünschten, lächelte Scheil.

Die letztjährigen Berichte der Teilnehmer sorgten nach der Beobachtung von Juliane Rapp dafür, dass sich auch der diesjährige Jahrgang so stark dafür interessierte. „Die haben tolle Erfahrungen gesammelt“, berichtete sie. Von einer „lebenden und lebendigen Schule“ sprach in diesem Zusammenhang Bernd Siefert. Es gab viele positive Rückmeldungen. Umgekehrt genauso: „Ich hätte nie gedacht, dass das ein solcher Renner wird“, so Angela Scheil. Weshalb sich alle einig waren, das Projekt auch im nächsten Schuljahr fortzusetzen.

Wie kommt das Projekt „Aufeinander zugehen“ bei den Schülern an? „Wir machen jeden Freitag verschiedene Spiele“, meint Xenia. Im Umgang mit an Demenz leidenden Senioren kann sie auch Erfahrungen fürs familiäre Umfeld sammeln. Am Anfang, gesteht sie, „war es etwas schwerer, als ich es mir vorgestellt habe“. Im Laufe der verschiedenen Besuche wurde es aber einfacher.

Was auch die ebenfalls 15-jährige Mattea betont: „Man muss Geduld haben und darf nicht locker lassen“, sagt sie. Ihre anfänglichen Bedenken legten sich. „Die älteren Menschen sind nett und offen“, beobachtet sie. Sie fassten nach und nach Vertrauen und erinnerten sich auch immer wieder an Geschichten von früher. Wie rührend sich die Neuntklässler um die Senioren kümmerten, zeigten sie auch am Ende der Gruppenstunde, als sie diese mit ihren Gehhilfen und Rollatoren fürsorglich zum Fahrstuhl begleiteten.

 

‚Natur pur‘ ist der Titel des Stücks der Hirschhorner Theaterwerkstatt

‚Natur pur‘ ist der Titel des brandneuen Stücks der Hirschhorner Theaterwerkstatt. So neu wie das Theaterstück ist auch die Regisseurin. Nathalie Raule beweist hier ihr Können. Premiere ist am Freitag, den 26.05.2017, um 19.30 Uhr. Die beiden nächsten Aufführungen sind am Samstag, den 27.05.2017 um 19.30 Uhr und am Sonntag, den 28.05.2017 um 15.30 Uhr jeweils im Bürgersaal „Zum Naturalisten“.

Die rüstige Oma Maria sieht nicht ein, ihren 75. Geburtstag altersgemäß zu Hause oder im Restaurant zu feiern. Stattdessen lädt sie ihre „Sippe“ in ihre alte Hütte mitten im Wald ein, in der sie früher immer herrliche Ferien mit ihren Kindern verbracht hat. Ihre mittlerweile erwachsenen, nicht ganz einfachen und vor allem untereinander zerstrittenen Kinder folgen der Einladung zur Geburtstagsfeier im Wald nur sehr widerwillig und scheuen sich nicht, ihren Unmut „ungeschminkt“ zum Ausdruck zu bringen.

Der altledige Sohn Rudi wäre doch lieber fein Essen und Trinken gegangen. Der geizigen Tochter Martha ist die Waldparty viel zu aufwändig und zu teuer. Und Sohn Erich sieht sich bereits wieder den ständigen Nörgeleien seiner Frau Lydia ausgesetzt, die sich im Wald vor jedem noch so kleinen Lebewesen ekelt und ständig ihr Desinfektionsspray benutzt. Pudelwohl fühlt sich einzig und allein deren Tochter Christine, die Omas Idee von der Waldparty „voll cool“ findet. Das Zusammentreffen bei der Waldhütte artet bei dem vergeblichen Versuch, ein Zelt aufzubauen, in Zank und Sticheleien aus.

Als Oma Maria in der Hütte plötzlich einen Beutel mit 50.000 Euro Bargeld findet, aus einem Einbruch, wie alle vermuten, wird die Geldgier ihrer Kinder geweckt. Die Situation spitzt sich zu, im Laufe der Handlung tauchen immer neue Personen auf, die großes Interesse an dem schwarzen Beutel zeigen oder versuchen, unbedingt in die Hütte zu kommen vom überdrehten Schmetterlingsfänger über einen rustikalen Waldarbeiter bis hin zu einer schreckhaften Nordic-Walkerin und einem skrupellosen Immobilienmakler, der beinahe über Leichen geht …

Die Darsteller sind:  Denise Albert, Frank Albert, Hannelore Berger, Oliver Berthold, Willi Bock, Alesxandra English, Brigitte Gerhart, Ludwig Heyer, Andreas Körber, Karin Raule und Ralph Volk. Ob es ein Zufall ist, dass der Bürgermeister von Inzighofen, Bernd Gombold, dieses Stück geschrieben hat und dass Bürgermeister Oliver Berthold eine Rolle spielt – wer weiß? Das neue Werk  wird von Hirschhorner Sponsoren unterstützt.

Der Vorverkauf läuft ab sofort. Karten gibt es bei der Hirschhorner Tourist-Info, Alleeweg 2, Tel. (06272) 1742, „Beim Ätsche“, Jahnstraße 2, Tel. (06272) 2980, Café am Rathaus, Tel. (06272) 5130479, und  „Feines im Fachwerk“, Hauptstraße 24, Tel. (06272) 922853 zum Preis von 12,- Euro. Vorreservierungen sind nicht möglich

Der Weg zur Verabschiedung des Grenzänderungsvertrags in der Stadtverordneten-Versammlung Beerfelden ist frei

Der Weg für die Oberzent-Fusion am 1.1.2018 ist zumindest in Beerfelden so gut wie frei. Denn auf seiner gemeinsamen Sitzung empfahlen Haupt- und Finanz- zusammen mit Sozial- und Umweltausschuss einstimmig der Stadtverordneten-Versammlung, auf ihrer Sitzung am 2. Mai den Grenzänderungsvertrag zu verabschieden. Die einzige Enthaltung kam vom SPD-Fraktions- und Hauptausschuss-Vorsitzenden Erwin Körber (SPD). Auf der Sitzung aller Ortsbeiräte einen Tag später nahmen diese den Vertrag ebenfalls zur Kenntnis.

Eine Diskussion über die aktuellste Variante des Grenzänderungsvertrags hatte es in der Ausschuss-Sitzung nicht mehr gegeben. Fusions-Projektleiter Christian Kehrer vom Kommunalservice Oberzent hatte kurz vor knapp vorgenommene kleinere Änderungen noch einmal erläutert. Das Paragrafenwerk war zudem in einer gemeinsamen Sitzung aller vier Gemeindevertretungen durchgesprochen worden.

Eigentlich war laut Kehrer geplant, dass das jeweilige Ortsrecht von Beerfelden, Rothenberg, Sensbachtal und Hesseneck noch in diesem Jahr als Satzung verabschiedet wird und in die neue Stadt übergeht. Aus Gründen der Rechtssicherheit wurde nun beschlossen, dass dies im neuen Jahr durch die vorläufige gemeinsame Stadtverordneten-Versammlung geschehen soll und dann rückwirkend gilt. Beides mit dem gleichen Ziel: einheitliche Gebühren zum 1.1.18. Die spätere Verabschiedung bringt es nun mit sich, dass die Steuerbescheide einen Monat später als sonst verschickt würden.

Denn im neuen Jahr soll es nur noch eine Gebühr für alle Einwohner von Oberzent geben. Die für Wasser und Abwasser muss noch kalkuliert werden, weil hier eine Pflicht zur Kostendeckung gilt. Bei den anderen orientiert man sich Kehrer zufolge an den in der Machbarkeitsstudie genannten Werten. Die Grundsteuer A beläuft sich dann auf 350 Prozentpunkte, Grundsteuer B für bebaute Grundstücke auf 365 v.H., Gewerbesteuer auf 380 v.H. Die Bürger der fusionierten Gemeinden haben in Zukunft 48 Euro Steuer für den ersten Hund zu zahlen.

In der gemeinsamen Sitzung der Ortsbeiräte wurde die anstehende Adressänderung thematisiert. Eine neue Postleitzahl und einen anderen Stadtnamen gibt es für alle Bürger. Teilweise werden auch Straßennamen geändert, zusätzlich manchmal Hausnummern – oder bestimmte Häuser werden anderen Straßen zugeordnet. Wie Kehrer erläuterte, werden Personalausweise, Reisepässe und Kfz-Scheine in den jeweiligen Verwaltungen kostenfrei geändert. Dies geschieht durch Aufkleber oder Stempel.

In einer Übergangsphase sind die alten Dokumente weiterhin gültig, informierte er. Die Einwohner würden rechtzeitig über die weitere Vorgehensweise informiert. Wahrscheinlich werde man sukzessive nach Ortsteilen und Straßen die dort Ansässigen aufrufen, ihre Dokumente in den vier bisherigen Rathäusern ändern zu lassen. So soll ein großer Ansturm direkt nach dem 2. Januar verhindert werden.

Kehrer beleuchtete daneben Zusammensetzung und Stärke der Ortsbeiräte. Er wies darauf hin, dass die jeweilige Mindestzahl an Mandatsträgern im Gegensatz zur Gemeindevertretung auf jeden Fall erreicht werden müsse. „Sonst kommt kein Ortsbeirat zustande“, machte er klar. Die nächste Möglichkeit einer Änderung ist allerdings in absehbarer Zeit. Denn die Wahlen 2018 sind außerplanmäßig, im Jahr 2021 wird etatmäßig sowieso wieder gewählt. Man sei derzeit in Gesprächen mit dem Ministerium, ob man den örtlichen Gremien ein kleines Budget an die Hand geben könne.

Um den Bürgern viel Arbeit zu ersparen, leite der Kommunalservice zahlreiche „Pauschaländerungen“ in die Wege, so Kehrer. So gehen Mitteilungen die größeren Krankenkassen, Banken, Stromversorger und Telefonanbieter, dass aus vier Postleitzahlen eine neue werde und aus vier Gemeindenamen ein Stadtname. Das sei auch im Interesse der genannten, „damit diese am 2. Januar nicht tausende von Briefen bekommen“. Beim wem sich aber zusätzlich Straßenname und/oder Hausnummer ändere, müsse die Änderungen beantragen. Dafür werden laut Kehrer Formulare auf der Homepage bereitgestellt.

Info: http://www.oberzent.info

Bikepark und Liftanlage in Beerfelden sollen mit Sanierung zum touristischen Highlight werden

Die Liftanlage am Nordhang des Tannenbergs ist in die Jahre gekommen und muss bald umfassend erneuert werden. Damit man sich rechtzeitig darüber Gedanken macht, wie sich auch die Stadt dabei einbringen kann, hatten CDU und SPD auf der vergangenen Stadtverordneten-Versammlung einen entsprechenden Antrag eingebracht, dass sich das Gremium mit der touristischen Weiterentwicklung dort und auf der Sensbacher Höhe beschäftigen möge.

Auf der gemeinsamen Sitzung von Haupt- und Sozialausschuss stellten jetzt Bikepark- und Skiliftbetrieber Werner Manschitz sowie Claus Weyrauch ein Konzept vor, wie die Erneuerung der Liftanlage und verschiedene touristische Highlights auf der Höhe aussehen könnten. Dass dies für die Stadt als Verpächter nicht ganz billig wird, war schon im Vorfeld klar. 1,7 Millionen Euro netto stehen allein für einen neuen Lift auf dem Papier, weitere Attraktionen nicht eingeschlossen.

2008 hatte Manschitz den Betrieb übernommen und seit 2011 als Ski- und Bikelift geführt. Heute ist laut Weyrauch darauf ein rentabler Betrieb für Pächter und Verpächter geworden, belegte er mit den entsprechenden Zahlen. Daraus wurde auch die stetige Aufwärtsentwicklung bei den Besuchern deutlich. Die kommen, wie Manschitz sagte, aus einem Umkreis von bis zu 250 Kilometern, bei bestimmten Events sogar aus ganz Deutschland.

In seiner Präsentation arbeitete Weyrauch die Funktion von Bikepark und Skilift als touristisches Highlight heraus. Es gebe allerdings den „Wachstumsengpass“ Liftanlage. Diese stammt aus dem Jahr 1971, hat hohe Instandhaltungskosten und die TÜV-Prüfungen gestalten sich immer problematischer. Im Spitzenbetrieb gebe es Wartezeiten von bis zu einer Stunde. Auch sei der Lift 200 Meter zu kurz, weil die Sensbacher Höhe nicht erreicht werde.

Mit einer neuen Sesselliftanlage der Firma Doppelmayr könnten 900 Personen pro Stunde befördert werden, sagte er. Diese ermögliche dann auch die touristische Weiterentwicklung der Sensbacher Höhe. Weyrauch nannte hier Barfuß- oder Baumwipfelpfad, Waldspielplatz, bewirtete Höhenhütte, Zip-Line oder Zip-Coaster. Attraktionen, die mit Investitionen bis zu 500.000 Euro aber auch einiges kosten würden.

Um genügend Fördermittel zu bekommen, ist laut Weyrauch der Verpächter, also die Stadt, gefragt. Denn nur sie könne die „große“ Tourismusförderung aus Efre-Mitteln erhalten. Hier gebe es einen Zuschuss von bis zu 50 Prozent des Investitionsvolumens auf alles. Über die WI-Bank könne man an ergänzende Förderkredite kommen oder die fehlende Summe über ein Kommunaldarlehen finanzieren.

Die Tragfähigkeit unterstrich Weyrauch mit verschiedenen Zahlen. So gebe es bereits eine bisherige jährliche Pachtzahlung von über 8000 Euro. Preiserhöhungen im Liftbetrieb seien aufgrund des Vergleichs mit anderen Anbietern um bis zu 20 Prozent möglich, was im Jahr weitere 40.000 Euro bringe. Und wenn die Besucherzahlen weiter wachsen wie bisher, sei eine jährliche Umsatzsteigerung im fünfstelligen Bereich durchaus möglich. Das reiche aus, um die monatlichen Kreditraten – je nach Darlehen zwischen 50.000 und 60.000 Euro – zu bedienen.

Man sollte die Chance Bikepark mit einem neuen Sessellift nutzen, um auf diese Weise ein touristisches Konzept zu entwickeln, sagte Weyrauch. Das könne gewinnbringend für Menschen und Region sein. Wie Manschitz verdeutlichte, wird die Anlage zu 98 Prozent von Auswärtigen genutzt. Bis 2018/2019 sollte ein neuer Lift realisiert sein, weil der alte nicht mehr lange durchhalte. Eine Sanierung lohne sich nicht mehr.

Man solle ein „Highlight in der Region schaffen“, meinte Rüdiger Holschuh (SPD). Als Landtagsabgeordneter will er auch seine Kontakte in Wiesbaden pflegen, damit Zuschüsse und Kredite fließen. Ein solches Projekt „schafft Aufmerksamkeit für die Oberzent“, sagte er. Um die Details sollte sich ein Arbeitskreis kümmern. Der wird nach dem Willen des Ausschusses interkommunal sein und nach dem Beschluss über den Grenzänderungsvertrag in der kommenden Stadtverordnetensitzung in Absprache mit den vier anderen Kommunen ins Leben gerufen werden.

Die verschiedenen Zuschussmöglichkeiten beleuchtete Gabriele Quanz von der Wirtschaftsförderung der Odenwald-Regionalgesellschaft (Oreg). Sie bestätigte prinzipiell den möglichen 50-prozentigen Zuschuss. Es müsse belegt werden, „wie sich die Investition positiv auf die wirtschaftliche Entwicklung der Region auswirkt“, sagte sie. Daneben seien Ersatzbeschaffungen nicht förderfähig. Somit gelte es den alten Lift etwa als Kinderlift zu nutzen. „Ein bisschen der Haken an der Sache“ ist ihren Worten zufolge, dass aufgrund der gewährten Fördermittel die Vergabe an Dritte über eine öffentliche Ausschreibung erfolgen müsse.

Von Walter Gerbig (CDU) kam in diesem Zusammenhang die Anregung, auch das in Beerfelden und seinen Stadtteilen schon in Anspruch genommene Ikek-Programm auf mögliche Zuschüsse abzuklopfen. Was Quanz für eine gute Idee hielt, weil man so vielleicht die touristischen Angebote auf der Sensbacher Höhe über Efre und den Lift über Ikek abwickeln könne. Johannes Drerup (FDP) brachte darüber hinaus die Verwendung von gebrauchten Liftanlagen ins Spiel. Die würden vom selben Anbieter für viel weniger Geld – mit Garantie – ebenfalls vermarktet.

Finkenbacher Bockskerwe steht vor dem Aus – neue Ideen und Mitstreiter gesucht

Die traditionelle Bockskerwe steht vor dem Aus. Sie findet normalerweise immer am letzten Sonntag im August statt und wird schon seit vielen Jahren vom gemischten Chor ausgerichtet. Doch die Altersstruktur des Vereins macht es immer schwerer, Helfer für die Veranstaltung zu finden. Bisherige Überlegungen brachten keine Lösung. Deshalb soll es nun ein letzter Aufruf an die Bevölkerung ermöglichen, das Fest doch noch am Leben zu halten.

Nachdem in früheren Jahren andere für die Durchführung verantwortlich zeichneten, hatte der gemischte Chor (ehemals Männergesangsverein) Finkenbach vor etlichen Jahren die Ausrichtung Ende August jeden Jahres übernommen. Ort der Feier mit einem vorgeschalteten Gottesdienst war zuletzt die Hermann-Wilhelm-Halle, erläutert der Vorsitzende Rainer Maurer.

Nach vielen internen Diskussionen und reiflicher Überlegung unter den Chor-Mitgliedern kam man jetzt zum Ergebnis, dass Vorbereitung, Durchführung und Folgearbeiten wegen des zunehmenden Alters und der gesundheitlichen Voraussetzungen nicht mehr gestemmt werden können. Hinzu komme die ungünstige Struktur der Halle mit vielen Treppen sowie unzusammenhängenden Wirtschaftsräumen und Toiletten.

Eine Zusammenarbeit mit den anderen örtlichen Vereinen HVV, Feuerwehr, Fußballverein war deshalb angedacht worden, um die Kerwe am Leben zu halten. Auch wurde überlegt, einen gemeinsamen Kerweverein zu gründen, der sich ausschließlich einmal jährlich mit der Durchführung befasst. Doch da die anderen Ortsvereine bereits eine Vielzahl eigener Feste, Veranstaltungen und Verpflichtungen haben, zerschlug sich diese Möglichkeit. „Finkenbach muss nun überlegen, wie man die Erhaltung einer langjährigen Tradition beurteilt und ob und wie man diese fortführen will“, so Rainer Maurer.

Mit einem Ziegenbock fing vor 250 Jahren alles an: Seit dieser Zeit ist in Finkenbach eine „Bockskerwe“ überliefert, obwohl das zu einer „Kirchweih“ eigentlich dazu gehörende Gotteshaus erst 200 Jahre später erbaut wurde. Immer am ersten Sonntag nach Bartholomä‘, dem Schutzpatron der Winzer, Bauern und Fischer, lud bisher der gemischte Chor in der „Neuzeit“ zur Kerwe in die Hermann-Wilhelm-Halle ein.

Der Überlieferung nach stand bei der Leonardsquelle in früheren Jahren eine kleine Wallfahrtskapelle. Damit hatte Falken-Gesäß die Erlaubnis, jährlich einen Markt zur Kirchweih abzuhalten. Da dieser offensichtlich nicht den erwünschten Erfolg hatte, verkauften die Falken-Gesäßer die Konzession an die Finkenbacher. Der Kaufpreis lässt sich leicht erraten: ein Ziegenbock. So kam der heutige Rothenberger Ortsteil ohne Kirche um 1760 zur Bockskerwe. Denn das Gotteshaus wurde erst 1954 erbaut.

Info: Anregungen für einen noch zu vereinbarenden Diskussionsabend mit der Bevölkerung werden gerne entgegen genommen. Wer mitmachen möchte, kann sich bei Rainer Maurer (Telefon 06068/478776) oder Karl Baum (Telefon 06068/2307) melden.