Der neue Hangar nimmt Gestalt an

Der Grundstock ist gelegt, jetzt geht es sukzessive bis kommenden Sommer weiter. Nachdem die Betonumrandung für den neuen Hangar des Aero-Clubs Michelstadt  bereits Mitte Oktober fertiggestellt worden war, starteten nun die Arbeiten für den Aufbau. Die Hallenstützen wurden gestellt, erläutert Axel Engelhardt von der gleichnamigen Erbacher Firma. Dann werden die Wandriegel eingebaut. Auf das sieben Meter hohe Gerüst wird danach das Dachträgerwerk aufgebaut.

Oberhalb von Michelstadt gelegen, kommt der Hangar-Neubau auf Bruttobaukosten von 470.000 Euro. Es gibt einen Zuschuss aus Leader-EU-Fördermitteln über die Interessengemeinschaft Odenwald (IGO) von 55.000 Euro. Daneben steuert das Land 35.000 Euro bei, Kreis und Stadt zusammen 5000 und der Landessportbund 7000 Euro. Den Rest schultert der 180 Köpfe zählende Verein über einen Kredit. Seit Antragstellung verteuerte sich das Projekt von ursprünglich 360.000 Euro um 25 Prozent.

Wie der Vorsitzende Joachim Walther ergänzt, wurde das Fundament teurer als gedacht, weil man mehr Masse benötigt und stärker in den Hang reingehen musste. „Der Lehmboden kann nicht verdichtet werden“, sagt er. Zum Wald hin wurde eine 2,70 Meter hohe Stützwand errichtet. Da sich andere Elemente wiederum verbilligten, liegt man derzeit in der – allerdings bereits verteuerten – Kostenschätzung.

Die Maße der neuen Halle betragen etwa 25 auf 25 Meter. Der komplette Flugplatz mit seiner 600 Meter langen Landebahn inklusive Nachtflugbeleuchtung wird durch den Verein unterhalten. Kassenprüfer Michael Reinhard macht den Bedarf an mehreren Punkten fest. Zum einen „kommen nach Schließung des Flugplatzes Babenhausen mehr Flieger zu uns“. Zum anderen stehen bereits mehrere Flugzeuge der Vereinsmitglieder im Freien. Acht Exemplare davon dürften ins neue Gebäude reinpassen.

Und zum Dritten will man den Platz zukunftssicher machen „und eine funktionsfähige Infrastruktur vorhalten“. Denn er dient auch für Rettungsflüge, Krankentransporte und Geschäftsreisen. In der Summe „ist es enorm, was hier oben passiert“. Der Aero-Club-Mann will den Hangar nicht als isoliertes Projekt sehen. „Wir investieren in die Infrastruktur der Region“, betont er. Denn es werden auf Dauer nur die Flugplätze überleben, auf denen auch genügend Flieger stehen.

Das Satteldach wird Engelhardt zufolge mit Fachwerkbindern hergestellt. 60 Kubikmeter Brettschichtholz werden verwendet. Dazu kommen 17 Kubikmeter Fassadenschalung aus einheimischer Lärche. Wie der Zimmermeister hervorhebt, werden durch die Holz- statt Massiv- oder Stahlbauweise 63 Tonnen Kohlendioxid aufgrund der Verwendung eines nachwachsenden Rohstoffs eingespart.

Wenn die Hallenstruktur steht, geht es mit Dachentwässerung und Eindeckung weiter, schildert Engelhardt die weiteren Arbeiten. Fassade und Toranlage folgen im kommenden Jahr, ehe dann Bodenplatte und Drehteller anstehen. Letzterer bereitet Reinhard noch Sorgen, da dafür eine geeignete Firma gefunden werden muss. „Es gibt nur wenige Hersteller.“ Mitte 2020 muss das Projekt abgeschlossen sein, „da ich dann für Leader den Verwendungsnachweise erbringen muss“.

Bei allen Arbeiten achtet der Verein darauf, dass die Aufträge möglichst in der Region ein. Das fängt bei der Erbacher Hausbau-Firma an. Das Fundament wurde von einem Unternehmen aus Bad König gefertigt, für die Bodenplatte liegen zwei Angebote von heimischen Betrieben vor. Auch die Elektrik wird von Fachleuten aus dem Odenwald eingerichtet.

 

Hangar-Neubau am Flugplatz Michelstadt: Baukosten in luftigen Höhen

50 Interessierte von der Bergstraße bis zum Spessart spuckte der Bus am Waldhorn-Flugplatz des Aero-Clubs aus. Die waren auf Einladung der Interessengemeinschaft Odenwald (IGO) sowohl im hessischen als auch bayrischen Odenwald unterwegs, um sich mit europäischen Leader-Mitteln für die Entwicklung des ländlichen Raums geförderte Projekte anzuschauen. Oberhalb von Michelstadt ist dies der Hangar-Neubau, der einen Zuschuss von 55.000 Euro bei Bruttobaukosten von 470.000 Euro erhält.

Begrüßt vom Vorsitzenden Joachim Walther, erläuterte Kassenprüfer Michael Reinhard die Finanzierungsdetails und Einzelheiten des Projekts. Neben den EU-Mitteln steuert noch das Land 35.000 Euro bei, Kreis und Stadt zusammen 5000 und der Landessportbund 7000 Euro. Den Rest schultert der 180 Köpfe zählende Verein über einen Kredit. Seit Antragstellung verteuerte sich das Projekt von ursprünglich 360.000 Euro um 25 Prozent. „Vor allem Holz ist sehr teurer geworden“, informierte er.

Die Maße der neuen Halle betragen etwa 25 auf 25 Meter. Der komplette Flugplatz mit seiner 600 Meter langen Landebahn inklusive Nachtflugbeleuchtung wird durch den Verein unterhalten. Reinhard machte den Bedarf für einen neuen Hangar an mehreren Punkten fest. Zum einen „kommen nach Schließung des Flugplatzes Babenhausen mehr Flieger zu uns“. Zum anderen stehen bereits mehrere Flugzeuge der Vereinsmitglieder im Freien.

Und zum Dritten will man den Platz zukunftssicher machen „und eine funktionsfähige Infrastruktur vorhalten“. Denn er dient auch für Rettungsflüge, Krankentransporte und Geschäftsreisen. In der Summe „ist es enorm, was hier oben passiert“. Der Aero-Club-Mann wollte den Hangar nicht als isoliertes Projekt sehen. „Wir investieren in die Infrastruktur der Region“, betonte er. Denn es werden auf Dauer nur die Flugplätze überleben, auf denen auch genügend Flieger stehen.

Außerdem gibt es die Kooperation mit Pirelli. Die Breuberger Firma hat hier ihr Reifentestzentrum. „Dadurch blieb die Entwicklungsabteilung im Odenwald“, wies der Kassenprüfer auf die Sicherung von Arbeitsplätzen hin. In zwei Flugwerften werden Reinhard zufolge die eigenen Maschinen gewartet und repariert. Aktuell sind auf dem Gelände etwa 40 Flugzeuge „zuhause“. Der neue Hangar bietet Platz für sieben von ihnen.

„Die Halle sollte schon stehen“, ist man leider beim Bau in Rückstand, bedauerte Reinhard. Zum einen ist es schwierig, Baufirmen zu bekommen, zum anderen gab es auch vereinsinterne Verzögerungen. Die Aufträge sind zwischenzeitlich vergeben, weshalb er mit einer Fertigstellung Mitte Oktober dort rechnet, wo jetzt nur ein leeres Gelände zu sehen ist.

Das Antragsverfahren, meinte Reinhard auf Nachfrage von IGO-Regionalmanagerin Rekha Krings, „war ausgesprochen komplex“. Als früherem Hirschhorner Kämmerer fiel es ihm durch die jahrzehntelange Arbeit mit Zahlen „nicht ganz so schwer“. Aber andere hätten seiner Einschätzung nach „bestimmt erhebliche Schwierigkeiten“.

Er regte an, die Verfahren zu vereinfachen. Das könnte zu mehr Anträgen führen. Denn: „Wir wollen ja die Entwicklung der Region voranbringen.“ Es sei kontraproduktiv, auf der einen Seite Zuschüsse in Aussicht zu stellen, sie aber andererseits durch die Schwierigkeit der Beantragung wieder zu verhindern.

Erstmals gab es in diesem Jahr eine gemeinsame Tour der IGO mit der lokalen Aktionsgruppe (LAG) „Main4Eck“ Miltenberg. Krings erwähnte den „großen Mehrwert“ durch den gegenseitigen Austausch. Sie gab Reinhard recht: „Wir fordern schon lange, dass die Anträge entkompliziert werden müssen“.

Dieser Wunsch wurde auch der anwesenden Vertreterin der Bundes-LAG, Marlene Rosenberger, mitgegeben. Überall klang an, dass die sich die Kalkulationen wegen der Baukosten-Steigerung schwierig gestalten. Zwar gibt es die Möglichkeit der Mittel-Aufstockung, aber dafür muss das Verfahren noch einmal neu gestartet werden, sagte Krings.

 

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