Raser sind den Airlenbachern ein Dorn im Auge

Im Stadtteil gibt’s einiges zu tun, wurde anhand der „To-do-Liste“ der Verwaltung deutlich, die auf die Ortbeiratssitzung abgearbeitet wurde. Neben Reparaturen ist es vor allem die Verkehrssituation entlang der Durchgangsstraße, die den Bewohnern auf den Nägeln brennt, machte Ortvorsteherin Marion Neff deutlich. Die Liste selbst „war fast vollständig“, freute sie sich. Es fehlte nur die Zufahrt zum Sportplatz. Bisher nur geschottert, „wird sie laufend ausgespült“. Hier soll eine beständigere Lösung her. „Das muss noch ergänzt werden“, betonte Neff.

Unter anderem ist das Dach der Leichenhalle sanierungsbedürftig, teilte sie bei der Sitzung des Gremiums mit. Allerdings ist noch unklar, wann es angegangen werden soll. Im kommenden Jahr ist der Erneuerung der beiden Treppen auf dem Friedhof vorgesehen. Die dortigen Holzstufen, um die 20 Jahre alt, wurden mit Teppich belegt, weil sie zu rutschig waren. Diese Notlösung soll nun in Form von Betonstufen einen Ersatz bekommen. Schon erledigt sind die Undichtigkeiten am Sporthaus, wo es reinregnete.

Die Raser auf der Landesstraße quer durch den Ort sind ein andauerndes Ärgernis. „Das ist Wahnsinn, was da im Sommer durchbrettert“, meinte Neff, selbst Anliegerin. Es sind nicht nur Autofahrer, die viel zu schnell durchs Dorf und den angrenzenden 60-Kilometer-Bereich düsen, sondern an den Wochenenden vor allem Motorradfahrer, die zusätzlich noch für einen hohen Lärmpegel sorgen. Auch das benachbarte Mossautal weiß ein Lied davon zu singen, weshalb eine konzertierte Aktion mit Oberzent angedacht ist.

Die Ortsvorsteherin weiß aus Gesprächen, dass die Stadtverwaltung an dem Thema verstärkt dran ist. Der inzwischen verstorbene Hans Rausch hatte bereits vor einigen Jahren eine Studie erstellen lassen, inwieweit sich vielleicht an bestimmten Punkten eine Verkehrsberuhigung erzielen lässt. Allerdings „müssen wir der Stadt ein bisschen Zeit lassen“, meinte sie. Weil es eine Landesstraße ist, kann diese nicht allein entscheiden. Hessen Mobil ist auch mit im Boot.

Sowieso wird sich die Straßenführung nicht ändern: „Die ist halt lang und gerade“, so Neff. Damit lädt die Strecke uneinsichtige Verkehrsteilnehmer quasi zum Schnellfahren ein. Inwieweit ab kommenden Jahr verstärkte Geschwindigkeitskontrollen möglich sind, muss geklärt werden. Außerhalb des Ortskerns gibt es daneben einen Schotterrandstreifen, der als provisorischer Gehweg dient. Dieser „ist kaum noch zu benutzen“. Jetzt wird über Möglichkeiten nachgedacht, eine langfristige Lösung zu gestalten.

Die Ortsvorsteherin informierte das Gremium weiter darüber, dass es am im vergangenen Jahr sanierten Hardtweg noch einige Schönheitsfehler gebe, die nachgebessert werden sollen. Außerdem schießt von einem bergseitigen Waldweg zu viel Wasser auf die Straße. Hier will sich Stadtbaumeister Peter Bauer mit Hessen Forst kurzschließen, ob die Mitarbeiter vielleicht oberhalb eine Abflussmöglichkeit schaffen können. An einem zweiten Punkt ist der Übergang von der Straße zu einem weiteren Waldweg noch im Bauzustand. Diese Thematik soll ebenfalls im kommenden Jahr angegangen werden.

Die Ortsvorsteherin informierte darüber, dass angedacht sei, am Ehrenamtstag 2019 zusammen mit dem Dorfverein ein gemeinsames Projekt auf die Beine zu stellen. Ein weiteres Thema war das geplante, projektgebundene Budget für die Ortsbeiräte. Noch in diesem Jahr soll zwischen den Jahren eine Wanderung nach Gammelsbach stattfinden, die der Ortsbeirat für die Bevölkerung anbietet, erläuterte sie.

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Juwi will Windkraft auf dem Katzenwinkel gegen alle Widerstände durchdrücken

Die Firma Juwi hat sich in der neuen Stadt keine Freunde gemacht. Der Windkraft-Projektierer aus dem rheinland-pfälzischen Wörrstadt will mit aller Macht das Gebiet „Katzenwinkel“ für Windenergie erschließen. Die Firma lässt sich dabei auch nicht von der geballten Ablehnung aus Stadtverordneten-Versammlung, Magistrat und Bürgerschaft irritieren. Aktuelle Eskalationsstufe: Juwi droht in der Aufforderung, dass die Stadt ihrem „zumutbaren Erschließungsangebot“ zustimmen möge, mit der Einleitung rechtlicher Schritte, sollte dies nicht erfolgen.

Bei den Stadtverordneten kam dies auf deren aktueller Sitzung natürlich nicht gut an. Mehr oder minder harsch waren die Reaktionen darauf, in dieser Form die Pistole auf die Brust gesetzt zu bekommen. Denn bereits das vorläufige Gremium hatte dieses Ansinnen im April abgelehnt. Deshalb sahen es die Mandatsträger als unnötig an, jetzt noch einmal in die Details zu gehen und lehnten es bei vier Enthaltungen (Grüne/Linke) ab. Die Fläche ist sowieso nicht im gemeinsamen Windkraft-Flächennutzungsplan (FNP) des Odenwaldkreises aufgeführt, wurde darüber hinaus als Begründung genannt.

„Ich war gerade zwei Tage im Amt, als Juwi die Unterlagen aus dem Frühjahr noch einmal einreichte“, berichtete Bürgermeister Christian Kehrer. Bei dem Erschließungsangebot geht es darum, dass die Firma „über unsere Flächen und Wege“ eine Zuwegung zum betreffenden Gebiet und gleichzeitig das Recht zur Kabelverlegung erhalten möchte. „Wir sind auch in der jetzigen Konstellation zu keinem anderen Beschluss gekommen“, erläuterte der Rathauschef.

Ende vergangener Woche gab es seinen Worten zufolge ein Gespräch des Magistrats mit den Juwi-Vertretern. Diese hätten darauf hingewiesen, dass in zwei bis drei Wochen alle Unterlagen vorlägen, um das Vorhaben auf den Weg zu bringen. Gleichzeitig sei noch einmal deutlich gemacht worden, dass bei Nichtzustimmung der Stadt der Rechtsweg beschritten werde.

Es gebe seitens des Projektierers das Angebot, im Rahmen einer Stadtverordneten-Sitzung über das Vorhaben zu informieren. Eine öffentliche Info-Veranstaltung werde allerdings abgelehnt. „Wir erkennen einen klaren Widerstand in der Bevölkerung“, ergänzte Kehrer. Es seien noch viele Fragen wie Trinkwasser- und Naturschutz offen. Er rief dazu auf, weitere offene Punkte einzureichen, damit diese an die Firma weitergeleitet werden können.

Horst Kowarsch (Grüne) wollte wissen, wie sich die Rechtslage darstelle, wenn ein Gericht grundsätzlich für dieses Windkraft-Projekt votiere. „Dann haben wir keine Chance“, meinte Kehrer. Damit sei dann auch die Zuwegung mit befürwortet. Von einer „Unverschämtheit“, schon jetzt mit Rechtsmitteln zu drohen, sprach Frank Leutz (FDP). „Jedes Windrad ist eines zu viel“, sprach er sich grundsätzlich dagegen aus. Deshalb „ist der Gestattungsantrag unbedingt zu untersagen“.

Das sah auch Oliver von Falkenburg (CDU) so. Die Ablehnung sei „ein klares Signal, das man unbedingt senden muss“. Er forderte eine Bekräftigung der Entscheidung vom April. „Es hat sich nichts Neues ergeben“, meinte Thomas Ihrig (SPD). Das Gebiet liege „außerhalb der Beerfeldener Planung“. Ähnlich Chris Poffo (ÜWO): Es sei „kein guter Stil“, mit einer Klage zu drohen, monierte er. Andrea Heß-Kraus (SPD) ärgerte sich, „dass die kommunale Selbstverwaltung komplett ausgehebelt wird“.

Etwas differenzierter stellte sich die Betrachtungsweise von Elisabeth Bühler-Kowarsch (Grüne) dar: „Wir stehen zum gemeinsamen FNP“, sagte sie. Jedoch seien die Folgen des Klimawandels bereits „ganz hautnah“ zu spüren. Deshalb müsse man auch konsequent dagegen vorgehen, weshalb „die Windkraft im Auge behalten werden sollte“.

Rüdiger Holschuh (SPD) berichtete aus dem Landtag, dass der Landesentwicklungsplan fortgeschrieben worden sei. Darin stehe immer noch, dass zwei Prozent der Landesfläche für Windenergie bereitzustellen seien. Das bedeute für den Odenwaldkreis mit den umgebenden Ballungsräumen, in denen keine Windräder möglich seien, „bis zu zehn Prozent der Fläche für Windkraft“, malte er ein Schreckensszenario an die Wand.

 Juwi plant auf dem Höhenzug Katzenwinkel zwischen den Oberzenter Stadtteilen Etzean und Airlenbach sowie Hüttenthal und Güttersbach fünf Windräder. Als Fertigstellung wird der Sommer 2020 angepeilt. Die Anlagen sind entlang des Verbindungswegs zwischen Beerfelden und Güttersbach geplant. Dabei werden einzelne Standorte bis auf 700 Meter an Etzeaner Bebauung im Außenbereich heranreichen. Die Windräder des Typs Enercon E 141 erreichen eine Rotoren-Spannweite von 141 Meter und eine Nabenhöhe von 159 Meter. Sie haben somit eine 229,5 Meter, was bisher im Odenwald noch nicht erreicht wurde. Juwi-Seite: www.windpark-etzean.de, BI-Seite: http://www.gegenwind-beerfelden-rothenberg.de.

 

Neue Schilder hängen schon: Beerfelden gehört bereits zur Stadt Oberzent

Still und heimlich gehören die verschiedenen Oberzent-Orte bereits zur neuen Stadt, obwohl die Fusion von Beerfelden, Rothenberg, Hesseneck und Sensbachtal noch gar nicht über die Bühne gegangen ist. Sie steht erst zum Jahreswechsel an Bereits vor Weihnachten startete die zuständige Straßenbehörde Hessen Mobil mit der Anbringung der neuen Ortsschilder an den Kreis-, Land- und Bundesstraßen. Beerfelden wurde aus Richtung Airlenbach bereits ein Stadtteil von Oberzent, ebenso wie Airlenbach nicht mehr Teil Beerfeldens wie bisher ist, sondern zur neuen Stadt gehört.

Auch im Bereich Rothenberg hängen im Vorgriff auf den Jahreswechsel bereits die neuen Bezeichnungen. 37 gelbe Stadtschilder sind es, die von der Straßenbehörde auch noch in den nächsten Tagen angebracht werden. Dazu kommen 15, die die Kommunen an ihren eigenen Straßen installieren, erläutert Christian Kehrer als Projektleiter Fusion beim Kommunalservice Oberzent. In der ersten Januar-Woche soll dann alles über die Bühne gegangen sein. Spitzenreiter im Schilderwald dürften Beerfelden (7) und Olfen (5) sein.

Neu dazu kommt Hinterbach, wo das gelbe Schild den bisherigen grünen Weiler an zwei Stellen ablöst. Der Leonhardshof bleibt auch weiterhin „nur“ ein Weiler, bekommt aber statt dem Zusatz Beerfelden jetzt Oberzent. Aber allein damit ist es nicht getan. Denn im Zuge der Fusion müssen ja diverse Straßen einen neuen Namen erhalten, sodass es keine Dopplung gibt.

65 Straßenschilder mit den neuen Bezeichnungen lagern derzeit in der Stadt und warten auf Anbringung. Sie kommen allerdings erst Mitte Januar zum Zuge, da der Bauhof aktuell noch keine Luft für diese Arbeiten hat. Kehrer beruhigt aber: „Die Post wird weiter wie gehabt zugestellt“. Mindestens ein Jahr nach der Fusion soll das weiterhin so reibungslos funktionieren, habe der Konzern zugesichert.

Mögliche Windräder auf dem „Katzenwinkel“: Denkmalamt lässt Beerfelden bei der Galgen-Einstufung hängen

Auf der Ortsbeiratssitzung in Etzean ging es zwar vor allem um den Hügelrücken „Katzenwinkel“, auf dem fünf Windräder entstehen könnten. Aber eigentlich ging es auch hier um das große Ganze, nämlich den Teilplan Erneuerbare Energien des Regionalplans Südhessen, der in seinem Entwurf im Gegensatz zum Flächennutzungsplan (FNP) des Odenwaldkreises dort Windenergieanlagen zulässt. Wie übrigens auch auf der Hirschhorner Höhe zwischen Beerfelden und Rothenberg.

Ortsvorsteher Ralf Kredel informierte zum Sachstand des Regionalplans und machte auf die Möglichkeit zur Stellungnahme bis 2. Juni aufmerksam. Fürs Gebiet „Katzenwinkel“ stellte er Kartenmaterial zur Verfügung, damit sich die Besucher selbst ein Bild machen könnten. In einer lebhaften, aber sachlichen Diskussion wurden die verschiedenen Aspekte wie etwa die Nähe zu Wohnhäusern angesprochen.

Bürgermeister Gottfried Görig sagte, dass sich die Stadt „klipp und klar gegen weitere Windkraft-Flächen im Regionalplan ausspricht“. Mit dem gemeinsamen FNP hätten die 15 Gemeinden beschlossen, „dass es mehr Vorranggebiete nicht geben soll“. Das hat auch mit den vereinbarten „harten Kriterien“ zu tun, nach denen 1000 Meter Abstand vom Windrad zur nächsten Bebauung gegeben sein sollen. Im FNP waren die Sensbacher Höhe und der Hügel zwischen Hinterbach und Olfen gelistet.

An den harten Kriterien hapert es – von der generellen Ablehnung mal abgesehen – im Gebiet „Katzenwinkel“ zwischen Etzean und Airlenbach. Nach den Informationen von Görig würden sich ein oder zwei der fünf dort möglichen Rotoren in lediglich 700 bis 750 Meter Entfernung zu Wohnhäusern drehen. Deshalb wurde diese Fläche im FNP auch ausgeschlossen. Das Problem: Dieser Plan wurde vom Darmstädter Regierungspräsidium abgelehnt.

Dagegen haben sich die Odenwald-Kommunen in einer Klage zusammengeschlossen. Allerdings gibt es derzeit noch keinen Termin für eine Verhandlung. Ebenso wenig wie für die Klage der Firma Juwi, die am Katzenwinkel einen Windmessmast erreichten wollte. Zu diesem Ansinnen hatte der Beerfelder Magistrat sein Einvernehmen verweigert und im Folgenden der Kreis die Baugenehmigung verwehrt. Dagegen geht nun die Firma vor. Das betreffende Gelände ist in Privatbesitz. Es gehört zu größeren Teilen dem Grafen von Erbach und zwei weiteren Personen.

Bei der Einsichtnahme in den Regionalplan im Zuge der öffentlichen Auslegung fiel den Fachleuten in der Stadtverwaltung daneben ein weiteres, wichtiges Kriterium auf: Der Beerfelder Galgen wurde bei der Überprüfung, „ob der Bau von Windkraftanlagen einen Konflikt hinsichtlich der Belange des Denkmalschutzes darstellt, nicht berücksichtigt“. Denn das Kulturdenkmal liegt in der Sichtlinie des Katzenwinkels, was auch auf der vergangenen Stadtverordnetenversammlung angesprochen wurde. „Hinter dem Galgen würde man die Rotoren sehen. Das ist nicht hinnehmbar“, so Görig.

Über die Antwort auf die entsprechende Rückfrage gab in der Stadt am Berge Kopfschütteln. Denn das Landesamt für Denkmalpflege stufte den Galgen in die Kategorie C ein. Was ein Denkmal von lediglich lokaler Bedeutung mit einem Prüfradius von einem Kilometer bedeutet. Durch diese Betrachtung war „eine vertiefte Prüfung für dieses Gebiet nicht erforderlich“.

In seiner Stellungnahme an die Denkmalpfleger äußert sich Görig über diese Einstufung „doch sehr erstaunt“. Denn das gleiche Amt bezeichnet den Galgen in der Denkmaltopographie der Bundesrepublik als „Rechtsdenkmal von nationaler Berühmtheit und als den besterhalten dreischläfrigen Galgen in ganz Deutschland“. An anderer Stelle wird die „außergewöhnliche kulturhistorische Bedeutung“ genannt.

Görig weist weiter auf unzählige Veröffentlichungen und den Galgen als Ziel vieler Ausflügler hin. Er geht davon aus, „dass Ihnen bei der Einstufung der vielen Denkmäler nur ein Fehler unterlaufen ist.“ Auch vor dem Hintergrund der eigenen Aussagen im Denkmalbuch wird darum gebeten, die Einstufung zu korrigieren. „Unserer Ansicht nach handelt es sich beim Galgen um ein kulturhistorisches Denkmal von überregionaler Bedeutung.“

 

 

Die 15 Odenwaldkreis-Kommunen werden zur zweiten Offenlage des Teilplans Erneuerbare Energien eine gemeinsame Stellungnahme durch ein Fachbüro erarbeiten lassen. Diese wird allen Gemeinden zugeleitet und von ihnen durch Anlagen im Hinblick auf spezifische eigene Belange – in Beerfelden der Galgen – ergänzt. Bis spätestens 30. Juni müssen dann die Stellungnahmen beim Regierungspräsidium Darmstadt eingegangen sein. Dieser Fristverlängerung (eigentlicher Abgabetermin spätestens 2.6.) stimmte das RP wegen der engen Zeitschiene zu.

Airlenbach: Infos zu Windkraft-Planungen auf dem „Katzenwinkel“

Es soll im Zuge der Oberzent-Fusion einen neuen Straßennamen im Ort geben. Der Teil der Oberen Ortsstraße von Falken-Gesäß, der bis auf Airlenbacher Gemarkung reicht, wird in Liederbachweg umbenannt. Nachdem sich schon die Anwohner geeinigt hatten, befand auch der Ortsbeirat in seiner vergangenen Sitzung dieses Vorhaben als in Ordnung. Zuvor hatte das Gremium in Falken-Gesäß sein Einverständnis signalisiert.

Die Anregung war von Horst Holschuh gekommen, der auch unter den Zuschauern weilte. Die Umbenennung gilt ab der Abzweigung von der Kreisstraße zwischen den beiden Orten. Die Verwaltung, so Bürgermeister Gottfried Görig, nehme jetzt die Anregung auf und setze sie um, wenn im Zuge des Fusionsprozesses auch die anderen Straßenumbenennungen anstehen.

Görig informierte daneben über die Planungen für fünf Windkraftanlagen im Bereich „Katzenwinkel“. Denn von diesen ist der Stadtteil direkt betroffen. Dem Bauantrag einer Firma auf Errichtung eines Windmessmastes habe der Magistrat sein Einvernehmen verwehrt, sagte er. Das Gebiet sei nicht im Flächennutzungsplan (FNP) Windkraft des Odenwaldkreises aufgeführt. Es könnte sein, so der Bürgermeister, dass die Firma gegen die Ablehnung der Mastaufstellung beim Kreis klagen werde.

Wie Görig weiter sagte, sei der gemeinsame FNP allerdings vom Regierungspräsidium Darmstadt abgelehnt worden. Die Kreis-Kommunen und der Odenwaldkreis selbst wollten nun dagegen vorgehen, es gebe aber noch keinen Verhandlungstermin. Die Juristen seien noch in Gesprächen. „Harte Kriterien“ für Windräder, also mindestens 1000 Meter Entfernung von Wohnbebauung, wären bei der jetzigen Planung nicht gewährleistet. In Richtung Airlenbach könnten es sogar unter 700 Meter bis zum nächsten Haus sein, meinte er.

Der Verkehr soll auf der L 3120 in Airlenbach „entschleunigt“ werden

Im Beerfelder Ortsteil Airlenbach wird zu schnell gefahren. Darüber sind sich alle einig. Doch wie lässt sich der Verkehr auf der L 3120 „entschleunigen“? Im Ortsbeirat ging es mal wieder um dieses Thema, nachdem 2015 zwei Geschwindigkeitsanzeigetafeln in den jeweiligen 60er-Bereichen angebracht worden waren. Diese sind zwar laut Ortsvorsteher Gerd Schäfer „ein kleiner Beitrag, der bisschen hilft“. Aber ohne Konsequenzen für Schnellfahrer.

„Wir haben nicht so viel Verkehr, aber viele, die zu schnell fahren“, meinte Schäfer. Mit baulichen und optischen Maßnahmen will man im Rahmen der eigenen Möglichkeiten die Raser, egal mit zwei oder vier Rädern, zum Abbremsen bringen. Hintergrund ist die 2013 im Auftrag des Ortsbürgers Hans Rausch angefertigte, professionelle Studie „Nicht so schnell in Airlenbach“. Dort werden verschiedene Vorschläge gemacht.

Allerdings sind der Stadt Grenzen gesetzt, wurde in den Äußerungen von Bürgermeister Gottfried Görig und Sascha Flick vom Ordnungsamt deutlich. Denn es handelt sich um eine Landesstraße, für die die Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil zuständig ist. Die dortigen Mühlen mahlen langsam und man bekommt auch nicht immer das erhoffte Ergebnis, war allen Anwesenden bewusst. Von daher bedauerte es Schäfer, dass kein Vertreter der Behörde zur Sitzung erschienen war.

„Große Baumaßnahmen wie die Einengung der Fahrbahn und ein Straßenteiler wären mit großen Aufwand verbunden“, erläuterte Görig. Hessen Mobil stelle sich auf den Standpunkt, dass die Gemeinde dafür aufkommen solle. „Im Haushalt 2017 sind aber keine Mittel drin“, sagte der Bürgermeister.

Die Runde war sich uneinig, ob mit einer Bepflanzung links und rechts der Fahrbahn und einer damit verbundenen „Torwirkung“ etwas erreicht werden könnte. Denn ein breiter Grünstreifen ist in Landesbesitz, dafür brächte man wiederum eine Genehmigung. Und ob Bäume, die weiter weg von der Straße stehen, die gewünschte Wirkung bringen, wurde in Frage gestellt. Ganz abgesehen davon, ob sie, wenn dichter dran, nicht bei gefährlichen Kreuzungen die Sicht nehmen.

Man will nun mit kleinen Maßnahmen, die wenig Geld kosten und am einfachsten durchzusetzen sind, schon in diesem Jahr starten. Dazu gehört die von Schäfer vorgeschlagene „60“ an den beiden Ortseingängen mit dem grünen Weilerschild. Außerdem soll eine „50“ auf die Straße, wo dann das gelbe Ortsschild steht. Angedacht sind auch „Rüttelstreifen“, um die Autolenken zum Langsam fahren zu bewegen. Allerdings war Tenor eindeutig: „Wo nicht kontrolliert wird, hält sich keiner dran.“

Weshalb auch das Thema „Blitzer“ wieder angesprochen wurde. Da war man in Airlenbach vor einiger Zeit noch skeptisch, aber die Wirkung in Hetzbach und Gammelsbach bewirkte bei Schäfer ein Umdenken. Auch andere Teilnehmer sprachen sich dafür aus. Flick widersprach der Meinung, ein stationäres Gerät habe nur punktuelle Wirkung. „In den 500 bis 600 Metern davor und dazwischen wird langsamer gefahren“, wies er auf die Erfahrungen aus den beiden Ortsteilen hin.

Der Bürgermeister machte jedoch deutlich, dass diese Geräte an bestimmte Kriterien gebunden seien. Es sei zu ermitteln, wie viele Fahrzeuge wie schnell durch Airlenbach fahren. „Wir brauchen eine positive Stellungnahme der Polizeiakademie“, ergänzte Flick. Es müsste im Einzelfall geprüft werden, wo ein Blitzer Sinn mache. Und: „Es sollte kein Drauflegegeschäft sein.“ Im Gegensatz zu Hetz- und Gammelsbach wären die Fixbetreuungskosten für die Stadt in Airlenbach sicherlich höher, sagte er. Dass die Messungen aber Wirkung zeigen, ist auch klar: Von 18.000 im ersten Jahr sind die Beanstandungen auf jetzt 6000 Fälle zurückgegangen.

„Es muss endlich mal was geschehen“, lautete eine Äußerungen aus dem Publikum. Es gebe immer wieder gefährliche Situationen. Viel zu lange seien die Maßnahmen schon rausgeschoben worden. Ganz klar votierte man pro Blitzer, wollte neben der 60er-Markierung auch ein Überholverbot (Traktoren ausgenommen) in diesem Bereich. Eine Anregung, die Görig und Flick ebenfalls mit in die nächste Verkehrsschau nehmen.

Wie Sascha Flick erläuterte, kann man das Ortsschild nicht weiter nach außen versetzt werden, um eine Ausdehnung des 50er-Bereichs zu erhalten. Dafür fehle die notwendige durchgehende Bebauung. Am Beispiel Schönnen habe man gesehen, wie das ausgehen könne. Dort musste das Ortsschild nach einer Klage zurückversetzt werden. Er sagte zu, die mobile Geschwindigkeitsanzeige zwei bis drei Mal im Jahr an verschiedenen Stellen der Landesstraße anzubringen, damit ein gewisser Wechsel gewährleistet sei.

 

Beerfelden: Windräder im „Katzenwinkel“ sollen verhindert werden

Planungen für fünf Windkraftanlagen im Bereich „Katzenwinkel“ auf dem Höhenrücken zwischen Etzean und Airlenbach waren in der vergangenen Stadtverordneten-Sitzung Thema einer Anfrage von Andrea Heß-Kraus (SPD). Sie wollte den Stand der Dinge wissen. Wie Bürgermeister Gottfried Görig entgegnete, habe es von einer Firma den Bauantrag auf Errichtung eines Windmessmastes gegeben.

Der Magistrat habe diesem im Januar kein Einvernehmen erteilt, der Kreisausschuss ihn dann abgelehnt, weil das Gebiet nicht im Flächennutzungsplan (FNP) Windkraft des Odenwaldkreises aufgeführt sei. Es könnte sein, so der Bürgermeister, dass die Firma gegen die Ablehnung der Mastaufstellung beim Kreis beklagen werde.

Wie Görig weiter sagte, sei der gemeinsame FNP allerdings vom Regierungspräsidium Darmstadt abgelehnt worden. Die Kreis-Kommunen und der Odenwaldkreis selbst klagten nun dagegen, es gebe aber noch keinen Verhandlungstermin. Die Juristen seien noch in Gesprächen. Bei der kommenden Fortschreibung des städtischen Flächennutzungsplans in puncto Windkraft werde man wohl auch das Gebiet Sensbacher Höhe rausnehmen, sagte Görig.

Andreas Krauch (FDP) rief dazu auf, sich mit aller Macht gegen die Planung im „Katzenwinkel“ zu wehren. Denn dort sollten die größten Windräder des Odenwalds mit 230 Metern Höhe und 4,3 Megawatt Leistung entstehen, die direkt in der Sichtlinie des Beerfelder Galgens lägen. „Wir sollten alles tun, um sie zu verhindern.“ Auch wenn das Projekt auf gräflichen Land liege, sah Stadtverordneten-Vorsteher Hans-Jürgen Löw trotzdem verhindernde Einflussmöglichkeiten der Stadt, etwa bei der Zufahrt über Gemeindewege.

„Harte Kriterien“ für Windräder, also mindestens 1000 Meter Entfernung von Wohnbebauung, wären beim gemeinsamen FNP des Kreises festgeschrieben worden, sagte Görig. Bei der jetzigen Planungen wären sie das nicht, so Krauch. Denn Richtung Airlenbach sah er nur um die 750 Meter gegeben, auch das Gestüt Etzean sei näher dran.

Der FDP-Mann wies darauf hin, dass das Gebiet im bisherigen Regionalplan enthalten sei, im Entwurf des neuen aber nicht mehr. Deshalb würden die Betreiber sicher alles daran setzen, schnell in die Umsetzung zu gehen, was man verhindern solle. Vorbereitende Arbeiten seien im Wald bereits zu beobachten, etwa durch Markierungspunkte für die verschiedenen Windräder.