Nichts ist es mit dem Alleskönner-Dorftreff

Die Überlegungen für den Alleskönner-Dorftreff in Schöllenbach sind erst einmal passé. Eigentlich wollte die Stadt Oberzent die ehemalige Pension „Hesseneck“ aufkaufen und daraus sowohl Feuerwehrunterkunft als auch Vereins- und Veranstaltungsräume machen. Doch Pustekuchen. Wie jetzt auf der Ortsbeiratssitzung mitgeteilt wurde, veräußerte der Besitzer das Gebäude an einen privaten Interessenten, der mehr Geld auf den Tisch legte als mit der Stadt zuvor ausgemacht war.

Früher gab es im 240-Seelen-Dorf noch drei Gaststätten. Da war es für die Vereine kein Problem, einen Versammlungs- oder Veranstaltungsraum zu finden. Ein Dorfgemeinschaftshaus war noch nicht notwendig und von den Wirten natürlich auch nicht wirklich gewollt, weil sie um ihren Umsatz fürchteten. Aber nach und nach machte alles zu und die Schöllenbacher standen mit ihren Festivitäten auf der Straße. Man wich für Singstunden ins Rathaus aus.

Ein weiterer, dringender Handlungsgrund ist immer noch der Zustand des Feuerwehrhauses. Das ist in einem desolaten Zustand und müsste, um die Anforderungen des technischen Prüfdienstes zu erfüllen, aufwändig saniert werden. Was im Bestand ziemlich unmöglich ist, da auch eine bauliche Erweiterung nötig wäre, um die Umkleiden von der Fahrzeughalle zu trennen. „Alternativen werden jetzt geprüft“, teilte Ortsvorsteher Martin Pollak mit.

Fortschritte gibt es aber auf einer anderen „Baustelle“ in Schöllenbach, informierte er. Der Eutersee wurde am nördlichen Zufluss im Auftrag der Stadt ausgebaggert. Die Genehmigung hierfür hatte im vergangenen Jahr längere Zeit auf sich warten lassen, weil mehrere Behörden beteiligt waren. Mit den Arbeiten wollte man eine zunehmende Verlandung verhindern. Das Material soll an anderer Stelle verwendet werden, um dort eine Art Badeinsel entstehen zu lassen.

Das Hochwasser vor zwei Jahren hatte einige Zerstörung hinterlassen, die jetzt wieder in Ordnung gebracht werden mussten. Denn sonst wäre der See an bestimmten Stellen „zugespült worden“. In diesem Zuge wurde jetzt auch die Fischtreppe repariert.  Pollak nutzte die Gelegenheit, den Aktiven der IKEK-Gruppe mit Torsten Laqua und Anneli Hieronymus an der Spitze für ihr Engagement zu danken.

Denn die Vorarbeiten für die jetzige Maßnahme leisteten die Helfer bereits im vorvergangenen Jahr, als sie dort die wild gewucherten Sträucher entfernten. Es wäre jedoch viel zu teuer gewesen, die dort entstandene Insel abzutragen. Stattdessen sollte im Umfeld abgelagerter Sand ausgebaggert und aufgeschüttet werden.

Weiteres Thema der Sitzung war die alte, der Gemeinde gehörende Schulhaus-Glocke in Kailbach. Die ist zwischenzeitlich, nachdem erst die Kirche, dann ein Privatmann das (inzwischen abgerissene) Turmgebäude kaufte, in der Friedhofshalle gelagert. Auf dem Friedhof soll sie in Zukunft wieder erklingen. Die Stadt muss dafür noch einen Bauantrag erstellen, so Pollak. Mit Eigenleistung aus der Bürgerschaft soll die Glocke dann angebracht werden. Geläutet wird dann per Hand.

Wird es nach der nächsten Kommunalwahl im Frühjahr 2021 drei Ortsbeiräte für das frühere Hesseneck geben? Die Überlegungen dafür werden angestellt, erläuterte der Ortsvorsteher. Denn die Ausgewogenheit bei nur einem Gremium sei für drei Orte etwas schwierig herzustellen, referierte er. Dazu kommen auch noch die Nachteile beim Budget, wenn es nur einen Ortsbeirat gibt. Mit drei Gremien gäbe es insgesamt mehr Geld.

Steht eine räumliche Lösung für die Schöllenbacher Feuerwehr noch aus, so ist eine für die Hesselbacher Kameraden zumindest übergangsweise gefunden. Daie haben ein ähnliches Problem: Die Umkleiden sind bisher für Männlein und Weiblein zusammen in der Fahrzeughalle – Kälte und Fahrzeuggerüche inklusive.

Der Ankleideraum wird nun, teilte Pollak mit, ins nahe gelegene Dorfgemeinschaftshauses verlegt. Dort kann man beheizte Räumlichkeiten der ehemaligen Dorfschule nutzen. Sonnensegel, Federwippe und Obstbäume: Der Ortsbeirat nutzte sein Budget für diese Anschaffungen, so der Ortsvorsteher ergänzend.

 

Schöllenbach soll einen neuen Treff bekommen

Der „Alleskönner-Dorftreff“ ist im Werden. So nennt sich ein Projekt, das Dorfgemeinschaft und Feuerwehr in neuen, sanierten Räumen unter ein gemeinsames Dach bringen soll. Nachdem sich bereits die Ortsvereine einhellig dafür ausgesprochen hatten und der Ortsbeirat sein Plazet gab, machte jetzt die Oberzent-Stadtverordnetenversammlung den Weg frei, indem sie den Sperrvermerk für den Ankauf des Grundstücks in der Hessenecker Straße 3 aufhob.

Früher gab es im 240-Seelen-Dorf noch drei Gaststätten. Da war es für die Vereine kein Problem, einen Versammlungs- oder Veranstaltungsraum zu finden. Ein Dorfgemeinschaftshaus war noch nicht notwendig und von den Wirten natürlich auch nicht wirklich gewollt, weil sie um ihren Umsatz fürchteten. Aber nach und nach machte alles zu und die Schöllenbacher standen mit ihren Festivitäten auf der Straße. Man wich etwa für Singstunden ins Rathaus aus.

Ein weiterer, dringender Handlungsgrund ist der Zustand des Feuerwehrhauses. Das ist in einem desolaten Zustand und müsste, um die Anforderungen des technischen Prüfdienstes zu erfüllen, aufwändig saniert werden. Was im Bestand ziemlich unmöglich ist, da auch eine bauliche Erweiterung nötig wäre, um die Umkleiden von der Fahrzeughalle zu trennen.

„Dunkel wie im Keller, ohne Heizung, Dach undicht, Tore defekt“, beschrieb Stadtbrandinspektor Marco Johe vor kurzem den Zustand. Noch dazu bekäme die Stadt für die Renovierung im Bestand keine Zuschüsse, während es für einen Neubau immerhin 30 Prozent gibt. Aus zwei mach eines, lautet deshalb der Befreiungsschlag: Jetziges, dann ehemaliges Feuerwehrhaus und früheres Schöllenbacher Rathaus sollen verkauft werden, um daraus den Erwerb des neuen Objekts zum Großteil zu finanzieren.

Zwischen 140.000 und 169.000 Euro könnte der Erlös für beide Objekte liegen, prognostizierte die Sparkasse. Das passt fast zum Kaufpreis für die ehemalige Pension mit Café „Hesseneck“ am Ortsrand Richtung Krähberg mit netto 170.000 Euro, woraus durch Nebenkosten dann 183.000 Euro werden. Hier gibt es eine große Parkfläche, dazu Raum für Open-Air-Veranstaltungen und auf dem Grundstück noch genügend Luft, um ein Gebäude für die Feuerwehr zu erstellen. Das Gebäude bietet etwa 550 Quadratmeter Wohn- und Nutzfläche.

Die nötigen Feuerwehr-Räumlichkeiten Marke Systemleichtbauhalle inklusive Fundament und Parkplätze sollen in etwa 130.000 Euro koste, errechnete Johe. 100.000 Euro davon sind förderfähig, was der Stadt eine Ersparnis von 30.000 Euro bringt. Gesangverein Sängerkranz und die Wehrleute hatten bereits im Vorfeld gegenüber der Stadt in Briefen die Vorzüge einer solchen Lösung in den höchsten Tönen gepriesen.

Bei den Stadtverordneten stießen sie damit auf offene Ohren. Oliver von Falkenburg (CDU) warf – neben der Zustimmung – die grundsätzliche Thematik auf, ältere Gebäude abzustoßen und sicdh anbietende Synergieeffekte zu nutzen. Chris Poffo (ÜWO) wollte die beiden Bestandsgebäude möglichst zeitnah ausschreiben, um mit dem Verkauf keine Zeit zu verlieren.

Thomas Ihrig (SPD) wies darauf hin, „dass wir auch Mittel für den Umbau des neuen Gebäudes brauchen“. Deshalb ist es ihm ein Anliegen, das weitere Vorgehen voranzutreiben und etwa ein Nutzungskonzept zu erarbeiten. Denn die Wiederherstellung des ehemaligen Anwesens Sawitzki kann mit Mitteln aus dem Dorferneuerungsprogramm IKEK gefördert werden, so der frühere Hessenecker Bürgermeister.

Thomas Väth (Grüne) begrüßte den schonenden Umgang mit der Ressource Boden, indem man vorhandene Gebäude nutzt und keinen Neubau erstellt. Er wünschte sich angesichts der vielen Großprojekte in Oberzent dazu auch den schonen Umgang mit der Ressource Finanzen. Wie Bürgermeister Christian Kehrer verdeutlichte, ist die Sicherung des benötigten Gebäudes der erste Schritt. Der zweite wird dann die Beplanung des Alleskönner-Dorftreffs sein, in dessen Zuge auch die mögliche Förderung mit dem Ministerium abgeklopft wird.

 

 

Zitat Technischer Prüfdient Hessen zum Feuerwehrhaus Schöllenbach: „Das Feuerwehrhaus bzw. die Fahrzeughalle ist unbeheizt. Folgeschäden … sowie Schimmelbildung können nicht ausgeschlossen werden…. Die Unterbringung der Einsatzkleidung/Spinde in der Fahrzeughalle entspricht nicht den Anforderungen. Eine Gefährdung durch Dieselemission ist nicht auszuschließen. Handlungsbedarf: unverzüglich.“