Bewohner hatten beim Sommerfest im Haus Cordula viel Spaß

Groß ist immer die Vorfreude auf das Sommerfest in Haus Cordula. Bewohner der beiden Einrichtungen in Kortelshütte und Rothenberg, Angehörige, Betreuer und Freunde kommen dazu gerne im Innenhof des Azurit-Seniorenzentrums Haus Cordula I zusammen. Nach einer kurzen Begrüßung durch Hausleiter Jörg Wehrle gab es für die Besucher viele unterschiedliche Darbietungen. Die Partyband „Urig & Echt“ aus dem Odenwald sorgte während der Veranstaltung für die passende musikalische Stimmung.

Clown Seppelino unterhielt auf kreative und humorvolle Art die Anwesenden und sorgte mit dem einen oder anderen Späßchen dafür, dass herzhaft gelacht wurde. In der „Aromaecke“, betreut von Aromaexpertin Sabine Grünberg, konnten sich die Gäste bei einer wohltuenden Kopfmassage entspannen und in die Welt der angenehmen Düfte eintauchen. Bewohner und Gäste nutzten die Gelegenheit in angenehmer Runde beisammen zu sitzen und genossen sichtlich die familiäre Atmosphäre.

Der DRK-Ortsverein Rothenberg, vertreten durch Claudia Naas, Hildegard Krauhs und Anja Braner, freute sich an diesem Nachmittag besonders: Jörg Wehrle überreichte den drei Damen einen Spendenscheck in Höhe von 500 Euro für die ehrenamtliche Seniorenarbeit. Die Summe kam bei der letzten Spendenaktion, welche durch die beiden Seniorenzentren in Oberzent organisiert wurde, zusammen.

„Wir haben uns ganz bewusst dafür entschieden, die Summe für die wertvolle, ehrenamtliche Seniorenarbeit zu spenden“, so Wehrle. „Unsere Bewohner freuen sich immer, wenn wir jeden ersten Donnerstag im Monat einen Ausflug zum beliebten Seniorentreff ins Rothenberger DRK-Heim unternehmen.“ Die glücklichen Gesichter der Gäste am Ende des Tages bestätigten die Verantwortlichen, dass es ein rundum gelungenes Fest war. Solche Veranstaltungen sorgen immer wieder für Abwechslung im Alltag und „fördern das Miteinander und den sozialen Austausch unserer Bewohner“, resümierte Wehrle.

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Kinder brachten den Senioren im Kortelshütter Haus Cordula beim Martinsumzug viel Freude

Aufgeregte Kinder, stolze Eltern und lachende Senioren: Der Rothenberger Kindergarten „Himmelsauge“ startete seinen Martinsumzug in diesem Jahr erstmals am Haus „Cordula“ in der Waldstraße. Wobei das Starten bedeutete, dass die Kinder zu Beginn die älteren Bewohner im Aufenthaltsraum und ihren Zimmern besuchten und mit den Liedern viel gute Laune mitbrachten. Martinsbrezeln und Gummibärchen waren der verdiente Lohn für die große Schar.

Hatte sich kurz vor Beginn noch der bange Blick von Erzieherinnen und Eltern nach oben gerichtet, so schloss der Himmel pünktlich zum Start seine Schleusen. Damit konnte der Zug im Anschluss trockenen Fußes den mit Fackeln beleuchteten Weg hoch zum Sportplatz antreten, wo bereits die Kortelshütter Feuerwehr auf die Kleinen wartete. Ein Martinsfeuer, warme Getränke und natürlich auch etwas zum Essen bildeten eine gelungene Abrundung des Abends.

Knapp 50 Kinder zwischen einem und sechs Jahren besuchen aktuell den kommunalen Kindergarten. Ein Viertel davon gehört zu den unter Dreijährigen. Das Basteln der Laternen begann bereits direkt nach den Sommerferien, weiß Leiterin Andrea Koch, die zusammen mit ihren Kolleginnen Stefanie Schindler, Marion Honnen, Katja Seip, Jana Johann und Ruth Diener vor Ort war. Die zwei männlichen Kollegen waren bedauerlicherweise krank.

Zwei Wochen vor dem Martinsumzug ging es dann „in die Vollen“. Es wurden Bücher über das Leben des Bischof von Tours gelesen, Bilder aus der Geschichte des Heiligen gezeigt und die Geschichte erzählt, warum er solch eine Bedeutung hat und wieso es den Martinsumzug mit seiner jahrhundertealten Tradition gibt. Natürlich übten die Kinder auch die vielen Martinslieder ein, mit denen sie die Senioren, aber auch ihre Eltern unterhielten. Wand- und Fensterbilder sowie Mandalas entstanden neben den Laternen durch fleißige Kinderhände.

„Hoch über uns die Sterne“, „Kinder zieht euch warm an“ oder der „Lichterkinder-Rap“ waren ebenso dabei das klassische „Ich geh mit meiner Laterne“. Für die Umrahmung sorgten bei letzterem Lied die sechs Jungbläser des Rothenberger Posaunenchors, mit dem sich die Kleinen abwechselten. Die jugendlichen Musiker durften gleich nochmal ran, als sich die bunte Schar vom Foyer hinein ins Gebäude bewegte.

Der Kindergarten wählt sich jedes Jahr einen anderen Ortsteil aus, in dem der Martinszug stattfindet. Letztes Jahr war dies Ober-Hainbrunn, davor die Hinterbach. „Wir brauchen immer einen zentralen Platz“, sagt Marion Honnen, da neben den Kleinsten auch viele Eltern und Verwandte mit dabei sind. Da kommen dann wie jetzt locker 60 bis 70 Personen zusammen. Und das trotz des schlechten Wetters.

Wenn auch zum ersten Mal in Kortelshütte, hat die Zusammenarbeit mit dem Rothenberger Cordula-Haus bereits Tradition. Da bringt der Kindergarten Kuchen zum Muttertag vorbei oder gestaltet die Adventsfeier mit. Hausleiter Jörg Wehrle freute sich über den Besuch und die Unterhaltung für die 75 Bewohner des Seniorenzentrums. Er wie auch Andrea Koch begrüßten die großen und kleinen Besucher. „Sie bringen den älteren Menschen Freude“, sagte er. „Das Wetter ist fast wie früher vor 1700 Jahren bei St. Martin“, so Koch.

Während sich die Laternenträger über die Martinsbrezeln und andere Süßigkeiten freuten, die ihnen die Senioren mit leuchtenden Augen zusteckten, gab es für die Kindergartenleitung auch eine schöne Überraschung: Das Hinterbacher Köhlerteam hatte einen Scheck über 500 Euro im Gepäck, den Hiltrud Kwiatkista, Thomas Frisch und Nadine Frisch an Andrea Koch überreichten.

Schon seit Jahren besuchen die Kinder immer den Kohlenmeiler, um dort das alte Handwerk zu bestaunen. Nur dieses Jahr musste die Wanderung von Rothenberg in die Hinterbach ausfallen, weil schon Sommerferien waren. Die Zuwendung an den Kindergarten aus dem Erlös der zweijährlichen Veranstaltung hat bereits eine schöne Tradition.

Bereits am Nachmittag hatten die Hinterbacher Hobbyköhler einen weiteren Teil ihres Erlöses aus dem zehntägigen Event gespendet: Erwin Hotz und Schatzmeisterin Hiltrud Kwiatkista übergaben noch einmal 500 Euro an die Hospizgruppe Südlicher Odenwald aus Rothenberg, für die Leiterin Gisela Ritter mit Dankesworten den Scheck entgegennahm.

Ausstellung mit „Augenblicken der Erinnerung“ von demenzerkrankten Menschen im Haus Cordula Rothenberg

„Das Leuchten in den Augen“ heißt eine Fotoausstellung mit Momentaufnahmen von demenzerkrankten Menschen. Sie entstand im Erzählcafé des Gerontopsychiatrischen Zentrums am Psychiatrischen Zentrum Nordbaden (PZN) Wiesloch. Jetzt sind die eindrucksvollen Bilder mit „Augenblicken der Erinnerung“, festgehalten vom Fotografen Sven Fritzsch, im Azurit-Seniorenzentrum Cordula in Rothenberg zu sehen. Fritzsch begleitete über Monate hinweg die Sozialarbeiterin Monika Hanke bei der Erinnerungsarbeit mit Demenzerkrankten.

Die Idee kam Hanke eher zufällig, berichtete sie bei der Eröffnung im Beisein von Hausleiter Jörg Wehrle und Bürgermeister Hans Heinz Keursten. Sie ist am PZN seit 1992 in der Betreuung gerontopsychiatrischer Patienten tätig. Beim Treffen mit dem alten Jugendfreund aus Leipzig meinte sie zu diesem: „Meinst du, du kannst das Leuchten in den Augen einfangen?“ Fritzsch fackelte nicht lange. „Er war bestimmt zehn Mal bei uns und hat fotografiert“, erinnerte sich Hanke.

Als dann durch die PZN-Leitung entsprechende Mittel bewilligt wurden, „haben wir die Bilder herstellen lassen“. Das war gar nicht so einfach, denn es galt, „die besten aus 10.000 herauszusuchen“. Zusätzlich wurden ein Filmpreis und ein Jugendwettbewerb ausgeschrieben. Den sicherte sich damals eine fünfköpfige Mädchengruppe mit einem Demenz-Rap. Ziel von allem war die Entstigmatisierung der Demenzerkrankung, der sich das PZN damit schon seit 2010 widmet.

Entstanden sind durch Fritzsch bewegende Fotografien von Gesichtern, in denen sich die geweckte Erinnerung als „Leuchten in den Augen“ ausdrückt. Sie dokumentieren Momente, in denen das Bewusstsein über die eigene Identität und längst vergangene Stationen des Lebens gedanklich wieder erlebt werden konnten. In einer Situation, da die Sprache als Ausdrucksmittel fehlte, gelang es dem Fotografen durch das Einfangen von Blicken, Mimik und Gestik, ein Verständnis zu erzeugen von dem, was in den porträtierten Menschen vor sich geht.

Die Schwarz-Weiß-Motive in den Gängen und Sälen des Cordula-Heims beeindrucken auf eindrucksvolle Weise durch die Fröhlichkeit, die trotz der Krankheit aus den Gesichtern der Menschen spricht. Mit den entsprechenden Zitaten versehen, entsteht hier ein Stück Erinnerung, der schon vergessen glaubt. Denn, so weiß Hanke: „Was bleibt, ist die Erinnerung.“

Die Sozialarbeiterin Hanke versucht in ihrer biografischen Erinnerungsarbeit, die noch im (Langzeit-)Gedächtnis vorhandenen Kompetenzen zu sehen, zu fördern und wertzuschätzen. Beim Gespräch über die „alten Zeiten“ werden Erinnerungen wachgerufen, die laut Hanke „den Patienten spüren lassen, dass er wichtig und wertvoll ist“.

Diese natürliche Wertschätzung kommt bei den Erkrankten nicht nur stimmungsfördernd an, sondern „uns Jüngeren eröffnet sich dadurch ein Blick auf erlebte Geschichte, an der wir nicht beteiligt waren“. Damit lerne man Dinge und Fertigkeiten kennen, „die unserer modernen Welt zum Opfer gefallen sind“. Dadurch nehmen die Beteiligten „eine Erfahrung mit in unserer eigenes Leben“, formulierte sie es.

Jörg Wehrle freute sich, die weitgereiste Ausstellung nun auch in den Haus-Cordula-Räumen zeigen zu können. Sie war bereits in stationären und ambulanten Einrichtungen, städtischen Gebäuden, aber auch Kirchen in ganz Baden-Württemberg zu sehen. So im Heidelberger Landratsamt, in Aalen, Ehningen oder am Bodensee. Dem Hausleiter geht es darum, mit der oft unter dem Deckel gehaltenen Krankheit Demenz offen umzugehen. Auch Bürgermeister Hans Heinz Keursten wies auf das wichtige Thema hin und freute sich, die Ausstellung mit eröffnen zu können.

 

Info: Die Ausstellung ist in den Räumen des Azurit-Seniorenzentrums Cordula, Hirschhorner Straße 25, 64757 Rothenberg, Telefon 06275-9198200, bis 24. Oktober werktags von 10 bis 17 Uhr oder auf telefonische Vereinbarung zu sehen. Weitere Vorträge im Rahmen der Demenz-Reihe: „In Liebe und Wut: wahre Superhelden geben nie auf“ mit Margot Unbescheid am 11. Oktober; Pflegekonzepte für Demenz mit Rainer Abendroth am 25. Oktober; „Lügen oder nicht lügen – wie halten wir es mit der Wahrheit bei Demenz?“ mit Margot Unbescheid am 8. November; Umgang mit Menschen mit Demenz mit Monika Hanke am 29. November, jeweils mittwochs 19 Uhr. Weitere Infos unter http://www.demenz-begegnen.de

Azurit-Gruppe investiert kräftig in die beiden Rothenberger Seniorenheime

In den beiden Azurit-Seniorenheimen des Höhendorfs tut sich einiges. Hell, freundlich, modern, offen präsentiert sich bereits das sanierte Gebäude in Rothenberg, in Kortelshütte laufen bis Ende Mai noch die Umbauarbeiten. Mehr als eine halbe Million Euro nimmt die Unternehmensgruppe in die Hand, um die Seniorenzentren nach der Übernahme vor zwei Jahren auf den neusten Stand zu bringen. Gleichzeitig bekommt „Cordula II“ in Rothenberg ein neues Konzept, das auf die Betreuung von Demenzkranken ausgerichtet ist.

Seit vergangenen Oktober betreut Jörg Wehrle als Hausleitung alle Arbeiten. Zunächst noch gemeinsam mit der Ende des letzten Jahres Richtung Heimat wechselnden vorherigen Chefin Kathleen Hanschke, ab Januar dann in Eigenregie. Ziel im Rothenberger Haus war es seinen Worten zufolge, möglichst jedes Zimmer mit einem eigenen Bad auszustatten. Zuvor teilten sich manchmal noch fünf Räume eine Nasszelle. „Bis auf zwei hat das auch geklappt“, freute sich Wehrle über die schwierigen Arbeiten in dem eher kleineren Objekt am Ortseingang von Hirschhorn kommend. Zusätzlich wurden die Bodenbeläge ausgetauscht und vereinheitlicht, erhielten alle Räume einen neuen Anstrich und ein frisches Ambiente.

„Demenzkranke sollen im Haus Cordula II in ihrer Krankheit ein Zuhause finden können“, beschreibt Wehrle das neue Konzept, das bereits in anderen Azurit-Gebäuden bundesweit umgesetzt wurde. Positiv wirkt sich bei der Verwirklichung aus, dass es kleine Gruppen gibt, weil in Rothenberg pro Etage gerade einmal zwölf Plätze zur Verfügung stehen, 37 im ganzen Haus. „Das ist gut umsetzbar“, so Wehrle. Betreut werden alle Arten von Demenz von leicht bis sehr schwer.

Für die besonders schwer Erkrankten wurde im Obergeschoss eine Pflegeoase geschaffen. Elf Zimmer sind so gestaltet, dass die Betten in eine „kommunikative Mitte“ geschoben werden können, wo es eine Fernsehecke mit Couch gibt, dazu noch eine Küchenzeile und einen Arbeitsbereich der Pflegekräfte in einer Art Bar-Charakter. Im näheren Umfeld ist diese Konzeption eines Seniorenheims Wehrle zufolge „etwas Besonderes“.

In Kortelshütte soll der Abschluss der Sanierung im Monat drauf mit einem Sommerfest gefeiert werden. Hier gab es ähnliche Arbeiten. Die Bodenbeläge werden erneuert, die Wände gestrichen, die Sanitärbereiche aufgefrischt. Wenn auch einen behüteter Demenzbereich geschaffen wurde, so bleibt „Cordula I“ laut Wehrle aber ein „klassisches Seniorenzentrum“. Neben Bewohnern aus dem Odenwaldkreis ist es auch bei Hirschhornern sehr beliebt, die ihre Angehörigen dort gut versorgt wissen.

Für beide Wohnheime verzeichne man „eine gute Nachfrage“, betont Wehrle. Durch den bereits erfolgten Umbau sind in Rothenberg noch nicht alle Plätze wieder belegt. Derzeit gibt es um die 25 Bewohner, Tendenz steigend. In Kortelshütte sind die zur Verfügung stehenden 75 Plätze aktuell ebenfalls nicht ausgeschöpft, da durch den Umbau nicht alle Zimmer zur Verfügung stehen. Die Azurit-Gruppe hatte die evangelisch-lutherischen Häuser nach der Insolvenz 2015 übernommen.

Zur Person: Jörg Wehrle, 34 Jahre alt, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Der gebürtige Eberbacher lebt seit zehn Jahren mit seiner Familie in Gras-Ellenbach. Wehrle ist seit 14 Jahren in der Pflegebranche tätig, seit 2009 mit einer zweijährigen Unterbrechung für die Azurit-Gruppe, die auch die beiden Häuser in Rothenberg und Kortelshütte betreibt. Vor seinem Wechsel im vergangenen Oktober und der vollständigen Übernahme der Hausleitung war er im Azurit-Haus „Talblick“ in Gras-Ellenbach tätig.

Rothenberg: Darlehens-Abschreibung fürs Haus Cordula könnte den Jahresabschluss gründlich vermiesen

Frühere Darlehen und Zuschüsse für das evangelisch-lutherische Haus Cordula, nach der Insolvenz inzwischen Teil der Azurit-Gruppe, könnten der Gemeinde ziemlich die Bilanz verhageln. Denn aufgrund einer speziellen Bescheid-Konstruktion war Rothenberg Empfänger der Gelder vom Land und nicht das Seniorenheim selbst. Aufgrund der zwischenzeitlichen Pleite 2014 will nun das hessische Sozialministerium die Gelder anteilig zurück. „Nicht mit uns“, sagte die Verwaltung und reichte dagegen Klage ein.

Tina Bartmann vom Kommunalservice Oberzent bezifferte auf der vergangenen Gemeindevertreter-Sitzung auf Nachfrage die entsprechenden finanziellen Folgen. Es dreht sich um etwa 920.000 Euro, für die Rothenberg gerade stehen soll, davon etwa 720.000 Euro Zuschüsse. Etwa 200.000 Euro sind noch aus dem Kredit übrig, für den die Gemeinde jedes Jahr etwa 21.000 Euro an Zins und Tilgung aufbringt. Da es seit 2014 die Zahlungen vom insolventen Haus Cordula nicht mehr gibt, ist dieses Jahr auch relevant für die Abschreibung der restlichen Summe.

Der Jahresabschluss 2014 sei noch nicht aufgestellt und dem Gemeindevorstand vorgelegt, schickte die KSO-Mitarbeiterin voraus. Daneben müsse sie ihr Vorgehen noch endgültig mit dem Revisionsamt abstimmen. Im Wesentlichen, so Bartmann, werde sich das dann aufgelaufene Defizit für 2014 aber ziemlich genau mit der notwendigen Abschreibung des Kredits über 257.000 Euro decken, sagte sie. Zins und Tilgung würden für die Restlaufzeit weiterhin aufgebracht, es fehlten nur die bisherigen Einnahmen.

Die Zuschüsse und das Darlehen wurden dem evangelisch-lutherischen Haus Cordula in den Jahren 1995 und 2004 in einer Gesamthöhe von zwei Millionen Euro gewährt. Aber, und das ist das Spezielle dabei, im Auftrag des Landes von der Kommune an den damaligen Betreiber ausgezahlt. „Die Frage ist noch unklar, warum es dieses Konstrukt gab“, meinte Bürgermeister Hans Heinz Keursten.

Fakt ist jedenfalls: Rothenberg klagt gegen das Land. Die Schrift dazu ist in Vorbereitung und soll zu Beginn des kommenden Jahres eingereicht werden. Der Hessische Städte- und Gemeindebund wurde vom Gemeindevorstand beauftragt, seine Interessen wahrzunehmen. Die Sache sei „juristisch sehr komplex und diffizil“, meinte der Bürgermeister, und resultiere sich aus dem damaligen Bescheid.

Die Rückforderung ergibt sich Keursten zufolge aus dem Betreiberwechsel vor zwei Jahren nach der Insolvenz. Damit sei der Zweck der damaligen Darlehen und Zuschüsse weggefallen, unter dem diese dem früheren, dann insolventen Trägerverein evangelisch-lutherisches Haus Cordula gewährt worden waren. Für den Umbau des Gebäudes, Modernisierung und Aufstockung, aber nicht für zusätzliche Pflegeplätze seien damals die Gelder geflossen, so Keursten.

Der jetzige Betreiber, die Azurit-Gruppe, habe damit nichts mehr zu tun, weil sie die beiden Häuser in Kortelshütte und Rothenberg über den Insolvenzverwalter gekauft habe. Dabei seien die Belastungen nicht mit übernommen worden. Keursten betonte, dass es bei den früheren Entscheidungen darum gegangen sei, den größten Arbeitgeber im Ort zu unterstützen und den Fortbestand des Hauses zu sichern – im Nachhinein vergebens.

In Abwägung des Für und Wider habe die Gemeinde damals dieser eigentlich paradoxen Zuschussgewährung von Landesmitteln über die Kommune zugestimmt. Denn „das Haus Cordula und das Ministerium verhandelten, aber die Kommune bekam den Bescheid und haftete“, so der Rathauschef. Natürlich, meinte er, „hätten wir den Bescheid nicht annehmen müssen“. Aber dann wäre auch der damalige Fortbestand der Einrichtung auf dem Spiel gestanden. Aus dem Gemeindevertreter-Rund kam die Anregung, die Abschreibungen und Wertberichtigungen noch vor der Oberzent-Fusion vorzunehmen, da mit dieser die bis dann aufgelaufenen Defizite durch Verrechnung mit dem Eigenkapital auf null gestellt werden können.

Nach der Pflege im Haus Cordula in Kortelshütte: Die 98-jährige Anna Naumer steht wieder auf eigenen Beinen

Anna Naumer ist eine Kämpfernatur, die selbst die erfahrenen Pflegekräfte im Azurit-Seniorenzentrum Cordula I immer wieder in Erstaunen versetzte. Denn die gebürtige Neckarauerin ist zarte 98 Jahre alt und erlitt im Frühjahr eine komplizierte Beckenringfraktur. Normalerweise kommen Senioren damit kaum mehr auf die Beine. Doch Anna Naumer biss sich durch, machte die Reha-Programme konsequent mit und durfte jetzt mit ihrer Tochter Iris Dörr wieder nach Hause – gehen.

Sechs Wochen musste die alte Dame nach der Operation im Theresien-Krankenhaus zuerst im Bett verbringen. Im Haus Cordula wurde sie vom Pflegeteam dann mobilisiert, mit dem Rollstuhl am Geschehen im Haus teilzunehmen, erinnert sich Hanschke. Nicht nur zum Essen, sondern auch für Gesellschaftsspiele oder zum Singen, was der 98-Jährigen viel Spaß machte. Eine knapp vierwöchige Reha im Bethanien-Krankenhaus, für die die Tochter viel kämpfen musste, war so erfolgreich, „dass Frau Naumer Ende Juli wieder kleine Schritte am Rollator machen konnte“.

Inzwischen kann sie längere Strecken mit dem Hilfsmittel oder sogar aus eigener Kraft ein paar Schritte machen. „Das ist eine große Leistung, dass sie jetzt wieder nach Hause kann“, schätzt Hanschke den „starken Willen“ der alten Dame gar nicht hoch genug ein. „Ohne diesen hätte sie es auch nicht gepackt“, ist sich die Heimleiterin sicher. In ihrem Alter, meint Hanschke, „ist das was Außergewöhnliches“. Anna Naumer habe wirklich „Gas gegeben“, macht sie der Senioren ein Riesenkompliment.

Unterstützt wurde Anna Naumer dabei von den anderen Heimbewohnern, die ihr Mut zusprachen, aber auch vom Pflegeteam und Physiotherapeutin Marina Litvin aus Hirschhorn, die sie in den vergangenen Wochen anleitete, sprichwörtlich wieder auf einen Beinen zu stehen. Für Heimleiterin Kathleen Hanschke ist diese Entwicklung fast schon ein Wunder und in ihrer Berufslaufbahn bisher so nicht untergekommen. Zuhause wird die 98-Jährige jetzt ambulant betreut.

Spaziergänge hatten es der Senioren schon immer angetan, vielleicht kam daher auch der Drang, sich wieder bewegen zu wollen, mutmaßt Hanschke. Gemeinsam mit ihrem früh verstorbenen Mann (1960) ging sie gerne wandern. Auch Schwimmen gehörte zu ihren Leidenschaften. Im hauseigenen Cordula-Chor sang sie gerne mit, an Informationen über Politik aus den verschiedenen Medien war sie interessiert.

Da die Mannheimer Familie seit langen Jahren einen Zweitwohnsitz in Hirschhorn hat, verbrachte Anna Naumer immer einen großen Teil des Jahres in der Neckarstadt. Sie war in der Vergangenheit schon des Öfteren zur Kurzzeitpflege im nicht weit entfernten Haus Cordula. Sollte es also mal zu einem stationären Aufenthalt kommen, wollten Mutter und Tochter immer einen Platz in Kortelshütte haben, weiß die Heimleiterin.

Die 98-Jährige war die jüngste Tochter von sieben Geschwistern. Sie erlebte zwar zwei Kriege mit, wurde jedoch laut Tochter Iris Dörr in Neckarau nicht ausgebombt. „Meiner Mutter ging es immer gut und es fehlte an nichts.“ Als die US-amerikanischen Soldaten kamen, hatte sie sogar die Möglichkeit, in der Speisenversorgung der Armee mitzuarbeiten. Sie durfte Obst, Gemüse und Brot mit nach Hause nehmen und ernährte damit die gesamte Familie. Heute ist sie die einzige der Geschwister, die noch lebt.

In jüngeren Jahren war Anna Naumer sehr reiselustig. Sie war immer unterwegs, berichtete die Tochter, mit Freunden und Familie, in der Schweiz und Österreich. Und bereiste sogar andere Kontinente, erinnert sie sich. Gearbeitet hat die Seniorin im Mannheimer „Rosengarten“. Im Kongress- und Tagungszentrum bediente sie Stadträte und war für die Garderobe zuständig. Sie ist stolz darauf, dass ihre Enkelin nun auch Stadträtin wird. Ihr größter Wunsch ist es, im Oktober mit zu deren Vereidigung gehen zu können.

Bis sie 80 Jahre alt wurde, war Anna Naumer immer gesund, sagt Tochter Iris. Der erste Schicksalsschlag war dann ein Schlaganfall. „Sie war gerade mit einer Freundin auf Sylt, als es passierte.“ Erkannt wurde es erst einen Tag später durch Zufall. Das Geheimrezept für die Gesundheit ihrer Mutter: „Sie ist und war schon immer eine Frohnatur.“ Sie habe sich durch nichts klein kriegen lassen und lebte nach dem Motto „Wir müssen einfach nach vorne schauen.“

Sommerfest des Seniorenzentrums Haus Cordula in Kortelshütte stieß auf große Resonanz

Bei strahlendem Sonnenschein und heißen Temperaturen fand Azurit-Seniorenzentrum Haus Cordula I das traditionelle Sommerfest statt. Über 100 Gäste kamen in die Einrichtung in der Waldstraße. Der Wettergott meinte es in diesem Jahr besonders gut und so konnte die Veranstaltung im Freien stattfinden. „Dank Pavillons und Sonnensegeln, die wir mit vereinten Kräften aufgebaut hatten, gab der Innenhof genügend schattenspende Plätze her“, meinte Hausleiterin Kathleen Hanschke.

Auf die Besucher wartete ein buntes und facettenreiches Unterhaltungsprogramm. Die Band „Heebie Jeebies“ mit einigen Mitgliedern aus Rothenberg sorgte mit irischen Songs, Balladen und Polkas für die perfekte Stimmung. Ein besonderer Höhepunkt war der Auftritt des Falkner-Ehepaars Werner und Gisela Becker aus Amorbach. Sie verzauberten die Gäste mit spannenden Geschichten aus dem Leben der Greifvögel.

Besonders freute sich Hanschke über den Auftritt der Kindertanzgruppe des Odenwälder Volkskunstkreises. Dieser sei etwas ganz Besonderes gewesen. Als die Kinder anfingen zu tanzen, begannen die Augen der Bewohner zu strahlen, sagte sie. „Wenn wir Generationen zusammen bringen, entwickelt sich immer eine ganz eigene Atmosphäre und bringt auf allen Seiten viel Freude mit sich.“

Auch bei den kleinsten Gästen kam keine Langeweile auf: Gut besucht war der Stand von Künstlerin Britta Hoffmann, die zum Kinderschminken und Luftballonfiguren gestalten einlud. Damit die Kinder nicht zu lange warten mussten, konnten sie parallel am Basteltisch, organisiert durch die Mitarbeiterinnen der Betreuung, kreativ werden. Hier ließen sich nicht nur Blumentöpfe bemalen und bepflanzen, sondern auch Steine etwa als Marienkäfer gestalten. Jeder kleine Gast durfte sein persönliches Kunstwerk am Ende des Tages als Andenken mit nach Hause nehmen.

Für das leibliche Wohl war rundum gesorgt: Das Catering-Team verwöhnte die Feiernden kulinarisch mit deftigen Spezialitäten vom Grill, aber auch geräuchertem Forellenfilet oder gefüllten Zucchini. Für die passenden Beilagen in Form vom Salaten, verschiedenen Dips und Baguette war ebenfalls gesorgt. Am Nachmittag luden stolze 22 Kuchen und Torten zum Naschen und Probieren ein. Diese waren von den Mitarbeitern der Einrichtung gebacken worden. Hanschke freute sich zum Abschluss sehr „über das außerordentliche Engagement meines Teams“ und den gelungenen Tag.