Bauhof-Mitarbeiter schuften für den Pferdemarkt wie die Ackergäule

Wenn es langsam auf den Pferdemarkt zugeht, herrscht im städtischen Bauhof Hochbetrieb – und Urlaubssperre. Zwei Wochen vorher und eine Woche danach werden alle helfenden Hände benötigt, um das größte Fest in Oberzent zu stemmen. 14 Mitarbeiter plus die Wassermeister sind gefordert, damit an den vier tollen Tagen alles funktioniert. Am Wochenende ist dann einer im Dauereinsatz: Bauhofleiter Gerd Köppel. „Das lasse ich mir nicht nehmen“, sagt er. Denn den „Gailsmarkt“ hat er quasi schon mit der Muttermilch aufgesogen.

Der Einsatzplan ist zwar schon über die Jahrzehnte erprobt, aber trotzdem kommt jedes Jahr was Neues dazu, schildert Köppel. Das ist meistens den steigenden Auflagen gefordert. Ein Beispiel sind die fünf großen Wassertanks, die als Hindernisse auf den Zufahrtsstraßen dienen, sodass keiner ungebremst aufs Festgelände donnern kann. „Da ist ein Kubikmeter Kies drin“, erläutert Köppel verschmitzt. Kein Wasser, denn das könnte ja ein Scherzbold ablassen.

Vom Sportplatz kommend werden drei davon aufgestellt, aus Richtung Hirschhorner/Gammelsbacher Straße zwei. Die anderen Zufahrten haben einen 90-Grad-Winkel drin, sodass hier Fahrzeuge keine Geschwindigkeit aufnehmen können.

Dieses Jahr werden außerdem 300 Meter Bauzaun gestellt, zum einen als Abtrennung zwischen Markt- und Turniergelände, zum anderen um am Abschlussmontag einen Parkplatz fürs Feuerwerk zu sperren. Neben den Straßenlaternen hängen die Mitarbeiter zusätzliche LED-Strahler auf, damit es auch nach der Sperrstunde noch Licht für die Besucher gibt. Und sollte es einen Stromausfall geben, stehen zwei „Power-Moon“-Aggregate zur Verfügung, die den Festplatz im Notfall beleuchten.

Der Stromverbrauch „ist in den vergangenen Jahren stark gesunken“, freut sich Köppel. Denn die Betreiber der Fahrgeschäfte steigen nach und nach auf LED um, weil diese Beleuchtungsart viel weniger Strom verbraucht – und den müssen sie ja nach Verbrauch bezahlen. Die Markthändler werden nach einem Festbetrag abgerechnet.

Um die 15 Stromkästen hängen auf dem Festgelände, was locker 150 Schukosteckdosen bedeutet, rechnet der Bauhofleiter nach. Stromstrom natürlich außen vor. Die Fahrgeschäfte sind aufgrund des großen Bedarfs direkt angeschlossen. Mit Leitungen einmal quer durchs gesamte Marktgelände schätzt er um die zwei Kilometer an Kabeln, die zu verlegen sind. Dazu kommen noch einmal 15 Wasserstellen. Zum Glück „wurde die Stried damals als Marktgelände konzipiert“, erläutert Köppel, sodass die entsprechende Infrastruktur gegeben ist.

Die Kanäle werden im Vorfeld einmal kräftig durchgespült, damit auch alles richtig abläuft. Sträucher und Hecken gilt es auf dem kompletten Pferdemarkt-Gelände zurückzuschneiden. Dazu kommt noch der Rasenplatz fürs Springturnier. „Der muss mit sieben Zentimetern auf den Punkt sein“, kennt er die Vorgaben. Mit dem Rasensprenger lässt sich das Wachstum beeinflussen, solange die Witterung eher trocken-heiß ist. Schwierig wird es bei feucht-warmem Wetter. Da schießt das Grün unkontrolliert.

Damit aber nicht genug. 200 Verkehrsschilder werden aufgehängt, ohne die Hinweise auf dem Platz selbst, was noch einmal um die 50 Beschilderungen bedeuten dürfte. 30 Fahnen werden im Stadtgebiet verteilt. Somit Highlife bis am Eröffnungsfreitag um 14 Uhr. Dann beruhigt sich die Lage ein wenig. Samstag- und Sonntagmorgen stehen die Mitarbeiter aber schon wieder stramm, um den Platz zu reinigen und die Schilder zu kontrollieren. Montags geht es sogar schon um 5 Uhr los, weil dann alles für die Tierschau aufzubauen ist.

Die Schausteller werden zur Mülltrennung verdonnert, erläutert der Bauhofleiter. Alles muss schön säuberlich nach Papier, Restmüll, Glas und Wertstoffen differenziert werden. Das ist die Voraussetzung dafür, „dass das Standgeld nicht erhöht wird“. Wer vorher auf dem Wimpfener Talmarkt war, ist bereits eingetroffen. Die vom Heinerfest trudeln Anfang der Woche ein, das Gros der Markthändler Donnerstag.

 

Info: Am Eröffnungsfreitag, 12. Juli, ist um 14 Uhr Restplatzvergabe auf dem Beerfeldener Pferdemarkt für alle kurzentschlossenen Markthändler, die unangemeldet anreisen. Dann öffnen auch schon Verkaufs- und Fahrgeschäfte. Von 14 bis 17 Uhr findet der Familiennachmittag statt. Um 18 Uhr startet die Oberzent-Expo in der Oberzent-Halle. Der Eröffnungsmarsch mit dem Spielmannszug Schöllenbach steigt um 19.30 Uhr von der Oberzent- zur Prof.-Walter-Hofmann-Halle. Mehr unter http://www.beerfelder-pferdemarkt.de

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Einsparmöglichkeiten gibt es beim Beerfeldener Bauhof zum Großteil nur auf dem Papier

165.000 Euro. Das ist laut dem hessischen Rechnungshof die Summe, die beim städtischen Bauhof jährlich eingespart werden könnte. Auf diese Zahl kam die Behörde bei ihrer vergleichenden Prüfung „Bauhof III“. Das Problem: Das Ergebnis-Verbesserungspotenzial ist graue Theorie, das der Praxis in der Oberzent-Stadt nicht standhält und politisch auch nicht gewollt ist. Deshalb will man zwar ein paar Vorschläge beherzigen, aber trotzdem dafür sorgen, „dass die Stadt gut ausschaut“.

Die größte Einsparmöglichkeit sieht der Rechnungshof bei den Grünflächen. Hier wird bei über 100.000 Quadratmetern Grünfläche ein Aufwand von 2,50 Euro/qm errechnet. „Dieser Wert lag im Vergleich mit den übrigen Körperschaft im oberen Viertel“, heißt es. Um fast 100.000 Euro ließe sich das Ergebnis verbessern, wenn der Aufwand für die „Pflege des Straßenbegleitgrüns“ sinken würde. Deshalb sollte ein detailliertes Grünflächenverzeichnis aufgebaut werden, fordern Hessen oberste Zahlenhüter.

Die Stadt war nach einer Zwischenbesprechung im November 2016 bereits vorgewarnt. Damals war von ihr bereits angekündigt worden, die zu pflegenden Grünfläche, besonders das Straßenbegleitgrün, intensiv überprüfen zu wollen. Mittels Luftbildern will man die Zuständigkeit klären und auch den Bedarf ermitteln, inwieweit gehandelt werden muss. Das Ergebnis soll dann dem Magistrat vorgelegt werden. Bis Mitte November will der Rechnungshof ein Feedback.

Wie theoretisch dessen Verbesserungs-Ansatz ist, zeigt der Punkt Feld- und Wirtschaftswege. Hier soll die Kommune 26.000 Euro einsparen können. Allerdings nur durch den Vergleich des Unterhaltungsaufwands je Kilometer. Der liegt in der Stadt am Berge bei 651 Euro, im unteren Viertel anderer Kommunen bei 395 Euro. Allerdings bewegt man sich in der Oberzent noch unterhalb des Mittels von 774 Euro. „Konkrete Hinweise auf Verbesserungsmöglichkeiten werden nicht gegeben“, heißt es.

Genannt werden vom Rechnungshof zur Einsparung weiter eine verbesserte Arbeitsorganisation und personalwirtschaftliche Maßnahmen. Angeregt werden die Einführung einer elektronischen Arbeitszeiterfassung und die Anschaffung einer Bauhof-Software. Allerdings liegt, dies kommt ebenfalls zum Ausdruck, „die Verwaltungsquote mit 6,8 Prozent bereits unter dem Referenzwert“.

Bei der Stadt zeigt man sich skeptisch, inwieweit Einflussmöglichkeiten bestehen, mit denen man eine Reduzierung der Krankenquote oder der Urlaubsansprüche erreichen kann. Ob daneben, wie ebenfalls von der Behörde angeregt, „qualifizierte Mitarbeiter bei geringerer Vergütung gewonnen werden können, ist fraglich“, betont die Verwaltung in ihrer Stellungnahme.

Der Rechnungshof konstatiert in seiner Zusammenfassung: „Der Bauhof Beerfelden zeichnet sich durch eine hohe Nettoarbeitszeit und ausgewogene Mitarbeiter-Fahrzeug-Relation aus.“ Allerdings gebe es eine eingeschränkte Effizienz wegen fehlender Steuerung und optimierungsbedürftiger Prozesse bei Auftragsentstehung und Aufwandsdatenverarbeitung. „Signifikante Effizienzsteigerungspotenziale bestehen in der Grünpflege.“ Wenn es gelinge, diese Kritikpunkte und Schwächen zu beseitigen, „ist der Bauhof für die Zukunft gut aufgestellt“.

In Beerfelden ist man sich einig, dass der bisherige Pflegegrad für den Grünbestand aufrechterhalten werden soll. Auch wenn er mehr kostet als es dem Rechnungshof gefällt. Weitere Blühstreifen sollen angelegt werden. Durch den Einsatz entsprechender Software soll daneben die Arbeitseffizienz im Bauhof steigen. Diese Umsetzung ist im Zuge der Oberzent-Fusion ab kommenden Jahr geplant.

Beerfelder Bauhof bekommt jetzt doch defintiv eine Pelletheizung

Der Bauhof bekommt eine neue Pellet-Heizung, die mittels Nahwärmeleitung auch die Alte Turnhalle mit versorgt. Mit der knappen Entscheidung (10:8) gegenüber einer viel günstigeren Ölheizung setzte die Stadtverordneten-Versammlung jetzt einen Schlusspunkt unter eine seit einem Jahr laufende Diskussion. Die Befürworter hatten vor allem auf die Nachhaltigkeit und den Vorbildcharakter der Gemeinde hingewiesen, die Gegner die viel höheren Anschaffungskosten moniert.

Zu später Stunde prallten in der Sitzung die Meinungen unversöhnlich aufeinander, ergaben sich immer wieder Diskussionspunkte, sodass Stadtverordneten-Vorsteher Hans-Jürgen Löw mit Blick auf die Uhr ein Ende des Gedankenaustauschs forderte. Trotzdem gingen immer noch ein paar Hände in die Höhe, was die intensive Beschäftigung mit dem Thema verdeutlichte.

Schließlich ging es ja auch um viel Geld: Die Pelletanlage kostet in ihrem Einbau etwa 155.000 Euro. 44.000 Euro davon flössen dabei an Zuschüssen. Wobei sie aber immer noch um etwa 70.000 Euro teurer ist als die Installation einer Öl-Kesselanlage im Bauhof. Die stammt aus dem Jahr 1986 und muss per Gesetz nach 30 Jahren ersetzt werden – egal ob sie noch funktioniert oder nicht.

Diplom-Ingenieur Günter Hoffart vom Michelstädter Büro Braun hatte in der vorangegangen Sitzung erläutert, die jetzige Anlage habe einen durchschnittlichen Heizöl-Verbrauch von etwa 12.000 Litern im Jahr. Sie arbeite „nicht wirtschaftlich und effektiv“. Überalterte Kessel seien „deutlich unwirtschaftlicher als moderne Wärmeerzeugungsanlagen“. Laut dem Ingenieur hat die öffentliche Hand eine Vorreiterfunktion, wenn es um den Einsatz von erneuerbaren Energien zur Wärmeerzeugung gehe.

Man könne die Effizienz der Anlage im Bauhof erhöhen, erläuterte Hoffart damals, wenn über eine Nahwärmeleitung die benachbarte Alte Turnhalle ebenfalls angeschlossen werde. Ein wirtschaftliches Konzept ergebe sich dann, wenn die Holzpelletanlage zur Abdeckung der Grundlast und die Ölkessel-Heizung der Sporthalle für die Spitzenzeiten verwendet werden. Letztere stammt aus dem Jahr 2001 und darf noch 16 Jahre in Betrieb sein. Bei den jährlichen Brennstoffkosten schneidet eine Pelletanlage viel besser ab als die Öl-Variante – allerdings kann niemand die Entwicklung der Preise in den kommenden 15 Jahren voraussagen.

Im März hatten die Stadtverordneten im Zuge der Haushaltsberatung beschlossen, über die Art der Heizung nochmal zu entscheiden und sich dazu auch Rat vom Klimaschutzmanager des Odenwaldkreises einzuholen. Dessen Auftritt um Juli kam allerdings im Rund nicht so gut an, wie aus den Äußerungen herauszuhören war. Bei der FDP zeigte man sich von den vorgelegten Unterlagen des Büros Braun ebenfalls nicht überzeugt. Sowohl Büro als auch Klimaschutzmanager hatten eindeutig die Pelletanlage befürwortet.

Elisabeth Bühler-Kowarsch (Grüne) betonte, dass beim Neubau von Heizungsanlagen „die öffentliche Hand eine Vorbildfunktion einnehmen sollte“. Deshalb stellte sich für sie die Frage eines Entweder-oder auch nicht. Erwin Körber (SPD) wies darauf hin, dass die Pelletanlage bereits im Haushalt eingestellt sei. Im Bürgerhaus gebe es schon eine, „die problemlos läuft“. Für seine Fraktion bekräftigte der Sprecher, „dass wir zu erneuerbaren Energien stehen“. Für die Zukunft werde sich diese Form der Wärmeversorgung rechnen, meinte er. Auch Walter Gerbig (CDU) äußerte sich pro Pellet.

Strikt dagegen wandte sich Ralph Willenbücher (FDP). Ihm wollte sich nicht erschließen, warum man so viele Steuergelder zusätzlich für eine Heizungsanlage ausgeben wolle, die nur 50 Tonnen Kohlendioxid gegenüber eine Ölheizung einspare und deren positive Berechnungen er anzweifelte. Vehement forderte er, die günstigere Variante zu nehmen und die Gelder anderswo sinnvoller einsetzen – etwa bei der Gesundheitsversorgung in der Oberzent. Wie auch Chris Poffo (ÜWG). Der meinte, „ein moderner Ölkessel ist keine Dreckschleuder“.

Experten empfehlen eine Holzpelletheizung für den Beerfeldener Bauhof

Inzwischen ist es auch schon wieder ein Dreivierteljahr her, dass die Stadtverordneten erstmals über die Alternativen bei einem Heizungsaustausch am Bauhof informiert wurden. Ging damals die Tendenz eindeutig zu einer Holzpellets-Anlage, so ließ der zwischenzeitliche Preisverfall beim Erdöl diese Ansicht bei manchen ins Wanken geraten. Die Experten blieben bei der erneuten Vorstellung im Gremium allerdings bei ihrer Aussage: Schon allein aus Vorbildfunktion sollte die Gemeinde auf regenerative Energien setzen. Daneben lasse sich eine Holzpellet-Heizung wirtschaftlich betreiben.

Die Ölkesselanlage im Bauhof hat schon 30 Jahre auf dem Buckel und muss per Gesetz ausgetauscht werden. Diplom-Ingenieur Günter Hoffart vom Michelstädter Büro Braun stellte jetzt nochmals der Stadtverordnetenversammlung mögliche Varianten vor. Sein Fazit: Auch wenn sie von der Anschaffung her um einiges teurer sei, sollte unter Klimaschutz-Gesichtspunkten eine Holzpellet-Befeuerungsanlage eingebaut werden.

Wie Hoffart informierte, stammt die jetzige Anlage aus dem Jahr 1986 und habe einen durchschnittlichen Heizöl-Verbrauch von etwa 12.000 Litern im Jahr. Sie arbeite „nicht wirtschaftlich und effektiv“. Überalterte Kessel seien „deutlich unwirtschaftlicher als moderne Wärmeerzeugungsanlagen“. Laut dem Ingenieur hat die öffentliche Hand eine Vorbildfunktion, wenn es um den Einsatz von erneuerbaren Energien zur Wärmeerzeugung gehe. Eine Holzhackschnitzelanlage sei schlecht zu realisieren, weswegen Holzpellets die bessere Alternative seien.

Man könne die Effizienz der Anlage im Bauhof erhöhen, erläuterte Hoffart, wenn über eine Nahwärmeleitung die benachbarte Alte Turnhalle ebenfalls angeschlossen werde. Ein wirtschaftliches Konzept ergebe sich dann, wenn die Holzpelletanlage zur Abdeckung der Grundlast und die Ölkessel-Heizung der Sporthalle für die Spitzenzeiten verwendet würden. Letztere stamme aus dem Jahr 2001 und dürfe noch 16 Jahre in Betrieb sein.

Preislich etwa gleich mit einer Summe zwischen 40.000 und 42.500 Euro kommen laut Hoffart wahlweise die Demontage der Anlage im Bauhof und der Einbau einer Nahwärmeanlage zur Sporthalle oder der Einbau einer neuen Ölheizung im Bauhof. 100.000 Euro mehr würde eine neue Pellet-Kesselanlage im Bauhof kosten, an die gleichzeitig per Nahwärmeleitung auch die Turnhalle angeschlossen würde.

Interessant wird es nach den Worten des Ingenieurs, wenn man die jährlichen Brennstoffkosten vergleicht. Hier schneide eine Pelletanlage 8000 Euro besser ab als die Öl-Variante. Wobei Hoffart einräumte, dass die Berechnung nicht die aktuell sehr niedrigen, sondern die Heizölpreise im Mittel der vergangenen Jahre heranziehe. Hochgerechnet auf die Laufzeit würde sich eine Pelletanlage ohne Beachtung der Fördermittel von 30 Prozent nach etwa zwölfeinhalb Jahren amortisieren – bei einer rechnerischen Lebensdauer von 15 Jahren. Inklusive von 30.000 Euro Zuschuss wären es neun Jahre.

Klimaschutzmanager Eric Maercker vom Odenwaldkreis untermauerte Hoffarts Aussagen, dass sich eine Holzpelletanlage rechne. Seinen Worten zufolge lässt sich diese auch vor dem Hintergrund niedriger Erdölpreise über einen Zeitraum von 15 Jahren – die Zuschüsse eingerechnet – im Vergleich zu einer Ölheizung wirtschaftlich betreiben. Auch Maercker hatte allerdings für seine Berechnung nicht die derzeit sehr niedrigen Ölpreise angenommen, sondern einen fiktiven Mittelwert.

Wie der Klimaschutzmanager sagte, rüste der Odenwaldkreis bei einer Heizungssanierung nur noch auf erneuerbare Energien um. Damit betreibe man auch Absicherung gegen steigende Primärenergiepreise. Ölpreise seien immer spekulativ, betonte er. Nachfragen aus dem Gremium gab es zur Warmwasserversorgung im Bauhof und zur Entwicklung des Ölpreises. In diesem Zusammenhang kam zur Sprache, dass auch Holzpellets in ihren Kosten schwankten. Ebenso wurde die Option Hackschnitzelanlage thematisiert, zu der es allerdings von Stadtbaumeister Peter Bauer eine klare Absage gab. Eine Entscheidung soll nach der Sommerpause fallen.

Für eine neue Pellet-Anlage im Beerfeldener Bauhof gäbe es 30 Prozent Zuschuss

Wenn beim Bauhof eine Pellet-Kesselanlage als Heizung eingebaut würde, könnte die Stadt mit einer Förderung von 30 Prozent durch das Land rechnen. Diese Mitteilung von Günter Hoffart gab Bürgermeister Gottfried Görig Ausschuss-Mitgliedern und Stadtverordneten jetzt zur Kenntnis. Der Ingenieur vom Michelstadter Büro Braun hatte in der Oktober-Sitzung verschiedene Heizungs-Modelle den Mandatsträgern vorgestellt.

Preislich etwa gleich mit einer Summe zwischen 40.000 und 42.500 Euro kommen laut Hoffart wahlweise die Demontage der Anlage im Bauhof und der Einbau einer Nahwärmeanlage zur Sporthalle oder der Einbau einer neuen Ölheizung im Bauhof. 100.000 Euro mehr würde eine neue Pellet-Kesselanlage im Bauhof kosten, an die gleichzeitig per Nahwärmeleitung auch die Turnhalle angeschlossen würde.

Wie Hoffart informierte, stammt die jetzige Bauhof-Anlage aus dem Jahr 1986 und habe einen durchschnittlichen Heizöl-Verbrauch von etwa 12.000 Litern im Jahr. Nach Ablauf von 30 Jahren, schreibe es das entsprechende Gesetz vor, dürfe diese Anlage „nicht mehr betrieben werden“. Die Heizanlage in der benachbarten Alte Turnhalle stamme aus dem Jahr 2001 und könne noch knapp 16 Jahre in Betrieb sein.

Das Förderprogramm zur „ländlichen Entwicklung in Hessen“ wurde laut dem Ingenieur 2008 aufgelegt und über sein eigentliches Ende 2013 hinaus immer wieder verlängert. Der mögliche Zuschuss daraus betrage 30 Prozent der Netto-Summe. Auf Nachfrage sei ihm von Hessen-Energie in Wiesbaden bestätigt worden, dass Biomesse-Kesselanlagen bis auf weiteres darüber gefördert würden. Tätig werden könne die Stadt erst, wenn etwa zwei bis drei Monate nach Beantragung der Förderbescheid vorliege.

Von den prognostizierten 142.000 Euro Gesamtkosten im Beerfeldener Fall sind Hoffart zufolge 90.000 Euro förderfähig. Dies bedeute einen Zuschuss von etwa 27.000 Euro. Damit betrage die Amortisationszeit der Anlage zirka neun Jahre – bei einer rechnerischen Lebensdauer von 15 Jahren. Der Vergleich der jährlichen Brennstoffkosten, bei denen eine Pelletanlage in der Regel viel besser abschneidet als eine Ölheizung, wird derzeit allerdings durch die sehr niedrigen Heizölpreise verfälscht. Hoffart machte aber darauf aufmerksam, dass die öffentliche Hand eine Vorbildfunktion habe, wenn es um den Einsatz von erneuerbaren Energien zur Wärmeerzeugung gehe.

Dem Ingenieur zufolge gibt es einen neuen Richtlinienentwurf, der eine Zuschusssteigerung auf 40 Prozent für die komplette Summe, also inklusive Mehrwertsteuer, vorsehe. Unter diesem Aspekt würde die Förderung 43.000 Euro betragen. Allerdings vermochte Hoffart nicht zu sagen, „ob und wann“ dieser Entwurf rechtskräftig werde. Deshalb empfehle er die Kalkulation mit der bisherigen Summe.

 

Rothenberger Bauausschuss: Wasserversorgung kommt auf den Prüfstand – Ingenieurbüro soll Bestandsaufnahme vorlegen

Um größere Investitions-Summen ging es auf der vergangenen Sitzung des Rothenberger Ausschusses für Bau, Landwirtschaft, Umwelt und Fremdenverkehr. Und zwar für zwei Anlagen, deren Namen sich dem Laien nicht auf den ersten Blick erschließen: Die Sanierung der sogenannten Abscheideranlage für Stoffe, die nicht in die Kanalisation gelangen dürfen, und die der Fernwirklage zur Erkennung von Wasserverlusten standen auf der Tagesordnung. Der Ausschuss ging dabei finanziell vorsichtig zu Werk: Eine Maßnahme wurde „eingedampft“, bei der anderen soll erst die Notwendigkeit genauer eruiert werden.

Bürgermeister Hans Heinz Keursten erläuterte, dass die Gemeinde gesetzlich verpflichtet sei, Rückhalteanlagen für Stoffe, die nicht in die Kanalisation eingeleitet werden dürfen, zu betreiben. Aktuell gebe es auf dem Bauhof und bei den Feuerwehren Rothenberg und Finkenbach diese Ölabscheideranlagen. Sie seien teilweise falsch dimensioniert und in einem maroden Zustand. Dies werde bei jeder Reinigung durch die Fachfirma beanstandet.

Würden alle drei Anlagen saniert, kommen Keursten zufolge laut einer Kostenschätzung durch die Firma Entega aus Darmstadt Kosten von 145.600 Euro zusammen. Das war dem Ausschuss vor dem Hintergrund finanzieller Zwänge doch etwas viel. Man einigte sich darauf, der Sanierung im Bauhof zuerst einmal den Vorzug zu geben. Demnach sollen etwa 50.000 Euro in den Haushalt 2016 eingestellt werden, um dort alles auf Vordermann zu bringen.

Wie Keursten erklärte, seien derzeit sind alle Zulaufleitungen am Bauhof (Fallrohre, Bodenrinnen und Hofabläufe) „vor dem vorhandenen Abscheider angeschlossen“. Dadurch müsse dieser „unnötig groß dimensioniert werden“. Durch einen einfachen Umbau der zulaufenden Leitungen – indem man die reinen Regenwasserleitungen davor abklemme und dahinter wieder anschließe – könne man die Größe des Abscheiders um ein Vielfaches reduzieren, „so dass auch die Kosten im Rahmen bleiben“.

Die Wasserversorgung in der Gesamtgemeinde soll auf den Prüfstand gestellt werden, lautete ein weiterer Beschluss des Ausschusses. Ursprünglich stand die Sanierung der Fernwirkanlage für über 100.000 Euro auf der Tagesordnung. Vor dieser hohen Summe schreckten die Mandatsträger aber zurück. Deshalb geht nun der Auftrag an ein Karlsruher Ingenieurbüro, alles unter die Lupe zu nehmen, eine Bilanz abzuliefern und eventuelle Handlungsnotwendigkeiten aufzulisten. In der kommenden Sitzung des Bauausschusses soll das Konzept vorgestellt werden.

Die Rohrnetzüberwachungsanlage in den Wasserwerken zur Erkennung von Wasserverlusten sei vor etwa 15 Jahren installiert worden, so Bürgermeister Keursten. Man sei durch sie in der Lage, „selbst kleinere Leckstellen festzustellen und zu orten“. Das Einsparpotenzial bei der Rohrbruchsuche und bei der Überwachung liegt laut Bürgermeister „bei etwa 30 bis 40 Prozent“.

Allerdings entspreche die vorhandene Technik in den Unterstationen nicht mehr dem heutigen Stand. Es gebe somit keine Möglichkeit, die für die Meldungen benötigte Telefonnummer der Zentrale in den Unterstationen umzuprogrammieren, sagte Keursten. Auch werde in naher Zukunft die analoge Telefontechnik abgeschaltet. Für die Umstellung der Übertragungsart müssten aber die kompletten Fernwirkunterstationen und auch die Zentrale ausgetauscht werden – mit den schon genannten Kosten. Das jetzt mit der Bestandsaufnahme beauftragte Ingenieurbüro, erläuterte der Bürgermeister, sei auch bereits für die Eberbacher Stadtwerke tätig.

Fastnachter feierten friedlich

Tag 1 nach dem großen Hirschhorner Faschingsumzug: Das große Aufräumen läuft auf vollen Touren. Der komplette Bauhof ist schon morgens um 7 Uhr ausgerückt, um die Hinterlassenschaften von geschätzten 10.000 Besuchern zu beseitigen. Das ist manchmal nicht immer lecker. Denn Freund Alkohol hinterließ bei einigen seine Spuren, sodass sie ihren Magen- und Darminhalt nicht bei sich behalten konnten. Insgesamt aber, so das Fazit von Bürgermeister Rainer Sens, ein Faschingsumzug „im normalen Bereich“ ohne größere Probleme, „nichts Gravierendes“. Die Stadt sei nicht gefordert gewesen, „denn bei den Rittern läuft es gut“, bekräftigt der Rathauschef.

Das bestätigt auch Feuerwehrkommandant Marco Albert. Aus Sicht der Rettungsdienste sei es „ruhig verlaufen“, sagt er. Ab und zu ein paar Betrunkene, die Hilfe brauchten, mal eine kleine Rangelei, aber im Großen und Ganzen feierten die Fastnachter ausgenommen friedlich, nicht nur beim, sondern auch nach dem Umzug bei der Open-Air-Disco auf dem Freien Platz. Dort startete heute Morgen auch die Putzaktion der Bauhofmitarbeiter. Gegen Mittag waren sie mit der Fläche vor dem Rathaus durch – auch unter dem Einsatz von Laubbläsern, die aufgrund der trockenen Witterung genutzt werden konnten. Die Vorarbeit hatte gestern während des Narrenwurms schon nach Kräften das etwa 50 Mann und Frau starke Umzugsbetreuerteam der Ritter geleistet.

Danach arbeiteten sich die städtischen Mitarbeiter weiter entlang der Zugstrecke bis nach Ersheim und Richtung Bahnhof, zusammen mit den Außenbereichen des fastnachtlichen Treibens am Neckar. Morgen noch die restlichen Arbeiten und das dürfte es dann wieder für längere Zeit gewesen sein. Diverse Fundstücke lagen schon morgens im Rathaus parat, einige davon waren bis Mittag schon wieder abgeholt, berichtet Sens. Er stellte fest, dass die Verlängerung der Zugstrecke in die Neckarsteinacher Straße hinein von den Besuchern sehr gut angenommen wurde, auch dort drängten sich noch einmal etliche hundert – nachdem in der Hauptstraße stellenweise kein Durchkommen mehr war.

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