Das „freilaufende“ Brombacher Feuerrad ist etwas Besonderes – Feuerspringen als Spektakel

Feuerrad rollen kann jeder. Die Brombacher setzen bei diesem Traditions-Spektakel auf Besonderes: das Feuerspringen und das „freilaufende“ Rad. Beides sind optische Highlights, die man sonst in den Odenwald-Gemeinden nicht zu sehen bekommt und die deshalb auf große Resonanz stoßen. Direkt nach Fastnacht hatte noch das Wetter den Veranstaltern von MGV und Sportschützenverein einen Strich durch die Rechnung gemacht, jetzt holten sie das Event kurz vor dem meteorologischen Frühjahrsanfang nach.

Das Feuerrad wird in Brombach schon mit Unterbrechungen seit Ende des 19. Jahrhunderts veranstaltet – früher als Bienenkörbe-Schwingen. Der Ablauf ist mehr oder weniger der gleiche, allerdings wurde der Veranstaltungsort schon ein paar Mal gewechselt. Erstmals bekannt wurde das Rad am alten Skilift zu Tal gelassen. Dort steht auch noch der Gedenkstein mit der Aufschrift „Sinnbild der Sonne springe zu Tal, künde den Frühling viel tausend Mal“. Der Feuerrad-Brauch stammt ursprünglich von den alten Germanen ab. Es wurde zu Tal gerollt, um durch Licht und Wärme die bösen Winterdämonen zu vertreiben.

Zwischen zehn und 20 Aktive, Jugendliche und Männer zwischen zehn und 50 Jahren, sind immer bei der Gaudi dabei. Vier Wochen vor der Veranstaltung besorgt Landwirt und Hauptorganisator Dennis Weber das Stroh. Am Tag des Herablassens treffen sich die jungen und älteren Burschen und richten das vom Vorjahr beschädigte Eisenrad. Nachmittags kommen weitere Helfer hinzu.

Dann werden die Schwedenfackeln eingesägt (sie sorgen für geheimnisvolles Licht auf halber Strecke und am Schützenhaus-Parkplatz) und wird eine frische Fichtestange besorgt, die durchs Rad hindurchgeschoben. An ihr führen es die Männer zu Tal. Dann stopfen die Mitwirkenden das Rad. Dies wird seit 2002 so praktiziert. Vorher wurde das Stroh Wochen vorher getrippelt, zu langen Strohtrudeln zusammengebunden und in ein über Wochen eingeweichtes Holzrad geflochten.

Auch wird an diesem Nachmittag der Feuerhaufen für das Springen aufgetürmt. Dieser Brauch des Feuerspringens ist so alt wie das Rad selbst und dient den jungen Männern als Mutprobe. Eine Besonderheit in Brombach ist das im unteren Drittel „freilaufende“ Feuerrad, laut den Veranstaltern auch „das einzige uns bekannte im Odenwald“. Denn der Vorteil am Brombacher Hang ist, dass er unten in ein Tal mündet, in dem das Rad von selbst zum Stehen kommt.

Zwischen 100 und 200 Zuschauer aus dem Dorf, aber auch umliegenden Ortschaften zählen MGV und SSV jedes Jahr. Diesmal waren die Bedingungen optimal, nach einem Sonnentag war es abends klar. Die anschließende Feier im benachbarten Schützenhaus dauerte bis in die frühen Morgenstunden an.

Brombach ist einer der wenigen Orte in Deutschland, in denen dieser alte germanische Brauch wieder gepflegt wird. Den ersten schriftlichen Beleg für einen Feuerbrauch dieses Typs bietet die Chronik des Klosters Lorsch. Am 21. März 1090 vernichtete ein Feuer große Teile des Klostergebäudes, hervorgerufen durch eine brennende Holzscheibe, die als Volksbrauch zur Frühlings-Tag-und-Nacht-Gleiche in die Luft geschleudert wurde.

Auch zum vierten Fastensonntag, dem Laetare, wurden in Teilen Deutschlands Feuerräder gerollt, so beispielsweise bei Eisenach und in Franken. Es wird angenommen, dass das Feuerrad in vorchristlichen Zeiten ein Frühlingsbrauch zum „Äquinoktium“ (Tag-und-Nacht-Gleiche am 21. März) war, der sich nach der Christianisierung in die Verbindung mit der Fastenzeit in Südwestdeutschland und mit der Osterzeit im nördlichen Deutschland aufspaltete.

Mehr Bilder hier: https://www.facebook.com/media/set/?set=a.1111438932233588.1073741909.100001024761983&type=1&l=aa73cd8233

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Das Langenthaler Feuerrad – ein imposantes Spektakel

Es ist immer wieder ein beeindruckendes Bild, wie sich das brennende Rad aus der Dunkelheit heraus langsam Richtung Tal bewegt. Nach und nach erkennt man schemenhaft die Aktiven der Langenthaler Feuerwehr, elf auf jeder Seite, die den 15 Meter langen Fichtenstamm festhalten und ihn – mit dem brennenden Rad in der Mitte – ganz vorsichtig talwärts gleiten lassen. Näher und näher kommen sie der Wald-Michelbacher Straße, wo sie bereits von einer stattlichen Menschenmenge erwartet werden. Mehr als 100 Zuschauer sind es wieder, die diesem alten Brauch beiwohnen. (Viele Bilder und Videos siehe weiter unten.)

Kurz vor der Straße ist Schluss, kommt der glühende Rest des Fastnachtsrads zum Stehen, schallt ein lautes Helau über die Straße, um von dort von viel Beifall entgegnet zu werden. Das feurige Spektakel, seit mehr als 50 Jahren im Ulfenbachtal veranstaltet, ist für dieses Jahr vorbei, doch am Verpflegungsstand des Feuerwehrvereins herrscht noch reger Betrieb. Würstchen, Glühwein und Bratapfelpunsch sorgen für ein wärmendes Gefühl im Bauch, denn bei Temperaturen um die null Grad gerät man beim Warten schon etwas ins Bibbern.

Für die Kinder ist die Fackelwanderung von der Höhe bis hinunter an die Straße ein besonderes Erlebnis. Mehr als in den Vorjahren, um die 20, waren dabei. Unten angelangt, wurde unter dem Beifall der Zuschauer ein Lied gesungen. Danach wurden auf halber Höhe als weiteres Highlight runde Drahtkugeln (Bienenkörbe) mit Stroh befüllt, entzündet und dann von kräftigen Burschen über dem Kopf geschwungen.

Das Feuerrad wird in Langenthal (wieder) seit 1962 durchgeführt. Eigentlich gibt es diese Tradition im Hirschhorner Ortsteil aber schon im 19. Jahrhundert, wie die alten Postkarten belegt. Zuerst wurde es von den „jungen Dorfburschen“ organisiert. Die waren aber damals schon überwiegend in der Feuerwehr als Ehrenamtliche tätig. Später wird dann der Feuerwehrverein als Organisator genannt, der es auch bis heute durchführt.

Der Winter sollte in früheren Zeiten damit vertrieben und die Fruchtbarkeit der Felder gefördert werden. Da früher hier und da der Aberglaube spukte, setzte man das Feuerrad auch gegen böse Geister und Dämonen ein. Heutzutage jedoch, da kaum mehr jemand an böse Geister und dergleichen glaubt, ist das Zu-Tal-Rollen eines Feuerrades gerade in Langenthal ein schön anzuschauendes Spektakel und „Vorwand“ für eine kleine Feier.

Zur Fortbewegung des Feuerrades dient ein frisch geschlagener Fichtenstamm mit einer Länge von ungefähr 15 Metern, der durch die Nabe des Rades geführt wird. Das Rad selbst ist mit einem alten Wagenrad zu vergleichen – ein Innenring, ein Außenring und das ganze durch Speichen verbunden. Zur Herstellung werden etwa zwei bis drei Rundballen Stroh benötigt, das am frühen Nachmittag von den Kindern des Ortes „getrippelt“ wird; d.h. die Kinder hüpfen auf dem locker ausgebreiteten Stroh herum, bis es geschmeidig genug für die Verarbeitung ist.

Anschließend wird das weiche Stroh zu etwa drei bis fünf Meter langen Zöpfen gedreht, die durch die Speichen des Eisenrades geflochten werden, bis das Rad von 1,5 Metern Durchmesser vollständig ausgefüllt ist. Somit ist der Sockel für eine hohe Festigkeit im Innern gelegt und die Männer beginnen damit, das Stroh büschelweise mit speziellem Draht aufzubinden, bis dieses einen Durchmesser von etwa 2,50 Metern erreicht.

Am Feuerradrollen sind hauptsächlich die Aktiven der Feuerwehr beteiligt. 39 davon zählt die Langenthaler Wehr, davon elf Frauen. Die Alters- und Ehrenabteilung beteiligt sich auch jedes Jahr beim Binden und unterstützt die Verpflegung der zahlreichen Besucher. Die Bienenkörbe (heute Stahlkörbe) sind lediglich zur Show, zumindest wurde nichts schriftlich überliefert.

Es wird angenommen, dass das Feuerrad in vorchristlichen Zeiten ein Frühlingsbrauch zum Äquinoktium (Tagundnachtgleiche) gewesen ist, der sich nach der Christianisierung in die Verbindung mit der Fastenzeit in Südwestdeutschland und mit der Osterzeit im nördlichen Deutschland aufspaltete. Noch heute sind beide Ausprägungen zu finden. Auf ein solches Fest zum Frühlingsäquinoktium weist auch ein Klosterbrand am 21. März 1090 in Lorsch, also genau zum Termin der Tagundnachtgleiche, hin. Gleichzeitig ist dies die erste schriftliche Erwähnung des Brauchs.

Langenthal ist einer der wenigen Orte in Deutschland, in denen dieser alte germanische Brauch wieder gepflegt wird. Während in Süddeutschland das Feuerrad zu Beginn der Fastenzeit am Aschermittwoch zu Tal gebracht wird, hat sich im Norden und Osten die Tradition erhalten, diese Brauchtumspflege am Ostersonntag zu zelebrieren. Heddesbach, Darsberg, Pleutersbach, Neckarkatzenbach, Schönau und Wilhelmsfeld, alle im Odenwald gelegen, sind ebenso wie Dühren und Steinsfurt im Kraichgau hiesige Veranstaltungsorte. Mehr unter http://www.feuerwehr-langenthal.de

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Das Feuerrad: eine feurig-schöne Brauchtumspflege

Langenthal. Mit dem Feuerrad-Rollen sollen am Fastnachtsdienstag, 17. Februar, in Langenthal die bösen Geister verbannt und der Winter ausgetrieben werden. Veranstalter des Events ist die örtliche Freiwillige Feuerwehr. Um 14 Uhr beginnt das traditionelle Fastnachtsrad-Binden „Am Eichbrunnen“ in Richtung „Klapperquelle“. Besonders für die Kinder ist dies immer ein riesiger Spaß. Fürs leibliche Wohl ist dort gesorgt. Am Abend treffen sich alle interessierten Kinder, die am Fackellauf teilnehmen möchten, um 19 Uhr im Feuerwehrgerätehaus (Mütter oder Väter sind zur Unterstützung willkommen). Um 20 Uhr werden die Männer der Langenthaler Feuerwehr – nach dem Fackeltragen der Kinder und dem Schwingen der Bienenkörbe – das Feuerrad zu Tal bringen. Gäste aus nah und fern sind zu dieser feurig-schönen Brauchtumspflege eingeladen. An der Einfahrt der Firma Mayr in Langenthal gibt es kalte und warme Getränke sowie Bratwürste.

Das Feuerrad wird in Langenthal (wieder) seit 1962 durchgeführt. Eigentlich gibt es diese Tradition im Hirschhorner Ortsteil aber schon im 19. Jahrhundert, wie die alten Postkarten belegt. Zuerst wurde es von den „jungen Dorfburschen“ organisiert. Die waren aber damals schon überwiegend in der Feuerwehr als Ehrenamtliche tätig. Später wird dann der Feuerwehrverein als Organisator genannt, der es auch bis heute durchführt. Beim „Strohtrippeln“ (Stroh weich treten für das Binden) sind bis heute um die 15 bis 20 Kinder anwesend, eine ähnliche Anzahl beim Fackellauf.

Beim Feuerrad sind hauptsächlich die Aktiven der Feuerwehr beteiligt. 39 davon zählt die Langenthaler Wehr, davon elf Frauen. Die Alters- und Ehrenabteilung beteiligt sich auch jedes Jahr beim Binden und unterstützt die Verpflegung der zahlreichen Besucher. Die Bienenkörbe (heute Stahlkörbe) sind nur zur Schau, zumindest wurde nichts schriftlich überliefert.

Langenthal ist einer der wenigen Orte in Deutschland, in denen dieser alte germanische Brauch wieder gepflegt wird. Während in Süddeutschland das Feuerrad zu Beginn der Fastenzeit am Aschermittwoch zu Tal gebracht wird, hat sich im Norden und Osten die Tradition erhalten, diese Brauchtumspflege am Ostersonntag zu zelebrieren. Heddesbach, Darsberg, Neckarkatzenbach, Schönau und Wilhelmsfeld, alle im Odenwald gelegen, sind ebenso wie Dühren und Steinsfurt im Kraichgau hiesige Veranstaltungsorte.

Den ersten schriftlichen Beleg für einen Feuerbrauch dieses Typs in Deutschland bietet die Chronik des Klosters Lorsch. Am 21. März 1090 vernichtete ein Feuer große Teile des Klostergebäudes, hervorgerufen durch eine brennende Holzscheibe, die als Volksbrauch zur Frühlingstagundnachtgleiche in die Luft geschleudert wurde. Ein solcher Brauch ist auch heute noch als Scheibenschlagen bekannt und wird am gleichen Tag um 19 Uhr in Neckarsteinachs Ortsteil Darsberg gepflegt.

Auch zum vierten Fastensonntag, dem Laetare, wurden in Teilen Deutschlands Feuerräder gerollt, so beispielsweise bei Eisenach und in Franken. Den Brauch bei den Franken beschreibt auch Jacob Grimm 1854 in seinem Werk „Deutsche Mythologie“. Es wird angenommen, dass das Feuerrad in vorchristlichen Zeiten ein Frühlingsbrauch zum „Äquinoktium“ (Tag- und Nacht-Gleiche am 21. März)  gewesen ist, der sich nach der Christianisierung in die Verbindung mit der Fastenzeit in Südwestdeutschland und mit der Osterzeit im nördlichen Deutschland aufspaltete.

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