Schnelles Internet in Hirschhorn und Neckarsteinach startet am 11. Mai: Telekom bietet Info-Abende an

In Hirschhorn und Neckarsteinach mit ihren Stadtteilen wird das schnelle Breitband-Internet mit bis zu 50 Mbit/s am 11. Mai in Betrieb genommen. Rund 1800 Haushalte können dann die neuen schnellen Anschlüsse buchen. Die Deutsche Telekom bietet dazu verschiedene Informationsveranstaltung für alle Bürger an.

Die Termine in Hirschhorn und Stadtteilen: Montag, 10. April, um 19 Uhr im Bürgersaal „Zum Naturalisten“ Hirschhorn; Dienstag, 11. April, um 19 Uhr in der Sängerhalle Igelsbach; Mittwoch, 12. April, um 19 Uhr in der Gaststätte „Zur Krone“, Wald-Michelbacher Straße 29, Langenthal.

Die Termine in Neckarsteinach und den Stadtteilen: Dienstag, 18. April, um 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Neckarhausen, Schulweg 1; Mittwoch, 19. April, um 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Grein, Im Bühl 2; Dienstag, 25. April, um 19 Uhr im Bürgerhaus „Zum Schwanen“, Neckarsteinach; Mittwoch, 26. April, um 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Darsberg, Greiner Straße 20.

Mitarbeiter der Telekom stellen dort jeweils die Möglichkeiten des neuen Netzes und die aktuellen Angebote der Telekom vor. Weiterhin hat jeder Besucher die Möglichkeit, alle Fragen rund um das neue Netz zu stellen und sich aus erster Hand beraten zu lassen.

Breitband-Start ist in Hirschhorn für den 11. Mai geplant – Sparkasse will deutlich höhere Gebühren von der Stadt

Die aktuellen Negativzinsen der Banken und die Lust an Gebührenerhöhungen erwischen auch die Stadt Hirschhorn. Wie Bürgermeister Oliver Berthold auf der vergangenen Stadtverordneten-Versammlung erläuterte, informierte der Kundenberater der Sparkasse Starkenburg die Stadt über die zu erwartenden Kontoführungsgebühren, Buchungskosten und die Guthaben-Negativverzinsung zum 1. April. Diese greife ab einer Summe von 250.000 Euro. Auch wenn Hirschhorn „kein Geld hat“, meinte er, könne etwa beim Eingang der Gebühren und Steuern alle Vierteljahre eine solche Summe zusammenkommen.

„Nach ersten Schätzungen sind für die Stadt Hirschhorn Gesamtkosten von mindestens 4000 Euro im Jahr zu erwarten“, so Berthold. Diese geplante, enorme Kostensteigerung sei noch nicht endgültig, betonte Berthold. Es werde Gespräche in der Bürgermeister-Versammlung des Kreises geben. „Damit kommen die nicht so einfach durch“, sagte er. Im Haushalt 2017 habe man deshalb noch keine Kosten veranschlagt. In der Stadtverordneten-Runde sorgte die Ankündigung des Kreditinstituts für einige Unruhe und kaum verhohlenen Ärger.

Beim Besuch von Staatsminister Axel Wintermeyer in der Neckarstadt wurden laut dem Bürgermeister einige Themen angesprochen. So die finanzielle Situation der Stadt in Bezug auf den Schutzschirm und die besonderen finanziellen Herausforderungen, bedingt durch die Lage Hirschhorns. Dann ging es um den Ausbau des Wasser-Hochbehälters am Schloss und die Chance für das Land, das dortige Löschwasserproblem über eine finanzielle Beteiligung zu beseitigen.

Außerdem wurde die Problematik der fehlenden Polizeikräfte außerhalb der normalen Dienstzeiten thematisiert, wenn erst eine Steife aus Wald-Michelbach anfahren müsse. Und schließlich ging es um die Planungen von weiteren Windkraftanlagen im Odenwald und die Probleme, die sich daraus für die betroffenen Kommunen ergeben.

Auf Anfrage des Stadtverordneten Thomas Wilken gab Oliver Berthold Sachstandberichte zu zwei Themen: Breitbandversorgung und Anbau Feuerwehrgerätehaus. Er erläuterte, dass in der Hainbrunner Straße noch zwei Verteilerkästen fehlen, auf dem Marktplatz bei der katholischen Kirche einer. Durch die niedrigen Temperaturen über einige Wochen hinweg habe sich eine kleine Verzögerung ergeben. Vor Inbetriebnahme am 11. Mai werde es eine Veranstaltung der Telekom im Bürgersaal geben. Berthold wies darauf hin, dass man die verbesserte Breitband-Versorgung extra beantragen müsse, bestehende Verträge würden nicht umgestellt.

Zum Feuerwehrhaus-Anbau sagte der Rathauschef, dass die Bodenplatte und ein Teil der Wände fertig seien. Aktuell werde die Decke des Erdgeschosses gegossen. Man rechne mit einer Fertigstellung des Rohbaus bis Ende März. Die komplette Fertigstellung des Anbaus ist laut dem Bürgermeister für den Spätsommer/Herbst geplant.

Auch das hessische Neckartal surft bald auf der schnellen Datenautobahn

Die Internet-Zukunft fürs hessische Neckartal hat begonnen. An einem symbolträchtigen Ort, der Sängerhalle im zwischen Hessen und Baden-Württemberg geteilten Dorf Igelsbach, fand der Spatenstich fürs schnelle Breitbandnetz der Städte Hirschhorn und Neckarsteinach mit ihren Ortsteilen statt. Ab Mai 2017 sollen rund 3300 Haushalte mit 30 Mbit/s und mehr surfen können. Dafür werden von der Telekom etwa 30 Kilometer Glasfaserkabel verlegt.

Das geplante VDSL-Netz erlaubt aber nicht nur Surfen, sondern auch Telefonieren und Fernsehen. Die Telekom war aus einer öffentlichen Ausschreibung als Kooperationspartner hervorgegangen. Sie will nach den Worten von Simone Remdisch im August mit den Tiefbauarbeiten ebenfalls in Hirschhorn-Igelsbach und im Neckarsteinacher Stadtteil Darsberg beginnen. 18 sogenannte Multifunktionsgehäuse werden in Hirschhorn gestellt, 14 in Neckarsteinach. Bis zu diesen werden dann die Glasfaserleitungen gelegt, von dort bis ins Haus geht’s per Kupferkabel weiter.

Unterstützt von der Wirtschaftsförderung Bergstraße, die für ihre Aktivitäten von allen Seiten Lob bekam, akquirierten die beiden Städte Fördermittel aus Landes- und Bundestöpfen. Im Hirschhorner Fall ist dies mit 78.000 Euro ein eher kleinerer Betrag, weil die Wirtschaftlichkeitslücke kleiner ist. Neckarsteinach erhält die Maximalfördersumme von 500.000 Euro und wird selbst auch nochmal einen sechsstelligen Betrag in den Ausbau stecken.

Von den verschiedenen Rednern wurde die Wichtigkeit eines schnellen Internets für alle Lebensbereiche genannt. Das reiche vom Hausbesitzer, der den Wert seine Immobilie damit steigere, über die lokale Wirtschaft bis hin zu touristischen Aspekten. Denn, wie es der Bergsträßer Landrat Christian Engelhardt formulierte, „ein Leben ohne Internet ist nicht mehr denkbar“. Er wies darauf hin, dass beim Breitbandausbau Hessen bundesweit vorn liege, in Hessen wiederum der Kreis Bergstraße an führender Stelle.

Umso wichtiger ist es laut Engelhardt, mit dem hessischen Neckartal jetzt eine der letzten Lücken auf der schnellen Internet-Karte schließen zu können. Die Kollegen aus der badischen Nachbarschaft „schauen fast bisschen neidisch“, meinte er, was da auf der anderen Seite in Hessen passiere. Er wies darauf hin, dass im Zuge dieser Arbeiten auch der badische, zu Eberbach gehörende Teil von Igelsbach mit versorgt werde. „Wir erhoffen uns positive Effekte für Wohn- und Wirtschaftsstandort“, so der Landrat.

Ähnlich äußerte sich auch der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Bergstraße (WFB), Matthias Zürker. Er verglich den Baustart mit der Einführung der S-Bahn im Neckartal vor 13 Jahren, mit der es heute ähnlich rasant in die Metropolregion gehe. Zusammen mit dem WLAN-Programm des Kreises beginne heute in Igelsbach „Gegenwart und Zukunft“ des Internets.

Georg Matzner vom hessischen Wirtschaftsministerium erläuterte, dass es „viel Druck“ gegeben habe, den südlichsten Zipfel Hessens am Neckar ans schnelle Internet anzuschließen. Das sei wiederum heute „unverzichtbar“. Das Vorhaben bezeichnete Matzner als „nicht einfach realisierbar“. Wie der Referatsleiter betonte, hätten „beide Städte bei der Fördermittelbeantragung alles richtig gemacht“.

Simone Remdisch von der Telekom sagte, die Zusammenarbeit mit den Kommunen „klappt hervorragend“. Ende April 2017 könnten die Kunden die neuen Pakete buchen. Bis zum Winter sollen die Tiefbauarbeiten in Ersheim, Langenthal, Hirschhorn und Igelsbach sowie Neckarsteinach, Darsberg, Grein und Neckarhausen laufen. Danach folge der Einbau der Systemtechnik. 95 Prozent der Haushalte erhielten danach 30 Mbit/s Download-Geschwindigkeit. Vor der Inbetriebnahme wird es Remdisch zufolge Info-Veranstaltungen geben.

Für die beiden hessischen Neckartalstädte hatten Stadträtin Ursula Lischer (Hirschhorn) und Bürgermeister Herold Pfeifer (Neckarsteinach) begrüßt. Lischer erinnerte fast wehmütig „ans gute alte Telefon“. Gut sind ihr die Anfänge des Internets im Gedächtnis. „Langsam war gestern, bald sind wir schnell auf der Datenautobahn unterwegs“, sagte sie. Pfeifer wies auf die sich mehrenden Anfragen nach schnellem Internet seit Beginn seiner Amtszeit vor vier Jahren hin.

Mit großer Unterstützung der WFB habe man das Projekt stemmen können, sagte der Bürgermeister. Er wertete den Spatenstich als „maßgebliche strukturpolitische Weichenstellung für das gesamte hessische Neckartal“. Die beiden Städte würden als Wohn- und Arbeitsort „noch attraktiver“. Zum offiziellen Baustart waren auch Wolfram Koch, Leiter des Breitbandbüros Hessen, Dagmar Cohrs, stellvertretende WFB-Geschäftsführerin und der regionale Breitbandberater Südhessen, Berthold Passlack, anwesend.

Vertragsunterzeichnung mit Telekom: Das schnelle Internet im hessischen Neckartal kann jetzt kommen

Die Verträge für die Datenautobahn im hessischen Neckartal sind unterzeichnet. Jetzt muss das Projekt nur noch Fahrt aufnehmen, damit das Internet bis Mai 2017 sowohl in Hirschhorn als auch in Neckarsteinach mit allen Stadtteilen in Zukunft Breitband-Qualität mit bis zu 50 Mbit/s Download hat. Denn bisher ist es an vielen Stellen eher auf der Kriechspur unterwegs. Im Neckarsteinacher Rathaus kamen die Beteiligten nun zur symbolischen Unterschrift zusammen.

Dabei äußerten die Bürgermeister der Neckartal-Städte, Herold Pfeifer und Rainer Sens, ihre Freude darüber, dass das schnelle Internet nun auch im südlichsten Zipfel des Kreises Bergstraße ankommen werde. Breitband sei inzwischen ein wichtiger Standortfaktor, betonten sie unisono, und ebenso für private Haushalte unerlässlich. Den Zuschlag für den Internet-Ausbau erhielt die Deutsche Telekom.

Wie Gerd Schäfer vom rosa Riesen erläuterte, werde man in Hirschhorn 15 Kilometer Glasfaser-Kabel neu verlegen und 20 Verteiler aufstellen, in Neckarsteinach seien es 14 km und 16 Kästen. Das Netz werde dann so leistungsstark sein, „dass Telefonieren, Surfen und Fernsehen gleichzeitig möglich sind“. 95 Prozent der 3300 Haushalte in beiden Städten sollen laut Schäfer Geschwindigkeiten von über 30 Mbit/s nutzen können – abhängig von der Entfernung zum Verteilerkasten. Denn die letzten Meter von dort bis zum Haus liefen über Kupferleitungen.

„Wir gehen jetzt in die Planungen für die Trassen rein“, so Schäfer. Danach folgten die Ausschreibungen für den Tiefbau und die Einholung der Genehmigungen. Kurz vor Inbetriebnahme wolle man die Bürger der beiden Städte umfassend über das Angebot informieren. Angestrebt werde möglichst eine frühere Fertigstellung als der offizielle Termin, sagte er. Der Entschluss im Neckartal zur Investition in Breitband ist laut Wolfram Koch von der Hessen Trade & Invest, der Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft des Landes, wichtig, „um die Attraktivität der Region zu erhalten und zu fördern“.

Dr. Matthias Zürker, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Bergstraße (WFB), verglich das Breitband-Projekt mit dem S-Bahn-Anschluss des hessischen Neckartals. Der habe zu einer Attraktivitätssteigerung für die jeweiligen Städte geführt. Durch die Auffahrt auf die „digitale Autobahn“ werde sowohl für Bürger als auch für Gewerbe ein wichtiger Standortfaktor geschaffen. Der Schulterschluss von beiden Städten, WFB, Land und Bund sei vorbildlich.

Hirschhorns Bürgermeister Rainer Sens hob die gute Zusammenarbeit mit der WFB hervor. Als kleine Kommunen hätte man sich diese Fachkompetenz gar nicht leisten können, sagte er. Er betrachte Breitband als „Teil der kommunalen Daseinsvorsorge“, so der Bürgermeister. Eine Datenautobahn sei umso wichtiger, wenn es wie im Neckartal keine für den Verkehr gebe.

Weil die Telekom in ihrer Berechnung eine „Wirtschaftlichkeitslücke“ feststellte, müssen die beiden Städte finanziell einspringen. Allerdings werden die jeweiligen Summen mit Bundes- und Landesfördermitteln bezuschusst. Im Hirschhorner Fall kommen zu den benötigten 120.000 Euro 78.000 Euro Zuschuss, Neckarsteinach erhält bei einer Wirtschaftlichkeitslücke von 963.748 Euro den Maximalzuschuss von 500.000 Euro. Insgesamt kostet der Ausbau drei Millionen Euro.

Bei der symbolischen Vertragsunterzeichnung waren auch Berthold Passlack, der regionale Breitbandberater Südhessen, und Dagmar Cohrs, die Leiterin der WFB-Fachbereichs Kommunalbetreuung, zugegen. Für die Telekom nahm darüber hinaus die kommunale Vertriebsmanagerin Simone Remdisch teil.

 

Mit der schnellen Breitbandversorgung geht es in Neckarsteinach nur sehr langsam voran

Mit etwas Glück werden die Wasserpreise in der Vierburgenstadt im Jahr 2016 sinken. Der entsprechende Gebührenhaushalt weist für 2014 einen Gewinn von 37.349 Euro auf. Diese Summe ist, wie es in Behördensprache heißt, „in der kommenden Kalkulationsperiode gebührenmindernd abzubauen“. Das wäre ab dem übernächsten Jahr. Denn das Geld darf nicht für Investitionen eingesetzt werden, sagte der Leiter der Finanzabteilung, Andreas Ockert, auf der Sitzung des Finanzausschusses.

Marcus Augsburger, SPD, bat um Prüfung, ob Planungskosten für die künftigen Maßnahmen im Sinne einer Machbarkeitsstudie als Aufwand abgebildet werden könnten. Günter Resnikschek, Grüne, zeigte sich erfreut über rückläufige Stromkosten in diesem Bereich und war überrascht, dass auch tarifliche Einsparungen zum Überschuss beigetragen hätten. Ockert erklärte dazu, dass 2014 eine absolute Ausnahme darstelle und der personellen Situation geschuldet war. Künftig sei wieder von erheblich größeren Lohnkosten auszugehen.

Im Rahmen der Beratung des Nachtragshaushalts 2015 hatte Ockert eine erfreuliche Mitteilung: Es werde mit einem um 80.000 Euro höheren Erlös aus Holzverkäufen gerechnet. Grund dafür sind Fällungen, die vor allem dem Käferbefall im warmen und trockenen Sommer geschuldet sind. Der Einbau eines Radarsensors zur Höhenstandsmessung am Pumpwerk Schleuse wird laut Ockert zusätzliche 2600 Euro kosten.

Zum Thema Breitbandversorgung hatte Bürgermeister Herold Pfeifer nichts Erfreuliches zu vermelden. „Trotz mehrfacher Zusagen gibt es aktuell nichts Verbindliches.“ Angesichts des fortgeschrittenen Jahres gehe er nicht mehr davon aus, dass das Projekt noch 2015 begonnen werden könne. Mehrere Ausschussmitglieder baten um Prüfung, inwieweit das Projekt im Folgejahr durch eine Verpflichtungsermächtigung im Nachtragshaushalt gesichert werden kann.

Günter Resnikschek zeigte sich verwundert, dass für das Fahrzeug des Ordnungsbehördenbezirks im Nachtrag erneut Mittel eingestellt seien. Pfeifer entgegnete, dass hierzu eine endgültige Entscheidung im Rahmen des Nachtragshaushalts getroffen werden müsse. Stadtverordnetenvorsteher Ralf Kern, der als Gast an der Ausschusssitzung teilnahm, legte Wert darauf, dass bisher kein ablehnender Beschluss gefasst worden sei. „Vielmehr fanden zwei Vorschläge infolge von Stimmengleichheit keine Mehrheit“, betonte er. Marcus Augsburger appellierte angesichts künftiger Haushaltsrestriktionen an die Fraktionen, sich der vermutlich letzten Realisierungsmöglichkeit für die Anschaffung eines Fahrzeugs in diesem Jahr bewusst zu sein.

In vielen Bereichen reichen sich beide Städte die Hände

Hirschhorn/Neckarsteinach. In Zeiten knapper Kassen wird die interkommunale Zusammenarbeit (IKZ) fast schon als Zauberformel postuliert, um die Handlungsfähigkeit der Gemeinden zu erhalten. Entsprechendes lässt sich auch im Koalitionsvertrag der schwarz-grünen Landesregierung in Hessen nachlesen. Doch der Zauber ist mit Vorsicht zu genießen, denn der Teufel steckt im Detail. Hirschhorn und Neckarsteinach etwa arbeiten im Bereich der hoheitlichen Aufgaben wie Ordnungs- oder Standesamtsbezirk schon lange zusammen.

Eine Vertiefung scheitert bisher aber daran, dass die Umsatzsteuerfrage auf Bundesebene noch nicht gelöst ist. Denn wollten beide hessischen Neckartalstädte wechselweise jeweils – außer dem genannten hoheitlichen Bereich – Aufgaben für die jeweils andere Kommune erledigen, müssten sie diese der nach aktueller Gesetzgeber mit Umsatzsteuer in Rechnung stellen. Da laut Hirschhorns Bürgermeister Rainer Sens aber das Land die IKZ nur bei 15 Prozent Ersparnis fördere, ergebe sich daraus ein Verlustgeschäft. Eine Gesetzesänderung durch den Bund sei zwar angestrebt, aber noch nicht verwirklicht.

Sens sieht eine Vertiefung der IKZ sowieso mit Fragezeichen. Seinen Worten zufolge würde das, „was noch an Potenzial da ist, wohl nicht zu weiteren Kostenreduzierungen führen“. Eventuell seien aber Spezialisierungen der einzelnen Mitarbeiter möglich. Und, gerade in Zeiten von Personalknappheit durch Stellenabbau wichtig, Vertretungen im Krankheitsfall. Als „ideal“ skizziert der Hirschhorner Bürgermeister einen Gemeindeverwaltungsverband (GVV), wie es ihn bereits im benachbarten Baden-Württemberg gibt. Da könnte man die badischen Exklaven Brombach und Heddesbach, beide direkt angrenzend an Hirschhorner Gemarkung, mit ins hessische Boot nehmen. Das Problem: Einen GVV gibt es in Hessen bisher nur in der Experimentalphase, während er in Baden-Württemberg schon seit mehr als 40 Jahren existiert.

Andererseits gibt es laut Sens etliche Bereiche außer der „offiziellen“ IKZ, in denen man (nicht nur) mit Neckarsteinach zusammenarbeite. Etwa die Bereiche Windkraft (mit dem geplanten Standort „Greiner Eck“ auf der Gemarkungsgrenze) und Breitbandausbau. Dazu noch den Qualitätswanderweg „Neckarsteig“, der auch auf Gemarkung der beiden hessischen Neckarstädte verläuft. Oder den Tourismusverband „Romantische Vier“, in dem noch die beiden anderen badischen Neckarstädte Eberbach und Neckargemünd mit an Bord seien.

Oder den Archivverbund Eberbach, in dem sogar „über alles Kreis- und Landesgrenzen“ Gemeinden des angrenzenden Neckar-Odenwald-Kreises mit betreut würden. Beim Abwasserverband Laxbach wiederum orientiert sich Hirschhorn auch nach Norden. Hier ist Beerfelden im Odenwaldkreis zusammen mit Heddesbach und Eberbach mit dabei. Für Sens ein sicheres Zeichen, „dass wir hier mehr interkommunale Zusammenarbeit als in anderen Regionen praktizieren“.

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