Beerfellemer Narren haben die Oberzent-Boimeeschder-Wahl schon für sich entschieden

Die Fusion beschäftigt auch die Narren. Dem Gemeinde-Zusammenschluss näherten sich die Aktiven der Carnevalgesellschaft in ihrer Sitzung mal bissig, mal ironisch, mal mit erhobenem Zeigefinger. Im 70. Jahr ihres Bestehens zog die CG bei ihrer Prunksitzung alle Register des närrischen Könnens. Glanzpunkt dabei: der Sketch zur Wahl des neuen Boimeeschders bei „Anne Will-Nicht“.

Aber auch Dirk Bondes und Stefan Münkel als „Dauwegribbel“ mit ihren speziellen Texten auf bekannte Songs waren Lachgranaten. „Kiff a little bit im Altersheim“ (Give a little bit), Fusionär (König von Deutschland) und „Hello Again” (nach dem Defi-Einsatz) rissen von den Sitzen. Dass die Beerfeldener (Bären-)Fahnen hochgehalten würden, zeigte sich gleich bei der Eröffnung durch Sitzungspräsident Robin Hemberger. In diese Kerbe hieben noch so manche andere. Spitzen gegen die Nachbarkommunen inklusive.

Die beiden närrischen Hoheiten des Jubeljahres, Yvonne und Roy Stiefler, durften sich nach einer Selbstvorstellungsrunde inmitten des Elferrats platzieren und damit auf ihr Volk hinabblicken. „Wir haben den Schlüssel für die Stadt, deshalb hat sich die Bürgermeisterwahl erledigt“, meinten die beiden. Natürlich gefällt’s ihnen auf dem Berg am besten, auch wenn sie schon alle Städte der Welt gesehen hatten: Rothenberg, Hesseneck und Sensbachtal.

Das Publikum hatte dem Einmarsch des Elferrats mit den gesammelten Garden bereits heftig Applaus gespendet. Waldwesen, Hexen, die Rockband Kiss, Schneewittchen, Mallorca-Urlauber, Einhörner, Clowns, Kinderschokobons, Teufel oder Robin Hood: Dem Einfallsreichtum der Gäste waren bei der Kostümierung keine Grenzen gesetzt. Interims-Bürgermeister Egon Scheuermann schien ganz gefangen von seinem neuen Job zu sein – zumindest deuteten die Sträflingsklamotten darauf hin. Gottfried Görig nebenan wiederum tat der Posten als Erster Stadtrat sehr gut, denn sein goldglänzender Anzug stach kräftig heraus.

Das war aber nichts gegen die überdimensionale Narrenkappe von Landrat Frank Matiaske, der dafür an seinem Narren-Dress gespart hatte. Er fand auch Erwähnung in der Philippika des „Beerfellemer Bärs“ Gianluca Eifert, vor dem sich so einige wegducken mussten. Jedoch: „Der Landrat ist diesmal mit weißer Weste, aber Buschmann ist diesmal nicht der Beste“, spielte dieser auf die aktuellen Unstimmigkeiten an. Neben diversen lokalen Begebenheiten ratterte Eifert bärig die komplette Weltpolitik runter.

Was wäre die CG ohne ihre vielen Tänzerinnen. Die Große Garde wirbelte gleich zu Beginn über die Bühne, die Kleineren taten es ihr nach. Die beiden Funkenmariechen Lena Kraus und Nele Schneider wurden frenetisch gefeiert. Mit den Tanzgruppen der zweiten Halbzeit ging‘s farbenprächtig mal in die Lüfte (Blutdruckmesser), auf hohe See (Dream Girls) oder für einen Samba de Janeiro an den Zuckerhut (Wild Angels). Überhaupt die Musik: Eine feste Institution der CG sind die Galgenvögel, die gleich zwei Mal auf die Bühne durften.

Zurück zur Bürgermeisterwahl: Oliver von Adlerruine, Thomas Schwierig, Thomas Zuspät, Andreas Lauch und Claus Schreilaut treten bekanntlicherweise am 29. April an. Zumindest in der CG-Version. Ähnlichkeiten mit den tatsächlichen Kandidaten sind natürlich völlig beabsichtigt. In Sachen Klischee gingen die Narren in die Vollen. Der CDU-Mann als Beauty Queen, immer mit Handspiegel um das beste Aussehen bemüht, der SPD-Kandidat als Genussmensch, den auch die vielen Bäume in Oberzent nicht aus der Ruhe bringen können, oder der Grünen-Sprecher als Wuschelkopf-Öko mit grüner Gießkanne: Das saß.

Aber war jedoch alles nichts gegen die CGB-Überraschungskandidatin Heidi Juhu (Heike Johe). Die mischte den ganzen Saal auf, wollte den Elferrat als Magistrat installieren („das sind doch sowieso alles Kappen“) und verstand logischerweise etwas vom Haushalt. Und was Boimeeschder auf amerikanisch heißt? „Burger King“. Kein Wunder, dass sie zum Schluss die Nase vorn hatte.

Teilnehmer Prunksitzung CG Beerfelden

Eröffnung: Marlene & Karl-Heinz Hemberger

Elferrat: Timo Bauer, Ralf Baumgärtner, Marc Beysel, Jürgen Bondes, Steffen Fichtel, Manfred Gerbig, Hans Gräber, Volker Grohmann, Thomas Heller, Dennis Hemberger, Karl-Heinz Hemberger, Robin Hemberger, Michael Hofmann, Thomas Hupp, Manuel Kaufmann, Florian Keysser, Dr. Raimund Keysser, Markus Krämer, Reiner Rexroth, Jürgen Rüting, Roy Stiefler, Lothar Volk

Prinzenpaar: Yvonne und Roy Stiefler

Große Garde: Chantal Jahn, Tabea Hartmann (11 Jahre dabei), Michele Fichtel-Johe, Samira Jahn (11), Soria Labadie, Ina Bottelberger, Jana Beisel, Franziska Körber, Lisa Gerbig, Marlene Rüting (11), Ersatz Jenny Beisel, Trainerinnen Ulrike Burkard-Blome, Lena Heiderich

Beerfellemer Bär: Gianluca Eifert

Dauwegribbel: Dirk Bondes und Stefan Münkel

Funkenmariechen: Lena Kraus, Nele Schneider, Trainerinnen Franca Rüting & Kathrin Adolph

Young Generation – Höhle der Löwen: Ina Bottelberger, Tim Bottelberger, Gianluca Eifert, Jennifer Johe, Alexander Klein, Franzi Körber,

Kleine Garde,: Kim Kiermeier, Jessica Fiedler, Lara Scheuermann, Lena Kraus, Laurena Schmitt, Alicia Andryczka, Maren Röglin, Emma Gözek, Nele Schneider, Jannika Kraus, Verletzt Moon Kadesch, Trainerinnen Marthe Billick, Katharina Hofmann, Tanja Dingeldein

Wahl des neuen Bürgermeisters: Jennifer Grohmann, Patrick Grohmann, Robin Hemberger, Ralf Johann, Markus Krämer, Heike Johe

Galgenvögel: Klaus Skarsig (Gründungsmitglied), Sebastian Schott, Bernd Bechtold, Gerhard Hartmann (Gründungsmitglied), Hans Gräber, Sebastian Lang, Thomas Gruber, Klaus Neuer, Jochen Schäfer, Klaus Johe, Dirigent und Pianist Yun Won Lee

Gammelsbacher Philharmoniker: Michael Gruber, Andreas Weinmann, Max Schultz, Ralf Johann, Justin Ruf

Udo Reubold als Sommelier

Wild Angels: Anne Ondruch, Lorena Ludebühl, Tabea Hartmann (11 Jahre), Franzi Körber, Lisa Kaden, Nina Reichert, Mariam Bechthold, Felicia Schmidt, Jenny Beisel, Soria Labadie, Annika Neuer, Sinika Setzer, Trainerinnen Christine Arnold, Franzi Körber, Jana Beisel, Tabea Hartmann

Hypnoseshow: Dennis Hemberger, Felix Sasse

Altes Ehepaar: Fabienne Hemberger, Michéle Fichtel-Johe

Blutdruckmesser: Timo Bauer, Lukas Baumgärtner, Tim Bottelberger, Falko Frey, Patrick Grohmann, Thomas Gruber, Dennis Hemberger, Robin Hemberger, Jörg Hofmann, Michael Hofmann, Alexander Klein, Stefan Marofsky, Marc Meckes, Florian Richter, Felix Sasse, Jochen Schäfer, Roland Schäfer, Trainerin Katharina Hofmann

Dream Girls: Jenny Grohmann (11 Jahre), Lisa Gerbig, Marlene Rüting, Catharina Neuer, Lena Neff, Michele Fichtel-Johe, Nina Sturm, Elene Roßnagel, Ina Bottelberger, Chantal Jahn, Samira Jahn, Milena Luptowitsch, Julia Lenz, Nina Kabel, Verena Schäfer (krank), Trainerinnen Ina Bottelberger, Michéle Fichtel-Johe, Verena Schäfer

Mehr Bilder hier:

Zum Bericht geht's hier: https://hirschhorner.wordpress.com/2018/02/04/beerfellemer-narren-haben-die-oberzent-boimeeschder-wahl-schon-fuer-sich-entschieden/

Posted by Thomas Wilken on Sunday, February 4, 2018

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Hirschhorner Ritter bringen seit 25 Jahren den Frohsinn ins Kortelshütter Haus Cordula

Gleich zwei Jubiläen gibt es für die Hirschhorner Ritter in diesem Jahr zu feiern. Die Carnevalsgesellschaft aus der benachbarten Neckarstadt besteht seit 50 Jahren. Und ist seit 25 Jahren ist sie immer rund ums Faschingswochenende in den beiden Seniorenheimen des Höhendorfs zu Gast, zuerst in Kortelshütte, dann in Rothenberg. In den Azurit-Häusern gibt es dann ein buntes Nachmittagsprogramm, das die älteren Mitbürger gerne annehmen.

Der Besuch im ehemaligen evangelisch-lutherischen Haus Cordula in Kortelshütte ist für das jeweilige Hirschhorner Prinzenpaar immer etwas Besonderes. Denn eine Heimbewohnerin ist auch Hildegard König, die mit ihrem Mann Jupp und Funkenmariechen Inge 1992, beim ersten Abstecher der Ritter, als Faschingsprinzessin den Auftakt für die jährlichen Besuche machte.

Jetzt waren es die Nachfolger Prinzessin Tina I. (Czemmel-Zink) und Lothar II. (Zink), die mit Funkenmariechen Stefanie Mölle und einer närrischen Delegation ins Haus Cordula I gekommen waren, um einige fröhliche Stunden mit den 62 Bewohnern zu verleben. Natürlich wurden auch kräftig Orden ausgetauscht: Die Heimbewohner bekamen die Ritter-Jubiläumsplakette, die närrischen Hoheiten den eigenen Azurit-Orden, der jedes Jahr von Klaus Mikolajczyk gestiftet wird.

Unter den närrischen Klängen von Heiner Bondes aus Sensbachtal wurde das Tanzbein geschwungen oder wurden auch zwei Sitztänze aufgeführt. Zu Beginn hatte Jörg Wehrle von der Heimleitung die vielen Gäste begrüßt. Wehrle, Stefan Fichtner und Christine Zink waren im Anschluss eifrig mit dem Austausch von Orden beschäftigt. Fichtner wie auch Birgit Kral und Burghilde Veit hatten ebenso wie Anna-Luise Beisel danach noch eine Büttenrede in petto. Da ging es um den Alltag im Seniorenheim, aber auch die jetzt abgeschlossenen Bauarbeiten.

„So gut wie als Prinz ging es mir noch nie“, meinte Lothar II. in seiner Ansprache angesichts von gleich zwei Frauen an seiner Seite. Für Tina I. wurde ein lang ersehnter Mädchentraum wahr: „Wir zwei stehen hier vor euch: als Hirschhorner Prinzenpaar.“ Und Lothar ergänzte: „Kein Weg ist uns zu weit, kein Berg zu hoch“. Denn die beiden stammen aus Schimmeldewog und hatten „einen Teil unseres Hofstaats mitgenommen“.

Egal ob jung, alt, arm oder reich, „bei Feiern an Fastnacht sind alle gleich“, sagte die Prinzessin. Die fünfte Jahreszeit habe ihre eigenen Gesetze, „mit Frohsinn, mit Lachen und ganz ohne Hetze“, so ihr Prinz. Deshalb gab es mit Alkohol oder ohne ein dreifach donnerndes Helau auf die Hirschhorner Fastnacht.

 

 

Tina I. und Lothar II. regieren die Hirschhorner Ritter im 50. Jubiläumsjahr

Da kann ja mit der Verwaltung der Stadt in der närrischen Zeit nichts schiefgehen: Mit Tina I. (Czemmel-Zink) vom Ordnungsamt und Lothar II. (Zink) von der Stadtkasse übernahmen zwei gestandene Verwaltungsmitarbeiter als neues Prinzenpaar der Hirschhorner Ritter die Regentschaft bis zum Aschermittwoch. Sie wurden nach einer kurzweiligen, aber bis weit nach Mitternacht dauernden Sitzung proklamiert. Ihnen zur Seite steht im 50. Jubiläumsjahr der Carnevalsgesellschaft Stefanie Mölle als Funkenmariechen.

„Wir blicken mit euch auf eine spannende Zeit mit vielen Überraschungen, voller Lachen und Heiterkeit“, meinte Prinzessin Tina. „Wahrscheinlich sind wir manchmal auch müde und platt, Aufregung sind wir ja nicht gewohnt, als Angestellte bei der Stadt“, ergänzte Prinz Lothar augenzwinkernd. „Lehnt euch bis Aschermittwoch mal entspannt zurück. Wir versichern euch feierlich – und das in aller Gänze – mit dem Hickhack in der Stadt ist ab heute hier Sens(e)“, sagte er. „Ein lang ersehnter Mädchentraum wurde heute für mich wahr, wir zwei stehen hier vor euch, als das neue Prinzenpaar“, so Tina.

Fahnenschwinger, Tanzgarden, Büttenredner und Gesangsgruppen: 20 Programmpunkte boten die Ritter zum halben Jahrhundert auf. Alles eigene, bewährte Kräfte, die entweder gekonnt über die Bühne wirbeln oder wortreich den Wirbel in Stadt, Land und Welt im vergangenen Jahr beleuchteten. So mancher Kalauer hier, anderer Schenkelklopfer dort, gepaart mit den wohl geformten Schenkeln der Tänzerinnen sorgten dafür, dass die Besucher im ausverkauften Saal bestens unterhalten wurden.

Nach dem Einmarsch von Fahnenschwingern und Trommlern zusammen mit den Aktiven zum Aktiven übergab Ritter-Präsident Klaus-Jürgen Ehret das Wort an die beiden Moderatoren Horst Kern und Ulli Schnetz, die gewohnt locker-flockig durchs Programm führten. Eine Augenweide sind stets die kleinsten Ritter, die „Wonneproppen“. Die Tanzeinlage der Minigarde und des Showblocks bildete die Umrahmung für diverse Büttenreden.

Nachwuchstalent Lisa Stein wusste so manche Weisheit übers Altern, ehe sich die Zehnjährige selbst wieder zurück in die Jugend beamte. Der „deutsche Michel“ Dieter König ließ in seinem Rundumschlag nichts und niemanden ungeschoren. Während er mehr die Bundes- und Weltpolitik durch den Kakao zog, nahmen sich Eckart Breisch und Jürgen Waibel in ihren Stadtgesprächen Hirschhorner Wehwehchen an. Bürgermeister-Neuwahl, die Abwanderung eines stadtbekannten Wohltäters oder ein Zebrastreifen standen bei den beiden im Fokus.

Solisten mit ihren Gardetänzen, „Rhythmix“ mit einem Showtanz, der „Parodie-Express“ oder die Da-Capo-Gesangsgruppe sorgten für einen Augen- und Ohrenschmaus, während es zwischendurch kräftig was auf die Ohren gab. Bettina Gärtner hatte im edlen Esstempel ihr Ohr am Puls der Hautevolee, Michael Pascuzzi gab den Ourewäller mit Hang zu geistreichen Getränken.

Nach der Pause war es die „City Sound Group“, die den Saal auf den Bänken tanzen ließ. Rasselbande und Prinzengarde mit ihren Gardetänzen, Stefanie Mölle mit ihrem Funkenmariechen-Tanz oder das Männerballett in Form von Heidi und dem Geißen-Peter waren vielbeklatschte Programmpunkte. Claudia Schück und Susanne Konrad sowie Claudia und Kristin Menges spießten mit ihrer spitzen Zunge so etliches auf. Lutz Schmidt als Günther Gärtner aus Görlitz hatte ebenso heftig belachte Weisheiten im Gepäck.

Highlight zum Abschluss, ehe die Proklamation folgte und nochmal alle Aktiven auf die Bühne kamen: die „Milleniums“. 50 (junge) Frauen fegen über die Bühne, wechseln rasend schnell ihre Kostüme, bieten einen bunten Querschnitt von Tänzen, die das Auge verzaubern. Nachdem Bürgermeister Oliver Berthold den Schlüssel ans Prinzenpaar verloren hat, feiern die Ritter noch munter weiter und begießen das 50. Jubiläumsjahr.

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Ein halbes Jahrhundert Hirschhorner Ritter: Beschwingter Rückblick auf 50 närrische Jahre beim Neujahrsempfang

Der erste Fastnachtsprinz des Gründerjahres 1967 und der mit bisher 22 Jahren am längsten amtierende Präsident in der Ritter-Geschichte prosteten sich zu. Jürgen Waibel und Klaus-Jürgen Ehret hatten wahrlich Grund zum Feiern: Wenn ein Verein, und dann noch der größte in Hirschhorn, das halbe Jahrhundert voll macht, dann ist dies eine besondere Veranstaltung wert. Deshalb hatte die Carnevalsgesellschaft Hirschhorner Ritter (C.G.H.R.) zum Neujahrsempfang als Start ins Jahr ihres 50-jährigen Bestehens eingeladen – auch wenn es eigentlich kein närrisches Jubiläum sei, wie Präsident Klaus-Jürgen Ehret schmunzelnd anmerkte.

Mit viel Augenzwinkern behaftet war dafür der Rückblick auf die Anfangsjahre durch Jürgen Waibel, einem der letzten noch aktiven „Zeitzeugen“, und die abschließende Diashow mit Bildern aus 50 Jahren von 1967 bis 2017, zusammengestellt von Haymo Thurnwald. Die alten Aufnahmen sorgten für viel Hallo und etliche Wiedererkennungseffekte. Für die musikalische Umrahmung sorgte Wandermusikantin Frauke Bodinus auf der chromatischen Harfe.

Das Langbein-Museum als Ort des Empfangs sei „bewusst gewählt“, so Ehret. Denn wer „gänzlich ohne Kapital und Inventar“ in einer Stadt mit einem etablierten Karnevalsverein einen zweiten gründe, „muss entweder ein gesundes Gottvertrauen besitzen oder ähnlich verrückt sein wie Carl Langbein“. Denn der hatte sein Gasthaus „Zum Naturalisten“ genannt. Damals ein unchristlicher Name, sagte der Präsident, der sogar zu einem Gerichtsprozess führte.

Wer den Großteil des Weges seit 1967 mitgegangen sei, wisse, „welche Kraft, Mühen und Ausdauer nötig waren, um den Verein dort zu platzieren, wo er heute steht“. Und derjenige wisse auch, „welcher Einsatz erforderlich ist, ein einmal gewonnenes Niveau zu halten“. Warum die Fastnacht am 11.11. beginnt? „Die katholische Kirche ist schuld“, meinte Ehret augenzwinkernd. Denn früher habe es eine zweite Fastenzeit, ausgelöst durch schwindende Vorräte im Spätherbst, gegeben. Die dauerte 42 Tage bis zum 23. Dezember. Vorher, am 11.11., wurde also nochmal kräftig gefeiert.

Damit die Ritter auf ihr halbes Jahrhundert kräftig anstoßen können, gibt es auch ein Jubiläumsbier mit dem Namen „Ritter 5.0“. Auf seiner Rückseite ist die „Mission“ des Vereins erläutert. Erster satzungsgemäßer Zweck war die Durchführung des Hirschhorner Fastnachtsumzugs. Seit dem Gründungsjahr stellt der Verein auch in ununterbrochener Folge das Prinzenpaar. Zur Finanzierung der kostspieligen Fastnacht wurde 1976 das Ritterfest ins Leben gerufen. Im Jubiläumsjahr zählen die Ritter über 430 Mitglieder mit mehr als 240 Aktiven.

Die Ursprünge der Faschingssitzungen gehen in Hirschhorn bis ins Jahr 1954 zurück, wusste Jürgen Waibel. Der Name „HCV Lachsbachperle“ entstand 1965. Schon Anfang der 60er Jahre verliehen die vielen fastnachtlichen Aktivitäten der Neckarstadt den Beinamen „Klein-Mainz“. Die Vorbereitungen für den Umzug 1964 begannen mit einer Sitzung im Gasthaus „Zur Krone“. Stadtverordneter Karl Rupp (Freie Wähler) beantragte damals bei der Stadt einen Zuschuss von 300 Mark zum Ankauf von Süßigkeiten für den Umzug. Der wurde gewährt, so Waibel unter dem Schmunzeln der Gäste.

Beim damaligen Umzugsverlauf wurden folgende Punkte beanstandet, so der langjährige Aktive: „Zu große Abstände im letzten Teil der Wegstrecke, zu wenig Musikkapellen, das Auf- und Abspringen der Kinder von den Fahrzeugen und übermäßiges Trinken der Kraftfahrer während dem Umzug.“ Großes Gelächter der Gäste beim letzten Punkt und die Anmerkung: „Manches ändert sich nie.“

Für die Kampagne 1967 hatten sich die Verantwortlichen viel vorgenommen. Karl Rupp hatte bereits am 11.11.66 alle Vereinsvertreter zu einer Besprechung eingeladen, damit fortan jedes Jahr ein Umzug stattfinden soll. Einig war man sich der Erzählung von Waibel zufolge, dass wieder ein Prinzenpaar gesucht werden soll. Es sollte erstmals schon vor den eigentlichen Saalveranstaltungen und dem Umzug feierlich proklamiert werden: was in Gestalt von Christel Franke und Jürgen Waibel am Freien Platz vor dem Gasthaus „Zum Naturalisten“ geschah.

Nach der Gründung sollte 1968 die erste Kampagne der C.G. Hirschhorner Ritter alles Bisherige in den Schatten stellen. Verschiedene Aktionen spülten im Vorfeld 6000 Mark in die Kasse – so viel wie nie. 1970 starteten die Ritter auf Schloss Hirschhorn in die Kampagne. 7000 Mark standen dafür zur Verfügung. Disc-Party und drei Kindermaskenbälle mit „Onkel Jürgen“ und Uwe Belzner waren ausverkauft. 46 Zugnummern waren gemeldet. 1973 stand ganz im Zeichen der 1200-Jahr-Feier. Das neugegründete Männerballett trat als umjubelte „Hawaiimädchen“ auf. Die Frauengruppe wurde 1975 gegründet und präsentierte mit dem „Fußballballett“ das erste tänzerische Showelement, erzählte Jürgen Waibel.

Bürgermeister Oliver Berthold, wie viele Gäste ebenfalls Ritter-Mitglied, blickte in seiner kurzen Ansprache auf die eigenen Aktivitäten im Verein zurück. Beim 22. Jubiläum stand er noch als kleiner „Otto“ in der Bütt, beim 33-jährigen Bestehen war er im Männerballett aktiv, zum 44. stand er Funkenmariechen und Prinzenpaar als „Sekretärin“ zur Seite. Die Ritter, so Berthold, „sind eine feste Größe in Hirschhorn“ und prägten das Bild der Stadt nach außen. Sie bringen mit Umzug und Ritterfest „so viele Menschen wie sonst keiner“ in die Neckartal-Gemeinde.

Info: Zur Wiederkehr des 50. Ritter-Gründungstags am Mittwoch, 15. Februar, gibt es um 18.30 Uhr einen ökumenischen Gottesdienst in der Ersheimer Kapelle – inklusive närrischer Elemente. Gehalten wird er von Pfarrer Jörg Awischus und Diakon Dieter Klement, der auch die Idee dazu hatte. Eines darf verraten werden: Es ertönt auch der Narrhalla-Marsch…

Mehr Bilder hier: https://www.facebook.com/media/set/?set=a.1371621209548691.1073741984.100001024761983&type=1&l=bddcbc5f1b

 

Rosi I. und Joachim I. regieren die Ritter

Natürlich war der neue (Sonn)Tag längst angebrochen, als die Hirschhorner Ritter ihr gut gehütetes Geheimnis endlich preisgaben: Rosi I. und Joachim I. (Weis) von der Klingenstraße sind das neue Prinzenpaar, das die Fastnachter in der relativ kurzen Kampagne bis Faschingsdienstag, 17. Februar, landauf, landab repräsentieren wird. Sie übernahmen das Zepter von Marion und Axel Leippe, denen für ihre Regentschaft im vergangenen närrischen Jahr herzlich gedankt wurde. Der Proklamation vorangegangen war eine kurzweilige Prunksitzung von mehr als sechs Stunden.

Büttenreden, Garde- und Showtänze oder Gesangsdarbietungen: Die vielen Gruppierungen der Ritter liefen während der Prunksitzung zu Höchstform auf. Allein zehn Tanz- und vier Musikgruppen zählt der größte Hirschhorner Verein, der die Fastnachtshochburg im unteren Neckartal bestens in der gesamten Region vertritt. Die große weite, aber auch die kleinere Hirschhorner Welt waren in den Büttenreden das Ziel genauerer Betrachtung, aber auch von bissigem Spott und beißender Ironie. Wer die erste Sitzung verpasst hat, muss nicht klagen: Karten für die kommenden Sitzungen am Freitag und Samstag können noch bei Steffi Hartmann, Telefon 06272/5130516, reserviert werden.

Eckard Breisch und Jürgen Waibel legten in ihrem „Stadtgespräch“ den Finger in viele offene Hirschhorner Wunden. Viele Lacher und viel Beifall waren ihnen gewiss. Eröffnet wurde der Abend mit dem Einzug der Fahnenschwinger und Trommler, ehe die „Wonneproppen“ und der „Showblock“ mit ihrem Showtanz wie auch die Minigarde mit ihrem Gardetanz begeisterten. Bei Tade Crößmann herrschte in der Bütt „Zickenalarm“, Bettina Gärtner wusste als Flugbegleiterin viele komische Begebenheiten über und unter den Wolken zu berichten.

Vor der Pause folgten Gardetänze der „Solisten“ und ein Showtanz von „Ex-trem“. Der „Parodie-Express“ widmete sich der „Fastnachts-Outdoor-Mode“, „Da Capo“ glossierte musikalisch in närrischer Form das Geschehen in Stadt und Land. Wie auch Dieter J. König in gesetzten Worten. Dessen Auftritte als „Deutscher Michel“ sind aus den Prunksitzungen der Ritter nicht mehr wegzudenken. Er sorgt dafür, dass Politikern jedweder Couleur die Ohren klingeln.

Nach der verdienten Pause von 2 x 11 Minuten ging es mit vollem Tempo weiter. Waldemar Böhm sinnierte über den „Sinn des Lebens“, Susanne Konrad und Claudia Schück tauschten ihre „Urlaubserinnerungen“ aus. Der „City Sound Group“ folgte der Gardetanz der „Rasselbande“, Corinna Denner als Funkenmariechen heimste wie alle anderen auch viel Beifall ein. Nach dem Gardetanz der Prinzengarde und Gesangsdarbietungen des „Witwenclubs“ hatte Lutz Schmidt als „Günther Gärtner – Görlitz“ die Lacher auf seiner Seite. Der Showtanz von Männerballett und danach „Milleniums“ (unter dem Titel „Affenstark“) läutete das große Finale inklusive Prinzenpaar-Proklamation ein. (Fotos: Hansi Herbig)

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Die Ritter stehen in den Startlöchern

Hirschhorn. Nicht mehr lange, dann regieren die Narren in Hirschhorn. Schon in der zweiten Januarwoche geht es bei der Carnevalsgesellschaft Hirschhorner Ritter rund. Denn die närrische Saison ist 2015 ziemlich kurz und will voll ausgekostet werden. Wer noch dabei sein will, muss sich sputen. Es sind nur noch vereinzelte Karten für die Prinzenpaarproklamation am Samstag, 10. Januar, und die zweite Rittersitzung am Freitag, 16. Januar, erhältlich. Beide finden jeweils um 19.11 Uhr im Bürgersaal statt. Telefonische Kartenreservierungen nimmt Steffi Hartmann, Telefon 06272/5130516, entgegen. Der Eintrittspreis beträgt 12 Euro. Weitere Sitzungstermine sind: dritte Rittersitzung Samstag, 17. Januar, 19.11 Uhr; Kindermaskenball Sonntag, 18. Januar, 14.31 Uhr, im Bürgersaal.

Zur Vorbereitung und Durchführung der Proklamation, der beiden Rittersitzungen und des Kindermaskenballs werden von den Rittern an folgenden Terminen so viele helfende Hände wie möglich benötigt: Samstag, 3. Januar, ab 10 Uhr Einräumen Bürgersaal; Freitag, 9. Januar, ab 17 Uhr Eindecken und Detailarbeiten; Sonntag, 11. Januar, ab 14 Uhr Aufräumen; Donnerstag, 15. Januar, ab 17 Uhr Eindecken und Detailarbeiten; Samstag, 17. Januar, ab 10 Uhr Aufräumen, Eindecken und Detailarbeiten; Sonntag, 18. Januar, ab 10 Uhr Aufräumen, ab 14 Uhr Aufräumen beim Kindermaskenball mit gleichzeitigem Ausräumen von Keller und Küche, ab 18 Uhr Bürgersaal komplett ausräumen.

Der Fastnachtszug 2015 naht bereits mit großen Schritten. Er findet am Sonntag, 15. Februar, um 13.59 Uhr. Die Strecke verläuft über Ersheimer Straße, Schleusenbrücke, Hauptstraße und Neckarsteinacher Straße bis zur Abzweigung Bahnhofstraße. Meldeschluss für die Zugteilnehmer ist der Donnerstag, 15. Januar. Die Anmeldung kann direkt über die Homepage der Ritter vorgenommen werden. Unter www.hirschhorner-ritter.de/umzug.htm gibt es nähere Angaben und die Anmeldeformulare. Die Sitzung der Umzugsteilnehmer findet am Dienstag, 27. Januar, um 19.31 Uhr im Ritter-Vereinsheim an der Jahnstraße neben der Sporthalle statt. Die Teilnahme eines Vertreters der teilnehmenden Gruppe an dieser Sitzung ist Pflicht. Ansprechpartner ist Generalfeldmarschall Matthias Denner, Telefon 0175-2038605, E-Mail umzug@hirschhorner-ritter.de.