Der Grieche bringt neues kulinarisches Leben nach Oberzent

In den „Schützenhof“ kehrt wieder Leben ein. Schlicht „Der Grieche“ heißt das Lokal, für das Özay Salim verantwortlich zeichnet und das mit nur vier Wochen Vorlaufzeit Ende April dort eröffnete. Den Michelstädtern ist der Name schon bekannt, denn die Familie Salim betreibt unter gleichem Namen in der Braunstraße ebenfalls ein Restaurant. In Oberzent wird die Beendigung des Leerstands unisono begrüßt, denn gastronomisch ist in der Stadt der Tisch nicht gerade reich gedeckt.

Restaurantleiter ist Özays Onkel Tefik Salim. Der 39-Jährige verspricht den Fans der mediterranen Speisen die gleiche Küche wie in Michelstadt, angereichert mit ein paar deutschen Gerichten. „Wir wollen Beerfelden bisschen aufpeppen“, meint der Griechen-Chef in der Stadt augenzwinkernd. Die Klassiker wie Giros, Bifteki, Souflaki, dazu Fischgerichte wie Dorade oder Calamari werden von Darinka Savic in der Küche gezaubert.

Innerhalb von vier Wochen stemmten die Salims das Projekt Schützenhof, nachdem über Facebook „von der lieben Silke“ der Tipp gekommen war, sich doch hier ein zweites gastronomisches Standbein schaffen. Dabei kam dem Familienunternehmen das Glück zugute, „dass wir zu viel Personal hatten“, lacht Özay Salim. Eine Seltenheit in der Gastronomie. Köchin Ljuba Jakelic schmeißt somit nach wie vor in Michelstadt die Küche, während ihre Kollegin die Gäste in Oberzent verwöhnt. Dazu kommen eine Beiköchin, eine Spülkraft und zwei Bedienungen. Am ersten Abend war bereits alles ausgebucht.

60 Plätze hat der Grieche im Schützenhof im Innenbereich, 40 weitere kommen im Biergarten hinzu. Den will Özay Salim mit Blick auf den bevorstehenden Sommer noch etwas erweitern. „Ich sehe das Potenzial für diese Art von Gastronomie in Beerfelden“, betonte er. Mit dieser Meinung ist er nicht allein: Sebastian Hartmann, der stellvertretende Vorsitzende des Gewerbevereins, wertet die Gaststätte als „absoluten Zugewinn“. Jetzt gebe es mehr Möglichkeiten, abends etwas essen zu gehen.

Bürgermeister Christian Kehrer konnte ihm da nur beipflichten. Er sprach von „optimalen Grundvoraussetzungen“ für das Lokal an der belebten Straße. Die Wiedereröffnung des Schützenhofs sei „ganz für wichtig für Beerfelden“, da es mit Gaststätten – unter anderem nach der kürzlichen Schließung des „Schwanen“ – nicht mehr besonders reichlich gesegnet sei. Die frohe Öffnungs-Kunde vernahm auch Thorsten Heckmann von der Schmucker-Brauerei mit Freude. Er wies auf das große Einzugsgebiet des zentral in Oberzent liegenden „Griechen“ hin. Mit Dennis Kolmer war auch er Geschäftspartner von Selgros dabei.

Griechische Wurzeln hat die Familie tatsächlich, meinte Özay Salim auf Nachfrage aufgrund seines Namens. Seine Eltern stammen aus einer Gegend nahe der türkischen Grenze und gehören zu einer moslemischen Minderheit. „Wir reden Türkisch zuhause“, erläuterte er. Aber die Sprache ist auch der einzige Bezugspunkt zum Nachbarland. Sich selbst bezeichnete er schmunzelnd als „Odenwälder Bub“, der in Erbach geboren wurde und in Zell aufwuchs.

Die Eltern betreiben in Bad König das Unternehmen Zeitgeist Multiservices. Ein klassischer Familienbetrieb, betont Salim, in dem sein Onkel in Beerfelden die Stellung hält. „Wir wollen den Gästen Urlaubsfeeling vermitteln“, sagt er. Sie sollen sich ein wenig Auszeit vom Alltag nehmen, sich wohl fühlen und die Mittelmeer-Küche genießen.

Der 36-Jährige freut sich über die herzliche Aufnahme in der Stadt. Von sehr freundlichen Menschen berichtete ihm sein Vater, erwähnte Salim. „Wir wollen die Besucher mit griechischen Köstlichkeiten verwöhnen“, sagt er. Getreu dem Motto: „Masse kann jeder, aber auf Details und Qualität kommt es an.“

Nach der sehr guten Resonanz in Michelstadt, wo das Restaurant vergangenen November nach dreimonatiger Umbauzeit aufmachte, zeigt er sich mehr als optimistisch, „dass es auch in Beerfelden funktionieren wird“. Salim bringt es auf den Punkt: „Wir haben Bock, wir geben Gas.“

Info: „Der Grieche“ in Beerfelden, Viehmarktplatz 11, Telefon 06068-9418174, www.dergrieche-beerfelden.de, Öffnungszeiten Mittwoch bis Freitag 17 bis 22 Uhr, Samstag und Sonntag 11 bis 212 Uhr mit durchgehender warmer Küche.

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