Mit „Dhalias Lane“ gibt’s in der Alten Post eine rauschende Irish-Folk-Party

Irish Folk at its best, gespielt von fünf Meistern auf ihren Instrumenten. Der Beifall will kaum verstummen, die Zugabe-Rufe ebenso nicht: Was die Folk-Bank „Dhalias Lane“ in der vollbesetzten Kleinkunstkneipe „Alte Post“ bietet, reißt die Besucher von den Sitzen, bringt sie zum Klatschen, Jubeln, Ausflippen und Tanzen. Zweieinhalb Stunden lang gibt es keltischen Folk, Mittelalterstücke und eigene Lieder mit einer Spielfreude und auf einem solch hohen Niveau, dass den Gästen manchmal vor Staunen der Mund offen stehen bleibt.

Rainer Burgmer auf diversen Flöten, Božena Woitasky auf der Geige, Berk Demiray (Gitarre/Gesang) und Bergo Ibrahim (Percussion) spielen sich auf ihren Instrumenten in einen wahren Rausch. Unterstützt werden sie von Anna Raabe (Gesang/Rahmentrommel), die mit ihrer eindrucksvollen Stimme Songs einen ganz besonderen Klang verleiht. Burgmer und Demiray stehen schon weit mehr als zwei Jahrzehnte gemeinsam auf der Bühne stehen (früher bei Wild Silk).

Geht‘s in der ersten Hälfte noch vergleichsweise „ruhig“ zu, so steigt nach der Pause eine große irische Party, die begeisterte Besucher zurücklässt. Die Spielfreude überträgt sich von der Bühne hinein in die ehemalige Scheune, aus der wiederum den Musikern lauter Jubel entgegenschallt, was diese wiederum zu Höchstleistungen anspornt. Da wird dann bei der Zugabe einfach spontan noch eine Strophe drangehängt, als die Leute immer wieder mehr fordern. Der ganze Saal steht (Kopf), wenn die Truppe mit Witz, Charme und Können lebendig, virtuos, kraftvoll und melodisch ihre Folk-Stücke zelebriert und ihnen Leben einhaucht. „Giggle Jig“ ist solches.

„The Ships are sailing“ ist als Song wie ein großes, schwerfälliges Segelschiff. Es dauert lange, bis es in Fahrt kommt, aber dann. Die musikalischen Wellen schlagen hoch. Geige und Flöte liefern sich ein packendes musikalisches Duell, Rainer Burgmer entlockt seinem Instrument die unmöglichsten Töne, verknotet fast die Finger. Die fünf spielen sich die Griffel wund.

Dass Dhalias Lane auch historisch kann, zeigt die Adaption eines Stücks aus der westfälischen Liederhandschrift des 16. Jahrhunderts. Das bietet Berk Demiray die Gelegenheit, seine Fertigkeiten  auf der akustischen Gitarre zu zeigen, während Raabe die ganze Tragik einer Frau rüberbringt, die ihre fünf Söhne (so auch der Titel) auf die Suche nach dem auf See verschollenen Mann schickt. Diese kommen dabei um, der Mann kehrt zurück… „Tri Martolod“ ist da deutlich positiver gestrickt.

„Lifeline“, ein eigener Song der Gruppe, hat zwar auch einen ernsten Hintergrund, wird aber immer flotter und präsentiert sich von der Geige dominiert. Božena Woitasky kann hier aufs Neue ihre virtuosen Künste mit dem Bogen demonstrieren. Wer schon bisher gemeint hatte, er habe alle Fertigkeiten auf den Instrumenten gesehen, wird bald eines besseren belehrt.

Es qualmt der Geigenbogen, es kommen die fingerfertigen Hände von Burgmer ins Rauchen, als er sie ein ums andere Mal über den Flötenhals in einer Schnelligkeit gleiten lässt, dass einem beim Zuschauen fast schwindlig wird. Der „Galway Farmer“ fetzt in einer Form los, dass den Zuschauern Hören und Sehen vergeht, Flöte, Gitarre und Geige schaukeln sich gegenseitig hoch, die Melodie ist ein Ohrwurm schlechthin.

Viel Platz ist zwar nicht zum Tanzen. Aber ein paar Meter finden sich doch, auf denen zu den fetzigen Klängen von Flöte, Geige, Percussion und Gitarre die Beine von sich geschleudert werden können. Band-Entertainer Bergo Ibrahim feuert immer wieder die Gäste an und bringt sie tatsächlich dazu, quer durch die Scheune ein kleines Tänzchen bis hinaus auf die Straße zu wagen.

Ein paar Gassenhauer haben sich die Musiker zum Ende hin aufgehoben. Der ganze Saal darf nach  Frauen und Männern getrennt und später zusammen einstimmen, wenn „Greensleaves“ angespielt wird. Ein Klassiker schlechthin, erst nur von der Gitarre, dann auch von der Flöte begleitet. Die Musiker spielen sich förmlich in Ekstase. Eine Flöte ist Burgmer nicht mehr genug, er spielt gleich zwei gleichzeitig. Demiray zupft sich die Seele aus dem Leib und die Geige erklingt in höchsten Tönen.

Infos: „Dhalias Lane“ spielen das Eröffnungskonzert zu den 23. Reichelsheimer Märchen- und Sagentagen am Freitag, 26. Oktober, um 18.30 Uhr in der Michaelskirche Reichelsheim. Mehr unter www.dhaliaslane.com.

Zum Artikel geht's hier: https://hirschhorner.wordpress.com/2018/06/10/mit-dhalias-lane-gibts-in-der-alten-post-eine-rauschende-irish-folk-party/Dhalia's Lane

Posted by Thomas Wilken on Sunday, June 10, 2018

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Dhalias Lane bringt heute (9. Juni) fetzigen Irish Folk in Perfektion nach Brensbach

Dhalias Lane, eine der ersten Adressen in Sachen Irish und Celtic Folk in Deutschland, kommt heute Abend (9. Juni) zum Irischen Abend in die Kleinkunstkneipe „Alte Post“ in Brensbach. Beginn ist um 20.30 Uhr (Einlass 19 Uhr). Veranstaltungsort: Heidelberger Straße 23, 64395 Brensbach. Vielen Fans ist die Band noch unter dem Namen „Wild Silk“ in guter Erinnerung. Auch heute sind mit Berk Demiray (Gitarre) und Rainer Burgmer (Flöten) noch zwei Musiker der Stammbesetzung mit an Bord.

So wundert es auch nicht, dass Dhalias Lane neuerdings wieder viele alte Wild-Silk-Stücke im Gepäck haben, auf die sich die Fans besonders freuen dürfen. Der Zauber der keltischen Musik mit seinen traumhaften Balladen und mitreißenden Tänzen verschmilzt mit gefühlvollen Eigenkompositionen, orientalischen und mittelalterlichen Elementen sowie südländischen Einflüssen zu einem musikalischen Gesamtkunstwerk, das an Ausdruck und Intensität Maßstäbe setzt und die Menschen begeistert.

Mit mehr als 1400 bundesweit gegebenen Konzerten, zahlreichen Auftritten in Funk und Fernsehen sowie sieben produzierten CDs gehören Dhalias-Lane zu einer der renommiertesten und beständigsten Gruppen dieses Genres hierzulande. Mit ihrer „Teufelsgeigerin“, der Musikpädagogin Bozena Woitasky, und Berk Demiray, der zu einem der besten Gitarristen der keltischen Musikrichtung zählt, wird die sympathische Gruppe für Gänsehaut-Stimmung sorgen und die Gäste auf eine beeindruckende musikalische Reise entführen.

Sofia Glaser und Berk Demiray spielen im Michelstädter Hüttenwerk eine bunte Palette von Pop- und Rocksongs bis hin zu irischer Folklore

Es ist schon erstaunlich, mit wie wenig Aufwand sich ein eindrucksvoller musikalischer Abend gestalten lässt. Eine Gitarre und eine Stimme reichen Sofia Glaser aus, um im Hüttenwerk stürmischen Beifall einzuheimsen. Wenn dann Duopartner Berk Demiray, liebevoll-ironisch „der Praktikant“ genannt, zu seinem Instrument greift und virtuos seine Künste auf den sechs Saiten demonstriert, dann erzeugen die beiden eine Klangfülle, die wohl auch ohne Verstärkung bis in den hintersten Winkel dringen würde.

Die 22-jährige Sofia Glaser aus Beerfelden, früher dort in der Mädelsband „Die Optimisten“ aktiv und in der vergangenen Zeit auf Solopfaden unterwegs, hat sich mit Berk Demiray aus Lorsch einen erfahrenen Hasen als Mitmusiker „geangelt“. Mit ihm spielt sie auch seit vergangenen Jahr in der keltischen Folk-Gruppe „Dhalias Lane“ zusammen. Zuletzt war sie in dieser Konstellation bei der Beerfeldener Musiknacht Ende Oktober zu sehen.

Demiray ist ein Meister seiner Gitarre und zudem ein ausdrucksstarker Sänger, der es versteht, sich facettenreich darzustellen. Neben der Gitarre und der Langhalslaute ist das Komponieren seine große Leidenschaft. Er schreibt viele der eigenen Stücke der Gruppe. In über 20 Jahren hat er mit seinen Bandkollegen weit über 1000 Konzerte bundesweit absolviert – früher als Wild Silk, heute mit Dhalias Lane. Das Programm mit Sofia Glaser firmiert unter dem Namen „Duo Sehnsucht“.

Wenn zwei Musiker mit völlig verschiedenem musikalischen Background ihre Interessen zusammenwerfen, kommt dabei ein mehr als abwechslungsreiches Set zusammen. Was Sofia Glaser stimmlich drauf hat, zeigt sie gleich beim ersten Song. „Talkin’ bout a revolution“ von Tracy Chapman lässt ihr bestens Raum, um eindrucksvoll die Wandlungsfähigkeit und den Umfang ihrer Stimme zur Geltung zu bringen.

Nur mit der akustischen Gitarre begleitet, verleiht sie dem Song große Dynamik, Inbrunst. Sie ist voll drin in den Stücken, lebt sie förmlich bis zum letzten Ton, zelebriert manche Passagen förmlich. Ihre Leidenschaft für die Lieder wissen auch die Fans zu schätzen. Die füllen den Gastraum im Hüttenwerk bis auf den letzten Platz. Für einen Freitag ist es so brechend voll im Eventlokal, dass sogar noch im Gang einige zusätzliche Bistrotische aufgestellt werden müssen.

Die Gäste werden nicht enttäuscht. Dass Sofia Glaser auch „folkig“ kann, zeigt sie bei „Black is the Colour“ oder „Sally Gardens“ zusammen mit Berk Demiray. Der weiß zu den keltischen Stücken viel zu sagen. Sie sind für mit die schönsten Liebeslieder, die Irland hervorgebracht. Sein virtuoses Spiel auf der akustischen Gitarre, zusammen mit Sofias volltönender Stimme, die jeden Pub auf der Grünen Insel unverstärkt bis ganz nach hinten ausfüllen würde, zaubert eine ganz besondere Stimmung in den grauen Odenwald.

Da geht einigen das Herz auf. Das Paar gleich neben der Bühne umarmt sich noch inniger als zuvor. Aus der Ecke, wo die Eltern Sonja und Udo Glaser sitzen, ist ein leises „sehr schön“ zu hören, als die melancholischen, aber trotzdem frohen Klänge verebben. „Meine Eltern sind die besten Fans, aber auch Kritiker“, meint Sofia scherzend auf die lachende Einlassung von Berk Demiray, für ihn wäre es ein Horror, immer den Erzeugern „vorspielen“ zu müssen.

Die 22-Jährige beweist an diesem Abend auch immer wieder, dass ihr vor der „Kritik“ nicht bange sein muss. „Hedonism“, „Read about it“ von Emeli Sandé oder „The different“ von Melissa Etheridge zeigen, dass sie aktuelle Pop- und Rocksongs ebenso drauf hat wie mit dem „Schnitter“ ein mittelalterliches Stück. „Don’t Be So Shy“ von Imany, „Runnin‘“ von Beyonce oder Tom Petty „Free Fallin“ stehen in schönem Kontrast zu den irischen und schottischen, eher ruhigen und getragenen Songs.

Aus der grünen Odenwald-Landschaft „beamt“ es dann die Zuschauer von einer Sekunde auf die andere in die windumtosten, leicht welligen, ebenso grünen Hügel von Irlands Westen, wo sich der Tau des häufigen Regens in der Sonne spiegelt und hinter jeder Straßenecke eine Schafherde friedlich grast. Es gibt vier Jahreszeiten an einem Tag, die sich auch in der Musik widerspiegeln. Von tieftraurig bis himmelhoch-jauchzend ist alles dabei.

Sofia Glaser ist die Tochter des Fotografen-Ehepaar Sonja und Udo Glaser aus Beerfelden. „Musik mache ich eigentlich schon immer“, erzählt sie. „Gitarre habe ich mir selbst auf der zwölfsaitigen Gitarre meines Vaters beigebracht.“ Die ersten Auftritte gab es dann mit der Mädels-Band „Optimisten“, die sich an der Oberzent-Schule gegründet hatte. Dazu zählten neben ihr die ebenfalls aus der Stadt am Berge stammenden Tabea Hartmann, Elena und Rebecca Reinhard. Anfangs spielte Sofia Glaser dort Schlagzeug. „Mit der Zeit haben wir angefangen, die Instrumente einfach durchzuwechseln“, erinnert sie sich. So blieb sie bei der Gitarre hängen.

2009 machte die damals 14-Jährige beim Gesangstalent im Michelstädter Hüttenwerk mit. „Daraufhin bin ich zusätzlich zu den ‚Optimisten‘ noch in die Band ‚Second Wave‘ gekommen“, war schon damals der Erfolg vorgezeichnet. Zusätzlich fing Sofia Glaser damit an, kleine Akustik-Duo/Solo-Projekte aufzuziehen. Und sie war des Öfteren in Lampertheim und Bürstadt bei Live-Jams dabei.

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Posted by Thomas Wilken on Saturday, January 13, 2018