Ganz schön dolle Hinterbacher sind im HR-Fernsehen

Besser hätte der hessische Rundfunk den Zeitpunkt nicht abpassen können. Kaum ist Hinterbach eine „richtige“ Ortschaft mit eigenem Ortsschild, da wurde sie vom Sender auch gleich aus der Lostrommel zur Vorstellung als „Dolles Dorf“ gezogen. Danach musste alles ganz schnell gehen. Schon zwei Stunden später war das vierköpfige HR-Team in einem der südlichsten Flecken Hessens angekommen und begann damit, den kommenden Drehtag mitsamt Hinterbacher Highlights vorzubereiten.

Wenn eine Ortschaft in der Donnerstags-Hessenschau gezogen wird, muss es immer ganz schnell gehen. Gut 900 Karten sind im Studio auf zwei Plexiglastrommeln verteilt. Immer abwechselnd in Frankfurt und Kassel werden diese neu gemischt. Auf jedem Los ist ein hessisches Dorf verzeichnet, das unter 2000 Einwohner hat. Stichdatum ist ein Zeitpunkt vor der Gebietsreform.

„In der Edelquelle ist das ganze Dorf zusammengekommen“, lachte Reporterin Nora Enns. Denn dort wurden die Pläne für die Rundfahrt geschmiedet. In der Hinterbach läuft so etwas noch über die traditionellen Kommunikationskanäle und nicht über WhatsApp-Gruppen, denn das Dorf liegt in Sachen Internet und Funknetz im Tal der Ahnungslosen. „Bestimmt gab es die Info mit der Ortsschelle“, grinste Kameramann Markus Bär.

Was der Oberzent-Ortsteil nach der Aufwertung vom grünen zum gelben Ortsschild alles zu bieten hat, vermittelte die gesammelte Bürgerschaft den Reporter-Team. Beleuchter Bernhard Martin und Ton-Mann Ralph Ganswindt waren ebenfalls an Bord, als zunächst die Odenwald-Quelle im Mittelpunkt stand. Sie wird natürlich mit dem Wasser gespeist, das aus dem hinteren Tal mit Hinterbach und Olfen kommt.

Ein privater Gnadenhof für Tiere war die nächste Station. Schafe, Esel, Pferde und Galloway-Rinder weiden idyllisch im grünen Tal und dürfen dort ihr Lebensende in einer schönen Umgebung verbringen. Ein Oldtimer von Peter Kwiadkista kutschierte das Team mitsamt Begleitung in ihren neumodischen Karossen zu anderen Bereichen des Dorfs. Der Mercedes Cabrio S 170 A aus dem Jahr 1949 sorgte für einiges Aufsehen an der Durchgangsstraße.

Alle zwei Jahre lässt das Köhlerteam ein altes Handwerk aus dem Odenwald wieder lebendig werden. Die Hinterbacher Köhlertage ziehen an ihren zehn Tagen Besucher aus den beiden Metropolregionen in den südlichsten Zipfel des Odenwaldkreises. Eine eingeschworene Truppe kommt in dieser Zeit praktisch nicht zum Schlafen, berichtete Susanne Blum, die zusammen mit Chef-Köhler Thomas Frisch den HR-Team gerne Auskunft gab. Die Gaudi ist riesig, das Interesse auch. Die Gastfreundschaft der Hinterbacher mit urig-traditionellen Speisen ist legendär.

Das Kneippbecken am Parkplatz gleich nebenan hat zwar keine so lange Tradition, kann aber ebenfalls schon auf ein paar Jahrzehnte zurückblicken. Kälter als die Außentemperaturen war das Wasser auch nicht, weshalb sich Thomas Frisch (Nomen est omen) und Rainer Händel zu Demonstrationszwecken überreden ließen, Schuhe und Socken ausziehen, die Hosen hochzukrempeln und ein paar Runden zu laufen. Der Respekt der Zaungäste war ihnen gewiss.

Der letzte Widder des Odenwalds musste natürlich auch Erwähnung finden. Dabei handelt sich aber nicht um einen Hinterbacher wolligen Vierbeiner, sondern eine mit Wasserdruck und zwei Ventilen arbeitende hydraulische Pumpe. Diese wurde 1923 angelegt, um Quellwasser von einer Wiese in den höher gelegenen Hof zu pumpen. Der Widder wurde inzwischen als Kulturdenkmal in die Denkmaltopographie des Odenwaldkreises aufgenommen.

Abschluss der Tour durch den Ort war am neuen Ortsschild. Dort gesellte sich auch Oberzent-Interims-Bürgermeister Egon Scheuermann zur Gruppe. Symbolisch wurde noch einmal das alte Weiler-Schild ab- und das neue Ortsschild aufgehängt. Mit der Umfirmierung ging ein jahrzehntelanger Wunsch der Ortsbevölkerung in Erfüllung, die auf die gleichen Rechte wie andere kleine Dörfer in der Umgebung pochte.

 

Info: Das Video zum „Dollen Dorf“ Hinterbach kann unter http://www.hessenschau.de/tv-sendung/video-54356.html angeschaut werden

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Rothenberg als „Dolles Dorf“ in der Hessenschau – Video in Mediathek abrufbar

Reporter Philipp Wellhöfer ist ganz begeistert vom Höhendorf. „Hier gibt es eine super Infrastruktur für einen Ort dieser Größe“, meint er mit Blick auf „Kneipen, Schule, Kindergarten, Blumenladen, Metzger und Bäcker“ in Rothenberg. Der HR-Mitarbeiter ist mit seinem dreiköpfigen Team zwei Tage zu Gast, um hier einen Beitrag über das neue „Dolle Dorf der Woche“ mit seinen Sehenswürdig- und Besonderheiten zu drehen. Ausgestrahlt wurde dieser in der Hessenschau.

Wenn eine Ortschaft in der Donnerstags-Hessenschau gezogen wird, muss es immer ganz schnell gehen. Gut 900 Karten sind im Studio auf zwei Plexiglastrommeln verteilt. Immer abwechselnd in Frankfurt und Kassel werden diese neu gemischt. Auf jedem Los ist ein hessisches Dorf verzeichnet, das unter 2000 Einwohner hat. Stichdatum ist ein Zeitpunkt vor der Gebietsreform. Diesmal stand Rothenberg auf dem gezogenen Zettel.

Noch am Donnerstagabend macht sich dann ein „Hessenschau“-Reporter samt Kamerateam auf den Weg in das Dorf mit Losglück. Im Regelfall sollte sich jemand aus dem Ort noch in der Sendung melden – wenn er sie angeschaut hat – und das weitere Vorgehen absprechen. Was im Rothenberger Fall aber nicht funktionierte, lächelt Wellhöfer. Als Alternative versucht er Ortsvorsteher oder Bürgermeister zu erreichen. Der war aber im Urlaub.

Schon auf dem Weg in den Odenwald, kam dem Reporter die örtliche Allzweckwaffe in punkto schnelle Organisation in den Sinn: die Feuerwehr. Und wirklich: Über die Homepage machte Wellhöfer die Nummer von Jugendfeuerwehrwart Steffen Bartmann aus, hatte diesen zum Glück gleich an der Strippe, verabredete sich mit ihm auf dem Sportplatz, wo abends noch ein Spiel der SG stattfand.

Dort fand sich dann auch eine eilends alarmierte größere Feuerwehrtruppe um Gemeindebrandinspektor Marco Johe ein, um im gemeinsamen Brainstorming mit den „auf dem kurzen Dienstweg“ per WhatsApp zusammengetrommelten diversen Vereinsvertretern die möglichen Anlaufstellen für einen Fünf-Minuten-Bericht über Rothenberg zusammenzustellen. Was macht das Dorf so besonders, was gibt es an einmaligen Orten, besonderen Menschen und lustigen Situationen? Schnell war auch mit Hilfe der anwesenden Bürger ein kompletter Plan für den Drehtag zusammengestellt.

Am nächsten Morgen stattete die Gruppe Vize-Weltmeister Horst Edelmann einen Besuch ab, der für den BSC Allemühl in der Bogenschießen-Disziplin Freestyle Limited Compound an den Start geht. Über das Gelände der Modellflieger auf dem Höhenrücken ging es zur Schmiede von Harry Foshag. Der, von Beruf Schlosser, schmiedet als Hobby auch noch Hufeisen und führt diesen alten Beruf des Öfteren auf einschlägigen Märkten vor. Und natürlich in diesem Fall fürs HR-Team.

Vor über 30 Jahren sorgten sie bei „Wetten Dass“ für Furore: die Brüder Armin und Werner Beisel. Sie schafften es, mit einem Mistgreifer einen Knopf an eine Jacke zu nähen und wurden so Wettkönige. Beide standen Wellhöfer über ihren damaligen Coup Rede und Antwort.

Rund ums Wasser drehte sich alles beim Benz-Brunnen und an der Alten Pumpe Richtung Kortelshütte. Der Vorsitzende des Verkehrs- und Verschönerungsvereins, Thomas Wilcke, erzählte dort von der besonderen Leistung, Rothenberg aufgrund seiner besonderen topografischen Situation mit dem nötigen Trinkwasser zu versorgen.

Natürlich kamen auch die Sehenswürdigkeiten Rothenbergs zu ihrem Recht. „Wir fangen die wunderschöne Aussicht ein“, sagte Wellhöfer an diesem schönen Frühlingstag, „nehmen die Kirchen, die vielen Brunnen, die Sandstein-Schule und die Hanglage auf“. Dass Beleuchter Herwig Höhn neben Kameramann Jens Meffert und „Mikrofon-Mann“ Wolfgang Müller mit dabei waren, erwies sich am Benz-Brunnen als Glücksfall. Denn so konnte das HR-Team auch in der Grotte drehen, „wo das Wasser aus dem Sandstein kommt.“ Krönender Abschluss war an der Sporthalle das große Gruppenfoto mit allen Rothenbergern, die man auf die Schnelle auftreiben konnte. 200 Bürger sorgten für ein großes Hallo.

Mit dem gedrehten Material ging es dann zurück ins Funkhaus in den Schnitt. Den „Hessenschau“-Reportern stand noch ein strammer weiterer Arbeitstag bevor: Am Schnittplatz wird entschieden, was von den gesammelten Eindrücken tatsächlich in den Filmbeitrag kommt. Schließlich soll das Dolle Dorf der Woche wirklich alle Zuschauer begeistern.

Das Video ist in der HR-Mediathek hier zu finden: http://hessenschau.de/tv-sendung/video-14902.html