Finkenbacher Voraushelfer sind im Notfall am schnellsten vor Ort

Die ersten Einsätze haben die Voraushelfer bereits hinter sich. Dem stellvertretenden Feuerwehr-Kommandanten Wolfgang Buchert ist gut in Erinnerung, wie er kürzlich zu einem Schlaganfall gerufen wurde. „Das war heftig.“ Zum Glück war sein anderer Einsatz „harmloser“. Die elf Aktiven überbrücken in Finken-, Hinter- und Raubach die Zeit, bis der Rettungsdienst vor Ort ist. Das kann gerade nachts, wenn die Beerfelder Rettungswache nicht besetzt ist, etwas dauern.

Die Ehrenamtlichen aus den Reihen von Feuerwehr und DRK sind jetzt voll einsatzbereit. Die Lehrgänge sind absolviert, Taschen und Material beschafft. Ebenso wie der Defibrillator, dessen Kauf durch eine Spende der Jagdgenossenschaft Finkenbach Ost und West ermöglicht wurde. In kurzer Zeit hat sich viel getan. Über den Sommer flossen finanzielle Mittel aus der Bevölkerung und von Geschäftsleuten reichlich. Insgesamt kamen so über 4000 Euro zusammen.

Alle Ehrenamtlichen konnten dadurch mit dem entsprechenden Equipment ausgestattet werden, das pro Person um die 500 Euro kostet. Die Aktiven sind aber weiterhin auf Spenden angewiesen, denn Zuschüsse gibt es keine, wie mehrfach kritisiert wurde. „Das habe ich schon an Politik weitergeben“, erläutert Buchert. Unter anderem fehlen noch Jacken mit Wiedererkennungswert, damit man die Helfer gleich zuordnen kann. Auch muss das Verbrauchsmaterial aus eigenen Mitteln nachgekauft werden, so der Feuerwehr-Mann. Entsprechende Dosen stehen unter anderen in Mareikes Backshop.

Die Voraushelfer freuten sich, dass die Jagdgenossen die benötigten 1700 Euro für den Defi zur Verfügung stellten. Zur Übergabe waren Jagdpächter Stefan Hoock mit seiner Partnerin Birgit Manganaro, Vorsitzender Heinrich Hotz und Wolfgang Weimar ins Feuerwehrhaus gekommen. „Für uns war das selbstverständlich“, sagt Hotz. Es kann immer etwas passieren, ergänzt Hoock. „Dann ist man froh, wenn jemand hilft.“

Die Mitgliedschaft bei den Brandschützern ist keine Bedingung, um bei der Voraushelfer-Gruppe mitzumachen, betont Vereinsvorsitzender Jens Schindler: „Interessierte Bürger können sich uns gerne anschließen.“ Denn alles steht unter einem wichtigen Ziel: „Die medizinisch nicht versorgte Zeit, bis der Rettungsdienst eintrifft, soll möglichst gering gehalten werden.“ Je mehr Helfer verfügbar sind, desto größer ist die die Wahrscheinlichkeit, dass einer von ihnen greifbar ist. Die Koordination geschieht über die Leitstelle. Im Notfall muss weiterhin die 112 gewählt werden.

Die Voraushelfer leisten aber nicht nur medizinische Hilfe. Sie kümmern sich auch um Angehörige, bis deren Verwandte oder das Kriseninterventionsteam eingetroffen sind. „Uns kennt man im Ort“, hebt  Buchert hervor. Die Betroffenen sehen in einem Notfall bekannte Gesichter, denen sie sich anvertrauen. „Es muss in die Köpfe der Leute, dass es uns gibt“, sagt er.

Ein tödlicher Motorradunfall im Sommer 2017 in der Raubach gab den Ausschlag: DRK-Mann Christian Niesen wurde aus dem Schwimmbad per Piepser heraus als Ersthelfer alarmiert, die Finkenbacher Feuerwehr kam dann an die Unfallstelle hinzu. Aus dem späteren Gespräch heraus entstand die Idee, unter dem Dach des DRK eine Voraushelfer-Gruppe aufzubauen, die überwiegend mit Feuerwehrleuten „bestückt“ ist. Damit soll gewährleistet werden, dass immer jemand vor Ort in Notfällen greifbar ist.

Beim DRK Rothenberg-Finkenbach mit Bereitschaftsleiterin Anja Braner stieß man mit diesem Ansinnen auf offene Ohren. Die Rotkreuzhelfer engagierten sich stark beim Aufbau. „Die Zusammenarbeit ist im Kreis einmalig“, hebt sie hervor. Aktive Feuerwehr-Mitglieder traten ins DRK ein, um so auch den entsprechenden Versicherungsschutz zu haben.

78 Stunden dauerte der zu absolvierende Sanitätskurs, erläutert Niesen. Eine Zeit, die ehrenamtlich an vier Wochenenden aufgebracht wurde. Die Helfer treffen sich in regelmäßigen Abständen zum Auffrischen. Alle zwei Jahre gibt es eine Fortbildung. Mit den elf Aktiven erreichen die Voraushelfer in ihrem Gebiet eine 1:50 Betreuung, also ein Helfer pro 50 Einwohner. „Eine sauguter Schnitt“, freut sich Niesen.

 

Voraushelfer-Gruppe Rothenberg-Finkenbach: 11 Aktive aus Feuerwehr und DRK

Im Notfall weiterhin die 112 wählen

Weitere Infos bei Wolfgang Buchert unter E-Mail wolfgang.buchert@freenet.de

Treffen nach Absprache im Feuerwehrhaus Finkenbach. Termine können unter Telefon 0171/3490339 bei Wolfgang Buchert angefragt werden.

Spenden sind möglich auf das Konto des DRK Rothenberg-Finkenbach unter dem Verwendungszweck Voraushelfer Feuerwehr Finkenbach, IBAN DE16 5085 1952 0031 0000 60.

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In Hirschhorn Vorfahrt genommen: Radler wurde schwer verletzt

Schwer verletzt wurde ein Fahrradfahrer heute Nachmittag bei einem Unfall am „Hirschhorner Kreuz“. Ein 20-jähriger Audifahrer aus Eberbach wollte gegen 17 Uhr vom Neckar her kommend nach links in die Langenthaler Straße einbiegen. Dabei übersah er den 23-jährigen Radler aus Reichelsheim. Der kam aus dem Hainbrunner Tal und wollte weiter Richtung Rathaus fahren. Der Radfahrer stürzte schwer und erlitt dabei ein Schädel-Hirn-Trauma. Eine Anwohnerin leistete sofort erste Hilfe.

Die Feuerwehr Hirschhorn war mit vier Fahrzeugen und 19 Feuerwehrleuten am Unfallort, übernahm die Sicherung der Einsatzstelle, unterstützte die Helfer vor Ort (HvO) des DLRG und übernahm die Verkehrsregelung. Nach dem Eintreffen des Notarztes wurde ein Rettungshubschrauber angefordert. Dieser landete auf dem etwa 500 Meter entfernten Sportplatz und brachte den Schwerverletzten in die Heidelberger Chirurgie. Bis zur Unfallaufnahme durch die Polizei wurde der Verkehr einseitig über das „Kreuz“ geleitet. Nach etwa eineinhalb Stunden war der Einsatz der Rettungsdienste beendet.

Von Anwohnern an dieser Stelle wird immer wieder beklagt, dass rund auf der Hainbrunner Straße zu schnell gefahren werde. Sie wünschen sich schon längere Zeit eine Beschränkung auf Tempo 30. Allerdings handelt es sich bei Haupt- und Hainbrunner Straße in diesem Bereich um Landesstraßen, sodass Hessen Mobil als Landesverkehrsbehörde zuständig ist. (Fotos: Feuerwehr Hirschhorn)

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Zwei Schwerverletzte bei Unfall auf der B37 in Neckarsteinach

Ein 71-jähriger Hirschhorner und eine 47-jährige Neckargemünderin wurden bei einem Unfall auf der B 37 heute Mittag kurz vor 12 Uhr schwer verletzt. Wie die Polizei mitteilt, fuhr der 71-Jährige aus Hirschhorn kommend auf der B37 durch Neckarsteinach. Kurz vor dem Ortsausgangsschild Richtung Neckargemünd, unterhalb der Mittelburg, wollte er nach links auf den dortigen kleinen Parkplatz beim Vier-Burgen-Imbiss abbiegen. Hierzu ordnete er sich zur Fahrbahnmitte hin ein, musste allerdings wegen Gegenverkehr zunächst stehen bleiben. Eine hinter ihm fahrende 47-Jährige Pkw-Lenkerin erkannte der Polizei zufolge das stehende Auto zu spät und fuhr auf. An den Pkw entstand ein Sachschaden von zusammen etwa 20.000 Euro. Beide Fahrer wurden schwer verletzt und in Krankenhäuser nach Heidelberg und Mannheim eingeliefert. Zwei Notärzte und zwei Krankenwagen sowie ein Rettungshubschrauber waren hierfür im Einsatz. Lebensgefahr bestand bei den Autofahrern nicht, so die Mitteilung. Die Feuerwehr Neckarsteinach-Mitte war mit zwei Fahrzeugen und acht Wehrleuten am Unfallort, ebenso je eine Streife der Polizei Wald-Michelbach und des Polizeireviers Neckargemünd. Die B 37 wurde während der Unfallaufnahme zwischen 12.15 und 13.40 Uhr voll gesperrt. Fast zeitgleich ereignete sich auch ein Unfall auf der westlichen Hirschhorner Neckarbrücke von Eberbach kommend, in Höhe der Abfahrt Richtung Stadt. Dort hatte ein Traktorfahrer durch einen Getriebeschaden Öl am Fahrzeug verloren, aber es erst in Neckarsteinach bemerkt. Ein Liegeradfahrer stürzte und verletzte sich dabei leicht. Die Ölspur wurde im Anschluss von der Straßenmeisterei entfernt. (Foto: Feuerwehr Neckarsteinach)

In Hirschhorn: 65-Jährige starb noch am Unfallort

Eine 65-Jährige starb am frühen Mittwochmorgen in Hirschhorn noch an der Unfallstelle. Sie hatte im Stifelweg gegen 3.50 Uhr in ihrem Auto das Bewusstsein verloren und war gegen eine Hauswand gerollt. Laut Polizei war die Frau gerade dabei, Zeitungen auszutragen und befuhr mit ihrem Kleinwagen zu diesem Zweck den Stifelweg. Im Bereich der Kreuzung mit der Rudolf-Kissinger-Straße verlor sie die Kontrolle über ihr Fahrzeug, das erst gegen einen Zaun und dann gegen ein Mehrfamilienhaus rollte. Trotz der Reanimationsversuche der durch eine Zeugin verständigten Rettungskräfte von DRK und Feuerwehr verstarb die 65-Jährige noch an der Unfallstelle. Nach ersten Ermittlungen der Polizei dürfte eine medizinische Ursache zum Unfall und zum Tod der Frau geführt haben. Die Untersuchungen zur genauen Unfallursache dauern noch an. Die Hirschhorner Feuerwehr war aufgrund der „unklaren Stichworte der Unfallschwere“ mit fünf Fahrzeugen vor Ort. Die Einsatzkräfte stellten den Brandschutz sicher, bauten eine entsprechende Beleuchtung auf, unterstützten den Rettungsdienst und sicherten das Fahrzeug gegen Wegrutschen. Die Feuerwehr barg danach das Fahrzeug, um den Abtransport durch das Abschleppunternehmen zu unterstützen. Nach etwa zwei Stunden war der Einsatz beendet.

 

 

Jürgen Teschner spendete bereits 125 Mal Blut

Es ist eine Zahl, die im Saal erst für Raunen und dann für spontanen Applaus sorgte: Jürgen Teschner spendete bereits 125 Mal beim DRK Blut. Er wurde nun dafür beim Neujahrsempfang der Stadt Hirschhorn geehrt. Teschner erhielt die Ehrennadel in Silber mit der dazugehörigen Urkunde. Petra Jurcza aus Wald-Michelbach und Oliver Hammerschmidt ließen sich bereits 25 Mal Blut abzapfen. An beide wird die entsprechende Urkunde durch den Hirschhorner DRK-Vorsitzenden Dr. Günter Soder nachgereicht.

Lang war die Liste der zu Ehrenden bei der Feuerwehr Hirschhorn. Teilweise schon Jahrzehnte sind die Floriansjünger in selbstloser Weise für das Wohl der Mitmenschen aktiv. Max Weber (seit 1979) und Hans Pfisterer (seit 1986) bekleiden im Vorstand Beisitzerposten. Weber war darüber hinaus im Kleintierzuchtverein von 1985 bis 2002 zweiter und ist seit 2002 erster Vorsitzender. Beide erhielten aus den Händen von Bürgermeister Rainer Sens und dem stellvertretenden Stadtverordneten-Vorsteher Martin Hölz die Ehrennadel in Gold mit der dazugehörigen Urkunde.

Ebenso wie Josef Beisel, der von 1985 bis 1999 Jugendwart bei der FFW war und seit dem Jahr 2000 als stellvertretender Vereinsvorsitzender agiert. Darüber hinaus ist er seitdem auch stellvertretender Wehrführer und stellvertretender Stadtbrandinspektor. Bereits 1997 hatte Beisel die Ehrennadel in Silber erhalten. Torsten Albert, seit 2003 Pressewart und seit 2010 Schriftführer der FFW, bekam die Ehrennadel in Silber mit Urkunde. Mario Schatzer, von 1999 bis 2005 stellvertretender und seitdem Jugendwart, erhielt „nur“ eine Urkunde, da er bereits 1998 für sein Engagement im Kleinkaliber-Schützenverein die silberne Ehrennadel erhalten hatte.

30 Jahre ist Paul Keßler junior beim Tischtennisclub an vorderster Front aktiv. Zuerst von 1983 bis 1984 und dann wieder ab 1987 bis heute ist er dessen Vorsitzender. Für dieses langjährige ehrenamtliche Engagement wurde Keßler mit der Ehrennadel in Gold und Urkunde ausgezeichnet.

 

Zum Bild: Langjährige ehrenamtlich Aktive und Blutspender wurden beim Hirschhorner Neujahrsempfang ausgezeichnet. Auf dem Bild v.l. Bürgermeister Rainer Sens, Jürgen Teschner, Dr. Günter Soder, Paul Keßler, Josef Beisel, Max Weber, stellvertretender Stadtverordneten-Vorsteher Martin Hölz, Torsten Albert und Hans Pfisterer.