Initiative „Du musst kämpfen“ auf dem Pferdemarkt präsent

Für Jürgen Nebel ist die Unterstützung der Initiative „Du musst kämpfen“ eine Herzensangelegenheit. Der 55-jährige gebürtige Beerfeldener, wegen MS auf den Rollstuhl angewiesen, ist am kompletten Pferdemarkt-Wochenende mit dieser Hilfsaktion für krebskranke Kinder dabei. Er unterstützt damit das Vermächtnis des Tennisspielers Jonathan „Johnny“ Heimes, der schon 14-jährig an einem bösartigen Gehirntumor erkrankte und 2016 starb. Für eine Mindestspende von drei Euro gibt es das sogenannte „Motivationsbändchen“.

Nebel lernte Johnny im Frühjahr 2016, kurz vor dessen Tod, bei einem Fußballspiel in Darmstadt kennen. Da hatte sich der junge Mann nach der ersten Krebserkrankung zwischenzeitlich wieder aufgerappelt, Fachabi und FSJ gemacht – als die Krankheit wieder zurückkam. Im Rücken hatten sich Metastasten gebildet, weshalb Jonathan dann auf den Rollstuhl angewiesen war.

Der Beerfeldener war sehr beeindruckt von der Lebensfreude und dem Lebensmut des Jugendlichen angesichts des nahenden Todes. Deshalb ging er gleich daran, die von Johnny ins Leben gerufene Stiftung zu unterstützen. Das geschah – wie jetzt auch – erstmalig auf dem Pferdemarkt, wo er die Armbändchen gegen Spende unters Volk brachte.

Das wäre ohne die Unterstützung der Familie nicht gegangen, weil Jürgen Nebel ja selbst Hilfe brauchte. „Die waren aber gleich dabei“, freute er sich. Später stießen dann noch ein paar Freunde dazu, sodass das Team nun an vielen Wochenenden im Jahr unterwegs ist. Das können Handballspiele oder Volksfeste sein – wichtig ist eine große Besucherzahl, sodass sich der Aufwand lohnt.

Wenn Nebel dann noch einen Sponsor für die Benzinkosten findet, ist alles im Lot. Denn Neckarsulm oder Großwallstadt, wo er auch schon des Öfteren präsent war, sind nicht um die Ecke. Im Großen und Ganzen, sagt er rückblickend, gab es immer eine „prima Resonanz“. Was auch die Summe von 23.000 Euro verdeutlicht, die der Beerfeldener in den vergangenen drei Jahren für die Initiative sammelte. Nur einmal klappte es nicht so recht: Beim Kuckucksmarkt in Eberbach „nahmen mich die Besucher überhaupt nicht wahr“.

Jürgen Nebel wollte aber auch wissen, wo die Gelder hingehen: „Wir haben uns die beiden Organisationen vor Ort angeschaut“, erläutert er. Johnnys Initiative unterstützt die supportive Sporttherapie für krebskranke Kinder an der Uniklinik Frankfurt, die nicht von der Krankenkasse übernommen wird, und das Kinderpalliativteam Südhessen.

Ihm imponiert Johnnys Heimes‘ Lebensgeschichte. „Er hat sich durchgekämpft, nie aufgegeben“, meint Nebel mit Hochachtung. Trotz Gehirntumor und zig Chemotherapien „hat der mit der gemeinnützigen GmbH Du musst kämpfen was Tolles auf die Beine gestellt“. Die Einfachheit der Aktion hat es ihm angetan. Highlight ist in diesem Jahr ist das erstmalig herausgebrachte Jahresbändchen. In den nächsten Jahren erscheinen dann die weiteren Farben des Regenbogens.

In den vergangenen drei Jahren hat Nebel gute Erfahrungen auf dem Pferdemarkt gemacht. „Viele Leute kommen vorbei, haben schon ein Bändchen, aber spenden noch einmal“, freut er sich. Für ihn ist das „einfach eine schöne Sache“: Denn mit vielen Kleinigkeiten lässt sich auf diese Weise „Großes erreichen“.

Ein Wochenende am Stück auf einer Veranstaltung zu verbringen, ist für Jürgen Nebel natürlich kein Klacks. Ohne die Familie ging das gar nicht. Auch wenn es ihn schlaucht, „weiß man danach, was man geleistet hat“, hat er sich voll und ganz dem guten Zweck verschrieben. Toll findet es der Ehrenamtliche, dass ihn am Montag zwei Jugendliche der Oberzent-Schule unterstützen: Die beiden angehenden Sechstklässlerinnen Anna-Lena Setzer und Sina Müller laufen zugunsten der Aktion mit einem Bauchladen voller Armbändchen durch die Reithalle. Sie hatten sich bereits im vergangenen Jahr beim 50. Schuljubiläum für die Initiative eingesetzt.

Info: Jürgen Nebel ist mit seinen Mitstreitern für die Initiative „Du musst kämpfen“ auf dem Beerfelder Pferdemarkt vom 12. bis 15. Juli dabei und zu den jeweiligen Öffnungszeiten auf der Oberzent-Expo in der Oberzenthalle zu finden. Dort gibt es dann die Armbändchen für eine Mindestspende von drei Euro, nach oben offen. Mehr unter http://www.dumusstkaempfen.de

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1500 Euro von der Oberzent-Schule für die Kinderkrebshilfe „Du musst kämpfen“

Dass an eine Schule gespendet wird, kommt immer mal wieder vor. Dass aber eine Schule für einen sozialen Zweck spendet, dürfte eher die Ausnahme sein. Im Nachklapp zum 50-jährigen Bestehen der Oberzent-Schule gab es nun eine Zuwendung über 1500 Euro für die gemeinnützige GmbH „Du musst kämpfen“. Die Initiative unterstützt damit – wie auch mit vielen weiteren Spenden – die Kinderkrebsstation an der Uniklinik Frankfurt.

Marlon Werrmann, Luca Jungblut und Marco Bartmann aus dem Zehner-Kunstkurs von Mareike Hufer hatten angeregt, zum 50. Jubiläum Freundschaftsbändchen anfertigen zu lassen. Im Gespräch von Schulleiter Bernd Siefert mit Jürgen Nebel, der schon seit ein paar Jahren im Odenwaldkreis für die Belange der Initiative trommelt, wurde dann die Idee geboren, daraus eine Spendenaktion zu machen.

In drei Wochen wurde die Aktion gestemmt. Auf der einen Seite des Bändchens ist „Du musst kämpfen“ zu lesen, auf der anderen „50 Jahre Oberzent-Schule“. Nebel ist mit dem Infostand an den Wochenenden immer wieder in der Region vertreten, um für die gute Sache zu trommeln. Vor kurzem war es bei einem Handballturnier in Oberzent, demnächst wird er in Amorbach zu finden sein. Seit 2016 „habe ich bereits 20.000 Euro durch die Bändchen gesammelt“, erzählte er.

Geschäftsführer Martin Heimes erläuterte der Fünfer-Religionsklasse mit Lehrer Andreas Weinmann und dem stellvertretenden Schulleiter Dirk Konrad Hintergrund und der Ziele der gGmbH, die von seinem 2016 verstorbenen Sohn Jonathan „Johnny“ gegründet worden war. Der, als Kind ein gutes Tennisspieler, erkrankte schon mit 14 Jahren an einem bösartigen Gehirntumor. Es dauerte über ein Jahr, bis er danach wieder auf den Beinen war. Nach Fachabi und FSJ kam der Krebs aber wieder zurück. Im Rücken hatten sich Metastasten gebildet, weshalb Jonathan dann auf den Rollstuhl angewiesen war.

„Johnny hat das angenommen und das Leben positiv gesehen“, so sein Vater. Er machte es sich zur Aufgabe, für die Kinderkrebsstation an der Uniklinik Frankfurt Geld zu sammeln. Durch die Kontakte in die Sport- und Tennisszene (Andrea Petkovic war eine Jugendfreundin) stieß er auf die Aktion des ehemaligen Radprofis Lance Armstrong. Der hatte mit Silikonbändchen eine erfolgreiche Spendenaktion angestoßen.

„Wir haben dann überlegt, was wir draufschreiben“, erzählte Martin Heimes den Schülern. Eine SMS von Johnnys Freund Johann brachte die zündende Idee: „Du musst kämpfen – es ist noch nichts verloren“, schrieb dieser. Den ersten Teil der Nachricht übernahm die Initiative fürs Bändchen. Bekannt wurde der Slogan bundesweit durch das Relegationsspiel der Darmstädter Lilien in Bielefeld vor vier Jahren, als diese unter diesem Motto antraten, erläuterte Heimes. Ein fußballbegeisterter Oberzent-Schüler hatte die Partie sogar damals im Fernsehen angeschaut.

Der Geschäftsführer freute sich, dass durch die Unterstützung auch aus dem Profisport-Bereich seit 2013 stolze 1,4 Millionen Euro gesammelt werden konnten. Zwei Projekte werden aktuell unterstützt: Zum einen will man gemeinsam mit dem Verein „Hilfe für krebskranke Kinder Frankfurt“ die unterstützende Sporttherapie für krebskranke Kinder an der Uniklinik weiter ausbauen. „Die ist bisher keine Krankenkassenleistung“, bedauerte Heimes.

Zum anderen erfährt die psychosoziale Beratung für sterbende Kinder und deren Angehörige Unterstützung. Sie wurde in einem Modellprojekt gemeinsam mit dem Kinderhospiz Bärenherz Wiesbaden eingerichtet. Diese Beraterstelle dient als Ergänzung zur Arbeit des Kinder-Palliativ-Teams Südhessen, das seit 2012 im Regierungsbezirk Darmstadt schwerstkranke und sterbende Kinder und Jugendliche in ihren Familien und Einrichtungen versorgt.

Dirk Konrad freute sich über „die tolle Aktion“ beim Schuljubiläum. Sie erbrachte etwas mehr als 1100 Euro, die von der Firma Bechtold auf 1500 Euro aufgestockt wurden. Martin Heimes hatte für die Schulbibliothek die Biografie seines Sohnes, „Comebacks – Mein Leben“, mitgebracht.

Info: http://www.dumusstkaempfen.de