„Thunderstruck“ als perfekter Country-Song: E3 im Hüttenwerk Michelstadt

Da sind sechs absolute Profis am Werk. Was das Sextett an musikalischem Können akustisch auf die Bühne des Hüttenwerks zauberte, war allererste Sahne. Als ein „Mix aus American Folk, Elementen aus Blues, Westcoast und Irish Folk“ kündigen sie ihren Stil an. Doch dahinter verbirgt sich viel mehr. Neben eigenen, sehr eingängigen Songs wurde „Thunderstruck“ von AC/DC perfekt auf Country gemacht: Das war einfach nur klasse und hätte auch beim zweiten Aufritt im Hüttenwerk viel mehr Zuschauer verdient gehabt.

Wenn man genauer auf die Musiker schaut, wird klar, warum die Songs so perfekt rüberkommen, auf den Punkt gespielt werden, dass jeder Ton sitzt. Denn jeder Instrumentalist ist ein Meister seines Fachs – und hat auch noch die passende Stimme zum Song. Zusammen mit einer großen Spielfreude, die auch vor kleinem Publikum nicht halt macht, zaubert „E3“ einen mal melancholisch-ruhigen, mal fetzig-rauschenden Klangteppich mit keltischen, Country- und Folk-Tönen in den Saal.

Im Gegensatz zum Konzert im vergangenen Jahr hat die Truppe aus dem Rhein-Main-Raum dieses Mal viel mehr Wert auf eigene Kompositionen gelegt. Gewürzt mit filigranen Soli auf den jeweiligen Instrumenten, sorgen die Cracks mal für ein Soundgewitter, mal für besinnliche, leise Töne. „Starry Eyes“ hat unverkennbar keltische Anklänge, lebt vom Duett von Geige und Saxofon. Ein Markenzeichen der Band ist auch der mehr-, bis zu fünfstimmige Gesang.

Die Zuschauer merken, dass vor ihnen sechs Musiker zum Anfassen auf der Bühne stehen, die (auch übereinander) ihre kleinen Scherzchen machen, sich nicht so ernst nehmen, aber andererseits die Musik sehr ernst. Wenn Peter Reimer auf Gitarre oder Mandoline anfängt zu zaubern, gibt es kein Halten. Beim deutschen Rock- und Pop-Preis 2014 räumte er gleich dreimal ab, unter anderem in der Kategorie „Bester Instrumentalsolist“.

Beim Zuschauen, wie die Finger über die Saiten flitzen, lässt sich diese Entscheidung gut nachvollziehen. Mark Patrick (Gesang/Gitarre) ist noch aus seinen Zeiten als Frontmann bei „Paddy goes to Holyhead“ bekannt. Gunnar Jürgens an der Geige und Multiinstrumentalist Ralf Olbrich auf Gitarre, Mandoline, Saxofon oder Harmonika spielten sich immer wieder virtuos die Bälle zu. Erhard Koch am Bass und Thomas Wimmer am Schlagzeug komplettieren die Truppe, bei der jeder außer dem Drummer auch gesanglich ran darf. Dem wird dafür ein Solo zugestanden.

„Devil went down to Georgia“ geht mehr Richtung Country. Jürgens fiddelt sich einen ab, während die anderen den Song in Sprechgesang „runterrattern“. Bei „Her Majesty“ bringt Olbrich ein „Saxillo“ zum Einsatz, das ein australischer Instrumentenbauer nur aus Holz fertigte. Der warme, volle Klang beeindruckte, das eigens dafür geschrieben Stück, eine gefühlvolle Ballade, ebenso.

Die fünf Frontmänner mit ihrem Taktgeber im Hintergrund spielen sich die Bälle virtuos zu. Wie überhaupt die Band den Covers eine ganz eigene Note aufdrückt, die das Original noch erkennen lässt, aber in ihrer Abänderung daraus schon ein neuer Song wird. Leider sind im aktuellen Programm nicht mehr „Wish you were here“ von Pink Floyd oder „Long train running“ von den Doobie Brothers“ zu finden, die zuvor Garant für offene Münder waren.

Dass AC/DCs „Thunderstruck“, in dem Peter Reimer versucht, das Publikum zum „Thunder“-Grölen zu animieren, begeisterten Beifall einheimst, ist klar. Der Song ist so etwas wie das Markenzeichen der Gruppe. Auf Mandoline, Gitarre, Harmonika, Geige, Bass und mit zwei Löffeln kreieren die sechs eine Version, die gewaltig abgeht und Gaudi pur ist – auf höchstem musikalischem Niveau. „Dust in the Wind“ von Kansas gibt’s dann noch als Zugabe obendrauf. Einfach klasse Musik.

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„E3“ gastiert am 28. Oktober im Hüttenwerk Michelstadt

„Musik muss berühren, sonst ist sie belanglos“, meint Thomas Wimmer. Er ist Schlagzeuger der Akustik-Band „E3“, die am Samstag, 28. Oktober, um 21.30 Uhr (Einlass 20.30 Uhr) im Hüttenwerk auftritt. „Back to the roots“ präsentiert die Band um Mark Patrick (ehemaliger Frontmann von „Paddy goes to Holyhead“) ihren Stil aus American Folk gespickt mit Blues-, Westcoast- und Irish Folk-Elementen. Die gelungenen Eigenkompositionen wechseln sich ab mit kreativen Coversongs im E3-Sound.

Der hervorragende vierstimmige Satzgesang ist eine Hommage an alte Klassiker von Poco, The Eagles sowie Crosby, Stills & Nash. Solo-Einlagen gibt es unter anderem Peter Reimer, als Instrumentalist mehrfacher deutscher Rock- und Pop-Preisträger, auf Gitarre und Mandoline. Von diesem einmaligen Musikerlebnis bis zur Moderation: Der Abend nimmt das Publikum mit auf eine akustische Reise – mit den Emotionen und dem Geist, mit den Ohren und den Herzen.

E3 steht dabei für „The Essence Of Emotional Energy“. Die hessische Akustik-Band gilt mit ihren virtuosen Instrumentalisten und gleich vier Solosängern, die auch im Satzgesang hervorragend miteinander harmonieren, als Garant für abwechslungsreiche, unterhaltsame Konzerte auf musikalisch hohem Niveau. E3 sind: Mark Patrick (voc, git), Erhard Koch (voc, b), Thomas Wimmer (dr, perc), Ralf Olbrich (voc, git, sax), Peter Reimer (voc, git, mando) und Gunnar Jürgens (fiddle).