Der Odenwaldkreis punktet mit viel Fläche und günstigem Wohnraum

Eigentlich liegt der Odenwald direkt neben dem Frankfurter Flughafen. „In internationalen Maßstäben ist eine Stunde Autofahrt gar nichts“, betonten die beiden Geschäftsführer der FrankfurtRheinMain Gmbh, Werner Schwebel und Eric Menges, bei der Vorstellung der Marketinggesellschaft in Erbach.

Dort waren auf Einladung der Oreg Bürgermeister, Kreistagsabgeordnete und Vertreter aus der Wirtschaft zusammengekommen, um der Vorstellung der Ergebnisse aus dem Projekt „FRM 2030“ zu lauschen. Darin wird ein Zukunftsbild samt abgeleiteten Zielen für die weitere Entwicklung der Region bis zum Jahr 2030 gezeichnet.

Die Weitläufigkeit der Metropolregion mit der Finanzmetropole Frankfurt als Dreh- und Angelpunkt machte Oreg-Geschäftsführer Marius Schwabe in seinen einleitenden Worten deutlich. Von Nord nach Süd erstreckt sich diese über fast 200 Kilometer, umfasst mit Hessen, Bayern und Rheinland-Pfalz drei Bundesländer.

Landrat Frank Matiaske räumte mit zwei Vorurteilen über den Odenwald auf, die im Ballungsraum kursierten: dass außer Landwirtschaft und Tourismus nichts geboten wird. „Es gibt aber viel mehr“, betonte er. „Wir sind zwar eine Touri-Region, aber mit viel Industrie.“ Der Reifenhersteller Pirelli etwa erwirtschafte an seinem Standort im Odenwaldkreis allein den jährlichen Umsatz aus dem Tourismusbereich. In der Region seien 70 Betriebe im Bereich Kunststoff und Kautschuk tätig, machte er deutlich. Weshalb sich der Kreis auch in wirtschaftlicher Hinsicht als „Home of plastic and rubber“ vermarkte.

„Was ist schon da, was ist geplant, welche neuen Ziele sind notwendig“, nannte Schwebel als Zielsetzung des Projekts FRM 2030. „Wir wollen weg vom Tagesgeschäft hin zu einer langfristigen Betrachtung“, erläuterte er. Wohnen, Infrastruktur, Wissen, Wirtschaft und Erlebensqualität wurden in den Workshops für die Metropolregion thematisiert.

In die Tiefe, sprich auf die Ebene des Kreises, ging es eigentlich nur bei einem Punkt: der Odenwaldbahn. Sie wird in den 2030er-Zielen insofern genannt, dass Elektrifizierung und Taktverdichtung als notwendig angesehen werden. Dies vor dem Hintergrund der aus allen Nähten platzenden Ballungszentren und dem dort knapp werdenden Wohnraum. Die Menschen suchen bezahlbare Wohnungen, finden sie auf dem Land, ziehen aber nur dorthin, wenn die Anbindung in die Zentren stimmt. „Wir haben die Flächen“, postulierte es schon der Landrat.

Schwebel bezeichnete FRM als „Wirtschafts- und Arbeitshotspot mit internationaler Strahlkraft“, Ganz wichtig ist auch die digitale Anbindung: Ohne schnelles Internet „gibt es keine Chance auf die Ansiedlung junger Menschen und von Unternehmen“. Der Zustrom wird laut Schwebel weiter zunehmen. Internationale Konzerne siedeln sich zunehmend im Großraum an. FRM als „exzellente Wissensregion“, eine einheitliche Beschilderung von Rad- und Wanderwegen, ein Wohnungsbaukonzept für die gesamte Region, Ganztagesbetreuung, regionale Sportstättenstrategie und, und, und: Schwebel listete eine Vielzahl von Zielen für 2030 auf.

Die Aufgabe der FRM GmbH beleuchtete Eric Menges. Er nannte den Frankfurter Flughafen als Fixpunkt. „Wenn der gut zu erreichen ist, dann gibt es gute Chancen auf Firmenansiedlungen.“ Dem Odenwaldkreis attestierte er „ein in der Region konkurrenzloses Flächenangebot“ und erschwinglichen Wohnraum sowie ein gutes Breitbandnetz.

Mit der Lebensqualität „kann der Odenwaldkreis gegenüber vielen anderen Regionen punkten“, meinte Schwabe. Mit dem richtigen Job „gibt es Arbeit vor Ort“, sagte er. Deshalb ist für ihn die Fachkräftesicherung auf Kreisebene wichtig. Hierzu stehe man mit den Betrieben in Kontakt und biete Unterstützung an. Mit dem Projekt „Garantiert mobil“ will die Oreg außerdem dem Wunsch nach Mobilität gerecht werden. Am 1. September starten die Mobilitätsberater, „die die Leute an die Hand nehmen und ihnen zuhause erklären, wie die App funktioniert“. Ziel: Die Kreisbewohner sollen das Auto nicht mehr brauchen.

Für den Oreg-Mann ist der Austausch mit anderen Wirtschaftsförderern wertvoll. Das Thema „Best practice“, was läuft gut und „was müssen wir nicht versuchen“, spiele eine große Rolle. Schwabe sieht das in FRM 2030 genannte zentrale Baumanagement als interessant an: Wenn es um den Wohnort geht, „spielt der Kreis eine gute Rolle“.

 

Die FrankfurtRheinMain GmbH ist die internationale Standortmarketinggesellschaft der Metropolregion FrankfurtRheinMain (FRM). Sie präsentiert die Kreise und Städte der Region als schlagkräftige Gesamtregion im Ausland. Kern der Metropolregion ist der städtische Ballungsraum Frankfurt/Rhein-Main. Insgesamt hat das Rhein-Main-Gebiet ungefähr 5,7 Millionen Einwohner, von denen etwa 2,2 Millionen im Ballungsraum Frankfurt/Rhein-Main leben. Andere städtische Zentren neben Wiesbaden, Mainz und Darmstadt sind Rüsselsheim, Groß-Gerau, Bad Homburg, Offenbach, Hanau, Aschaffenburg, Gießen, Limburg und Fulda. In Frankfurt werden bis 2030 weitere 100.000 Einwohner mehr erwartet, in der Region weitere 150.000 bis 200.000. Der Flughafen Frankfurt bietet derzeit 81.000 Arbeitsplätze, in der Umgebung noch einmal das Doppelte. Die Flugbewegungen nehmen ständig zu.

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Da stecken Emotionen in den Autos: Treffen der Italo-Freunde Rhein-Main

Sie alle eint die Liebe zu den italienischen Autos, ob es jetzt der Fiat 500 oder der Lamborghini ist: Zum fünften Mal trafen sich auf Einladung der Italo-Freunde Rhein-Main nicht nur „Ferraristi“, sondern auch viele „Fiatisti“. Zum vierten Mal geschah dies auf dem Wiesenmarkt-Gelände in Erbach. 113 Fahrer mit ihren Karossen zählte das Orga-Team um den Vorsitzenden Timo Wahler. „Das sind Emotionen, die in den Autos stecken“, erläutert der 28-jährige Weinheimer die Faszination der Fahrzeuge vom Stiefel.

Seitdem sich die Italo-Freunde das erste Mal vor vier Jahren in Heppenheim trafen, „ist die Besucherzahl sehr konstant“, freut sich Wahler. Dazu kommen immer ein paar Interessierte aus der Region, die sich den Blick auf liebevoll gepflegte und gestylte Autos und dazu noch ein paar schicke Flitzer nicht entgehen lassen wollen. Um die 200 „Erbäscher“ dürften es wohl dieses Jahr gewesen sein, schätzt der Vorsitzende.

Sie hatten eindeutig den kürzesten Anfahrtsweg. Den weitesten dürften mit Abstand drei Briten auf sich genommen haben. „1180 Kilometer“, meint Wahler bewundernd. Die Italo-Auto-Liebhaber organisierten sich übers soziale Netzwerk und traten dann gemeinsam den Weg in den Odenwald an. Dort trafen sie auf Teilnehmer des angrenzenden europäischen Auslands wie Österreich, Schweiz oder Frankreich, vor allem aber auf Fahrer aus allen Ecken und Enden Deutschlands. Aus Italien war allerdings noch niemand dabei, sagt Wahler bedauernd. Jedoch natürlich hierzulande lebende Italiener.

Ruhrpott, Bayern oder der Norden: Den Fahrern sind keine Mühen zu viel und keine Straßen zu weit, um einen Tag unter Gleichgesinnten zu verbringen, erläutert der IG-Vorsitzende. Da wird dann über die eigenen und anderen Vehikel gefachsimpelt, gibt es viele Benzingespräche. „Es ist sehr familiär“, betont Wahler. Jeder kennt quasi jeden, meint er, denn es gibt nur fünf größere italienische Autoclubs in Deutschland. „Die kommen dann immer wechselseitig auf die Treffen.“ Grande Famiglia sozusagen.

Natürlich richten sich die Blicke der Fans auf die roten und gelben Rennwagen wie Ferrari und Lamborghini, die Prachtexemplare der italienischen Autobauerkunst. „Doch auch Serienfahrzeuge sind gerne gesehen“, hebt Wahler hervor. Diese machen in Gestalt von Fiat, Lancia oder Alfa Romeo sowieso die große Mehrzahl der Besucherautos aus. Natürlich bleibt die neue Giulia-Sportvariante mit 510 PS nicht unbeobachtet.

„Fare una bella figura“ gilt ebenso für Autos. Wer will nicht gut aussehen. Bei der Prämierung der 25 schönsten Teilnehmer-Untersätze gewann ein Fiat Grande Punto mit vergoldeten Applikationen, Flügeltüren oder angepassten Giuletta-Scheinwerfern, schwärmt der Vorsitzende. Ein blauer Fiat Coupé und ein weißer Stilo landen auf den Plätzen. Bestes Race-Car wird ein Punto Abarth, als schönster Oldtimer wird ein Fiat Uno ausgezeichnet.

Gewertet wird auch die Musikanlage nach Klang und Optik, es gibt eine dB-Messung der Subwoofer und eine Auspuffmessung unterteilt nach Turbo- und Saugmotoren. Ein Lackaufbereiter beseitigt vor Ort Dellen, ein Folierer steht mit Rat und Tat zur Seite. Dazu Foodtrucks, Hüpfburg, XXL-Dart, Tombola: Es ist ein großes Happening für die ganze Familie.

Die Rhein-Main-Italos bekamen auf ihre Veranstaltung ein sehr positives Feedback, freut sich ihr Vorsitzender. „Den befreundeten Clubs hat es super gefallen“, bilanziert er. „Die freuen sich schon auf eine Fortsetzung.“ Denn die Liebhaber der diversen Karossen sind über ganz Deutschland verteilt und nutzen die Treffen, um sich auszutauschen oder Ideen und Anregungen für die Optimierung der eigenen Fahrzeuge zu holen.

„Als Italo-Fahrer sind wir eine Randgruppe“, meint Wahler schmunzelnd. Die Szene ist überschaubar, kennt sich aber dafür umso besser. Die Modelle vom Stiefel „sieht man außer dem Fiat Panda oder 500 nicht so häufig auf den Straßen“. Ein echter Liebhaber „gibt seinen Wagen trotz aller Problemchen nicht her“, weiß der Vorsitzende. Früher etwas verschrieen für ihre Reparatur-Anfälligkeit, „hat die Zuverlässigkeit der Autos wesentlich zugenommen“, sagt er.

Die Mitglieder der Italo-Freunde kommen aus dem gesamten Rhein-Main-Neckar-Gebiet von Heidelberg bis Frankfurt über die Bergstraße bin hinein in den Odenwald. Derzeit sind etwa 15 Freunde der italienischen Fahrzeuge in der IG organisiert. Timo Wahler aus Weinheim leitet den seit 2012 existierenden Club seit seiner Gründung. „Bei mir ging es 2008 direkt nach dem Führerschein los“, sagt er über seine Leidenschaft. „Mein erstes Auto war ein Fiat Seicento und gab den Startschuss für diese Vorliebe.“ Derzeit hat er zwei Autos vom Stiefel: einen Fiat Bravo Baujahr 2007 und eine Alfa Romeo Giuletta von 2014. „Solange es Modelle gibt, die mir zusagen, gibt es keinen Grund zum Wechseln“, betont Wahler. „Meine Frau kann fahren was sie will“, grinst er.

Bild: Exost Photography

Kroos sorgt für die große Party beim Public Viewing im Erbacher Volksbank-Atrium

Es gibt kein Halten mehr. Als Toni Kroos mit seinem Freistoß-Schlenzer in der letzten Minute der Nachspielzeit das 2:1 für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft erzielt, geht ein kollektiver Aufschrei durch die Menge, dass das Volksbank-Atrium in seinen Grundfesten erbebt. Deutschland-Fahnen bestimmen das Bild, wildfremde Menschen liegen sich freudestrahlend in den Armen. Der Jubel will kein Ende nehmen, dass mit diesem Sieg in der WM-Vorrunde der Weg zum Achtelfinale wieder offen ist.

Dabei hatte es sich zwischenzeitlich ganz anders ausgesehen. Frustration hatte sich ab Mitte der ersten Hälfte bei den hunderten von Fans breit gemacht, die sich zum Public Viewing zwischen Haus der Energie und Volksbank-Gebäude eingefunden hatten. Nach starkem Beginn der Deutschen war förmlich zu beobachten, wie mit Erwachen der Schweden die Laune vor Ort in den Keller ging.

Dann auch noch das 0:1 in der 33. Minute als Stimmungskiller. Vereinzelte versteckte Jubelrufe zeigen, dass es wohl auch ein paar Fans der skandinavischen Mannschaft im Odenwald geben muss. Doch sie halten sich bedeckt. Beim Rest: hängende Gesichter, heruntergezogene Mundwinkel, schlechte Erinnerungen an der 0:1 gegen Mexiko. Der Kommentar von der großen Leinwand macht es auch gerade nicht besser, wenn er das erste Ausscheiden einer deutschen Mannschaft in der Vorrunde seit x-Jahren beschwört.

Kein guter Zeitpunkt, um ein paar Zuschauer nach ihrer Meinung über die Leistung von Jogis lahmender Elf zu fragen. Knurrige Bemerkungen, ein gegrummeltes „Mies“ oder die Hoffnung auf bessere Zeiten können sich die meisten gerade abringen, wenn sie nicht damit beschäftigt sind, auf dem Grund des Bierbechers einen Blick in die verschwommene Zukunft erhaschen zu wollen.

Die aufgemalten schwarz-rot-goldenen Fahnen im Gesicht drohen immer mehr zu verblassen, die Deutschland-Trikots scheinen in der Wäsche ausgebleicht zu sein, und die mannsgroßen Fahnen flattern etwas verloren um den Körper. Bis zur Halbzeit ist beim großteils jungen Publikum stimmungsmäßig nichts mehr zu holen. Bei der Großchance in der 39. Minute erstickt der Schrei schon im Keim. Keiner scheint mehr so recht ans Wunder zu glauben.

„Sehr schwach“, meint Alex Sizov in der Pause über die Präsentation der Deutschen. Jürgen Fix ergänzt: „In der zweiten Halbzeit muss noch was kommen. Zurzeit passt gar nichts“, kritisiert er. Nach dem vergurkten Spiel gegen Mexiko hätte Sergej Ivanov gedacht, „da kommt heute bisschen mehr“. Auch Gheorghita Radu ist unsicher, „ob die das nochmal drehen werden“. Optimistisch dagegen Wladimir Karpowitsch: „Das machen die noch.“ Mit 3:1 ist sein Tipp fürs Endergebnis sogar ziemlich gut.

Dass er mit seiner Siegprognose Recht behält, lässt die fünf natürlich nach dem Schlusspfiff umso mehr jubeln. Wie überhaupt die Minuten nach dem Ende des Spiels in einem lauten Getöse untergehen. Alles steht, die Arme sind oben, kaum einer hatte noch mit gerechnet. Beste Voraussetzungen für eine große Party. „Einfach nur klasse“, ruft Heinz Schmitt schnell herüber, bevor er weiterjubelt. Selbst die zu Beginn strengen Sicherheitsleute erlauben sich jetzt ein kleines Lächeln.

So schnell gehen die meisten nicht nach Hause – wie überhaupt die Spannung nach dem Ausgleich in der zweiten Hälfte die kompletten zweiten 45 (plus fünf) Minuten zum Greifen war. Der Ausgleich in der 48. Minute reißt das Atrium aus dem kollektiven Tiefschlaf. Sofort ist die Menge wieder da, die Mannschaft wird jetzt immer lautstarker angefeuert. „Jetzt packen die das noch“, sagt Alexander Krauth. Jeder Spielzug wird kommentiert, die Fans leiden mit. Bloß nicht in der Vorrunde ausscheiden. Die immer lauter werdenden Fangesänge starten. Von der Niedergeschlagenheit vor der Pause ist nichts mehr zu spüren.

Und dann das: Gelb-Rot für Boateng. „Völlig übertrieben bei dem Spielstand“, macht vorn einer seinem Unmut Luft. Alle beginnen sich mit dem 1:1 zu arrangieren. Erste Rechenspiele werden angestellt, wie es Deutschland doch noch ins Achtelfinale schaffen könnte. Das Spiel scheint gelaufen. Es folgt Brandts Pfostenknaller zu Beginn der Nachspielzeit. Laute Deutschlandrufe zeigen die angefachte Hoffnung auf den Last-Minute-Sieg. Und dann macht Kroos tatsächlich den alles entscheidenden Treffer. Es gibt kein Halten mehr.

 

Drei Odenwälder Schafzüchter informierten am Reußenkreuz über sich und ihre Tiere

Paulina und Davina sind ganz vernarrt in Schafe. Schon seit einiger Zeit liegen die beiden siebenjährigen Zwillingsschwestern ihrer Mutter Katharina Lieb aus Steinbach in den Ohren, dass die Schafzüchterinnen werden wollen. Da passte es, dass drei Odenwälder Schafzüchter am Gasthaus „Reußenkreuz“ anzutreffen waren, um im Rahmen der Lammwochen über sicht, ihre Tiere und die Tierhaltung zu informieren. Katharina Lieb war beileibe nicht die einzige, die die Schafhalter mit Fragen löcherte. Den ganzen Tag über herrschte stetes Kommen und Gehen, wurden viele Infos ausgetauscht.

Udo Wüstenhagen aus Hetzbach hatte seine Texelschafe und Rhönlämmer mit auf die Höhe gebracht. „Und ein schwarzes Schaf“, lachte er. Peter Müller aus Erbach war mit Suffolks vertreten.  Harald Brandel aus Kailbach hatte zwei weißgehörnte Heidschnucken dabei. Alle drei sind sie Schafzüchter schon fast seit Kindesbeinen an. „Wir wollen Transparenz erzeugen“, erläuterte Wüstenhagen. Gezeigt werden soll, wo die Tiere herkommen, wie sie gehalten, aber auch, wie sie verarbeitet werden.

„Schafhalter betreiben Landschaftspflege“, betonte der 55-Jährige, der vor 40 Jahren die ersten Tiere bekam. Seine Texelschafe halten etwa das Gras an der Solaranlage in Beerfelden kurz, beweiden in der Stadt auch verschiedene Baugrundstücke oder sind auf Golfplatz und Streuobstwiesen in Hetzbach grasend aktiv. Der Hetzbacher hat 80 Muttertiere, davon 40 Texel in der reinrassigen Zucht (Herdbuch).

Während die Erwachsenen Wissen sammelten, waren die Kinder von den drei und fünf Wochen alten Lämmern begeistert. Jannis, der mit seiner Oma Hanni Emig aus Friedrichsdorf vorbeigekommen war, streichelte fleißig ein Lämmchen. Die Muttertiere gebären im Jahr maximal zwei Jungtiere, so Wüstenhagen. Die Lämmer der Texelschafe kommen immer sehr pünktlich im März/April auf die Welt, die Rhönschafe sind nicht so stark saisonal geprägt. Sie sind quasi für die früheren Osterlämmer zuständig. Im Schnitt werden die Tiere fünf Jahre alt, sagte er. Wenn die Muttertiere nicht gedeckt werden, könnten sie sogar 13 Jahre erreichen.

Fragen über Fragen gab es von den interessierten Passanten. So etwa, warum die Schur notwendig ist. „Die wird einmal im Jahr durchgeführt und ist eine Pflegemaßnahme“, so der Züchter. Weiter ging es um Pflege und Ernährung der Tiere. Auch ihr Einsatz kam zur Sprache. „Sie weiden Flächen ab, die für größere Tiere wie Rinder unzugänglich sind“, erläuterte der Fachmann. Auch mit Maschinen komme man dort nicht hin. „Wir wirken der Verbuschung des Odenwalds entgegen“, meinte Wüstenhagen.

Natürlich ist das Thema Wolf allgegenwärtig. „Null Toleranz“ ist das Motto der drei Züchter. Nach den Vorkommnissen im vergangenen November, als es im Fünf-Tages-Rhythmus drei Übergriffe gab, sind die Schafhalter auf der Hut. 90 Zentimeter hohe Weidezäune seien für den Räuber kein Hindernis, so Müller. Und wenn man die Wiesen großflächig und höher umzäune, sei das ebenfalls keine Lösung und mache die Landschaft kaputt.

„Wir sind alle im Nebenerwerb tätig, aus Liebe zur Natur“, hob Wüstenhagen hervor. Von der Zeit her „ist es aber eigentlich ein Hauptberuf“, schmunzelte er. Aber finanziell bleibe natürlich nicht viel hängen. Der Hetzbacher etwa arbeitet als kaufmännischer Angestellter bei Bosch-Rexroth und baute seine Herde selbst auf. Er hatte zuerst Hasen und Kaninchen, ehe dann als 15-Jähriger zwei Schafe dazukamen. Nach fünf zwischenzeitlichen Jahren Pause merkte er: „Es geht nicht ohne.“ Im Jahr 2000 war dann der Neustart.

Der 60-jährige Peter Müller nennt ungefähr 80 Suffolks sein Eigen. Streuobstwiesen, Feldwege, Auswuchsäcker und Bauernwiesen werden von diesen beweidet. Schon während der Schulzeit, vor 45 Jahren, begann er mit der Zucht. Harald Brandel (72), dessen Herde unter dem Wolf litt, kümmert sich mit seinen 30 Herdbuch-Tieren um Bahnböschungen und Streuostwiesen. Er ist seit 40 Jahren als Schäfer tätig. Die Idee kam über den Vater, der die „lebendigen Rasenmäher“ Heidschnucken ins Herz geschlossen hatte.

Schwüles Gewitterwetter macht die Gäste auf dem Erbacher Mittelaltermarkt schlapp

Jungs spielen Ritter, Mädchen kleiden sich als Prinzessin: Auf einem Mittelaltermarkt werden die Kinderträume schlechthin wahr. Zum zweiten Mal gastierten „Heimdalls Erben“ aus Biebesheim mit ihrem Spektakel auf dem Wiesenmarkt-Gelände. Dieses Mal mit mehr Platz und mehr Ständen, aber weniger Besuchern. Die schwülheiße Gewitterluft am Wochenende schreckte scheinbar einige Ausflügler ab.

Mit Reiter- und Feuershow, mittelalterlicher Musik, orientalischem Tanz, Gaukelei und Spielmannskunst wurden die Besucher unterhalten. Dazu gab es noch reichlich „Fresserey und Sauferey“ aus früheren Zeiten – oder eher eine Annäherung an das, was man früher zu sich genommen haben könnte. Das Angebot war gegenüber dem vergangenen Jahr deutlich ausgeweitet worden, nachdem es 2017 teilweise schon gegen 17/18 Uhr „ausverkauft“ hieß.

Davon war man allerdings bei der zweiten Auflage weit entfernt. Veranstalter Holger Hörstkamp war mit dem Zuspruch am Samstag unzufrieden. Als es gegen Abend dann auch noch anfing zu platschen, war der Tag mehr oder weniger gelaufen. Der Sonntag entschädigte aber noch einmal mit deutlich mehr Besuchern bei den weit über 50 Marktständen und Lagergruppen.

Als „Prinzessinnen-Macher“ waren Doris Hensen und Günther Marks aus Limeshain mit ihrem mobilen Schmuckstand unterwegs. In Katharina Reeg fanden sie eine interessierte Kundin, die zwar nicht mehr im Mädchen-Alter war, die angebotenen Schmuckstücke aber zu schätzen wusste. Zuerst als Besucher von historischen Märkten unterwegs, starteten Hensen und Marks vergangenen Jahr in Büdingen ihre „Marktkarriere“ mit einer Standarte.

Für ihre selbst hergestellten Waren verwenden sie böhmisches Glas und allergiefreies Metall. Erst nur im Umkreis ihres Heimatorts unterwegs, „fragen uns die Veranstalter inzwischen schon an“, freut sich Marks. „Das ist etwas Ausgefallenes, was man sonst nicht findet“, bekommt er immer wieder zu hören. Auch trudeln immer mehr Aufträge für Kronen herein.

Ein „Dinosaurier“ auf den Mittelalter-Märkten ist Alexs Induashvili. Der Georgier ist inzwischen seit 22 Jahren mit der „Feldbeckerey“ unterwegs, bäckt Brot, belegte Fladen oder Rosinenbrötchen. Eigentlich ist der 57-Jährige ja Atomphysiker. Als er aus Tiflis nach Deutschland kam, wurde aber gerade keiner gebraucht, lacht er. Sechs Jahre später kam die Anfrage für eine Verpflichtung in den Schuldienst. Da hatte Alexs, wie ihn alle nur nennen, aber bereits die Luft der Freiheit auf den historischen Veranstaltungen geschnuppert.

Außerdem war er natürlich nicht mehr in der (Physik-)Materie drin, sodass er das Angebot ausschlug. Heute ist er deutschlandweit mit seinem auf historisch getrimmten Bäckerwagen und Feldofen unterwegs und schätzt das ungebundene Leben. Seine Heimat hat er in Wilgertshausen in der Pfalz gefunden. „Da habe ich meine absolute Ruhe“, lacht er. Mobilfunknetz gibt es erst wieder fünf Kilometer weiter.

Auch wenn Heimdall als nordischer Gott dem Team seinen Namen gab, sind seine Erben eigentlich ein ganz traditionelles Familienunternehmen. Mutter Margarethe Hörstkamp sitzt mit ihren 78 Jahren an der Kasse, Vater Hans betreibt trotz seiner 82 den Bratwurststand. Der 54-jährige Holger wiederum steigt bei der Reitershow aufs Pferd und gibt im ewigen Kampf Gut gegen Böse mit Lust den schwarzen Ritter. Ein festes Team von acht Personen schmeißt die komplette Veranstaltung.

Neben etlichen Verkaufsständen mit Fellen, Silberschmuck, Senf, Räucherwerk, Lederwaren, Met, Korbwaren, Fellen oder Gewürzen waren bei den Kindern vor allem die Mitmachangebote beliebt. Auch das Kamelreiten war ein Renner. Für die Erwachsenen gab es vielerlei Handarbeit zu bestaunen: so Lederarbeiten mit Metall, die Herstellung des eigenen Gürtels oder Schmuckkreationen nach eigenen Vorstellungen.

Patut der Gaukler vermochte Klein und Groß mit seinen Jonglage-Kunststücken zu bannen. Bei der Musik-Gruppe „Heidenlärm“ war natürlich der Name Programm. Die Spielleute „Maleficius“ kamen ganz klassisch mit Dudelsack, Gitarre und Nickelharpa rüber, während die Tribal Dance Tanzgruppe „Sharzad“ für orientalisches Flair sorgte. Chandra und Shanti waren für die tänzerischen und Feuer-Elemente zuständig.

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Posted by Thomas Wilken on Thursday, June 14, 2018

 

Dunkles Zeitalter als bunte Erlebniswelt: „Heimdalls Erben“ veranstalteten am Erbacher Wiesenmarktgelände ein „mittelalterliches Spektakel“

Faszination Mittelalter. Das eigentlich dunkle Zeitalter kommt heutzutage als bunte Erlebniswelt rüber, die nach wie vor das gemeine Volk zu begeistern vermag. Der Odenwald ist bis auf wenige Veranstaltungen in dieser Hinsicht noch „Terra incognita“. Auch in Erbach ist der letzte Versuch, einen historischen Markt am Wiesenmarkt-Gelände zu etablieren, schon zehn Jahre her. Wenn man das Beiwerk des Bauernmarkts mal außen vor lässt.

Beste Voraussetzungen also für „Heimdalls Erben“ aus Biebesheim, einen neuen Versuch zu wagen. Mit Reiter- und Feuershow, mittelalterlicher Musik, orientalischem Tanz, Gaukelei und Spielmannskunst wurden die Besucher zwei Tage lang bei herrlichem Wetter bestens unterhalten. Dazu gab es noch reichlich „Fresserey und Sauferey“ aus früheren Zeiten – oder eher eine Annäherung an das, was man früher zu sich genommen haben könnte.

Veranstalter Holger Hörstkamp war mit dem Zuspruch bei der Auftaktveranstaltung recht zufrieden. Samstagnachmittag herrschte vor allem im Gastro-Bereich vor der Bühne immer ein stetes Kommen und Gehen, wenn sich auch die Reihen gegen Abend merklich lichteten. Der Sommer-Sonntag sorgte aber noch einmal für einen schönen Ansturm auf das Gelände mit seinen 50 Marktständen und Lagergruppen.

„Klein, aber fein“, nannte Hörstkamp den Erstling im Odenwald. In der Rheinebene veranstaltet er in der Regel um einiges größere Mittelaltermärkte. „Viel mehr Platz war eben nicht“, schmunzelte er mit Blick aufs Gelände. Nach Erbach kam der 53-Jährige Ende des vergangenen Jahres auch eher zufällig auf einen Tipp hin. Die Gespräche mit der Stadt verliefen gut, man war sich schnell einig und innerhalb von wenigen Monaten wurde der historische Markt aus dem Boden gestampft. Als Idee nimmt Hörstkamp mit, bei einer Wiederholung die Hallen mit einzubinden.

Auch wenn Heimdall als nordischer Gott dem Team seinen Namen gab, sind seine Erben eigentlich ein ganz traditionelles Familienunternehmen. Mutter Margarethe Hörstkamp sitzt an der Kasse, Vater Hans hilft trotz seiner 80 Jahre noch kräftig beim Aufbau mit und betreibt den Bratwurststand. Holger Hörstkamp wiederum steigt bei der Reitershow aufs Pferd und gibt im ewigen Kampf Gut gegen Böse mit Lust den schwarzen Ritter. Freundin Silke Müller schließlich zeigt als „Shanti“ orientalischen Bauchtanz.

Die Faszination für Hörstkamp ist es auch nach zwölf Jahren Veranstaltungsorganisation immer noch, „den Markt vom Papier in der Realität umzusetzen“. Manchmal sei es „wie ein großer Kindergarten, alle unter einen Hut zu bringen“, lacht er. Genehmigungen, Verträge, kurzfristige Absagen, Künstlerbuchungen, Absprachen vor Ort und vieles mehr sind aufwendig. „Es macht mir aber immer noch sehr viel Spaß“, betont er.

Tavaras heißt der Spielmann, der auf der Nyckelharpa für die eher ruhigen Töne sorgte. Rau, laut, derb dagegen die Spielleute von „Veytstanz“ auf der Bühne, deren Dudelsäcke schon eine ganz andere Durchdringung hatten. Allerlei mit Feuer hatte „Micha Feuerfresser“ in petto, der sich aber auch in vielfältiger Gaukelei versuchte. Orientalische Einflüsse brachte das Duo „Nojom At-Shary“ in die Veranstaltung ein.

Neben etlichen Verkaufsständen mit Fellen, Silberschmuck, Räucherwerk oder Gewürzen waren bei den Kindern vor allem die Mitmachangebote beliebt. Ob sie nun mit Erdfarben malen durften, sich im Bogen schießen versuchten, selbst Seife herstellten oder beim Schmied die eigenen Hufeisen formten: Immer bildete sich schnell eine Traube. Auch das Kamelreiten war ein Renner. Auch für die Erwachsenen gab es vielerlei Handarbeit zu bestaunen: so Lederarbeiten mit Metall, die Herstellung des eigenen Gürtels oder Schmuckkreationen nach eigenen Vorstellungen.

Großer Anziehungspunkt ist natürlich immer die Reitershow, wo Hörstkamp als schwarzer Ritter in schwarzer Metallrüstung bei den Temperaturen des Wochenendes heftig ins Schwitzen kam. Und dazu auch noch als Ger von Falkenstein immer der Böse sein musste, während sein Gegenpart Giso von Ebersbach die Lorbeeren als Retter der französischen Jungfrau einheimste.

Eigentlich hat Holger Hörstkamp ja einen ganz traditionellen Beruf gelernt. Er war früher als Kommissionierer in einem Lager tätig. „Irgendwann hatte ich keine Lust mehr“, erzählt er, schmiss hin, machte sich selbstständig und sattelte um auf Mittelalter. Ganz im Wortsinn: Denn seine ersten Sporen im Bereich „Living History“ verdiente er sich vor 15 Jahren auf der Ronneburg, wo er bei der dortigen Reitershow mitwirkte. Vor zwölf Jahren starteten dann die eigenen historischen Märkte rund um seinen Wohnort Biebesheim. Die zogen inzwischen Kreise bis nach Wiesbaden oder Losheim am See.

Daneben ist Hörstkamp mit seinen Reitershows aber weiterhin in ganz Deutschland und im angrenzenden Ausland präsent. Nicht nur im Bereich Mittelalter. Wikinger, Normannen, Hunnen: Viele Völker und Epochen werden abgedeckt. „In Holland haben wir auch schon einmal eine van-Helsing-Show gemacht“, schmunzelt er.

Info: Das nächste mittelalterliche Spektakel von „Heimdalls Erben“ findet am 6. und 7. Mai in Lampertheim nahe der Biedensand-Bäder statt. Öffnungszeiten: Samstag 11 bis 23 Uhr, Sonntag 11 bis 19 Uhr. Weitere Infos: http://www.heimdalls-erben.de

Mehr Bilder hier: https://www.facebook.com/media/set/?set=a.1463890306988447.1073742011.100001024761983&type=1&l=29f1778dd3

80 Aussteller weckten beim Erbacher Bauernmarkt Lust auf regionale Produkte

Frisch gepresster Apfelsaft ist einfach der Renner. Bei Familie Michel aus Seeheim kommen die Mitarbeiter mit dem Pressen kaum noch nach, so schnell wird ihnen der leckere Trank aus den Händen gerissen. Die Besucher bringen beim 27. Erbacher Bauernmarkt oft schon selbst die Drei-Liter-Kanister mit – oder lassen sich erst einmal ein Glas munden. Doch das Apfelerzeugnis ist nur ein Produkt unter vielen, das die Odenwälder Direktvermarkter an diesem Wochenende ihren Kunden anbieten.

Und die kamen zuhauf – wie eigentlich immer. Das Wetter hat nur einen untergeordneten Einfluss auf den Andrang. Regionale, selbst hergestellte Produkte, bei denen der Verbraucher genau weiß, wo sie herkommen, wie sie verarbeitet werden und welchen Weg sie bis zum Verkauf haben, ziehen eben. Liane Heist, die Vorsitzende der Odenwälder Direktvermarkter, kann an diesem Tag ein Lied vom Interesse der Besucher singen. Mit ihrem Betrieb, dem Krumbacher Bauernlädle, ist sie natürlich auch in der Halle vertreten. Die Mitarbeiter sind nachmittags ziemlich „am Rödeln“.

Wie die anderen 80 Aussteller auch, die sich in diesem Jahr in den Messehallen und davor versammelt haben, um ihre Produkte anzubieten. Gerade im geschützten Innenbereich ist sonntags kaum noch ein Durchkommen. Da kann es draußen 25 Grad haben oder bei 15 weniger der Regen waagrecht fallen – es ist immer voll. „Die Resonanz war sehr gut“, meinte Heist. Und zwar gleich ab dem Start am Freitag. Das samstägliche Regenwetter konnte die Liebhaber der regionalen Waren nicht schrecken.

„Langsam, aber stetig“ gehen ihren Beobachtungen zufolge die Besucherzahlen nach oben. Wenn es dann natürlich wie im vergangenen Jahr ein herrliches Spätsommer-Wochenende gibt, dann kracht es so richtig. Aber auch dieses Mal gab es „sehr gute Rückmeldungen“, meinte die Vorsitzende. „Die Aussteller waren alle zufrieden“, hörte sie beispielsweise von Britta Kohlhage von der Molkerei Hüttenthal, der Schäferei Dingeldey oder der Bäckerei Knierim aus Erbach, die kurzfristig für einen Kollegen einsprang. „Toll, dass das geklappt hat“, freute sich Heist.

Überhaupt frischgebackenes Brot: Das ging weg wie warme Semmeln. Die Herstellung direkt vor Ort in den Holzöfen einer historischen „Zuckerbäckerei“ zog viele Schaulustige an. Vom herrlichen Duft ganz zu schweigen. Die Anbieter schätzen darüber hinaus die Möglichkeit, mit den Kunden ins Gespräch zu kommen. „Die Leute sind sehr interessiert“, meinte etwa Johannes Gehrig aus Litzelbach, der das erste Mal mit seinen „Odenwälder Feinen Bränden“, alle in der Brennerei auf dem eigenen Dreiseithof selbst hergestellt, dabei war.

Neben den Erzeugnissen aus Hof, Keller und Küche ist es auch immer wieder das Rahmenprogramm, das die Besucher anspricht. Etwa die Ausstellung von alten und neuen Landfahrzeugen, Traktoren und Dreschmaschinen, die Tierschau, die Vorführung der Rettungshundestaffel Bergstraße-Odenwald oder die der Berufsgenossenschaft mit ihrem Kranwagen. Anschaulich wurde dort gezeigt, wie sich durch einen Helm schlimmere Verletzungen vermeiden lassen, wenn einem ein Stück Holz auf den Kopf fällt.

„Wir wollen die hiesige Landwirtschaft und die Regionalität der Produkte den Verbrauchern nahe bringen“, verdeutlicht Liane Heist die Idee hinter dem Dauerbrenner Bauernmarkt. Außerdem gehe es auch darum, das Einkaufsverhalten der Bevölkerung zu ändern. Denn viele Lebensmittel würden über die Discounter zu günstig angeboten. Ein Blick ins dichte Gedränge machte deutlich, dass dieses Vorhaben zumindest am Wochenende aufgegangen ist. Fürs kommende Jahr überlege man, an einer langen Tafel die große Produktpalette aufzuschichten, um den Interessierten einen Überblick zu geben, sagte sie.

Obst, Gemüse, Milchprodukte, Fisch und Fleisch: Es sind ja nicht nur 80 Aussteller, sondern eine Vielzahl an Produkten, die sie mitgebracht haben. „Die meisten fragen gleich nach Ende, ob sie wiederkommen können“, gibt es laut Heist eine große Zahl von Stammanbietern. Ein paar sind seit Anfang an dabei, als es zehn bis zwölf Stände gab und es nur eine Produktschau, noch kein Verkauf. Die Zahl 30 möchte die Vorsitzende gerne erreichen, allerdings machen ihren Worten nach immer neue Vorschriften und Auflagen den Direktvermarktern das Leben schwer. Ein bisschen mehr Unterstützung von entsprechender Seite könnte sie sich deshalb gut vorstellen.

Wie viele Besucher an den drei Tagen tatsächlich auf dem Platz sind, kann keiner wirklich zählen. Schätzungen gehen bis zu 20.000 Gäste, die beileibe nicht nur aus dem Odenwaldkreis kommen. „Heute war sogar jemand aus Österreich da“, berichtet Heist, die mit ihrem Vorstandsteam von sieben Leuten zum dritten Mal die Veranstaltung organisierte. Frankfurt, Mannheim, das Neckartal oder die Bergstraße sind fast schon normal als Herkunftsorte.

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