„Betty and the Daltons“ sind mit Country & Western im wilden Odenwald unterwegs

Endlose Weiten, durch die der Sand gepeitscht wird, ein paar mäandernde trockene Büsche, dazu noch karge Felsformationen, durch die sich ein einsamer Reiter mit Zigarre im Mundwinkel, vermacktem Hut und Lederponcho quält: soweit das deutsche Western-Klischee, genährt durch Karl May und Clint-Eastwood-Filme. „Betty and the Daltons“ zeichnen ein ganz anderes Bild von Country & Western. Das im vergangenen Jahr gegründete Trio aus Erbach und Michelstadt nimmt sich selbst nicht so ernst, hat viel zu lachen und noch mehr Spielfreude.

Bettina „Betty“ Finger, Dirk Freitag und Markus Fabian spielen zum Teil mit verwegenen Instrumenten wie Waschbrett, Autoharp, Steelguitar und Banjo einen Mix von Common Linnets bis Johnny Cash, angereicht mit CCR, Kris Kristofferson oder John Denver. Man sieht: Es gibt nicht nur Country, sondern auch Western, gepaart mit ein paar Pophits wie „Lay down Sally“ von Eric Clapton.

Mastermind hinter der Truppe ist Markus Fabian aus Michelstadt. Gitarrist, Sänger, Bassist, Ukulele- und Mandolinespieler, Steelgitarrist, Schlagzeuger, Songwriter, Komponist und Producer:  Der Mann ist seine eigene Ein-Mann-Kombo in Personalunion. Dazu ist er im Odenwald musikalisch bekannt wie ein bunter Hund durch seine Arbeit mit Herr Fabian, Onkel Bob oder Undercure.

„Für mich zählt, dass wir sehr viel Spaß miteinander haben und ich verschiedene, auch ausgefallene Instrumente spiele“, betont Fabian. Es ist innerhalb eines halben Jahres eine auftrittsfähige kleine Band entstanden, die „nicht sooo perfekt ist“, grinst er – „aber dennoch beim Odenwälder Publikum einen Nerv getroffen hat“. Scheinbar gibt es viele Menschen, die Country und Folk „wie wir es darbieten“, gerne mögen.

Die Bandgründung geschah durch äußere Einflüsse: „Wild Bill‘s Saloon“ hatte in Erbach aufgemacht und „ich wollte gerne mal dort spielen“, erinnert sich der Musiker. Da dort aber nur Country und Western reinpasst, überlegte er, wie das anzustellen wäre. Da kam er auf Dirk Freitag und Bettina Finger: „Betty and the Daltons“ waren geboren. Es wurde ein Programm aufgebaut, überlegt, was zu welchem Stück passt und „wie wir uns bei jedem Stück sinnvoll und abwechslungsreich ergänzen können“. Das Ergebnis kommt an.

Für Bettina Finger ist Country „eine tolle Musik”, die so gar nichts mit dem Schlagerklischee zu tun hat. Gerade Johnny Cash und June Carter haben für sie „super Songs“ geschrieben und darin ihr Leben verarbeitet. „Das sind meine Vorbilder“, sagt sie. Und fügt hinzu: „Darin werden so schöne Liebesgeschichten erzählt.“ Finger gefällt daneben die große Vielseitigkeit, die mit den verschiedenen Instrumenten zum Ausdruck kommt.

30 Jahre zupfte sie nur die Gitarre, jetzt ist die Musikerin vielfältig und –saitig unterwegs. Auf Anregung vom Markus Fabian („mach mal“) beschäftigt sie sich auch mit Bass, Ukulele, Autoharp, Waschbrett und Banjo. „Ich kann das nicht gut, aber spiele trotzdem alles“, lächelt sie. Der Instrumententausch „ist witzig und macht Spaß“, erzählt Bettina Finger. Es passiert vieles, auch Unvorhergesehenes.

„Dass ich auf meine alten Tage noch einmal auf der Bühne stehe, hätte ich mir auch nicht gedacht“, kokettiert die Erbacherin mit ihrer Lebenserfahrung. Denn öffentlich wirkte sie bisher nicht in Bands mit. „Seit neun Jahren wird lediglich im Wohnzimmer auf der Couch gejammt oder auf Geburtstagen gespielt.“ Jetzt hat sie mit Leitwolf Markus Fabian als altem Hasen Freude an den Auftritten gefunden.

Dirk Freitag ist musikalisch ein Spätzünder. Erst über seinen Sohn kam er vor viereinhalb Jahren in Kontakt mit Sebastian Schimmer von „Oel“, der quasi sein Mentor auf der Gitarre ist. Banjo, Bass und Waschbrett kamen in neuester Zeit hinzu. „Westernmusik mochte ich schon immer“ bekennt er. Emotionen, Romantik, ein Hauch von Abenteuer, dazu noch Liebe, Drama, Eisenbahn: „Es macht einfach Spaß, darüber zu singen“, erläutert der Erbacher. Die Auswahl der Instrumente ist für ihn faszinierend.

Info: Die Country-Night mit Western-Büffet und Musik von „Betty and the Daltons“ findet am Samstag, 13. April, ab 18 Uhr im Gasthaus „Zum Ross“ Ober-Mossau statt. Platzreservierung unter 06061-2398 oder E-Mail dirk.freitag@freitagsfeines.de. „Wandern und Wein“ heißt es am 1. Mai, 14 Uhr, im Dorfgemeinschaftshaus Steinbuch mit dem Trio. Mehr unter www.backstagepro.de/betty-und-die-daltons

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Es geht doch nichts über das gute alte Buch

Das Motto „Lesen macht Spaß!“ passt für Emily Wolf wie die Faust aufs Auge. Die 13-jährige Jugendpreisträgerin des Krimiwettbewerbs Odenwald 2018 trägt beim Lesenachmittag des Kiwanis-Club Erbachs ihre preisgekrönte Kurzgeschichte „Ein seltsamer Ort“ vor. Viel Spaß haben die Jugendlichen außerdem mit den Kinder- und Jugendbuchautoren Corinna Harder und Jens Schuhmacher, die mit ihren „Black Stories“ zum Mitmachen und Mitraten animieren.

Den Heranwachsenden in Zeiten von Internet, Smartphone, Computer und Tablet das gute alte Buch näherbringen: Das hat sich der Kiwanis-Club mit seinem Präsidentin Stefan Uhrig auf die Fahnen geschrieben. „Es wird einfach zu wenig gelesen“, bedauert er. Eine bessere Botschafterin als Emily Wolf hätte er nicht finden können. Die aufgeweckte 13-Jährige kam schon früh mit dem gedruckten Wort in Berührung, allerdings erst einmal übers Gehör. „Mein Vater hat mir und meinem Bruder immer viel vorgelesen“, erzählt sie.

Als sie dann selbst lesen gelernt hatte, wuchs der Bücherbestand im Hause der Wolfs ständig an. Geschichten schrieb die Jugendliche schon immer gern. Auch das liegt in der Familie, denn Vater Dieter nahm ebenfalls schon an einem Krimiwettbewerb teil. Das erste Mal war Emily in der Grundschule Hollerbusch mit einer Geschichte erfolgreich.

Als Zehnjährige beteiligte sie sich 2016 dann am Odenwald-Wettbewerb mit dem Titel „Die kleine Hütte im Wald“. Da der aber erst ab elf Jahren war, gab’s für sie einen Sonder- und Publikumspreis. 2018 dann die erneute Teilnahme und der Erfolg mit „Der seltsame Ort“. Die Idee dazu kam Emily im Englisch-Unterricht. „Danach habe ich die Story ausgearbeitet“, sagt sie. Ihr gefällt es, beim Schreiben auch eigene Erlebnisse und Geschichten mit einfließen zu lassen.

Wenn sie Bücher wie etwa „Die andere Verbindung“ von Jonas Ems liest, „stelle ich mir alles plastisch vor“, meinte Emily. „Der Sommer, in dem die Zeit stehenblieb“, ist ein Roman von Tanya Stewner, in dem sie ebenfalls gerne schmökert. Was meinen die Freundinnen, dass sie im Handy-Zeitalter so ganz untypisch viel liest? „Ich mache das meistens abends, da bekommen die es nicht so mit“, lacht Emily. Natürlich prägt auch die Familie, „in der schon immer viel gelesen wurde“. Da muss sich ihr Bruder Anton nicht verstecken, der ebenfalls beim Krimiwettbewerb Odenwald einen Preis gewann.

Einmal im Jahr, erläutert Uhrig, richtet der Club eine Kinderveranstaltung aus. Letztes Jahr war diese zugunsten des Kinderhospizes Sterntaler, jetzt wird die etwas finanziell schwächelnde Erbacher Stadtbücherei mit 500 Euro bedacht. Von den Eltern bekam Uhrig eine positive Rückmeldung. „Der Rahmen macht den Kindern Spaß“, sagten diese. Die interaktiven Black Stories regen zum Nachdenken und Mitfiebern an. „Ich hoffe, dass mein Kind jetzt bisschen mehr liest“, sagt eine Mutter.

Corinna Harder, die ihre Wurzeln in Etzen-Gesäß hat, und Jens Schuhmacher wussten die Kids zu faszinieren. Die von ihnen selbst entwickelten „Black Stories“ fordern zum Raten heraus. Eigentlich sind die beiden Buchautoren mit dem Schwerpunkt Rätsel- und Ratekrimis. Seit zehn Jahren wirken Harder und Schumacher aber auch an den Black Stories mit, von denen bereits 4,5 Millionen Exemplare in Deutschland verkauft wurden.

„Die Kinder sind immer sofort dabei“, weiß Corinna Harder über das interaktive Spiel. „Bei den Erwachsenen braucht es ein oder zwei Rotwein“, schmunzelt sie. Die Orientierung an wahren Begebenheiten, in den die Älteren Mist bauen, kommt bei den Jugendlichen immer gut an, sagt Schuhmacher. Für die Erwachsenen wiederum „ist ein schön zu sehen, dass es Leute gibt, die dümmer sind als sie selbst“, witzelt er. Die Veranstaltungen „machen total Spaß“, hebt die Autorin hervor. Denn es gibt „ein unmittelbares Feedback“. So können beide feststellen, „ob wir die Sprache der Kinder treffen“. Dass es gelingt, ist unschwer feststellbar, wenn sie ein paar Brocken in den Raum werfen, sofort ein paar Hände hochgehen und die Antworten nur so sprudeln.

Das Buchkabinett, Eichenhofer und die Stadtbücherei informierten bei „Lesen macht Spaß!“ an Tischen über ihr Sortiment. Die Veranstaltung wurde musikalisch durch die Schlesier Brothers umrahmt. Martialisch wurde es mit den Stormtroopers der 501st German Garrison Legion aus dem Star-Wars-Universum. Die mitglieder kommen aus der gesamten Region von Heidelberg bis Darmstadt, hatten Darth Vader im Gepäck und ließen sich gerne mit den Kindern fotografieren.

 

Zum Irish Folk gibt’s in Erbach auch Irish Food

Irish Folk zieht immer. Egal ob es jetzt die „Dance Masters“ sind, die vor kurzem in der Werner-Borchers-Halle zu Gast waren, das irische Feuermärchen in Bad König oder das Trio „Woodwind & Steel“ im großen Saal des Brauhauses: Wenn Folklore von der Grünen Insel drauf steht, kommen die Leute in Scharen. Kein Wunder also, dass die Stühle bis auf den letzten Platz besetzt waren und es ziemlich eng zuging. Zwei Stunden lang entführten die Drei nicht nur mit Musik, sondern auch mit einigen Geschichten nach Irland.

Damit’s dabei ebenfalls im Magen irisch zuging, hatte das Brauhaus-Team einige Spezialitäten mit ins Menü aufgenommen. Das fing an beim Guinness vom Fass für die Unterfütterung. Danach wurde es deftiger mit einem „Beef Stew“ – die originalgetreue Lamm-Variante mit Karotten, weißen Bohnen und Fenchel wollte man wohl den deutschen Mägen nicht zumuten. Immerhin: Das Lamm gab’s dann in Form eines Linseneintopfs mit grünen Bohnen. Unverfänglich: die Sodabread-Rolls mit Räucherlachs und Kressebutter.

Ann und Ed O’Casey sowie Alex Vallon gingen zu Beginn gleich in die Vollen. Mit dem Tanz „Irish Rover“ hatten die Musiker das richtige Stück gewählt, um die Menge zum Mitklatschen zu bewegen. Für ein Tänzchen, wie von Ed gewünscht, war es vielleicht noch ein wenig früh. Gitarre, Mandoline, Querflöte, Tin Whistle und Rahmentrommel lieferten sich in den Songs einen spannenden Wettstreit. Aber irgendwie fehlt der letzte Kick, die letzte Leidenschaft, um richtig authentisch zu wirken. Die Band ist sehr professionell, aber das ist vielleicht auch genau der Punkt.

„As I roved out“, auch schon von Loreena McKennitt gesungen, startete die Reise vom Brauhaus in den Südwesten Irland. Denn der Song handelt davon, Spaß zu haben, auszugehen, neue Leute kennenzulernen. Blarney Castle bei Cork ist bekannt für seinen Stein, der Sprachgewandtheit verleihen soll. Der muss allerdings unter allerlei Verrenkungen geküsst werden, was Anlass für eine etwas langatmige Theatereinlage gab.

Fazit von Ed: Angesichts der Massen, die den Stein küssen, am besten früh morgens nach einer regnerischen Nacht vorbeikommen, um allerlei ansteckenden Krankheiten zu entgehen. Was wäre die Band ohne Flötistin Ann O’Casey, die trotz des irisch klingenden Namens verdächtig gut Deutsch spricht. Außer den roten Haaren ist nicht viel von der Grünen Insel an ihr zu finden. Die Stücke werden ganz klar von ihrer Fingerfertigkeit auf fünf verschiedenen Instrumenten getragen. Sie gibt quasi bei Woodwind & Steel musikalisch den Ton an.

Ed O’Casey ist mit Gitarre, Bodhran und Gesang vielfältig im Einsatz und spiel den Animateur mit Bravour. Mal schmeichelnd, mal fordernd umgarnt er das Publikum, gibt dem Affen Zucker und sich selbst als den Klischee-Iren. Batschkapp, verschmitztes Grinsen, weißes Hemd, Hosenträger und ausgebleichte Jeans, dazu noch irische Gesichtszüge, wie man sie sich vorstellt, und ein englisch angehauchtes Deutsch, von dem nicht ganz klar wird, ob es Show ist oder echt: Der Mann versteht seinen Job, die Zuschauer bei Laune zu halten.

Gelächter für die verschiedenen plastischen Schilderungen des Stein-Küssens und viel Beifall für seine Musik belohnt das Trio. Die Lieder sind teilweise eher sparsam instrumentalisiert. Flöte und Gesang, Querflöte und Gitarre stehen für die Balladen, während dann die Tin Whistle gepaart mit der Rahmentrommel einen flotten Jig einläutet. Gitarrist Alex Vallon mit Babyface ist dabei eher der ruhige der Truppe. Er lässt, klassisch mit Sakko und Hemd gekleidet, sein Instrument sprechen und kann zwischendurch virtuos seine Kunst auf den sechs Saiten beweisen.

Pub und Kirche prägten die irische Geschichte. Viele der Auseinandersetzungen in der Vergangenheit hatten kirchliche, religiöse Hintergründe. Die Iren suchten einen Ausgleich für ihr hartes Leben, für ihre zahlreichen Konflikte, für die bittere Not nach Missernten, Kartoffelfäule, Pest, Not oder Auswanderung als letztes Mittel um zu überleben.

An der Außenseite des oberen Wehrgangs des Bergfrieds von Blarney Castle befindet sich der Stein der Sprachgewandtheit (englisch: Stone of Eloquence), angeblich die Hälfte des Steins von Scone, den Kreuzritter aus dem Heiligen Land mitbrachten und auf dem die schottischen Könige fortan gekrönt wurden. Cormac McCarthy erhielt ihn 1314 von Robert the Bruce für seine treuen Dienste in der Schlacht von Bannockburn. Der Legende nach erlangt derjenige, der den Blarney-Stein küsst, die Gabe des freien Sprechens. Für Iren und Briten ist der Begriff Blarney im Alltag somit gleichbedeutend mit hohlen Floskeln oder unüberlegtem Gerede. Das umgangssprachliche „Blabla“  im Deutschen beruht jedoch nicht auf dem Wort Blarney.

Im tristen deutschen Winter steppend auf die Grüne Insel Irland

Ein Hauch von Irland liegt über der Werner-Borchers-Halle. Vor dem geistigen Auge – und auf der Leinwand hinter der Bühne – entsteht ein Bild der Insel mit ihren weiten, sattgrünen, manchmal auch kargen Landschaften, am Himmel entlang treibenden Wolkenfetzen, den vier Jahreszeiten an einem Tag. In diese Eindrücke mischt sich langsam die Musik, die melodische Geige, die akustische Gitarre oder das gezupfte Banjo. Dazu noch der Klang von Stepptanz-Schuhen sowie über die Bühne fegenden Tänzern zu fetzigen Rhythmen: Fertig ist „The Best of Irish Dance“.

Die Musiker und Tänzer nehmen das Publikum mit auf eine Reise durch die Zeit und die irische (Tanz-)Geschichte. Mal melancholisch und tieftraurig, mal lebenslustig, vor Freude sprühend, sind die vielen Stücke, die sie an diesem Abend auf Instrumenten und tänzerisch darbieten. So bunt gemischt wie die viele Köpfe zählenden Gäste in der fast ausverkauften Halle ist auch der Set.

Balladen mischen sich mit fetzigen Songs, bei denen die Zuhörer fast schon automatisch anfangen zu klatschen. Wesentlichen Anteil daran hat Barry Tierney. Dem irischen Vollblutmusiker merkt man an, dass ihm die Töne im Blut liegen. Seine volltönende Stimme macht die irische Illusion greifbar. Ciara Murphy auf der Geige und Andrew Kelly (Banjo) vervollständigen das Trio, das zwischen den einzelnen Tanzeinlagen immer wieder auf die Grüne Insel entführt.

Die Aufführungen sind eingebettet die tragische Geschichte von der unerfüllten Liebe, bei der der Junge Patrick sein Mädchen Kate am Ende natürlich doch noch kriegt. Nebenbuhler und Konkurrentin inklusive. Bis dahin wird viel getanzt, in allen Epochen und etlichen unterschiedlichen Kostümen. Mit einigem Vorschussapplaus ausgestattet, gehen die zwölf Akteure auf der Bühne gleich in die Vollen.

Immer wenn’s etwas fetziger wird, die Absätze nonstop auf den Bühnenboden knallen, steigt auch der Begeisterungspegel im Publikum, das zwischendurch etwas träge beim Mitklatschen ist. Aber natürlich wissen die Profis auf der Bühne bestens, wie sie die Stimmung Richtung Finale richtig anheizen können, damit der tosende Beifall eine Zugabe erfordert.

Die Handlung dient mehr oder weniger als Vehikel für diverse Tanzeinlagen, bei denen es mal 200 Jahre zurück in die irische Geschichte geht, dann in die 1960er Jahre und schließlich ins Heute mit einer Aerobic-Fitness-Tanzeinlage. Immer auf den Spuren des Irish Dance, dessen Geschichte in knapp zwei Stunden auf diese Weise nachgezeichnet wird. So ganz synchron sind die Bewegungen der Tänzer zwar nicht immer, aber das machen sie durch ihre Freude an der Aufführung wett.

Die kommt an: Die Produktion blickt auf einen mehr als zehnjährigen Erfolg zurück, wie Tourleiter Jörn Gierschke betont. 60 bis 100 Shows werden immer zwischen Oktober und März von professionellen Tänzern geboten, die alle bereits an Weltmeisterschaften und diversen Championships teilnahmen. Dazu noch die die eingestreute authentisch-irische Musik und fertig ist das Erfolgskonzept.

Die Geschichte dahinter beruht auf der Idee von Choreograf Richard Griffin mit seiner „School of Irish Dance“. Die Erzählteile bleiben jedes Jahr gleich, erläutert Gierschke dazu, die gespielten Szenen und Formationstänze erfahren alljährlich eine Überarbeitung und Neuauflage. Das Konzept geht auf: „Wir haben schon hunderte ausverkaufte Shows gespielt“, freut er sich.

„Alle Füße sind live“, weist der Tourleiter auf ein Alleinstellungsmerkmal der Produktion hin. Zu erkennen an den Mikros am Außenwrist. „Das ist unser ganz großer Anspruch“, betont er, der die Dance Masters selbst von Mammutaufführungen wie „Riverdance“ abhebe. Außerdem wird beim „Best of Irish Dance“ mit einem Livebild gearbeitet, um so auch den hinteren Reihen ein Blick auf die wirbelnden Füße zu ermöglichen. Technisch und qualitativ „sind wir so hochwertig wie Riverdance“, sagte er.

Mit den Irish-Dance-Shows „gehen wir bewusst in die Provinz“, sagt Tourleiter Jörn Gierschke. „Wir wollen zu Gästen kommen, damit diese nicht viele Kilometer in die Großstadt fahren müssen.“ Im Schnitt besuchen zwischen 800 und 1200 Zuschauer die Aufführungen. Erbach ist – auch aufgrund der Größe der Borchers-Halle – mit 500 eher ein Ausreißer nach unten, das Berliner Tempodrom (2016) mit 2000 einer nach oben. 750 Aufbaustunden, 60 Hoteltage, 20.000 Kilometer sowie 22 Teilnehmer nennt er als Zahlen für eine Saison.

 

93 Aussteller wecken beim Erbacher Bauernmarkt Lust auf regionale Produkte

Freitagmorgens geht es auf den Bauernmarkt noch gemächlich zu. Langsam trudeln die ersten Besucher ein, füllen sich die Markthallen und das Außengelände gemächlich. Gegen Mittag dann werden die Parkplätze sukzessive knapper. Für Liane Heist, die Vorsitzende der Odenwälder Direktvermarkter, ist das ein kleiner Vorgeschmack dessen, was die 93 Aussteller Samstag und Sonntag erwartet: Ein bis oben hin volles Gelände, auf dem sie angesichts des herrlichen Herbstwetters um die 30.000 Besucher auch aus dem Frankfurter, Mannheimer und Heilbronner Raum erwartet.

Unter den Ausstellern sind viele „Wiederholungstäter“, schmunzelt sie. Direktvermarkter vor allem aus dem Odenwaldkreis, die wissen, was sie am Werbeeffekt des Bauernmarktes haben. Das betont etwa Sylvia Schäfer am Stand der Molkerei Hüttenthal. Die gehört schon zu den „Urgesteinen“ und hat immer „eine sehr gute Resonanz“, freut sie sich. Viele Besucher „kommen danach auch in den Laden“, hat Schäfer festgestellt.

Frisch gepresster Apfelsaft ist einfach der Renner. Bei Familie Michel aus Seeheim kommen die Mitarbeiter mit dem Pressen kaum nach, so schnell wird ihnen der leckere Trank aus den Händen gerissen. Getrockneten Tee oder auch frischen zum sofort Probieren gibt es dieses Jahr ebenfalls. Obst, Gemüse, Milchprodukte, Fisch und Fleisch: Es sind ja nicht nur 93 Aussteller, sondern eine Vielzahl an Produkten und Vorführungen, die sie mitgebracht haben. „Die Aussteller sind immer sehr zufrieden“, weiß Heist.

Das Wetter hat nur einen untergeordneten Einfluss auf den Andrang, sagt die Vorsitzende, die selbst mit dem Crumbacher Bauernlädchen vor Ort ist. Regionale, selbst hergestellte Produkte, bei denen der Verbraucher genau weiß, wo sie herkommen, wie sie verarbeitet werden und welchen Weg sie bis zum Verkauf haben, ziehen eben. Zehn Mitarbeiter sind bei ihr übers Wochenende im Einsatz, die Sonntagabend „ziemlich platt“ sein werden.

„Langsam, aber stetig“ gehen laut ihrer Beobachtung die Besucherzahlen des Bauernmarkts jedes Jahr nach oben. Das deckt sich mit der Wahrnehmung von Willy Baumann von der gleichnamigen Odenwälder Lebkuchenbäckerei. Den Betrieb gibt es bereits in der elften Generation. Die Baumanns sind schon von Beginn an im „Aufgebot“ der Bauernmarkt-Beschicker. „Wir produzieren alles frisch“, betont er. Am Montag „ist das Lager komplett leer“, sagt der Seniorchef. Dienstags wird dann wieder losgelegt und für den nächsten Termin gebacken.

Frischgebackenes Brot gab es an etlichen Ständen: Das ging überall weg wie warme Semmeln. Die Herstellung direkt vor Ort im Holzofen einer historischen „Zuckerbäckerei“ zog viele Schaulustige an. Vom herrlichen Duft ganz zu schweigen. Die Anbieter schätzen darüber hinaus die Möglichkeit, mit den Kunden ins Gespräch zu kommen. „Die Leute sind sehr interessiert“, meinte etwa Monica Gehrig-Himmel aus Litzelbach, die das dritte Mal mit den „Odenwälder Feinen Bränden“ dabei war. Alle Schnäpse und Liköre werden in der Brennerei auf dem eigenen Dreiseithof selbst hergestellt.

Neben den Erzeugnissen aus Hof, Keller und Küche ist es auch immer wieder das Rahmenprogramm, das die Besucher anspricht. Etwa die Ausstellung von alten und neuen Landfahrzeugen, Traktoren und Dreschmaschinen, die Tierschau, der Auftritt der Jagdhornbläser oder die Vorführung der Rettungshundestaffel Bergstraße-Odenwald (am Sonntag).

„Wir wollen die hiesige Landwirtschaft und die Regionalität der Produkte den Verbrauchern nahe bringen“, verdeutlicht Liane Heist die Idee. „Der Odenwald bietet alles“, sagt sie. „Wir brauchen keine Erdbeeren aus China.“ Immer neue Vorschriften und Auflagen machen den Direktvermarktern aber das Leben schwer, beklagt die Vorsitzende. „Die sind auf die großen Betriebe ausgerichtet, die kleinen hat man nicht im Blick“, sieht sie die Bauernhöfe vor immer mehr Schwierigkeiten gestellt, allem nachzukommen. Sie wünscht sich eine größere Differenzierung.

Info: Der Erbacher Bauernmarkt am Wiesenmarkt-Gelände ist Samstag und Sonntag von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Der Tipp von Liane Heist von den Odenwälder Direktvermarktern: Wer den Menschenmassen etwas aus dem Weg gehen möchte, sollte heute Vormittag vor 11 Uhr oder nachmittags ab 16 Uhr zum Besuch vorbeikommen.

 

Das Leiden und die Pein von Victor Frankenstein als Musical

Die Zerrissenheit, der Schmerz, das Leiden von Victor Frankenstein sind förmlich mit Händen zu greifen: Marcel Lutz verleiht der 200 Jahre alten Kunstfigur von Mary Shelley im gleichnamigen Musical eine große Intensität. Seine Bühnenpräsenz in der neuen Aufführung der „OnStage“-Gruppe ist genauso bemerkenswert wie seine stimmlichen Fähigkeiten. Bei Bianca Maschemer als Elisabeth Lavenza kann man die Sorgen um ihren späteren Mann mit Händen greifen, so intensiv und berührend bringt sie musikalisch ihre Gefühle rüber.

Feierte die Gruppe vor zwei Wochen eine umjubelte Premiere auf der voll besetzten Bad Königer Freilichtbühne, so waren die Reihen in der Werner-Borchers-Halle deutlich gelichteter. Was der Begeisterung des Publikums aber keinen Abbruch tat, das die Leistung der 2016 gegründeten Gruppe am Schluss mit lang anhaltendem Applaus goutierte.

Meist in geheimnisvolles Halbdunkel getaucht, mit ansprechender, der Thematik angemessener Beleuchtung, wird mit fortschreitender Handlung immer deutlicher, wie Victor Frankenstein seine ganze Familie und den Freundeskreis mit seiner Obsession ins Verderben stürzt. Nach und nach sterben die ihn umgebenden geliebten Menschen, wenn er getrieben von seinem Forscherdrang Gott spielen will. Doch er merkt nicht, dass er mehr und mehr zum Helfershelfer des Teufels wird, den er mit seiner Kreatur unfreiwillig zum Leben verholfen hat.

Das Streben des jungen Wissenschaftlers, ein Wesen nach seinen Vorstellungen zu schaffen, schlägt grausam fehl. Verstoßen von seinem Schöpfer, macht sich die Kreatur (Thorsten Scholze) schlau und listig daran, Rache zu nehmen. Indem er erst die Familie heimsucht und ihm dann das Liebste nimmt: Elisabeth. Bianca Maschemer verkörpert in ihrer Rolle einfühlsam und mit ihrer klar akzentuierten Stimme die Verzweiflung, dem geliebten Mann nie wirklich nahe sein zu können, aber doch schwört sie ihm ewige Liebe.

Die Heirat der beiden scheint endlich Ruhe zu bringen, doch die Rache währt ewig. Schon in der Hochzeitsnacht schlägt die Kreatur grausam zu. Victor, nach dem Tod seiner Frau scheinbar zerfressen von Rachegelüsten, jagt sein Geschöpf um die halbe Welt nur um das Jagens willen, ohne Rücksicht auf sich selbst. Erst zum Schluss kommt er mit sich ins Reine, erkennt, dass es die Scham ist, die ihn antreibt, damit ihm die Kreatur verzeiht, was er getan hat.

Marcel Lutz leidet mit seiner Figur mit, moduliert seine wohltönende Stimme in allen Farben, um seine Gefühle zum Ausdruck zu bringen. Man merkt, dass die Handlung ganz auf ihn zugeschnitten ist, dass er auch stimmlich die Fäden in der Hand hält. Sein Kampf gegen sich selbst, gegen das Böse in sich, gegen die ihn verzehrende, in den Wahnsinn treibende wissenschaftliche Leidenschaft findet am Ende der Welt ihr Ende. Dramatik pur, die Liebenden fallen sich (nur in Gedanken wieder) in die Arme, der Wissenschaftler ist mit sich im Reinen, bevor er endlich seinen Frieden findet.

Die eigentliche Handlung ist eingebettet in eine Rahmenhandlung und wird erzählt in Briefen von Kapitän Robert Walton (Michael Schaper) an seine Schwester. Der ist mit einem Schiff unterwegs, um eine Passage zum Nordpol zu entdecken, jedoch hat das Eis der Arktis sein Schiff eingeschlossen. Er und seine Mannschaft nehmen einen Mann an Bord, der schwerkrank und am Ende seiner Kräfte ist. Der Mann kommt erst zur Ruhe, als er dem Kapitän seine Geschichte erzählen kann: Victor Frankenstein.

Aus der Riege der Darsteller ragen Marcel Lutz und Bianca Maschemer klar heraus. Thorsten Scholze als Kreatur schreit seine Wut, seine Rachegelüste, seinen Schmerz eindrucksvoll in einem Solo-Part aus sich heraus. Simon Wilk als Victors Jugendfreund Henri Clerval, Julia Kusch als Wilhelmina Frankenstein und Wolfgang Mutz als Alphonse Frankenstein haben weitere tragende Rollen. Leider stimmte das Lautstärke-Verhältnis von Musik und Gesang manchmal nicht, sodass die Stimmen etwas in den Hintergrund traten.

Info: Weitere Aufführungstermine am 1. September, 20 Uhr, Bürgerhaus Höchst/Odenwald, 15./16. September Kulturhalle Münster bei Dieburg (20/18 Uhr), 27./28. Oktober Willi-Salzmann-Halle Nidderau (20/17 Uhr). Mehr unter http://www.frankensteineinmusical.de

Zum Bericht geht's hier: https://hirschhorner.wordpress.com/2018/08/20/das-leiden-und-die-pein-von-victor-frankenstein-als-musical/Frankenstein – Ein Musical

Posted by Thomas Wilken on Monday, August 20, 2018

Der Odenwaldkreis punktet mit viel Fläche und günstigem Wohnraum

Eigentlich liegt der Odenwald direkt neben dem Frankfurter Flughafen. „In internationalen Maßstäben ist eine Stunde Autofahrt gar nichts“, betonten die beiden Geschäftsführer der FrankfurtRheinMain Gmbh, Werner Schwebel und Eric Menges, bei der Vorstellung der Marketinggesellschaft in Erbach.

Dort waren auf Einladung der Oreg Bürgermeister, Kreistagsabgeordnete und Vertreter aus der Wirtschaft zusammengekommen, um der Vorstellung der Ergebnisse aus dem Projekt „FRM 2030“ zu lauschen. Darin wird ein Zukunftsbild samt abgeleiteten Zielen für die weitere Entwicklung der Region bis zum Jahr 2030 gezeichnet.

Die Weitläufigkeit der Metropolregion mit der Finanzmetropole Frankfurt als Dreh- und Angelpunkt machte Oreg-Geschäftsführer Marius Schwabe in seinen einleitenden Worten deutlich. Von Nord nach Süd erstreckt sich diese über fast 200 Kilometer, umfasst mit Hessen, Bayern und Rheinland-Pfalz drei Bundesländer.

Landrat Frank Matiaske räumte mit zwei Vorurteilen über den Odenwald auf, die im Ballungsraum kursierten: dass außer Landwirtschaft und Tourismus nichts geboten wird. „Es gibt aber viel mehr“, betonte er. „Wir sind zwar eine Touri-Region, aber mit viel Industrie.“ Der Reifenhersteller Pirelli etwa erwirtschafte an seinem Standort im Odenwaldkreis allein den jährlichen Umsatz aus dem Tourismusbereich. In der Region seien 70 Betriebe im Bereich Kunststoff und Kautschuk tätig, machte er deutlich. Weshalb sich der Kreis auch in wirtschaftlicher Hinsicht als „Home of plastic and rubber“ vermarkte.

„Was ist schon da, was ist geplant, welche neuen Ziele sind notwendig“, nannte Schwebel als Zielsetzung des Projekts FRM 2030. „Wir wollen weg vom Tagesgeschäft hin zu einer langfristigen Betrachtung“, erläuterte er. Wohnen, Infrastruktur, Wissen, Wirtschaft und Erlebensqualität wurden in den Workshops für die Metropolregion thematisiert.

In die Tiefe, sprich auf die Ebene des Kreises, ging es eigentlich nur bei einem Punkt: der Odenwaldbahn. Sie wird in den 2030er-Zielen insofern genannt, dass Elektrifizierung und Taktverdichtung als notwendig angesehen werden. Dies vor dem Hintergrund der aus allen Nähten platzenden Ballungszentren und dem dort knapp werdenden Wohnraum. Die Menschen suchen bezahlbare Wohnungen, finden sie auf dem Land, ziehen aber nur dorthin, wenn die Anbindung in die Zentren stimmt. „Wir haben die Flächen“, postulierte es schon der Landrat.

Schwebel bezeichnete FRM als „Wirtschafts- und Arbeitshotspot mit internationaler Strahlkraft“, Ganz wichtig ist auch die digitale Anbindung: Ohne schnelles Internet „gibt es keine Chance auf die Ansiedlung junger Menschen und von Unternehmen“. Der Zustrom wird laut Schwebel weiter zunehmen. Internationale Konzerne siedeln sich zunehmend im Großraum an. FRM als „exzellente Wissensregion“, eine einheitliche Beschilderung von Rad- und Wanderwegen, ein Wohnungsbaukonzept für die gesamte Region, Ganztagesbetreuung, regionale Sportstättenstrategie und, und, und: Schwebel listete eine Vielzahl von Zielen für 2030 auf.

Die Aufgabe der FRM GmbH beleuchtete Eric Menges. Er nannte den Frankfurter Flughafen als Fixpunkt. „Wenn der gut zu erreichen ist, dann gibt es gute Chancen auf Firmenansiedlungen.“ Dem Odenwaldkreis attestierte er „ein in der Region konkurrenzloses Flächenangebot“ und erschwinglichen Wohnraum sowie ein gutes Breitbandnetz.

Mit der Lebensqualität „kann der Odenwaldkreis gegenüber vielen anderen Regionen punkten“, meinte Schwabe. Mit dem richtigen Job „gibt es Arbeit vor Ort“, sagte er. Deshalb ist für ihn die Fachkräftesicherung auf Kreisebene wichtig. Hierzu stehe man mit den Betrieben in Kontakt und biete Unterstützung an. Mit dem Projekt „Garantiert mobil“ will die Oreg außerdem dem Wunsch nach Mobilität gerecht werden. Am 1. September starten die Mobilitätsberater, „die die Leute an die Hand nehmen und ihnen zuhause erklären, wie die App funktioniert“. Ziel: Die Kreisbewohner sollen das Auto nicht mehr brauchen.

Für den Oreg-Mann ist der Austausch mit anderen Wirtschaftsförderern wertvoll. Das Thema „Best practice“, was läuft gut und „was müssen wir nicht versuchen“, spiele eine große Rolle. Schwabe sieht das in FRM 2030 genannte zentrale Baumanagement als interessant an: Wenn es um den Wohnort geht, „spielt der Kreis eine gute Rolle“.

 

Die FrankfurtRheinMain GmbH ist die internationale Standortmarketinggesellschaft der Metropolregion FrankfurtRheinMain (FRM). Sie präsentiert die Kreise und Städte der Region als schlagkräftige Gesamtregion im Ausland. Kern der Metropolregion ist der städtische Ballungsraum Frankfurt/Rhein-Main. Insgesamt hat das Rhein-Main-Gebiet ungefähr 5,7 Millionen Einwohner, von denen etwa 2,2 Millionen im Ballungsraum Frankfurt/Rhein-Main leben. Andere städtische Zentren neben Wiesbaden, Mainz und Darmstadt sind Rüsselsheim, Groß-Gerau, Bad Homburg, Offenbach, Hanau, Aschaffenburg, Gießen, Limburg und Fulda. In Frankfurt werden bis 2030 weitere 100.000 Einwohner mehr erwartet, in der Region weitere 150.000 bis 200.000. Der Flughafen Frankfurt bietet derzeit 81.000 Arbeitsplätze, in der Umgebung noch einmal das Doppelte. Die Flugbewegungen nehmen ständig zu.