German Design Award für die „Pracht“-volle Kochinsel

Erst holte Daniel Pracht mit seiner Kochinsel SQR (für „Square“, Quadrat) den renommierten Red Dot Design Award. Jetzt ist der Schreinermeister aus Falken-Gesäß quasi in die Königsklasse aufgestiegen. Er gewann den „German Design Award 2019“ in Gold, der höchsten Auszeichnung, in der Kategorie „Kitchen“. Ein neuerlicher Erfolg für „BODI Interiors“, der Pracht mit seiner kleinen Oberzent-Firma in eine Liga mit Weltfirmen wie Bosch, Porsche oder VW katapultiert.

Bei weit über 50 Kategorien „gab es nur 30 Gold-Auszeichnungen“, hebt der 33-Jährige seinen besonderen Erfolg hervor. „Das ist die Design-Instanz für Deutschland“, freut sich Pracht über die neuerliche Anerkennung seiner ständig weiterentwickelten Meister-Arbeit. „Schon die Nominierung war ein Riesenerfolg“, erzählt er. Und dann das: „Ein Schreiner aus dem Odenwald, der einen solchen Preis gewinnt.“

Eines Abends hielt Pracht einen unscheinbaren Brief in Händen. Nach Öffnung dachte er zuerst, „nur“ etwas gewonnen zu haben. Weiter unten stand dann: Gold. „Wow, Wahnsinn, das gibt es gar nicht“, so seine ersten Gedanken. „Besser geht es nicht mehr“, hat der 33-Jährige jetzt quasi Designpreis-mäßig alles erreicht, was möglich ist. „Das hilft mir, die eigene Arbeit etwas einzuordnen.“

Der Preis zeigt ihm, dass es sich lohnt, neue Ansätze zu verfolgen. „Wenn jeder mutig seinen Weg geht, neu denkt, Altes über Bord wirft, kann uns nichts Besseres passieren.“ Pracht will aus dem alten Trott rauskommen und hofft, andere damit zu inspirieren. „Das wäre das Schönste überhaupt“, sagt er. „In der Gesellschaft muss über neue Wege nachgedacht werden“, betont er.

Der Falken-Gesäßer wertet die Auszeichnung für die erst ein Jahr bestehende Firma BODI umso höher, „weil bei den großen Firmen oft ganze Designteams dahinter stehen“. Die 20 Bewertungskriterien, ergänzt er, zielen nicht nur auf schönes Aussehen ab, sondern auch technische Qualität, Innovationsgrad, Gesamtkonzept oder Funktionalität.

Am 8. Februar findet die Preisverleihung im Rahmen der Konsumgütermesse „Ambiente“ in Frankfurt statt. „Das ist die größte außerhalb Asiens“, weist Pracht auf den riesigen Multiplikatoren-Effekt hin. 1300 Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Medien werden erwartet. „Damit erhalte ich einen großen Bekanntheitsgrad.“

Die Kochinsel fungiert neben der Möglichkeit zur Essenszubereitung auch als Ess- oder Stehtisch. Der Komplex ist per Touchpad stufenlos höhenverstellbar. Per Motor fährt ein gläsernes Induktionskochfeld in der Größe von 124 auf 60 Zentimetern aus. Ausziehbar sind daneben Massivholzschubkästen. Auf der anderen Seite hat Pracht einen Arbeitsplatz eingebaut, um etwa ein Laptop zu verstauen. Auch gibt es Strom-, USB-, LAN- oder HDMI-Anschluss.

Der Preis um die 20.000 Euro je nach Ausführung kommt nicht von ungefähr zustande, betont der 33-Jährige. Die Kochinsel wird komplett in 3D-CAD konstruiert. Handarbeit ist ebenso dabei wie der Einsatz modernster CNC-Technik. Sein Ausstellungsstück hat die Maße 1,32 auf 1,32 Meter, „aber man kann die Kochinsel in allen Größen auf individuellen Wunsch bauen.

Die Kochinsel „öffnet die Küche Richtung Wohnen“, erläutert Pracht. „Wir arbeiten mit offenem Raumkonzept und wollen Komplettlösungen im Innenausbau anbieten“, sagte er. Ihm geht es darum, für alle beteiligten Gewerke nur einen Ansprechpartner für Planung, Konzeption und Umsetzung zu bieten. „Wir müssen die gesamte Räumlichkeit in den Blick nehmen“, meint der Schreinermeister.

„Smart living“ heißt der englische Fachbegriff. Dabei geht es nicht nur um die Küche, sondern um eine intelligente Lösung, wie man aus wenig Raum viel rausholen kann, wie man zuhause leben will. „Wohnraum und Ressourcen sind knapp“, betont Pracht. Bis allerdings SQR in Serie geht, braucht er einen langen Atem. „Aber das kommt bestimmt irgendwann“, zeigt er sich überzeugt.

Der German Design Award, eine der anerkanntesten internationalen Design-Preise, zeichnet seit 2011 innovative Produkte und Projekte sowie Hersteller und Gestalter der deutschen und internationalen Designbranche aus. Vergeben wird er vom Rat für Formgebung. Die 1953 gegründete Stiftung arbeitet als Interessenvertretung für designorientierte Unternehmen. Sie hat mehr als 300 Mitglieder aus den Bereichen Wirtschaft, Design, Verbände und Institutionen.

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Die neue Stadt Oberzent hat viele und teure Baustellen

13 Millionen Euro: Das ist die Summe an Investitionsvorhaben, um die es in den kommenden Jahren in der neuen Stadt geht. Ein Volumen von 7,3 Millionen Euro ist bereits von den Gremien entschieden und im Investitionsprogramm bis 2021 drin. Der Rest, darunter der Bike-Park mit 3,7 Millionen Euro, ist teilweise schon in der Beratung, aber noch nicht abgesegnet. Um sich ein Bild der anstehenden Maßnahmen zu machen, unternahmen die Stadtverordneten jetzt eine „Oberzent-Rundfahrt“ und informierten sich direkt vor Ort.

Die Idee geht auf Stadtverordneten-Vorsteher Claus Weyrauch zurück. „Wir sollten Dinge, über die wir entscheiden, vorher gesehen haben“, regte er an. Bei den 25 Teilnehmern rannte er damit offene Türen ein. „Wir konnten uns ein eigenes Bild der vielen Baustellen machen“, bekam er als positive Rückmeldung. Weyrauch verfolgte mit der Bustour noch einen weiteren Zweck: eine Art „Teambildung“ für die Stadtverordneten, damit sich nach der Konstituierung des neuen Gremiums im Sommer die Mandatsträger aus den verschiedenen Stadtteilen kennenlernen können.

Schon am Startpunkt, dem ehemaligen Rathaus und jetzigen Verwaltungsgebäude Beerfelden, wurde ein roter Faden deutlich: Hier wie auch bei anderen städtischen Liegenschaften ist eine energetische Sanierung dringend geboten. Außerdem ging es um den Umbau des Erdgeschosses zum Bürgerbüro, wozu auch aber noch ein paar Denkmalschutzaspekte zu klären sind. Einmal vor Ort, wurde auch gleich die Mammutbaustelle in der Ortsmitte in Augenschein genommen. Hier erneuert nicht nur Hessen Mobil die Fahrbahn, sondern die Stadt auch Wasserleitungen und Kanäle. Kostenpunkt: 4,3 Millionen Euro.

In Hetzbach waren Bahnhof und Hochbehälter ein Thema. Auch wenn der Odenwaldbahn-Haltepunkt Sache der Bahn ist, kommt die Stadt nicht umhin, im Umfeld bessere Bedingungen für ÖPNV-Nutzer zu schaffen. „Dafür sind noch keine Mittel eingestellt“, erläuterte Weyrauch. Für Hochbehälter und Wasserrückhaltebecken sind 500.000 Euro projektiert – eine Zahl, die viele noch nicht auf der Rechnung hatten.

Die Stadt hat ein Problem mit veralteten Feuerwehrhäusern, die dringend auf Vordermann gebracht werden müssen. Dabei geht es nicht nur um (teilweise gar nicht vorhandene) Heizungen oder undichte Fenster, sondern auch die Größe des Gebäudes. „Die neuen Fahrzeuge werden immer größer und passen nicht mehr rein“, verdeutlichte der Parlamentschef am Beispiel Schöllenbach.

Von Unter-Sensbach kommend, wo Gemeindezentrum und Sporthalle (mit einem Umbauvolumen von 450.000 Euro) angefahren wurden, waren Sensbacher Höhe und Bikepark das nächste Ziel. Bei der Projektvorstellung erfuhren die Parlamentarier, dass es vor kurzem einen Scoping-Termin bei der Behörde gab. In der nächsten Sitzung, so Weyrauch, soll der Bebauungsplan für dieses touristische Leuchtturm-Projekt auf den Weg gebracht werden, „damit mal Zug reinkommt“.

In Rothenberg angekommen, stand das Neubaugebiet Alt-Schulzenfeld mit seinen 40 Bauplätzen auf dem Programm. Angesprochen wurden eventuelle Probleme mit dem Winterdienst durch die Straßenpflasterung. An der Sporthalle thematisierte man die Restarbeiten im Außenbereich. „Ich wollte den Kollegen aus Sensbach zeigen, was dort alles an Eigenleistung gemacht wurden“, schmunzelte Weyrauch. Am ehemaligen Rathaus waren die Sanierung der Außenfassade ein Thema.

Etwas abgehetzt aufgrund des zeitlichen Verzugs traf die Gruppe in Falken-Gesäß ein, wo die Umbauarbeiten am Dorfgemeinschaftshaus im Mittelpunkt standen. Zum einen erhält das Gebäude neue Fenster, zum anderen soll als „Käffche“ eine Art Dorfmittelpunkt und Versammlungsraum entstehen. Bürgermeister Christian Kehrer hatte es organisiert, dass an jedem Standort Kita-Leitungen und Ortsvorsteher, teilweise auch Bauamtsleiter und Wassermeister, dabei waren, die die Materie erläuterten. Ihnen dankte Weyrauch für die Infos und ihre Mitwirkung.

Bei der Oberzent-Rundfahrt wurden die Kita-Einrichtungen in Unter-Sensbach, Kailbach, Beerfelden und Rothenberg angefahren. Denn steigende Kinderzahlen führen überall zu beengten Verhältnissen. Am besten steht Unter-Sensbach da, wo gerade eine zweite Gruppe eingerichtet wurde. „Der Kindergarten ist top“, freute sich Stadtverordneten-Vorsteher Claus Weyrauch. In den anderen drei „gibt es Handlungsbedarf“. Mittel dafür waren in diesem Jahr noch nicht im Etat eingestellt. „Die müssen in den 19er-Haushalt rein“, sagte er.

In Rothenberg läuft die Umbauplanung, damit ab 2019 eine Krippengruppe eingerichtet werden kann. In naher Zukunft muss außerdem eine Sanierung der Einrichtung innen und außen erfolgen. „Da müssen wir überlegen, wie das im laufenden Betrieb funktioniert“, sagte er. In Beerfelden muss man mindestens über einen Anbau nachdenken, da ein Gemeinschafts- zu einem weiteren Gruppenraum umgebaut wurde. Aber natürlich fehlt jetzt die bisherige Fläche an anderer Stelle.

Weg zum Friedhof in Falken-Gesäß soll rutschsicher werden

Der Weg zum Friedhof kann bei nassem Wetter zu einer ungewollten Rutschpartie werden. Die Stellfläche am Sportplatz, an der der unbefestigte Fußweg startet, braucht ebenfalls eine Überholung. Beide Themen wurden auf der vergangenen Ortsbeiratssitzung angesprochen. Wie Ortsvorsteher Manuel Schwinn sagte, gab es seit Beginn der Planungen 2007 so viele Überarbeitungen gegenüber der Ursprungsvariante, dass die jetzige Version noch einmal genehmigt und beschlossen werden musste.

Die Beilage zum Flurbereinigungsplan soll im Oktober abgeschlossen werden, kündigte er an. Dann kann die Teilnehmerversammlung im November abstimmen. Die Mittel sind im Haushalt 2019 eingeplant. Man erhofft sich einen entsprechenden Start der Maßnahme. Der Parkplatz wurde seinen Worten zufolge landschaftsgestalterisch mit Bäumen entwickelt, damit sich nicht wie bisher den Parkenden eine kahle Schotterfläche bietet.

„Ganz wichtig für die Bürger ist der Friedhofsweg“, betonte Schwinn. Der ist ziemlich steil und soll begradigt werden. Bisher läuft bei Regen das Wasser hinunter, was die ganze Strecke verschlammt und schlecht begehbar macht. Aktuell hat der Bauhof eine Übergangslösung gestaltet. Die Planungen trug jeweils Bürgermeister Christian Kehrer auf der Sitzung im Dorfgemeinschaftshaus vor.

 

Sanierung Dorfgemeinschaftshaus Falken-Gesäß: Zuerst werden die undichten Fenster erneuert

Im Rahmen des IKEK-Programms soll der ehemalige Vorstandsraum im Dorfgemeinschaftshaus umgebaut werden. Nach Schließung der „Traube“ vor bald drei Jahren gibt es keine Gastwirtschaft im Ort mehr. Ein Manko, weil nun ein Raum für Vereinsversammlungen fehlt und es keinen Treffpunkt für die Ortsbevölkerung mehr gibt. Das sogenannte „Käffchen“ im DGH soll in die Bresche springen und auch gastronomisch nutzbar sein. Der Ortsbeirat wurde nun von Bürgermeister Christian Kehrer über den aktuellen Sachstand informiert.

Vor kurzem kam die IKEK-Steuerungsgruppe zusammen, bei deren Treffen das Projekt durchgewunken wurde. „Wir haben es jetzt noch einmal auf die Tagesordnung gesetzt, damit die Bürger den Fortgang sehen“, betonte Ortsvorsteher Manuel Schwinn. Denn bereits vor sechs Jahren fanden Bürger-Workshops statt, bei denen um es dieses Thema ging.

Als erste Maßnahme kommen nun neue Fenster in den ehemaligen Vorstandsraum. Dies als Vorgriff auf deren Erneuerung im kompletten DGH, „denn es pfeift durch alle Ritzen“. Vor der Sitzung „haben wir noch alles freigeräumt“, damit die beauftragte Firma das Aufmaß nehmen kann. So hofft man, dass die Arbeiten bis zum Weihnachtsmarkt erledigt sind und dann keine kalte Brise den Nacken hinunterläuft.

Im kommenden Jahr steht dann der Durchbruch zu den Räumlichkeiten des Gesangsvereins an, damit man beide Räume über Schiebeelemente kombinieren kann und somit ein größeres Ganzes erhält. 2019 soll auch die Erneuerung von Türen, Decken, Böden und Küche starten, erläuterte der Bürgermeister auf der Sitzung. Dann können Gottesdienst und Singstunden nicht mehr in den bisherigen Räumen stattfinden. „Wir suchen derzeit nach Ausweichmöglichkeiten“, sagte Schwinn. Feuerwehrhaus oder Sporthalle bieten sich an.

Da in spe eine Verpachtung und ein gastronomischer Betrieb angedacht sind, wurde die ursprüngliche Planung im Rahmen der IKEK-Förderung ausgedehnt, meinte er. Was entsprechend auch mit höheren Kosten einhergeht. Man wollte aber kein Stückwerk machen und in nicht allzu ferner Zukunft das nächste Gewerk angehen müssen. „Die Komplettlösung ist sinnvoller“, so Schwinn. Wenn es nächstes Jahr in die Vollen geht, wird vielleicht der eine oder andere Ehrenamtliche aus dem Ort mit anpacken, kündigte er an.

Die Ortsbürger verhalten sich vorbildlich, wenn es um die Entsorgung der Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner geht, lobte der Ortsvorsteher in der Sitzung. Allerdings fehlen noch die richtigen Behältnisse dafür, weswegen das eingetütete, stinkende Etwas seinen Weg in die Mülleimer an den Bushaltestellen fand. Im Sommer platzten die Tüten wegen der Hitze auf, was zur Folge hatte, dass es keiner mehr in der Nähe aushielt. Jetzt soll Abhilfe her.

„Wir bekommen über die Stadt Hundekotbehälter und der Ortsbeirat bestimmt, wo sie aufgehängt werden“, lautete Schwinn zufolge die Übereinkunft mit Bürgermeister Christian Kehrer. Auf jeden Fall außerhalb der Bushäuschen, kündigte er an. Wie in den anderen Ortsteilen auch sind Motorradlärm und zu schnelles Fahren ein Thema im Dorf. „Wie es manche schaffen, auf den engen Seitenstraßen schneller als 50 unterwegs zu sein, ist mir ein Rätsel“, meinte Schwinn. Kehrer zufolge soll sich mit der geplanten Einstellung eines Hilfspolizisten die Situation verbessern.

Zum Bild: Im ersten Obergeschoss des Dorfgemeinschaftshauses Falken-Gesäß (von der Straße her gesehen) befindet sich der ehemalige Vorstandsraum, der zum „Käffchen“ umgebaut werden soll. Außerdem soll es einen Durchbruch zu den Räumen des Gesangvereins geben. Als erste Maßnahme werden die Fenster erneuert.

Die Rückkehr von Hündin Aura ist für Marita Fischer aus Falken-Gesäß „immer noch unglaublich“

„Das war bisher das schönste Geschenk in meinem Leben“, sagt Marita Fischer über ihre wiedergefundene Hündin Aura und schaut sie liebevoll an. Die kehrte vor zwei Jahren über Umwege völlig überraschend zu ihr zurück in den Odenwald, nachdem sie bei einem Bretagne-Urlaub 2007 ausgebüxt und nicht mehr aufzufinden war. War es damals für die gebürtige Finkenbacherin ein Wunder, das Tier wieder in die Arme schließen zu können, macht es sie umso glücklicher, dass Aura mit inzwischen über 16 Jahren immer noch eine Freude in ihrem Leben ist. „Ich wollte, es wäre unendlich“, meint Marita Fischer denn auch und streichelt der Hündin sanft über den Kopf.

Das heiße Wetter macht der Hunde-Seniorin an diesem Tag etwas zu schaffen. Sie muss ziemlich hecheln, ist aber trotzdem noch unterwegs, auch wenn die Beine nicht mehr so richtig wollen. „Sie verlässt sich absolut auf ihre Nase“, sagt ihr Frauchen. Denn Augen und Ohren mussten ebenfalls schon dem Alter Tribut zollen. Geht es aber in den Wald, ist es fast die alte Aura, die fröhlich umhertollt und an den Kirrungen schnuppert. „Wenn sie merkt, dass es raus geht, ist sie sogar vor mir unten an der Treppe“, schmunzelt Marita Fischer.

Sie tut alles dafür, dass ihr wieder heimgekehrtes Ein und Alles noch einen schönen Lebensabend in der alten Heimat hat. „Nachts stehe ich auf, wenn sie winselt“, berichtet Fischer. Denn die Deutsch-Drahthaar-Hündin hat auf der einen Seite kaum noch Muskeln und kann sich manchmal nicht von selbst drehen. Spaziergänge nachts um 2 Uhr, weil die Hündin halt mal raus muss, sind auch keine Seltenheit. „Dann muss ich eben raus auf die Guss“, lacht Fischer.

„Ich weiß dass es sehr schwer sein wird, eine Entscheidung zu treffen, wann es so weit ist“, sagt Frauchen traurig. Ihr ist aber bewusst, dass auch ein Hundeleben mal zu Ende geht. Vor zwei Monaten schien das bereits so, aber dann rappelte sich Aura wieder auf und zaubert ihrer Besitzerin jeden Tag ein Lächeln ins Gesicht. Eine Spritze und sie war wieder fit. Natürlich machen ihr die Gelenke stark zu machen, „aber die Nase funktioniert noch bestens“, lacht Frauchen.

In der Zeit nach ihrer Rückkehr hat sich Aura gut wieder zuhause eingelebt. Oft geht es nach Finkenbach in den Schulzengrund, wo das Tier geboren wurde. Dort lebt Marita Fischers Ex-Mann mit Hündin Nora. Die Tiere tollen dann zusammen herum. Aura vergisst dabei völlig, dass sie bereits im Großmutter-Alter ist. „Sie kannte sich dort sofort aus“, freut sich Fischer. Beim ersten Mal ging sie schnurstracks in die frühere Küche, das heutige Büro, um nach Fressen zu suchen, berichtet sie.

Wenn Marita Fischer einen Besuch in Finkenbach plant, „scheint Aura das sofort zu merken“. Autofahren liebt sie sowieso. Am Anfang war alles bisschen beschwerlich, weil das Tier verwahrlost war, nur noch 18 Kilo wog und nicht allein gelassen werden konnte. Heute wiegt Aura wieder stolze 32 Kilo. Sie wird von Marita Fischer mit leckerem Futter aufgepäppelt und schafft es, zwei Stunden allein zu bleiben. Mit den Hunden aus der Nachbarschaft hat sie Freundschaft geschlossen.

Der Bericht in dieser Zeitung über Aura Rückkehr schlug damals hohe Wellen. Marita Fischer hatte viel Besuch. Im Spätjahr 2016 kam ein Filmteam aus Berlin vorbei, das dann in Falken-Gesäß, im Tierheim und in der Bretagne dreht. Mit drei Hunden wurde die Szene an einer ähnlichen Küste nachgestellt. „Das wurde bei Terra Xpress gezeigt“, ist sie stolz über Auras Bekanntheitsgrad.

Auch in der Region hat die Hündin einen großen Wiedererkennungswert. An der Josefs-Klinik in Heidelberg, erinnert sie sich, stieg Marita Fischer aus dem Auto, redete auf die Hündin ein, die ein wenig allein bleiben musste. „Ach, das ist doch der Hund aus der Zeitung“, wurde diese dann von Passanten erkannt. „Es ist für mich immer noch unglaublich und unfassbar, dass sie zurückgekommen ist“, sagt Fischer auch noch zwei Jahre danach.

„Aura bereitet mir unheimlich viel Freude“, schaut sie die Heimkehrerin liebevoll an. Die ganze Familie ist unheimlich froh, dass die Hündin wieder dort zuhause ist, wo sie aufwuchs. Diese hat jetzt das Alter ihrer Mutter Cindy erreicht, die sechszehneinhalb Jahre alt wurde. Schwester Alpha starb bereits mit 14. Marita Fischer hofft nun, dass Aura die mit Abstand älteste der Familie sein wird.

Maria Fischer erinnert sich noch an den schlimmen Tag, als sei es gestern. Es war der 5. September 2007, als sie mit ihrem Mann Heinrich Urlaub in Plogoff/Bretagne machte. Dabei waren auch die drei Hunde, neben Aura noch Schwester „Alpha“ und Mutter „Cindy“. Alle drei richtige Wasserratten. Aura dazu noch eine passionierte Möwenjägerin. Die Hunde stürzten sofort Richtung Meer, als sie sie von der Leine ließ. „Cindy kam nach einer Stunde wieder zurück“, erzählt Marita Fischer. „Aura habe ich das letzte Mal auf der anderen Seite der Bucht gesehen“, als sie den Möwen hinterher schwamm. Auch nach intensiver Suche war sie nicht mehr zu finden.

Wie es der Zufall will, sah Fischer dann Ende Mai 2016 die Anzeige der Organisation „Tiere in Not Odenwald“ (Tino), dass eine 13-jährige „Toupie“ zu vermitteln sei. „Ich bin sofort zur Pflegestelle in Bad König gefahren“, schildert sie ihr rasches Handeln, nachdem das veröffentlichte Bild ihrer Aura aufs Haar glich. Dass Aura überhaupt in den Odenwald kam und damit als Pflegetier inseriert wurde, beruhte ebenfalls auf einem großen Zufall. Denn aus Frankreich wurde die Hündin von der Tierschutzinitiative Frankfurt geholt, die sich um herrenlose oder in Heimen befindliche Tiere kümmert. Da die Betreuerin in der Mainmetropole aber krank wurde, schickte sie Aura zur Pflege in die hiesige Region.

 

Baustellen ohne Vollsperrung und Umleitung: Beispiel Falken-Gesäß

Wer wird denn gleich eine Straße sperren, wenn nur auf etwa zwei Drittel der Fahrbahnbreite etwas geflickt werden muss? In der Stadt Oberzent jedenfalls haben Planer und Bauarbeiter nun nicht viel Aufhebens um Bauarbeiten auf der Ortsstraße von Falken-Gesäß gemacht, die diesem Stadtteil immerhin als Haupterschließungsstrecke dient und auch Durchgangsverkehr trägt. Während anderswo weiträumige Umfahrungsstrecken ausgetüftelt und Komplettsperrungen verordnet werden, geht das halt auf dem Land viel einfacher. Einfach das zwei auf zwei Meter große Loch in der Straßenmitte buddeln, mit Absperrungen versehen und mit einem Hinweispfeil die geeignete Umfahrung andeuten. Zum Glück gibt es links und rechts geräumige Bushaltestellen, sodass der sporadisch doch mal vorkommende Verkehr unter Zuhilfenahme des Gehwegs praktisch ungehindert vorbeifließen kann.

Neue Oberzent Expo zeigt beim Pferdemarkt in Beerfelden große Leistungskraft des Gewerbes

Neue Stadt, neue Gewerbeausstellung: Beim Pferdemarkt findet an vier Tagen erstmals die „Oberzent Expo“ statt. Die bisherige Aussteller-Gemeinschaft löste sich zum Ende des vergangenen Jahres auf. „Wir können die Gewerbeausstellung nicht sterben lassen“, sagte nicht nur Daniel Pracht von der gleichnamigen Schreinerei, die bereits seit Anfang an dabei ist. Er fand ruckzuck Mitstreiter. Das Orga-Team besteht aktuell aus neun Personen.

Das Ziel der Initiatoren: „Wir wollen die neue Stadt verbinden“, so Pracht. Er sieht es als absolut falsches Zeichen an, nach der Fusion eine solche identitätsstiftende Veranstaltung nicht mehr durchzuführen. In der aktuellen Aufbruchsstimmung „muss es weiter geben“, so der Schreinermeister. An seiner Seite waren sofort Andreas Schmucker und Annette Holschuh. „Wir haben dann gleich die Oberzenthalle für den bisherigen Zeitraum reserviert.“

Das erste Treffen stieß sofort auf viele Resonanz. 20 bis 25 Interessierte folgten der Einladung in den „Schwanen“. Die große Mundpropaganda sorgte dafür, dass keine Überzeugungsarbeit geleistet werden musste. Nach der Bestandsaufnahme bildete sich aus diesem Kreis das Orga-Team. „Seitdem treffen wir uns jeden Donnerstag.“ Bei diesen Zusammenkünften wurde ein „komplett neues Programm aus dem Boden gestampft“. Es soll keine Verkaufsausstellung sein, sondern eine Leistungsschau – deshalb der Name „Expo“.

Den Veranstaltern geht es darum, die Leistungsfähigkeit der Oberzent-Betriebe zu verdeutlichen. „Viele wissen gar nicht, wie viele tolle Unternehmen es hier gibt.“ Das Orga-Team will daneben auch ein neues Bewusstsein für die Schaffenskraft der hiesigen Firmen erzeugen. „Nicht mehr Gegen-, sondern Miteinander“ muss das Ziel sein. Denn gemeinsam, in Netzwerken, kann man Projekte anstoßen und wirksamer nach außen auftreten. „Es profitieren alle davon“, so Pracht.

Für die Expo vom 6. bis 9. Juli gibt es ein komplett neues Standkonzept. „Wir bauen in Gemeinschaftsarbeit Messestände“, erläutert er. Die Oberzenthalle soll gegenüber den Vorjahren ein völlig neues Aussehen bekommen. Auch kleine Betriebe können teilnehmen und über die Hallenmiete einen Messestand erhalten. Vom Einmannbetrieb bis hin zur Firma mit mehr als 100 Mitarbeitern ist alles vertreten.

Auf über 500 Quadratmetern Ausstellungsfläche „wollen wir die Vielfältigkeit aus Handel, Industrie, Gewerbe, Versicherungen, Gesundheitsberufen und Direktvermarktern präsentieren“, erklärten die Vertreter des Orga-Teams. Ihnen liegt der gegenseitige Austausch von Betrieben und Dienstleistern sehr am Herzen. Es soll nicht jeder für sich allein werkeln und sein eigenes Süppchen kochen, sagt er. „Wenn wir etwas bewegen wollen, müssen wir zusammenarbeiten.“ In diesem Sinne entsteht auch der Pavillon im Zusammenwirken von Schreiner, Pflasterer und Metallbauer.

„Es gibt eine sechs auf sechs Meter große Showbühne mit täglichem Programm“, kündigt die Initiatoren an. Auch die Kleinkunst soll wieder zu ihrem Recht kommen. Die Bühne ist aber ebenfalls dafür gedacht, dass sich Unternehmen mit ihren Events präsentieren können. Das mittlere Tribünenteil wird ausgefahren, um auf diese Weise Sitzplätze zu schaffen.

Öffnungszeiten Oberzent-Expo in der Oberzenthalle Beerfelden während des Pferdemarkts: Freitag, 6. Juli, 18 bis 22 Uhr, Samstag, 7. Juli, 16 bis 22 Uhr, Sonntag, 8., und Montag, 9. Juli, jeweils 10 bis 22 Uhr. Mehr Infos bei Daniel Pracht unter Telefon 06068-1524.