Der bisherige Vorsitzende ist beim FC Finkenbachtal auch der neue

Der alte Vorsitzende ist auch der neue. Eigentlich wollte Gerd Brechenser nach 34 Jahren im Vorstand des FC Finkenbachtal sein Amt in andere Hände geben. Doch auf der Jahreshauptversammlung wurde er mit vereinten Kräften überzeugt, doch eine weitere Amtszeit dranzuhängen. Der bewährte Kernvorstand wurde bis auf den ausscheidenden Jugendleiter Bernd Siefert in seinen Ämtern bestätigt.

Sportlich zog Brechenser ein etwas durchwachsenes Fazit. Die erste Mannschaft erwies sich als Pokalschreck, rangierte in der A-Liga auf einem Mittelfeldplatz. Nicht ganz so berauschend steht es um die zweite Mannschaft, die in der C-Liga den letzten Rang belegte. Der Vorsitzende zeigte sich aber optimistisch, vor dem Ende der Runde noch was reißen zu können, um die Klasse zu halten.

Highlight des vergangenen Jahres war die 70-Jahr-Feier des FCF. Dazu hatte man sich den SV Sandhausen für ein Freundschaftsspiel eingeladen. Eine tolle Sache. „Das vergisst kein Spieler“, so Brechenser. Außerdem wurde rechtzeitig zur dieser Partie die neue Toranzeigetafel mit Uhr fertig. Da standen dann auch gleich 14 Treffer für Sandhausen drauf.

Nachdem man sich mit dem Finanzamt über dessen Nachforderungen geeinigt hatte, „können wir wieder nach vorn blicken“, sagte Brechenser. Eine feste Bank ist für den FCF ist immer das Guru-Fest, das Finki-Festival. 2016 war dieses aufgrund des guten Besuchs und guten Wetter wieder ein Erfolg. Allerdings sei man in zunehmendem Maße auch von diesem wirtschaftlich abhängig. Oktoberfest und Seniorennachmittag haben daneben ihren festen Platz im FCF-Veranstaltungskalender.

Jugendleiter Bernd Siefert stellte sein Amt nach 15 Jahren aus beruflichen und privaten Gründen zur Verfügung. Die demografische Entwicklung treffe auch den Jugendbereich, sagte er. Die Koordination in der JSG Oberzent sei keine leichte Aufgabe. Ziel sei es, im kommenden Jahr ab der F- bis zur A-Jugend alle Mannschaften zu besetzen. Siefert zählte die vielen Aktivitäten des vergangenen Jahres auf, so Freizeiten, ein Fußballcamp mit Sandhausen, Hallenturnier oder eine Fahrt nach Tripsdrill.

Der scheidende Jugendleiter wies daneben auf die Sozialisationsfunktion der Jugendbetreuer hin. Sportliche Ertüchtigung, Umgang mit Sieg und Niederlage, Regeln, Rituale oder Führung und Verantwortung übernehmen zählten dazu. Er sicherte seinem Nachfolger Jonas Beisel seine Unterstützung zu und wünschte sich „die Jugend als Aushängeschild“ des Vereins.

Die Damen spielen jetzt in Baden. Schon Brechenser hatte darauf hingewiesen, dass es in der hessischen Kreisliga B Kreis Darmstadt oft weite Wege gab, die gegnerische Mannschaften bis in den hintersten Winkel Südhessens gar nicht erst auf sich nehmen wollten. Im Sommer 2016 wechselte das Team deshalb nach langer Überlegung und mit Zustimmung des hessischen Fußballverbands in die badische Landesliga Bezirk Heidelberg/Mannheim, berichtete Ricarda Löffler. „Das Niveau ist dort deutlich höher“, sagte sie.

Nach einem schweren Anfang haben sich die Mädels ihren Worten zufolge für die Rückrunde einiges vorgenommen und wollen in der kommenden Saison weiter oben mitmischen. Die positive Entwicklung der vergangenen Jahre solle fortgesetzt werden, meinte Löffler. Allein 2016 wurden fünf neue Spielerinnen gewonnen. Der Kassenbericht wurde von Rechner Jan Obenauer vorgetragen. Er vermeldete ein positives Jahresergebnis. Der Prüfungsbericht war ohne Beanstandungen. Rechner und Gesamtvorstand wurden daraufhin einstimmig entlastet.

Neu gewählter FCF-Vorstand: Vorsitzender Gerd Brechenser, zweite Vorsitzende Armin Löffler und Horst Schäfer, Rechner Jan Obenauer und Christa Helm, Jugendleiter Jonas Beisel mit Unterstützung von Felix Fischer, Schriftführer Holger Schäfer, sportliche Leiter Michael Kaufmann, Siegfried Schindler und Armin Löffler, für die Damenmannschaft Ricarda Löffler, Kassenprüfer Kevin Jung, Sebastian Siefert, Yannick Kaufmann, Melissa Laumann, Beisitzer Gerhard Friedrich, Patrick Löffler, Frank Rotsch, Fabian Sauter, Kai Miltenberger, Mario Helm, Martin Menges.

Ehrungen: silberne Ehrennadel für 25 Jahre Christa Helm und Willi Heckmann, goldene Ehrennadel für 40 Jahre Jan Fischer, Ehrenmitglieder für 50 Jahre Heinrich Hotz, Armin Löffler, Helmut Rippberger, Peter Baum

Fleisch muss man wie ein rohes Ei behandeln: Finkenbacher Vereinsvertreter nahmen an Lebensmittelhygiene-Schulung teil

Wenn Frühling und Sommer nahen, dann steht auch die Saison der Vereinsfeste ins Haus. Geselligkeit wird bei netter Unterhaltung und gutem Essen gepflegt. Doch damit den Gästen alles trefflich mundet und nichts im Hals stecken bleibt, müssen die ehrenamtlichen Helfer inzwischen eine Vielzahl von Vorschriften beachten. Um damit auf dem neusten Stand zu sein, hatten Mareike und Christian Niesen eine Lebensmittelhygiene-Schulung im Finkenbacher Feuerwehrhaus organisiert.

Der Hintergrund: Eine solche Schulung ist Pflicht für alle Personen, die leicht verderbliche Lebensmittel herstellen, behandeln oder in den Verkehr bringen. Mareike Niesen übernimmt in dieser Saison als Pächterin den Kiosk im Schwimmbad Finkenbach und muss dann die Teilnahme an einer solchen Veranstaltung vorweisen. So wie in der Theorie ein Vertreter jedes Vereins in jedem Jahr. Doch in der näheren Region „fehlte das Angebot“, erläuterte Christian Niesen. Weshalb er die Organisation selbst in der Hand nahm.

Zwölf Mitglieder von Freiwilliger Feuerwehr, Gemischtem Chor, FC Finkenbachtal, Heimat- und Verschönerungsverein (HVV) sowie die Kiosk-Pächterin nahmen teil. Mit Ingo Weil von der Firma HSW aus Bad König wurde sie von einem ausgewiesenen Fachmann geleitet und durchgeführt, der mit etlichen Beispielen aus der Praxis aufwarten konnte. Viele Fragen wurden von ihm beantwortet und lebhaft diskutiert. Geplant ist laut Niesen, diese Schulung alle zwei bis drei Jahre in Finkenbach anzubieten.

Ein Klassiker der Lebensmittelhygiene ist der Umgang mit rohem Fleisch. Hier ist es laut dem Fachmann sinnvoll, mit Messern in drei Farben zu arbeiten: für Fleisch, Brötchen und Salat. „Auf keinen Fall mit demselben Messer erst das Fleisch und dann ein Brötchen schneiden“, so Weil. Fleisch sollte man in einer Kühltruhe unten lagern, weil sich dort die Kälte am längsten hält. Und nicht in einem Kühlschrank, weil durch das Öffnen der Tür jedes Mal mehr Wärme hineinströme.

Auch bei Tiramisu mit rohem Ei oder generell Ei-haltigen Speisen ist Vorsicht geboten. Uschi Egler vom gemischten Chor fragte nach dem richtigen Umgang mit Eiern und daraus hergestellten Produkten. Sobald das Produkt durcherhitzt wurde, sei die Aufbewahrung kein Problem, hieß es. Bei Produkten mit nicht erhitztem rohem Ei dürfe die Kühlkette nicht unterbrochen werden, sagte der Fachmann. Sie müssten an der Theke in einer sogenannten „Sichtkühlung“ angeboten werden, die erst bei Ausgabe an den Käufer beendet wird.

„Tiramisu ist auf jedem Grillfest sehr kritisch“, so Weil. Er empfahl, mit Eikonzentrat zu arbeiten. Daneben wurde von ihm auf die Gefahr von Salmonellen und die Folgen einer daraus resultierenden Vergiftung hingewiesen. „Schmuck oder Eheringe sollten bei der Desinfektion der Hände abgenommen werden“, so der Experte. Denn darunter kommt es das entsprechende Mittel nicht. Auf Wunden sollte unbedingt ein Pflaster, wie auch generell Handschuhe anzuraten seien.

Mareike Niesen wollte vom Fachmann wissen, wie es sich mit Holzschneidebrettern in der Küche verhält. Man sollte nur Kunststoffbretter nutzen, sagte Weil. Denn: „Raue Oberflächen lassen sich nicht reinigen.“ Daher sollten Schneidebretter regelmäßig abgeschliffen oder erneuert werden. Alles, was mit rohem Fleisch in Kontakt kommt, sollte nach Gebrauch gründlich gereinigt werden, erläuterte Ingo Weil. Am besten, sagte er, in einer Industrie-Spülmaschine mit Temperaturen von mindestens 60 Grad Celsius im Spültank und mindestens 85 Grad Celsius bei der Nachspülung. Beim Grillen könne zum Auflegen und Herunternehmen die gleiche Fischgabel benutzt werden.

„Ich werde nun die Mitglieder des HVV Finkenbach, die grillen oder Essen ausgeben, vor dem nächsten Vereinsfest schulen“, so Niesen. Eine ähnliche Multiplikatorenfunktion haben auch die anderen Teilnehmer. Mittels eines Zertifikats kann dann nachgewiesen werden, dass das Wissen innerhalb des Vereins weitergegeben wurde. Andere Vereine, die noch keine Schulung haben, sollten selbst die Schulung beim Profi machen, empfahl Niesen. „Das Gesundheitsamt hilft da gerne weiter.“

Grundlage ist die sogenannte „Basis-Hygieneverordnung“ wie Lebensmittel-, Personal- und Gerätehygiene. Themen wie offene Milchprodukte, Fleisch, Wassertemperatur beim Spülvorgang, Kühlkette, Lagertemperaturen, Allergenkennzeichnung und Küchenausstattung (Holz oder Kunststoff) werden ausgiebig geschult. Diese Schulung ist Pflicht für alle Personen, die leicht verderbliche Lebensmittel herstellen, behandeln oder in den Verkehr bringen. Das heißt, jeder Verein, der Vereinsfeste macht und Essen verkauft, braucht geschulte Mitglieder gemäß Paragraf 4 Lebensmittelhygieneverordnung (meist der Vorstand).

FC Finkenbachtal holte das Oktoberfest wieder in den Odenwald

Eine Hermann-Wilhelm-Halle ganz in Weiß-Blau machte deutlich, wohin die Reise ging: aufs Oktoberfest. Das holt der FC Finkenbachtal schon seit zehn Jahren in den Odenwald, um süffiges Bier und deftige Speisen aus dem Nachbarbundesland anzubieten und der Bevölkerung einen unterhaltsamen Nachmittag zu bieten. Bei volkstümlich-schmissiger Unterhaltungsmusik durch die Feuerwehrkapelle Waldkatzenbach strömten die Besucher den ganzen Tag über in die gemütliche Halle – kein Wunder, draußen war’s ziemlich ungemütlich.

FC-Vorsitzender Gerd Brechenser freute sich, dass in der zehnten Auflage des Festes wieder zahlreiche Gäste aus dem Oberzent und dem Überwald den Weg ins Tal gefunden hatten und die Gastfreundschaft des Vereins genossen. Willi Walter mit seiner Tochter Lisa, die jedes Mal von Ober-Schönmattenwag über die Raubacher Höhe nach Finkenbach kommen, gehört quasi schon zum Inventar. Genauso lange wie das Oktoberfest besteht, sind die Waldkatzenbacher mit ihren etwa 20 Musikern unter der Leitung von Gerd Prilipp und der Vorsitzenden Stefanie Schölch dabei.

„Rosamunde“, „Du gehörst zu mir“, „Rot rot sind die Rosen“, „Vogelwiese“ oder „Ich war noch niemals in New York“ hießen ein paar der volkstümlichen Stimmungslieder und Schlager, mit denen die Kapelle vier Stunden lang bestens unterhielt. Marietta Schölch und Heinrich Nuß sowie Nicole Wagner und Werner Schölch glänzten dabei als Solisten-Duo. Für Brechenser ist der traditionelle Auftritt der Feuerwehrkapelle mit ein Erfolgsgeheimnis des Oktoberfests, zu dem jedes Jahr mehr Gäste begrüßt werden.

Wie auch beim „Finki“ kann sich der FCF bei der Durchführung auf die Unterstützung aus dem Dorf verlassen. Die Kuchen, gespendet nicht nur von Vereinsmitgliedern, sondern auch von Ortsbürgern, sind eine Pracht. Aber genauso schnell verzehrt wie gebracht. 15 Helfer aus dem Verein sorgen den ganzen Tag über dafür, dass es den Besuchern an nichts fehlt. Dazu wird vieles selbst zubereitet. Etwa die am Tag zuvor geschnippelten Radi oder das Rot- und Sauerkraut, das ebenfalls schon 24 Stunden zuvor vorbereitet wird.

Die Maß Bier für nur sechs Euro gegenüber fast 11 beim Münchner Original ist natürlich ein Wort und wurde gerne bestellt. Aber auch sonst waren die Speisen nichts für den empfindlichen Magen, wenn Schweinhaxe mit Kraut und Knödeln, Weißwurst mit Brezn oder Fleischkäse mit Zwiebelsoße auf den Tisch kamen. Die Qualität des Essens hat sich jedenfalls herumgesprochen. Über die Mittagszeit waren in der Halle praktisch keine Sitzgelegenheiten mehr zu ergattern.

SV Sandhausen zu Gast in Finkenbach: Großer Fußball lässt das Ergebnis zur Nebensache werden

Natürlich war das Ergebnis nebensächlich, auch wenn das eine oder andere Mal etwas über die 0:15-Klatsche geflachst wurde. Ein „War doch ganz knapp“ oder „Hätte genauso gut andersrum ausgehen können“ schwirrte nach dem Freundschaftsspiel des FC Finkenbachtal gegen die Zweitliga-Mannschaft des SV Sandhausen durch die Zuschauermenge. Der FCF hatte sich und seinen Fans zum 70. Jubiläum das größte Geschenk selbst gemacht und den Fußball-Bundesligisten in den Odenwald geholt.

Und die Resonanz war sehr groß: Zwischen 400 und 500 Besucher dürften es gewesen sein, die sich diese Fußball-Demonstration höchster Güte nicht entgehen lassen wollten. Der Auftritt einer solch hochkarätigen Mannschaft hat bei den Finkenbachern im zehnjährigen Turnus schon eine gewisse Tradition. Vor 20 Jahren, zum 50-jährigen Bestehen des Vereins, war der SV Waldhof Mannheim mit dem legendären Trainer Klaus „Schlappi“ Schlappner zu Gast, vor zehn Jahren die A-Jugend des VfB Stuttgart, mit Andreas Beck und Semi Khedira damals gerade deutscher Meister.

Damit fürs Jubiläum alles glänzte, hatten die FCF-Aktiven in den Wochen vorher kräftig am Erscheinungsbild des Vereinsheims gewerkelt und auch das Außengelände auf Vordermann gebracht. Natürlich wollte man sich zum Festtag im besten Licht präsentieren. Denn das Spiel lockte auch zahlreiche Zuschauer von außerhalb an. Die kamen aus dem Neckartal, aus dem Überwald oder sogar aus Sandhausen ins Finkenbachtal, um sich dieses sportliche Highlight nicht entgehen zu lassen.

Die Hardtwald-Truppe ist in Rothenberg mit seinen Ortsteilen keine Unbekannte. Im vergangenen Jahr gab es bereits ein Fußballcamp für die Jugendlichen in Finkenbach, bei dem U23-Trainer Kristjan Glibo dabei war. Dieses Jahr findet ein solches Camp am 21. und 22. Juli in Rothenberg statt, erläuterte Jugendleiter Bernd Siefert. Der moderierte auch die Partie und hatte somit bei 15 Toren des Öfteren etwas anzusagen. „Für das Freundschaftsspiel haben wir uns dann aber offiziell beworben“, meinte Siefert.

Dass allerdings die Stadionanzeigetafel an ihre Grenzen stoßen würde, wie einige Gäste augenzwinkernd befürchteten, passierte dann doch nicht. Nach dem 0:8-Halbzeitrückstand fielen nicht mehr so viele Treffer nach der Pause, dass die 19 voll geworden wären. Danach geht nämlich auf der Anzeige nichts mehr.

Ein positives Fazit zog der zweite FC-Vorsitzende Armin Löffler nach dem Abpfiff. Die Sandhäuser seien „gut bestückt mit Bundesligaspielern“ angetreten. Von den Besuchern habe er eine sehr gute Resonanz bekommen. Und überhaupt freute er sich, dass der FCF mit diesem Event so viele Gäste aus der ganzen Umgebung anzog. Auch der Vorsitzende Gerd Brechenser war mit dem Verlauf des Tages vollauf zufrieden.

„Natürlich merkt man den großen Klassenunterschied“, bewertete Siefert das Spiel. Wenn der SVS das Tempo anziehe, „schauen unsere Jungs hinterher“. Für die eigenen Aktiven sei eine solche Partie aber „ein unvergesslichen Erlebnis“. Laut dem sportlichen Leiter Helmut Ripperger will der FCF auch in der neuen Runde den seit fünf Jahren anhaltenden positiven Trend weiter fortsetzen. Man wolle in diesem Jahr den eigenen Platz in der Liga weiter festigen, auch wenn es „sehr starke Konkurrenz gibt“.

Die Rückmeldungen aus der Zuschauermenge waren durchweg begeistert: Gemeindevertreter-Vorsitzender Horst Schwinn freute sich über ein „ansehnliches Spiel“ und die große Besucherzahl dafür. Dirk Heckmann sah das Positive einer „schönen Vorbereitung“ für den SVS: nämlich im Odenwald eine ganz besondere Fußball-Begegnung verfolgen zu dürfen. Und Beigeordneter Walter Braner wollte die Gelegenheit nutzen, eine Bundesliga-Mannschaft aus nächster Nähe verfolgen zu dürfen. Er sei schon vor 20 Jahren dabei gewesen, als die Waldhof-Buben unter „Schlappi“ mit 14:4 in Finkenbach gewannen, so Braner.

Bürgermeister Hans Heinz Keursten freute sich „über die Attraktion für den Ort“. Sicherlich könne sich der eine oder andere von den Profis etwas abschauen und vielleicht in der kommenden Runde einsetzen. Auch abseits des Spielfeld waren die Sandhäuser Spieler „heiß begehrt“: Kinder und Jugendliche ließen sich von ihnen begehrte Autogramme geben. Außerdem stiftete der Zweitligist noch zwei Tribünenkarten für das Auftaktspiel gegen Fortuna Düsseldorf. Die gingen ebenso in den Tombola-Pool wie das Freibierfass. Um die 40 Vereinshelfer sorgten außerdem rund um die Partie für das Wohl der Gäste oder waren an der Organisation beteiligt.

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Zum 70. Jubiläum des FC Finkenbachtal kommt am 2. Juli Zweitligist SV Sandhausen zum Freundschaftsspiel

Mit einem Knaller begeht der FC Finkenbachtal am Samstag, 2. Juli, sein 70-jähriges Vereinsbestehen. Um 17 Uhr findet auf dem Rasenplatz im Tal ein Freundschaftsspiel gegen den Zweitligisten SV Sandhausen statt. Der SVS wird mit seiner Profimannschaft antreten und damit sowohl Spielern als auch Zuschauern ein einmaliges Erlebnis bieten. Anschließend findet am Abend eine Party statt.

Der SV Sandhausen ist unter Chefcoach Alois Schwartz bereits in die Vorbereitung auf die Saison 2016/17 der 2. Bundesliga gestartet. Es ist das fünfte Jahr seit dem Aufstieg ins Unterhaus. Dabei sind beim SVS auch die Neuzugänge Daniel Gordon (zuletzt Karlsruher SC), Markus Karl (1. FC Kaiserslautern), Lucas Höler und Julian Derstroff (1. FSV Mainz 05 II), Richard Sukuta-Pasu (FC Energie Cottbus), Tim Knipping (Borussia Mönchengladbach II), Maximilian Jansen (Hallescher FC) und Benedikt Gimber (TSG 1899 Hoffenheim).

Wie der sportliche Leiter Helmut Ripperger hervorhebt, habe die Mannschaft des FCF in den vergangenen fünf Jahren in ihrer sportlichen Entwicklung riesige Schritte nach vorn gemacht. Das begann mit der Meisterschaft in der C-Klasse 2012/13 und der in der B-Klasse zwei Jahre später, verbunden mit dem Aufstieg in die A-Klasse. Hier habe das Team in der abgelaufenen Saison „begeisternde Spiele“ gezeigt.

2015 sei „ein Jahr der Superlative für den Verein“ gewesen, so Ripperger. Denn neben der ersten Mannschaft stieg auch die 1b auf und die Damen holten den Meistertitel. Ein Jahr danach habe die Erste einen sicheren siebten Platz in der A-Klasse Odenwald erreicht. Im Kreispokal kam das Team ins Halbfinale, was zuvor noch nie erreicht worden war. Auch die 1b landete in der C-Klasse Odenwald auf dem siebten Rang.

Diese überaus positive Entwicklung, betonte der sportliche Leiter, habe man neben den Spielern auch den Betreuern Salvatore Caruso, Florian Löffler und Marco Herbig zu verdanken, die in enger Absprache mit Trainer Ralf Ripperger und den sportlich Verantwortlichen Armin Löffler und Siegfried Schindler zusammenarbeiteten. Ziel für die neue Saison ist es laut Ripperger, die spielerische Qualität in der Breite zu verbessern, um so den gestiegenen Ansprüchen der A-Klasse Odenwald gerecht zu werden.

Erfreulich ist für ihn „die Integration junger Spieler, die aus der Jugend in den Seniorenbereich hinzu stoßen“. Dies sei „besonders gut gelungen“, was auch auf die gute Arbeit der Trainer zurückzuführen sei. Das Training für die neue Saison starte bereits jetzt, um beim Jubiläumsspiel gegen den SV Sandhausen fit zu sein. Der Kader soll qualitativ wieder verbessert werden, um sich als Verein und Mannschaft weiterzuentwickeln, betont Ripperger.

Vor 70 Jahren begann die Geschichte des FCF in bescheidenen Verhältnissen. Die ersten jungen Männer waren gerade aus Krieg oder Gefangenschaft heimgekehrt und stellten sich die Frage nach einer Freizeitbeschäftigung. Zwei erfahrene Fußballspieler, Friedrich Pilger und Hans Jung, kannten die Regeln. Und los ging es Gespielt wurde auf der ehemaligen Schulwiese, einem Teil des heutigen alten Sportplatzes – und zwar von der Straßenseite Richtung Schwimmbad. Zwei runde Holzpfosten und darauf eine Querstange, fünf Meter breit und knapp 2 Meter hoch, bildeten ein Tor.

Die ersten Freundschaftsspiele gegen umliegende Mannschaften starteten bald. Um aber an der Verbandsrunde teilzunehmen, mussten die Fußballer organisiert sein. Das hieß, es galt sich einem Verein anzuschließen, der von den Besatzungsmächten erlaubt war. ln Finkenbach kam hier nur der Männergesangverein in Frage. Der war bereit zu helfen. Die Fußballabteilung wurde als Kultur- und Sportgemeinschaft aufgenommen.

Anfang der 50er Jahre gelang es, durch die Aufnahme von einigen Jugendlichen den Fortbestand des Vereins für lange Jahre zu sichern. Die ersten Teilnahmen an der Verbandsrunde gestalteten sich meist aber noch ohne große zählbare Erfolge. Die Mannschaft rangierte im unteren Tabellendrittel. Mit Ernst Daub wurde zu dieser Zeit ein Vorsitzender gewählt, der drei Jahrzehnte die Geschicke des Vereins leiten sollte. Damals fiel auch der Startschuss für die von den Mitgliedern aufgeführten Theaterstücke.

Die alte FC-Vereinshymne:

Es zogen elf Spieler wohl über den Rhein. Bei einer Frau Wirtin da kehrten sie ein, und tranken ein Gläschen vom funkelten Wein. Jeder hat ein Tor geschossen, nur der Torwart nicht, weil er muß im Tor bleiben, das gefällt ihm nicht. Darum Finkenbacher Fußballspieler haltet euer Wort, haltet den FC in Ehren, dass er blühe fort. Ein dreimal hoch dem Lederball, ein Spiel und Sport gibt’s überall. Ein dreimal hoch.

Bayrische Gemütlichkeit beim Oktoberfest des FC Finkenbachtal

Kalbshaxn, Weißwurst, Leberkäs‘ und dazu eine Maß Erbacher Binding-Dunkelbier: Beim Oktoberfest des FC Finkenbachtal blieben keine weiß-blauen Wünsche übrig. Zum neunten Mal hatte der FC alle Freunde der bayrischen Gemütlichkeit in die Hermann-Wilhelm-Halle eingeladen. Vorsitzender Gerd Brechenser freute sich über den „wie immer guten Besuch“. Etliche Vereinshelfer sorgten den ganzen Tag über dafür, dass es den Besuchern an nichts mangelte. „Ein paar hundert“ waren es nach den Schätzungen von Brechenser wieder, die zum Feiern vorbeikamen. Für sie spielte die Feuerwehrkapelle Waldkatzenbach schmissige Weisen. Nachmittags gab’s auf dem neben liegenden Fußballplatz noch einige Jugendspiele zu sehen.

Gemischter Chor Finkenbach begrüßte viele Gäste zur Bockskerwe

Mit einem Ziegenbock fing vor 250 Jahren alles an: Seit dieser Zeit ist in Finkenbach eine „Bockskerwe“ überliefert, obwohl das zu einer „Kirchweih“ eigentlich dazu gehörende Gotteshaus erst 200 Jahre später erbaut wurde. Immer am ersten Sonntag nach Bartholomä‘, dem Schutzpatron der Winzer, Bauern und Fischer, lädt der Gemischte Chor in der „Neuzeit“ zur Kerwe in die Hermann-Wilhelm-Halle am Sportplatz ein. Auch dieses Jahr kamen wieder viele Einheimische und Auswärtige, um dort einen schönen Tag zu verbringen – und um den beiden Mannschaften des FC Finkenbachtal bei den Heimspielen zuzuschauen.

Nach dem morgendlichen Gottesdienst mit Pfarrer Reinhold Hoffmann, den der Chor musikalisch umrahmte, gab’s neben vielen anderen Speisen als Spezialität das alte Odenwälder Hochzeitsessen, Rindfleisch mit Meerrettichsoße. Chorleiter Karlfried Schicht und Dirk Bondes sorgten danach auf verschiedenen Instrumenten für die musikalische Umrahmung. „Wenn dann nachmittags die Fußballspiele sind, haben wir immer volles Haus“, freute sich Vereinsvorsitzender Rainer Maurer.

Viele der 60 Mitglieder des 1909 gegründeten Vereins, davon etwa 30 aktive Sänger, sind den ganzen Tag im Service über um das Wohl der Gäste besorgt. „Wie beim Finki-Festival“ könne man hier auf Unterstützung aus dem Ort zählen, weiß Maurer: Kaffee und Kuchen würden oftmals gespendet. Auch „wenn wir einen hohen Altersdurchschnitt haben“, sei der Gemischte Chor übers Jahr hinweg vielfältig aktiv: mit Auftritten, Grillfest oder Adventskonzert. Das sei in diesem Jahr unter Mitwirkung der Jugendkantorei Rothenberg geplant.

Zurück zum Ziegenbock: Der Überlieferung nach stand bei der Leonardsquelle in früheren Jahren eine kleine Wallfahrtskapelle. Damit hatte Falken-Gesäß die Erlaubnis, jährlich einen Markt zur Kirchweih abzuhalten. Da dieser offensichtlich nicht den erwünschten Erfolg hatte, verkauften die Falken-Gesäßer die Konzession an die Finkenbacher. Der Kaufpreis lässt sich leicht erraten: ein Ziegenbock. So kam der heutige Rothenberger Ortsteil ohne Kirche um 1760 zur Bockskerwe. Denn das Gotteshaus im Ort wurde erst 1954 erbaut.