Brombach macht dem Winter am 11. März mit dem freilaufenden Feuerrad Beine

Unter dem Motto „Sinnbild der Sonne, springe zu Tal, grüße den Frühling viel tausendmal“ findet am Samstag, 11. März, das freilaufende Feuerrad in Brombach statt. Mit Fackeln, Feuer, Feuerrad und großem Hallo vertreiben die Einwohner des Eberbacher Stadtteils ab 19 Uhr am Gelände des Schützenhauses endgültig den Winter. Große Baumfackeln säumen die Strecke des Feuerrades. Es ist einzigartig in dieser Region: Es läuft völlig frei und wird nur ein kurzes Stück geführt. Wer sich schon einmal einen Eindruck verschaffen möchte, kann dies auf der Homepage des MGV Frohsinn unter www.mgv-brombach.de tun. Veranstalter sind MGV und SSV Brombach sowie die Brombacher Jugend. Für Groß und Klein gibt es Handfackeln zum Abbrennen. Natürlich ist für das leibliche Wohl der Gäste gesorgt.

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Kinder- und Seniorenfasching, Party und Feuerrad: In Heddesbach wird über die närrischen Tage ein großes Programm geboten

Die kleinste selbständige Gemeinde im Rhein-Neckar-Kreis feiert den Fasching und seinem Abschluss ganz groß. Start des närrischen Treibens ist am Samstag, 18. Februar, um 15.11 Uhr im Bürgersaal des Rathauses mit dem Kinderfasching. Neben Tänzen und Spielen für die Jüngeren runden die Aktiven der Heddesbacher Tanzgruppe (HTG) das Programm mit ihren Auftritten ab. Für das leibliche Wohl ist bestens gesorgt. Ende der Veranstaltung ist gegen 17.11 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Weiter geht’s, diesmal für die Erwachsenen, am selben Tag mit der Faschingsparty ab 19.33 Uhr, ebenfalls im Bürgersaal. Die HTG lädt alle Faschingsnarren unter dem Motto „Afrika mit all seinen tierischen und menschlichen Bewohnern in Wüste, Steppe, Savanne und natürlich im Dschungel“ ein. Gerne gesehen sind die bekannten Stars aus dem „Dschungelcamp“. Die Besucher dürfen sich von den Tanz- und Showeinlagen der HTG-Aktiven überraschen lassen. Die besten drei Motto-Verkleidungen werden prämiert. Für das leibliche Wohl ist auch hier gesorgt. Eintritt 3,50 Euro.

Der Seniorenfasching findet am Dienstag, 21. Februar, um 15 Uhr im Bürgersaal statt. Bei Kaffee und Kuchen, weiteren Getränken, lustigen Vorträgen und Liedern wird mit den älteren Mitbürgern gefeiert. Die Kindertanzgruppe der HTG probt schon fleißig für ihren Auftritt. Dabei ist auch das Prinzenpaar aus Hirschhorn. Senioren mit ihren Freunden und Bekannten sind dazu vom Seniorencaféteam der Fraueninitiative herzlich eingeladen.

Ein schaurig-schönes Spektakel ist jedes Jahr das traditionelle Feuerrad. Es wird am Faschingsdienstag, 28. Februar, zu Tal gerollt. Treffpunkt: Freizeitanlage im Tal am Ulfenbach. Der MGV Heddesbach wird nach Einbruch der Dunkelheit ein zuvor mit Stroh bestücktes Feuerrad zu Tal führen. Für Speis und Trank ist gesorgt. „Kommen auch Sie zu dieser besonderen Veranstaltung der Brauchtumspflege“, laden die Heddesbacher ihre Gäste aus nah und fern ein.

Das „freilaufende“ Brombacher Feuerrad ist etwas Besonderes – Feuerspringen als Spektakel

Feuerrad rollen kann jeder. Die Brombacher setzen bei diesem Traditions-Spektakel auf Besonderes: das Feuerspringen und das „freilaufende“ Rad. Beides sind optische Highlights, die man sonst in den Odenwald-Gemeinden nicht zu sehen bekommt und die deshalb auf große Resonanz stoßen. Direkt nach Fastnacht hatte noch das Wetter den Veranstaltern von MGV und Sportschützenverein einen Strich durch die Rechnung gemacht, jetzt holten sie das Event kurz vor dem meteorologischen Frühjahrsanfang nach.

Das Feuerrad wird in Brombach schon mit Unterbrechungen seit Ende des 19. Jahrhunderts veranstaltet – früher als Bienenkörbe-Schwingen. Der Ablauf ist mehr oder weniger der gleiche, allerdings wurde der Veranstaltungsort schon ein paar Mal gewechselt. Erstmals bekannt wurde das Rad am alten Skilift zu Tal gelassen. Dort steht auch noch der Gedenkstein mit der Aufschrift „Sinnbild der Sonne springe zu Tal, künde den Frühling viel tausend Mal“. Der Feuerrad-Brauch stammt ursprünglich von den alten Germanen ab. Es wurde zu Tal gerollt, um durch Licht und Wärme die bösen Winterdämonen zu vertreiben.

Zwischen zehn und 20 Aktive, Jugendliche und Männer zwischen zehn und 50 Jahren, sind immer bei der Gaudi dabei. Vier Wochen vor der Veranstaltung besorgt Landwirt und Hauptorganisator Dennis Weber das Stroh. Am Tag des Herablassens treffen sich die jungen und älteren Burschen und richten das vom Vorjahr beschädigte Eisenrad. Nachmittags kommen weitere Helfer hinzu.

Dann werden die Schwedenfackeln eingesägt (sie sorgen für geheimnisvolles Licht auf halber Strecke und am Schützenhaus-Parkplatz) und wird eine frische Fichtestange besorgt, die durchs Rad hindurchgeschoben. An ihr führen es die Männer zu Tal. Dann stopfen die Mitwirkenden das Rad. Dies wird seit 2002 so praktiziert. Vorher wurde das Stroh Wochen vorher getrippelt, zu langen Strohtrudeln zusammengebunden und in ein über Wochen eingeweichtes Holzrad geflochten.

Auch wird an diesem Nachmittag der Feuerhaufen für das Springen aufgetürmt. Dieser Brauch des Feuerspringens ist so alt wie das Rad selbst und dient den jungen Männern als Mutprobe. Eine Besonderheit in Brombach ist das im unteren Drittel „freilaufende“ Feuerrad, laut den Veranstaltern auch „das einzige uns bekannte im Odenwald“. Denn der Vorteil am Brombacher Hang ist, dass er unten in ein Tal mündet, in dem das Rad von selbst zum Stehen kommt.

Zwischen 100 und 200 Zuschauer aus dem Dorf, aber auch umliegenden Ortschaften zählen MGV und SSV jedes Jahr. Diesmal waren die Bedingungen optimal, nach einem Sonnentag war es abends klar. Die anschließende Feier im benachbarten Schützenhaus dauerte bis in die frühen Morgenstunden an.

Brombach ist einer der wenigen Orte in Deutschland, in denen dieser alte germanische Brauch wieder gepflegt wird. Den ersten schriftlichen Beleg für einen Feuerbrauch dieses Typs bietet die Chronik des Klosters Lorsch. Am 21. März 1090 vernichtete ein Feuer große Teile des Klostergebäudes, hervorgerufen durch eine brennende Holzscheibe, die als Volksbrauch zur Frühlings-Tag-und-Nacht-Gleiche in die Luft geschleudert wurde.

Auch zum vierten Fastensonntag, dem Laetare, wurden in Teilen Deutschlands Feuerräder gerollt, so beispielsweise bei Eisenach und in Franken. Es wird angenommen, dass das Feuerrad in vorchristlichen Zeiten ein Frühlingsbrauch zum „Äquinoktium“ (Tag-und-Nacht-Gleiche am 21. März) war, der sich nach der Christianisierung in die Verbindung mit der Fastenzeit in Südwestdeutschland und mit der Osterzeit im nördlichen Deutschland aufspaltete.

Mehr Bilder hier: https://www.facebook.com/media/set/?set=a.1111438932233588.1073741909.100001024761983&type=1&l=aa73cd8233

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Ruckzuck rast das Langenthaler Feuerrad hinunter ins Ulfenbachtal

Diesmal ging’s schnell: Bei nasskaltem Wetter und ein paar Windböen kamen die Aktiven der Langenthaler Feuerwehr zügiger als vergangenes Jahr mit dem Feuerrad im Tal an. Zehn kräftige Männer auf jeder Seite hielten den 15 Meter langen Fichtenstamm fest und ließen ihn – mit dem brennenden Rad in der Mitte – ganz vorsichtig talwärts Richtung Waldmichelbacher Straße gleiten, wo die Zuschauer warteten.

Kurz vor der Straße war Schluss, kam der glühende Rest des Fastnachtsrads zum Stehen, schallte ein lautes Helau über die Straße, um von dort mit viel Beifall entgegnet zu werden. Das feurige Spektakel, seit mehr als 50 Jahren im Ulfenbachtal veranstaltet, war vorbei, doch am Verpflegungsstand des Feuerwehrvereins herrschte noch reger Betrieb. Würstchen, Glühwein und Bratapfelpunsch sorgten für ein warmes Gefühl im Bauch.

Für die Kinder war die Fackelwanderung von der Höhe bis hinunter ein besonderes Erlebnis. Um die 20 waren wieder dabei. Unten angelangt gab’s noch ein Lied. Danach wurden auf halber Höhe als weiteres Highlight – und ebenfalls altes Brauchtum – runde Drahtkugeln (Bienenkörbe) mit Stroh befüllt, entzündet und dann von kräftigen Burschen über dem Kopf geschwungen.

Das Feuerrad wird in Langenthal (wieder) seit 1962 durchgeführt. Eigentlich gibt es diese Tradition im Hirschhorner Ortsteil aber schon im 19. Jahrhundert, wie die alten Postkarten belegen. Zuerst wurde es von den „jungen Dorfburschen“ organisiert. Die waren aber damals schon überwiegend in der Feuerwehr als Ehrenamtliche tätig. Später wird dann der Feuerwehrverein als Organisator genannt, der es auch bis heute durchführt.

Der Winter sollte in früheren Zeiten damit vertrieben und die Fruchtbarkeit der Felder gefördert werden. Da früher hier und da der Aberglaube spukte, setzte man das Feuerrad auch gegen böse Geister und Dämonen ein. Zur Fortbewegung dient ein frisch geschlagener Fichtenstamm mit einer Länge von ungefähr 15 Metern, der durch die Nabe geführt wird.

Es wird angenommen, dass das Feuerrad in vorchristlichen Zeiten ein Frühlingsbrauch zum Äquinoktium (Tag-und-Nacht-Gleiche) gewesen ist, der sich nach der Christianisierung in die Verbindung mit der Fastenzeit in Südwestdeutschland und mit der Osterzeit im nördlichen Deutschland aufspaltete. Noch heute sind beide Ausprägungen zu finden. Langenthal ist einer der wenigen Orte in Deutschland, in denen diese alte Tradition wieder gepflegt wird. Weitere Bilder hier: https://www.facebook.com/media/set/?set=a.1099898823387599.1073741906.100001024761983&type=1&l=8ba55fb72f

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Feuerrad in Heddesbach: Weithin lodernde Flammen sorgen für mystisches Spektakel

Die alte Tradition des Feuerrad-Rollens zum Abschluss der Fastnachtszeit – der Winter soll vertrieben werden – hat schon etwas Mystisches. Wenn dann auch wie jetzt in Heddesbach der Wind sein Spiel mit dem Feuer treibt, lässt sich erahnen, warum dieses als eines der vier Naturelemente in früheren Zeiten als so Ehrfurcht gebietend betrachtet wurde. Heute halten die örtliche Feuerwehr, der MGV und die Theatergruppe dieses grandiose Spektakel hoch, das im Ort schon seit der Zeit zwischen den Weltkriegen belegt ist.

Die Form des Winteraustreibens – damals als Scheibenschlagen – findet sich vor fast 1000 Jahren erstmals in der Chronik des Klosters Lorsch. Am 21. März 1090 vernichtete ein Feuer große Teile des Klostergebäudes, hervorgerufen durch eine brennende Holzscheibe, die als Volksbrauch zur Frühlings-Tag-und-Nacht-Gleiche in die Luft geschleudert wurde. Heutzutage findet sich der Feuerrad-Brauch nur noch ganz selten in Deutschland. Ein Schwerpunkt ist der südliche Odenwald mit – neben Heddesbach – dem benachbarten Langenthal und Darsberg.

Dieser Brauch wird schon seit vielen Jahren vom Männergesangverein gepflegt. Bereits ein paar Tage vorher wird das Gitterrad mit Stroh gestopft. Es hat einen Durchmesser von 2,50 und eine Breite von 1,50 Metern. Ein Traktor transportiert es den Dammberg hinauf und bringt es in Position. Dann wird das die Sonne symbolisierende Feuerrad an Stangen den Berg hinab auf den hoch lodernden Fastnachtshaufen im Tal, bestehend aus ausrangierten Christbäumen und Grünschnitt, geführt. Die lange Brandspur verkörpert dabei die Erwärmung der Fluren durch den nahenden Frühling.

Dieses Jahr war alles ein klein wenig anders. Zum Glück wurde es wenigstens rechtzeitig trocken. Der Wind pfiff aber allen Beteiligten heftig um die Ohren und sorgte bei der Sportanlage im Tal für meterlange Rauchschwaden des zuvor angezündeten Christbaumfeuers. Das war schon fast heruntergebrannt, als zehn kräftige Männer von Feuerwehr und MGV das Feuerrad den Dammberg hinab führten. Sie mussten sich wegen der Windböen besonders schützen, denn beeindruckende Flammenspiele loderten zur Seite hin auf.

Wenn auch der Regen eine halbe Stunde vorher aufgehört hatte, so waren die Außenbedingungen dennoch etwas ungemütlich. So kam es, dass weniger Besucher als sonst zur Hütte an den Ulfenbach gekommen war. Der plätscherte, voll mit Wasser, schon knapp unterhalb des Randes. Drinnen wurde fröhlich weitergefeiert mit Alt-Bier aus Düsseldorf, Kräuter- und Williams-Schnaps. Und natürlich kamen die bekannten „Harfenburger“ auf den Teller, aber auch Fisch- und Lachsbrötchen. Der Glühwein half gegen die aufkommende Kälte.

Die Veranstaltung in Heddesbach hat eine lange Tradition. Schon zwischen den beiden Weltkriegen wurde das Feuerrad schon zu Tal gerollt. Selbst während des Krieges hielten die Bewohner des kleinen badischen Dorfs daran fest. Heutzutage ist sie ein beliebter Treffpunkt für Gäste aus nah und fern. Mehr Bilder hier: https://www.facebook.com/media/set/?set=a.1100213260022822.1073741907.100001024761983&type=1&l=53b71b4c7b 

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Heddesbacher pflegen am Faschingsdienstag die alte Tradition des Feuerrad-Rollens

Mit dem Feuerrad-Rollen pflegen die Heddesbacher zum Faschingsabschluss eine alte Tradition zum Winteraustreiben, die schon vor 1000 Jahren belegt wurde. Heutzutage findet sie sich nur noch ganz selten in Deutschland. Ein Schwerpunkt ist der südliche Odenwald mit – neben Heddesbach – Hirschhorn-Langenthal und Neckarsteinach-Darsberg. Immer am Abend des Faschingsdienstags, dieses Jahr am 9. Februar, gehen als großes Spektakel für die Bevölkerung die Feuerräder zu Tal.

Die Veranstaltung in Heddesbach hat eine lange Tradition. Schon zwischen den beiden Weltkriegen wurde das Feuerrad schon zu Tal gerollt. Selbst während des Krieges hielten die Bewohner des kleinen badischen Dorfs daran fest. Der MGV Heddesbach wird nach Einbruch der Dunkelheit aktiv. Treffpunkt ist die Freizeitanlage im Tal. Für Speis und Trank wird die Theatergruppe sorgen. Der Tannenbaumhaufen wird um 18 Uhr angesteckt. Zehn kräftige Männer führen das Feuerrad mit Stangen gegen 19 Uhr den Berg vom Dammberg hinunter in den brennenden Fastnachtshaufen.

Die Tradition pflegt schon seit vielen Jahren der Männergesangverein. Bereits ein paar Tage vorher wird das Gitterrad mit Stroh gestopft. Es hat einen Durchmesser von 2,50 und eine Breite von 1,50 Metern. Ein Traktor transportiert es den Dammberg hinauf und bringt es in Position. Dann wird das die Sonne symbolisierende Feuerrad an Stangen auf den hoch lodernden Fastnachtshaufen, bestehend aus ausrangierten Christbäumen und Grünschnitt, im Tal geführt. Die lange Brandspur verkörpert dabei die Erwärmung der Fluren durch den nahenden Frühling.

Am 9. Februar rollt abends in Langenthal das Feuerrad zu Tal

Mit dem Feuerrad-Rollen sollen am Fastnachtsdienstag, 9. Februar, in Langenthal die bösen Geister verbannt und der Winter ausgetrieben werden. Veranstalter des Events ist die örtliche Freiwillige Feuerwehr. Um 14 Uhr beginnt das traditionelle Fastnachtsrad-Binden „Am Eichbrunnen“ in Richtung „Klapperquelle“. Besonders für die Kinder ist dies immer ein riesiger Spaß. Fürs leibliche Wohl ist dort gesorgt.

Am Abend treffen sich alle interessierten Kinder, die am Fackellauf teilnehmen möchten, um 19 Uhr im Feuerwehrgerätehaus (Mütter oder Väter sind zur Unterstützung willkommen). Um 20 Uhr werden die Männer der Langenthaler Feuerwehr – nach dem Fackeltragen der Kinder und dem Schwingen der Bienenkörbe – das Feuerrad zu Tal bringen. Gäste aus nah und fern sind zu dieser feurig-schönen Brauchtumspflege eingeladen. An der Einfahrt der Firma Mayr in Langenthal gibt es kalte und warme Getränke sowie Bratwürste.

Das Feuerrad wird in Langenthal (wieder) seit 1962 durchgeführt. Eigentlich gibt es diese Tradition im Hirschhorner Ortsteil aber schon im 19. Jahrhundert, wie alte Postkarten belegen. Zuerst wurde es von den „jungen Dorfburschen“ organisiert. Die waren aber damals schon überwiegend in der Feuerwehr als Ehrenamtliche tätig. Später wird dann der Feuerwehrverein als Organisator genannt, der es auch bis heute durchführt. Beim „Strohtrippeln“ (Stroh weich treten für das Binden) sind bis heute um die 15 bis 20 Kinder anwesend, eine ähnliche Anzahl beim Fackellauf.

Beim Feuerrad sind hauptsächlich die Aktiven der Feuerwehr beteiligt. Um die 40 davon zählt die Langenthaler Wehr, davon elf Frauen. Die Alters- und Ehrenabteilung beteiligt sich auch jedes Jahr beim Binden und unterstützt die Verpflegung der zahlreichen Besucher. Die Bienenkörbe (heute Stahlkörbe) sind nur zur Schau, zumindest wurde nichts schriftlich überliefert.

Langenthal ist einer der wenigen Orte in Deutschland, in denen dieser alte germanische Brauch wieder gepflegt wird. Während in Süddeutschland das Feuerrad zu Beginn der Fastenzeit am Ende der Fastnacht zu Tal gebracht wird, hat sich im Norden und Osten die Tradition erhalten, diese Brauchtumspflege am Ostersonntag zu zelebrieren. Heddesbach, Darsberg, Neckarkatzenbach, Schönau und Wilhelmsfeld, alle im Odenwald gelegen, sind ebenso wie Dühren und Steinsfurt im Kraichgau hiesige Veranstaltungsorte.

Den ersten schriftlichen Beleg für einen Feuerbrauch dieses Typs in Deutschland bietet die Chronik des Klosters Lorsch. Am 21. März 1090 vernichtete ein Feuer große Teile des Klostergebäudes, hervorgerufen durch eine brennende Holzscheibe, die als Volksbrauch zur Frühlingstagundnachtgleiche in die Luft geschleudert wurde. Ein solcher Brauch ist auch heute noch als Scheibenschlagen bekannt und wird am gleichen Tag um 19 Uhr in Neckarsteinachs Ortsteil Darsberg gepflegt.

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