Saubere Brünnlein fließen jetzt in Rothenberg wieder

Jetzt fließen die Brünnlein wieder. Unter Regie von Ortsbeirat sowie Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVR) mit tatkräftiger Unterstützung der Feuerwehr kümmerte sich am Odenwälder Freiwilligentag eine ansehnliche, über den Tag hinweg ständig wachsende Truppe um die verschiedenen Rothenberger Wasserspender, reinigte sie, spritzte sich aus, mähte das Umfeld, sodass jetzt alle in neuem Glanz erstrahlen. Die Aktion dauerte deutlich länger als geplant. Es gab viel Arbeit.

Bernds-, Matzen-, Krämers- und Klemertsbrunnen wurden auf Vordermann gebracht, für den Homerichsbrunnen reichte dann die Zeit nicht mehr. Der Eckbüschelbrunnen wird sowieso von den Nachbarn regelmäßig gepflegt. „Morgens um 8 Uhr haben wir mit 15 Helfern begonnen“, schilderte Jan Johe von der Feuerwehr den Beginn das Vorhaben. Im Tagesverlauf kamen aber noch mehr dazu. Mit den Nachbarn, die innerorts an den Brunnen wohnen und teilweise auch halfen, „waren wir 25 Personen“, sagte er. Interessant war auch die Altersspanne bei den Helfern: So war die Jugendfeuerwehr dabei, aber ebenso der eine oder andere Rentner.

Neben dem Klemertsbrunnen im Gammelsbachtal wurde dem Matzenbrunnen im Finkenbachtal besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Dieser liegt dem VVR-Vorsitzenden Thomas Wilcke besonders am Herzen. Er liegt nicht herrlich auf halber Höhe, bietet Sitzgelegenheit und Ausblick, sondern hat auch eine große historische Bedeutung. Denn die Quelle befindet sich auf 270 Höhenmetern auf einer Tonschicht. Dort sammelte sich das durch den Sandstein hindurch rauschende Wasser wieder und konnte gefasst werden. Auch die anderen Quellen des Finken- und Gammelsbachtals liegen etwa auf dieser Höhe.

Der Brunnen hat deshalb eine so große Bedeutung, weil er in den Jahren der großen Dürre zwischen 1857 und 1866 half, das weiter oben liegende Rothenberg mit Wasser zu versorgen, betonte Wilcke. Denn durch den Sanduntergrund floss das begehrte feuchte Nass viel zu schnell ab, als dass man es fassen konnte. So musste halb Rothenberg immer 200 Höhenmeter nach unten pendeln, um dort Trinkwasser zu holen oder Wäsche zu waschen – unhaltbare Zustände, die dann um die Jahrhundertwende zur öffentlichen Wasserversorgung führten.

In der heutigen Zeit wurde der Matzenbrunnen bei Starkregen immer wieder überflutet und verschlammt, erläuterte Wilcke. Die unterhalb liegende Wiese war „total verbrombeert“, nachdem eine dort früher zu findende Christbaum-Plantage verwildert war. Die zehn Helfer gingen ohne zu zögern ans Werk und leisteten Schwerarbeit. Es wurde nicht nur der Brunnen freigeschnitten, sondern auch verschiedene Sträucher gestutzt, die Hecken runtergeschnitten und das ganze Gelände ausgenutzt.

Nachdem die Feuerwehr mit ihrem LF 10 KatS zuerst am Berndsbrunnen das Becken gereinigt und mit dem Hochdruckreiniger ausgedampft hatte, ging es für die Brandschützer weiter ins eine, dann ins andere Tal. Moos und Dreck wurden vom Sandstein runter-, die Fugen sauber gemacht. Weil das Wasser nicht abgelassen werden konnte, wurde der Generator ausgepackt und per Pumpe und Schlauch die beiden Becken geleert. Kaum hier fertig, fuhr der Trupp zum Krämersbrunnen weiter.

„Das hier ist einfach eine super Stelle“, freute sich Wilcke darüber, dass der Brunnen gegenüber dem vorherigen Zustand kaum noch wiederzuerkennen ist. An den kühlen Wassergebern ließ sich im heißen Sommer trefflich verweilen. „Ich war an den Sommertagen öfters mal eine Runde laufen“, meinte Johe. Da kam das kühle Nass gerade recht für eine Erfrischung. In Ortsbeirat und VVR wurde dann die Idee geboren, zur Tat zu schreiten. Für die Beteiligten ist es eine Selbstverständlich, sich für den Ort zu engagieren. „Wir sind sowieso alle schon anderweitig im Dorf aktiv“, betonte Johe. Da opfern sie auch gerne einen weiteren Samstag im Dienste der Allgemeinheit.

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Posted by Thomas Wilken on Monday, September 17, 2018

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Ansturm auf den Wildweinbraten beim Kelterfest der Kortelshütter Feuerwehr

Max Fink, Sven Völker und Felix Götz leisten Schwerarbeit. In schöner Regelmäßigkeit werden erst die Äpfel zerstampft, ehe sie dann in die Presse kommen, die wiederum den leckeren Süßmost ausspuckt, der reißenden Absatz bei den Besuchern des Kelterfestes findet. „Trink‘ nicht zu viel davon“, grinst Sven Völker. Denn der frische Apfelsaft ist geeignet dazu, die Verdauung anzuregen. Das Getränk war jedoch nur eine Spezialität von vielen, die die Brandschützer am Dorfgemeinschaftshaus auftischten.

Der Besuch bei der 27. Auflage der Traditionsveranstaltung war zwar nicht so gut wie im vergangenen Jahr, aber das lag auch am Samstag. Denn normalerweise wird sonntags gefeiert, was aber dieses Jahr nicht möglich war. Den Sonntag zuvor hatte die Wehr am Landeswettbewerb in Hungen teilgenommen, diesen Sonntag hatten bereits die Finkenbacher ihr Weinfest terminiert – denen wollte man nicht dazwischengrätschen. So gab es dieses Mal zwei in eins: Die normalerweise vorabendliche Bembelparty fand am selben Tag statt. Dazu hatten sich viele Wehren aus der Umgebung angesagt.

Das passende Ausflugswetter lockte die Ausflügler in Scharen auf die Höhe. Die kamen nicht aus den Orten des früheren Rothenbergs, sondern auch aus dem Neckartal und sogar aus Michelstadt, um die hohe Odenwald-Luft zu genießen. Rund ums DGH gab es wieder etliche Sitzgelegenheiten, die sich über Mittag rasch füllten. „Wildschwein-technisch“ agierte man dieses Mal eine Nummer kleiner. Denn 2017 kamen zwei Schwarzkittel auf den Grill, dieses Jahr nur einer.

Mit dessen „Erledigung“ hatte man Glück. „Mittwochs hatten wir noch keine Sau, dann kam zum Glück Donnerstag die SMS: Sau tot“, schmunzelte der stellvertretende Kommandant Timo Fink. Er war es wieder, der bereits ab 6 Uhr morgens am Grill stand und schaute, dass sich der Braten regelmäßig drehte. „Normalerweise fange ich um 2 Uhr nachts an“, meinte er. Man war davon ausgegangen, dass ein kleineres Schwein weniger Garzeit bedeuten würde, hatte aber die Rechnung ohne die Sau gemacht. Die brauchte doch etwas länger, so dass sich die Wildschwein-hungrigen Gäste etwas gedulden mussten.

Über die Mittagszeit waren die Plätze an den 20 aufgestellten Bierbankgarnituren sehr gut belegt, es kamen bestimmt über 200 Besucher zu den Spitzenzeiten auf den Berg. Neben den Kameraden der befreundeten Wehren beobachtete Fink dieses Mal wieder viele Auswärtige, die die Gastfreundschaft der Wehrleute und das ausgefallene Speisen- und Getränkeangebot zu schätzen wussten.

Äpfel gab es dieses Jahr en masse. Die Bäume bogen sich vor der Obstlast, die von 20 Wehrleuten zusammen mit der Jugendfeuerwehr einen Tag lang „auf Kortelshütter Wiesen handgelesen wurden“, lachte Sven Völker. „Weit über eine Tonne“ dürfte den Weg in die Presse gefunden haben. Der kleinere Teil wurde als Süßmost ausgeschenkt, der größere, 300 Liter, wird als Most für Apfelwein angesetzt. Über den Winter werden die Behälter im Sandsteingewölbekeller von Völker gelagert, der dafür beste Bedingungen bietet. „Für die kalte Jahreszeit optimal“, grinst der.

Am Grill stand in bewährter Manier der gelernte Koch Stefan Sonnenburg. Der ist zwar kein Feuerwehr-Mitglied, aber bei den Festen immer an vorderster Front dabei, wenn es ums Helfen geht. Insgesamt waren rund um die Veranstaltung 20 Helfer aus der gesamten Feuerwehr aktiv. Viele Speisen wurden vor Ort selbst zubereitet, so das frisch gekochte Sauerkraut, die Semmelknödel, der Kartoffelsalat oder der Zwiebelkuchen.

Der Andrang ist eine schöne Bestätigung für die Arbeit im Vorfeld: „Von 11 bis 11 wurde am Vortag gekocht“, macht Fink den Aufwand deutlich. Aber die Gäste wissen auch zu schätzen, dass beim Kelterfest viel selbst Hergestelltes auf den Teller und ins Glas kommt. Nachgeschaltet war die „Bembelparty“. Zur Musik von „DJ Firefighter“ wurde bis spät in die Nacht getanzt.

Dieses Mal wird in Kortelshütte am Samstag gekeltert und gegrill

Ausnahmsweise wird dieses Jahr an einem Samstag gekeltert: Die Feuerwehrleute im Oberzent-Stadtteil laden am Samstag, 15. September, zum traditionellen Kelterfest ein. Dann läuten bei den Schwarzkitteln in der Region die Alarmglocken. Denn zwei von ihnen werden in bester gallischer Tradition erst gegrillt und dann vertilgt. Um 10.30 Uhr wird das im und um das Dorfgemeinschaftshaus Kortelshütte schon zum fünften Mal der Fall sein. Insgesamt findet das Kelterfest bereits zum 27. Mal statt.

Die Brandschützer wichen dieses Mal auf den Samstag aus, weil der Sonntag schon vollgepackt mit Veranstaltungen war und man am Wochenende zuvor auf dem Landeswettbewerb in Hungen war. Die zahlreichen Gäste lassen sich ein mächtiges Wildschwein vom Spieß aus den heimischen Wäldern munden. Diese Neuerung aus 2014, eine Wildsau am Spieß anzubieten, bewährte sich bisher bestens und beschert den Brandschützern immer einen großen Andrang.

Natürlich muss die Sau auch schwimmen. Deshalb gibt es ab Beginn des Festes wieder leckeren, frisch gekelterten Süßmost von Kortelshütter Äpfeln und neuen Wein. Dazu reichen die Floriansjünger selbstgebackenen Zwiebelkuchen, Haxen, geräucherte Forellen und weitere leckere Spezialitäten. Am Samstagabend findet ab 20 Uhr bei freiem Eintritt eine Bembelparty mit „DJ Firefighter“ statt.

Neben den Kameraden der befreundeten Wehren aus Hirschhorn und den ehemaligen Rothenberger Ortsteilen kommen gerne auch viele Auswärtige, die die Gastfreundschaft der Wehrleute und das ausgefallene Speisen- und Getränkeangebot zu schätzen wissen. Etliche Zentner Äpfel von Wiesen auf der heimischen Gemarkung werden im Vorfeld von Einsatzabteilung und Jugendwehr gesammelt, um daraus viele Liter Apfelsaft direkt vor Ort frisch zu pressen.

Am Grill steht immer in bewährter Manier der gelernte Koch Stefan Sonnenburg. Der ist zwar kein Feuerwehr-Mitglied, aber bei den Festen immer an vorderster Front dabei, wenn es ums Helfen geht. Damit der Grill unter der Wildsau nie ausgeht und sie nach mehr als sechs Stunden das entsprechende Aroma hat, schlagen sich die Feuerwehrleute gern die Nacht davor um die Ohren. Spezialist ist hierfür der stellvertretende Kommandant Timo Fink. Insgesamt sind rund um die Veranstaltung 25 Helfer aus der gesamten Feuerwehr aktiv. Viele Speisen werden vor Ort selbst zubereitet, so das frisch gekochte Sauerkraut oder der Zwiebelkuchen.

Feuerwehrsatzung für die Oberzent-Wehr wurde verabschiedet

Die Wahl von Christian Kehrer zum neuen Bürgermeister von Oberzent ist gültig. Nach der Bekanntmachung des endgültigen Wahlergebnisses am 8. Juni gingen in den zwei Wochen danach keine Einsprüche mehr ein. Deshalb erklärte jetzt die Stadtverordneten-Versammlung unter der Leitung von Claus Weyrauch die Stichwahl vom 27. Mai, aus der Kehrer als Sieger hervorgegangen war, für gültig.

Der Vorsteher hatte zu Beginn der Sitzung im Feuerwehr-Gerätehaus auf die Raumproblematik durch das große Plenum mit 37 Stadtverordneten, neun Magistratsmitgliedern und den jeweiligen Ortsvorstehern hingewiesen. Aber man könne aus der Not eine Tugend machen, so Weyrauch, und es zum Anlass nehmen, „auch einmal mit einer Sitzung in die Stadtteile zu gehen“.

Das Feuerwehrhaus als Tagungsort hatte seinen guten Grund. Feuerwehr-Satzung, Feuerwehr-Gebührensatzung und Jugendordnung standen zur Verabschiedung auf der Tagesordnung. Alle drei Werke wurden bereits in der Wehrführersitzung Mitte Juni und im Magistrat Mitte Juli besprochen. Da sich die Entwürfe am Satzungsmuster des hessischen Städte- und Gemeindebundes orientieren und lediglich in einzelnen Paragraphen an die örtliche Situation angepasst wurden, war die jeweils einstimmige Verabschiedung durch die Mandatsträger nur eine Formsache.

Nach der Fusion wurden die bisherigen Schiedsamtsbezirke Beerfelden, Rothenberg, Hesseneck und Sensbachtal aufgelöst. Neu gebildet wurde der Bezirk Oberzent, für den es dann eine Schiedsperson samt Stellvertreter zu finden galt. Nachdem sich zuerst auf den Aufruf hin keine Interessenten meldeten, hatte die Nachfrage Erfolg. Gerd Menges, bisher in Rothenberg tätig, erklärte sich bereit, als Schiedsperson zu agieren. Für den Stellvertreterposten stellte sich Adolf Barth (bisher Hesseneck) zur Verfügung.

Wie Bürgermeister Christian Kehrer auf Nachfrage aus dem Gremium sagte, machte die Zusammenlegung auch aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten Sinn. Denn es gab auf der heutigen Gemarkung Oberzent im bisherigen Jahresschnitt fünf Schiedsfälle in den früheren vier eigenständigen Kommunen. „Deshalb lohnt es sich nicht, vier eigenständige Schiedsämter zu unterhalten“, betonte er.

Feuerwehr Kortelshütte fährt zum Landesentscheid nach Hungen

Zum dritten Mal vertritt die Freiwillige Feuerwehr aus dem Oberzent-Stadtteil die Region beim Landesentscheid in Hungen. Die Kortelshütter belegten bei den Feuerwehrleistungsübungen auf Bezirksebene in Echzell (Wetterau) den vierten Platz, der zur Teilnahme berechtigt. Aus dem Odenwaldkreis nimmt außerdem noch Kirchbrombach teil, das sich als Sechster den letzten verfügbaren Platz sicherte. Sieger war Ober-Mockstadt. Die Feuerwehr Kortelshütte hatte sich für die Teilnahme am Bezirksentscheid mit Platz 1 bei den Kreismeisterschaften Odenwald qualifiziert.

Als erstes kam in Echzell die Theorie an die Reihe. Dieser Fragebogen hatte es wirklich in sich „und bereitete uns doch einiges Kopfzerbrechen“, berichtet der stellvertretende Kommandant Timo Fink. „Die war sehr schwer im Vergleich zum Kreisentscheid in Breuberg-Neustadt“, sagte er. Gut gelaunt gingen die sechs Teilnehmer schon ganz früh am Morgen in die theoretische Prüfung (mit 15 Fachfragen).

Nachdem man die Startnummer 12 für die Praxis gezogen hatte, hieß es erst einmal lange warten und zuschauen, was die Konkurrenz so macht – bei schwülwarmen Wetter nicht gerade angenehm. Als die Kortelshütter Staffel endlich an der Reihe war, legte sie eine sehr gute Übung hin. Es gab nichts zu beanstanden und auch die Knotenzeit war super. Der praktische Teil verlief reibungslos und ohne Fehler.

Da er aber auf einem Rasenplatz stattfand, bedeutete das eine große Umstellung fürs Team, die jedoch gut gemeistert wurde. Es waren noch zwei Mannschaften hinter den Kortelshüttern dran, sodass diese auf die Folter gespannt wurden, ob sie letztendlich aufs Neue nach Hungen fahren dürfen. 2016 hatten sie das mit dem fünften Platz auf Bezirksebene ebenfalls geschafft. Die Entscheidung auf Hessenebene findet wie die vergangenen beiden Male wieder im Landkreis Gießen statt. Somit sind die Oberzentler auf vertrautem Terrain unterwegs.

Nachmittags hatte man endlich die Gewissheit: Mit 95,83 Prozent wurde der vierte Platz erreicht und damit erneut die Eintrittskarte für den Landesentscheid am 9. September gelöst. Erneut bewiesen die Brandschützer aus dem kleinen Stadtteil mit seinen 450 Einwohnern, auf welch hohen Niveau sie in den verschiedenen Leistungsübungen mitmischen. „Damit vertreten wir als erste Mannschaft die Stadt Oberzent in einem Landesentscheid“, freute sich Kommandantin Anja Hinrichs. „Für uns ist es die dritte Qualifikation nach 2006 und 2016“, sagte sie.

Wie bei den bisherigen Wettbewerben üblich konnte die Mannschaft auf ihren treuen Fanclub zählen. Gerrit Bissdorf und Theresa Kuntzi versorgten das Wettkampfteam mit einem leckeren Frühstück. Ein ganz dickes Dankeschön der Wehrleute ging an Coach Günter Braner, „ohne den die Mannschaft nie so weit gekommen wäre“, betonte Tina Uhrig.

Auf dem Bild von links: Anja Hinrichs, Manuel Heiß, Malte Hinrichs, Tina Uhrig, Maurice Fink, Timo Fink

Feuerwehr Ober-Hainbrunn ist fahrzeugtechnisch auf dem neusten Stand

Die Stadtteilfeuerwehr ist jetzt in punkto Fahrzeuge auf dem neusten Stand. Das wurden die verschiedenen Redner nicht müde zu betonen, als es am Feuerwehrhaus um die Einweihung des neu angeschafften Mannschaftstransport- (MTF) und Tragkraftspritzenfahrzeugs (TSF) ging. Besonders gewürdigt wurde das große finanzielle Engagement des Feuerwehrvereins, der eine erkleckliche Summe zum MTF beisteuerte.

Viele Delegationen von den Nachbarwehren waren zugegen, als Kommandant Stefan Hofmann die Anschaffungshistorie Revue passieren ließ. Vor einem Jahr stellte der Vorstand die ersten Überlegungen an, den bisherigen Mannschaftswagen zu ersetzen. Der alte war noch gut in Schuss. „Wir dachten, dass wir einen guten Preis dafür bekommen“, schmunzelte der Wehrführer. Die Verhandlungen mit der Güttersbacher Wehr über den Verkauf gestalteten sich erfolgreich. Denn deren Wagen war nochmal zehn Jahre älter. „Wir haben 3000 Euro dafür bekommen.“

Fertig lackiert, Neunsitzer, Dreitonner, Anhängerkupplung: Das waren die Vorgaben für das neue Fahrzeug, mit denen man Ende 2017 in Ellwangen fündig wurde. Der Diesel-T6, Zulassung 08/2016, mit 21.000 Kilometern, 102 PS und Euro 6 „hatte genau die benötigte Ausstattung“. Im Dezember investierten die Brandschützer 140 ehrenamtliche Stunden in den Umbau. Insgesamt wurden für Ankauf und Umbaumaterial 26.000 Euro an Vereinsmitteln eingebracht, so Hofmann. „Geld, das die Gemeinde gespart hat.“

Das alte TSF aus dem Baujahr 1990 hatte seine offizielle Lebensdauer von 25 Jahren bereits überschritten. Die Mängel wurden immer mehr, angefangen von Ölverlust über schlecht schließende Türen bis hin zu schlechten Lichter, erläuterte Hofmann. Dazu kam die schlechte Wasserversorgung gerade im Bereich Himmelreich, die die Anschaffung eines Fahrzeugs mit Tank sinnvoll machte.

Fahrgestell und Kabine wurden über ein Landesbeschaffungsprogramm organisiert. Im April 2017 kam der Zuschlag, ein Jahr später konnte man das TSF-W abholen. Der 6,5-Tonner verfügt über 180 PS mit Euro-6-Norm. Der 1000-Liter-Wassertank ist für die Versorgung der weiter oben liegenden Häuser in Ober-Hainbrunn ein Segen. Etwa 50.000 Euro mussten noch für Aufbau und Ausrüstung investiert werden.

Einen Teil der Beladung konnte man übernehmen. Stromerzeuger, Lichtmast und Elektrolüfter sind zusammen mit der Schleifkorbtrage weitere neue „Extras“, die für die Arbeit der Feuerwehrleute in Zukunft hilfreich sind. Das alte TSF wurde laut Hofmann im Auftrag der Stadt Oberzent verkauft. Es ging für 7500 Euro an einen Oldtimer-Liebhaber aus Berlin, der es zu einem Wohnmobil umbauen will. Dieses Geld floss in die Finanzierung des neuen Fahrzeugs.

Stadtrat Hans Heinz Keursten, in dessen Amtszeit als Rothenberger Bürgermeister die Beantragung fiel, freute sich, dass die Wehr ausrüstungstechnisch auf dem neuesten Stand ist. Den Brandschützern gebühre Dank, weil sie sich in diesem Maße dafür eingesetzt hätten. Die Neuanschaffungen „kommen der Sicherzeit der Bevölkerung zugute“, sagte er. Ähnlich äußerte sich auch der frühere Rothenberger Gemeindebrandinspektor Marco Johe. „Jetzt ist ein deutlich besserer Schutz gegeben“, sagte er. Es sei nicht selbstverständlich, dass ein Feuerwehrverein so viel Geld investiere, betonte Johe.

Für die Ortsvereine hatten Frank Flachs (SV) und Wilfried Friedrich (MGV) Umschläge dabei. Einen solchen gab es auch vom stellvertretenden Kreisbrandinspektor Rolf Scheuermann. Er bezeichnete die Anschaffung des MTF als „Meisterleistung des Feuerwehrvereins“. Dieses sei genauso wichtig wie das TSF, denn es diene unter anderem der Transport der Jugend. „Ohne die Jugend hat die Wehr keine Zukunft“, hob Scheuermann hervor.

Die ständige Verfügbarkeit von Wasser durch das TSF-W bezeichnete er als sehr wichtig, denn es gebe praktisch keinen Einsatz mehr ohne Atemschutz. In diesem Sinne bat er darum, in punkto Lehrgänge bei diesem Thema „immer am Ball zu bleiben“. Ein gemütliches Beisammensein mit Besichtigung der beiden Fahrzeuge bei angeregten Gesprächen schloss sich an.

Feuerwehr Kortelshütte bereichert das Dorfleben

Die Freiwillige Feuerwehr ist ein unverzichtbarer Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens im Oberzent-Stadtteil. Sie sorgt beileibe nicht nur für die Sicherheit der Bürger, sondern ist mit ihren Veranstaltungen das Jahr über im Dorf präsent. 24 Männer und Frauen sind in der Einsatzabteilung aktiv, neun in der Alters- und Ehrenabteilung und genauso viele in der Jugendfeuerwehr, freute sich Kommandantin Anja Hinrichs in ihrem Bericht auf der Jahreshauptversammlung.

Sie erwähnte, dass sich die Feuerwehrleute ständig durch Lehrgänge, Unterrichte, Seminare und Unterrichte fortbilden. „Damit erhalten und verbessern wir unseren Ausbildungsstand“, sagte sie. Hinrichs listete fürs vergangene Jahr elf Einsätze auf. Der überwiegende Teil hervor waren Hilfeleistungen. Zwei Mal wurde man wegen Wespen und Hornissen gerufen. Erfolgreich nahm die Truppe aus Kortelshütte an den Feuerwehrleistungen teil. Beim Kreisentscheid landete man auf dem zweiten Platz.

Unterrichte und Übungen zur Aus- und Weiterbildung gab es auch auf Gemeindeebene. Im Mai nahm die Ortsteilwehr an der Übung im Kindergarten teil, im Oktober am Feuerwehrhaus Rothenberg. Die Atemschutzgeräteträger waren ebenfalls aktiv. Erstmals gab es im vergangenen Jahr laut Hinrichs eine „Bereitstellungsraum-Übung“, bei der das Sammeln und die Aufstellung zu Einheiten und Zügen im Katastrophenfall trainiert wurden.

Im Vorfeld der Fusion wurden auf Oberzent-Ebene sechs Arbeitsgruppen gebildet, berichtete die Kommandantin. Drei Kortelshütter sind in zweien davon vertreten. Aktuell gebe es noch keine weiteren Veränderungen auf Oberzent-Feuerwehrebene. Ein Stadtbrandinspektor müsse noch gewählt werden. Sie sprach ihren Kameraden ein große Lob aus: „Die Führung ist nur so stark wie die Mannschaft, die hinter ihr steht“, so Hinrichs.

Jugendwart Malte Hinrichs blickte auf ein „ereignisreiches und erfolgreiches Jahr“ zurück. Das traditionelle Maibaumfest war ein voller Erfolg. In den Jugendgruppenstunden wurde das Augenmerk auf die feuerwehrtechnische Ausbildung gelegt. Vier Jugendliche hatten sich für den Grundlehrgang angemeldet. Jugendsammelwoche, Halloweenparty, Weihnachtsfeier und Berufsfeuerwehrnacht waren weitere Aktivitäten.

Eines der größten Highlights war der Kreisjugendfeuerwehrtag vor der Haustür in Rothenberg. Durch den zweiten Platz beim Bundeswettbewerb durfte das Kortelshütter Team am Südhessenpokal teilnehmen. Mit der Silbermedaille kehrten die Jugendlichen aus Offenbach nach Hause zurück. Vier Mädchen und fünf Jungs sind derzeit in der Jugendwehr aktiv.

Eine lange Liste an Unternehmungen und Aktivitäten hatte der Vereinsvorsitzende Daniel Braner zusammengenstellt. Ende Mai ging es unter anderem nach Südtirol, wo der seit Ende der 80er Jahre brach liegende Kontakt zur Feuerwehr in Morter wieder reaktiviert wurde. In diesem Jahr ist aufs Neue ein Ausflug dorthin geplant. Grillnacht in Finkenbach, Dorffest in Langenthal oder Schlachtfest des MGV sind weitere traditionelle Besuche.

Ein Großereignis auf heimischem Gelände ist das Kelterfest am Dorfgemeinschaftshaus, bei dem die Kortelshütter gleiche zwei Wildschweine an den Spieß hängen. Auch die Bembelparty am Abend zuvor erfreute sich wieder großer Beliebtheit. Im vergangenen Jahr war die Feuerwehr ebenso mit der Kerwe-Ausrichtung dran, bei der man ebenfalls einen schönen Besuch verzeichnete. „Wir haben schöne Feste ausgerichtet und tragen somit zu einem großen Teil zum Dorfleben bei“, hob Braner hervor.

Befördert wurden zu Feuerwehrmann oder -frau: Alexandra Braner, Teresa Kuntzi, Jennifer Folville, Max Fink, Florian Fink, Benedikt Ludwig.