3940 Jahre Feuerwehr-Mitgliedschaft in Oberzent geehrt

3940 Jahre: Das ist die stolze Zahl an Feuerwehr-Mitgliedschaftsdauer, die beim Ehrungsabend in der alten Turnhalle ausgezeichnet wurde. Stadtbrandinspektor Marco Johe freute sich besonders, einige altgediente Brandschützer für 65 und 70 Jahre, davon lange Zeit im aktiven Dienst, würdigen zu dürfen. Insgesamt wurden an 132 Personen Anerkennungen und Ehrungen verliehen, nicht nur durch die Stadt, sondern auch von Kreis und Land.

Schöllenbach, Airlenbach, Gammelsbach, Falken-Gesäß oder Beerfelden: Egal wo man hinschaut, die Treue zur Feuerwehr ist auf den Dörfern quasi schon eine Bürgerpflicht. Für die jahrzehntelangen Wehrleute ist es selbstverständlich zu helfen und sich in den Dienst der Allgemeinheit zu stellen. „Das gehört für mich im Ort dazu“, so der Tenor aus der Runde. Gerne opferten sie ihre Freizeit zum Schutz der Bürgerschaft.

Heinrich Breimer und Erich Boxberger (beide Beerfelden), Willi Bartmann (Falken-Gesäß), Erwin Ihrig (Schöllenbach), Werner Walz (Gammelsbach), Heinz Schäfer und Ludwig Sattler I (beide Airlenbach) gehören zu den Urgesteinen der 16 Oberzent-Wehren und sind bereits seit 65 oder 70 Jahren Mitglieder der Feuerwehrvereine. Bürgermeister Christian Kehrer, Kreisbeigeordneter Oliver Grobeis, Kreisbrandinspektor Horst Friedrich und Kreisjugendfeuerwehrwart Dominic Groh würdigten die Leistungen in ihren Grußworten. Sie dankten für den selbstlosen ehrenamtlichen Einsatz im Dienste der Bevölkerung.

Anerkennungsprämien, Ehren- und Florian-Medaille, (Brandschutz-)Ehrenzeichen und Urkunden: Lang war die Liste der Auszeichnungen, die innerhalb von zwei Stunden an die Wehrleute überreicht wurden. Es gab allein 52 Anerkennungsprämien für bis zu 40 Jahre aktive Mitgliedschaft in der Einsatzabteilung und 24 Ehrenzeichen des Bezirksfeuerwehrverbandes Hessen-Darmstadt. Das Brandschutzehrenzeichen wurde 40 Mal überreicht.

Bild v.l.: stv. Kreisbrandinspektor Rolf Scheuermann, Erster Kreisbeigeordneter Oliver Grobeis, Heinrich Breimer (FF Beerfelden 70 Jahre), Erich Boxberger (FF Beerfelden 65 Jahre), Willi Bartmann (FF Falken-Gesäß 65 Jahre), Erwin Ihrig (FF Schöllenbach 70 Jahre), Werner Walz (FF Gammelsbach 65 Jahre), Heinz Schäfer (FF Airlenbach 65 Jahre), Bürgermeister Christian Kehrer, Ludwig Sattler I (FF Airlenbach 65 Jahre), Stadtbrandinspektor Marco Johe, Kreisbrandinspektor Horst Friedrich

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Feuerwehr Rothenberg: Mehr als doppelt so viele Einsätze wie 2017

„Das vergangene Jahr war für die Feuerwehr Rothenberg sehr ereignisreich“, sagte Wehrführer Jochen Weinthäter bei der Hauptversammlung der Stadtteilwehr. Viele freudige, aber auch weniger erfreuliche Augenblicke „haben uns berührt“, meinte er nach der Eröffnung durch den Vorsitzenden Steffen Bartmann. Aus Sicht der Feuerwehr könne man „zufrieden sein und stolz zurückblicken“. Die Zahl der Einsätze erreichte vor allem wegen der Nachwirkungen von Unwettern mit 48 (2017: 21) ein Rekordniveau.

Schriftführer Janis Heckmann verlas den Bericht für den Feuerwehrverein. Eine feste Bank im Veranstaltungskalender ist das mittlerweile schon traditionelle Lärmfeuer der Jugendfeuerwehr Ende März. Im Zuge des Sporthallenumbaus wurden Mannschaftsraum und Küche verschönert. Ebenso wurde eine Umkleide geschaffen, die es den Brandschützern ermöglicht, sich in einem separatem Raum einsatzbereit zu machen.

Tag der offenen Tür und Vereinsausflug nach Miltenberg bildeten weitere Aktivitäten des vollen Jahreskalenders. 2018 halfen die Brandschützer zum ersten Mal beim Freiwilligentag des Odenwaldkreises mit. Die Rothenberger Brunnen und die dazugehörigen Anlagen wurden auf Vordermann gebracht. Alle schaffte man nicht, bedauerte Heckmann. Der Weihnachtsbaumverkauf der Jugendfeuerwehr fand abermals einen guten Zuspruch aus der Bevölkerung. Schon nach kurzer Zeit waren alle 100 Bäume vergriffen.

Wehrführer Jochen Weinthäter und sein Stellvertreter Sascha Hafner verlasen den Bericht für die Einsatzabteilung. Mit 53 Aktiven, zehn Frauen und 43 Männer, zählt diese einen weniger als zu Jahresbeginn. Die Alters- und Ehrenabteilung besteht zurzeit aus elf Ehemaligen. In der Jugendfeuerwehr sind 26 Personen aktiv, listete der Kommandant auf. „Das größte Dankeschön gilt euch allen, liebe Kameraden“, so Weinthäter. Er schloss darin die Familien ein, „die oftmals auf euch verzichten mussten, damit ihr unser Hobby Feuerwehr so ausüben konntet, wie ihr es eben im letzten Jahr gemacht habt“.

Um immer einsatzbereit zu sein, wurden zahlreiche Stunden in Übung und Ausbildung investiert. Im Durchschnitt kamen 26 Einsatzkräfte zu den insgesamt 16 Ausbildungseinheiten die für alle angesetzt waren. Die Übungsbeteiligung lag bei 49 Prozent, ein Plus von zehn, freute sich Hafner. Waren es 2017 noch 21 Einsätze, „so stieg diese Zahl auf rekordverdächtige 48 im abgelaufenen Jahr“, bilanzierte er.

32 Mal rückte man zur Hilfeleistung nach einem Unwetter aus, vier Mal gab es einen sogenannten „Mittelbrand“, drei Mal eine technische Hilfeleistung nach einem Unfall. Bis zu 38 Feuerwehrfrauen und -männer waren jeweils im Einsatz, im Schnitt zehn. Die Ausrückzeit lag im Durchschnitt bei etwas über drei Minuten, hob Hafner hervor.

Jugendfeuerwehrwart Janis Heckmann sagte, dass in der Truppe aktuell neun Mädchen und 15 Jungs aktiv sind. 2018 wurden insgesamt über 800 Stunden in die Jugendarbeit der Freiwilligen Feuerwehr Rothenberg investiert. Mit Erfolg: Die Mädchenmannschaft qualifizierte sich für den Landesentscheid, wo sie den vierten Platz holte. Die gemischte Mannschaft nahm an Südhessenpokal teil.

Rechner Stefan Brand listete die Kassenbewegungen des vergangenen Jahres auf. Ralf Sturm und Claus Weyrauch prüften die Kasse und bestätigten ihm eine einwandfreie Arbeit. Der Vorstand wurde einstimmig per Handzeichen entlastet. Benjamin Götz wurde von der Mitgliederversammlung zum Nachfolger von Ralf Sturm gewählt, der etatmäßig ausschied. Der neue Kinderfeuerwehrwart Oliver Fink wurde von der Versammlung ebenfalls einstimmig bestätigt.

Stadtbrandinspektor Marco Johe, Stadtrat Eric Sauer, Stadtverordneten-Vorsteher Claus Weyrauch, Hildegard Krauhs vom DRK, Pfarrer Eberhard Ramme und Jürgen Sauer vom Ortsbeirat richteten Grußworte an die Versammlung. Sie betonten die unverzichtbare Arbeit der Wehrleute und deren selbstlosen Einsatz für die Bürgerschaft.

Info: Die Jugendfeuerwehr Rothenberg veranstaltet am Samstag, 30. März, wieder das Lärmfeuer auf der Hirschhorner Höhe beim Feuerwehrhaus. Am 14. und 15. Juni findet das 85. Jubiläum der Feuerwehr statt. Bei diesem Anlass wird auch die Kinderfeuerwehr offiziell gegründet, die bereits jetzt startete.

Beförderungen: Paula Manschitz (Feuerwehrfrau), Mika Postawa (Feuerwehrmann), Maria Edelmann (Hauptfeuerwehrfrau), Sascha Flick (Hauptfeuerwehrmann), Marcel Beisel (Hauptlöschmeister), Steffen Bartmann (Löschmeister), Jan Reiche (Oberfeuerwehrmann)

Übernahmen: Rick Sturm, Luca Müller, Thorsten Neff, Nico Nowitzki, Chantal Freidel

Beim Guru-Fescht ist die Finkenbacher Feuerwehr voll gefordert

Das Guru-Fescht bedeutet immer einen Großeinsatz für die Stadtteilfeuerwehr. Beim Brandsicherheitsdienst während des Guru-Guru-Festivals im August leisteten die Finkenbacher Brandschützer 70 ehrenamtliche Stunden. Diese Zahl nannte Wehrführer Fabian Sauter auf der Jahreshauptversammlung. Unterstützt wurden sie von den Wehren aus Rothenberg, Ober-Hainbrunn und Kortelshütte. Insgesamt verzeichnete er im vergangenen Jahr 16 Einsätze, davon zwei Brände. Zwölf Mal rückte die Wehr zu technischen Hilfeleistungen aus.

2018 fanden 24 Übungs- und Unterrichtseinheiten statt, erläuterte Sauter. Die Feuerwehr zählt derzeit 32 Aktive, sechs Mitglieder in der Jugend- sowie drei in Alters- und Ehrenabteilung. 47 Prozent der Einsatzabteilung sind Atemschutzgeräteträger, 65 Prozent der Aktiven unter 35 Jahre alt, listete er auf. Der Wehrführer wurde im Rahmen der Zusammenkunft zum Hauptlöschmeister befördert. Nachfolger von Fabienne Buchert als Jugendfeuerwehrwart ist Adrian Kruppa.

Vereinsvorsitzender Jens Schindler ging auf die Aktivitäten im abgelaufenen Jahr ein. Er hob das erfolgreiche Gastspiel des Zwei-Mann-Theaters „Hannes und der Ourewäller Landrat“ hervor. „Viele Interessierte Gäste kamen aus nah und fern. Es wurde ein schöner, lustiger Abend“, freute er sich. In diesem Jahr gibt es eine Neuauflage. Die Grillnacht im Mai war wieder ein voller Erfolg, sagte Schindler.

Beim Freiwilligentag des Odenwaldkreises nahmen sich die Wehrleute die angrenzende Parkanlage vor. „Hier war Großreinemachen angesagt.“ Mit vielen Helfern wurden Sträucher am Bach und im Park zurückgeschnitten, der Rasen gemäht, der Brunnen und das Schachfeld gereinigt. Im September fand das Weinfest statt. So manches Essen war schnell ausverkauft, so Schindler. Wie jedes Jahr waren die Flammkuchen der Renner. Dazu kamen im Jahreslauf noch etliche auswärtige Feste, die von den Feuerwehrangehörigen besucht wurden.

Seit November sind die Voraushelfer von Feuerwehr und DRK mit elf Personen einsatzbereit, berichtete Wolfgang Buchert. Drei Alarmierungen gab es im vergangenen Jahr. Die komplette Ausrüstung wurde durch Spenden finanziert, sagte er. Dazu zählten neun Voraushelfer-Taschen zu je 300 Euro und ein Defibrillator für 1800 Euro. Allein aufs DRK-Konto gingen 2120 Euro an Spenden ein. Die Voraushelfer wollen die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes überbrücken und so im Ernstfall wertvolle Zeit bei der Ersten Hilfe gewinnen.

„Wir haben ein tolles Jahr 2018 hinter uns“, sagte die scheidende Jugendfeuerwehrwartin Fabienne Buchert. Am Bundeswettbewerb in Beerfelden nahm man das erste Mal als Staffel teil. Das Training zahlte sich aus: Platz 4 für die Jugendfeuerwehr Finkenbach bedeutete die Teilnahme am Südhessenpokal in Babenhausen. Dort erreichte die Jugendlichen „nach einem super A- und B-Teil einen sehr guten fünften Platz“. Die Wintermonate dienen jedes Jahr der theoretischen Ausbildung, da diese auch nicht zu kurz kommen darf, erläuterte sie.

Info: Am Samstag, 16. März, gastieren auf Einladung der Feuerwehr Finkenbach wieder „Hannes und der Ourewäller Landrat“ in der Hermann-Wilhelm-Halle zu Gast. Karten gibt‘s bei Hartmann Fachmarkt und Papillon in Beerfelden, Metzgerei Beisel und Jehle in Rothenberg, Mareikes Backshop in Finkenbach sowie Wolfgang Buchert und Jens Schindler von der Feuerwehr.

Zahl der Einsätze stieg für die Beerfeldener Wehr 2018 stark an

Auf den Tag genau vor 140 Jahren wurde die Freiwillige Feuerwehr Beerfelden gegründet. Vorsitzender Marc Gärtner nahm dies auf der Jahreshauptversammlung zum Anlass, aus dem damaligen Gründungsprotokoll zu zitieren. Nach den Musikstücken der Feuerwehrkapelle begrüßte er eine Vielzahl von Gästen aus den städtischen und Kreisgremien sowie von befreundeten Wehren. Gärtner freute sich, 70 Feuerwehrleute im Versammlungsraum begrüßen zu dürfen.

119 Einsätze waren 2018 zu bewältigen, darunter zwölf Brände und 97 technische Hilfeleistungen, erläuterte Gärtner. Gegenüber 2017 mit „nur“ 67 bedeutete das einen starken Anstieg, der hauptsächlich durch die vielen Unwettereinsätze begründet war. Entsprechend ging auch die Zahl der ehrenamtlichen Stunden steil nach oben. Als Feuerwehr mit überörtlichen Aufgaben waren die Beerfellmer außer in den eigenen Stadtteilen auch in Grasellenbach und Erbach tätig. Auf manche Details ging Wehrführer Rolf Scheuermann im Anschluss separat ein.

2018 fanden außerdem 55 Übungen, Unterrichte, Ausbildungen und Atemschutzübungen statt, berichtete der Vereinsvorsitzende. Des Weiteren wurden 31 Lehrgänge auf Kreis- und Landesebene besucht. „Nicht unerheblich sind die Eigenleistungen, die in den jeweiligen Werkstätten geleistet werden“, betonte er. In der Atemschutzwerkstatt 140, für die Funk-Werkstatt 125, Kfz 164 und Elektro 78 Stunden, listete er auf.

Die Beerfeldener Wehr ist eine starke Truppe. 71 Mitglieder zählt aktuell die Einsatzabteilung, 27 die Feuerwehrkapelle, 31 die Jugendfeuerwehr. 26 altgediente Recken sind in der Alters- und Ehrenabteilung aktiv. Dazu kommen 635 passive Mitglieder, zusammen 778 Personen. Eine schlagkräftige Truppe, die einiges bewegt. „Wir entlasteten die Stadt bei Anschaffungen für die Feuerwehr von rund 10.600 Euro“, hob Gärtner für den Verein hervor.

Für die Jugendarbeit wurden außerdem 6000 Euro aufgebracht, für die Feuerwehrkapelle 6200 und für Veranstaltungen zur Förderung der Kameradschaft inklusive Festbesuchen 4400 Euro. Das sind seinen Worten zufolge aus Vereinsmitteln über 27.000 Euro. Möglich sei das nur durch die vielen Mitgliedsbeiträge sowie durch das Engagement etwa bei Brunnenfest oder Kreisjugendfeuerwehrtag, „aber auch durch zum Teil sehr großzügige Spenden“, dankte der Vorsitzende.

Jugendfeuerwehrwart Lars Kaufmann legte in seinem Bericht die Aktivitäten der Jugendwehr dar. 31 Kids zwischen zehn und 16 Jahren sind derzeit in Beerfelden aktiv. Kapellensprecher Thomas Schmidt erwähnte für 2018 unter anderem 15 Spieltermine und 38 Musikproben. „Zurzeit befinden sich zwei Nachwuchsbläser in Ausbildung“, freute er sich. Diese wird durchgeführt von Dirk Bondes und Annika Wiencek. Zur Vervollständigung der Musikanlage und des Schlagwerks gab es einige Anschaffungen, teilte er mit.

Die Versammlung profitierte ganz direkt vom Trainingslager der Kapelle in Hüttenfeld. An diesem nahmen 22 Mitglieder der Feuerwehrkapelle teil. Fünf neue Musikstücke wurden eingeübt, davon erklangen drei bei der Veranstaltung. Der Kassenbericht von Rechner Steffen Fichtel zeigte, dass finanziell alles im grünen Bereich ist. Die Revisoren Stephan Wörner und Marco Gerbig bestätigten ihm eine einwandfreie Kassenführung, womit die (einstimmig erfolgte) Entlastung nur Formsache war. Neue Kassenprüfer für das laufende Geschäftsjahr sind Marco Gerbig und Patrick Bartmann.

Grußworte gab es von Bürgermeister Christian Kehrer, Kreistagsvorsitzendem Rüdiger Holschuh, Stadtbrandinspektor Marco Johe, Kreisbrandinspektor Horst Friedrich, Kreisjugendfeuerwehrwart Dominic Groh und DRK-Vorsitzendem Joachim Zimmermann. Sie hoben die unverzichtbare Arbeit der Brandschützer hervor und dankten für das große ehrenamtliche Engagement zum Wohle der Allgemeinheit. In seinem Ausblick auf 2019 nannte Gärtner unter anderen den Ehrungsabend in der Alten Turnhalle, das Beerfelder Brunnenfest und Feuerwehrleistungsübungen auf Landesebene.

Gründungsprotokoll Freiwillige Feuerwehr Beerfelden: „Nachdem der Wunsch von vielen hiesigen Bürgern geäußert wurde, auch in hiesiger Stadt eine freiwillige Feuerwehr zu gründen, so sahen wir uns veranlasst, die sich zu dieser Sache zu beteiligende Mannschaft auf hiesiges Rathaus einzuladen. Es wurde daselbst die von mehreren Männern entworfenen Statuten vorgelesen und unterschrieben und zugleich die Tagesordnung zur nächsten Generalsversammlung, die Tagesordnung, die Wahl des Vorstandes festgesetzt. Geschehen, Beerfelden, am 19ten Januar 1879“

Geehrte: Heinrich Breimer (70 Jahre Mitgliedschaft), Erich Boxberger (65), Egon Sauer (50), Helmut Kaufmann (50 Jahre aktive Mitgliedschaft), Uwe Sauer, Ludwig Eifert (beide 40), Christoph Siefert, Erwin Hügelschäfer (beide 25), 1. Vorsitzender Marc Gärtner

Beförderungen: Timo Gärtner (Hauptlöschmeister), Nicolai Kaupa (Oberfeuerwehrmann), Mirco Beyssel, Nico Ebner (beide Feuerwehrmann), Christoph Ihrig (Hauptfeuerwehrmann), Rico Scheuermann (Löschmeister)

 

Jochen Sauter ist neuer Wehrführer von Ober-Hainbrunn

Wechsel in der Wehrführung der Freiwilligen Feuerwehr Ober-Hainbrunn. Nach 20 Jahren als Feuerwehrkommandant kandidierte Stefan Hofmann für dieses Amt nicht mehr. Auf der Jahreshauptversammlung wurde sein bisherige Stellvertreter Jochen Sauter zum Nachfolger gewählt. Stefan Hofmann ist der neue Stellvertreter. Erstmalig in der Geschichte der Hainbrunner Brandschützer gibt es einen dritten Wehrführer. Pascal Lähn übernahm dieses Amt und wurde ebenfalls einstimmig gewählt.

Hofmann berichtete zu Beginn über die Arbeit im abgelaufenen Jahr. Übungen und Unterrichte rund um das neu angeschaffte TSF-W prägten den Plan. Mehrere Feuerwehrkameraden besuchten Lehrgänge auf Kreis- und Landesebene. Dadurch konnte viel neues Fachwissen einfließen. Die zusätzliche Beladung mache dies auch erforderlich, betonte er.

Hofmann ermahnte die Wehrleute, weiter an ihrer Ausbildung zu arbeiten, da es stetig neue Anforderungen gebe. Glücklicherweise, sagte er, gab es in 2018 keine schlimmen Brände. Zu zwei Einsätzen in Nachbarorten wurde die Hainbrunner Einsatzabteilung alarmiert, musste aber aufgrund der schnellen Arbeit der jeweiligen Feuerwehren nur noch Nachschau betreiben. Sechs Hilfeleistungseinsätze nach Unwettern wurden jedoch verzeichnet. „Dies zeigt wieder einmal die geänderten Einsatzbedingungen“, betonte der scheidende Wehrführer.

Bei der Gestaltung des neuen Fahrzeuges zeigte sich aufs Neue die gute Zusammenarbeit der Stadtteilwehren, freute sich Hofmann. So konnten die Hainbrunner auf Pläne der Finkenbacher zurückgreifen, die ein baugleiches erhielten. Der Gerätewagen der Rothenberger Wehr wurde genutzt, um die Beladung zum Einbau zu bringen. Aktuell hat die Feuerwehr Hainbrunn 20 aktive und 78 passive Mitglieder, zehn Jugend-Feuerwehrleute sowie acht Mitglieder der Alter- und Ehrenabteilung, erläuterte der Kommandant.

Anna Lähn berichtete über die Aktivitäten der Jugendfeuerwehr. Im Mittelpunkt standen die Teilnahmen an Bundeswettbewerb und Leistungsspange. Beide waren von Erfolg gekrönt. Im Bundeswettbewerb gewann die gemischte Gruppe nach dem dritten Platz auf Kreisebene den Südhessenpokal. Sechs Jungen und Mädchen der Jugendfeuerwehr legten ihre Leistungsspangenprüfung ab und dürfen somit die höchste Auszeichnung der deutschen Jugendfeuerwehr ihr Eigen nennen.

Kassenwartin Heike Arnold legte Einnahmen und Ausgaben dar. Nach der einstimmigen Entlastung wurde der Vereinsvorstand neu gewählt: Vorsitzender bleibt Stefan Hofmann, Stellvertreter Jochen Sauter, Schriftführer Jörg Heckmann, Kassenwartin Heike Arnold. Ebenso wurden fünf Beisitzer gewählt: Horst Michel, Michael Ihrig, Manuel Krieger, Johannes Glücks und Thomas Scheuermann.

Der neue Wehrführer Jochen Sauter bedankte sich für das in ihn gesetzte Vertrauen. Die Wahl von Pascal Lähn zum dritten Wehrführer „ist eine Weichenstellung für die Zukunft“, sagte er. Bürgermeister Christian Kehrer lobte die vielfältige Arbeit der Feuerwehr. Er beförderte Anna Lähn zur Oberfeuerwehrfrau, Pascal Lähn zum Hauptfeuerwehrmann und Marcel Lähn zum Löschmeister. Stadtbrandinspektor Marco Johe hob die wichtige Zusammenarbeit aller Stadtteilwehren hervor, um im Bedarfsfall miteinander alle Herausforderungen lösen zu können. Weiterhin legte er die Teilnahme an Lehrgängen ans Herz.

Stadtverordneter Wilfried Friedrich sprach den Zusammenhalt der Ortsvereine an. Dieser zeige sich unter anderem in der Sanierung des ehemaligen Schulhauses durch ehrenamtliche Arbeit. Er freue sich, so Friedrich, dass er in einer solch aktiven Gemeinschaft leben dürfe. Hofmann erwähnte noch den neu eingeführten Ehrungstag der Feuerwehren am 11. Mai. Dann werden in einer Feierstunde alle Kameraden der Stadt Oberzent geehrt.

Das Foto zeigt von links: Marcel Lähn, Stefan Hofmann, Pascal Lähn, Jochen Sauter, Anna Lähn, Christian Kehrer, Marco Johe

Kindergarten Rothenberg muss umziehen: Durch Brand im Verteilerkasten gibt es keinen Strom

Ein Brand im Verteilerkasten der Kita Himmelsauge konnte durch das Eingreifen der Oberzent-Feuerwehren mit etwa 70 Brandschützern rasch unter Kontrolle gebracht werden. Die 18 Kita-Kinder wurden schnell und unversehrt durch die Erzieherinnen in Sicherheit gebracht, denn die Brandmeldeanlage schlug laut an. Durch den Brand fiel aber die Stromversorgung im gesamten Gebäude inklusive der Verwaltung aus. Dort sind das Oberzent-Bauamt und der Bürgerservice für die ehemalige Gemeinde untergebracht.

Die Instandsetzung wird laut Stadt längere Zeit in Anspruch nehmen. Deshalb kommt es im Bereich der Abteilungen Bürgerservice und Bauamt zu Einschränkungen. Die Kita Himmelsauge ist derzeit in die Sporthalle und in das Dr.-Roland-Krauhs-Heim in Rothenberg ausgewichen. Der Betrieb kann bis auf Weiteres von dort aus weiterbetrieben werden. Laut Stadtbrandinspektor Marco Johe wird mit einer höheren Schadenssumme gerechnet.

Die Wehren wurden zu einer unklaren Rauchentwicklung im Kindergarten Rothenberg alarmiert. Auf der Anfahrt wurde von der Leitstelle schon mitgeteilt, dass sich keine Personen mehr im Kindergarten aufhalten würden, so die Nachricht der Feuerwehr. Beim Eintreffen des Großaufgebots quoll schwarzer Rauch aus den Kellerfenstern und die Rauchmelder ertönten laut. Zwei Trupps der Rothenberger Brandschützer gingen unter schwerem Atemschutz zur Erkundung vor.

Die Feuerwehr Beerfelden stellte drei Atemschutztrupps in Reserve, welche im weiteren Verlauf nicht mehr gebraucht wurden. Die zwei vorgehenden Trupps konnten den Brand schnell löschen und mittels Lüfter des TLF wurde das Gebäude entraucht. Nachdem dies erledigt war, rückte Beerfelden ab. Die Rothenberger Kameraden blieben mit Unterstützung von Kortelshütte, Ober-Hainbrunn und Finkenbach an der Einsatzstelle, schalteten das Gebäude stromfrei und saugten das Löschwasser mittels Nasssauger auf.

Info: Weiteres auf http://www.stadt-oberzent.de oder über die Hotline 06068/7590-900. Der Bürgerservice in den Verwaltungsstandorte Beerfelden, Schöllenbach und Unter-Sensbach ist zu den jeweiligen Öffnungszeiten verfügbar.

Finkenbacher Voraushelfer sind im Notfall am schnellsten vor Ort

Die ersten Einsätze haben die Voraushelfer bereits hinter sich. Dem stellvertretenden Feuerwehr-Kommandanten Wolfgang Buchert ist gut in Erinnerung, wie er kürzlich zu einem Schlaganfall gerufen wurde. „Das war heftig.“ Zum Glück war sein anderer Einsatz „harmloser“. Die elf Aktiven überbrücken in Finken-, Hinter- und Raubach die Zeit, bis der Rettungsdienst vor Ort ist. Das kann gerade nachts, wenn die Beerfelder Rettungswache nicht besetzt ist, etwas dauern.

Die Ehrenamtlichen aus den Reihen von Feuerwehr und DRK sind jetzt voll einsatzbereit. Die Lehrgänge sind absolviert, Taschen und Material beschafft. Ebenso wie der Defibrillator, dessen Kauf durch eine Spende der Jagdgenossenschaft Finkenbach Ost und West ermöglicht wurde. In kurzer Zeit hat sich viel getan. Über den Sommer flossen finanzielle Mittel aus der Bevölkerung und von Geschäftsleuten reichlich. Insgesamt kamen so über 4000 Euro zusammen.

Alle Ehrenamtlichen konnten dadurch mit dem entsprechenden Equipment ausgestattet werden, das pro Person um die 500 Euro kostet. Die Aktiven sind aber weiterhin auf Spenden angewiesen, denn Zuschüsse gibt es keine, wie mehrfach kritisiert wurde. „Das habe ich schon an Politik weitergeben“, erläutert Buchert. Unter anderem fehlen noch Jacken mit Wiedererkennungswert, damit man die Helfer gleich zuordnen kann. Auch muss das Verbrauchsmaterial aus eigenen Mitteln nachgekauft werden, so der Feuerwehr-Mann. Entsprechende Dosen stehen unter anderen in Mareikes Backshop.

Die Voraushelfer freuten sich, dass die Jagdgenossen die benötigten 1700 Euro für den Defi zur Verfügung stellten. Zur Übergabe waren Jagdpächter Stefan Hoock mit seiner Partnerin Birgit Manganaro, Vorsitzender Heinrich Hotz und Wolfgang Weimar ins Feuerwehrhaus gekommen. „Für uns war das selbstverständlich“, sagt Hotz. Es kann immer etwas passieren, ergänzt Hoock. „Dann ist man froh, wenn jemand hilft.“

Die Mitgliedschaft bei den Brandschützern ist keine Bedingung, um bei der Voraushelfer-Gruppe mitzumachen, betont Vereinsvorsitzender Jens Schindler: „Interessierte Bürger können sich uns gerne anschließen.“ Denn alles steht unter einem wichtigen Ziel: „Die medizinisch nicht versorgte Zeit, bis der Rettungsdienst eintrifft, soll möglichst gering gehalten werden.“ Je mehr Helfer verfügbar sind, desto größer ist die die Wahrscheinlichkeit, dass einer von ihnen greifbar ist. Die Koordination geschieht über die Leitstelle. Im Notfall muss weiterhin die 112 gewählt werden.

Die Voraushelfer leisten aber nicht nur medizinische Hilfe. Sie kümmern sich auch um Angehörige, bis deren Verwandte oder das Kriseninterventionsteam eingetroffen sind. „Uns kennt man im Ort“, hebt  Buchert hervor. Die Betroffenen sehen in einem Notfall bekannte Gesichter, denen sie sich anvertrauen. „Es muss in die Köpfe der Leute, dass es uns gibt“, sagt er.

Ein tödlicher Motorradunfall im Sommer 2017 in der Raubach gab den Ausschlag: DRK-Mann Christian Niesen wurde aus dem Schwimmbad per Piepser heraus als Ersthelfer alarmiert, die Finkenbacher Feuerwehr kam dann an die Unfallstelle hinzu. Aus dem späteren Gespräch heraus entstand die Idee, unter dem Dach des DRK eine Voraushelfer-Gruppe aufzubauen, die überwiegend mit Feuerwehrleuten „bestückt“ ist. Damit soll gewährleistet werden, dass immer jemand vor Ort in Notfällen greifbar ist.

Beim DRK Rothenberg-Finkenbach mit Bereitschaftsleiterin Anja Braner stieß man mit diesem Ansinnen auf offene Ohren. Die Rotkreuzhelfer engagierten sich stark beim Aufbau. „Die Zusammenarbeit ist im Kreis einmalig“, hebt sie hervor. Aktive Feuerwehr-Mitglieder traten ins DRK ein, um so auch den entsprechenden Versicherungsschutz zu haben.

78 Stunden dauerte der zu absolvierende Sanitätskurs, erläutert Niesen. Eine Zeit, die ehrenamtlich an vier Wochenenden aufgebracht wurde. Die Helfer treffen sich in regelmäßigen Abständen zum Auffrischen. Alle zwei Jahre gibt es eine Fortbildung. Mit den elf Aktiven erreichen die Voraushelfer in ihrem Gebiet eine 1:50 Betreuung, also ein Helfer pro 50 Einwohner. „Eine sauguter Schnitt“, freut sich Niesen.

 

Voraushelfer-Gruppe Rothenberg-Finkenbach: 11 Aktive aus Feuerwehr und DRK

Im Notfall weiterhin die 112 wählen

Weitere Infos bei Wolfgang Buchert unter E-Mail wolfgang.buchert@freenet.de

Treffen nach Absprache im Feuerwehrhaus Finkenbach. Termine können unter Telefon 0171/3490339 bei Wolfgang Buchert angefragt werden.

Spenden sind möglich auf das Konto des DRK Rothenberg-Finkenbach unter dem Verwendungszweck Voraushelfer Feuerwehr Finkenbach, IBAN DE16 5085 1952 0031 0000 60.