Rothenberger Feuerwehren übten an der Sporthalle Hand in Hand mit dem DRK

„Alles lief soweit nach Plan“. Rothenbergs Gemeindebrandinspektor (GBI) Marco Johe war sehr zufrieden mit der Jahreshauptübung aller vier Gemeindewehren, zu der 58 Brandschützer an der Sporthalle zusammengekommen waren. Dort sah das Szenario vor, dass es in den Jugendfeuerwehrräumen beim Waffelbacken anlässlich Halloween zu einer Verpuffung gekommen war. Sechs vermisste bzw. verletzte Personen galt es neben der Brandbekämpfung aus dem Mannschaftsraum zu bergen.

Neben den Wehrleuten unter der Einsatzleitung des stellvertretenden GBI Oliver Fink war auch der benachbarte DRK-Ortsverband mit acht Personen unter der Leitung von Roland Heckmann mit an der Übung beteiligt. Fünf Sanitäter, zwei Rettungssanitäter und ein Rettungsassistent übernahmen die „Verletzten“ und kümmerten sich um sie. Von diesen waren sowieso nur drei „lebendig“ in Gestalt von geschminkten Mitgliedern des Jugendrotkreuzes dabei, bei den anderen drei handelte es sich um Dummys.

Die Rothenberger Wehr mit ihrem Katastrophen-Löschfahrzeug LF 10 KatS und dem Tanklöschfahrzeug (TLF) 16/25 war logischerweise als erste vor Ort, da sich das Gerätehaus direkt neben der Sporthalle befindet. Deshalb kümmerten sich diese Wehrleute vorrangig um die Menschenrettung. Als weiteres rückte die Kortelshütter Wehr mit ihren Tragkraftspritzenfahrzeug Wasser (TSF-W) sowie dem Mannschaftstransportwagen (MTW) aus und war ebenfalls an der Bergung der Verletzten beteiligte.

Von beiden Wehren waren jeweils zwei Trupps à zwei Personen mit Atemschutz ausgerüstet und drangen ins Gebäude ein. Sowohl Bürgermeister Hans Heinz Keursten als auch der Beerfeldener Wehrführer Rolf Scheuermann, gleich stellvertretender Kreisbrandinspektor, überzeugten sich von der Schlagkraft der Rothenberger.

Mit Unterstützung des Gerätewagens Logistik (GW-l) der Rothenberger legten die Ober-Hainbrunner eine zusätzliche Wasserleitung von der Zisterne am alten Feuerwehrhaus etwa 600 Meter auf die Höhe. Damit, so Johe, sollte der Gefahr entgegengetreten werden, dass die wegen des Brandes gefährdete Zisterne an der Sporthalle möglicherweise ausfallen könnte. „Wir haben auf dem Berg wenig Wasser und wenig Druck auf der Leitung“, erläuterte er. Aufgrund der Größe des Objekts sei diese Vorsichtsmaßnahme angebracht.

20 Minuten dauerte die Leitungsverlegung. „Das ist okay“, meinte Johe mit Blick auf die Uhr. Die zusätzliche Reserve ist seinen Worten zufolge kein Muss, aber mit Blick auf die gute Personalsituation bei der Übung eine sinnvolle Maßnahme. In diesem Zug ließ der GBI auch noch die beiden Pumpen auf dieser Strecke testen. „Wenn wir gerade dabei sind“, schmunzelte er.

Die Finkenbacher wiederum bereiteten vom Hydrant im Gammelsbacher Weg her einen Löschangriff auf der Rückseite der Halle vor, „um sie gegen ein Übergreifen der Flammen zu schützen“. Lob heimste vom GBI der schnelle Einsatz des Lüfters ein. „Der drückt den ganzen Rauch hinten zum Fenster aus“, sagte er. Eine klare Sicht sei unverzichtbar, wenn es um die Bergung von Verletzten gehe.

Ins Szenario mit eingebaut wurde auch ein Atemschutznotfall. Danach bekam ein Feuerwehrmann keine Luft mehr, erlitt einen Kreislaufkollaps und musste gerettet werden. „In einem solchen Fall kommt die Mayday-Meldung von innen“, so der GBI. Die Bergung des Kameraden hat dann absolute Priorität vor der weiteren Brandbekämpfung. Als das Feuer „so weit gelöscht war“, folgte die Nachkontrolle in der angrenzenden Sporthalle, ob es doch noch Glutnester gibt oder irgendwo der Brand übergesprungen war.

Neben dem schnellen Lüftereinsatz stellte Johe auch noch das rasche Auffinden der Verletzten heraus. Auch das Schlauchmanagement funktionierte gut. Denn der Einsatzleiter muss das Objekt abschätzen, um zu wissen, wie viele Meter Schlauch benötigt werden – „um auch in die hinterste Ecke zu kommen“.

Bei der Rothenberger Feuerwehrübung waren etwa 700 Meter B-Schläuche mit einem Durchmesser von 75 Millimetern in Gebrauch. Dazu noch einmal vier C-Rohre, zwei für innen und zwei für außen, mit zusammen etwa 150 bis 200 Metern. Sie haben einen Durchmesser von 42 bis 52 Millimetern.

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Damit die Bürger nicht selbst löschen müssen: Finkenbacher Feuerwehr startete ungewöhnliche Aktion zur Mitgliedergewinnung

Vereine müssen mit der Zeit gehen, sonst gehen sie mit der Zeit. Bei der Finkenbacher Feuerwehr will man nicht tatenlos zusehen, wie die Mitglieder der Einsatzabteilung und des Feuerwehrvereins immer weniger werden. „Wir sind zwar noch ganz gut aufgestellt, aber wollen schon frühzeitig im Vorfeld handeln“, erläutert Vorsitzender Jens Schindler die besondere Werbeaktion, mit der die Brandschützer jetzt im Ort unterwegs sind. „In der näheren Umgebung ist mir das in der Form noch nicht untergekommen“, meint er angesichts des unkonventionellen Herangehens.

Schindler griff dabei auf eine etwas provokante Kampagne zurück, die vor einiger Zeit von der Feuerwehr Vallstedt/Allvesse (in der Nähe von Braunschweig) zusammen mit Typografix Design ins Leben gerufen wurde. Vor zwei Jahren fiel sie dem Odenwälder in die Hände. „Haushalts-Löscheimer“ steht auf den weißen Gefäßen, die in 240-facher Ausfertigung an alle Finkenbacher Haushalte verteilt werden.

Dankbar ist man bei der Wehr der Firma Bechthold in Beerfelden, die diese zur Verfügung stellten. Die Eimer sind als Geschenk für die Finkenbacher gedacht. In der Hoffnung, „dass sie nie zum Löschen gebraucht werden“, sagt der stellvertretende Vereinsvorsitzende Alexander Volk. Ein Flyer, den die Ehrenamtlichen in stundenlanger Arbeit in jedes Behältnis legten, weist die Bürger darauf hin, dass es immer weniger Vereinsmitglieder gibt „und die Feuerwehren langsam kaputt gehen“, so Schindler. Vor allem ist es ja nicht nur die Brandbekämpfung, mit der die Wehren aktiv sind. Sie leisten ebenso einen großen Beitrag zum kulturellen Leben im Ort. Wie die Finkenbacher mit ihrem Weinfest. Auch die Durchführung des „Finki“-Festivals ist ohne sie nicht mehr denkbar.

Wenn keine Floriansjünger mehr ausrücken, sind die Einwohner im Notfall selbst gefragt. Deshalb auch die Löscheimer, um mit eigener Kraft einem Feuer zu Leibe rücken zu können. „Brand unter 112 melden, zehn Minuten abwarten in der Hoffnung, dass die Feuerwehr kommt, wenn nicht, dann Haushalts-Löschkübel mit Wasser befüllen“, lautet die Anweisung. Und: „Wenn Feuer zu groß, Nachbarn informieren und Kübelkette bilden.“

Die merkwürdigen Instruktionen sind auf der Rückseite erklärt. Dort werden die Aufgaben der Wehr erläutert und wird auf ihre Bedeutung im Ort hingewiesen. Durch den Löscheimer „soll mit Witz und Ironie darauf aufmerksam gemacht werden, dass die ehrenamtliche Tätigkeit einer Feuerwehr wichtig ist“, betont Schindler. Die Finkenbacher wünschen sich mehr aktive Mitglieder, „um Mitbürgern in Not zu helfen“. Neben den Alteingesessenen will man auch Zugezogene erreichen.

Wenn sich jemand nicht aktiv einbringen kann oder möchte, ist eine Fördermitgliedschaft ebenso willkommen. „Das kostet nur einen Euro im Monat“, weist der Vorsitzende darauf hin, dass auch wenig Geld der Feuerwehr hilft. Denn mit Vereinsgeldern werden etwa Ausgehuniformen beschafft. Oder, wenn genug zusammen gekommen ist, ein Fahrzeug wie der Mannschaftstransportwagen auf eigene Kosten beschafft. Zusätzliche Ausrüstung wird ebenfalls darüber finanziert.

Damit der Flyer nicht nur graue Theorie bleibt, lädt die Feuerwehr am Samstag, 21. Oktober, ab 9 Uhr zu einem Tag der offenen Tür rund um ihr Gerätehaus in der Wetterbergstraße ein. Dabei präsentiert die Einsatzabteilung unter anderem ihr neues Tragkraftspritzenfahrzeug-Wasser (TSF-W). Der Verein informiert über seine Aufgaben, von der Jugendfeuerwehr gibt es eine kleine Schauübung zu sehen.

„Wir haben nur noch acht Jugendliche in unseren Reihen“, bedauert Wehrführer Fabian Sauter. „Ein paar mehr dürfen gerne noch dazu kommen.“ Denn Jugendwehr bedeute Spaß im Team, Wettbewerbe mit anderen Feuerwehren, Gruppenstunden, Zeltlager und vieles mehr. In der Einsatzabteilung sind es derzeit 31 Aktive. Der Verein zählt insgesamt 130 Mitglieder. Neben den verschiedenen Aktivitäten wird am Aktionstag auch per Brandsimulator gezeigt, wie man löscht.

Viel Andrang beim Oktoberfest der Freiwilligen Feuerwehr Hirschhorn

Nach einem schleppenden Beginn verzeichnete die Hirschhorner Feuerwehr doch noch einen schönen Erfolg ihres Oktoberfests. Dirndl und Krachlederne waren bei den Brandschützern Trumpf, während bei den Gästen überwiegend Alltagskleidung vorherrschte. Die säumten nach der Mittagszeit, als der Nebel der wärmenden Oktobersonne Platz gemacht hatte, in großen Mengen die Sitzgelegenheiten.

Ein Jahr hatten die Floriansjünger wegen des Umbaus des Feuerwehrgerätehauses in der Hainbrunner Straße mit dem Fest pausiert. Eigentlich wollte man dieses gleich zusammen mit dem Florianstag einweihen. Doch beim Bau „ist leider kein Ende in Sicht“, bedauerte Vereinsvorsitzender Tim Pfisterer. Das Geld der Stadt ist alle. In einer Schauübung wurde am Nachmittag die Bekämpfung eines Wohnungsbrands im Nachbargebäude simuliert.

Bereits am Abend vorher war die Backdraft-Party in der großen Fahrzeughalle gut besucht. Der nächste Morgen startete erfreulich: Die Feuerwehrleute nahmen offiziell ihr neues Fahrzeug, ein LF 10 KatS, zusammen mit dem Rüstwagen in Betrieb. Die Übergabe geschah durch den Ersten Stadtrat Karlheinz Happes. Neben den vielen befreundeten Wehren aus der Umgebung (Brombach, Kortelshütte, Neckarhausen und Langenthal) freute man sich besonders über den Besuch der Kollegen aus Hirschhorn in Niederbayern, die traditionell jedes Jahr zum Oktoberfest vorbeikommen.

Fürs leibliche Wohl war naturgemäß die Auswahl groß. Bereits zwei Tage vorher hatten sich Aktive aus Einsatzabteilung und Verein an die Vorbereitung gemacht. „Der Aufwand hat sich gelohnt“, brachte Pfisterer seinen Dank an die Helfer zum Ausdruck. Weißwürste und Fleischpflanzerl zur Maß Bier, aber auch Flammkuchen von der Jugendfeuerwehr oder Waffeln von den Bambini mundeten bestens. Für die Kinder stand eine Hüpfburg bereits. Auf große Nachfragen stießen die traditionellen Rundfahrten mit den Feuerwehrfahrzeugen.

Die etwas andere Speisekarte sorgt für Andrang beim Weinfest der Finkenbacher Feuerwehr

Flammkuchen Hellas, Forelle mit Kartoffelsalat, Ofenkartoffel mit Kräuterquark  oder Kürbissuppe: Eher ungewöhnliche Gerichte bei einem Feuerwehrfest. Die Finkenbacher Brandschützer haben mit diesem Angebot aber sehr gute Erfahrungen gemacht. Nach dem etwas durchwachsenen Besuch im vergangenen Jahr brummte es dieses Mal rund um den Brunnen. Was wäre das Weinfest ohne Wein: Verschiedene Tropfen vom Weingut Diehl aus Rheinhessen fanden zahlreiche Abnehmer. Eine Hüpfburg sorgte für Unterhaltung der Kinder. Das gerade am Vortag auf Vordermann gebrachte Schachfeld war bereits wieder in Funktion.

Verschiedene Flammkuchen und gute Weine sind das Erfolgsrezept des Festes, das die Feuerwehr im Jahr 2010 neu aufleben ließ. Der Park gleich neben der Brücke in der Nähe des Feuerwehrhauses bot sich dafür an. Den dortigen Brunnen „gibt’s schon seit über 20 Jahren, aber bisher wurde er noch nicht als Festkulisse genutzt“, weiß Vereinsvorsitzender Jens Schindler. Von der Bevölkerung wird das Weinfest sehr gut angenommen, ist es doch eine schöne Alternative zur traditionellen Kerwe. Aus Finkenbach selbst kommen deshalb auch die meisten Gäste.

An die 40 Helfer hat die Feuerwehr den Tag über fürs Wohl der Besucher im Einsatz, zählte Matthias Heiß. Die laben sich gerne an den frisch belegten und vor Ort im Ofen gebackenen Flammkuchen. Als Spezialität gab’s diesmal unter den fünf Sorten eine Bärlauch-Auflage und den „Lachs im Lauchmeer“. Natürlich die süße Variante nicht zu vergessen. Thomas Frisch und Fabian Sauter wechselten sich bei der Schweiß treibenden Arbeit ab. Der Klassiker, der elsässische Flammkuchen, läuft aber immer noch am besten. Die Jugendfeuerwehr verdiente sich etwas fürs Zeltlager dazu und bot frische Waffeln an.

Beim Fisch setzen die Wehrleute auf Regionalität. Die Forelle stammt aus der Teichanlage Finkenbachtal von Matthias Bartmann. Am Tag vorher frisch gefangen, legte sie Bartmann eine Nacht in Salz ein, ehe sie dann auf den Teller kamen. 35 Stück waren geordert worden. Kein Vergleich aber zum Flammkuchen, von dem etwa 250 Stück an diesem Tag weggehen.

Mehrere hunderte Besucher dürften es in diesem Jahr gewesen sein, freute sich Schindler. Deutlich mehr als 2016. Dazu trugen auch die Feuerwehren aus Langenthal, Kortelshütte und Ober-Hainbrunn bei. Der gemischte Chor kam am Mittag für ein paar Lieder vorbei und unterhielt die Gäste prächtig. Die Mannen des FC Finkenbachtal hatten reichlich Durst nach dem Frust der 3:2-Niederlage in Bad König-Zell mitgebracht.

Bei den Getränken war natürlich der Fest-namensgebende Wein ein Muss. Die Weinprobe „wurde extrem gut angenommen“, so Heiß. Vier weiße und vier rote Tropfen standen zur Auswahl, dazu noch zwei Roséweine. Verkaufsschlager war die „Sommer Sinfonie“, ein lieblicher Weißwein. „Der schmeckt selbst mir, obwohl ich keine süßen Tropfen mag“, schmunzelte Heiß.

Beim Kortelshütter Kelterfest am 10. September werden wieder Wildschweine gegrillt

Wenn die Feuerwehrleute im Rothenberger Ortsteil ihr Kelterfest feiern, läuten bei den Schwarzkitteln in der Region die Alarmglocken. Denn zwei von ihnen werden in bester gallischer Tradition erst gegrillt und dann vertilgt. Am Sonntag, 10. September, wird das um 10.30 Uhr im und um das Dorfgemeinschaftshaus Kortelshütte schon zum vierten Mal der Fall sein. Insgesamt findet das Kelterfest bereits zum 26. Mal statt.

Die zahlreichen Gäste lassen sich nicht nur ein mächtiges Wildschwein vom Spieß aus den heimischen Wäldern munden, sondern vertilgen in der Regel noch ein weiteres, das zuvor zu Wildgulasch verarbeitet wurde. Diese Neuerung aus 2014, eine Wildsau am Spieß anzubieten, bewährte sich bisher bestens und beschert den Brandschützern immer einen großen Andrang.

Natürlich muss die Sau auch schwimmen. Deshalb gibt es wieder leckeren, frisch gekelterten Süßmost von Kortelshütter Äpfeln und neuen Wein. Dazu reichen die Floriansjünger selbstgebackenen Zwiebelkuchen, Haxen, geräucherte Forellen und weitere leckere Spezialitäten. Wie schon in den vergangenen Jahren findet am Tag zuvor, Samstag, 9. September, ab 20 Uhr eine Bembelparty mit „DJ Firefighter“ statt.

Neben den Kameraden der befreundeten Wehren aus Hirschhorn und den Rothenberger Ortsteilen kommen gerne auch viele Auswärtige, die die Gastfreundschaft der Wehrleute und das ausgefallene Speisen- und Getränkeangebot zu schätzen wissen. Etliche Zentner Äpfel von Wiesen auf der heimischen Gemarkung werden im Vorfeld von Einsatzabteilung und Jugendwehr gesammelt, um daraus viele Liter Apfelsaft direkt vor Ort frisch zu pressen.

Am Grill steht immer in bewährter Manier der gelernte Koch Stefan Sonnenburger. Der ist zwar kein Feuerwehr-Mitglied, aber bei den Festen immer an vorderster Front dabei, wenn es ums Helfen geht. Damit der Grill unter der Wildsau nie ausgeht und sie nach mehr als sechs Stunden das entsprechende Aroma hat, schlagen sich die Feuerwehrleute gern die Nacht um die Ohren. Insgesamt sind rund um die Veranstaltung 25 Helfer aus der gesamten Feuerwehr aktiv. Viele Speisen werden vor Ort selbst zubereitet, so das frisch gekochte Sauerkraut oder der Zwiebelkuchen.

Große Erfolge einer kleinen Wehr: Kortelshütter Feuerwehr-Mannschaften trugen den Ortsnamen bei Wettbewerben nach Hessen

Hinter der Kortelshütter Feuerwehr liegt ein ereignisreiches Jahr, in dem sie einige schöne Erfolge bei Wettbewerben verzeichnete. Das machte auf der Jahreshauptversammlung der Vorsitzende Daniel Braner deutlich. Zu Beginn der Veranstaltung wies er darauf hin, dass nun im Feuerwehrgeräthaus eine Gedenktafel für die verstorbenen Kameraden vorzufinden sei. Einen Dank stattete er an Heiko Plank und Gerrit Bissdorf für die Umsetzung und Gestaltung ab. Ein dickes Dankeschön ging an Thorsten Beisel, der die Beschriftung des TSF/W gesponsert hat.

Braner sagte, dass seit kurzem wieder Kontakt mit der Feuerwehr in Morter/Südtirol bestehe und dass man daran interessiert sei, diesen wieder aufleben zu lassen. Er bestand in den 80er Jahren und war leider irgendwann erloschen. Eventuell wird sogar an einen Ausflug im nächsten Jahr ins schöne Vinschgau gedacht, so der Vorsitzende.

Das Jahr 2016 verlief für die Kortelshütter Brandschützer sehr positiv. Es wurde viel für die Weiterbildung getan. So absolvierten Alexandra Braner und Felix Götz den Grundlehrgang, letzterer noch zusätzlich den Funklehrgang. Malte Hinrichs und Maurice Fink waren erfolgreich beim Maschinisten-Lehrgang, Fink legte den Gruppenführer nach. Dadurch habe man in Kortelshütte mittlerweile fünf Gruppenführer, erläuterte Braner. Manuel Heiß und Maurice Fink bestanden außerdem den Motorkettensägen-Lehrgang.

Im Oktober vergangenen Jahres nahm man an der Jahreshauptübung der Rothenberger Gemeindewehren am Bauhof teil, ebenso wie am Unterreicht FwDV 7, bei dem die neu angeschaffte Wärmebildkamera vorgestellt und erklärt wurde. Diese kam auch bei einer internen Übung in Kortelshütte zum Tragen. Es wurden wieder viele Stunden in Unterricht investiert.

Mehr als erfolgreich verlief das Jahr für die Wettkampfmannschaft. Kortelshütte war 2016 mit zwei Teams beim Kreisfeuerwehr-Wettkampf in Breuberg am Start. Man erreichte einen zweiten Platz mit 100 Prozent und einen sechsten mit 97,2 Prozent – das bis dato beste Ergebnis einer zweiten Staffel. Mit dieser guten Platzierung ging es weiter zum Bezirksentscheid, der mit einem fünften Platz endete.

Damit durfte man nach 2006 wieder weiter zum Landesentscheid nach Hungen – eine Sensation. Da dieser zeitgleich auf das Kelterfest fiel, musste das verschoben werden. Es wurde beim Wettbewerb niemand enttäuscht – mit einem guten zwölften Platz fuhren die Kortelshütter nach Hause. Welch ein Erfolg für eine solch kleine, aber feine Feuerwehr, betonte Braner.

Auch die Jugendfeuerwehr war 2016 erfolgreich. Ein Highlight war der zweite Platz in der Staffelwertung beim Kreisjugendfeuerwehrtag in Mümling-Grumbach. Somit war das Ticket für den Südhessenpokal gelöst. Den holte die JFW zum zweiten Mal nach 2014. Aber nicht nur der Wettkampf stand im Vordergrund, sondern auch Spaß und Spiel. So wurde eine Berufsfeuerwehrnacht mit Übernachtung im Gerätehaus veranstaltet.

Auch auf Vereinsebene lief alles zur Zufriedenheit. Es wurden übers Jahr viele Feste befreundeter Wehren besucht, sagte Braner, so die Grillnacht in Finkenbach, das Feuerwehrfest in Höllerbach, der Tag der offenen Tür in Rothenberg oder das Handkäsfest in Ober-Hainbrunn, um nur einige zu nennen. Es wurden auch wieder viele Veranstaltungen ausgerichtet, beginnend mit der Fastnacht und dem Maibaumfest der Jugendfeuerwehr. Im Herbst fanden – 14 Tage später als gewohnt – das 25. Kelterfest und die Bembelparty statt.

Die Feste haben Braner zufolge nicht zur zum Dorfleben beigetragen, sondern führten auch dazu, dass mit dem erwirtschafteten Überschuss feuerwehrtechnisches Equipment angeschafft werden konnte. Ein dickes Dankeschön ging an alle, die die Feuerwehr immer wieder unterstützen, sei es mit Spenden oder persönlichem Einsatz.

Fleisch muss man wie ein rohes Ei behandeln: Finkenbacher Vereinsvertreter nahmen an Lebensmittelhygiene-Schulung teil

Wenn Frühling und Sommer nahen, dann steht auch die Saison der Vereinsfeste ins Haus. Geselligkeit wird bei netter Unterhaltung und gutem Essen gepflegt. Doch damit den Gästen alles trefflich mundet und nichts im Hals stecken bleibt, müssen die ehrenamtlichen Helfer inzwischen eine Vielzahl von Vorschriften beachten. Um damit auf dem neusten Stand zu sein, hatten Mareike und Christian Niesen eine Lebensmittelhygiene-Schulung im Finkenbacher Feuerwehrhaus organisiert.

Der Hintergrund: Eine solche Schulung ist Pflicht für alle Personen, die leicht verderbliche Lebensmittel herstellen, behandeln oder in den Verkehr bringen. Mareike Niesen übernimmt in dieser Saison als Pächterin den Kiosk im Schwimmbad Finkenbach und muss dann die Teilnahme an einer solchen Veranstaltung vorweisen. So wie in der Theorie ein Vertreter jedes Vereins in jedem Jahr. Doch in der näheren Region „fehlte das Angebot“, erläuterte Christian Niesen. Weshalb er die Organisation selbst in der Hand nahm.

Zwölf Mitglieder von Freiwilliger Feuerwehr, Gemischtem Chor, FC Finkenbachtal, Heimat- und Verschönerungsverein (HVV) sowie die Kiosk-Pächterin nahmen teil. Mit Ingo Weil von der Firma HSW aus Bad König wurde sie von einem ausgewiesenen Fachmann geleitet und durchgeführt, der mit etlichen Beispielen aus der Praxis aufwarten konnte. Viele Fragen wurden von ihm beantwortet und lebhaft diskutiert. Geplant ist laut Niesen, diese Schulung alle zwei bis drei Jahre in Finkenbach anzubieten.

Ein Klassiker der Lebensmittelhygiene ist der Umgang mit rohem Fleisch. Hier ist es laut dem Fachmann sinnvoll, mit Messern in drei Farben zu arbeiten: für Fleisch, Brötchen und Salat. „Auf keinen Fall mit demselben Messer erst das Fleisch und dann ein Brötchen schneiden“, so Weil. Fleisch sollte man in einer Kühltruhe unten lagern, weil sich dort die Kälte am längsten hält. Und nicht in einem Kühlschrank, weil durch das Öffnen der Tür jedes Mal mehr Wärme hineinströme.

Auch bei Tiramisu mit rohem Ei oder generell Ei-haltigen Speisen ist Vorsicht geboten. Uschi Egler vom gemischten Chor fragte nach dem richtigen Umgang mit Eiern und daraus hergestellten Produkten. Sobald das Produkt durcherhitzt wurde, sei die Aufbewahrung kein Problem, hieß es. Bei Produkten mit nicht erhitztem rohem Ei dürfe die Kühlkette nicht unterbrochen werden, sagte der Fachmann. Sie müssten an der Theke in einer sogenannten „Sichtkühlung“ angeboten werden, die erst bei Ausgabe an den Käufer beendet wird.

„Tiramisu ist auf jedem Grillfest sehr kritisch“, so Weil. Er empfahl, mit Eikonzentrat zu arbeiten. Daneben wurde von ihm auf die Gefahr von Salmonellen und die Folgen einer daraus resultierenden Vergiftung hingewiesen. „Schmuck oder Eheringe sollten bei der Desinfektion der Hände abgenommen werden“, so der Experte. Denn darunter kommt es das entsprechende Mittel nicht. Auf Wunden sollte unbedingt ein Pflaster, wie auch generell Handschuhe anzuraten seien.

Mareike Niesen wollte vom Fachmann wissen, wie es sich mit Holzschneidebrettern in der Küche verhält. Man sollte nur Kunststoffbretter nutzen, sagte Weil. Denn: „Raue Oberflächen lassen sich nicht reinigen.“ Daher sollten Schneidebretter regelmäßig abgeschliffen oder erneuert werden. Alles, was mit rohem Fleisch in Kontakt kommt, sollte nach Gebrauch gründlich gereinigt werden, erläuterte Ingo Weil. Am besten, sagte er, in einer Industrie-Spülmaschine mit Temperaturen von mindestens 60 Grad Celsius im Spültank und mindestens 85 Grad Celsius bei der Nachspülung. Beim Grillen könne zum Auflegen und Herunternehmen die gleiche Fischgabel benutzt werden.

„Ich werde nun die Mitglieder des HVV Finkenbach, die grillen oder Essen ausgeben, vor dem nächsten Vereinsfest schulen“, so Niesen. Eine ähnliche Multiplikatorenfunktion haben auch die anderen Teilnehmer. Mittels eines Zertifikats kann dann nachgewiesen werden, dass das Wissen innerhalb des Vereins weitergegeben wurde. Andere Vereine, die noch keine Schulung haben, sollten selbst die Schulung beim Profi machen, empfahl Niesen. „Das Gesundheitsamt hilft da gerne weiter.“

Grundlage ist die sogenannte „Basis-Hygieneverordnung“ wie Lebensmittel-, Personal- und Gerätehygiene. Themen wie offene Milchprodukte, Fleisch, Wassertemperatur beim Spülvorgang, Kühlkette, Lagertemperaturen, Allergenkennzeichnung und Küchenausstattung (Holz oder Kunststoff) werden ausgiebig geschult. Diese Schulung ist Pflicht für alle Personen, die leicht verderbliche Lebensmittel herstellen, behandeln oder in den Verkehr bringen. Das heißt, jeder Verein, der Vereinsfeste macht und Essen verkauft, braucht geschulte Mitglieder gemäß Paragraf 4 Lebensmittelhygieneverordnung (meist der Vorstand).