Feuerwehr Kortelshütte fährt zum Landesentscheid nach Hungen

Zum dritten Mal vertritt die Freiwillige Feuerwehr aus dem Oberzent-Stadtteil die Region beim Landesentscheid in Hungen. Die Kortelshütter belegten bei den Feuerwehrleistungsübungen auf Bezirksebene in Echzell (Wetterau) den vierten Platz, der zur Teilnahme berechtigt. Aus dem Odenwaldkreis nimmt außerdem noch Kirchbrombach teil, das sich als Sechster den letzten verfügbaren Platz sicherte. Sieger war Ober-Mockstadt. Die Feuerwehr Kortelshütte hatte sich für die Teilnahme am Bezirksentscheid mit Platz 1 bei den Kreismeisterschaften Odenwald qualifiziert.

Als erstes kam in Echzell die Theorie an die Reihe. Dieser Fragebogen hatte es wirklich in sich „und bereitete uns doch einiges Kopfzerbrechen“, berichtet der stellvertretende Kommandant Timo Fink. „Die war sehr schwer im Vergleich zum Kreisentscheid in Breuberg-Neustadt“, sagte er. Gut gelaunt gingen die sechs Teilnehmer schon ganz früh am Morgen in die theoretische Prüfung (mit 15 Fachfragen).

Nachdem man die Startnummer 12 für die Praxis gezogen hatte, hieß es erst einmal lange warten und zuschauen, was die Konkurrenz so macht – bei schwülwarmen Wetter nicht gerade angenehm. Als die Kortelshütter Staffel endlich an der Reihe war, legte sie eine sehr gute Übung hin. Es gab nichts zu beanstanden und auch die Knotenzeit war super. Der praktische Teil verlief reibungslos und ohne Fehler.

Da er aber auf einem Rasenplatz stattfand, bedeutete das eine große Umstellung fürs Team, die jedoch gut gemeistert wurde. Es waren noch zwei Mannschaften hinter den Kortelshüttern dran, sodass diese auf die Folter gespannt wurden, ob sie letztendlich aufs Neue nach Hungen fahren dürfen. 2016 hatten sie das mit dem fünften Platz auf Bezirksebene ebenfalls geschafft. Die Entscheidung auf Hessenebene findet wie die vergangenen beiden Male wieder im Landkreis Gießen statt. Somit sind die Oberzentler auf vertrautem Terrain unterwegs.

Nachmittags hatte man endlich die Gewissheit: Mit 95,83 Prozent wurde der vierte Platz erreicht und damit erneut die Eintrittskarte für den Landesentscheid am 9. September gelöst. Erneut bewiesen die Brandschützer aus dem kleinen Stadtteil mit seinen 450 Einwohnern, auf welch hohen Niveau sie in den verschiedenen Leistungsübungen mitmischen. „Damit vertreten wir als erste Mannschaft die Stadt Oberzent in einem Landesentscheid“, freute sich Kommandantin Anja Hinrichs. „Für uns ist es die dritte Qualifikation nach 2006 und 2016“, sagte sie.

Wie bei den bisherigen Wettbewerben üblich konnte die Mannschaft auf ihren treuen Fanclub zählen. Gerrit Bissdorf und Theresa Kuntzi versorgten das Wettkampfteam mit einem leckeren Frühstück. Ein ganz dickes Dankeschön der Wehrleute ging an Coach Günter Braner, „ohne den die Mannschaft nie so weit gekommen wäre“, betonte Tina Uhrig.

Auf dem Bild von links: Anja Hinrichs, Manuel Heiß, Malte Hinrichs, Tina Uhrig, Maurice Fink, Timo Fink

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Feuerwehr Ober-Hainbrunn ist fahrzeugtechnisch auf dem neusten Stand

Die Stadtteilfeuerwehr ist jetzt in punkto Fahrzeuge auf dem neusten Stand. Das wurden die verschiedenen Redner nicht müde zu betonen, als es am Feuerwehrhaus um die Einweihung des neu angeschafften Mannschaftstransport- (MTF) und Tragkraftspritzenfahrzeugs (TSF) ging. Besonders gewürdigt wurde das große finanzielle Engagement des Feuerwehrvereins, der eine erkleckliche Summe zum MTF beisteuerte.

Viele Delegationen von den Nachbarwehren waren zugegen, als Kommandant Stefan Hofmann die Anschaffungshistorie Revue passieren ließ. Vor einem Jahr stellte der Vorstand die ersten Überlegungen an, den bisherigen Mannschaftswagen zu ersetzen. Der alte war noch gut in Schuss. „Wir dachten, dass wir einen guten Preis dafür bekommen“, schmunzelte der Wehrführer. Die Verhandlungen mit der Güttersbacher Wehr über den Verkauf gestalteten sich erfolgreich. Denn deren Wagen war nochmal zehn Jahre älter. „Wir haben 3000 Euro dafür bekommen.“

Fertig lackiert, Neunsitzer, Dreitonner, Anhängerkupplung: Das waren die Vorgaben für das neue Fahrzeug, mit denen man Ende 2017 in Ellwangen fündig wurde. Der Diesel-T6, Zulassung 08/2016, mit 21.000 Kilometern, 102 PS und Euro 6 „hatte genau die benötigte Ausstattung“. Im Dezember investierten die Brandschützer 140 ehrenamtliche Stunden in den Umbau. Insgesamt wurden für Ankauf und Umbaumaterial 26.000 Euro an Vereinsmitteln eingebracht, so Hofmann. „Geld, das die Gemeinde gespart hat.“

Das alte TSF aus dem Baujahr 1990 hatte seine offizielle Lebensdauer von 25 Jahren bereits überschritten. Die Mängel wurden immer mehr, angefangen von Ölverlust über schlecht schließende Türen bis hin zu schlechten Lichter, erläuterte Hofmann. Dazu kam die schlechte Wasserversorgung gerade im Bereich Himmelreich, die die Anschaffung eines Fahrzeugs mit Tank sinnvoll machte.

Fahrgestell und Kabine wurden über ein Landesbeschaffungsprogramm organisiert. Im April 2017 kam der Zuschlag, ein Jahr später konnte man das TSF-W abholen. Der 6,5-Tonner verfügt über 180 PS mit Euro-6-Norm. Der 1000-Liter-Wassertank ist für die Versorgung der weiter oben liegenden Häuser in Ober-Hainbrunn ein Segen. Etwa 50.000 Euro mussten noch für Aufbau und Ausrüstung investiert werden.

Einen Teil der Beladung konnte man übernehmen. Stromerzeuger, Lichtmast und Elektrolüfter sind zusammen mit der Schleifkorbtrage weitere neue „Extras“, die für die Arbeit der Feuerwehrleute in Zukunft hilfreich sind. Das alte TSF wurde laut Hofmann im Auftrag der Stadt Oberzent verkauft. Es ging für 7500 Euro an einen Oldtimer-Liebhaber aus Berlin, der es zu einem Wohnmobil umbauen will. Dieses Geld floss in die Finanzierung des neuen Fahrzeugs.

Stadtrat Hans Heinz Keursten, in dessen Amtszeit als Rothenberger Bürgermeister die Beantragung fiel, freute sich, dass die Wehr ausrüstungstechnisch auf dem neuesten Stand ist. Den Brandschützern gebühre Dank, weil sie sich in diesem Maße dafür eingesetzt hätten. Die Neuanschaffungen „kommen der Sicherzeit der Bevölkerung zugute“, sagte er. Ähnlich äußerte sich auch der frühere Rothenberger Gemeindebrandinspektor Marco Johe. „Jetzt ist ein deutlich besserer Schutz gegeben“, sagte er. Es sei nicht selbstverständlich, dass ein Feuerwehrverein so viel Geld investiere, betonte Johe.

Für die Ortsvereine hatten Frank Flachs (SV) und Wilfried Friedrich (MGV) Umschläge dabei. Einen solchen gab es auch vom stellvertretenden Kreisbrandinspektor Rolf Scheuermann. Er bezeichnete die Anschaffung des MTF als „Meisterleistung des Feuerwehrvereins“. Dieses sei genauso wichtig wie das TSF, denn es diene unter anderem der Transport der Jugend. „Ohne die Jugend hat die Wehr keine Zukunft“, hob Scheuermann hervor.

Die ständige Verfügbarkeit von Wasser durch das TSF-W bezeichnete er als sehr wichtig, denn es gebe praktisch keinen Einsatz mehr ohne Atemschutz. In diesem Sinne bat er darum, in punkto Lehrgänge bei diesem Thema „immer am Ball zu bleiben“. Ein gemütliches Beisammensein mit Besichtigung der beiden Fahrzeuge bei angeregten Gesprächen schloss sich an.

Feuerwehr Kortelshütte bereichert das Dorfleben

Die Freiwillige Feuerwehr ist ein unverzichtbarer Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens im Oberzent-Stadtteil. Sie sorgt beileibe nicht nur für die Sicherheit der Bürger, sondern ist mit ihren Veranstaltungen das Jahr über im Dorf präsent. 24 Männer und Frauen sind in der Einsatzabteilung aktiv, neun in der Alters- und Ehrenabteilung und genauso viele in der Jugendfeuerwehr, freute sich Kommandantin Anja Hinrichs in ihrem Bericht auf der Jahreshauptversammlung.

Sie erwähnte, dass sich die Feuerwehrleute ständig durch Lehrgänge, Unterrichte, Seminare und Unterrichte fortbilden. „Damit erhalten und verbessern wir unseren Ausbildungsstand“, sagte sie. Hinrichs listete fürs vergangene Jahr elf Einsätze auf. Der überwiegende Teil hervor waren Hilfeleistungen. Zwei Mal wurde man wegen Wespen und Hornissen gerufen. Erfolgreich nahm die Truppe aus Kortelshütte an den Feuerwehrleistungen teil. Beim Kreisentscheid landete man auf dem zweiten Platz.

Unterrichte und Übungen zur Aus- und Weiterbildung gab es auch auf Gemeindeebene. Im Mai nahm die Ortsteilwehr an der Übung im Kindergarten teil, im Oktober am Feuerwehrhaus Rothenberg. Die Atemschutzgeräteträger waren ebenfalls aktiv. Erstmals gab es im vergangenen Jahr laut Hinrichs eine „Bereitstellungsraum-Übung“, bei der das Sammeln und die Aufstellung zu Einheiten und Zügen im Katastrophenfall trainiert wurden.

Im Vorfeld der Fusion wurden auf Oberzent-Ebene sechs Arbeitsgruppen gebildet, berichtete die Kommandantin. Drei Kortelshütter sind in zweien davon vertreten. Aktuell gebe es noch keine weiteren Veränderungen auf Oberzent-Feuerwehrebene. Ein Stadtbrandinspektor müsse noch gewählt werden. Sie sprach ihren Kameraden ein große Lob aus: „Die Führung ist nur so stark wie die Mannschaft, die hinter ihr steht“, so Hinrichs.

Jugendwart Malte Hinrichs blickte auf ein „ereignisreiches und erfolgreiches Jahr“ zurück. Das traditionelle Maibaumfest war ein voller Erfolg. In den Jugendgruppenstunden wurde das Augenmerk auf die feuerwehrtechnische Ausbildung gelegt. Vier Jugendliche hatten sich für den Grundlehrgang angemeldet. Jugendsammelwoche, Halloweenparty, Weihnachtsfeier und Berufsfeuerwehrnacht waren weitere Aktivitäten.

Eines der größten Highlights war der Kreisjugendfeuerwehrtag vor der Haustür in Rothenberg. Durch den zweiten Platz beim Bundeswettbewerb durfte das Kortelshütter Team am Südhessenpokal teilnehmen. Mit der Silbermedaille kehrten die Jugendlichen aus Offenbach nach Hause zurück. Vier Mädchen und fünf Jungs sind derzeit in der Jugendwehr aktiv.

Eine lange Liste an Unternehmungen und Aktivitäten hatte der Vereinsvorsitzende Daniel Braner zusammengenstellt. Ende Mai ging es unter anderem nach Südtirol, wo der seit Ende der 80er Jahre brach liegende Kontakt zur Feuerwehr in Morter wieder reaktiviert wurde. In diesem Jahr ist aufs Neue ein Ausflug dorthin geplant. Grillnacht in Finkenbach, Dorffest in Langenthal oder Schlachtfest des MGV sind weitere traditionelle Besuche.

Ein Großereignis auf heimischem Gelände ist das Kelterfest am Dorfgemeinschaftshaus, bei dem die Kortelshütter gleiche zwei Wildschweine an den Spieß hängen. Auch die Bembelparty am Abend zuvor erfreute sich wieder großer Beliebtheit. Im vergangenen Jahr war die Feuerwehr ebenso mit der Kerwe-Ausrichtung dran, bei der man ebenfalls einen schönen Besuch verzeichnete. „Wir haben schöne Feste ausgerichtet und tragen somit zu einem großen Teil zum Dorfleben bei“, hob Braner hervor.

Befördert wurden zu Feuerwehrmann oder -frau: Alexandra Braner, Teresa Kuntzi, Jennifer Folville, Max Fink, Florian Fink, Benedikt Ludwig.

 

Gelungene Premiere der „Wintergaudi“ von Freiwilliger Feuerwehr und FC Finkenbachtal

Fürs erste Mal waren die Veranstalter von Freiwilliger Feuerwehr und FC Finkenbachtal schon sehr zufrieden. Zur „Wintergaudi“ beim Tretbecken am Wanderer-Parkplatz Richtung Olfen/Raubach kam eine schöne Zahl von Gästen. „Wir sind mit dem Premieren-Fest zufrieden und hoffen, den Besuchern hat es auch gefallen“, meinte FFW-Vereinsvorsitzender Jens Schindler. Wenn sie es Freunden und Bekannten weiter erzählten, „dann sind es nächstes Jahr bestimmt noch mehr Gäste“, sagte er.

Die Idee zu dem Event hatte FCF-Vorsitzender Gerd Brechenser. „Es sollte mal was zwischen den Jahren stattfinden“, sagte er. Da der FC und die Finkenbacher Feuerwehr sowieso eng zusammenarbeiten und etliche gemeinsame Mitglieder haben, lag der Gedanke nahe, die Veranstaltung gemeinsam auf die Beine zu stellen, so Schindler. „Wir wollen der Bevölkerung im Ort etwas bieten und Auswärtige in die Gegend locken“, erläuterte Brechsenser.

Auch im Winter sind in der schönen Odenwald-Landschaft viele Wanderer unterwegs. Da der FC-Vorsitzende diese Art Wandertreff schon in einer anderen Region kennengelernt hatte, kam der Gedanke auf, die Idee in die Hinterbach zu übertragen. Am Parkplatz waren die Bedingungen optimal, da dort auch die Infrastruktur stimmt. Schon zwei Tage begannen die beiden Vereine, die Versorgungshütte aufzustellen. Ein beheiztes Zelt wurde am selben Morgen errichtet, damit die Gäste windgeschützt und warm Essen und Getränke genießen konnten.

Davon boten FCF und FFW reichlich. Renner war die Erbsensuppe mit Wurst, die kräftig dampfend die Kälte vertrieb. Wie auch Glüh- oder heißer Apfelwein, stilgereicht in FCF-Bechern serviert, während es für die Kinder Waffeln, Stockbrot und Fruchtpunsch gab. Waren die Vereinsmitglieder zu Beginn noch unter sich, kamen im Laufe des Tages immer wieder einige Besucher vorbei – kleine Grüppchen von vier oder fünf Personen. Sogar als es schon dunkel war, schauten noch welche, die noch etwas essen und trinken wollten, freute sich Schindler. Gegen 19 Uhr war dann die Gaudi vorbei und die bis dahin durchgefrorenen Helfer machten sich auf den Nachhauseweg.

Die vier Rothenberger Wehren sind sehr gut aufgestellt: Hervorragende Jugendarbeit zeigt zahlenmäßige Früchte

Das Jahresende bedeutet eine gewaltige Zäsur für die Feuerwehren aus Kortelshütte, Finkenbach, Ober-Hainbrunn und Rothenberg. Dann gehen sie zusammen mit der Fusion in der neuen Oberzent-Wehr auf. Deshalb klang auch eine gehörige Portion Wehmut in den Reden durch, als in den Jahresberichten 2016 und 2017 auf die letzten beiden eigenständigen Jahre zurückgeblickt wurde. Um die 200 Brandschützer mit Gästen hatten sich dazu in der neu sanierten Sporthalle zusammengefunden.

Gemeindebrandinspektor (GBI) Marco Johe stellte in seinen Berichten sowohl die Aktivitäten des Vereins als auch der Einsatzabteilung heraus. Es wurde deutlich, dass die vier Vereine einen großen Beitrag zum gesellschaftlichen Leben in der Gesamtgemeinde beitragen. Lärmfeuer, Grillnacht, Kikeriki-Theater, Handkäs- und Kelterfest oder Fasching sind da nur einige Beispiele.

Das ist jedoch nur die eine Seite der Medaille. Zahlreiche Besuche von Fortbildungen, Lehrgängen oder die Teilnahme an Leistungsübungen sorgten dafür, dass die Brandschützer feuerwehrtechnisch immer up-to-date waren. Dieses Wissen kommt natürlich bei den Einsätzen zum Tragen. Davon gab es 2016 zwölf Stück neben 29 Hilfeleistungen. In diesem Jahr zählte man bisher sieben Brandeinsätze und 44 Hilfeleistungen. „Ohne eine stetige Fortentwicklung des Ausbildungsstandes würden wir stillstehen“, meinte Johe. Und: „Stillstand bedeutet Rückschritt“, sagte er.

In den vergangenen sechs Jahren, verdeutlichte Johe, verzeichnete die Rothenberger Gesamtwehr einen bemerkenswerten Aufschwung. Waren es 2011 noch 35 Jugendfeuerwehrleute, 115 Angehörige der Einsatzabteilung und 25 Mitglieder der Altes- und Ehrenabteilung, so stieg diese Zahl bis jetzt auf 66 Jugendliche, 136 „Senioren“-Brandschützer und 32 Alterskameraden. „Das ist sehr positiv und entgegen dem Trend“, verdeutlichte Johe.

Fast folgerichtig wird von den diesen Einsatzkräften auch viel geleistet. 2016 waren 8000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit, bis zum Tag der Versammlung in diesem Jahr schon wieder 7100. Eine Zahl, die nicht nur Dienstherr Bürgermeister Hans Heinz Keursten viel Respekt und Dank abverlangte, sondern ebenso den anderen Ehrengästen. Unter diesen war auch der Kreisbeigeordnete Torsten-Tankmar Hopp, der den Einsatz der Wehr und die Tätigkeit der Floriansjünger „beseelt von dem Wunsch, Menschen zu helfen“, würdigte.

Kreisbrandinspektor Horst Friedrich meinte an die Wehr gewandt: „Ihr seid gut aufgestellt.“ Er lobte die hervorragende Jugendarbeit, die sich nicht nur zahlenmäßig festmachen lässt, sondern auch an den zahlreichen Erfolgen der Jugendlichen bei Wettkämpfen auf Kreis-, Regions- und Landesebene. „Die wissen jetzt alle, wo Rothenberg liegt“, meinte Johe schmunzelnd. Friedrich forderte die Kameraden dazu auf, „das, was ihr aufgebaut habt, mitzunehmen in das, was jetzt in der Oberzent geschaffen wird“.

Über die Aktivitäten der Jugendwehr berichtete Malte Hinrichs. Er sprach von 2017 als einem „grandiosen Jahr für die Jugendfeuerwehr“. Hinrichs bezog sich dabei auf die vielen Erfolge bei den diversen Wettbewerben und die Ausrichtung des Bundeswettbewerbs in Rothenberg. Auch das restliche und vorherige Jahr waren mit etlichen Unternehmungen gespickt, die keine Langeweile bei den Nachwuchskräften aufkommen ließ.

„Ab 2018 gehen auch unsere vier Feuerwehren in Stadt Oberzent über“, sagte Johe abschließend. Bis zur Wahl eines neuen Stadtbrandinspektors werde er das Amt im Zuständigkeitsbereich der dann ehemaligen Gemeinde Rothenberg kommissarisch weiterführen. „Es wird einiges Neues auf alle und somit auch auf unsere vier Feuerwehren zukommen“, so Johe. Der gesamte Fusionsprozess war, ist und bleibt sicher noch einige Zeit ein spannendes Projekt, hob der GBI hervor.

Wie stark die Wehren in den Ortschaften verwurzelt sind, zeigte sich daneben an den zahlreichen Ehrungen für langjährige Tätigkeit. Viele Mitbürger machen sich bereits seit Jahrzehnten verdient um den Schutz ihrer Mitmenschen.

Ehrungen, Auszeichnungen, Prämien, Beförderungen

Bronzenes Brandschutzverdienstzeichen am Bande für Verdienste um das Feuerwehrwesen: Rüdiger Seip; Ehrenzeichen des BFV Hessen Darmstadt in Silber für besondere Verdienste: Christian Kehrer und Jürgen Bartmann; Goldenes Brandschutzehrenzeichen am Bande (40 Jahre): Jürgen Bartmann und Reiner Koch; Silbernes Brandschutzehrenzeichen (25 Jahre): Timm Bartmann, an Corina Ihrig wurde es bereits durch die Feuerwehr Hirschhorn verliehen

Ehrenmedaille Jugendfeuerwehr Odenwaldkreis: Anna Lähn, Malte Hinrichs, Maurice Fink, Janna Kabel, René Seip, Fabienne Buchert, Janis Heckmann, Jan Johe, Alicia Leske, Patrick Bartmann

Floriansmedaille in Silber der hessischen Jugendfeuerwehr: Maria Groh

Anerkennungsprämie: zehn Jahre Natalie Koch, Sybille Schumacher, Fabian Sauter, Alexander Volk, Lukas Beisel, Julian Beisel, Sebastian Braun; 20 Jahre Matthias Heiß; 30 Jahre Johannes Glücks, Dirk Heckmann, Klaus Kleinhans, Thomas Frisch; 40 Jahre Jürgen Bartmann

Beförderungen: Pascal Lähn (Oberfeuerwehrmann), André Foshag (OFM), Fabian Ludebühl (OFM), Janine Setzer (Oberfeuerwehrfrau), Luisa Sauer (OFF), Angelo Helm (Löschmeister), Malte Hinrichs (LM), Maurice Fink (LM), Sascha Hafner (Oberlöschmeister), Jochen Weinthäter (Brandmeister), Marco Johe (Oberbrandmeister)

Nostalgie bei der letzten gemeinsamen Versammlung der sechs Beerfeldener Feuerwehren

Es war eine historische Versammlung, nämlich die 44. gemeinsame und auch letzte der Freiwilligen Feuerwehren in der Oberzent-Stadt. Darauf ging in seinen Worten nicht nur Stadtbrandinspektor (SBI) Bernd Ihrig ausführlich ein, sondern auch die weiteren Redner im Dorfgemeinschaftshaus. Dort hatten sich die Brandschützer versammelt, um den Jahresberichten zu lauschen, aber auch der Ehrung von verdienten Kameraden beizuwohnen, die das Feuerwehrleben über Jahrzehnte hinweg prägten.

„Da ist viel Geschichte dabei“, meinte Kreisbrandinspektor Horst Friedrich. Denn vier, fünf oder sechs Jahrzehnte halten manche Floriansjünger bereits der Wehr ihre Treue. Langanhaltender Applaus begleitete die Jubilare, die mit ihrem Einsatz der Organisation in den jeweiligen Stadtteilen ihren Stempel aufdrückten. Denn oftmals engagierten sie sich neben dem aktiven Dienst auch noch lokal oder überregional in Verein oder Verband.

„Ich danke euch für alles, was ihr für die Wehr getan habt“, meinte (SBI) Ihrig. Die Verdienste und den Einsatz würdigten auch Bürgermeister Gottfried Görig, Kreistagsvorsitzender Rüdiger Holschuh, Horst Friedrich, Dr. Raimund Keysser (DRK) und Kreisjugendfeuerwehrwart Dominik Groh in ihren Grußworten.

Ihrig freute sich besonders, zum „Abschluss der gemeinsamen Geschichte der sechs Beerfelder Feuerwehren“ alle SBI der vergangenen 44 Jahre begrüßen zu können. Er selbst ist seit 1994 im Amt zuvor waren dies Friedel Engelter (1974 bis 1984) und Heinrich Breimer (1984 bis 1994). Ihrig wollte seinen Berichten für 2016 und 2017 nicht so sehr auf Zahlen und Fakten Bezug nehmen, sondern auf den Feuerwehrdienst als solchen. „Wir wissen zur Genüge, was es heißt“, einen solchen zu leisten.

Der SBI hält nichts von der Auflistung von Schadenssummen. „Denn es ist viel wichtiger, welche Werte durch unseren Einsatz erhalten oder gerettet werden.“ Ihrig zeichnete das Bild einer schlagkräftigen Truppe, die den Schutz und die Sicherheit der Mitbürger Tag und Nacht sicherstellt. „Bei aller Technik sind es die freiwilligen Helfer, die das Wesen der Feuerwehr ausmachen“, betonte er.

207 aktive Frauen und Männer sind laut dem SBI derzeit im Dienst für den Nächsten aktiv. Die Übergänge aus der Jugendwehr übertrafen sogar die Wechsel in die Altersabteilung und Austritte. Somit eine „günstige Zukunftsprognose“ trotz der eher ungünstigen demografischen Strukturen. 82 Kameraden zählt derzeit die Alters- und Ehrenabteilung. 30 Musiker spielen in der Feuerwehrkapelle mit. Er zeigte sich froh über die gute Nachwuchsarbeit, die Stadtjugendfeuerwehrwart Marc Gärtner beleuchtete.

Der SBI nannte für 2016 insgesamt 57 Einsätze, in diesem Jahr waren es bisher sogar schon 75. Allerdings nicht nur in Beerfelden, weil man als Stützpunktwehr auch für die anderen Oberzent-Orte zuständig ist. Die Tageseinsatzsicherheit konnte man mit Alarmplänen sicherstellen. Ihrig erwähnte daneben die Ersatzbeschaffungen für diverse Einsatzfahrzeuge der verschiedenen Wehren. Über den Odenwaldkreis bekam Beerfelden kurzfristig ein LF-KatS, das allerdings auch weitere Aufgabengebiete mit sich brachte.

Als „umfangreichsten Einsatz, den der Odenwaldkreis in dieser Art je erlebt hat“, kennzeichnete Ihrig den Brand im Gasthaus zur Sonne Anfang Dezember 2016. „Rund 180 Einsatzkräfte haben hier eine hervorragende Arbeit geleistet“, betonte er. Der SBI machte deutlich, dass die Wehrleute gerade in der Erstphase des Einsatzes weit über die Grenzen der Belastbarkeit hinaus gefordert waren. Als weitere Großeinsätze nannte er den Heu- und Strohballenbrand in Hetzbach Ende Juli sowie die Reizgas-Attacke auf dem Gailsmarkt.

Gärtner zeichnete die vielen Aktivitäten der Jugendlichen von zehn bis 17 Jahren in den beiden Jahren nach. Es gibt derzeit 71 Mitglieder, die Hälfte davon aus Beerfelden-Kernort. Die Minifeuerwehr in Hetzbach zählt sechs Kinder, die in Gammelsbach neun. Um die 900 Stunden ehrenamtliche Arbeit listete Gärtner im Dienst der Nachwuchsbetreuung auf.

 

Ehrungen

Silbernes Brandschutzabzeichen am Bande für 25 Jahre aktiven Dienst: Jörg Drescher (FFW Gammelsbach), Manuel Hering (Falken-Gesäß), Erik Sauer (zuerst Ebersberg, jetzt Beerfelden). Goldenes Brandschutzabzeichen für 40 Jahre: Matthias Beisel, Helmut Eifert, Thomas Schmidt (alle Beerfelden)

Bronzenes Brandschutzverdienstzeichen am Bande für Verdienste um den Brandschutz: Gerhard Reubold (seit 1972 aktives Mitglied Beerfelden, u.a. 1990 bis 1994 Wehrführer)

Bronzenes Ehrenzeichen des Bezirksfeuerwehrverbands Hessen-Darmstadt für 25 Jahre Mitgliedschaft: Dr. Raimund Keysser. Goldenes Ehrenzeichen für 50 Jahre: Wilfred Gutjahr (Beerfelden), Peter Röth (zuerst Grasellenbach, dann Falken-Gesäß). Goldenes Ehrenzeichen für 60 Jahre: Helmut Altendorf (Olfen), Kurt Schmidt (Hetzbach)

Rothenberger Feuerwehren übten an der Sporthalle Hand in Hand mit dem DRK

„Alles lief soweit nach Plan“. Rothenbergs Gemeindebrandinspektor (GBI) Marco Johe war sehr zufrieden mit der Jahreshauptübung aller vier Gemeindewehren, zu der 58 Brandschützer an der Sporthalle zusammengekommen waren. Dort sah das Szenario vor, dass es in den Jugendfeuerwehrräumen beim Waffelbacken anlässlich Halloween zu einer Verpuffung gekommen war. Sechs vermisste bzw. verletzte Personen galt es neben der Brandbekämpfung aus dem Mannschaftsraum zu bergen.

Neben den Wehrleuten unter der Einsatzleitung des stellvertretenden GBI Oliver Fink war auch der benachbarte DRK-Ortsverband mit acht Personen unter der Leitung von Roland Heckmann mit an der Übung beteiligt. Fünf Sanitäter, zwei Rettungssanitäter und ein Rettungsassistent übernahmen die „Verletzten“ und kümmerten sich um sie. Von diesen waren sowieso nur drei „lebendig“ in Gestalt von geschminkten Mitgliedern des Jugendrotkreuzes dabei, bei den anderen drei handelte es sich um Dummys.

Die Rothenberger Wehr mit ihrem Katastrophen-Löschfahrzeug LF 10 KatS und dem Tanklöschfahrzeug (TLF) 16/25 war logischerweise als erste vor Ort, da sich das Gerätehaus direkt neben der Sporthalle befindet. Deshalb kümmerten sich diese Wehrleute vorrangig um die Menschenrettung. Als weiteres rückte die Kortelshütter Wehr mit ihren Tragkraftspritzenfahrzeug Wasser (TSF-W) sowie dem Mannschaftstransportwagen (MTW) aus und war ebenfalls an der Bergung der Verletzten beteiligte.

Von beiden Wehren waren jeweils zwei Trupps à zwei Personen mit Atemschutz ausgerüstet und drangen ins Gebäude ein. Sowohl Bürgermeister Hans Heinz Keursten als auch der Beerfeldener Wehrführer Rolf Scheuermann, gleich stellvertretender Kreisbrandinspektor, überzeugten sich von der Schlagkraft der Rothenberger.

Mit Unterstützung des Gerätewagens Logistik (GW-l) der Rothenberger legten die Ober-Hainbrunner eine zusätzliche Wasserleitung von der Zisterne am alten Feuerwehrhaus etwa 600 Meter auf die Höhe. Damit, so Johe, sollte der Gefahr entgegengetreten werden, dass die wegen des Brandes gefährdete Zisterne an der Sporthalle möglicherweise ausfallen könnte. „Wir haben auf dem Berg wenig Wasser und wenig Druck auf der Leitung“, erläuterte er. Aufgrund der Größe des Objekts sei diese Vorsichtsmaßnahme angebracht.

20 Minuten dauerte die Leitungsverlegung. „Das ist okay“, meinte Johe mit Blick auf die Uhr. Die zusätzliche Reserve ist seinen Worten zufolge kein Muss, aber mit Blick auf die gute Personalsituation bei der Übung eine sinnvolle Maßnahme. In diesem Zug ließ der GBI auch noch die beiden Pumpen auf dieser Strecke testen. „Wenn wir gerade dabei sind“, schmunzelte er.

Die Finkenbacher wiederum bereiteten vom Hydrant im Gammelsbacher Weg her einen Löschangriff auf der Rückseite der Halle vor, „um sie gegen ein Übergreifen der Flammen zu schützen“. Lob heimste vom GBI der schnelle Einsatz des Lüfters ein. „Der drückt den ganzen Rauch hinten zum Fenster aus“, sagte er. Eine klare Sicht sei unverzichtbar, wenn es um die Bergung von Verletzten gehe.

Ins Szenario mit eingebaut wurde auch ein Atemschutznotfall. Danach bekam ein Feuerwehrmann keine Luft mehr, erlitt einen Kreislaufkollaps und musste gerettet werden. „In einem solchen Fall kommt die Mayday-Meldung von innen“, so der GBI. Die Bergung des Kameraden hat dann absolute Priorität vor der weiteren Brandbekämpfung. Als das Feuer „so weit gelöscht war“, folgte die Nachkontrolle in der angrenzenden Sporthalle, ob es doch noch Glutnester gibt oder irgendwo der Brand übergesprungen war.

Neben dem schnellen Lüftereinsatz stellte Johe auch noch das rasche Auffinden der Verletzten heraus. Auch das Schlauchmanagement funktionierte gut. Denn der Einsatzleiter muss das Objekt abschätzen, um zu wissen, wie viele Meter Schlauch benötigt werden – „um auch in die hinterste Ecke zu kommen“.

Bei der Rothenberger Feuerwehrübung waren etwa 700 Meter B-Schläuche mit einem Durchmesser von 75 Millimetern in Gebrauch. Dazu noch einmal vier C-Rohre, zwei für innen und zwei für außen, mit zusammen etwa 150 bis 200 Metern. Sie haben einen Durchmesser von 42 bis 52 Millimetern.