Der restaurierte Wedekindstein erinnert an die Badische Revolution 1848/49

Die hessische Neckarstadt spielte eine bedeutende Rolle in der Badischen Revolution. Eines der letzten Kapitel der Ereignisse 1848/49 wurde in Hirschhorn geschrieben. Hanauer Turner und Bundestruppen lieferten sich rund ums Schloss Mitte Juni 1849 ein Gefecht. Unglücksrabe war Ludwig Wedekind: Der fiel „Friendly Fire“ zum Opfer, nachdem er wohl nicht schnell genug das Passwort wusste und von den eigenen Leuten erschossen wurde. Ihm zu Ehren wurde 1869 ein Gedenkstein errichtet, den man jetzt, 150 Jahre später, frisch restauriert einweihte.

Mit diesem „Wedekindstein“, am Aufgang vom Kloster kommend aufgestellt, hat es eine ganz besondere Bewandtnis. Er stellt neben dem Hambacher Schloss das einzige bauliche Denkmal zur Erinnerung an die Badische Revolution dar. Entsprechend prominent besetzt war die Riege der Laudatoren, allen voran der CDU-Bundestagsabgeordnete und Staatssekretär Michael Meister. Begrüßt und ins Thema eingeführt hatte Bürgermeister Oliver Berthold.

Es war an diesem Nachmittag viel von Freiheit und der wehrhaften Demokratie die Rede, „die man sich jeden Tag neu erarbeiten muss“ (Meister). Heutzutage müsse man wieder lernen, dass beides nicht auf ewig gesichert sei, sagte er mit Blick auf aufflammende braune Umtriebe. Der MdB zeigte die Parallelen des 1949 verabschiedeten Grundgesetzes mit der Paulskirchen-Verfassung von 1849 auf. Deutschland sei, betonte er, „aufgrund seiner Verfassung in einer guten Verfassung“.

Für die mit organisierenden Hirschhorner Altstadtfreunde gab’s 500 Euro vom hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier, überreicht von Meister an den Vorsitzenden Reiner Lange. Sie hatten gemeinsam mit der Stadt sowie dem Freundeskreis Langbein’sche Sammlung und Heimatmuseum im Gedenken an den im vergangenen Jahr verstorbenen Hirschhorner Stadthistoriker Ulrich Spiegelberg das Projekt zu Ende geführt.

Von den Hanauer Turnern waren Archivar Dietrich Arlt und Präsident Rüdiger Arlt vor Ort. Letzterer ließ die Geschichte des 1837 gegründeten „altrechtlichen Vereins“ (a.V.) humorvoll Revue passieren. Neben Christian Lautenschläger war August Schärttner einer der Gründer. Der, so Arlt, „war kein Sportler, sondern Revoluzzer“. Es wird kolportiert, dass Schärttner sogar seinem Weggefährten Karl Marx zu radikal war.

Als Anfang Juni 1849 der Hilferuf von den badischen Freunden kam, zogen in Hanau 300 Kampfeswillige los. Arlt ging auch auf den Pechvogel Wedekind, einen Goldschmied, ein. Er war der zweite Turner, der damals außerhalb des Schlachtfeldes fiel. Nach der Kapitulation flohen viele Hanauer über die Schweizer Grenze. Wer blieb, kam lange Jahre ins Zuchthaus. Auch Arlt fand mahnende Worte: „Viele von denen, die er heute aufwachsen, wissen es nicht mehr wertzuschätzen, wie gut es uns geht.“ Die damalige Aktion bezeichnete er als Grundstein der Demokratie.

Volker Buser würdigte als Vertreter von Landrat Christian Engelhardt das Wirken Spiegelbergs für die Stadt. Die Wiedereinweihung bezeichnete er als großem Moment für Hirschhorn und den Kreis. Thomas Platte, Direktor des Landesbetriebes Bau und Immobilien, ging kurz auf die laufenden Maßnahmen rund ums und im Schloss ein, die zusammen etwa drei Millionen Euro kosten. Auch in heutigen Zeit, bedauerte er, „wird so mancher von hinten erschossen“. Dieses Mal durch die sozialen Medien: durch solche, von denen es man nicht vermute.

Pfarrer Joshy und sein evangelischer Amtskollege Reinhold Hoffmann sprachen den Segen. Hoffmann hatte ebenfalls mahnende Worte parat. Er wies, auch wenn es vielleicht komisch klinge, auf das Misstrauen als Grundbestandteil der Demokratie hin. Angesichts vieler „Fake News“ der heutigen Zeit forderte er dazu auf, immer zu hinterfragen und nichts als gegeben hinzunehmen. Für die musikalische Umrahmung sorgte Richard Köhler. Archivar Dr. Rüdiger Lenz sprach später zum Thema „Badische Revolution 1848/1849 und Auswirkungen bis in die heutige Zeit“.

 

 

Die Badische Revolution rund um Hirschhorn

Längs der Neckar-Odenwald-Linie war eine Verteidigungsstellung gegen die heranrückenden Preußen und Bundestruppen aufgebaut worden. Die Hanauer Turnerwehr, verstärkt durch Heilbronner Turner, war dem Hilferuf der badischen Revolutionäre gefolgt. Das strategisch wichtige Hirschhorn wurde am 13. Juni 1849 besetzt. Der „Traum von der Freiheit“ und einem Deutschen Staat scheiterte später an den deutschen Fürsten.

Am Abend des 15. Juni kam es zum Gefecht zwischen mit den von Beerfelden herangerückten Bundestruppen – kurhessische Infanterie und bayerische Jäger, verstärkt durch zwei mecklenburgische Geschütze, insgesamt etwa 2000 Mann. Nach einem Vorpostengefecht mit Kanonenbeschuss an der Schneidmühle erfolgte der Angriff auf die Burg, in der sich die Hanauer verschanzt hatten.

Hilfe wurde den Turnern zuteil durch Freischärler, die von Heddesbach aus herangerückt waren und die Bundestruppen im Rücken angriffen. Nach erfolglosem Sturm auf die Burg entschloss sich Oberst Weiss als Kommandeur der hessisch-bayerischen Truppen zum Rückzug, da er seine Stellung ungeschützt vorfand und umfangreiche Verbände von Freischärlern in der näheren Umgebung vermutete. Die Hanauer Turner wiederum verließen Hirschhorn am Morgen des 16. Juni und zogen sich ins benachbarte Eberbach zurück.

Das Gefecht von Hirschhorn blieb im Rahmen der Revolutionsereignisse eine Episode. Als Achtungserfolg fand es jedoch große Beachtung. 20 Jahre später bekam Wedekind von seinen ehemaligen Kampfgefährten im Rahmen einer Gedenkfeier einen Grabstein gesetzt. Die Gedenkrede hielt der Hanauer Wilhelm Kämmerer als einer derjenigen, die in Hirschhorn gekämpft hatten. Er war erst 1860 wieder aus der Haft freigekommen.

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Bedeutendes Zeugnis deutscher Demokratiegeschichte: Übergabe des restaurierten Wedekindsteins in Hirschhorn am 8. September

Mit dem Wedekindstein am Hirschhorner Schloss hat es eine ganz besondere Bewandtnis. Er stellt neben dem Hambacher Schloss das einzige bauliche Denkmal zur Erinnerung an die Badische Revolution von 1848/49 dar. Dabei ist der Hintergrund seiner Errichtung 1869 eher tragisch: Ludwig Wedekind wurde 20 Jahre zuvor von den eigenen Leuten erschossen. Am Tag des offenen Denkmals, Sonntag, 8. September, wird das restaurierte Zeitzeugnis ans Land Hessen als Eigentümer des Schlosses übergeben.

Die Restaurierung des Wedekindsteins war eines der Projekte, die der Hirschhorner Stadthistoriker Dr. Ulrich Spiegelberg unbedingt noch realisiert haben wollte. Leider verhinderte sein früher Tod im August vergangenen Jahres die Umsetzung dieses Projektes durch seine Federführung. Im Gedenken und als Verpflichtung sahen sich die Stadt Hirschhorn und die beiden Vereine Freunde der Hirschhorner Altstadt sowie Freundeskreis Langbein’sche Sammlung und Heimatmuseum in der Verantwortung, das Projekt abzuschließen.

Zwar waren der eigentliche Termin und die damit verbundenen Jahrestage (170 Jahre Badische Revolution und dem Gefecht um Hirschhorn und 150 Jahre Errichtung des Gedenksteins durch die Hanauer Turnerwehr) im Juni, doch aus organisatorischen und zeitlichen Gründen war die Gedenkfeier zu diesem Zeitpunkt nicht möglich. Der „Tag des offenen Denkmals“ ist im Hirschhorner Veranstaltungskalender eine feste Größe und für die Feierstunde der geeignete Termin.

Denn: Eines der letzten Kapitel der Revolution 1848/49 wurde in Hirschhorn geschrieben. 1848 hatten die Deutschen Fürsten dem Volksbegehren nach einem einheitlichen deutschen Staat mit einer Verfassung nachgegeben und damit letztlich dem revolutionären Geist den Wind aus dem Segel genommen. Der „Traum von der Freiheit“ und einem Deutschen Staat war gescheitert.

So kam es zur Revolution in der Pfalz und in Baden. Dort wurde die Republik ausgerufen, die sich nun gegen den Deutschen Bund unter der Führung Preußens zu verteidigen hatte. Längs der Neckar-Odenwald-Linie war eine Verteidigungsstellung gegen die heranrückenden Preußen und Bundestruppen aufgebaut worden. Die Hanauer Turnerwehr, verstärkt durch Heilbronner Turner, war dem Hilferuf der badischen Revolutionäre gefolgt. Das strategisch wichtige Hirschhorn als Ort eines möglichen Neckarübergangs wurde am 13. Juni 1849 von der 1. Kompagnie, 142 Mann stark, besetzt.

Am Abend des 15. Juni kam es zum Gefecht zwischen mit den von Beerfelden herangerückten Bundestruppen – kurhessische Infanterie und bayerische Jäger, verstärkt durch zwei mecklenburgische Geschütze, insgesamt etwa 2000 Mann. Nach einem Vorpostengefecht mit Kanonenbeschuss an der Schneidmühle erfolgte der Angriff auf die Burg, in der sich die Hanauer verschanzt hatten. In diesen Wirren wurde irrtümlich Ludwig Wedekind von den eigenen Leuten erschossen. Heute würde man es „Friendly Fire“ nennen.

Hilfe wurde den Turnern zuteil durch Freischärler, die von Heddesbach aus herangerückt waren und die Bundestruppen im Rücken angriffen. Nach erfolglosem Sturm auf die Burg entschloss sich Oberst Weiss als Kommandeur der hessisch-bayerischen Truppen zum Rückzug, da er seine Stellung ungeschützt vorfand und umfangreiche Verbände von Freischärlern in der näheren Umgebung vermutete. Die Hanauer Turner wiederum verließen Hirschhorn am Morgen des 16. Juni und zogen sich ins benachbarte Eberbach zurück.

Das Gefecht von Hirschhorn blieb im Rahmen der Revolutionsereignisse eine Episode. Als Achtungserfolg fand es jedoch große Beachtung. 20 Jahre später bekam Wedekind von seinen ehemaligen Kampfgefährten im Rahmen einer Gedenkfeier einen Grabstein gesetzt. Die Gedenkrede hielt der Hanauer Wilhelm Kämmerer als einer derjenigen, die in Hirschhorn gekämpft hatten. Er war erst 1860 wieder aus der Haft freigekommen. Kämmerer erinnerte an die Kampftage, an die Zeit nach dem Scheitern der Revolution mit Jahren von Haft und Verbannung, und an die Gefährten, die in der Emigration gestorben waren.

Gestaltung und Ausmaß des Wedekind-Steines lassen erkennen, dass hier nicht nur an einen Grabstein und eine nachgeholte Beerdigungsfeier gedacht war. Der Ablauf der damaligen Gedenkfeier bestätigte auch deren politischen Charakter, mit dem die Teilnehmer durchaus eine Gefängnisstrafe riskierten.

So traten in Hirschhorn die Hanauer Turner auch 1869 zum zweiten Mal mutig für ihre freiheitlichen und demokratischen Ideale ein. Der Gedenkstein ist als ältestes Denkmal zur Badischen Revolution ein bedeutendes Zeugnis deutscher Demokratiegeschichte. Die Schlussworte von Kämmerer, „bleibt treu den Grundsätzen der Freiheit und Humanität“, sind heute noch genauso aktuell damals.

Programm am Tag des offenen Denkmals, 8. September:

11 Uhr: Burgführung, Treffpunkt im Schlosshof (Eintritt frei). Start der Bewirtung am Food-Truck durch Pepe und sein Team.

14 Uhr: Feierstunde mit symbolischer Übergabe des restaurierten Wedekindsteins und der Hinweistafel an das Land Hessen, begleitet durch den Parlamentarischen Staatssekretär Dr. Michael Meister (CDU)

15.45/16.45 Uhr: Vortrag Archivar Dr. Rüdiger Lenz zum Thema „Badische Revolution 1848/1849 und Auswirkung bis in die heutige Zeit“ (Dauer etwa eine halbe Stunde im Seminarraum unterhalb der Schlossterrasse, Eintritt frei).

17.30 Uhr: Konzert der Katholischen Kirchenmusik Hirschhorn KKM im Schlosshof

 

Das alte Hirschhorn wird wieder lebendig: Altstadtfreunde haben für 2018 einen neuen Kalender mit früheren Stadtmotiven zusammengestellt

Nach einem Jahr Pause gibt es ihn wieder: den Kalender mit Motiven aus der Neckarstadt, veröffentlicht vom Verein der Altstadtfreunde. Seine Fans dürften den Vorverkaufsstart am 21. Oktober sehnsüchtig erwarten. 13 Motive inklusive Deckblatt haben die Verantwortlichen dieses Mal unter dem Titel „Hirschhorn wie es einmal war…“ für 2018 zusammengetragen. Zum sechsten Mal lässt sich so die Stadt in jedem Monat auf besondere Weise erfahren.

Hirschhorner Gaststätten, Geschäfte, Ortsimpressionen, Originale und die Fastnacht bildeten in den vergangenen Jahren die Themen des begehrten Kalenders. „Wir haben etwas längere Zeit für neue Ideen gebraucht“, begründet Altstadtverein-Vorsitzender Reiner Lange die einjährige Pause. Zusätzlich waren die drei Hauptverantwortlichen beruflich stark eingespannt. Als man dann im Frühjahr in die Diskussion einstieg, fiel das zeitlich zusammen mit Langes Sichtung des Nachlasses seines Vaters Heinz.

Dieser war viele Jahre Vorsitzender der Freunde der Hirschhorner Altstadt gewesen – ein Ehrenamt, in dem ihm der Sohn nachfolgte. Der Fundus war sehr umfangreich. So trug man dann Ansichten zusammen, die Hirschhorn vor allem in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zeigen. Die unterschiedlichen Blickwinkel auf die Stadt mit ihren Straßen und Gassen lassen erahnen, welche Veränderungen sich ergaben, aber auch welche Konstanz es noch gibt.

Mit der Bildauswahl, so Reiner Lange, „haben wir versucht, möglichst viele Facetten unserer Stadt aus der vergangenen Zeit zu beleuchten“. Nicht immer sah früher alles schöner aus. „Doch nehmen uns die Aufnahmen mit auf eine Zeitreise durch unsere Heimatstadt.“ Die zeitliche Einordnung der Aufnahmen und Postkarten ließ sich entweder durch Stempel, Datierungen oder genaue Inaugenscheinnahme der baulichen Aspekte erreichen.

Die verschiedenen Blickwinkel werden durch Bilder von Vorder- und Hinterstädtchen, Kirche und Schloss, aber auch Ersheim, Kapelle, Marktplatz, Hauptstraße, Klostergasse oder Neckaralm deutlich. Gerade dieses Motiv der ehemaligen Gaststätte aus den 1920er Jahren im September 2018 „fällt aus dem Rahmen“, macht Lange die Seltenheit deutlich. Denn normalerweise gibt’s Bilder nur aus der anderen Richtung. Dieses mit dem Schloss im Hintergrund, von Moosbrunn kommend, ist etwas Besonderes.

Die Neckaralm gibt es schon längst nicht mehr, sie wurde 1969 geschlossen. Zahlreich sind die Erzählungen über die verschiedenen Sperrstunden. Denn die Gaststätte wurde zwar Hirschhorn zugerechnet, lag aber auf badischer Gemarkung. Und die Sperrstunde differierte um eine Stunde von Land zu Land… Auch der Mai 2018 ist eine Seltenheit: Hier ist die Postkarte zum Anlass des Wettsingens aus dem Jahr 1906 abgebildet, ausgerichtet vom Sängerbund Neckartal. Ein wirkliches Unikat.

„Nicht für jede gute Idee gibt es immer Material“, erläutert Lange, dass es zahlreiche Anregungen gab. Die sich aber dann leider mangels Masse nicht verwirklichen ließen. Denn Resonanz aus der Bevölkerung bekommen die Altstadtfreunde immer viel. Mit der rechnet der Vereinsvorsitzende auch nach Veröffentlichung. „Da kommt von unseren Rentnern bestimmt noch der eine oder andere Tipp“, schmunzelt er.

Denn alles konnten die Initiatoren auch nicht zuordnen. So gibt es auf dem Februar-Motiv mit evangelischer Kirche, Kloster und Altstadt (entstanden in den 1950er Jahren) im Vordergrund ein kleines Gebäude, das Lange nicht bestimmen kann. Was er weiß: Die in der Bildmitte sichtbare Rennescheuer existiert nicht mehr. Dafür heute die Umgehungsstraße, wovon zu dieser Zeit noch nichts zu sehen. Hier plätschert der Neckar noch bis praktisch an die Stadt- und Kirchenmauer.

Info: Kalender 2018 „Hirschhorn wie es einmal war…“, herausgegeben vom Verein Freunde der Hirschhorner Altstadt, limitierte Auflage 300 Stück, Preis 13 Euro, Verkaufsstart am Samstag, 21. Oktober von 11 bis 13 Uhr am Freien Platz. Der Kalender ist ab Montag, 23. Oktober, in den Verkaufsstellen Sparkasse und Volksbank, Schreibwaren Münz und Sportlerheim „Bei Ätsche“ erhältlich.

Kunstausstellung „Begegnung in alten Mauern“ am 1. Mai im Hirschhorner Mitteltorturm

„Begegnung in alten Mauern“ hieß es im Mitteltorturm schon einmal. 1998, zur 1225-Jahr-Feier Hirschhorns, fand im ganzen Ort eine vielbeachtete Ausstellung an verschiedenen Lokalitäten statt. 2016, zur 625. Wiederkehr der Stadtrechte und zum 200. Geburtstag von Carl Langbein, gibt es am Sonntag, 1. Mai, eine Renaissance: Der Mitteltorturm wird unter demselben Titel wieder für eine Ausstellung geöffnet, in der einige Werke von damals zu sehen sein werden. Die Freunde der Hirschhorner Altstadt sorgen zusammen mit der katholischen Kirchenmusik fürs Rahmenprogramm rund um den Kirchplatz.

In Reminiszenz an die ehemalige Ausstellungsreihe „Begegnungen in alten Mauern“ wurde die Idee geboren, mit Werken der damals ausstellenden Künstler diese wieder aufleben zu lassen. Weiterhin sind Modelle und Vorschläge der Gestaltung des Marktbrunnens von Anfang der 90er Jahre zu besichtigen. Die Eröffnung ist um 12.15 Uhr im Mitteltorturm, Ende ist gegen 18 Uhr. Eine Wiederholung gibt es Samstag, 7. Mai, von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Um 14 Uhr beginnt das Maibaumfest der katholischen Kirchenmusik auf dem Marktplatz. Um 15 Uhr spielten dann KKM-Kids und KKM-Orchester zum Konzert auf.

Für Hirschhorn sei die Veranstaltung vor 16 Jahren „der Beginn es regen Dialogs“ gewesen, betont Ludwig Schmeisser, der damals schon mit dabei war und auch diesmal Werke zeigt. Dieser Austausch habe über viele Jahre „unser Kulturleben beeinflusst und geprägt“. Für Hirschhorn sei es ein „künstlerisches Großereignis“ gewesen. Laut Schmeisser wurde damit eine Entwicklung in Gang gesetzt, die zahlreiche Künstlerbegegnungen, Ausstellungen und vielfältige Aktionen zur Folge hatte.

Wie der Hirschhorner Kunstkenner sagt, diente der Mitteltorturm in der Folge immer wieder als Ort der Kultur. So zeigte dort ein Künstlerehepaar aus Israel sein Schaffen, präsentierte eine russische Malerin im „Turm der Künste“ ihre Werke. Auch für die Hirschhorner Künstlerin Evelyn Christtoffers sei der Turm zum „künstlerischen Schaufenster“ ihrer Arbeiten geworden.

Wie Ludwig Schmeisser erläutert, beherberge der Turm auch heute noch das Original-Gipsmodell des Marktbrunnens, wie es von der französischen Bildhauerin Anne-Marie Georgon 1992 geschaffen worden sei. Ein weiteres Modell in Form von vier losen Gipsplatten, farbig bearbeitet, sowie eine Krone als Untersatz ließen die Endfassung schon deutlich sichtbar werden.

Ein zweites Modell von Janos Erdös, ebenfalls im Besitz des Langbein-Museums, ergänzt durch zwei Entwurfs-Zeichnungen, sei der beste künstlerische Beweis für die „höchst kreative Phase der Sanierung unserer Altstadt“. Bei der „Begegnung in alten Mauern“ werden Werke oder Repliken von Janos Erdös und Istavan Rido aus Ungarn, Jan Maciej Maciuch (Polen), Arvydas Svirmickas (Litauen) sowie Ludwig Schmeisser gezeigt.

Noch Restexemplare des Hirschhorn-Kalenders erhältlich

2016 wird ein närrisches Kalenderjahr. Denn die Freunde der Hirschhorner Altstadt haben dem „Kulturgut Fasching“ einen ganzen Kalender gewidmet. Sie setzen damit die schöne, 2012 begonnene Tradition fort, Motive aus der hessischen Neckarstadt auf Papier zu bannen und sie jeden Monat einem breiten Kreis von Interessierten zugänglich zu machen. Restexemplare sind noch erhältlich.

„Wir überlegen jedes Jahr neu, welche Kalendermotive eine breite Bevölkerungsschicht ansprechen“, erläuterte der Vorsitzende der Altstadtfreunde, Reiner Lange. Wichtig sei neben dem Thema auch, Zugriff auf die entsprechenden Fotos zu haben. Nachdem sich das Thema Fasching als Idee herauskristallisiert hatte, „sind wir auf den HCV und die Ritter zugegangen“, so Lange. Beide Vereine, bedeutsame Faktoren im kulturellen Leben der Stadt, seien sofort mit dabei gewesen und hätten ihre Archive geöffnet.

So kam „ein kleiner Querschnitt der vergangenen, närrischen 50 Jahre zusammen“, macht Lange neugierig auf die zwölf Monatsblätter, die zusammen mit dem 13., schon bekannten Deckblatt das Jahr 2016 zieren. „Hirschhorn wie es singt und lacht“ findet sich laut Lange im Kalender wieder – sowohl aus ganz frühen Jahren als auch aus aktuellen Kampagnen. Hirschhorn werde nicht zu Unrecht „Klein Mainz“ genannt.

Das Deckblatt-Motiv feiert in 2016 sowieso Jubiläum: Zu sehen ist die erste Saalfastnacht des HSV aus dem Jahr 1966. Auf dem Januar-Blatt ist ein Umzugsmotiv mit einem Prinzenpaar zu sehen, das in Hirschhorn heute eigentlich jeder kennt. Bildmaterial sowohl von Straßen- als auch von Saalfastnacht haben HCV und Ritter zur Verfügung gestellt.

„Neugierig sind sie alle“, weiß Reiner Lange um das Interesse in der Bevölkerung, welches Thema der neue Jahreskalender haben wird. „Teilweise gibt es schon im August die ersten Nachfragen.“ Mit der 300er-Auflage erziele man in der Regel eine „Punktlandung“. Lange hat daneben festgestellt, dass die Druckwerke inzwischen zu begehrten Sammlerstücken wurden.

Start war 2012 mit Bildern von Hirschhorner Gaststätten, es folgten Geschäfte, Originale und 2015 Impressionen aus der Stadt. Restexemplare der fünften Kalender-Ausgabe sind noch in den verschiedenen Verkaufsstellen erhältlich: Sparkassen- und Volksbank-Filiale, Schreibwaren Münz, Bermuda-Bar und die Sportplatz-Kneipe „Beim Ätsche“.

Bilder der Hirschhorner Straßen- und Saalfastnacht aus den vergangenen 50 Jahren zieren den Kalender 2016 der Altstadtfreunde

2016 wird ein närrisches Kalenderjahr. Denn die Freunde der Hirschhorner Altstadt haben dem „Kulturgut Fasching“ einen ganzen Kalender gewidmet. Sie setzen damit die schöne, 2012 begonnene Tradition fort, Motive aus der hessischen Neckarstadt auf Papier zu bannen und sie jeden Monat einem breiten Kreis von Interessierten zugänglich zu machen. Verkaufsstart des nur in einer Auflage von 300 Stück erscheinenden Kalenders ist Samstag, 10. Oktober, um 11 Uhr.

„Wir überlegen jedes Jahr neu, welche Kalendermotive eine breite Bevölkerungsschicht ansprechen“, erläutert der Vorsitzende der Altstadtfreunde, Reiner Lange. Wichtig sei neben dem Thema auch, Zugriff auf die entsprechenden Fotos zu haben. Nachdem sich das Thema Fasching als Idee herauskristallisiert hatte, „sind wir auf den HCV und die Ritter zugegangen“, so Lange. Beide Vereine, bedeutsame Faktoren im kulturellen Leben der Stadt, seien sofort mit dabei gewesen und hätten ihre Archive geöffnet.

So kam „ein kleiner Querschnitt der vergangenen, närrischen 50 Jahre zusammen“, macht Lange neugierig auf die zwölf Monatsblätter, die zusammen mit dem 13., schon bekannten Deckblatt das Jahr 2016 zieren. „Hirschhorn wie es singt und lacht“ findet sich laut Lange im Kalender wieder – sowohl aus ganz frühen Jahren als auch aus aktuellen Kampagnen. Hirschhorn werde nicht zu Unrecht „Klein Mainz“ genannt. Sicherlich ein Hingucker für alle, die gerne in Erinnerungen schwelgen („kennst du den noch?“).

Das Deckblatt-Motiv feiert in 2016 sowieso Jubiläum: Zu sehen ist die erste Saalfastnacht des HSV aus dem Jahr 1966. Und auch der Januar, so viel sei schon verraten, wird sicher für viel Hallo in der Stadt sorgen. Auf jeden Fall ist es ein Umzugsmotiv mit einem Prinzenpaar, das in Hirschhorn heute eigentlich jeder kennt.

Bildmaterial sowohl von Straßen- als auch von Saalfastnacht haben HCV und Ritter zur Verfügung gestellt. Daraus habe man versucht, sagt Lange, „einen Abriss über den Fasching in den vergangenen Jahrzehnten zu finden“. Maßgabe bei der Bilderauswahl sei neben den verschiedenen Motiven auch gewesen, dass möglichst alle bisherigen Jahrzehnte vertreten sein sollten.

„Neugierig sind sie alle“, weiß Reiner Lange um das Interesse in der Bevölkerung, welches Thema der neue Jahreskalender haben wird. „Teilweise gibt es schon im August die ersten Nachfragen.“ Mit der 300er-Auflage erziele man in der Regel eine „Punktlandung“. So gut wie alle Kalender seien am Jahresende vergriffen. Die aus den ersten beiden Jahren 2012 und 2013, nur mit 250 Exemplaren erschienen, sowieso. Lange hat festgestellt, dass die Druckwerke inzwischen zu begehrten Sammlerstücken wurden.

Start war 2012 mit Bildern von Hirschhorner Gaststätten, es folgten Geschäfte, Originale und 2015 Impressionen aus der Stadt. Die fünfte Kalender-Ausgabe, 2016, geht am Samstag, 10. Oktober, an den Start. Dann verkaufen ihn die Altstadtfreunde von 11 bis 13 Uhr auf dem Freien Platz vor dem Rathaus. Parallel geht er an die verschiedenen Verkaufsstellen, die ihn ab spätestens Montag drauf ebenfalls anbieten: Sparkassen- und Volksbank-Filiale, Schreibwaren Münz, Bermuda-Bar und die Sportplatz-Kneipe „Beim Ätsche“.

Wehrpfeiler an der Hirschhorner Schleuse können beim Tag des offenen Denkmals am 13.9. besichtigt werden

Der landesweite „Tag des offenen Denkmals“ steht dieses Jahr unter dem Motto „Handwerk, Technik, Industrie“. Aus diesem Anlass werden die Freunde der Hirschhorner Altstadt unter Schirmherrschaft der Stadt und in Zusammenarbeit mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Heidelberg am Sonntag, 13. September, zwei Wehrpfeiler der Hirschhorner Schleusenanlage von 11 bis 18 Uhr der Bevölkerung zugänglich machen. Sie gilt in Deutschlands als ein bedeutendes Industriedenkmal. Neben einer kleinen Fotoausstellung werden die Vereinsmitglieder den Tag auch mit interessanten Vorträgen rund um das Thema Schleuse und Stromerzeugung in Hirschhorn gestalten. Der Zugang zu diesem Industriedenkmal ist sonst nicht möglich. Folgendes Programm ist vorgesehen: 11.15 Uhr, offizielle Eröffnung im Wehrpfeiler 4 (WP4), 12/14/16 Uhr Kurzvortrag Historie des Schleusenbaus (WP4), 12.30/14.30/16.30 Uhr Kurzvortrag Stromerzeugung in Hirschhorn (WP4), 13/15/17 Uhr Kurzvortrag Funktionsweise der Schleuse (WP3).

 

Beide Bilder von mir