Fußball-Geschichte im Odenwald wird lebendig

Der Fußball ist für Klaus Gackenheimer sein Ein und Alles. Akribisch hat der frühere Fußball-Schiedsrichter, Klassenleiter im Kreisjugend-Fußballausschuss und langjährige Aktive seines Heimatvereins SG Rothenberg Unterlagen aus 75 Jahren der Ball-Geschichte im Odenwaldkreis ausgewertet. Daraus sind inzwischen sieben Bücher entstanden, die Ergebnisse, Tabellen, Spielberichte, Fotos und Anekdoten zusammenfassen. Band 7 für die Jahre 2013 bis 2019 ist gerade erschienen.

Seit 2003 hat sich der 74-jährige Rothenberger diese Zusammenstellung zur Aufgabe gemacht. Damals hörte er als Klassenleiter auf. Während dieser Zeit notierte er immer die Ergebnisse der ersten Mannschaft. Damals fielen ihm viele Unterlagen aus den vorhergehenden Jahren in die Hände. „Ich dachte mir, das könnte ich zu Papier bringen“, erzählt der Rothenberger. Was fehlte, organisierte er sich.

„Ich war immer unterwegs“, erinnert er sich. Kaum mit seinem Job bei Scherer fertig, recherchierte er im Kreisarchiv und beim Odenwälder Echo in unzähligen Stunden und mühevoller Kleinarbeit die vergangenen Jahrzehnte. „Bei der Heimatzeitung bin ich tagelang im Keller gesessen“, berichtet er sich. Ins Höhendorf zurückgekehrt, übertrug Gackenheimer seine Erkenntnisse gleich in den Computer. „Das ist eine Sauarbeit“, nimmt er kein Blatt vor den Mund.

Aufzeichnungen der früheren Kreisfußballwarte Fritz Walter, Horst Neff und jetzt Wilhelm Paulus ging der Autor mit Paulus durch. Es entstanden Bücher von jeweils rund 500 Seiten, die in einer Steinbacher Druckerei mit einer Auflage von 150 bis 200 Stück hergestellt wurde. Im Vorwort dankt Kreisfußballwart Paulus dem Rothenberger Fußballfreund für die zeitaufwendige Arbeit, mit der sich Gackenheimer nicht nur ein Lebenswerk geschaffen, sondern auch allen interessierten das Fußballgeschehen für die Zukunft erhalten hat.

Wenn montags das Echo erscheint, setzt sich Gackenheimer nachmittags zwei Stunden hin und wertet von der obersten Liga bis ganz nach unten alles detailliert aus. Weil nicht immer alle Daten vorhanden sind, gehört die Internetrecherche für ihn zum täglichen Brot. Der erste Band, 2005 erschienen, beleuchtet die Zeit von 1945 bis 1975. Die Vereine stellten dem Autor Bilder aus früheren Jahren zur Verfügung. Band 2 reicht von 1975 bis 1985. Danach wurden die Abstände kürzer: erst acht, dann sechs Jahre. Natürlich ist Band 8 schon in Vorbereitung. Parallel erstellt der Fußball-Fan Jahresordner, die er jedes Jahr im Kreisarchiv Erbach abgibt.

„Wenn ich das heute nicht mehr mache, macht es keiner mehr“, betont Gackenheimer. Er kümmert sich aber nicht nur um die Kicker im Kreis. Denn nächstes Jahr feiert sein Heimatverein, die SG Rothenberg, ihr 75. Jubiläum. Der demnächst Gleichaltrige trägt ab dem Gründungsjahr 1946 die Geschichte zusammen. Im Gemeindearchiv und im SG-Sportheim sind seine Arbeiten für alle Interessierte zugänglich.

Aber nicht nur hier war Gackenheimer ehrenamtlich aktiv. „Ich habe in 45 Jahren 1250 Spiele gepfiffen“, notierte er akribisch. „Die Zeit möchte ich nicht missen.“ Ein Spiel in Beerfelden vor langer Zeit ist ihm noch im Gedächtnis. Das brach er in der Halbzeit beim Stand von 12:0 ab, weil die gegnerische Mannschaft einfach zu betrunken war. Dazu kommt noch sein Faible für die Kleintierzucht. Mit seinen Kaninchen war der dem Hirschhorner Züchterverein angeschlossene bereits drei Mal Deutscher Meister.

Dem Fußball gilt aber sein Hauptaugenmerk. „Dem widme ich jede freie Minute“, berichtet er. Nach dem Krieg waren alle Vereine verboten, weiß der Rothenberger. Bei der Militärregierung musste damals der Antrag auf Neugründung gestellt werden. Voraussetzung. Es durften keine propagandistischen Versammlungen abgehalten werden. Per Hand wurde damals das Gelände auf der Höhe eingeebnet, um einen Platz zu erstellen. Trikots gab es keine, die bekam man wie auch Bälle im Tausch gegen Holz. „Heute hat der Verein 50 Bälle“, weiß der Senior. Die geht er montags nach den Spielen immer im Wald suchen.

 

Info: Band 7 der Geschichte des Fußballs im Odenwaldkreis ist erhältlich beim Autor Klaus Gackenheimer in Rothenberg, Odenwälder Landstraße 26, Telefon 06275/474, E-Mail  kgackenheimer@aol.com und in der Gaststätte „Zur Gerste“ in Steinbach bei Wilhelm Paulus, Telefon 0160-91875510, http://www.zur-gerste.de, zum Preis von 25 Euro. Die bisherigen Bücher Band 1 bis Band 6 sind bei beiden noch in kleinen Stückzahlen erhältlich.

FC Hirschhorn ehrte langjährige Mitglieder für ihre Treue

Langjährige Mitglieder ehrten die Hirschhorner Fußballer heute zwischen zwei Rundenspielen. 25 Jahre ist Steffen Öhrig dabei, 40 Jahre halten Andreas Albert, Sven Endreß, Jürgen Reinwald, Ute Stenger, Stephan Enger, Reinfried Raule, Klaus Mikolajczyk und Frank Flachs dem FC die Treue. Auf 50 Jahre bringt es Hartmut Debo.

FC-Vorsitzender Frank Albert, der zusammen mit seinem Stellvertreter Rainer Heckmann die Ehrungen vornahm, würdigte die Leitungen der Geehrten. Wer nicht anwesend sein konnte, bekommt Urkunde und Vereinsnadel nebst eine Falsche Wein nachgereicht.

Andreas Albert „hat noch viel Spaß als Torjäger in der AH“, sagte der Vorsitzende. Stephan Enger habe als aktiver Fußballer viel zum zweimaligen Aufstieg des FC beigetragen – und auch dazu, dass sich der Verein damals in der Bezirksliga etablieren konnte. Bei Jürgen Reinwald bedankte sich Albert für die langjährige Vorstandsarbeit.

 

FC Hirschhorn wurde vom Verletzungspech verfolgt – Vorstandswahlen bei Mitgliederversammlung

Als organisatorische Herausforderung kommt laut dem FC-Vorsitzenden Frank Albert in Zukunft auf den Vorstand vor allem die künftige Regelung der Sportplatzpflege sowie der Nutzungsgebühren zu, sagte er bei der Mitgliederversammlung. „Ich denke, den Begriff kommunaler Rettungsschirm kann in diesen Räumen wohl keiner mehr hören“, so Albert. Ebenso stehe die weitere Clubhaussanierung an. Hier müsse man sich bereits Gedanken um Zuschüsse, Förderungen und Finanzierungen machen.

„Was hier über das Jahr an Stunden abgespult wird, ist mehr als nur beeindruckend“, sagte Albert zur ehrenamtlichen Arbeit im Verein. Setzten sich die Aktiven ein Ziel für die abgelaufene Spielsaison, so lautete dies als Aufsteiger der Klassenerhalt. „Jetzt könnte man zweifellos sagen, dieses eine Ziel hat man erreicht. Wie es jedoch erreicht wurde … naja. Irgendwann fragt keiner mehr danach“, meinte Albert rückblickend. Er habe weder zu seiner aktiven Spielzeit noch danach erlebt, dass ein Verein von einer „solch heftigen und andauernden Verletzungsserie“ heimgesucht wurde.

Was abgesehen vom Tabellenplatz für ihn ein ebenso wichtiges Ziel gewesen sei, „und das haben wir vollauf erreicht“, ist, die bestehende Kameradschaft aufrechtzuerhalten und weiter zu intensivieren. Herausragend seien die Veranstaltungen Sportwerbewoche und Lebendiger Neckar gewesen. Ein tolles Beachvolleyballturnier habe „riesigen Zuspruch“ gefunden. Die Bewirtung beim „Lebendigen Neckar“ gebe dem FC die Möglichkeit, „unser Ehrenamt über die Stadtgrenzen hinaus darzustellen“.

Für den Spielausschuss blickte Christian Schätzle auf die letzte Saison zurück. Mit Benjamin Sigmund als Spielertrainer und Steffen Kittel als Co-Trainer sei man in diese gegangen. Viele Spieler hätten sich nach dem Aufstieg erst einmal an das Neuland „Kreisliga“ gewöhnen müssen. Trotz zahlreicher Verletzten sei das Ziel „Nichtabstieg“ erreicht worden. „Die Basis für eine mögliche Etablierung innerhalb der Liga wurde gelegt“, sagte Schätzle.

Der FCH habe zu viele Gegentore hinnehmen müssen und die Punkteausbeute gegen tabellarische Konkurrenten sei ausbaufähig, meinte er. Lediglich zwei Spieler hätten alle 28 Rundenspiele bestritten. Dass nur fünf weitere über 20 Spiele kamen, untermauerte laut Schätzle die „gravierenden Verletzungsprobleme“. Die neu gegründete Spielgemeinschaft aus SV Eberbach und FC Hirschhorn habe ihre erste Saison auf einem unspektakulären 15. Tabellenplatz der Kreisklasse C Heidelberg Ost abgeschlossen.

In den Vorstandswahlen wurde Frank Albert als Vorsitzender bestätigt. Zweiter Vorsitzender ist Rainer Heckmann, dritter Heinz Schmitt. Den Spielausschuss leitet nun André Kuhn, Kassenwart ist Robert Petcu, Jugendleiter Christian Wannowsky, Schriftführer Frank Albert und dem Veranstaltungsausschuss sitzt Ronny Schatzer vor. Gedankt wurde den ausscheidenden Vorstandsmitgliedern Christian Schätzle, Lars Albert und Andreas Körber. (Foto: Verein)

FCH richtet den Blick nach oben

Die Halbzeit-Bilanz des FC Hirschhorn fällt durchwachsen aus. Nach dem umjubelten Aufstieg in die Kreisliga zum Abschluss der vergangenen Saison steht der FC aktuell auf dem vorletzten Tabellenplatz der höheren Klasse. Dies aber durchaus mit viel Potenzial nach oben. Denn die Verletztenmisere machte den Fußballern in der Vorrunde stark zu schaffen. Dazu kam – unter dem Stichwort „Lehrgeld bezahlen“ – die Schwierigkeit, sich in der höheren Liga zu akklimatisieren. Deshalb richten die Verantwortlichen den Blick mit vorsichtigem Optimismus auf die Rückrunde. Die beginnt am 8. März mit einem Schlager: dem Derby in Eberbach gegen den VfB.

Rückblick: Durch einen Achtpunktevorsprung auf den Tabellendritten St. Leon stieg die 1. Mannschaft des FC in die Kreisliga Heidelberg auf. Dem voraus ging eine stabile Mannschaftsleistung. Zu keinem Zeitpunkt stand der FC schlechter als auf Platz 4, meistens auf dem zweiten Platz. Bei nur einem Punkt Abstand auf den Kreisklassenmeister Walldorf hatte der FC sogar das bessere Torverhältnis.

Trotz des sich abzeichnenden Erfolges entschieden Trainer Ali Köklü sowie die Verantwortlichen des FC in beidseitigem Einvernehmen, ab der Saison 2014/15 getrennte Wege zu gehen. Bereits im Februar 2014 wurde mit Benjamin Sigmund der Nachfolger offiziell benannt. Mit zehn Punkten aus 16 absolvierten Partien steht der FC Hirschhorn auf dem vorletzten, 14. Tabellenplatz der Kreisliga Heidelberg. Trotzdem kann von einer akuten Abstiegsgefahr momentan keine Rede sein, sind sich die Verantwortlichen sicher. Denn in dieser Saison steigt lediglich der Letztplatzierte ab – und der ist, mit momentan zwei Punkten auf der Habenseite weit abgeschlagen, Handschuhsheim. Der 13., Wiesloch, ist mit elf Punkten greifbar. Auf die davor platzierten Walldorf, Dilsberg und Nußloch fehlen momentan fünf bzw. sechs Punkte. Das gesicherte Mittelfeld scheint also, wenn auch nicht unmittelbar, in Reichweite.

In der ersten Saisonhälfte hatte der FC mit zwei Miseren zu kämpfen: der andauernden Verletztenmisere sowie Niederlagen oder Punktverluste nach eigentlich ansprechenden, teilweise auch guten Leistungen. Im Laufe des ersten Saisonviertels näherte sich die Verletztenzahl der Zweistelligkeit. Zu keinem Zeitpunkt konnte auf den vollen Kader zugegriffen. Nur selten entstand allerdings während eines Spiels der Eindruck kompletter Unterlegenheit. Viel mehr überwog der Eindruck, dass mehr zu holen gewesen wäre. Das Fazit daraus: Der Kader hat deutliche Reserven. Somit halten die Verantwortlichen eine sportliche Stabilisierung im Verlauf der Rückrunde für durchaus möglich. Wenn sich die Verletzungen im überschaubaren Rahmen halten, wäre somit eine Platzierung im unteren, aber gesicherten Mittelfeld keine Utopie.

Trotz der momentanen Tabellensituation zieht der FCH ein positives Fazit: Denn nach Jahren des unbefriedigenden Kreisklassen-Tabellenmittelmaßes besteht nach wie vor die Möglichkeit der höherklassigen Etablierung. Ein Umstand, der hinsichtlich der monetären Ausstattung im Vergleich zur Konkurrenz keine Selbstverständlichkeit ist.

(Text- und Bildquelle: Facebook-Seite des FCH)