Ein eigenes Etikett für jede Kirche

Dieser Wein wird in den jeweiligen Orten besonders gut munden. Seit einem Dreivierteljahr bezieht die evangelische Kirchengemeinde Beerfelden ihre süffigen Tropfen von einem neuen Weinhändler: dem Weingut Beyer-Bähr aus Rheinhessen, das auch alle vier Wochen auf dem Beerfelder Wochenmarkt anzutreffen ist. Spätburgunder und Riesling bekommen nun je nach Ausschankort ein eigenes Etikett mit der jeweiligen Kirche aus Gammelsbach, Unter-Sensbach und Beerfelden.

Den Entwurf dafür gestaltete Uwe Breidinger, das Etikett stellt die Firma Schwinn in Gammelsbach kostenfrei her. Dort fand auch die offizielle Vorstellung des neuen „Outfits“ der 0,75-Liter-Flaschen mit Pfarrer Roger Frohmuth, Kirchenvorstand Raimund Keysser sowie Geschäftsführer Stefan Frey und Seniorenchef Ernst-Ludwig Schwinn statt.

Als Abendsmahlswein sowie als Präsent für Geburtstage, Goldene Hochzeiten und Jubiläen wird das Produkt des Betriebs aus Flörsheim-Dalsheim verwendet, erläuterte Frohmuth. Der Vorteil: Die Kirchengemeinde muss keine großen Mengen horten, sondern kann jeden Monat ihren Bestand wieder auffüllen, wenn das Weingut sowieso in Beerfelden präsent ist.

Seit 2013 gibt es den Kirchenwein, erinnert sich Raimund Keysser. Ein paar Flaschen der früheren Bestände existieren noch, aber es musste Nachschub her. „Wir dachten, das wäre ein schönes Symbol, damit die Kirche repräsentiert wird“, ergänzt er. Außerdem haben die Beschenkten etwas Besonderes mit lokalem Charakter in den Händen. Nach Breidingers Vorlage wird das Etikett in seinen drei Ausfertigungen mit den verschiedenen Gotteshäusern bei Schwinn gefertigt. Die Flaschen lassen sich dann je nach „Einsatz“ bekleben.

Etiketten werden in der alteingesessenen Firma seit 1995 hergestellt, eine Haarzurichterei gibt es bereits seit 1948. Inzwischen ist die dritte Generation im Familienbetrieb mit 15 Beschäftigten am Ruder. „Heutzutage wird sehr viel etikettiert“, freut sich Stefan Frey. Die Gammelsbacher Produkte gehen nach ganz Europa – und jetzt eben auch an die heimische Kirchengemeinde.

Gastronomisch die „Krone“ aufgesetzt

Wer auf eine über 400-jährige Tradition zurückblicken kann, weiß, was die Kunden wünschen. Somit sind die „Zwei Löwen“ als Auszeichnung der Qualitätsgemeinschaft „Hessen à la Carte“ für den Hotel-Gasthof „Zur Krone“ in Gammelsbach nur folgerichtig. In den beiden südhessischen Kreisen Bergstraße und Odenwald ist der Betrieb damit einer von nur vier (unter insgesamt 100 landesweit) geehrten. Wenn man dann noch weiß, dass zwei weitere bei Bensheim angesiedelt sind, macht das die Auszeichnung rein auf den Odenwald bezogen noch wertvoller.

Die Übergabe erfolgte durch Armin Treusch, den Vorsitzenden des DEHOGA-Kreisverbandes Odenwald, und die Geschäftsführerin des Deutschen Hotel-und Gaststättenverbands für Südhessen, Christine Friedrich. Bürgermeister Christian Kehrer und Kreistagsvorsitzender Rüdiger Holschuh richteten ebenfalls anerkennende Worte an die Inhaber-Familie Gerbig.

Edgar Gerbig zeichnete die Geschichte der Gaststätte nach, die seinen Worten zufolge zu den ältesten im Odenwald und Hessens zählen dürfte. Vor über 400 Jahren lässt sich der erste im Foshag-Stammbaum ausmachen, der sich als Hufschmid im Ort niederließ und auf der Burg Freienstein, dem Wahrzeichen von Gammelsbach, tätig war. Neben der Schmiede war damals schon eine Gaststätte mit Landschaft vorhanden.

1972 übernahm dann Mutter Gertrud die Krone, erzählte Sohn Edgar. Sie ist die älteste von drei Mädchen. Sowohl sie, ihr Mann Hermann als auch die Geschwister packen heute immer noch mit an, wenn Not am Mann oder an der Frau ist. Mit drei Urenkelinnen, die während der Übergabe zwischen den Gästen herumwuselten, ist die Zukunft des Familienbetriebs gesichert. Der Name Foshag wurde damals zu Gerbig, aber bei den Älteren im Ort heißt es immer noch, „wir gehen zu Schmieds was essen oder trinken“, schmunzelte er.

Von 1972 bis 2002 führten die Eltern den Betrieb und bauten ihn aus. Das Restaurant fasst heute 150 Personen, es wurden zwei Kegelbahnen gebaut, ein Gästehaus, Fremdenzimmer und eine Ferienwohnung. „Seit 2008 gehören wir zu den Drei-Sterne-Hotels im Odenwald“, erläuterte Edgar Gerbig. 2017 wurde das Hotel mit Drei-Sterne-Superior bewertet und 2019 bestätigt. Den 2010/11 im umgebauten alten Saal eingerichteten Wellness-Tempel „Toscana“ führt Dirk Gerbig, während Eric seinen Vater Wolfgang in der Küche unterstützt.

Die ist es auch, die für beiden Auszeichnungen in diesem Jahr steht. Im März wurde die „Krone“ unter die 50 besten Dorfgasthäuser in Hessen gewählt. Eine Prämierung, die sich laut Edgar Gerbig bereits in einigen Anfragen auszahlte. Auch hier vertritt das Gammelsbacher Gasthaus die Stadt Oberzent und ist eines von nur vieren aus dem Odenwald. Die jetzige Urkunde freute die Familie noch mehr.

„Ohne die Großfamilie geht nichts“, betonte Gerbig gegenüber den Gästen. Denn nach wie vor trifft sich in der „Krone“ der ganze Ort, ob zum Stammtisch oder für Familienfeiern. Da muss oftmals schnell mal angepackt werden. Dazu kommt das Prädikat „Odenwald“ über allem. Der Trend geht zum Regionalen, weiß man im Gasthof. Deshalb wird konsequent sowohl bei den Speisen als auch bei den Aktionen darauf gesetzt. Das ist dann das Kochkäs-Schnitzel genauso wie ein Ausflug zur Käserei, das lokale Bier analog zur Besichtigung der Brauerei.

Küchenchef Wolfgang Gerbig zeigte sich in seinen Dankeswortes erfreut darüber, dass es als Neuling „gleich zu zwei Löwen reicht“. Schwanen-Wort Armin Treusch aus Reichelsheim war froh „über die Verstärkung im südlichen Teil“. Er wies darauf hin, dass Gäste sensibel für Natur und Umwelt sind, weswegen Betriebe mit diesem Pfund wuchern können.

Christine Friedrich zeigte sich beeindruckt davon, „dass die Familie voll dahinter steht“. Genau das macht ihren Worten zufolge „den Betrieb stark“. Die Auszeichnung belegt, „dass sie etwas für die Region tun“, sagte sie. Das unterstrich auch Bürgermeister Kehrer, der davon sprach, dass die „Krone“ die Stadt nach aßen repräsentiert.

 

 

Hessen à la carte

Über 100 ausgewählte Restaurants und Gasthöfe aus den unterschiedlichen Regionen Hessens bilden Deutschlands älteste regionale Qualitätsgemeinschaft (seit 1984), die Kooperation der hessischen Regionalküche. Die Betriebe sind nach außen erkennbar am rot-weißen Hessen à la carte-Mitgliedsschild. Hessische Küche ist regional, traditionell, innovativ, ursprünglich und nachhaltig, lauten die Schlagworte. Nach diesen Kriterien lassen sich die Mitglieder alle drei Jahre durch einen Zehn-Punkte-Kriterienkatalog zertifizieren. Danach erhalten die Betriebe eine Urkunde, in der sie anhand der erreichten Punkte durch einen, zwei oder drei hessische Landeslöwen auf der Urkunde ausgezeichnet werden. Vertragspartner sind der Hotel- und Gastronomieverband DEHOGA Hessen und der Hessische Tourismusverband. Gefördert wird die Kooperation durch das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen.

 

Katzenschutzverordnung für Oberzent beschlossen

Oberzent hat jetzt auch seine Katzenschutzverordnung. Die Stadtverordnetenversammlung befürwortete den Antrag der Grünen aus dem vergangenen Jahr bei drei FDP-Enthaltungen einstimmig. Damit folgt die Stadt den Kommunen Erbach, Michelstadt und Brombachtal, die eine solche Satzung bereits in der vergangenen Zeit beschlossen hatten. Das Thema zog auch eine gewisse Publikumsaufmerksamkeit von Tierschutzorganisationen auf sich. Denn sie haben jetzt eine gewisse Rechtssicherheit bei ihrer Arbeit.

In seiner Begründung des Antrags führte Thomas Väth (Grüne) aus, dass das Tierheim Würzberg nicht einmal ansatzweise die viele Katzen aus seinem Zuständigkeitsbereich aufnehmen könne. Oberzent zahle ans Tierheim im Jahr etwa 7000 Euro an Unterstützung. Die drei örtlichen Tierschutzorganisationen „kümmern sich mit erheblichem finanziellen Aufwand um die Tiere“, erläuterte Väth.

Diese durften bisher, erläuterte er, freilebende Tiere nicht kastrieren, wenn sich der Halter nicht klären ließ. „Das war Sachbeschädigung.“ Mit der Verordnung wird die Rechtslage anders. Wenn nicht registrierte, verwahrloste oder streunende Katzen aufgegriffen werden, gibt es nun die Möglichkeit, dass zur Begrenzung hoher Populationen „tierschutzgerechte Maßnahmen“ ergriffen werden können.

Das Grünen-Fraktionsmitglied betonte: „Wir wollen die Ehrenamtlichen in ihrem großen Aufwand unterstützen.“ Was auch Rüdiger Holschuh (SPD) so wertete. Er sprach von einem großen Tierleid und sah die Kommunalpolitik in der Pflicht, sich darum zu kümmern. Mit Blick auf die Erfahrungen in Michelstadt sprach er von einer problemlosen Umsetzung. „Das ist Tierschutz in seiner reinsten Form“, hob der Kreistagsvorsitzende hervor. Der Ansatz muss auf Prävention liegen, erklärte er, und nicht auf der Bekämpfung des Leids.

Seitens der FDP wandte sich Frank Leutz gegen eine „Bevormundung von mündigen Bürgern“, auch wenn er die geschilderte Situation so durchaus erkannte. Allerdings hatte Leutz „keine Lust auf nächste Verordnung“. Seine Befürchtung, dass dadurch das überlastete Ordnungsamt noch mehr strapaziert werden könnte, entkräftete Bürgermeister Christian Kehrer: „Da haben wir kaum Berührungspunkte.“

Udo Glaser (ÜWO) ging neben dem Tierschutz-Aspekt auch auf die Wertschätzung der ehrenamtlichen Arbeit ein. Für Walter Gerbig (CDU) wurde das Thema zwar „von hinten her angegangen“, aber von seiner Intention her sinnvoll. Nach weiteren zustimmenden Äußerungen, unter anderem von Chris Poffo (ÜWO), war die Verabschiedung Formsache.

Kostenvoranschlag entspricht nicht der Realität

Am kommenden Samstag wird beim Freiwilligentag des Odenwaldkreises auch in Gammelsbach in die Hände gespuckt. Der Ortsbeirat hofft dabei auf rege Beteiligung aus der Bürgerschaft. Allgemeine Ortsbildverschönerungen an der Schäfersruhe, den Tikale-Wandersteinen und der Friedhofsmauer stehen im Vordergrund, erläuterte Ortsvorsteher Konrad Helm auf der Sitzung, die wieder von einigen Bürgern besucht wurde.

Das Gremium war unzufrieden mit dem Kostenvoranschlag der Stadt zur Weiterführung des Dorfwegs, überbracht von Erik Sauer. „Der entspricht nicht der Realität“, so die Meinung der Mandatsträger bei diesem Tagesordnungspunkt. Denn besprochen worden sei, dass die Stadt das komplette Material zur Verfügung stellt. Alle erforderlichen Montage- und Verlegearbeiten sollten durch Mitglieder des Ortsbeirats gewährleistet werden. Mit der Bitte an die Stadt, diesen Kostenvoranschlag nochmals zu überarbeiten, beschloss man die Angelegenheit.

Das Ortsbeiratsbudget wird dafür verwendet, zwei Entspannungsliegen kaufen und im Ort aufzustellen. Die Standorte werden noch festgelegt. Außerdem sollen neue Dorfweg-Hinweisschilder gekauft und montiert werden. Auf Anregung von Gammelsbacher Bürgern sollen die Eigentumsverhältnisse entlang des Dorfweges geklärt werden. Die Verträge und deren Verbriefung sollen eindeutig niedergeschrieben werden, hieß es in dem einstimmig beschlossenen Antrag, den das Gremium der Stadtverwaltung übermittelt.

Erik Sauer hatte auf der Sitzung auch einen Planentwurf der Stadt zur Gestaltung der Urnenfeldabgrenzung (Friedparkanlage) dabei. Da eine einheitliche Gestaltung der Urnenfelder in allen Stadtteilen vorgesehen ist, favorisierte das Gremium diesen Vorschlag. Im Zuge der Neugestaltung soll auch die Kompostierbox entfernt und durch einen außerhalb aufgestellten Container ersetzt werden. Ebenfalls soll es am unteren Eingangsweg Absperrpoller geben.

Bemängelt wurde vom Ortsbeirat noch eine gefühlte Ungleichbehandlung der verschiedenen Stadtteile durch den Bauhof. Notwendige Reinigungs- und Grünschnittarbeiten würden nicht gleichmäßig abgearbeitet. Die für den öffentlichen Kinderspielplatz an der Schule angeforderten Gerätschaften wie Kinderschaukel oder Fahrradständer seien immer noch nicht montiert und aufgestellt, monierten die Mandatsträger.

 

Ehrendenkmal soll auf den Friedhof

Das Ehrendenkmal, bisher bei der evangelischen Kirche beheimatet, soll in abgespeckter Form auf den Friedhof versetzt werden. Eine entsprechende Entscheidung traf der Ortsbeirat in Abstimmung mit den Anwesenden auf seiner vergangenen Sitzung, nachdem das Thema schön öfters beraten worden war. Denn die bisherige Zuwegung mit Treppe und Geländer ist weder zeitgerecht noch sicher. Das freiwerdende Gelände soll in ferner Zukunft eventuell als Parkplatz für die Kirche genutzt werden, so der Gedanke.

Der Ortsbeirat beschloss ebenfalls, dass am unteren Friedhofseingang der rechte Teil des Doppeltors fest verriegelt und abgeschlossen werden soll, um die Zufahrt für private Fahrzeuge zu unterbinden. Der andere Teil des Tores muss instand gesetzt werden.

Der im Jakobsgrund (in der Weiterführung des Dorfwegs im nördlichen Bereich) zuvor besprochene Weidedurchgang über Klapptüren wurde aus sicherheitstechnischen Gründen wieder verworfen, hieß es auf der Sitzung. Stattdessen soll es eine Viehtränke mit Wasseranschluss an das örtliche Leitungsnetz geben.

Eine ständige Klage betrifft die Befahrung der Seitenstraßen mit viel zu großen und schweren Müllfahrzeugen. Der Ortsbeirat wandte sich deshalb an die Stadtverwaltung, dass diese sich bei einer Neuvergabe durch Müllabfuhrverträge durch den Kreis dafür einsetzt, die Seitenstraßen mit kleineren Fahrzeugen bedienen. Denn sonst wären Folgekosten für Straßensanierungen durch zu schwere Fahrzeuge unausweichlich, weil die Wege für weniger Tonnagen ausgelegt sind.

Zur Verwendung des Ortsbeiratsbudgets gab es mehrere Vorschläge. Angesprochen wurden Sicherheitshandläufe und ein Kneippbecken am Burgbrunnen, aber auch eine neue Beschilderung für den Dorfweg oder Hinweise an beiden Ortseingängen zu Festveranstaltungen. Dazu Figuren zur  Verkehrsberuhigung und Entspannungsliegen am Aussichtspunkt Schmidthütte.

Fahrradständer für Schulgelände und Spielplatz seien angefordert, hieß es. Die Umsetzung sei Aufgabe des Odenwaldkreises. Zur Sprache kam auch, dass das Verbundpflaster am Dorfgemeinschaftshaus nachgebessert werden muss.

Dem Ordnungsamt fehlt die vierte Kraft

Der Motor des Oberzent-Ordnungsamts läuft derzeit nur auf drei Zylindern. Denn es fehlt der vierte Fahrer im Team, erläuterte Stadtpolizist Nabil El-Kadi. „Wir haben die Stelle bereits vier Mal ausgeschrieben“, teilte er mit. Seit Mitte vergangenen Jahres ist die Stadt auf der Suche. Zwei gute Bewerber hatten bereits zugesagt. Darunter auch einer, der wie El-Kadi die gleiche Ausbildung für den mobilen Blitzer hat. „Optimal“, so seine Einschätzung. Leider sagten beide wieder ab.

Aktuell sind drei Mitarbeiter mit einer Vielzahl von Aufgaben beschäftigt, die man einem Ordnungsamt gar nicht gleich zuordnen würde. Das reicht von Fundtieren über die Bearbeitung von Lärmbeschwerden oder Gewerbeanmeldungen bis hin zur Schädlingsbekämpfung wie vor kurzem ein Rattenbefall in Hetzbach. Der Tierschutz wird in Zusammenarbeit mit dem Veterinäramt angegangen. Daneben kümmern sich die Angestellten auch um Wild- und Manöverschäden. Gefährliche Hunde, Straßenreinigung, Heckenrückschnitt, Fischereischeine, Nichtraucher- und Jugendschutzgesetz: Es gibt noch viele weitere Zuständigkeiten.

Verkehrsrechtliche Anordnungen wie etwa Baustellenausschilderungen, Parkausweise, Plakatierung, Verkehrsschau: Die Liste ist lang und wurde mit der Fusion länger, da Oberzent aufgrund der höheren Einwohnerzahl mehr Befugnisse erhielt. So ist El-Kadi jetzt für Beschilderungen auf allen Straßen der Gemarkung außer der B45 zuständig. Der Stadtpolizist spricht derzeit um die 60 Verwarnungen im Monat aus, runtergebrochen auf die Arbeitstage somit ungefähr drei pro Tag. „Auf keinen Fall bekam aber einer allein 15 Knöllchen“, trat er Gerüchten entgegen.

Da rund um die Oberzent-Fusion viele dringende Aufgaben anstanden, musste manches warten. „Der Vertrag mit der Firma Jenoptik ruht seit zwei Jahren“, sagte El-Kadi über die stationären Blitzer in Hetzbach und Gammelsbach. Zuletzt gab es zwischen 5000 und 6000 Erfassungen im Jahr, seit mitte 2017 ist Pause. Jetzt sollen die Asphaltarbeiten vorgenommen werden, damit die Induktionsschleifen wieder funktionieren.

Der Stadtpolizist machte klar, dass sich die Stadtkasse nicht über die Einnahmen saniert. Zwar rechnet man im Schnitt mit jährlichen Einnahmen von 100.000 Euro, denen stehen aber schon Fixkosten von über 40.000 Euro entgegen – die Personalkosten noch gar nicht mit einbezogen. Es gehe vielmehr um die Verkehrssicherheit, betonte er.

Ruine Freienstein: Warten auf die Ergebnisse des Bodengutachtens

Die Entwicklung rund um die Burgruine Freienstein war Thema der aktuellen Ortsbeiratssitzung. Ortsvorsteher Konrad Helm informierte, dass ein Bodengutachten mittels Drohnenüberflug erstellt werden soll. Die Drohne flog bereits, die Auswertung steht noch an. Diverse Sicherheitsmaßnahmen, um Begehung und Besichtigung der Burg gefahrlos zu ermöglichen, wurden seinen Worten zufolge durch die Stadt anberaumt oder teilweise schon erledigt. Dabei gehe es überwiegend um Gefahrenstellen, die unter anderem durch Erdrutsche entstanden.

Helm erläuterte, dass im neuen städtischen Doppelhaushalt 2019/20 50.000 Euro für Maßnahmen rund um die Burgruine eingestellt wurden. Diese Summe ist allerdings mit einem Sperrvermerk belegt. Wenn es dann um die konkrete Umsetzung geht, will sich die Stadtverordnetenversammlung noch einmal detailliert mit dem Thema beschäftigen und über die Freigabe der Gelder entscheiden.

Der Ortsvorsteher ging außerdem auf die Geschäftsordnung für die Ortsbeiträte der Stadt Oberzent ein. Das festgelegte Budget beträgt 1000 Euro pauschal und jeweils einen Euro pro Bürger und Jahr. Angesprochen wurde die Problematik eines Dorfwegs, der über eine eingezäunte Weide führt. Hier konnte man sich mit dem Besitzer einigen, teilte Helm mit. Es sollen zwei selbstschließende Klapptüren her, zusätzlich sollen am Boden Gitterroste angebracht werden, damit die Tiere nicht abhauen.

Stefanie Ampferl informierte seitens der Stadtverwaltung über den Sachstand bei der örtlichen „To-do-Liste“. Einsegnungshalle und Urnenfeldsanierung sind bei den Prioritäten dabei, sagte sie. Die beiden stationären Blitzer sollen möglichst schnell wieder instand gesetzt werden. Auch Straßensanierungen und Geländer-Reparaturen stehen auf der Dringlichkeitsliste. Verkehrssituation, Bachverlaufsausschwemmungen und fehlende Hydranten wurden erneut diskutiert.

Vom Ortsbeirat wurde der Bedarf für zwei Hundetoiletten bei der Stadt angemeldet. Thematisiert wurde, wie man die Hundebesitzer dazu bringen kann, die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner zu entsorgen. Denn die Hundekot-Entfernung bedeutet einen großen Kostenfaktor für die Stadt, wurde deutlich. Angesprochen wurde im Ortsbeirat weiterhin die Parkplatzeinteilung am Feuerwehrgerätehaus. Hier wird über eine Umgestaltung nachgedacht, weil derzeit zu wenige Stellplätze für das Einsatzpersonal zur Verfügung sehen.