Der Trend geht zur Urne

Das Urnengrabfeld auf dem Sensbacher Friedhof wurde endlich angelegt, freut sich Ortsvorsteher Tobias Kuhlmann über den Baufortschritt in Corona-Zeiten. In den drei Orten des früheren Sensbachtals muss jetzt die Möglichkeit einer Urnenbestattung besser bekannt macht werden, schätzt Kuhlmann. Denn bisher wurde diese Bestattungsform seiner Kenntnis nach noch nicht so stark nachgefragt, wie es anderswo der Fall ist. Des Öfteren wird inzwischen keine Erdbestattung mit Sarg mehr gewünscht. Auch ist ein Urnengrab viel günstiger als die „Standard-Variante“.

Auf dem bestehenden Urnengrabfeld (Urnengräber mit Grabeinfassungen und Grabsteinen) des Sensbacher Friedhofs auf der Höhe stehen aktuell noch etwa 20 Grabstellen zur Verfügung, weiß der frühere Bürgermeister Egon Scheuermann. „Es bietet sich aber an, auf der nördlichen Seite des neuen Urnenfeldes ein weiteres anzulegen“, erklärt er. Damit könnte die Wiesenfläche mit den Urnengrabstellen integriert und eingerahmt werden.

Das neue Urnenfeld (Urnen in Wiese eingelassen) hat 120 Grabstellen, erläutert er. Hinter jeder Steinanordnung sind 30 Urnengrabstellen vorgesehen. Die Namensschilder werden an der großen Säule angebracht (in jeweiliger Ausrichtung auf die beigesetzte Urne). An den Steinanordnungen können auch Blumen und Gestecke abgestellt werden, ebenso in Ausrichtung auf die beigesetzte Urne. Um die hohe Säule wird noch eine Bank angeordnet.

Die Steinanordnungen auf dem Sensbacher Friedhof wurden von der Firma Tobias Kabel aufgestellt, weiß Scheuermann. Die Sandsteinsäule, die Zuwege und die Wiesenflächen wurden durch den städtischen Bauhof sehr schön und sinnvoll angelegt, beobachtete er. Die äußeren Steinsäulen wurden bereits zu Zeiten der Gemeinde Sensbachtal fertiggestellt.

Auf dem Hebstahler Friedhof ist das neue Urnenfeld unterhalb des Weges ist für etwa 22 Urnengrabstellen (bis zu zwei Urnen je Grabstelle) vorgesehen, tat sich hier bereits im vergangenen Jahr etwas. Auch hier ging der Oberzent-Bauhof zu Werke. „Das wurde sehr schön angelegt“, ist die einhellige Meinung von Kuhlmann und Scheuermann

Aktuell wird auf den vielen verschiedenen Friedhöfen der Oberzent-Stadtteile ausgelotet, welche Möglichkeiten es für alternative Bestattungsformen gibt, weil die Nachfrage danach immer mehr wächst. So wurde etwa auch in Finkenbach ein Bereich für eine pflegefreie Erdbestattung ausgedeutet. Am Gammelsbacher Friedhof wurde vom Bauhof der alte Kompostplatz abgerissen und dadurch das Urnenfeld erweitert. Der Abfall wird jetzt über zwei Container, die an der alten Einsegnungshalle stehen, vom Bauhof entsorgt, informiert Ortsvorsteher Konrad Helm.

Kirchlicher Dachschaden wird behoben

Wo Landwirte derzeit sorgenvoll auf die trockenen Äcker schauen, ist das regenfreie Wetter für die evangelische Kirchengemeinde ein Segen. Denn so gehen die Arbeiten am Dach der Kirche in Gammelsbach sehr zügig vonstatten. Als Pfarrer Roger Frohmuth dort vor kurzem für ein Gebet vorbeischaute, war schon ein Gerüst gestellt – so schnell hätte er sich den Start gar nicht vorgestellt. Denn nach dem Okay für die Dacherneuerung zu Beginn des Jahres hatte er vermutet, dass der Baubeginn erst später im Frühjahr wäre.

Dass der Sanierungsbedarf erkannt wurde, ist den sporadischen sintflutartigen Regenfällen der vergangenen Jahre „zu verdanken“. Dabei regnete es öfters an verschiedenen Stellen durchs Dach rein, erinnert sich Pfarrer Frohmuth. „Zuerst dachten wir, das lässt sich reparieren“, schildert er die im Nachhinein fromme Hoffnung. Denn eine genauere Betrachtung förderte zutage, dass das komplette Dach 56 Jahre nach der Errichtung marode war.

„Wir hatten einen Dachschaden“, nimmt es der Geistliche humorvoll – alles musste erneuert werden. Die folgenden Planungen zogen sich einige Zeit hin. Dem kirchlichen Bauausschuss und Architektin Steffi Holschuh ist es seinen Worten nach zu verdanken, dass das Bohren dicker Bretter letztendlich ein glückliches Ende fand. Anfang des Jahres gab die Kirchenbehörde, die etwa drei Viertel der Gesamtmittel von 70.000 Euro locker macht, ihr Plazet zu den Maßnahmen. Erst danach durfte man loslegen.

„Steter Tropfen höhlt den Stein“, freut sich Frohmuth, nachdem man schon über ein Jahr mit der Vorbereitung zugange war. Zu der zählte unter anderem auch die Ziegelauswahl durch den Bauausschuss. Bei optimalem Wetter gehen die Arbeiten aktuell sehr schnell voran. Die alte Dachabdeckung ist bereits entfernt, seit Anfang der Woche läuft der Neuaufbau. Der Pfarrer ist frohen Mutes, dass die Sanierung aufgrund der zügigen Arbeit der Handwerker bald beendet sein wird.

Der Beerfelder Pfarrer sieht das Gotteshaus nun fit für die nächsten Jahrzehnte. „Das Kirchengebäude hat jetzt Zukunft“, sagt er. „Es ist ein Schmuckstück“, betont der Gottesmann, in dem nun alle Renovierungsmaßnahmen beendet sind. Frohmuth freut sich darüber, dass die Menschen dort nun weiterhin den Gottesdienst besuchen können. 2024 wird dann in Gammelsbach groß gefeiert, wenn das 60. Jubiläum der Kirche auf dem Berg ansteht.

 

Drei Sterne für den „Kühlen Krug“

Der „Kühle Krug“ ist eine von drei Gaststätten im Oberzent-Stadtteil, die die Lokal(e) Tradition im Odenwald hochhalten, wo sonst die Tendenz fallend ist, weil viele zumachen. Jetzt wurde die Familie Riesinger erneut mit drei Sternen der Deutschen Klassifizierung für Gästehäuser, Gasthöfe und Pensionen ausgezeichnet. Seit 2010 beteiligt sich der Gasthof immer mit Erfolg, die jetzige Auszeichnung gilt bis 2023.

Armin Treusch, Vorsitzender des Dehoga-Verbandes Odenwaldkreis, die Dehoga-Geschäftsführerin für Südhessen, Christine Friedrich, und Bürgermeister Christian Kehrer würdigten die Leistung der Inhaberfamilie. Was um 1900 mit Wilhelm Riesinger begann, dem zwei weitere Wilhelms folgten, setzt sich heute mit Werner und Andrea Riesinger, ihrem Sohn Christian mit Frau Ramona sowie deren Kind Lars fort. „Grande Dame“ ist die 83-jährige Gertrud Riesinger, die als gelernten Köchin früher in der Küche das Zepter schwang. Zusammen mit ihrem im Januar verstorbenen Mann führte sie bis 1995 lange Jahre Regie.

Der Hotel- und Gaststättenverband will vor Ort präsent sein, betonte Treusch. Ihm geht es darum, auf diese Qualitätsauszeichnung hinzuweisen und auch die Öffentlichkeit dafür zu sensibilisieren. „Die Gäste orientieren sich daran“, weiß er. Sie ist seinen Worten zufolge „ein Aushängeschild für die Betriebe“.  Für die wird ihr Geschäft nicht einfach. Es gilt, sich dem voranschreitenden Gaststättensterben entgegenzustemmen.

Christine Friedrich wies darauf hin, dass der „Kühle Krug“ die drei Sterne bereits seit 2010 verliehen bekommt. Sie zeigte sich froh darüber, dass sich die Familie zur Unterstützung des Tourismus an der Klassifizierung beteiligt und dankbar für die Unterstützung der Verbandsbestrebungen, Besucher in den Odenwald zu holen. Die werden, hoffte die Geschäftsführer, trotz der aktuellen Conora-Pandemie weiterhin die Region besuchen.

Auch Bürgermeister Kehrer betonte, dass diese Plakette des Betriebs für seine gastronomischen Fähigkeit wichtig für die Stadt ist. Er wie auch Friedrich dankte den Riesingers, über die Jahre hinweg so viel Arbeit in den Gasthof, die Pension und die Bäckerei gesteckt zu haben. Werner Riesinger freute sich über die Worte und Auszeichnungen. „Wir werden noch einige Jahre weitermachen“, kündigte er an – 1995 hatte da Ehepaar übernommen.

Während es die Gaststätte – neben der damaligen Landwirtschaft – etwa seit der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert gibt, kam die Bäckerei 1908 dazu – „auch wenn der Uropa sicherlich früher schon gebacken hat“. Mitte der 50er Jahre entstanden die Fremdenzimmer mit fließend warm und kalt Wasser – damals nicht selbstverständlich. 1973 kam ein überdachtes Freibad dazu, 1976 dann ein größerer Anbau anstelle der früheren Scheune. Insgesamt gibt es etwa 90 Plätze in der Gaststätte und eine kleine Terrasse.

Da die Zimmer viel von Monteuren genutzt wurden, gab es im vergangenen Jahr einen Umbau von zwei Doppel- in Einzelzimmer mit Küche. Insgesamt, erzählt Werner Riesinger, hat der Kühle Krug derzeit fünf Einzel- und fünf Doppelbeherbungen. In allen Generationen erwarben die Inhaber jeweils auch ihren Bäckermeister. Mutter Gertrud erlernte Köchin.

Der Schwerpunkt heute liegt auf der Bäckerei, erläutert der Chef. „Die Gaststätte lauft mit.“ Ins Sensbachtal, nach Falken-Gesäß und in den Ort selbst werden die Backwaren ausgefahren. Ebenfalls bedient die Familie die Oberzent-Schule, den rollenden Bauernladen und das Hedwig-Henneböhl-Heim. Die Klassifizierung „ist gute Werbung für uns“, weiß Riesinger. Dadurch lassen sich (neue) Gäste gewinnen. Die entsprechenden Kriterien erfordern zwar etwas Arbeit, „sind aber zu schaffen“, meint er.

Ein eigenes Etikett für jede Kirche

Dieser Wein wird in den jeweiligen Orten besonders gut munden. Seit einem Dreivierteljahr bezieht die evangelische Kirchengemeinde Beerfelden ihre süffigen Tropfen von einem neuen Weinhändler: dem Weingut Beyer-Bähr aus Rheinhessen, das auch alle vier Wochen auf dem Beerfelder Wochenmarkt anzutreffen ist. Spätburgunder und Riesling bekommen nun je nach Ausschankort ein eigenes Etikett mit der jeweiligen Kirche aus Gammelsbach, Unter-Sensbach und Beerfelden.

Den Entwurf dafür gestaltete Uwe Breidinger, das Etikett stellt die Firma Schwinn in Gammelsbach kostenfrei her. Dort fand auch die offizielle Vorstellung des neuen „Outfits“ der 0,75-Liter-Flaschen mit Pfarrer Roger Frohmuth, Kirchenvorstand Raimund Keysser sowie Geschäftsführer Stefan Frey und Seniorenchef Ernst-Ludwig Schwinn statt.

Als Abendsmahlswein sowie als Präsent für Geburtstage, Goldene Hochzeiten und Jubiläen wird das Produkt des Betriebs aus Flörsheim-Dalsheim verwendet, erläuterte Frohmuth. Der Vorteil: Die Kirchengemeinde muss keine großen Mengen horten, sondern kann jeden Monat ihren Bestand wieder auffüllen, wenn das Weingut sowieso in Beerfelden präsent ist.

Seit 2013 gibt es den Kirchenwein, erinnert sich Raimund Keysser. Ein paar Flaschen der früheren Bestände existieren noch, aber es musste Nachschub her. „Wir dachten, das wäre ein schönes Symbol, damit die Kirche repräsentiert wird“, ergänzt er. Außerdem haben die Beschenkten etwas Besonderes mit lokalem Charakter in den Händen. Nach Breidingers Vorlage wird das Etikett in seinen drei Ausfertigungen mit den verschiedenen Gotteshäusern bei Schwinn gefertigt. Die Flaschen lassen sich dann je nach „Einsatz“ bekleben.

Etiketten werden in der alteingesessenen Firma seit 1995 hergestellt, eine Haarzurichterei gibt es bereits seit 1948. Inzwischen ist die dritte Generation im Familienbetrieb mit 15 Beschäftigten am Ruder. „Heutzutage wird sehr viel etikettiert“, freut sich Stefan Frey. Die Gammelsbacher Produkte gehen nach ganz Europa – und jetzt eben auch an die heimische Kirchengemeinde.

Gastronomisch die „Krone“ aufgesetzt

Wer auf eine über 400-jährige Tradition zurückblicken kann, weiß, was die Kunden wünschen. Somit sind die „Zwei Löwen“ als Auszeichnung der Qualitätsgemeinschaft „Hessen à la Carte“ für den Hotel-Gasthof „Zur Krone“ in Gammelsbach nur folgerichtig. In den beiden südhessischen Kreisen Bergstraße und Odenwald ist der Betrieb damit einer von nur vier (unter insgesamt 100 landesweit) geehrten. Wenn man dann noch weiß, dass zwei weitere bei Bensheim angesiedelt sind, macht das die Auszeichnung rein auf den Odenwald bezogen noch wertvoller.

Die Übergabe erfolgte durch Armin Treusch, den Vorsitzenden des DEHOGA-Kreisverbandes Odenwald, und die Geschäftsführerin des Deutschen Hotel-und Gaststättenverbands für Südhessen, Christine Friedrich. Bürgermeister Christian Kehrer und Kreistagsvorsitzender Rüdiger Holschuh richteten ebenfalls anerkennende Worte an die Inhaber-Familie Gerbig.

Edgar Gerbig zeichnete die Geschichte der Gaststätte nach, die seinen Worten zufolge zu den ältesten im Odenwald und Hessens zählen dürfte. Vor über 400 Jahren lässt sich der erste im Foshag-Stammbaum ausmachen, der sich als Hufschmid im Ort niederließ und auf der Burg Freienstein, dem Wahrzeichen von Gammelsbach, tätig war. Neben der Schmiede war damals schon eine Gaststätte mit Landschaft vorhanden.

1972 übernahm dann Mutter Gertrud die Krone, erzählte Sohn Edgar. Sie ist die älteste von drei Mädchen. Sowohl sie, ihr Mann Hermann als auch die Geschwister packen heute immer noch mit an, wenn Not am Mann oder an der Frau ist. Mit drei Urenkelinnen, die während der Übergabe zwischen den Gästen herumwuselten, ist die Zukunft des Familienbetriebs gesichert. Der Name Foshag wurde damals zu Gerbig, aber bei den Älteren im Ort heißt es immer noch, „wir gehen zu Schmieds was essen oder trinken“, schmunzelte er.

Von 1972 bis 2002 führten die Eltern den Betrieb und bauten ihn aus. Das Restaurant fasst heute 150 Personen, es wurden zwei Kegelbahnen gebaut, ein Gästehaus, Fremdenzimmer und eine Ferienwohnung. „Seit 2008 gehören wir zu den Drei-Sterne-Hotels im Odenwald“, erläuterte Edgar Gerbig. 2017 wurde das Hotel mit Drei-Sterne-Superior bewertet und 2019 bestätigt. Den 2010/11 im umgebauten alten Saal eingerichteten Wellness-Tempel „Toscana“ führt Dirk Gerbig, während Eric seinen Vater Wolfgang in der Küche unterstützt.

Die ist es auch, die für beiden Auszeichnungen in diesem Jahr steht. Im März wurde die „Krone“ unter die 50 besten Dorfgasthäuser in Hessen gewählt. Eine Prämierung, die sich laut Edgar Gerbig bereits in einigen Anfragen auszahlte. Auch hier vertritt das Gammelsbacher Gasthaus die Stadt Oberzent und ist eines von nur vieren aus dem Odenwald. Die jetzige Urkunde freute die Familie noch mehr.

„Ohne die Großfamilie geht nichts“, betonte Gerbig gegenüber den Gästen. Denn nach wie vor trifft sich in der „Krone“ der ganze Ort, ob zum Stammtisch oder für Familienfeiern. Da muss oftmals schnell mal angepackt werden. Dazu kommt das Prädikat „Odenwald“ über allem. Der Trend geht zum Regionalen, weiß man im Gasthof. Deshalb wird konsequent sowohl bei den Speisen als auch bei den Aktionen darauf gesetzt. Das ist dann das Kochkäs-Schnitzel genauso wie ein Ausflug zur Käserei, das lokale Bier analog zur Besichtigung der Brauerei.

Küchenchef Wolfgang Gerbig zeigte sich in seinen Dankeswortes erfreut darüber, dass es als Neuling „gleich zu zwei Löwen reicht“. Schwanen-Wort Armin Treusch aus Reichelsheim war froh „über die Verstärkung im südlichen Teil“. Er wies darauf hin, dass Gäste sensibel für Natur und Umwelt sind, weswegen Betriebe mit diesem Pfund wuchern können.

Christine Friedrich zeigte sich beeindruckt davon, „dass die Familie voll dahinter steht“. Genau das macht ihren Worten zufolge „den Betrieb stark“. Die Auszeichnung belegt, „dass sie etwas für die Region tun“, sagte sie. Das unterstrich auch Bürgermeister Kehrer, der davon sprach, dass die „Krone“ die Stadt nach aßen repräsentiert.

 

 

Hessen à la carte

Über 100 ausgewählte Restaurants und Gasthöfe aus den unterschiedlichen Regionen Hessens bilden Deutschlands älteste regionale Qualitätsgemeinschaft (seit 1984), die Kooperation der hessischen Regionalküche. Die Betriebe sind nach außen erkennbar am rot-weißen Hessen à la carte-Mitgliedsschild. Hessische Küche ist regional, traditionell, innovativ, ursprünglich und nachhaltig, lauten die Schlagworte. Nach diesen Kriterien lassen sich die Mitglieder alle drei Jahre durch einen Zehn-Punkte-Kriterienkatalog zertifizieren. Danach erhalten die Betriebe eine Urkunde, in der sie anhand der erreichten Punkte durch einen, zwei oder drei hessische Landeslöwen auf der Urkunde ausgezeichnet werden. Vertragspartner sind der Hotel- und Gastronomieverband DEHOGA Hessen und der Hessische Tourismusverband. Gefördert wird die Kooperation durch das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen.

 

Katzenschutzverordnung für Oberzent beschlossen

Oberzent hat jetzt auch seine Katzenschutzverordnung. Die Stadtverordnetenversammlung befürwortete den Antrag der Grünen aus dem vergangenen Jahr bei drei FDP-Enthaltungen einstimmig. Damit folgt die Stadt den Kommunen Erbach, Michelstadt und Brombachtal, die eine solche Satzung bereits in der vergangenen Zeit beschlossen hatten. Das Thema zog auch eine gewisse Publikumsaufmerksamkeit von Tierschutzorganisationen auf sich. Denn sie haben jetzt eine gewisse Rechtssicherheit bei ihrer Arbeit.

In seiner Begründung des Antrags führte Thomas Väth (Grüne) aus, dass das Tierheim Würzberg nicht einmal ansatzweise die viele Katzen aus seinem Zuständigkeitsbereich aufnehmen könne. Oberzent zahle ans Tierheim im Jahr etwa 7000 Euro an Unterstützung. Die drei örtlichen Tierschutzorganisationen „kümmern sich mit erheblichem finanziellen Aufwand um die Tiere“, erläuterte Väth.

Diese durften bisher, erläuterte er, freilebende Tiere nicht kastrieren, wenn sich der Halter nicht klären ließ. „Das war Sachbeschädigung.“ Mit der Verordnung wird die Rechtslage anders. Wenn nicht registrierte, verwahrloste oder streunende Katzen aufgegriffen werden, gibt es nun die Möglichkeit, dass zur Begrenzung hoher Populationen „tierschutzgerechte Maßnahmen“ ergriffen werden können.

Das Grünen-Fraktionsmitglied betonte: „Wir wollen die Ehrenamtlichen in ihrem großen Aufwand unterstützen.“ Was auch Rüdiger Holschuh (SPD) so wertete. Er sprach von einem großen Tierleid und sah die Kommunalpolitik in der Pflicht, sich darum zu kümmern. Mit Blick auf die Erfahrungen in Michelstadt sprach er von einer problemlosen Umsetzung. „Das ist Tierschutz in seiner reinsten Form“, hob der Kreistagsvorsitzende hervor. Der Ansatz muss auf Prävention liegen, erklärte er, und nicht auf der Bekämpfung des Leids.

Seitens der FDP wandte sich Frank Leutz gegen eine „Bevormundung von mündigen Bürgern“, auch wenn er die geschilderte Situation so durchaus erkannte. Allerdings hatte Leutz „keine Lust auf nächste Verordnung“. Seine Befürchtung, dass dadurch das überlastete Ordnungsamt noch mehr strapaziert werden könnte, entkräftete Bürgermeister Christian Kehrer: „Da haben wir kaum Berührungspunkte.“

Udo Glaser (ÜWO) ging neben dem Tierschutz-Aspekt auch auf die Wertschätzung der ehrenamtlichen Arbeit ein. Für Walter Gerbig (CDU) wurde das Thema zwar „von hinten her angegangen“, aber von seiner Intention her sinnvoll. Nach weiteren zustimmenden Äußerungen, unter anderem von Chris Poffo (ÜWO), war die Verabschiedung Formsache.

Kostenvoranschlag entspricht nicht der Realität

Am kommenden Samstag wird beim Freiwilligentag des Odenwaldkreises auch in Gammelsbach in die Hände gespuckt. Der Ortsbeirat hofft dabei auf rege Beteiligung aus der Bürgerschaft. Allgemeine Ortsbildverschönerungen an der Schäfersruhe, den Tikale-Wandersteinen und der Friedhofsmauer stehen im Vordergrund, erläuterte Ortsvorsteher Konrad Helm auf der Sitzung, die wieder von einigen Bürgern besucht wurde.

Das Gremium war unzufrieden mit dem Kostenvoranschlag der Stadt zur Weiterführung des Dorfwegs, überbracht von Erik Sauer. „Der entspricht nicht der Realität“, so die Meinung der Mandatsträger bei diesem Tagesordnungspunkt. Denn besprochen worden sei, dass die Stadt das komplette Material zur Verfügung stellt. Alle erforderlichen Montage- und Verlegearbeiten sollten durch Mitglieder des Ortsbeirats gewährleistet werden. Mit der Bitte an die Stadt, diesen Kostenvoranschlag nochmals zu überarbeiten, beschloss man die Angelegenheit.

Das Ortsbeiratsbudget wird dafür verwendet, zwei Entspannungsliegen kaufen und im Ort aufzustellen. Die Standorte werden noch festgelegt. Außerdem sollen neue Dorfweg-Hinweisschilder gekauft und montiert werden. Auf Anregung von Gammelsbacher Bürgern sollen die Eigentumsverhältnisse entlang des Dorfweges geklärt werden. Die Verträge und deren Verbriefung sollen eindeutig niedergeschrieben werden, hieß es in dem einstimmig beschlossenen Antrag, den das Gremium der Stadtverwaltung übermittelt.

Erik Sauer hatte auf der Sitzung auch einen Planentwurf der Stadt zur Gestaltung der Urnenfeldabgrenzung (Friedparkanlage) dabei. Da eine einheitliche Gestaltung der Urnenfelder in allen Stadtteilen vorgesehen ist, favorisierte das Gremium diesen Vorschlag. Im Zuge der Neugestaltung soll auch die Kompostierbox entfernt und durch einen außerhalb aufgestellten Container ersetzt werden. Ebenfalls soll es am unteren Eingangsweg Absperrpoller geben.

Bemängelt wurde vom Ortsbeirat noch eine gefühlte Ungleichbehandlung der verschiedenen Stadtteile durch den Bauhof. Notwendige Reinigungs- und Grünschnittarbeiten würden nicht gleichmäßig abgearbeitet. Die für den öffentlichen Kinderspielplatz an der Schule angeforderten Gerätschaften wie Kinderschaukel oder Fahrradständer seien immer noch nicht montiert und aufgestellt, monierten die Mandatsträger.