Teufelsgeiger Roesch reißt es raus

Wenn „Teufelsgeiger“ Dominik Roesch loslegt, ist Pfeffer drin. Seine klaren, vollen Geigentöne geben den Songs des Folk-Trios „Garden of Delight“ Schmackes, wo es sonst nur  Hausmannskost wäre. Aber irgendwann fällt auf, dass sich auch Roeschs Künste erschöpfen. Denn er bestreitet jeden Song mit einer einzigen Melodie, die er bis zum Exzess wiederholt. Das zwar in Perfektion, aber selbst die schönste Perfektion nutzt sich irgendwann ab.

Trotzdem ist es Roesch, der den Auftritt ein ums andere Mal rausreißt. Was ohne ihn im Hüttenwerk Michelstadt nur monotones Schlagzeug von Philip Möke, gepaart mit austauschbaren Riffs auf der akustischen Gitarre und einer sonoren Stimme von Michael Jung wäre, wird so zu einer fetzigen Mischung aus Folk, Piratenstücken und Country. Mit der unterhält die Gruppe, die sich selbst G.O.D. abkürzt, das sehr gut gefüllte Hüttenwerk bis weit in die Nacht. Die Gäste gehen mit, spenden kräftig Applaus, tanzen im Saal.

Was „Garden of Delight“ um Sänger und Gitarrist Michael Jung aus Lautertal bietet, sind somit gute musikalische Folk-Zutaten, angereichert keltischen Elementen, ergänzt um ein paar Country-Songs, gewürzt mit Piraten-Zutaten und aufgepeppt mit Best-Of-Sprengeln aus 20 Jahren Bandgeschichte.

Das alles kommt ein wenig austauschbar rüber. Das Schlagzeug ist absolut minimalistisch und oft auf zwei Handbewegungen beschränkt. Die Riffs der akustischen Gitarre gleichen sich. Bleibt die prägnante Geige von Roesch, die zum Glück immer wieder für ein Aha-Erlebnis sorgt. Kein Wunder, dass die Gäste richtiggehend aufwachen und mitklatschen, wenn der Derwisch auf der Bühne sie zückt.

Allerdings lässt die einen gewissen Sicherheitsabstand zu den Musikern, der sich lange nicht schließt. Dazu ist die Animation zu dürftig. Weiter hinten hüpfen, tanzen, klatschen die Leute. Der Geiger macht es ihnen in Vollendung vor.

Roesch ist immer in Bewegung, schwingt den Geigenbogen, springt selbst beim Spielen, kann nicht ruhig stehen. Er lebt seine Musik, bringt seine Begeisterung rüber, versucht immer mal wieder das Publikum zu animieren. Wenn er die Geige an den Hals legt und zu spielen anfängt, taucht er völlig in seine Welt ab. Der Geiger ist das musikalische Sahnehäubchen. Er holt die unglaublichsten Töne aus seinem Instrument heraus und singt noch dazu Background.

Mit ihm wird es fetziger Celtic Folk, wo es vorher ohne Geige und mit zweiter Akustik-Klampfe nach gemächlichem Country auf einem staubigen US-Highway klang. Wenn Roesch dann noch neckisch das Keltenröckchen hebt oder einen kräftigen Sprung hinlegt, dass die Kleidung fliegt, erntet er viel Begeisterung.

Über 20 Jahre gibt es Garden of Delight oder G.O.D. bereits. Beste Bedingungen für ein Best-Of aus dieser Zeit, garniert mit ein paar prägenden Songs, die die Musiker oder zumindest Michael Jung während zwei Jahrzehnten beeinflusst haben. Folk, Country und Gothic nennt Jung als Einflüsse. Wenn dann „The Tramp“ aus dem ersten Album, der Piratensong „Go Sailing with us“ oder „Hopeless Rolling Stone“ angestimmt werden, geht es ab.

 

Rund um den Metzkeil brennt die Luft: Knapp 900 Gäste kommen zur 4. Beerfelder Musiknacht

Die ganze Innenstadt ist eine einzige große Partymeile. Besonders zwischen Rat- und Bürgerhaus herrschen bei der 4. Beerfelder Musiknacht fast südländische Verhältnisse, wird die Straße zum Treffpunkt, schwirren Gespräche und Lachen durch die Luft. Alle sieben teilnehmen Kneipen und Gaststätten sind den ganzen Abend über proppenvoll.

Fast 900 Gäste zählen die Veranstalter vom Gewerbeverein am Schluss. Die sind ebenso begeistert vom musikalischen Line-up der Veranstaltung wie umgekehrt die Bands von der Resonanz ihrer Auftritte bei den Musikfans – und die wiederum von den Auftritten. Somit eine perfekte Symbiose für einen mehr als gelungenen Abend, den viele auch nutzen, um einfach mal wieder in angenehmer Atmosphäre alte Freunde wiederzutreffen.

Zupass kommt allen der schönste Tag seit längerer Zeit: Es kühlt abends nicht so stark ab wie sonst, ist darüber hinaus trocken – bestes Partywetter eben. Die große Resonanz auf die Veranstaltung zeigt sich schon bei der beeindruckenden Feuershow von „art Artistica“ auf dem Metzkeil. Dichtgedrängt stehen die Besucher, um sich das Spiel mit dem Feuer aus nächster Nähe anzuschauen.

Danach geht’s schnurstracks in die verschiedenen Lokalitäten, wo mit Gongschlag halb neun die Musik startet – und mehr als vier Stunden lang nicht mehr stoppt. Bei s’Lagger schlägt Olli Roth die ersten Töne auf seiner Gitarre an. Wer den Wieslocher noch nicht kannte, sollte ihn kennenlernen. Als einen, der ein Riesenrepertoire an bekannten Rock-, Pop-, Blues- und Reggaesongs hat und damit nicht nur einen Abend locker bestreiten kann. Und als jemanden, der es mit fast 40 Jahren Bühnenerfahrung „einfach drauf hat“.

Seine wandlungsfähige Stimme, das große Gitarren-Board auf dem Boden für jeden nur erdenklichen Sound und schließlich der Altmeister selbst auf seinem Hocker sorgen dafür, dass sich das Zelt bald bis auf den letzten Platz füllt. Die angenehmen Töne und Gute-Laune-Musik von A wie „A hard days night“ über I wie „In the air tonight“ bis Y wie „You’re the voice“ kommen einfach an.

Gleich gegenüber, im „Tapas y Copas“, geht’s bei „Lee Mayall and the Sax Machine“ ab. Die vier Profis an ihren Instrumenten spielen sich in einen wahren Rausch. Hervorstechend dabei natürlich Lee Mayall am Saxophon. Ein ums andere Mal entlockt er seinem Instrument absolut perfekte Töne, arbeitet sich förmlich an ihm ab und zeigt sich in den Soli als wahrer Könner.

Da wollen ihm seine Bandkollegen nicht nachstehen: Pianist Claus Wengenmayr glänzt mit einem hervorragenden „Down around the corner“, während Drummer Günter Käszmann sein Solo auf das gesamte Lokal ausdehnt: Getrommelt wird auf allem, was gerade in der Gegend rumsteht, egal ob Flaschen, Tische oder Stühle.

Bei „Yvolution“ im „Schwanen“ gibt’s kein Halten mehr. Die Musiker machen optisch einen auf „Flower Power“, doch in den Songs steckt die gesamte Rock- und Popmusik der vergangenen 40 Jahre. Und auch ein bisschen Funk à la Mothers Finest. Mit Perücken, Schlaghosen, farbenprächtigem Outfit und viel Licht- und Nebelshow gleicht der Saal schnell einem Hexenkessel. Es wird getanzt, was das Zeug hält, die Band verbreitet gute Laune pur – ein echter Partykracher.

Krachen lassen es auch die „Blue Healers“ im Rössl. Blues, Rock oder zusammen erdigen Bluesrock zelebrieren die vier aus Frankenthal. Das ist absolut authentisch, knackig, handgemacht, laut, mitreißend – 70er-Jahre-Feeling pur. ZZ Top, AC/DC, James Brown oder Led Zeppelin sind nur einige der Heroen, denen die Band gekonnt nacheifert – und damit nicht nur das Lokal, sondern gleich die gesamte Straße mitbeschallt.

Die „Acoustic Pieces“ gegenüber im Lido stehen eher für die leiseren Töne. Frontfrau Mimi Grimm verschwindet fast hinter ihrem Kontrabass, macht das aber mit ihrer Stimme und Bühnenpräsenz absolut wett. Zusammen mit ihren Mitmusikern an Schlagzeug und Gitarre zaubert sie ein ums andere Mal filigrane, exzellent gespielte Songs in den Raum.

Eng geht’s zu im „Goldenen Stern“. Mit „Garden of Delight“ stehen dort die Odenwälder Lokalmatadore der keltischen Klänge auf der Bühne. Ein Hauch von Irland und Schottland weht durch den Raum, wenn die Musiker mit ihren Kilts mal folkloristisch, mal rockig in eine andere Welt entführen. Rockig ist es auch in der Ku(h)bar, wo „Croco“ den Besuchern einheizt. Drei Vorgruppen stellen sich zu Beginn einem größeren Publikum vor: im Schwanen „Murphys Law“, im Eiscafé Lido „Sofia unplugged“ und in der Ku(h)bar „The Crash“.

Für die Organisatoren ist die vierte Auflage des größten Musik-Spektakels in Beerfelden ein voller Erfolg. Von weither, aus dem Weschnitz- und Neckartal, aber auch aus dem nördlichen Odenwaldkreis, kommen die Gäste zum Feiern. Erst spät in der Nacht wird der letzte Verstärker ausgedreht, die letzte Gitarre ausgestöpselt, werden die Instrumente eingepackt. Bis der letzte Gast den Heimweg antritt, sind schon die frühen Morgenstunden angebrochen. Alle freuen sich auf die 5. Musiknacht in zwei Jahren.

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Vorverkauf für 4. Beerfelder Musiknacht läuft: Am 24. Oktober spielen sieben Bands

 

Es gibt nur 800 Eintrittskarten für die 4. Beerfelder Musiknacht. Musikfreunde, die das hochkarätige Programm genießen möchten, sollten sich also mit dem Kauf sputen. Nach dem überwältigenden Erfolg der 3. Beerfelder Musiknacht vor zwei Jahren veranstaltet der Gewerbeverein mit Unterstützung der Sparkasse Odenwaldkreis am Samstag, 24. Oktober, die vierte Auflage des gewaltigen Musikspektakels im gesamten Innenstadtgebiet.

Dafür wurden sieben bundesweit bekannte Top-Bands engagiert, die ab 20.30 Uhr in den Gaststätten den Fans aus nah und fern ordentlich einheizen und „den Bär steppen lassen“. Geboten wird eine einmalige Mischung aus fast allen musikalischen Bereichen. „Yvolution“ aus Pforzheim begeistern mit Musik des ganz besonderen Lebensgefühls der 70er Jahre. „Garden of Delight“ aus Lautertal gehören zur Elite der Folk-Rock-Bands in Deutschland. Mit Olli Roth („Roth für die Welt“) kommt der Meister an der Gitarre höchstpersönlich nach Beerfelden.

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„Lee Mayall and the sax machine“ aus Ulm waren mit ihrer umwerfenden Rock’n‘Roll-Show die Abräumer der zweiten Musiknacht 2011. Die „Blue Healers“ aus der Pfalz heizen mit erdigem Blues und Rock ein. Das Trio „Acoustic Pieces“ um die charmante Frontfrau Mimi Grimm aus Weinheim verzaubert das Publikum mit eigenwilligen Interpretationen zeitloser Klassiker. Und die Rock-Band „Croco“ aus Heilbronn wird an diesem Abend für den heftigsten Sound sorgen. Einen wahrhaft „feurigen“ Auftakt gibt es mit einer atemberaubenden Feuershow von „artArtistica“ um 20 Uhr auf dem Metzkeil in der Stadtmitte.

Olli Roth, Foto - Kopie

Die Einlasskarten zum Preis von 14 Euro (für alle Veranstaltungen zusammen) können ab sofort in Beerfelden bei der Buchhandlung Göbl, bei Schreibwaren Papillon sowie in den teilnehmenden Gaststätten, in Erbach bei der Sparkasse Odenwaldkreis, in Bad König bei Stockert Media und in Eberbach bei der Buchhandlung Greif erworben werden. Weitere Infos: http://www.beerfelden.de oder Telefon 06068-3827.