Unter-Sensbacher Sporthalle soll umfassend saniert werden

Bei der Sanierung der Sporthalle soll es kein Stückwerk geben, sondern den großen Wurf. Deshalb wurden die ursprünglichen Einzelmaßnahmen noch einmal überarbeitet und jetzt mit möglichen Erweiterungen von der Beerfeldener Architektin Steffi Holschuh der Gemeindevertretung in Grundzügen vorgestellt. Bisher war geplant gewesen, mit Mitteln aus dem kommunalen Investitionsprogramm (KIP) die Glasbausteine auszutauschen und vor allem den Sanitärbereich zu erneuern.

Für diese Maßnahmen mit 196.000 Euro Kosten bekommt Sensbachtal einen Landes- und Bundeszuschuss von 123.000 Euro. Der Bescheid dafür war bereits Mitte des Jahres übergeben worden. Scheuermann hob hervor, dass ohne die Inanspruchnahme beider Programme die Maßnahme gar nicht möglich wäre. Während es bei den Landesmitteln vorrangig um die energetischen Maßnahmen ging, „ist das Drumherum ohne den Bundeszuschuss nicht machbar“.

„Wir wollen die Halle aber ganzheitlich anpacken“, so Bürgermeister Egon Scheuermann. Dafür soll jetzt etwa fast Doppelte der Summe, 350.000 Euro, verteilt über zwei bis drei Jahre in die Hand genommen werden. Das Gebäude hat knapp 50 Jahre auf dem Buckel und ist deshalb in mehreren Bereichen sanierungsbedürftig. So ist unter anderem die Elektrik noch auf dem Stand der Endsechziger-Jahre.

Die installierte Luftheizung ist nach den Worten von Scheuermann „sehr schwerfällig“. Eine Deckenstrahlerheizung, wie sie auch in Rothenberg zum Einsatz kommt, stieß auf das Interesse der Sensbachtaler. Außenputz, Anlagentechnik und Nebenräume sind weitere Arbeitsschritte, die man nach und nach angehen will. Außerdem wurde festgestellt, dass der Hallenboden an mehreren Stellen nachgibt und vielleicht auch eine Auffrischung braucht.

Es ist natürlich kein Klacks, die restlichen Gelder aufzubringen. Zum einen sollen angesparte Eigenmittel dafür verwendet werden. Zum anderen prüft man derzeit noch andere Fördertöpfe. Für die Außenarbeiten kommt laut Bürgermeister vielleicht ein KfW-Darlehen in Frage. Auf jeden Fall „sind die KIP-Mittel ausgereizt“. Er machte klar, dass die Beratungen über alle Maßnahmen erst begonnen haben. „Wir werden uns noch intensiv damit befassen“, sagte Scheuermann.

Die Sporthalle wurde laut Scheuermann Ende der 1960er Jahre mit viel Eigenleistung gebaut. Hauptnutzer ist der örtliche TSV, aber auch die Grundschule ist des Öfteren mit ihren Aktivitäten vertreten. Außerdem wird die Halle für kulturelle Veranstaltungen genutzt. Denn sie ist der einzige Raum in der Gemeinde, der Platz für bis zu 200 Personen bietet. „Sonst haben wir in den Ortsteilen nur kleinere Kapazitäten“, sagte er.

Fürs südliche Dach der Sporthalle ist darüber hinaus eine Photovoltaikanlage im Gespräch. Da die Hallennutzung aber eher abends geschieht, will man schauen, ob damit zusätzlich der Strombedarf in der Gemeindeverwaltung abgedeckt werden könnte. Dazu müsste eine Verbindung geschaffen werden. Die Beleuchtung soll außerdem auf LED umgestellt werden. Auch wird dem Bürgermeister zufolge überlegt, ob im Zuge einer Erneuerung des 26 Jahre alten Heizkessels in der Gemeindeverwaltung die Sporthalle mit angeschlossen werden könnte. Dann ließen sich auch Leerrohre in anderer Richtung für den Solarstrom legen.

Die Renovierung der Sporthalle mit Hilfe von Zuschüssen war laut Scheuermann schon einmal in den Jahren 2009/10 angedacht. Doch die finanziellen Mittel reichten damals nicht aus, erläuterte er. Stattdessen wurde dann ein Fahrstuhl ans Gemeindezentrum angebaut. Dessen Nutzung durch Vereine und die ältere Bevölkerung habe im Anschluss auch stark zugenommen, freute sich der Bürgermeister über die erfolgreiche Maßnahme.

 

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Unter-Sensbacher Gemeindezentrum soll saniert werden

Mit den jetzt getroffenen Beschlüssen zur Dorfentwicklung Hesseneck-Sensbachtal kann nun die Umsetzungsphase beginnen. Die Endfassung, so Bürgermeister Egon Scheuermann in der Gemeindevertretung, blieb inhaltlich praktisch den Entwürfen gleich. Deshalb gab es auch keine große Diskussion unter den Mandatsträgern. Jetzt ist es möglich, sowohl in die öffentlichen Projekte als auch in die Beratung der Privateigentümer einzusteigen.

Beschlossen wurden von der Gemeindevertretung das integrierte kommunale Entwicklungskonzept (IKEK), der kommunale Investitionsrahmen und der städtebauliche Fachbeitrag dazu. Die aus dem IKEK entwickelten Projekte sollen bis 2024 umgesetzt werden, soweit die erforderlichen kommunalen Finanzmittel zur Verfügung stehen. 75 Prozent der benötigten Gelder gibt es vom Land, 25 Prozent muss die Kommune tragen – in dem Fall die neue Stadt Oberzent. Bei 750.000 Euro Gesamtrahmen kommt somit ein gehöriger Batzen zusammen.

Das Geld soll vor allen in drei Projekte fließen. Zum einen will die Gemeinde die Spielplätze in Ober- und Unter-Sensbach sowie Hebstahl auf Vordermann bringen. Zum anderen steht die Schaffung eines Dorfmittelpunkts in Ober-Sensbach an. Hier ist die Fläche des alten Löschweihers im Gespräch. Ein großer Brocken ist weiterhin die Sanierung des Gemeindezentrums in Unter-Sensbach. Das hat keinen schützenden Dachvorsprung, weshalb die Fassade bei schlechtem Wetter stark in Mitleidenschaft gezogen wird. „Der Putz fällt schon ab“, so Scheuermann.

Das Rathaus wird ja auch noch nach der Fusion als Bürgerbüro und somit erste Anlaufstelle der Einwohner aus den drei Ortsteilen bestehen bleiben, sagte der Bürgermeister. Es erfreut sich seit dem Einbau eines Aufzugs starker Nachfrage als Treff- und Veranstaltungsort. Gerade Vereine wissen den Saal im Obergeschoss zu schätzen. Außerdem ist dort die Feuerwehr untergebracht, weshalb die Erhaltungsmaßnahmen Sinn machen.

Sensbachtaler Kindergarten ist voll belegt

Von einer sehr erfreulichen Entwicklung im kommunalen Kindergarten Unter-Sensbach sprach Bürgermeister Egon Scheuermann in der Sitzung der Gemeindevertreter. Besuchten diesen zu Jahresanfang nur zwölf Kinder, so sind es aktuell 18. Ein Kind ist zwischen zwei und drei, vier sind zwischen ein und zwei Jahren alt. Es werden drei auswärtige Kinder betreut. „Mit dieser Konstellation ist die gemischte Gruppe im Kindergarten ausgelastet“, sagte er. Es könnten derzeit keine weiteren Kinder aufgenommen werden. Anfragen für Januar lägen aber bereits vor.

Jedoch lassen es laut Scheuermann die Räumlichkeiten zu, „dass wir wieder einen zweigruppigen Kindergarten einrichten könnten“. Dann wären eine Krabbel- (U3-Kinder) und eine Regelgruppe möglich. Allerdings muss man dafür auch Erzieher auf einem leergefegten Arbeitsmarkt finden und die Räume auf Vordermann bringen.

„Die Problematik der Warteliste ist auch in Rothenberg und insbesondere Beerfelden vorhanden“, erläuterte der Bürgermeister. Aus diesem Grund findet am 12. Dezember ein Gespräch mit den Leiterinnen der Oberzent-Kindergärten und dem Jugendamt des Odenwaldkreises statt, in dem Möglichkeiten der Kapazitätserweiterung besprochen werden sollen. Der Kindergartenbasar war eine sehr gelungene Veranstaltung, freute er sich. Die Einnahmen fließen zu einem großen Teil wieder in die Kinderbetreuung.

Von „Sensbachtal aktiv“ wurde angeregt, die Fläche beim Hydranten und der Außenlampe zu pflastern. Grund für diese Maßnahme war durch die Verschiebung der Stände des Weihnachtsmarktes Richtung Hauptstraße. Ein größerer Aufwand sei entstanden, weil die Wurzel des dort ehemals stehenden Baumes (Eiche) sehr umfangreich entfernt werden musste, so Scheuermann. Es musste ein neuer Belag eingebaut werden, da vorhandenes Pflaster nicht ausreichte. Kosten: etwa 4500 Euro.

Die Gemeinde trägt die Entscheidung der Stadt Beerfelden mit, den fünf durch die Firma Juwi beantragten Windkraftanlagen auf Gemarkung Etzean (Katzenwinkel) das Einvernehmen zu verweigern. Diese Fläche ist im Flächennutzungsplan des Odenwaldkreises nicht vorhanden, so Scheuermann. Außerdem seien „Belange des Denkmalschutzes (Galgen) nicht ausreichend berücksichtigt“.

Der Haushalt 2017 entwickelt sich teilweise besser als geplant, gab der Rathauschef den Gemeindevertretern zur Kenntnis. In zwei Ausgabeposten sind seinen Worten zufolge aber Überschreitungen zu erkennen. Die Gewerbesteuer liegt um etwa 30.000 Euro unter dem Soll, sagte er. Wodurch aber auch die entsprechende Umlage sinkt. Dafür kommt über den Holzverkauf um einiges mehr als vorgesehen in die Kasse. Die Gemeinde rechnet daneben mit einem höheren Anteil an der Einkommen- und Umsatzsteuer.

Derzeit laufen die Umzugsvorbereitungen im Sensbachtaler Rathaus. Das Bürgerbüro wurde bereits verlegt. Heidrun Daub zog an den neuen Arbeitsplatz in der ehemaligen Sparkasse um. Das Büro des Bürgermeisters wurde ebenfalls – vorübergehend – in die ehemalige Sparkasse verlagert. Mit Jahreswechsel zieht Scheuermann bekanntermaßen als Staatsbeauftragter nach Beerfelden.

Dann sind die Büros für die Finanzverwaltung frei. Diese zieht in der ersten Dezemberwoche von Beerfelden um nach Sensbachtal. In Rothenberg werden ebenfalls die Büros freigemacht, in welche die Bauabteilung der neuen Stadt einziehen soll. Diese soll dann auch im Dezember mit dem Umzug beginnen.

Info: Eine Informationsveranstaltung zum Sachstand Fusion und zur Wahl von Ortsbeiräten findet am Dienstag, 5. Dezember, 19.30 Uhr im Saal des Gemeindezentrums statt.

Kritik in der Rothenberger Gemeindevertretung: Das Oberzent-Gesundheitskonzept krankt an der Umsetzung

Das Thema „Erstellung von Flächenkonzepten für ein Gesundheitsversorgungszentrum (GVZ) Oberzent“ nutzte in der Gemeindevertretung Claus Weyrauch (WGR) für eine Generalabrechnung mit den bisherigen Bemühungen. Bei seinen Kollegen traf er damit genau ins Schwarze, was das beifällige Klopfen und die Äußerungen bewiesen. Der Beschlussvorschlag wurde deshalb auf Vorschlag von Frank Knecht (CDU/BuLiRo) auch auf einen Satz eingedampft, um sich nicht in seinen Augen gefährliches (Haftungs-)Fahrwasser zu begeben.

„Außer ordnerfüllenden Konzeptansätzen ist noch nicht wirklich viel Greifbares passiert“, kritisierte Weyrauch. Die Provisoriums-Immobilie „Breimer“ sei bis heute nicht bezogen worden, sagte er. Für die Standortfrage müssten weitere Konzepte beauftragt werden. Bis August wurden seinen Worten nach nur etwa 45 Prozent der Landesfördermittel abgerufen. Die Suche nach Investoren, die auch das Vermietungsrisiko übernehmen, war bisher wie auch die nach ansiedlungswilligen Hausärzten erfolglos, beklagte der WGR-Mann.

Der jetzt vorliegende Lösungsansatz ist laut Weyrauch mit finanziellen Risiken behaftet. Denn die Stadt Oberzent gehe damit ins volle Vermietungsrisiko. Der Betrag von zehn Euro, zu dem seitens der Gemeinde angemietet werden solle, liege deutlich über dem Mietspiegel. Damit „droht entweder die Nicht-Vermietbarkeit oder es verbleibt dauerhaft der Differenzbetrag als Belastung für die Kommune“.

Die WGR fordert deshalb nach den Worten des Sprechers weitere Überlegungen für den Entscheidungsprozess. Es müsse ein städteplanerischer Gesamtansatz zum Tragen kommen (Belebung Innenstadt, Auswirkungen auf verbleibende Geschäftslokale, Vermeidung/Reduzierung Leerstände, Verkehrsströme).

Daneben sei noch vor der Standortfrage zu klären, ob die Stadt tatsächlich als Mieter und Vermieter oder vielleicht besser als Eigentümer und Vermieter auftrete, meinte er. Dafür sollte man sich in Bezug auf öffentliche Fördermitteln schlau machen. Mögliches „Private-Sponsoring“ werde nur als Bauherr sinnvoll möglich sein. Natürlich, gestand Weyrauch ein, werde den Mandatsträgern wegen „Wichtigkeit und Brisanz des Themas“ einiges an Risikobereitschaft abverlangt. Doch müsse man das Risiko minimieren „und die Belastung für die Bürger so gering wie möglich halten“.

Bei Frank Knecht rannte die WGR mit dieser Stellungnahme offene Türen ein. Dieser attestierte dem bisherigen Verfahren, „eine so dilettantische Projektentwicklung im Gesundheitswesen selten erlebt zu haben“. Als jemand, „der den Job schon lange macht“, könne er das beurteilen. Knecht hatte sich auch gegen den ursprünglichen Beschlussvorschlag gewandt. „Warum soll ich den Fortgang für toll befinden“, sagte er. Er wolle nicht mittragen, dass durch eine Zustimmung „eventuell finanzielle Risiken für Jahrzehnte geschaffen werden“, meinte er.

Die Ablehnung des Odenwälder Windkraft-Flächennutzungsplans durch das Verwaltungsgericht Darmstadt führte in der Gemeindevertretung zu Nachfragen. Vor allem den Hinterbachern ging es um das sogenannte „harte“ Kriterium eines 1000-Meter-Abstands zur Wohnbebauung. Auch in der Bürgerfragestunde war das Thema schon aufgekommen. Da die Hinterbach als Weiler und nicht als geschlossene Ortschaft firmiert, würden in ihrem Fall die „weicheren“ Kriterien zum Tragen kommen, die eine größere Nähe der Windräder zu den Häusern ermöglichen.

Bürgermeister Hans Heinz Keursten sagte, vor einer genauen Bewertung müsse man das schriftliche Urteil abwarten. Seinem Eindruck nach habe der Richter die 1000 Meter als hartes Kriterium aufgefasst, auch wenn die Klage als Ganzes abgelehnt worden sei. „Wir sollten uns nochmal über die gelben Ortsschilder für die Hinterbach unterhalten“, lautete deshalb der Vorschlag aus dem Gremium. Denn dann wäre das Thema Entfernung sowieso obsolet.

Seine Freude äußerte Bürgermeister Hans Heinz Keursten über den Beitritt des Odenwaldkreises zur Metropolregion Rhein-Neckar. Der ist für 1. Januar 2018 geplant. Das sei auch wichtig, um die beiden Verkehrsverbünde VRN und RMV in der Grenzregion besser zu verzahnen. Über den Kreis soll seinen Worten zufolge eine Stelle für Wirtschaftsförderung geschaffen werden. Diese wäre dann in der Oberzent angesiedelt.

Verkehrsberuhigung in Kortelshütte ja – auf eigene Kosten

Verkehrsberuhigung in Kortelshütte? Gerne. Wenn die Gemeinde die Maßnahmen bezahlt. Das ist die Quintessenz aus einer Behördenschau vom Sommer, wie sie jetzt in der Gemeindevertretung vorgestellt wurde. Denn die zuständigen Ämter halten die schon getroffenen Maßnahmen für ausreichend. Die Mandatsträger waren mit dieser Bilanz aber nicht zufrieden. Das Thema soll jetzt noch einmal im Bauausschuss beraten werden.

Eine Beruhigung ist vor allem für die Hochstraße angedacht, in der trotz Tempo-30-Zone zu schnell bergab gesaust wird. Kontrollieren kann die Gemeinde nicht, da die eigene Bußgeldstelle fehlt. Das wird mit der Fusion in der neuen Stadt Oberzent besser. Es geht um Schwellen oder Teller sowie um optische Verengungen. Eine solche kann man sich in der Kurve oberhalb der Kreuzung von Wald- und Hochstraße vorstellen, um die Straße für die bergab Fahrenden schmaler zu gestalten.

Außerdem gibt es die Anregung, alle 100 Meter eine große „30“ auf die Fahrbahn aufzumalen. Derzeit im Bauhof vorrätige große Blumenkübel sollen die Straße verengen. Überlegungen für eine Verkehrsberuhigung in der Kortelshütter Hochstraße gibt es schon seit 1993. Damals war an eine Pflasterung gedacht. 2008 wurden die jetzigen Schwellen an verschiedenen Stellen aufgebracht. Die zeigten aber nicht den gewünschten Erfolg und sind auch nicht wirklich beständig.

20.000 Euro würde die Verwirklichung aller Wünsche kosten, hatte ein Ingenieurbüro im Auftrag der Gemeinde zusammengetragen. Der Vorsitzende des Bauausschusses, André Assmann (WGR), machte aber klar, dass es gar nicht darum geht, alles in einem Aufwasch zu erledigen. Sondern unter der Beachtung der Kosten nach und nach zu Werke zu gehen und dazu die Arbeiten möglichst durch den Bauhof erledigen zu lassen.

„Geschwindigkeitskontrollen sind der beste Weg“, sagte Bürgermeister Hans Heinz Keursten. Brigitte Heckmann (SPD) ärgerte sich gewaltig über die Aussagen bei der Verkehrsschau. Von ihr kam die Anregung auf eine erneute Beratung im Ausschuss, „um zu sehen, was über die Gemeinde erledigt werden kann“. Die Schwellen, betonte sie, „klappern sowieso und müssen weg“.

Die Insolvenz des Hauses Cordula hängt der Gemeinde finanziell noch böse nach, kam in der Beratung und (einstimmigen) Beschlussfassung des Jahresabschlusses 2014 zum Ausdruck. Der wurde von KSO-Mitarbeiterin Tina Bartmann dem Gremium vorgestellt. Der Fehlbetrag im ordentlichen Ergebnis von 278.000 Euro ist fast vollständig der Abschreibung des Darlehens für das Seniorenheim zuzuschreiben (258.000 Euro). „Die Gemeinde muss weiter tilgen, bekommt aber die Erstattung nicht mehr“, verdeutlichte sie.

Nimmt man das außerordentliche Ergebnis mit hinzu (18.000 Euro), so wäre der 2014er-Haushalt ohne Cordula praktisch ausgeglichen gewesen. Das hätte eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Ansatz von 72.000 Euro Minus bedeutet, erläuterte Bartmann. Verursacht vor allem durch gestiegene Steuereinnahmen, die aber auch Rückstellungen für die daraus zu zahlenden Umlagen mit sich brachten.

Wie Bartmann weiter sagte, wird die Cordula-Pleite auch den Abschluss des Jahres 2015 vermiesen. Und das noch in höherem Umfang. Denn dort wird die Rückforderung des Landeszuschusses von über 700.000 Euro als Rückstellung mit eingebucht. Dagegen hat die Gemeinde zwar geklagt, „aber es gibt nichts Neues“, ergänzte Keursten. Sollte man wirklich zahlen müssen, lassen sich allerdings die Miesen des Jahresabschlusses im Rahmen der Fusion mit dem Eigenkapital verrechnen, bejahte Bartmann eine Frage von Matthias Heiß (WGR). Und sollte die Gemeinde Recht bekommen, „haben wir 2018 durch Auflösung der Rückstellung einen schönen Überschuss“, schmunzelte sie.

Positives lässt sich aus dem aktuellen Jahr vermelden. Beim Bericht über den Haushaltsvollzug 2017 informierte Keursten, dass die Zahlen in der Norm liegen. Positives gibt es aus dem Forstbereich zu vermelden. Hier liege man über dem Plan. Bei der Gewerbesteuer sogar „weit darüber“.

Oberzent-Fusion ist durch: Bürgerbegehrens-Frist ist abgelaufen

Einen Sachstand zum Verlauf der Oberzent-Fusionsanstrengungen gab Bürgermeister Thomas Ihrig auf der vergangenen Sitzung der Gemeindevertretung. Die Frist zur Einreichung eines Bürgerbegehrens (acht Wochen seit dem Beschluss über den Grenzänderungsvertrag) sei zwischenzeitlich ohne eine solche abgelaufen, sagte er. Damit ist auch der Zeitraum verstrichen, in dem Namensgegner noch hätten agieren können. „Die Genehmigung des Vertrags durch die Regierungspräsidentin in Darmstadt wird in Kürze erwartet“, freute er sich.

Die Arbeit an der Umsetzung des Projekts läuft laut Ihrig. Dabei gelte es viele Details zu berücksichtigen. Er wies auf weitere Entscheidungen rund um das Thema hin, die die vier Kommunen ebenfalls berührten. So habe der Odenwälder Kreistag beschlossen, dem Verein „Metropolregion Rhein-Neckar“ beizutreten. Gerade für die Oberzent mit ihrer Nähe zum badischen Neckartal sei dieser zukunftsträchtige Schritt sehr wichtig.

Vom verstärkten Blick und von der Netzwerkpflege in Richtung Süden „profitiert insbesondere unsere Region“, so Ihrig. Vielfältige Verknüpfungen und Beziehungen in die Metropolregion müssten aktiviert und gepflegt werden. Außerdem solle eine Konzeption zur Einrichtung einer Servicestelle der Wirtschaftsförderung bei der OREG insbesondere für die neue Stadt erstellt werden, erläuterte er.

Der Rathauschef informierte weiter, dass das Mobilitätskonzept „Garantiert mobil“ des Odenwaldkreises am 8. September starten solle. Die Oberzent-Kommune(n) beteilige(n) sich finanziell während der Einführungsphase bis Ende 2019. Dies geschieht Ihrig zufolge durch Übernahme eines Teils der Kosten der sogenannten „TaxOMobil-Fahrten“ (Fahrten, für die es keine regulären Verbindungen und Mitnahmeangebote gibt). Denn diese sind eigentlich mit einem kräftigen Zuschlag versehen. „Hierdurch soll die Akzeptanz des neuen Angebots erhöht werden“, betonte der Bürgermeister.

Wie er weiterhin erläuterte, seien die gemeinsamen Auftragsvergaben aller vier Orte zur Gebührenkalkulation 2018 erfolgt. Denn zum Jahresbeginn 2018 „müssen einheitliche Wasser- und Abwasser-Satzungen vorliegen“. Vorrangig gehe es darum, Beitrage und Gebühren für Wasser und Abwasser zu ermitteln. In einem zweiten Schritt folgen Friedhofs- und Kindergartengebühren.

Im zweiten Halbjahr werden nach den Worten von Ihrig die Themen nicht ausgehen. So stehe, jetzt schon kurz angerissen, die Diskussion über Konzepte für Bau und Unterhaltung der Wasserversorgung, der Abwasserbeseitigung und der Straßen an. Diese bilde eine wichtige Grundlage für künftige Bau- und Unterhaltungsmaßnahmen nach Dringlichkeit. Hier sah er den „Bedarf an weiteren gemeinsamen Sitzungen zur Abstimmung des Vorgehens“.

Einstimmig beschloss das Gremium die neuen Gebühren für die Nutzung des Schlacht- und Kühlhauses im Dorfgemeinschaftshaus Hesselbach. Hintergrund waren steigende Kosten bei stark zurückgehenden Nutzerzahlen der – dort ausschließlich zugelassenen privaten – Schlachtungen. 83 waren es noch 1998, nur 20 im vergangenen Jahr. Weiterhin ist laut dem Rathauschef festzustellen, dass sich in den letzten Jahren die Entsorgungskosten für das Konfiskat (Schlachtabfälle) „deutlich erhöht haben“.

Hinzu komme, dass die Entsorgungskosten des Festabscheiders und die Wartungskosten des Kühlaggregats mit rund 500 bis 600 Euro brutto im Jahr zu Buche schlagen. Dies bedeute bei nur noch 20 Schlachtungen im Jahr einen Aufwand von jeweils rund 25 bis 30 Euro. Somit fallen laut dem Bürgermeister derzeit laufende Kosten (ohne sonstige Reparaturen, Bauhofeinsatz, Abrechnungen, Rindermeldungen, Abschreibungen) je Schlachtung bei Rindern über 66 Euro und bei Schweinen über 61 Euro an.

Im Jahr 2007/08 lagen Ihrig zufolge die vergleichbaren Kosten bei Rindern noch bei etwa 26 Euro und bei Schweinen bei 24 Euro je Schlachtung. Die seit 2008 erhobene Grundgebühr liege bei 30 Euro je Schlachtung. „Sie deckt somit bei weitem die anfallenden Kosten nicht mehr ab.“

Neue Schlachtgebühren in Hesselbach

Die Grundgebühr für die Schlachtung von Schwein/Kalb/Schaf beläuft sich auf 65 Euro pro Nutzung, für Rind/Pferd auf 70 Euro. Strom wird mit 30 Cent pro kWh abgerechnet, Heißwasser mit einem Cent pro Liter.

Sensbachtaler Sporthalle soll mit KIP-Mitteln eine energetische Sanierung erhalten

Die Anlage eines Friedparks auf dem Sensbacher Friedhof war Thema in der vergangenen Gemeindevertreter-Sitzung. Bürgermeister Egon Scheuermann stellte mit Bildern verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten vor. Eine davon sieht etwa vor, dass nur ein Stein platziert wird, auf dem dann die diversen Namensschilder angebracht werden. Eine andere schlägt verschiedene Steine mit Schildern darauf vor, womit eine Banksituation geschaffen wird.

Die unterschiedlichen Gestaltungsmöglichkeiten wurden von den Mandatsträgern diskutiert und bewertet. Als weiteres Vorgehen wurde vereinbart, dass auf Grundlage der ausgewählten zweiten Variante mit mehreren Steinen Angebote eingeholt werden sollen. Auch soll geprüft werden, in welcher Form ein Friedpark auf dem Hebstahler Friedhof möglich sein könnte.

Der Klimaschutzmanager des Odenwaldkreises, Eric Maercker, schlug laut Mitteilung des Bürgermeisters vor, in Abstimmung mit der Energiegenossenschaft Odenwald (EGO) auf dem Dach der Sporthalle eine Photovoltaikanlage zu errichten. Der südliche Teil des Daches würde sich hierfür anbieten. Eine Statik-Prüfung ergab keine Bedenken. Eventuell, so der Bürgermeister, könne diese Maßnahme mit den Sanierungsarbeiten im Rahmen des kommunalen Investitionsprogramms (KIP) verknüpft werden.

Eine detaillierte Vorstellung mit einer Wirtschaftlichkeitsberechnung erfolgt durch Maercker in der nächsten Sitzung der Gemeindevertretung. Bei Wirtschaftlichkeit „bestehen keine grundsätzlichen Bedenken“, sagte Scheuermann. Danach soll über die tatsächliche Umsetzung beraten und beschlossen werden. Der Vorteil für die Gemeinde wäre, dass „wir den dort gewonnenen Strom vergünstigt beziehen könnten“. Die EGO tritt als Bauherr und Betreiber auf.

Scheuermann rechnet mit der Genehmigung der beantragten KIP-Maßnahmen für die Sporthalle, sagte er. Denn in der aktuellen Förderliste des Hessischen Finanzministeriums mit Stand 22. Mai 2017 seien sie aufgeführt. Steffi Holschuh vom Beerfelder Architekturbüro erläuterte den Gemeindevertretern die vorgesehenen Arbeiten. Festzulegen sei noch, wann und in welcher Reihenfolge die einzelnen Gewerke geplant und ausgeschrieben werden. Wie Holschuh sagte, sei aktuell die Auftragslage in den Betrieben sehr gut und führe gegebenenfalls zu sehr hohen Preisen.

Ihren Worten zufolge ist die Nutzung der Halle für den Sportbetrieb des TSV und der Grundschule sowie für Veranstaltungen zu berücksichtigen. Als wichtigstes Gewerk werden zunächst Heizung und Warmwasser aufgegriffen. Hier sollen laut der Architektin seitens eines Fachbüros Möglichkeiten der Umgestaltung aufgezeigt und vorgeschlagen werden. Dabei sei die Gesamtsituation Sporthalle und Gemeindezentrum zu beachten. Die Vorschläge werden in einer der nächsten Sitzungen der Gemeindevertretung vorgestellt und erläutert.

Die Umsetzung der Maßnahmen soll möglichst kompakt erfolgen, damit die Nutzungs-Einschränkungen so gering wie möglich gehalten bleiben, sagte sie. Die Ausschreibung sei für Herbst/Winter 2017/2018 vorgesehen. Die Ausführung könnte dann in den Sommerferien 2018 (25. Juni bis 3. August) erfolgen. Im diesjährigen Haushalt sind knapp über 70.000 Euro an Krediten für diese Arbeiten im energetischen und Sanitärbereich eingeplant – die einzige Darlehensaufnahme in diesem Jahr.