Beim Martinsumzug in Unter-Sensbach hilft das ganze Dorf mit

Draußen kroch so langsam die Kälte in die Glieder, drinnen war es mollig warm: In der Unter-Sensbacher Kirche fand unter der Leitung von Pfarrer Roland Bahre der Auftakt zum Martinsumzug statt. Der wurde vom Grundschulteam mit seiner neuen Leiterin Heike Hesse organisiert. Für die war es die erste größere Veranstaltung seit dem Amtsantritt zum neuen Schuljahr. Umso mehr freute sie sich über die große Resonanz. Obwohl die Schule nur 19 Kinder zählt, war gefühlt das halbe Dorf auf den Beinen.

Der Martinszug durchs Dorf selbst ist eine „Routineveranstaltung“, sagte Hesse. Er findet schon seit vielen Jahren regelmäßig statt. Ausgerichtet wird er immer abwechselnd vom Team des Kindergartens und der Schule. In diesem Jahr ist war die Grundschule wieder dran. Da die Tradition groß geschrieben wird, „habe ich versucht, möglichst wenig zu ändern“, betonte sie. Eine kleine Neuerung war aber der Start in der Kirche.

Die Schüler begrüßten dort die Gäste und stimmten auf den Umzug ein. Das geschah durch die Erzählung der Geschichte von Sankt Martin, zu der jedes Kind seinen Teil beisteuerte. Weil der Heilige am 11.11. beerdigt wurde, laufen rund um diesen Tag die Kinder durch die Straßen und singen Martinslieder, erläuterten sie. Das erste gab‘s dann gleich in der Kirche. Damit alle mitsingen konnten, ließ Pfarrer Bahre den Text über den Beamer laufen.

Beim Verlassen der Kirche versammelten sich die Zugteilnehmer um den dort aufgebauten Tisch und sangen gemeinsam „Ich geh mit meiner Laterne“. Eltern, Großeltern, Verwandte und Geschwisterkinder hatten sich in großer Zahl zusammengefunden, um die Grundschüler zu begleiten. Der Geistliche zeigte sich sehr freut über die Kooperation von Schule und Kirche.

Auf dem Grundstück der Familie Foshag wurde das zweite Mal gesungen, bevor dann der letzte Halt auf dem Schulhof war. Hier gab’s etwas Wärmendes in Form von Glühwein für die Erwachsenen und Kinderpunsch für die Kleineren sowie Würstchen und belegten Broten für beide Altersgruppen. Ehrenbürgermeister Egon Scheuermann übernahm wieder wie in den Jahren die Kosten für die Martinsbrezeln, die während des Umzugs an die mitlaufenden Kinder verteilt wurden. Die Feuerwehr sicherte den Zug und das kleine Feuer auf dem Schulhof ab.

An der Organisation waren viele helfende Hände beteiligt. Angela Seip und Heike Hesse sind die beiden Lehrerinnen an der Grundschule. Für ein paar Stunden in der Woche werden sie von Heike Kiefer (Beratungs- und Förderzentrum) unterstützt. Die Ganztagsschule hat noch weitere unverzichtbare „gute Geister“. Etwa Karin Ihrig und Angelika Lehr, die die Kinder am Nachmittag betreuen und mit ihnen Hausaufgaben machen. Angelika Lehrs Enkelin Alicia ist Schulbegleiterin eines kranken Kindes.

Christin Menges wohnt direkt gegenüber und gibt an den Betreuungstagen das Mittagessen aus. Hausmeister Andreas Obenauer hält alles rund um die Schule herum in Ordnung und hat auch bei der Planung des Festes tatkräftig mitgeholfen. Angelika Krieger ist für die Sauberkeit zuständig und „unterstützt uns, wo immer es möglich ist“. Rund um den Martinsumzug waren daneben Florian Fülöp von der Feuerwehr sowie stellvertretend für den Elternbeirat Sandra Borowka und Alexandra Kaus mit eingebunden.

Heike Hesse ist „eigentlich“ seit 24 Jahren Konrektorin an der Grundschule in der Stried Beerfelden. Da sich auf die Rektorenstelle in Unter-Sensbach niemand bewarb, „habe ich mich dazu bereit erklärt, zunächst einmal für ein Schuljahr abgeordnet zu werden“ erzählt sie. „Mir gefällt das Arbeiten an dieser Schule außerordentlich gut“, so Hesse. „Ich habe mich nach meinem Empfinden inzwischen richtig gut hier eingelebt.“ Die Umstellung von so einer großen Schule mit mehr als zehn Mal so vielen Schülern war allerdings schwerer als gedacht. In Unter-Sensbach gibt es ein völlig anderes Schulleben.

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Oberzent-Grundschulen arbeiten schon immer eng zusammen

In den drei kleinen Grundschulen der neuen Stadt Oberzent blickt man gespannt auf die weitere Entwicklung. Die Lernanstalten in Rothenberg, Unter-Sensbach und als kleine Grundschule Hessens die in Gammelsbach gehen jedoch nicht von besonderen Änderungen durch die Fusion aus, da sie Schulen im Eigentum des Odenwaldkreises sind. „Ich erwarte keine größeren Auswirkungen für unsere schulische Arbeit“, sagt deshalb Rothenbergs Leiterin Angela Assmann. „Es wäre prima, wenn die Gründung der neuen Stadt einen wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung für unsere Region bringen würde“, meint sie.

Als kleine Dorfschule geht es in Rothenberg sehr familiär bei zu. „Wir kennen alle Kinder genau, können individuell auf Stärken und Schwächen eingehen, haben intensiven Elternkontakt“, betont die Rektorin. Daneben sind natürlich die Wege kurz. „Ich bin sehr froh, ein kompetentes, engagiertes Kollegium und eine engagierte Elternschaft zu haben.“ Das mache die Arbeit sehr angenehm. Es gibt zwar aktuell laut Statistik mit 48 Kindern ein historisches Tief bei den Schülerzahlen. Jedoch werden es laut Prognose in den nächsten Jahren nach und nach wieder mehr, so Assmann.

In der „musikalischen Grundschule“ als Landes-Programm wirken die entsprechenden Elemente in alle anderen Fächer und auch in das Schulleben hinein. Es gibt laut Assmann in ganz Hessen etwa 90 Schulen dieses Typs, die miteinander vernetzt sind. Motto sind die „vier M“: „Mehr Musik in mehr Fächern von mehr Lehrkräften zu mehr Gelegenheiten.“ Gleichzeitig finden Kooperationen mit kulturellen Einrichtungen und Musikschulen, aber auch Konzerte und ähnliche Veranstaltungen statt.

„Wir haben natürlich durch den demografischen Wandel weniger Schüler“, sagt ebenso die Leiterin der Sensbachtaler Grundschule, Ellen Koch. Etwa drei Jahre bewegten sich die Zahlen nach unten. „Nun geht es aber wieder nach oben“, freut sie sich. Der örtliche Kindergarten hat derzeit mehr Anmeldungen als Plätze. „Wir haben in jedem Jahr Schüler durch Gestattungsanträge und Zuzug bekommen.“ Denn viele Eltern „schicken bewusst ihre Kinder hierher“, so Koch. Die kleinen Systeme sind für sie im Bildungswesen wahre Schätze und „die gilt es zu bewahren“.

Das Ganztagsangebot ist für die Eltern schon immer kostenlos, nur das Essen muss bezahlt werden, erläutert Ellen Koch. Die Rhythmisierung des Unterrichts sei weiter fortgeschritten. „Jedes Kind ist uns wichtig“, hebt sie hervor. Es werden ihren Worten nach individuelle Förderkonzepte erarbeitet, um den Kindern in ihrem Lernprozess gerecht zu werden und sie zu unterstützen.

Kontinuierlich wird an den Stärken der Schüler gearbeitet – nicht an den Defiziten. „Wir bauen vom ersten Tag an Beziehungen zu den Kindern auf, um ihnen ein verlässlicher Partner in ihrer persönlichen Entwicklung zu sein.“ Seitens der Schulgemeinde gebe es sehr gute Beziehungen zur Verwaltung, zu den Vereinen, zur Kirchengemeinde und natürlich zu den Eltern, „die wir als Bildungspartner verstehen“.

Rückmeldungen von den Eltern, deren Kinder auf weiterführende Schulen (Gymnasium Michelstadt, Gymnasium Eberbach, Oberzent-Schule Beerfelden) gehen, bestätigten, dass sie dort gut ankommen. Die neue große Stadt Oberzent „kann stolz darauf sein, vier gut aufgestellte Schulen zu haben“, so Koch. „Kurze Beine, kurze Wege“ heiße es für die Kleinen – und in jeder Schule gebe es ein tolles konzeptionelles Angebot.

18 Schüler besuchen aktuell die Reinhart-van-Gülpen-Schule in Gammelsbach. Drei Lehrer sind in der kleinsten Grundschule Hessens tätig: Nina Allmann als Leiterin und Lehrerin in Vollzeit sowie zwei Kollegen mit sieben und fünf Stunden. Der Standort Gammelsbach ist laut Allmann nicht in Gefahr, solange die Schülerzahlen stabil sind. Nach aktuellem Kenntnisstand ändert sich an den Schulbezirken nichts und bleiben auch die Schülerprognosen unverändert, sagt sie. „Die Zusammenarbeit zwischen allen Schulen der Oberzent ist unabhängig von der Fusion schon immer sehr eng und intensiv“, hebt die Rektorin hervor.

Zum Grundschul-Quartett in der Oberzent gehört auch die in der Stried Beerfelden als größte der vier Bildungsstätten in der neuen Stadt Oberzent. Um die 200 Schüler aus Beerfelden und Ortsteilen sowie aus Hesseneck, Falken-Gesäß und Etzean werden in zehn Klassen unterrichtet (Stand 2014). Täglich nutzen bis zu 60 Kinder das für die Eltern kostenlose Ganztagesangebot.

 

Rothenberger Grundschule reiste musikalisch nach Südafrika

Am Eingang hatte es sich ein Stoffaffe bequem gemacht. Im Schatten einer Säule ruhte sich der Panther aus. Rund um die Bühne wurde der afrikanische Dschungel lebendig. Zebras, Giraffen, Buschhasen, Elefanten, Krokodile und Nashörner tummelten sich. Allerdings nur als märchenhafte Aufführung der Grundschule Rothenberg, die mit dem südafrikanischen Stück „Kwela, Kwela“ über eine Stunde lang auf den südlichen Kontinent entführte. Die evangelische Kirche platzte bei dieser Aufführung aus allen Nähten, so viele Zuschauer wollten dabei sein.

Tolle Melodien mit Ohrwurmcharakter und mitreißende Rhythmen bildeten den Rahmen für eine humorvolle Geschichte mit ernstem Hintergrund. Denn in ganz Afrika gibt es kein Wasser mehr und die Tiere haben sich verzweifelt zusammengefunden, um für Abhilfe zu sorgen. Sänger und Darsteller kamen alle aus den Reihen der 58 Grundschüler. Auch die meisten Musiker der Begleitband bestanden aus Schülern. Die Musikschullehrer hatten die Songs mit den Instrumentalisten eingeübt.

Alle zwei Jahre stemmen Lehrer, Schüler und Eltern zusammen eine solche Aufführung. Nach den Osterferien beginnen die Proben für das neue Stück. Schon im Vorfeld wird beim gemeinsamen Brainstorming mit den Kindern geschaut, was ansprechend ist. Kostüme werden dann im Unterricht gemacht, die Eltern helfen beim Kulissenbau. Kwela-Musik ist ein Stil, der in den 70er Jahren in den Townships entstanden ist. Blues und Jazz sind in ihm vereint. Charakteristisch ist die Tin Whistle, die irische Blechflöte, die in der Rothenberger Aufführung durch Blockflöten ersetzt wurde.

Farbenprächtig ist schon der Beginn. Zwei Zebras führen in die Geschichte ein, ehe dann der gesamte Kronrat mit King George an der Spitze im Kirchenschiff Aufstellung nimmt. Überall herrschen Staub und brütende Hitze. Das Orakel lässt die Tiere wissen, wo sie zu graben haben. Aber ohne ein paar Quertreiber geht’s nicht. Der Buschhase will nicht so recht mitmachen, der König wird kritisiert, weil er zu faul ist und die Nachtgespenster bringen Unruhe in die Truppe.

Das Musical lebt von seinen eingängigen Melodien, die ein kleinerer oder größerer Schülerchor zwischen den einzelnen Textpassagen volltönend zum Besten gibt. Das lockert die Handlung schön auf, die Kinder sind mit Energie bei der Sache, wie auch die große Spannung im Vorfeld förmlich zu greifen war. Eine Story mit Witz tut das Übrige dazu, dass es immer wieder Zwischenapplaus für die einzelnen Darbietungen gibt.

Da sind es etwa die Krokodile, die bei der Tierkonferenz aufgefordert werden, niemand anderes zu fressen. Oder die Giraffen, die gefälligst in der hinteren Reihe Platz nehmen sollen, damit alle anderen etwas sehen können. Und dass die einzelnen Tiere manchmal nicht miteinander können – wie bei den Menschen eben. Viel Jubel und lang anhaltender Beifall waren zum Schluss der verdiente Lob für die wochenlange Probenarbeit der Kinder, die diese mit der begeisternden Aufführung krönten.

Hausherr Pfarrer Reinhold Hoffmann freute sich in seinen Begrüßungsworten, dass „die Kinder die Kirche als Raum für sich entdeckt haben“. Rektorin Angela Assmann dankte ihrem „tollen Team“, das sich in der Vorbereitung so engagiert einbrachte. Der Förderverein übernahm die Bewirtung und war im Vorfeld zur Stelle, als etwa Scheinwerfer und neue Mikros organisiert werden musste. Die Proben in den letzten Tagen „habt ihr super gemacht“, lobte sie die Schüler. Ohne die Eltern hätte aber alles „überhaupt nicht funktioniert“.

Uwe Bauer vom Förderverein hob das „große Engagement“ des Kollegiums hervor. Man versuche, die Schule so gut wie möglich zu unterstützen, freue sich aber auch über neue Mitglieder. Bürgermeister Hans Heinz Keursten, dessen Kollegen Thomas Ihrig (Hesseneck) und Ego Scheuermann (Sensbachtal) ebenfalls als Gäste dabei waren, betonte die „großartige Arbeit“ der musikalischen Grundschule. Ein großes Fest auf dem Schulhof schloss sich der Aufführung an.

Darsteller: Zebras Jake und Fred Aurelia Grabow und Marah Volk, Buschhase Tschipo Hanna Koch, Lärmvogel Tebago Pauline Wagner, Löwe King George Bastian Foshag, Giraffen-Wachen Zoe Edelmann und Arianita Hyseni, Elefant Frank Noemi Reuling, Zebra-Mädchen Lea Jungblut, Sophie Hofmann, Leonie Lutz, Lena Koch und Sophia Schmitt, weißer Marabu Alex Egler, Zwillingsbruder Lars Weck, Löwen Tim Weck und Gabriel Huwe, Jäger Sinan Saglam, bunte Vögel Janine Scheuermann, Nicole Reichert, Celine Seip und Katharina Feller, Gespenster Leoni Ries, Lill-Kim Ihrig, Ida Bauer, Elia Scheuermann, Mira Schober, Finja Stadler, Jill Kabel und Johannes Foshag, Sprecher Vanessa Krieger und Michelle Reichert.

Kleine Grundschulen können Kinder intensiver betreuen: Grünen-Politiker machten sich ein Bild von der Sensbachtaler Grundschule

„Das ist mal eine Schule“, entfuhr es Mathias Wagner bewundernd beim Aussteigen aus dem Auto mit Blick auf den 1883 errichteten Sandsteinkomplex. Das Grünen-Landtagsmitglied, gleichzeitig Sprecher seiner Fraktion für Bildungspolitik, war auf Einladung der Oberzent-Grünen in die südlichste Ecke Hessens gekommen. Von Schulleiterin Ellen Koch ließ er sich die Arbeit an der Grundschule im Kleinformat erläutern.

Elisabeth Bühler-Kowarsch, Kreistagsmitglied und Fraktionsvorsitzende der Grünen im Beerfeldener Stadtparlament, sowie der Kreisgeschäftsführer der Grünen, Horst Kowarsch, hatten das Mitglied im kulturpolitischen Ausschuss des Landtags eingeladen. Denn sie wollten das Thema Erhalt der Grundschulen nach der Fusion der vier Gemeinden beleuchten, weil es vor dem Bürgerentscheid in der öffentlichen Diskussion gestanden hatte. Klar wurde bei dem Treffen aber auch, dass im Gegensatz zu den Kindergärten über Wohl und Wehe der Schulen der Träger, also der Odenwaldkreis, und das Land entscheiden – nicht die jeweiligen Kommunen.

Wagner zeigte sich beeindruckt von der „unheimlichen Herzlichkeit“, mit der an der Grundschule etwas für die Kinder gemacht werden. Und wo auch die Gemeinde immer mitziehe. Er nehme den Eindruck einer „schulischen Idylle“ auf dem Land mit zurück nach Wiesbaden – und der Möglichkeit, dass aufgrund der geringen Kinderzahl auf die Schüler viel intensiver auf die einzelnen Schüler eingegangen werden könne.

Das konnte Ellen Koch nur unterstreichen. Man unterrichte in Sensbach einige Kinder, „die in größeren Schulen verloren wären“. Es gelte jedes Kind miteinzubeziehen, was auch in der zweijährlichen Musicalaufführung in Beerfelden zum Ausdruck komme. Da sei die Schule involviert, „alle Kinder machen mit“.

Daneben gebe es positive Rückmeldungen von den weiterführenden Schulen, wenn die Sensbachtaler an die Gymnasien Eberbach oder Michelstadt sowie die Oberzent-Schule wechselten, entgegnete sie auf eine Frage von Bühler-Kowarsch. „Wir kennen die Kinder sehr gut“, verdeutlichte Koch die Möglichkeit, ganz speziell auf deren Bedürfnisse einzugehen. „Nächstes Schuljahr werden wir vier oder fünf Inklusionskinder haben“, sagte sie.

Auch wenn Ende dieses Schuljahres 13 von 24 Schülern abgehen, macht sich Ellen Koch keine Sorgen um den Fortbestand der Grundschule. Zwar mache sich aktuell der demografische Wandel stärker bemerkbar. „So wenig Kinder waren es noch nie seit meinem Amtsantritt 2004“, berichtete sie. Aber in zwei Jahren rechnet sie wieder mit einem Aufschwung. Wobei die Schulleiterin sowieso gelernt hat, der Statistik nur bedingt zu vertrauen.

Im neuen Schuljahr werden ihren Worten zufolge wohl sieben oder acht neue Kinder dazukommen – mehr als in der Prognose. Das ist laut Koch zum einen im Zuzug begründet, zum anderen würdigten Eltern von außerhalb „den Schatz der kleinen Schulen auf dem Land“ und schickten ihre Kinder extra dorthin. Die Schulleiterin hoffte, weiterhin der Statistik zu trotzen. „Wir wollen uns auf 30 Kinder einpendeln.“

Das wäre dann weit oberhalb der Zahl von 13 Schülern in vier Jahrgängen, bei denen laut den Worten von Wagner eine Schließung drohe. Aber auch nur dann, wenn verschiedene andere Maßnahmen erfolglos durchgespielt worden seien. Andererseits böten die kleinen Landschulen beste Möglichkeiten zur individuellen Betreuung, um Heranwachsende in einer sich stark verändernden Gesellschaft angemessen zu fördern. Wie Koch sagte, „sind auch Flüchtlingskinder gerne willkommen“. Es gebe in Sensbach „gute Voraussetzungen zur Integration“.

Dass „Kinder sehr viel von Kindern lernen“, betonte nicht nur Wagner. Auch Koch wies darauf hin, dass der Unterricht in jahrgangsgemischten Gruppen viele Vorteile mit sich bringe. Einem Rundgang durch die Schule schlossen sich diverse Erläuterungen zu den einzelnen Räumen an. Vier Lehrerinnen mit drei Vollzeitstellen seien derzeit hier tätig. Laut Koch wird drei Mal in der Woche ein freiwilliger Ganztagsunterricht angeboten, Mittagessen im Gemeindezentrum inklusive.