Der „Stoiner“ holt den Turniersieg beim Dart-Turnier in Ober-Hainbrunn

Die Vorjahressieger hatten dieses Mal nichts zu melden. Serafettin (Sahap) Ayar, Norbert „Indio“ Schulte und Kara Musa vom DC Mosbach kamen bei den 3. Hainbrunn-Open der Dartfreunde „Double-Trouble“ nicht unter die ersten Drei. Den Sieg holte sich ein absoluter Profi, den es per Zufall nach Oberzent verschlagen hatte: Sascha „Stoiner“ Stein aus Birkenau, 2015 WM-Teilnehmer. Auf dem zweiten Platz landete Simon Schmidt aus Walldorf vor dem Odenwälder Mathias Beermann und dem Lokalmatador Daniel Kölbl.

Gibt’s denn einen Trick, wie es man als Dart-Neuling schnell lernt, die Triple-20 zu treffen? Oder den roten Kreis in der Mitte, der 50 Punkte bedeutet? Uwe Kölbl lacht. „Nein. Die Devise heißt Übung, Übung, Übung“, verdeutlicht der Abteilungsleiter der Dartfreunde. Als Hauptpreis des Turniers darf bis zum nächsten Turnier der Wanderpokal mitgenommen werden. 37 Dartspieler gingen an den Start. Wenn „Double Trouble“ ruft, kommen die Spieler aus der gesamten Region angefahren. Eberbach, Beerfelden, Birkenau, Walldorf, Hirschhorn und Mosbach lauten die Adressen.

Große Unterschiede gibt es bei der Wurfpraxis. Die einzige Gemeinsamkeit ist, dass ein Fuß an den Abwurfbalken muss. Ob aber spitz, schräg oder waagrecht, ist egal. „Schulter und Arm sollen in eine Richtung zeigen“, erläutert Kölbl. Aber auch hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. „Es gibt verschiedene Arten zu werfen. Wie es eben für einen am besten passt.“ Manche wie Sahap „werfen sogar von oben runter“. Mit Erfolg. Die ersten 180 warf Musa, der dafür eine Flasche Whiskey erhielt.

„Die Richtung halten ist das A und O“, mahnt der Abteilungsleiter. Viel zu oft verlieren Spieler die Balance „und schießen den Pfeil an die falsche Stelle“. Ein weitverbreiteter Irrtum ist seinen Worten zufolge, dass der rote Punkt in der Mitte die meisten Punkte bringt. Zwar gibt es dafür 50 Zähler, aber die „Triple 20“ im roten, mittigen Kreis genauso wie Triple 19, 18 und 17 bedeuten mehr. Immerhin taugt der Mittelpunkt dazu, das Spiel beenden zu können. Das ist sonst nur mit den außen liegenden Doppelfeldern im Ring möglich.

Die Kunst beim „501 Double out“ ist denn auch nicht nur, möglichst viele Punkte zu holen. Klar sind die nützlich, um von 501 Richtung 0 zu kommen. Das Spiel dauert so lange, bis ein Akteur keinen einzigen Zähler mehr hat. Doch beendet werden muss die Partie zielgenau. „Wer zum Schluss einen Punkt hat, kann nicht beenden“, so Kölbl.

Welches Training hinter den Erfolgen der echten Profis steckt, erfuhr Kölbl beim Besuch von Max Hopp vor zwei Jahren. Den Meisterspieler und WM-Teilnehmer hatten die Dartfreunde als Stargast eingeladen. „Der trainiert fünf Stunden jeden Tag“, meint der Hobbyspieler andächtig. „Sogar acht, wenn es auf einen Wettkampf zugeht.“ Serafettin (Sahap) Ayar vom 1. DC Mosbach, der dieses Mal als Titelverteidiger an den Start ging, bringt es auf zwei Stunden. Zeiten, von denen die Cracks im Finkenbachtal nur träumen können.

Der Abteilungsleiter freut sich, dass aus dem ehemaligen Kneipen- ein Hochleistungssport geworden ist. In Ober-Hainbrunn kommen die pfeilschnellen Akteure einmal in der Woche donnerstags in der SV-Sporthalle „just for fun“ zusammen. „Dart-Ligen gibt es erst wieder im Bereich Walldorf oder Darmstadt“, erläutert Kölbl. Das ist dann doch etwas zu weit.

Während im Umkreis eher E-Dart (Automatendart) gespielt wird, setzen die Hainbrunner auf die traditionelle Variante mit Stahlpfeilen, Steeldart genannt. „Das ist der Klassiker wie früher in den Kneipen“, schwört Kölbl auf die ursprüngliche Spielweise. Aber es gibt auch einen ganz profanen finanziellen Grund. Eine Steeldart-Scheibe kostet 45 Euro. Ein Automat, bei dem die Darts eine Spitze aus Kunststoff haben müssen und höchstens 18 Gramm wiegen dürfen, kostet 800 Euro. „Zu viel für einen kleinen Verein wie den unsrigen“, sagt er.

Info: Dart-Begeisterte aus Ober-Hainbrunn und den angrenzenden Orten trafen sich das erste Mal bereits im März 2015, um ihrer Leidenschaft für den pfeilschnellen Sport zu frönen. Im Juni 2016 wurden die Dartfreunde als vierte Abteilung in den SV Ober-Hainbrunn aufgenommen. „Als ehemaliger aktiver Spieler ist mir nicht entgangen, wie diese Sportart in den letzten Jahren boomt“, so SV-Vorsitzender Frank Flachs. 40 Interessierte kamen am Anfang zum Schnuppern, von denen knapp 20 übrig blieben. Die trainieren immer donnerstags ab 19.30 Uhr in der SV-Sporthalle (Neckarstraße, Ober-Hainbrunn). Abteilungsleiter ist Uwe Kölbl. Infos unter E-Mail dartfreunde-hainbrunn@web.de oder http://www.dartfreunde-oberhainbrunn.de.

 

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Hainbrunn Open der Dartfreunde am 16. und 17. Juli: Die deutsche Nummer 1 Max Hopp ist zu Gast

Das Dart-Fieber grassiert in Ober-Hainbrunn. Die Dartfreunde „Double-Trouble“, eine Abteilung des SV, richten am Samstag, 16., und Sonntag, 17. Juli, in der Sporthalle die ersten „Hainbrunn Open“ im Dart aus. Aus organisatorischen Gründen ist die Teilnahme auf 64 Spieler beschränkt. Highlight ist am Sonntag ab 13 Uhr der Besuch von „Maximiser“ Max Hopp, derzeit die Nummer 1 des deutschen Dartsports.

Für alle Interessierten findet die Gruppenauslosung am Freitag, 15. Juli, um 19 Uhr in der Sporthalle Ober-Hainbrunn statt. Start ist dort am Samstag, 16. Juli, um 13 Uhr. Bei allen Partien wird mittels eines Wurfs auf das Bullseye entschieden, wer beginnt. In der Vorrunde stehen sich in acht Gruppen je acht Spieler im System jeder gegen jeden gegenüber. Die ersten vier jeder Gruppe qualifizieren sich für die KO-Runde. Am Samstagabend findet ab etwa 20/21 Uhr eine „Players Party“ mit Barbetrieb und Musik für alle statt. Der Eintritt dazu ist frei.

Am Sonntag, 17. Juli, geht es um 12 Uhr weiter mit Achtel-, Viertel- und Halbfinale sowie dem Endspiel. Der Gewinner erhält zusätzlich zum Preisgeld von 150 Euro den 50 Zentimeter hohen XXL-Wanderpokal. Auch auf den Zweit- und Drittplatzierten warten Geldpreise. Die Viertelfinalisten erhalten Sachpreise. Bei geringerer Beteiligung behält es sich der Veranstalter vor, die Preise anzupassen. Für Speisen und Getränke ist an beiden Tagen bestens gesorgt. Die Startgebühr beträgt 15 Euro inklusive des Events mit Max Hopp am Sonntag. Zeltmöglichkeiten mit Duschen und WC sind nach vorheriger Absprache direkt an der Halle verfügbar.

Sonntags ab etwa 13 Uhr kommt die deutsche Nummer 1 und der amtierende PDC- Juniorenweltmeister, „Maximiser“ Max Hopp, für eine etwa vierstündige Veranstaltung nach Ober-Hainbrunn. Vom 19-Jährigen gibt es alles an Tipps und Tricks rund um den Dartsport zu erfahren – mit Einlagen wie Trickshots, einer Podiumsdiskussion sowie Autogrammstunde. Für gemeldete Spieler ist der Eintritt frei, Zuschauer zahlen am Sonntag fünf Euro.

Max Hopp ist derzeit die Dart-Nummer 1 in Deutschland. Seit 2012 gehört er dem führenden Verband PDC an. Er ist der zweitjüngste Teilnehmer aller Zeiten an einer PDC-Weltmeisterschaft. Aktuell ist er amtierender Juniorenweltmeister. Alle Max-Hopp-Aktionen am Board sowie ein Halbfinale und das Finale werden per Leinwand live in die Halle übertragen. Den Kontakt zum Dart-Crack stellte Abteilungsleiter Uwe Kölbl her. Eine kurze E-Mail genügte – Max Hopp meldete sich prompt und sagte seine Teilnahme an den Hainbrunn Open zu.

Infos und Anmeldung unter E-Mail dartfreunde-hainbrunn@web.de oder http://www.dartfreunde-oberhainbrunn.de