Hausärztliche Gemeinschaftspraxis am Haus Henneböhl als Leuchtturmprojekt

Der Grundstein ist gelegt. In spätestens zwei Jahren soll die hausärztliche Gemeinschaftspraxis an der Seniorenresidenz Haus Henneböhl fertiggestellt sein, sagte Geschäftsführer Michael Vetter. „Unser Ziel ist aber deutlich früher.“ Damit will man die medizinische Versorgung der Bewohner und der Patienten der häuslichen Alten- und Krankenpflege in der Mobilen Pflege Oberzent sicherstellen. Gleichzeitig ist die Praxis auf einer Fläche von 550 Quadratmetern auch für die Bevölkerung frei zugänglich.

Die geplanten Praxisräume sind für fünf Hausärzte in Voll- oder Teilzeitbeschäftigung geeignet. Die Pflegestiftung Odenwald als Träger will sie Ärzten in den ersten beiden Jahren mietfrei und anschließend zu einem attraktiven Preis zur Verfügung stellen. Die Veranstaltung wurde umrahmt von der Blaskapelle Gammelsbach. Gleich zwei Fässer Freibier wurden angestochen, dazu bot das Küchenteam der Seniorenresidenz Verpflegung für die bei ungemütlichem Wetter ausharrenden Besucher.

Annegret Hoffmann vom Vorstand der Pflegestiftung wünschte sich, dass der Bau gelingen möge, in den dann Menschen ein- und ausgehen. Ziel der 2009 gegründeten Stiftung sei es, die ambulante und stationäre Pflege zum Wohl der Bevölkerung zu unterstützen. Es geht darum, „die Versorgung der Patienten und die Qualität der Pflege nachhaltig zu sichern“, sagte sie. Die bauliche Weiterentwicklung geschehe wie auch die Errichtung der Seniorenresidenz „ohne öffentliche Mittel“.

Diese, 2013 errichtet, war mit ihren 106 Plätzen schon drei Jahre später belegt, freute sich Vetter. „Diese Entwicklung ist nicht selbstverständlich.“ Er dankte seinen Mitstreitern bei diesem und beim aktuellen Projekt. Ein freundliches und kompetentes Team sei Basis „für alles, was wir tun“, sagte er. Wie auch Hoffmann hob er hervor, dass man von Anfang an eine generationenübergreifende Begegnungsstätte schaffen wollte. „Das ist hervorragend gelungen.“

Man habe lange auf ein Ärztehaus gewartet, erläuterte Vetter. Denn die hausärztliche Versorgung sei für die Zukunft der Seniorenresidenz sehr wichtig. Nachdem sich in der Stadt nichts tat, schritt man selbst zur Tat. Aktuell hat sich seinen Worten zufolge die ärztliche Versorgung in Oberzent stabilisiert. Vetter zeigte sich überzeugt, „dass unser Standort mit der vorhandenen Infrastruktur der beste in Oberzent ist“. Die vier Behandlungsräume bieten die Möglichkeit, bis zu 3000 Patienten zu betreuen. Damit könne die Praxis „zu einem Leuchtturm in der Region werden“.

Vetter betonte: „Wir wollen kein medizinisches Versorgungszentrum errichten.“ Sollten konkrete Anfragen zur Ansiedlung von Fachärzten kommen, werde man diese prüfen, aber nicht von selbst tätig werden. Die Pflegestiftung habe bisher zehn Millionen Euro ins Haus Henneböhl investiert, so der Geschäftsführer. „Jedes Jahr sind es mindestens weitere 500.000 Euro.“ Bisher gebe es 100 Arbeitsplätze. Mit der geplanten Erweiterung „werden zusätzliche qualifizierte Jobs entstehen“, stellte er in Aussicht.

Denn aktuell läuft ein vorhabenbezogener Bebauungsplan, damit es eine Erweiterung Richtung Krähberger Weg geben kann. Dafür wurden im Vorfeld Grundstücke gekauft, auch um die notwendigen Ausgleichsflächen bereitzuhalten. Insgesamt besitzt die Stiftung in diesem Gebiet nun sechs Hektar Fläche. Im kommenden Frühjahr rechnet der Geschäftsführer mit dem Start.

Bevor es mit Volldampf an die Arztpraxis geht, werden im Untergeschoss des benachbarten Gebäudes acht Büroräume ausgebaut und erhält das Restaurant weitere 15 Sitzplätze. Parallel läuft aber bereits der Erdaushub für das neue Projekt. „Wir kaufen viel Material in den Betrieben vor Ort ein“, kündigte Vetter an. Außerdem werden neben den eigenen Kräften lokale Handwerker mit eingebunden.

Pflegedienstleiterin Angela Scheil hob die Bedeutung der neuen Praxis für die Pflege hervor. „Die Menschen sind oft mehrfach erkrankt“, sagte sie. Die Bedeutung einer Ärzteansiedlung sei früher bei weitem nicht so hoch gewesen.

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