Nach Weihnachten gibt’s in der Kita Himmelsauge einen neuen Krippenraum

Ab Januar gibt es Zuwachs in der Kindertagesstätte Rothenberg. Dann ist der Raum für die neue Krippengruppe fertig umgebaut und wird nach und nach von zehn Pimpfen unter drei Jahren bezogen. „Wir haben gemerkt, dass der Bedarf steigt“, erläutert Leiterin Andrea Koch den Handlungsbedarf. Sie freut sich über die Unterstützung der kommunalen Gremien: Magistrat und Stadtverordnete „sind sehr hinterher“, dass die Betreuung im Vorschulbereich möglichst optimal ist.

Die fünf Leitungen der vier kommunalen und des einen evangelischen Kindergartens machten sich bereits vor zwei Jahren gemeinsam auf den Weg, „um eine gemeinsame Zielrichtung zu erarbeiten“. Es geht laut Koch darum, vieles zu vereinheitlichen, „damit sich die Eltern einen Überblick verschaffen können“. Die Leiterin verdeutlichte, „dass viele der fünf Einrichtungen an ihre Kapazitäten stoßen“. So richteten die kommunale und konfessionelle Kita in Beerfelden jeweils bereits eine neue Krippengruppe ein.

In Rothenberg wird gerade der bisherige Experimentierraum umgebaut, für den ein Ersatz im darüber liegenden ehemaligen Rathaus gefunden wurde. Da die Fläche aber nicht so groß wie ein „regulärer“ Gruppenraum ist, dürfen hier nur maximal zwölf Kinder unter drei Jahren betreut werden. Die kommen dann ab Januar „nach und nach zu uns“. Angeschlossen ist ein kleiner Schlafraum mit Stockbetten. Eine Auffrischung des Außengeländes und eine energetische Sanierung des mehr als 30 Jahre alten Gebäudes sollen in der Zukunft auch angepackt werden.

Wenn es Arbeit gibt, kann das Erzieherinnenteam auf die Unterstützung der Eltern bauen. „Die sind total engagiert“, freut sich Koch. Auf ein Rundschreiben, wer bei der Raumentkernung helfen würde, meldete sich ein Vater, der die Arbeiten mitsamt seiner Firma unentgeltlich übernahm. Auch bei anderen Dingen sind die Eltern immer sofort bereit sich einzubringen, sagt sie. Vierteljährlich gibt es eine Kita-Zeitschrift, wöchentlich wird ein gemeinsames Frühstück organisiert.

Es ist nicht nur der Trend, dass immer mehr jüngere Kinder unter Drei in die Kita gebracht werden, der für Platzmangel sorgt, erläutert Koch. Das trifft mehr oder weniger auf alle Einrichtungen in Oberzent zu. Im Rothenberger Fall kommt noch das große Neubaugebiet hinzu, wo sich nach und nach vor allem junge Familien ansiedeln werden. Bei 42 Bauplätzen, die sukzessive bebaut werden, rechnet die Leiterin für längere Zeit mit einem „Ansturm“.

Für sie ist klar: „Auch auf dem Land wissen junge Mutter eine gute Betreuung zu schätzen.“ In vielen Familien arbeiteten beide Elternteile. Die Großfamilie, in der früher die Großeltern aushalfen, gibt es immer weniger. Koch stellt „gefühlsmäßig“ eine Umkehrung des Landflucht-Trends fest. „Es gibt inzwischen mehr Zu- als Wegzüge.“ Die jungen Familien kehren nach Oberzent zurück, „weil sie die Wohn- und Lebensqualität zu schätzen wissen“. Lieber werden längere Fahrtwege zur Arbeit in Kauf genommen.

Andrea Koch betont, „dass jede Stadt gut beraten ist, diesen Trend zu unterstützen“, und ausreichend Kindergartenplätze zur Verfügung stellt. Dazu gibt es in der Stadt sehr viele Vereine, die bei der Förderung jüngerer Kinder rührig sind. „Ich bin begeistert“, sagt sie. „Das ist der richtige Weg.“ Sie weist auf die „ganz andere Arbeit“ mit den Jüngsten hin. Es geht nicht nur ums Spielen, sondern auch ums Erziehen. Die Qualität hängt „auch mit der personellen Ausstattung zusammen“, macht sie deutlich.

In Rothenberg gibt es nur den Ganztags-Kindergarten bis 15 Uhr und nicht einzelne Zeitblöcke. Die Eltern sind dadurch flexibel, so Koch. Sie können ihre Sprösslinge auch früher abholen, aber ebenso auf berufliche Erfordernisse schnell reagieren und die volle Betreuungszeit nutzen, ohne eine Änderung vornehmen zu müssen. „Das bedeutet für uns weniger Verwaltungsaufwand“, hebt Koch hervor. Das Mittagessen wird von der Finkenbacher Traube geliefert. Nachmittags findet derzeit noch die Betreuung der Rothenberger Grundschüler in der Kita statt.

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Rothenberger Kindertagesstätte „Himmelsauge“ bekommt neue Waschräume und Küche – Viel Eigenleistung und Geldspende der Eltern

Mit viel Eigenleistung, Spenden, einer Landesförderung und Mitteln der Gemeinde sind Küche und Waschräume der Kindertagestagesstätte „Himmelsauge“ jetzt wieder auf dem neusten Stand. 70.000 Euro kosteten die Maßnahmen zusammen – ohne kräftige Unterstützung und eine Zuwendung der Eltern hätte die Summe aber trotzdem nicht ausgereicht. Kita-Leiterin Andrea Koch hofft, dass diese Sanierungen der Start für umfangreichere Maßnahmen im kommenden Jahr sind.

Elisa, Lias, Zana, Johanna, Tabea und Lorenzo macht das Gemüseschnippeln unter der Anleitung von Ruth Diener und Anja Heckmann an diesem Tag so richtig Spaß. Denn um die sechs Kinder herum blitzt und glänzt es von den beiden Küchenzeilen her. Die sind komplett neu und wurden von der Hirschhorner Firma Küchen Mathes dort eingebaut. Vorhandene Geräte wurden laut Koch zum Teil noch verwendet, aber es kamen auch zwei Kochplatten und eine Arbeitsplatte – speziell für die Kleinen – und eine Mikrowelle hinzu. Außerdem hat sich die Küche quasi „verdoppelt“. Vorher war es nur eine Zeile, jetzt sind es zwei.

„Die Ernährung ist in der Kita ein Schwerpunktthema“, erläutert Andrea Koch. Beim Gemüse schaue man darauf, dass immer frische regionale Produkte verwendet würden. Einmal in der Woche würden diese gekauft und dann direkt verarbeitet. Zwischenzeitlich bekomme die Kita ihr Essen auch von der Finkenbacher „Traube“ geliefert. Immer mittwochs sorgen die Eltern für ein gesundes Frühstück. Seit etlichen Jahren wird das Bistro von ihnen „völlig selbständig organisiert“, freut sich die Leiterin. Angeboten werden dort unter anderem frisches Obst und Gemüse.

Die alte Küche, so Koch, „war in die Jahre gekommen“ und hatte wie die Kita „Himmelsauge“ auch knapp drei Jahrzehnte auf dem Buckel. Der Rothenberger Bauhof packte mit an, sie zu entsorgen und den Raum zu entkernen, damit die neuen Strom- und Wasserleitungen für die zweite Zeile installiert werden konnten. Das alles hätte aber nicht funktioniert, wenn nicht die neuen Waschräume preislich günstiger geworden wären und die Eltern eine ansehnliche Spende von 3000 Euro zum Küchen-Gesamtpreis von 10.000 Euro draufgelegt hätten.

Somit, ergänzte Bürgermeister Hans Heinz Keursten, habe man zum ursprünglich veranschlagten Preis von 70.000 Euro allein für die Waschräume auch noch eine neue Küche erhalten. „Keine zwei Monate“, so die Himmelsauge-Leiterin, dauerte es, bis die Sanitäreinrichtungen auf dem neusten Stand der Technik und Hygieneanforderungen waren. Zu verdanken war dies zu einem Gutteil der gewaltigen Eigenleistung von Eltern, Opas und auch angehenden Kindergarten-Eltern.

Die nahmen sich den alten Raum kräftig zur Brust. 15 Mann hoch rückten die Trupps an, um den Raum zu entkernen. „Es war total schön, wie viele Rückmeldungen kamen“, freut sich die Leiterin jedes Mal, wenn sie auf die große Unterstützung im Ort zählen kann. Sogar die Farbe sei gespendet worden, fügt sie hinzu. Zu den Kosten für den Umbau steuerte auch das Land Hessen aus einer Fördertopf Mittel bei.

Die neuen Waschräume genügten nicht nur den aktuellen Standards, sondern hätten auch einige Verbesserungen, erklärt Koch: so Türen mit Fingerschutz, eine Wickelauflage mit Treppe für die Kinder oder eigene Boxen, die von den Eltern mit Hygieneartikeln befüllt würden. Auch seien die Toiletten so eingebaut worden, dass nun eine Reinigung viel leichter möglich sei.

Für Andrea Koch ist die gute Ausstattung der Kita auch eine grundsätzliche Frage. Und zwar nicht nur räumlich, sondern ebenso personell. Aktuell werden 42 Kinder betreut, nachmittags noch einmal sechs Schulkinder. Ab Januar lägen ihr zehn Kleinkind-Anmeldungen vor. Doch: „Ich kann nicht alle aufnehmen, weil mir Personal fehlt“, bedauert Koch. Das neue Kinderförderungsgesetz fordere einen höheren Betreuungsschlüssel, den man aktuell nicht erbringen könne. Da sei, sagt sie, die Gemeinde gefordert aufzustocken.

„Wir brauchen in Rothenberg eine zuverlässige Betreuung“, macht die Leiterin deutlich, dass ihrer Meinung nach daran ebenfalls die Zukunft der Gemeinde hängt. Um junge Familien an den Ort zu binden, müssten ihnen Kindergartenplätze in ausreichender Zahl zur Verfügung gestellt werden. Denn in der Regel pendelten diese zur Arbeit sowieso nach auswärts – und ohne zielgerichtete Kinderbetreuung werde Rothenberg auch als Wohnort uninteressanter.