Schnelles Internet für Hirschhorn und Neckarsteinach

Mit zahlreichen Vertretern aus Politik und Wirtschaft erfolgte Ende Juni vergangenen Jahres im Hirschhorner Stadtteil Igelsbach der erste symbolische Spatenstich zum Ausbau des Breitbandnetzes im Neckartal, um die beiden südlichsten Städte in der Wirtschaftsregion Bergstraße mit flächendeckendem schnellen Internet mit bis zu 50 Megabit pro Sekunde mittels Glasfasernetzverlegung zu versorgen.

Bei schönstem Sonnenschein fand nun die offizielle Inbetriebnahme des Breitbandnetzes mit Staatssekretär Mathias Samson, Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung (HMWEVL), auf dem Marktplatz in Hirschhorn statt. Weitere Grußworte sprachen Bürgermeister Oliver Berthold, Stadt Hirschhorn, Bürgermeister Herold Pfeifer, Stadt Neckarsteinach, Landrat Christian Engelhardt, Aufsichtsratsvorsitzender der Wirtschaftsregion Bergstraße / Wirtschaftsförderung Bergstraße GmbH (WFB), Dr. Matthias Zürker, Geschäftsführer der WFB und Simone Remdisch, Regio Managerin der Telekom Deutschland GmbH sowie Hans Howorka, Fachreferent Planen und Bauen der Telekom Technik GmbH.

Weitere Teilnehmer an der Veranstaltung waren: Birgit Heitland, Nachfolgerin von Peter Stephan als Mitglied des hessischen Landtages, Georg Matzner, Referatsleiter im HMWEVL, Wolfram Koch, Leiter des Breitbandbüros des Landes Hessen, Hessen Trade & Invest GmbH, Erster Stadtrat Karlheinz Happes, Stadt Hirschhorn, Stadtrat Willi Dreher, Stadt Hirschhorn, Stadtverordnetenvorsteher Harald Heiß, Stadt Hirschhorn, Stadtverordnetenvorsteherin Eva Schückler, Stadt Neckarsteinach, Dagmar Cohrs, stellvertretende Geschäftsführerin und Leiterin Kommunalbetreuung der WFB, Berthold Passlack, Regionaler Breitbandberater bei der WFB und weitere am Projekt Beteiligte.

Die heutige Inbetriebnahme des Breitbandnetzes ist ein wichtiger Grundstein, um uns für die Zukunft fit zu machen, betonte Bürgermeister Berthold. Eine schnelle Verbindung zum Internet sei für das tägliche Leben grundlegend, denn es ermögliche beispielsweise Zugang zu Wissen und sei für auch die Arbeit der Firmen unabdingbar. Es erfüllt uns mit Stolz, dass wir das Vorhaben in so kurzer Zeit realisiert haben“, so der Bürgermeister.

Bürgermeister Pfeifer blickte zurück auf die Anfänge des Projekts und erinnerte an den Beschluss der Stadtverordnetenversammlung in Neckarsteinach im Jahr 2014, nach dem die Bürgerinnen und Bürger flächendeckende Breitbandinfrastruktur bis 2017 erhalten sollten. Ab jetzt sind wir schnell auf der Datenautobahn unterwegs, so der Rathauschef, der ebenso das Engagement und die Unterstützung der WFB bei der Realisierung des Vorhabens unterstrich. Das gesamte Neckartal ist dadurch noch attraktiver geworden, schloss er.

„Dass ab heute rund 4.000 Haushalte schnelles Internet von bis zu 50 Megabit pro Sekunde nutzen können, ist ein großer Erfolg vieler Beteiligter, sagte Hessens Wirtschaftsstaatssekretär Samson. Einen erheblichen finanziellen Beitrag leisten die Kommunen; das Land Hessen und der Bund unterstützen sie dabei mit 578.000 Euro. Das tun wir, weil leistungsfähige Datenverbindungen entscheidende Standortfaktoren sind. Mit 78,3 Prozent haben fast vier von fünf hessischen Haushalten die Möglichkeit auf einen Breitbandanschluss von 50 MBit/s oder mehr; wir sind damit eins der am besten erschlossenen Flächenländer. 

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KFA: Alles läuft auf eine erneute Verfassungsklage hinaus

So langsam verlieren die Kontrahenten ihre „Contenance“. Das mühsame und bisher vergebliche Bohren an einer Änderung des kommunalen Finanzausgleichs hinterlässt Spuren bei den betroffenen Bürgermeistern. Die hessische Landesregierung empfinden sie quasi als „beratungsresistent“. Deshalb zeichnet sich langsam aber sicher bei den Kommunalpolitikern eine Tendenz zum zivilen Ungehorsam ab – zusammen mit einer verbalen Aufrüstung. Zu beobachten beim Besuch des SPD-Landratskandidaten Gerald Kummer in Hirschhorn. Thema seines gut besuchten Vortrags auf Einladung der SPD Hirschhorn: eben jener besagte kommunale Finanzausgleich (KFA).

Wie sehr KFA und Schutzschirm auf den Nägeln brennen, zeigte sich auch daran, dass neben den beiden Bürgermeistern Rainer Sens und Herold Pfeifer auch der 1. Stadtrat aus Hirschhorn, Karl-Heinz Happes, und der Neckarsteinacher Stadtverordnetenvorsteher Ralf Kern der Einladung gefolgt waren. Moderiert wurde die Veranstaltung von der früheren Hirschhorner Bürgermeisterin und jetzigen SPD-Kreistagsabgeordneten Ute Stenger.

Die gab auch die Marschrichtung vor: Das Agieren der Landesregierung nach dem Alsfeld-Urteil wertete sie als „Mängelverwaltung“. Die Gemeinden müssten sich „richtig handfest wehren“. Da sämtliche Proteste aus den Städten und Gemeinden in Wiesbaden verpufften, „bleibt nichts anderes übrig, als eine Sammelklage anzustreben“, so Stenger. Ihr pflichtete Kummer bei: Die Verweigerung nach oben, aber gleichzeitig auch die Solidarität unter dem Kommunen „ist der letzte Weg“. Und natürlich ein entsprechendes Kreuzchen bei der Wahl, so Kummer augenzwinkernd.

Denn die Landesregierung schaue sehr genau auf den Ausgang der Landratswahl am 22. März. Deshalb gelte es die Bürger dafür zu sensibilisieren, dass auch sie es in der Hand hätten, wie es in Zukunft um die örtlichen Steuern und Gebühren bestellt sei. Deren Anhebung werde von oben verordnet, sei es durch Schutzschirm oder durch Erlass, machte Hirschhorns Rathauschef Sens deutlich. Das sei eine „politische Erpressung“, die in anderen Branchen als Straftat gewertet würde.

Überhaupt nahm der Bürgermeister kein Blatt vor den Mund: Schwarze Null und Schuldenbremse auf Bundes- und Landesebene sind für ihn eine „Scheinsanierungspolitik“. Denn ganz unten, in den Gemeinden, gäbe es deswegen einen (investitions-)Schuldenaufbau in Form von Schlaglöchern oder verfallenden städtischen Gebäuden (etwa das „museale“ Bürgerhaus von 1972, wie es Sens nannte). Beim horizontalen Finanzausgleich im Rahmen des KFA werde versucht, die Kommunen gegeneinander auszuspielen: Für Sens eine „fiese Masche“.

Sein Neckarsteinacher Kollege Pfeifer machte Werbung für die Webseite der Vereinigung zur Rettung der kommunalen Selbstverwaltung, auf der sich Kommunalpolitiker als Unterstützer eintragen lassen könnten (beide Rathauschefs des hessischen Neckartals sind schon dabei, unter anderem auch Jürgen Kaltwasser aus Lautertal) und die wichtige Hintergrund-Infos gebe.

Gerald Kummer machte mit Rückgriff auf die hessische Verfassung deutlich, dass seiner Meinung nach derzeit einiges faul ist im Staate Hessen. Denn in Paragraph 137 stehe: „Der Staat hat den Gemeinden und Gemeindeverbänden die zur Durchführung ihrer eigenen und der übertragenen Aufgaben erforderlichen Geldmittel im Wege des Lasten- und Finanzausgleichs zu sichern. Er stellt ihnen für ihre freiwillige öffentliche Tätigkeit in eigener Verantwortung zu verwaltende Einnahmequellen zur Verfügung.“ Anspruch und Wirklichkeit drifteten allerdings stark auseinander.

Den KFA charakterisierte der Kandidat als eines der wichtigsten Themen „mit Blick auf das Überleben der Städte und Gemeinden“. Nachdem das Land ab 2011 den Kommunen jährlich 350 Millionen Euro entzogen habe, hätten sich alle „nach dem Alsfeld-Urteil gefreut“. Doch zu früh. Denn die dort geforderte Bedarfsermittlung habe sich als reine Augenwischerei herausgestellt. Die endgültige KFA-Summe sei bereits im Haushalt eingestellt gewesen, bevor der Bedarf überhaupt klar war. Somit wurde alles laut Kummer „passend gerechnet“.

Der SPD-Kandidat lässt das Argument nicht gelten, das Land habe selbst kein Geld. „Es ergreift auch keine Initiative, um mehr Mittel zu bekommen“, kritisiert er. Es gebe keine Bundesrats-Initiativen zur Erhöhung des Spitzensteuersatzes oder der Wiedereinführung der Vermögenssteuer. Der horizontale Finanzausgleich, nämlich dass „reichere“ Kommunen in den Gesamt-Topf einzahlen sollten, ist für ihn eine Mogelpackung. Die Landesregierung praktiziere hier genau das, wogegen sie beim Länderfinanzausgleich zu Felde ziehe. Gerald Kummer kommt sich vor diesem Hintergrund manchmal „ziemlich veräppelt vor“.

Es sei „frech“ zu behaupten, die Gemeinden könnten nicht mit Geld umgehen, wenn in 15 Jahren CDU-Regierung die Landesschulden von 15 auf 42 Milliarden Euro gestiegen seien. Freiwillige Ausgaben etwa im Kreishaushalt lägen im Prozentbereich. Und die in der Verfassung genannten freiwilligen Einnahmequellen wie Grund- oder Gewerbesteuer müssten die Kommunen für die Erfüllung von Pflichtaufgaben verwenden – „ein Widerspruch zur Verfassung“. Bei einer KFA-Verabschiedung in dieser Form „muss wieder der Klageweg beschritten werden“, ist Kummer sicher.

Vor dem Referat ließ sich Kummer im Feuerwehrgerätehaus von Stadtbrandinspektor Marco Albert und dessen Stellvertreter Josef Beisel über die Anliegen der hiesigen Feuerwehr informieren. Albert hob vor allem darauf ab, dass man beim Kreis oft nicht wisse, dass Hirschhorn und Neckarsteinach überhaupt noch zu Hessen und zum Kreis Bergstraße gehörten. „Im Heppenheimer Stabsbunker fehlte auf der Kreis-Karte das hessische Neckartal“, so Albert. Oder: Beim Digitalfunk sei Hirschhorn dem Odenwaldkreis zugeordnet worden.

Weiteres Problem: Sondereinsatzwagen gebe es nur in den Ballungsräumen, Hirschhorn müsse sich deswegen mit der Drehleiter aus dem badischen Eberbach behelfen, weil die aus Bensheim nicht rechtzeitig vor Ort wäre. „Am Anfang lacht man noch darüber, aber auf Dauer nervt es“, meinte Albert. Sein Wunsch an einen neuen Landrat: Der Kreisbrandinspektor solle in Zukunft „mehr zu sagen haben“. Ihm und nicht dem Eigenbetrieb Rettungsdienste solle die Leitstelle im Kreis untergeordnet werden.

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Eberbacher wurde ins Gleisbett gestoßen – Schwere Rückenverletzungen

Sehr unschönes Ende des großen Faschingsumzugs in Hirschhorn: Wie der Bundespolizei in Frankfurt erst gestern bekannt wurde, sollen Unbekannte am vergangenen Sonntag kurz nach 22 Uhr, nach Abschluss der Party auf dem Freien Platz, am Bahnhof Hirschhorn einen 48-jährigen Eberbacher ins Gleisbett gestoßen haben. Durch den Sturz erlitt der Mann laut Polizei so schwere Rückenverletzungen, dass er mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus Eberbach gebracht werden musste. Aufgrund der Schwere seiner Verletzungen kann der Polizei zufolge zurzeit eine dauerhafte Lähmung nicht ausgeschlossen werden. Zwischenzeitlich wurde der 48-Jährige in ein anderes Krankenhaus zur Weiterbehandlung verlegt, heißt es. Die Täter hatten ihr Opfer offenbar hilflos in den Gleisen liegen lassen und waren vom Bahnhof geflüchtet, so die Polizei. Nach bisherigen Erkenntnissen der Bundespolizei sollen zwei unbekannte Frauen den Mann noch vor der Einfahrt des Regionalzugs Richtung Eberbach gegen 22.15 Uhr aus dem Gleis gezogen haben. Die näheren Umstände des Vorfalles sind derzeit noch nicht bekannt. Zu den laufenden Ermittlungen wegen Körperverletzung sucht die Bundespolizei nach Zeugen. Insbesondere die zwei Frauen, welche den Verletzten aus dem Gleisbereich bei Gleis 1 gezogen haben, werden dringend gebeten, sich unter Telefon 069/130 145 1103 bei der Bundespolizei Frankfurt zu melden. Auch die Hirschhorner Polizei nimmt Hinweise entgegen.

Baumfällungen rund um Sängerhalle und Spielplatz

Rund um Sängerhalle und Spielplatz in Igelsbach mussten vor ein paar Tagen über 20 Bäume weichen. Laut Ronny Kolb, dem stellvertretenden Leiter des Forstamts Beerfelden, eine notwendige Verkehrssicherungsmaßnahme, zu der Hessen Forst verpflichtet sei. Auch mit Blick auf die angrenzenden Wohnhäuser. Einige Bäume seien von den Schneemassen Ende Dezember umgedrückt worden, andere waren faul und ein paar weitere wurden von der Stadt Hirschhorn „in Auftrag“ gegeben, um am Spielplatz für Sicherheit zu sorgen.

„Wir beobachten alles akribisch“, so Kolb, ein- bis zweimal im Jahr würden die jeweiligen Stellen in Augenschein genommen. Sei eine „akute Gefährdung“ zu erkennen, handle man in Zusammenarbeit mit einer Fachfirma so zeitnah wie möglich. Er ist sehr zufrieden mit dem Verlauf der Fällaktion. „Es ist nicht einfach, tonnenschwere Bäume in der Nähe von Häusern zu entfernen“, sagt Kolb. Gerade solche mit ausladenden Kronen seien schwer handzuhaben.

Das gefällte Holz wird laut Ronny Kolb an einen Unternehmer abgegeben, das Kronenmaterial gehe an die Bevölkerung zur Selbstverwertung. So versuche man, die Kosten zumindest ein bisschen gegenzufinanzieren, auch wenn dies aufgrund der schwierigen und damit aufwendigen Arbeit nicht in Gänze möglich sei. Er rechnet damit, dass in ein bis zwei Monaten der gesamte Einschlag verschwunden sein wird.

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Als Landrat für die Anliegen der Bürger da

Neckarsteinach/Hirschhorn. „Mittendrin“ ist ein Teil des von der CDU Bergstraße für Christian Engelhardt gewählten Wahlslogans „Modern. Menschlich. Mittendrin.“ Doch für den Landratskandidaten ist „Mittendrin“ nicht nur ein Wort, sondern Teil seiner Philosophie. Und darum stand er vor kurzem den interessierten Bürgern Neckarsteinachs und Hirschhorns zwei Stunden lang Rede und Antwort. Zunächst stellte sich Engelhardt vor und kam dann auf seine Konzepte und Visionen zu sprechen, die er im Falle seiner Wahl zum Landrat gerne angehen würde.

Für Christian Engelhardt ist Schule und Bildung „das zentrale Thema unserer Zukunft“. Aufgabe der Bildungseinrichtungen müsse es sein, einerseits Exzellenz für die innovationsgestützte Wirtschaft zu schaffen, andererseits aber auch dafür zu sorgen, dass kein Kind auf der Strecke bleibe. „Hier kann der Landkreis einiges tun“, so Engelhardt.

Konkret sprach er sich für eine zuverlässige und flexible Kinderbetreuung aus. So will der CDU-Kandidat die Idee des „Pakts für den Nachmittag“ weiter vorantreiben. Ziel sei ein Landkreis, in dem überall und zuverlässig die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bestmöglich gewährleistet werde. In Bezug auf das Thema Inklusion sei es wichtig zu lernen, dass Menschen unterschiedlich seien, aber jeder den gleichen Wert habe. Das sei es auch, was er mit dem Wort „menschlich“ verbinde. Um das Ziel zu erreichen, müssten an den Schulen die notwendigen Umbaumaßnahmen eingeleitet und die Lehrer weitergebildet werden.

Als „moderner“ Landrat wolle er gemeinsam mit den Gemeinden dafür sorgen, dass nicht nur der flächendeckende Breitbandausbau im Landkreis abgeschlossen werde, sondern auch in Ortszentren sowie an besonderen touristischen Gebieten so genannte „Wlan-Hotspots“ geschaffen werden, mit denen man mobil im Internet surfen kann. Ebenfalls „modern“ ist seine Idee, im ländlichen Raum Anrufsammeltaxis, Rufbusse und  weitere bedarfsorientierte und flexible Angebote in die Fahrpläne zu integrieren und so den ÖPNV zu stärken.

Zur finanziellen Ausstattung der Kommunen lautete Engelhardt Kernbotschaft – als derzeitiger Direktor des Landkreistages und damit Verfechter der Interessen der Landkreise: „Die oberen Ebenen müssen die Kommunen und Kreise finanziell so ausstatten, dass diese ihre Aufgaben erfüllen können.“ Dies stieß bei den Neckarsteinachern und Hirschhornern auf breite Zustimmung. Im Anschluss hatten die Bürger die Möglichkeit, dem Kandidaten Fragen zu stellen.

Dabei ging es beispielsweise um die Unterbringung der Flüchtlinge, aber auch um lokale Fragen wie dem Verkehr auf der Hauptstraße, der B37.  Engelhardt erläuterte seine Sichtweise und unterstrich, dass er eine Lösung der Verkehrsproblems (Thema Umgehung) gerne mit ganzer Kraft unterstützen werde. Er sagte zu, auch zukünftig – falls er der neue Landrat sein werde – direkt für die Anliegen der Bürger ansprechbar zu sein. Es sei die große Chance der Kommunalpolitik, dass man nah am Menschen sei. Kommunale Selbstverwaltung sei eben „mittendrin“ und das wolle er sein.

Kleine Narren gingen beim Fasching auf Kreuzfahrt

Vollbesetzt wie immer war der Hirschhorner Bürgersaal, als dort der Kindermaskenball der Hirschhorner Ritter stattfand. Pünktlich um 14.31 Uhr öffnete sich der Bühnenvorhang. Das Kindermaskenballteam Matrosin Steffi und Piratin Ronja begrüßte viele schön und phantasievoll kostümierte Kinder sowie deren Eltern und Großeltern. Matrosin Steffi fand ihr Schiff nicht mehr und traf zufällig auf Piratin Ronja, die sie mitfahren ließ. Der erste Stopp war im Orient, wo sie sich die Bauchtänzer der „Wonneproppen“ (Kindergruppe der Ritter) ansahen, die sich in die Herzen der Zuschauer tanzten. Danach marschierte die Minigarde auf die Bühne. Diese zeigte ihren schmissigen und perfekten Gardetanz. Als Steffi die Segel hissen sollte und es nicht schaffte, holte die Piratin die Fahnenschwinger und Trommler auf die Bühne, die ihr vormachten, wie es geht.

Danach wirbelten die fünf Tanzmariechen und das Tanzpaar des Solistenblocks mit viel Akrobatik über die Bühne. Den nächsten Halt machten beide im grünen Hafen, um nach Steffis Schiff zu sehen aber als sie sich den Hafen genau ansahen, entdeckten sie die „Rasselbande“. Diese begeisterte alle Seeleute mit ihrem atemberaubenden Gardetanz, bei dem Röckchen und Beine gleichmäßig hochflogen. Zusammen mit dem Showblock ging es danach auf die „Titanic“. Den letzten Stopp machten beide auf der Prinzenpaarinsel, auf der als Highlight des Nachmittags das Prinzenpaar Rosi I. und Joachim I. mit Funkenmariechen Corinna Denner und der Minigarde durch den Saal auf die Bühne zogen.

Zusammen mit allen kleinen und großen Narren im Saal spielten, tanzten und lachten sie den ganzen Nachmittag. Es gab eine Tanzrunde, bei der sich die Kinder mit ihrer Lieblichkeit Rosi I. und Prinz Joachim I. austoben konnten. Bei fetziger Livemusik der „King Brothers“ war die Stimmung im Saal bald auf dem Höhepunkt. Das Kindermaskenballteam hatte sich noch viele lustige Spiele ausgedacht wie einen „Hula-Hup-Reifen-Wettbewerb“, die „Reise nach Jerusalem“ „Butterbrot, Sandwich, Bic Mac“, eine „Löwenjagd“ und Tauziehen. Nach einem vierstündigen Programm mussten alle schweren Herzens den Heimweg antreten. (Bilder: Hirschhorner Ritter)

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Langbein-Sammlung wird „regionales Kulturerbe“

Hirschhorn. Die Langbein-Sammlung wird als „regionales Kulturerbe“ ausgezeichnet: Durch eine Kommission des Kreises Bergstraße, die vergangenen Herbst im Langbeinmuseum tagte und von der Ausstellung sehr angetan war, wird die Sammlung als besonderes Kulturgut des Kreises Bergstraße gewürdigt. Die Preis-Übergabe erfolgt beim Neujahrsempfang der Stadt an diesem Freitag, 23. Januar, um 19 Uhr in der Turnhalle der Neckartalschule. Dies wurde bei der Jahreshauptversammlung des Freundeskreises Langbein’sche Sammlung und Heimatmuseum Hirschhorn mitgeteilt. Um die Verleihung zu feiern und die Sammlung in der Stadt noch bekannter zu machen, wird das Museum am Sonntag, 1. Februar, von 11 bis 17 Uhr außer der Reihe geöffnet sein. Ein kleines Programm für die Besucher ist geplant.

Zur Jahreshauptversammlung begrüßte der Vorsitzende Ulrich Spiegelberg eine ansehnliche Zahl an Mitgliedern. Er gab einen Rückblick auf die Ereignisse 2014. Der Verein habe 50 Mitglieder, vier traten im vergangenen Jahr ein. Zu den Vereinsaktivitäten gehörte die weitere Überführung des Magazinbestandes ins neue Magazin – vornehmlich der geologischen Sammlung. Guten Anklang fand der Museumsausflug nach Mauer mit Besuch der Fundstätte des homo heidelbergensis sowie des dortigen urgeschichtlichen Museums. Spiegelberg erinnerte daneben an Karl Korner, den Gründer, langjährigen Vorsitzenden und Ehrenmitglied des Vereins, der 2014 auf tragische Weise ums Leben kam.

Im Langbein-Museum fand eine Ausstellungsserie von Ludwig Schmeisser mit guter Resonanz statt – „Reisebilder-Bilderreise“ mit Soireen, Gesprächen und Sonderführungen. Ebenso stießen der Museumskaffee am 1. Advent und die Weihnachtsausstellung (mit Objekten aus der Sammlung Belzner, Hirschhorn) auf viel Widerhall. Im Rahmen der Adventsfensteraktion war von der Stadt der Ausstellungsraum des Museums als Startpunkt ausgewählt worden, so dass damit ein gern genutztes zusätzliches Angebot bestand. Gut angenommen wurde auch der Ferienspieltag im Museum, an dem Hirschhorner Kinder dessen Attraktionen erkunden konnten.

Die Audioguidespuren wurden mit der Aufnahme der „Kinderspur“ vervollständigt, gesprochen mit viel Begeisterung von den Hirschhorner Kindern. Auch wurden die alten Audioguides durch bediensichere Geräte ersetzt. Spiegelbergs Dank galt allen engagierten Mitgliedern. Zusammen mit der Firma Museumsreif wurde ein Flyer erstellt und vom Verein finanziert, ein wichtiger Bestandteil im Museumsmarketing. Im Folgenden wurden die Ausstellungsvorhaben 2015 besprochen. Laut Spiegelberg wird die Vortragsreihe im Frühjahr wieder aufgenommen mit einem Vortrag zur Geschichte der Hirschhorner Steinbrüche vom Eberbacher Hans Klinge. Geplant ist auch eine Museumsfahrt ins neu eröffnete und gestaltete Museum in Viernheim.

Es folgten die Vorstandswahlen. Neben langjährigen Vorstandsmitgliedern kamen auch „neue Gesichter“ hinzu. Somit ist der Vorstand bestens gerüstet, auch künftig das Langbeinmuseum im Geiste Carl Langbeins zu erhalten, weiter zu entwickeln und zu beleben. Gewählt wurden: Ulrich Spiegelberg (Vorsitzender), Peter Rossmann (zweiter Vorsitzender), Jürgen Waibel (Schatzmeister), Monika Hofmann (Schriftführerin) und als Beisitzer E. Christoffers, R. Rossmann, A. Weber, W. Geyer, B. Meschede, W. Schuler und G. Wagner. Das private Bild zeigt den neuen Vorstand.