„Purple Rising“ erweckt im Hüttenwerk Michelstadt Deep Purple zum Leben

Als wäre die Zeit stehen geblieben: So muss es vor 45 oder 50 Jahren geklungen haben, als die britische Hardrockband Deep Purple in wechselnden Besetzungen eines ihrer legendären Konzerte gab. „Mark II“ ist dabei die Formation, die sich am ehesten ins Gedächtnis eingebrannt hat, da der Fünfer so legendäre Songs wie „Smoke on the Water“, „Child in Time“, „Lazy“ oder „Space Truckin‘“ komponierte. Aber auch Mark III mit „Burn“ oder „Mistreated“ kommt zu seinem Recht.

Satt wummert der Bass von Roger Glover aus den Marshall-Boxen, majestätisch thront die Hammond-Orgel von Jon Lord über den Songs, filigran reiht sich Ritchie Blackmores Gitarrenspiel ein, in schnellem Rhythmus halten die Drums von Ian Paice den Takt, während sich Ian Gillan die Seele aus dem Leib singt und schreit. Mit einem Unterschied: Es stehen nicht die Deep Purple von 1972 wie bei „Made in Japan“ auf der Bühne des Hüttenwerks, sondern mit „Purple Rising“ eine Coverband, die die Hits von damals auf der Bühne frisch und fetzig spielt – einfach perfekt.

Dominik Stotzem (Bass), Andreas König (Hammondorgel, Keyboards), Patrick Sühl (Vocals), Stefan Deissler (Drums) und Reik Muhs (Gitarre) erschaffen im Hüttenwerk Michelstadt eine perfekte Illusion früherer Jahre. Enthusiastisch, exzessiv, ausufernd, nicht enden wollend, auf den Punkt genau werden die alten Kracher von der fünfköpfigen Band förmlich zelebriert, die Spielfreude kommt in jedem Ton rüber. Die Reminiszenz ist quasi total.

Es stimmt alles, von den Handbewegungen, dem affektierten Gehabe über die Kleidung und den Haaren bis hin zu den diversen Instrumenten. Reik Muhs imitiert den Meister auf den sechs Saiten, Ritchie Blackmore, beinahe schon so perfekt, dass es unheimlich ist. Selbst die Frisur aus den 70ern stimmt. Mit der Fender Stratocaster-Gitarre ergibt das inklusive stimmiger Bewegungen, den typischen Posen und dem virtuosen Spiel ein Gesamtbild, wie es besser nicht sein könnte.

Richtig (unheimlich) authentisch wird es, wenn er sich mit Andreas König an Hammond-Orgel und Keyboards immer wieder die legendären musikalischen Duelle liefert. „Highway Star“, „Space Truckin‘“ oder „Black Night“ sind solche Klassiker, die inklusive der eingestreuten Soli überhaupt nicht mehr enden wollen.

Wie König den nicht mehr unter uns weilenden Jon Lord gibt, ist ebenfalls ein Hingucker für sich. Seine Hammond-Orgel hat schon 63 Jahre auf dem Buckel und ist bei jedem Aufbau „eine Riesen-Plackerei“. Aber der Sound! Der ist unvergleichlich und legt quasi sofort den Schalter um – das legendäre Live-Album „Made in Japan“ lässt grüßen. Dazu noch die Leslie-Verstärker, nur wenig jünger als das Instrument. Auch Jon Lords Fingerzeige hat sein Epigone bis ins kleinste Detail drauf.

Dominik Stotzem am Bass hat eher was vom zappeligen und nie still stehenden Ausnahmekünstler Glenn Hughes. Er ist eindeutig der Partymacher in der Band, animiert das Publikum ein ums andere Mal erfolgreich zum Mitmachen und Mitsingen, ist wie ein Irrwisch auf der Bühne unterwegs und hat einfach den puren Groove im Blut.

Sänger Patrick Sühl darf sich gleich an vier Vorgängern abarbeiten und macht seine Sache sehr gut. Rod Evans stand bei „Hush“ und „April“ am Mikro, mit dem Deep Purple 1968 die ersten großen Erfolge feierte. Und dann natürlich Ian Gillan vom klassischen Mark II-Line-up, den Sühl sehr gut draufhat. „Child in Time“ etwa oder „Smoke on the Water“ klingen mit geschlossenen Augen wie vor mehr als 45 Jahren. Mit „Stormbringer“ lieferte David Coverdale ein Glanzstück ab. Etwas schwerer tut er sich mit dem Gesang von Glenn Hughes oder auch Joe Lynn Turner, wenn mit „Fortuneteller“ ein Rainbow-Stück eingestreut wird.

„Catch the Rainbow“ am Schluss, bei dem der vor einigen Jahren verstorbene Ronnie James Dio am Mikro stand, ist ein besonderes Schmankerl. Wie auch „Halleluja“, der erste Song der Mark II-Besetzung, oder das Concerto von Jon Lord, bei dem dieser wegbereitend eine Rockband zusammen mit einem klassischen Orchester auftreten ließ. Der Jubel der Besucher kennt keine Grenzen, die Band wird enthusiastisch gefeiert.

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„Coversnake“ zelebriert im Hüttenwerk Michelstadt das Wirken von David Coverdale

Der Mann hat den Blues in der Stimme. Wenn Emmo Acar anfängt, mit seiner Band „Coversnake“ einen auf David Coverdale zu machen, dann ist es, als stünde der Deep Purple- und Whitesnake-Sänger selbst auf der Bühne. Mit viel Power, groovend, bluesig, rockig und in den höchsten Tönen nähert sich der Voice-of-Germany-Teilnehmer von 2015 dem Rockshouter ganz, ganz nahe, hat dazu noch die richtigen Bewegungen und das zweideutige Spiel mit dem Mikro-Ständer perfekt darauf.

Wer vor der Zugabe noch gemeint hatte, besser geht nicht mehr, den belehrten zwei weitere Songs von „Coversnake“ eines Besseren. Die Whitesnake-Epigonen hatten bereits zuvor eineinhalb Stunden lang das Wirken von David Coverdale im Hüttenwerk perfekt inszeniert und die größten Perlen aus dessen 45-jähriger Musikgeschichte zelebriert. Da saßen die Töne, gab es krachende Soli, eindrucksvolle Rocker-Posen, 70er-Jahre-Look, klassische 80er-Jahre-Hardrock-Frisuren und lange Haarmähnen zu sehen.

Schon als die ersten Töne von „Mistreated“ als Zugabe erklingen, kennt die Begeisterung keine Grenzen. Acar gibt alles, geht an seine höchsten Ton-Grenzen, kann das ganze Volumen seiner klangvollen Stimme ausschöpfen. Es ist, wie wenn die Zeit vor 44 Jahren stehengeblieben wäre, als das legendäre Deep-Purple-Album „Burn“ mit der Mark III-Besetzung herauskam, auf dem auch dieser Song mit Coverdale am Mikro zu finden ist.

Der Song wird exzessiv in allen Facetten vor den begeisterten Fans ausgebreitet. Nur ein paar mehr hätten ins Hüttenwerk zu dieser perfekten Hommage an eine Rocklegende gepasst. Einer geht danach noch – zum Glück. Wie würden es „Coversnake“ wohl schaffen, nach diesem Klassiker noch einen draufsetzen? Ganz einfach: mit einem der bekanntesten Hardrock-Stücke überhaupt. „Burn“ rockt die Halle kurz vor Mitternacht in einer Form, dass es jetzt auch dem allerletzten in den Gliedern zuckt.

Getreu dem Motto, man soll aufhören, wenn es am schönsten ist, ist danach wirklich Schluss. „Coversnake“ hatte mit „alter“ Musik gezeigt, wie man die Leute hinterm Ofen hervorlockt, mit handgemachten Songs begeistert und mit exzessiver Spielfreude den Klassikern neues Leben einhaucht. Dabei immer mit genug Respekt vor dem Original.

David Coverdale steht natürlich nicht nur für die Deep-Purple-Kracher. Auch mit „Whitesnake“ hat er Musikgeschichte geschrieben. Dankbarerweise konzentriert sich die Coverband mehr auf die frühen Jahre Ende der 70er bis Ende der 80er, als die weiße Schlange noch mehr Bluesrock-orientiert war als später. Der Klassiker „Live in the Heart of the City“, 1980 als Doppel-Album erschienen, bietet ein Stück weit Orientierungsrichtlinie.

„Walking in the Shadow of the Blues“, „Fool for your Loving“ oder „Ready an’ Willing” hat die Coverband daraus im Gepäck. Martin Ulrich an der zweiten Gitarre und Bobby Stöcker spielen sich wie früher Micky Moody und Bernie Marsden die Klänge zu, dass es eine wahre Pracht ist. Jochen Schnur (Bass) und Axel Balke (Keyboards) sind die beiden weiteren Mitstreiter im Hintergrund, die für einen gnadenlos druckvollen Sound sorgen, dass der Dezibelmesser am Mischpult laufend in den dreistelleigen Bereich springt.

„Ain’t no live in the Heart of the City“ in seiner alten, bluesigen Version ist mit dem Stöcker-Solo einfach eine Wucht. Und spätestens als danach die ersten Klänge des wohl bekanntesten Whitesnake-Stücks aus vergangenen Tagen, „Here I go again“, erklingen, gibt es kein Halten mehr. „Cyring in the rain“, „Give me all your love“, „Slide it in“ oder „Still of the Night“ aus der erfolgreichsten Bandphase Mitte der 80er Jahre machen den Sack zu. Stöcker darf einmal mehr zeigen, dass er mit John Sykes das Spiel eines anderen Whitesnake-Gitarristen perfekt drauf hat. Jürgen Lucas knallt dem Saal ein fulminantes Schlagzeug-Solo um die Ohren, das einem Tommy Aldridge aus den mittleren Bandjahren zur Ehre gereichen würde.

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Posted by Thomas Wilken on Sunday, April 1, 2018

„Undercure“ machen im Hüttenwerk Michelstadt den Originalen alle Ehre

Augen zu und die Illusion ist perfekt. Vorn auf der Bühne des Hüttenwerks steht die britische Pop-/Rock-/Wave-/Gothic-Band „The Cure“ und spielt ihre größten Hits aus 40 Jahren Bandgeschichte. Augen auf – und die Illusion ist noch genau so perfekt. „Undercure“-Frontmann Holger Schwinn hat sich optisch so detailgetreu seinem Idol Robert Smith angenähert, dass höchstens das Alter noch ein Unterschied sein könnte. Musikalisch gibt’s nichts zu meckern: Die Band aus dem Odenwaldkreis bleibt so dicht am Original wie es eben möglich ist.

Das alljährliche Karfreitags-Konzert im Hüttenwerk mit „Undercure“ ist seit zwölf Jahren ein Kult-Event: Man trifft sich in den guten, alten 80ern. 2006 gründete sich die Band und kann seitdem eine stetig wachsende Fanbasis verzeichnen. Die wissen es zum einen zu schätzen, was sie musikalisch geboten bekommen, zum anderen, dass es am Karfreitag eine willkommene Abwechslung zum Feiertags-Einerlei gibt. 260 Gäste zählte man zur Halbzeit an der Kasse, was eine ziemliche Enge im Saal bedeutete – die Michelstädter wissen, was sie an der Band haben.

Schwinn mit seiner hellen Stimme, die schon Richtung Falsett geht, mit seinen toupierten Haaren und dem geschminkten Gesicht gibt den Smith par excellence. Die Bühnenshow mitsamt Ausleuchtung ist völlig auf ihn zugeschnitten. Die fokussierten Bühnenstrahler in Weiß vom Boden, in Rot, Blau oder Gelb von der Decke her tauchen den Frontmann immer wieder ins richtige Licht, das in seiner scharfen Abgrenzung einen sehr stimmigen Rahmen zur Musik schafft.

Wenn auch der Sänger absolut im Fokus steht, ist der beste Shouter nichts ohne die Band im Hintergrund. Für den mal fetten, druckvollen, mal dezenten, getragenen Sound haben sich ein paar Instrumenten-Cracks aus dem Odenwald zusammengefunden, die auch in anderen Bands ihren Dienst tun. Schwarz ist natürlich die dominante Farbe bei der Kleidung, aber zum Glück nicht musikalisch dominierend. Markus Fabian (Gitarre), der seine lange Kutte wegen der Hitze auf der Bühne schnell fallen lässt, ist für die meist funkigen Riffs zuständig, darf aber auch mal solomäßig ran.

Jens Weimar (Bass) und und Heiko Birkenstock (Schlagzeug) halten immer den richtigen Groove und sorgen dafür, dass alles im Takt bleibt. Sie treiben mit ihrem Spiel kräftig die Songs voran und schaffen es, dass „langsame“ Studionummern live doch ein bisschen anders, fetziger klingen. Dirk Weimar (Keyboard) lässt sein Instrument mal sphärenhaft, synthiemäßig oder als Piano klingen – je nachdem welche Schaffensphase „The Cure“ damals hatten.

Über allem thront natürlich Holger Schwinn: schmale Gestalt, schwarze Klamotten, extrem rot geschminkte Lippen, eine Stromschlag-Frisur vom Feinsten. Viele Worte gibt es über die Songs nicht zu machen. Es ist immer wieder überraschend, wie viele Hits die Band geschrieben hat, die man irgendwo alle schon einmal gehört hat und die in Fleisch und Blut übergegangen sind.

„Fascination street“, „Fire in Cairo“, „Pictures of You“, „Boys don’t cry“ oder „Love cats“ sind solche unvergesslichen Stücke aus den vergangenen 40 Jahren, die von der Coverband in der ersten Hälfte wie an einer Perlenkette zelebriert werden. Ohne große Ansage geht’s in die Pause, um danach ähnlich weiterzumachen. Nach „Friday I’m in love“, „Lullalby“ oder „Jumping someone elses train“ ist klar, dass noch nicht Schluss sein würde. „Play for today“ und Seventeen Seconds“ schließen sich als Zugabe an.

Aber auch danach konnte, wer wollte, noch lange weiter feiern. Passend zum Konzert begeht das Original ja in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen unter diesem Namen. Die fünf Musiker von „Undercure“ hatten deshalb ihren Kollegen Sebastian Schimmer von der Band „Oel“ (DJ Schimmi) mitgebracht, um den Abend abzurunden. Im Anschluss gab‘s volles Programm mit 80er-Jahre-Musik im „Disco-Bistro“.

„Undercure“ will nicht nur die Songs der legendären, britischen Wave-Helden originalgetreu covern, nicht nur die Akkorde und Texte wiedergeben, sondern auch bei aller musikalischen Detailtreue den Geist der Songs auferstehen zu lassen und auf das Publikum zu übertragen. Das neue Experiment, die Songs auf Deutsch umzusetzen ist eine spannende Gradwanderung.

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Posted by Thomas Wilken on Saturday, March 31, 2018

 

„Bounce“ begeistern das Michelstädter Hüttenwerk mit ihren Bon-Jovi-Covers

Es gibt solche Konzerte, über die redet man auch noch in paar Jahren, weil sie einen unvergesslichen Eindruck hinterlassen. Ein solches war das der Bon-Jovi-Coverband „Bounce“, die im Hüttenwerk vor weit über 200 Gästen ihre Heroen in einer Form zelebrierte, dass die restlos begeisterten Fans nicht genug bekommen konnten. Zugabe um Zugabe schallte es nach Ende des regulären Sets gen Bühne. Von so viel Feedback mehr als angetan, ließ sich der Fünfer gerne bitten und servierte eine perfekte Bon-Jovi-Reminiszenz.

Allen voran ist Sänger Oliver Henrich, der sich ab und zu auch die zweite Gitarre schnappt. Er singt, ohne jetzt Jon Bon Jovi zu nahe treten zu wollen, fast noch besser als das große Vorbild, beherrscht charismatisch die Bühne, animiert die nur zu gerne zu begeisternden Gäste und verausgabt sich so total, dass er zum Schluss schweißgebadet, mit klatschnassen Haaren, die Klamotten am Leib klebend, die Welthits einen nach dem anderen exzessiv performt.

Wie Henrich die Zuschauer im Griff hat, die gesamte Breite der Bühne für seine Darstellung nutzt, raumfüllend mit vollem Körpereinsatz agiert, das ist schon einsame Klasse. Dazu noch eine oktavenüberspannende Stimme, mit der er jeden Song der Superband seinen Stempel aufdrückt: Musikfan, was willst du mehr. Doch, eines vielleicht: einen besseren Sound. Der war sehr Bass- und Bassdrum-lastig. Gitarre und Stimme traten manchmal unverdientermaßen zu sehr in den Hintergrund, während das laute Wummern fast für Herzrhythmus-Störungen sorgte.

Henrich gibt inmitten des vollen, satten Sounds und der perfekt durchgestylten Lichtshow den Showman par excellence. Mit aufgeknöpftem Hemd, Halskette und dem deutlich sichtbaren Bizeps sorgt er dafür, dass vorn an der Bühne etliche Bewunderinnen stehen und die Mitsing-Chor deutlich mehr helle Stimmen aufweist. Die aber bekommen neben der Optik auch einen zu hören, der es stimmlich absolut drauf hat.

Nichts ist von den weichgespülten Rockern bemerkbar, als die sich die Originale manchmal geben. Es fetzt, es knallt, es rockt, es hämmert. Das macht sich vor allem im zweiten Set bemerkbar, als „Bounce“ nach einem eher „gemäßigten“ Start wie entfesselt aufspielt. Was die Bon-Jovi-Tributeband bei ihrem Gastspiel abliefert, ist so nah am Original, dass da kein noch so dünnes Blatt mehr dazwischen passt.

Ein absoluter Knaller ist das unvermeidliche „Runaway“, das inzwischen auch schon mehr als 30 Jahre auf dem Buckel hat. Kaum hat Keyboarder Johannes E. Brunn die ersten charakteristischen Töne angestimmt, geht ein Jubel durch die Menge, gibt es kein Halten mehr. Henrich muss kaum animieren, die Zuschauer sind schon von ganz allein dabei.

„Raise your hands“ hatte davor bereits die Fans in Ekstase versetzt. Die Hände gehen fast wie von selbst in die Höhe, der Hüttenwerk-Chor macht den Shouter fast unnötig. Die Gäste kommen schon seit etlichen Jahren immer wieder ins Hüttenwerk. Kein Wunder, denn „Bounce“ spielt dort schon das elfte Mal. Es hat sich herumgesprochen, welche Profis auf der Bühne stehen.

„In these Arms“, „Dry county““, „Bad Medicine“, „You give love a bad name“ oder „Born to be my baby“ wiederum sind Songs, bei denen sich die Band so richtig austoben kann. Gitarrist Jens Rösel spielt ein ums andere Mal Richie Sambora den Rang ab, während Tommylare am Bass und Olav Quick am Schlagzeug die homogene Rhythm-Section bilden. Weitere Kracher aus früheren Zeiten, die ebenfalls von der überschäumenden Stimmung getragen werden, sind „Keep the Faith“, „Always“ oder „Bed of Roses“.

Nach letzterem sollte eigentlich Schluss sein. Doch die Band hatte die Rechnung ohne ihre Fans gemacht. Eine kurze Absprache untereinander und schon rockt „I’ll be there“ los. Das wird bis zur Erschöpfung exzessiv zelebriert, unter Einsatz der letzten Kräfte, mit Einbindung des lauthals mitsingenden Publikums, und bildet einen grandiosen Abschluss einer zweieinhalbstündigen Rocksause, die keiner so schnell vergessen wird.

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Posted by Thomas Wilken on Monday, March 12, 2018

AC/ID ist pures TNT für die AC/DC-Fans: Die Coverband rockt das Michelstädter Hüttenwerk

Warum für ein Konzert mit der australischen Supergruppe einen Haufen Geld ausgeben, wenn es AC/ID mit „Keule“ gibt? Die AC/DC-Coverband rockt im Hüttenwerk den proppenvollen Saal – quasi authentisch für einen Bruchteil des Eintrittspreises. Mit geschlossenen Augen stehen da die Hardrocker in vollem Saft auf der Bühne, brettert Angus Young die Gitarren-Riffs in die Menge, dass es eine wahre Pracht ist. Neben ihm röhrt Brian Johnson oder bei einigen Songs wahlweise der schon verstorbene Bon Scott die alten Hits ins Mikro.

Im Gepäck hat die Coverband vor allem die ganz alten Kracher Ende der 70er/Anfang der 80er Jahre, als AC/DC einen Hit nach dem anderen produzierte, zeitlose Hits schuf, die auch heute im Radio noch hoch und runter laufen. Wie ein roter Faden zieht sich die LP „Powerage“ durch den Abend, die in diesem Jahr 40. Veröffentlichungs-Jubiläum feiert. Die Wahl des Faschingssamstags als Termin war goldrichtig, weil so viele Fastnachtsmuffel so richtig abrocken konnten.

Ein Blick ins Publikum zeigte, dass AC/DC zeitlose Musik macht. Die in Ehren ergrauten Fans, die von der ersten Stunde an dabei waren, standen neben den „Youngsters“, die erst in den vergangenen Jahren mit den Klassikern wie „T.N.T.“, „Hells Bells“ oder „Highway to Hell“ in Kontakt kamen. Die Band ist ebenso zeitlos wie die Songs. Auch wenn mal der eine oder andere Musiker schwächelt oder – R.I.P. Malcolm Young und Bon Scott – Männer der ersten Stunde sterben, AC/DC lebt weiter.

Den fünf „alten Jungs“ auf der Bühne merkt man musikalisch in keinster Weise an, dass an Lebensjahren gar kein so großer Unterschied zu den Vorbildern ist. Je doller, desto doller, könnte man in Bezug auf die Spielfreude sagen. Kein Weg ist auf der Bühne für Ralf „Angus“ Keßler zu weit, der den legendären AC/DC-Saitenhexer in Grimassen, erratischen Bewegungen und Spiel perfekt imitiert.

Sänger Christian „Keule“ Hass ist der zweite Fixpunkt auf der Bühne. Er gleicht optisch fast 1:1 Brian Johnson, der 1980 das Mikro vom verstorbenen Bon Scott übernahm und trotz des Axl-Rose-Intermezzos 2016 weiterhin von den Fans als „der“ Shouter verehrt wird. Keule schreit sich die Seele aus dem Leib, zelebriert die einzelnen Songs, hat immer eine spaßige Zwischenmoderation parat. Die Rhythmusgruppe mit Ekki Bock (Gitarre), Stefan Schiemer (Bass) und Jens Gellner (Drums) sorgt für den krachenden, treibenden, knalligen Backgrund-Sound, immer auf den Punkt gespielt

„Live Wire“, „Dirty Deeds“ oder „Walk all over you“ sind solche Kracher, die schon zu Beginn des Konzerts dafür sorgen, dass die Besucher voll mitgehen. Wie die Musiker wuchsen sie in der Zeit mehr in die Breite als in die Höhe, die Haare wurden lichter, die Bewegungen etwas eckiger. Wenn aber ein „Touch too much“ aus den Boxen dröhnt, mit „Back in Black“ der gleichnamige Albumtitel von 1980 angestimmt wird, gibt es kein Halten mehr. Die gehen die Arme hoch, die Kilos werden in Bewegung gesetzt, die Songs lautstark mitgesungen.

Die fünf Musiker leben ihre Songs, spielen sie voll aus, geben alles. Da sitzen die fetzigen Riffs bis auf den Punkt, dass es die Originale auch nicht besser hätten machen können. Nach der Pause setzt die Band noch einen drauf. Voller Sound mit zwei Gitarren, eine Reibeisenstimme, die das Original vergessen lässt, wummernde Drums, dazu noch das Glockengeläut aus der Hölle zu Beginn: „Hells Bells“ versetzt die Meute in Ekstase.

„The Jack“, „Thunderstruck“ oder „You shook me all night long“ werden lauthals mitgesungen. Bei „TNT“ darf das obligatorische „Hoi, hoi, hoi“ nicht fehlen, und über den „Highway to hell“ mit den Teufelshörner bei Ralf-Angus muss man sowieso keine Worte mehr verlieren. Dass nach „Whole lotta Rosie“, bei dem sich die Band nochmal in einen wahren Rausch mit fetzigen, krachenden Gitarrensoli spielt, nicht wirklich Schluss sein würde, war eigentlich jedem klar. Es ging 40 Jahre zurück in der Zeit zu „Up to my neck“. „If you want blood“ und „Let there be Rock“ warfen einen knalligen und fetzigen Blick in die Anfangszeit der Rocker. Und dann kommt es doch – das Ende.

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Posted by Thomas Wilken on Sunday, February 11, 2018

Olli Roth spielt praktisch alles: Der Sänger und Gitarrist beeindruckt im Hüttenwerk Michelstadt mit seinem riesigen Repertoire

Ein Mann, eine wandlungsfähige Stimme, eine akustische Gitarre. Mehr braucht es nicht, um das Hüttenwerk-Café bis auf den letzten Platz zu füllen. Dicht gedrängt sitzen die Gäste noch bin den Gang hinaus, um Olli Roth zu lauschen. Der hat zusätzlich noch diverse Kästchen, Pedale und Knöpfe auf seinem Board, mit denen er den einen oder anderen Effekt zaubert und so sich selbst mehrstimmig begleitet. Rock, Blues, Folk, Soul, Funk: Dem Singer/Songwriter aus dem Heidelberger Raum ist kein Genre fremd.

Seine Vielfältigkeit hat ihm auch eine überregionale Bekanntheit bis hinein in den Odenwald gebracht. Bei der Hüttenwerk-Hausband ist er ein ums andere Mal zu Gast, bei der Beerfelder Musiknacht ließ Olli Roth ebenfalls schon seine Stimme erklingen. Seit etlichen Jahr(zehnt)en ist der Allrounder bereits auf praktisch jeder Bühne präsent, die Kraichgau, Kurpfalz oder eben Odenwald zu bieten haben.

Kein Konzert gleicht bei ihm dem anderen. Sein Repertoire ist so breit gestreut, dass er quasi auf Zuruf die Songs spielen kann. Hunderte von Liedern hat er aus dem Effeff drauf. Das beweist er auch gleich zu Beginn, als sich eine Zuschauerin etwas von Willy Deville wünscht. Den „Cadillac Walk“ gibt’s quasi wie aus der Pistole geschossen. „Cocaine“ von Eric Clapton oder das eigene „Always be your friend“ zeigen seine große Wandlungsfähigkeit.

Olli Roth ist aber nicht nur Musiker, sondern auch Geschichtenerzähler. Wer so viel rumkommt, der hat natürlich viele Storys in petto, die das Leben schreibt. Damit bringt er die Gäste immer wieder zum Lachen. Denen ist er mehr als dankbar, dass sie ihm nach so vielen Jahren immer noch die Treue halten. „Ohne euch würde die Livemusik keinen Sinn machen“, gibt’s als Kompliment vom Musiker an die Fans. Die lassen sich nicht nur wegen des Lobs nicht zweimal bitten mitzuklatschen und sparen ebenso wenig beim Applaus nach den verschiedenen Songs.

Dass sich der Alleskönner „auch mal an ausgefallene Stücke traut“, beweist er mit dem „Lonesome Lover“ der Little River Band. Das beginnt eigentlich mit einem großen Chor, „von dem mir alle sagten, den kann man nicht spielen“. Kann man – und hört sich gut an. Auch dank des „kleinen schwarzen Kastens“ auf dem Boden, mit dem Roth solche Effekte erzeugen kann. „Der war teuer“, grinst er.

„You’re the Voice“ von John Farnham passt irgendwie wie die Faust aufs Auge. Denn Olli Roth kann mit seiner Stimme quasi alles singen. Beim Genannten lässt er die Zuhörer mit einstimmen („Es gibt auch etwas von den Kings of Leon zum Mitsingen, aber das ist mir zu langweilig“). Um gleich danach mit Fistelstimme „Kiss“ von Prince anzuspielen und zu zeigen, was er auf der Gitarre alles funkig drauf hat. Wenn es mal rockig sein soll, gibt es auf dem Boden ein weiteres Pedal, mit dem er aus den akustischen sechs Saiten eine rockige Gitarre mit Wah-Wah-Effekt zaubert.

Eine der Lieblingsbands des „Rockers“ Olli Roth ist Whitesnake mit Frontmann David Coverdale. Dem attestiert sein Epigone grinsend erst einmal, mit Mitte 60 dank Komplett-Lifting besser auszusehen als mit Mitte 30. Um dann ein „Here I go again“ zu röhren, bei dessen höchsten Tönen sich Hüttenwerk-Chefin und -Sängerin Michi Tischler, die gerade vorbeiläuft, bewundernd herumdreht.

Komplett anders geht es weiter: „Falling Slowly“ ist eine zeitlos schöne Ballade von Glen Hansard, mit der der Ire den Oscar als Filmmusik zu „Once“ gewann. Wie Olli Roth diesen Songs sehr einfühlsam quasi zelebriert, steht in völligem Kontrast zu den Rockstücken, die er ebenfalls einfach so abrufen kann. So geht es den ganzen Abend über weiter, dass sich die Gäste am Schluss fast logischerweise nicht losreißen können und dem Künstler noch einiges mehr entlocken möchten. Der lässt sich nicht lange bitten. Sein Repertoire ist schließlich groß genug.

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Posted by Thomas Wilken on Saturday, January 27, 2018

Bobby Stöcker war mit seinem akustischen Soloprogramm zu Gast im Michelstädter Hüttenwerk

Auch ein Rocker kann ganz leise: Mehr als eine Akustik-Gitarre und eine ausdrucksstarke Stimme braucht es nicht, um den Saal zu unterhalten. Gitarren-Tausendsassa Bobby Stöcker, den Hüttenwerk-Besuchern unter anderem durch sein Mitwirken in Whitesnake- und Kiss-Tributebands bekannt, kam jetzt ganz verspielt daher. Der Sänger und Gitarrist aus Groß-Umstadt hatte seine Lieblingssongs aus den vergangenen paar Jahrzehnten im Gepäck – die große Fangemeinde dankte es ihm mit viel Applaus.

Natürlich sind in seinem Set auch die alten Rock- und Popgrößen vertreten, vor denen jeder Musiker in der heutigen Zeit immer noch seinen Hut zieht. „Wish you were here“ von Pink Floyd als Opener, gespielt auf der zwölfsaitigen Gitarre, ist das beste Beispiel dafür. Noch ein paar Jahre mehr auf dem Buckel hat „Let it be“ von den Beatles, der Inbegriff der zeitlosen Ballade. Dass „Losing my religion“ von REM auch schon über 25 Jahre alt ist, merkt man eher nebenher. Wohlfühlmusik eben, die mit „Breakfast at Tiffany’s“ von Deep Blue Something oder „Faith“ des verstorbenen, unvergessenen George Michael ihre Fortsetzung findet.

„Wonderwall“ von Oasis oder „Over my shoulder“ von Mike and the Mechanics, dessen Refrain ein Gast spontan mitpfeift, bieten Stöcker die Möglichkeit, neben seinem perfekten Gitarrenspiel auch auf seine wandlungsfähige Stimme aufmerksam zu machen. „One of us“ von Joan Osbourne, „ Ich lass für dich das Licht an“ von Revolverheld oder „Still“ von Jupiter Jones zeigen, wie breit gefächert sein Repertoire ist.

„Ironic“ von Melissa Etheridge oder der „Englishman in New York“ von Sting beweisen die Hitqualitäten des Programms von Bobby Stöcker, der es immer wieder vermag, mit seiner Fingerfertigkeit auf der Gitarre die Zuschauer im Hüttenwerk zum Klatschen und sogar zum Mitsingen zu animieren.

„Wheater with you“ von Crowded House ist ein gern gehörter Hit, der trotz der kalten Temperaturen draußen Wärme in den Saal zaubert. Wie auch „Heaven“ des Schmuserockers Bryan Adams, während „Sex on Fire” von den Kings of Leon wieder die andere Schiene bedient. „Die Stimmung war einfach super“, meint der Musiker begeistert nach dem Konzert. Im zweiten Set geht’s richtig ab. Erst nach drei Zugaben darf er die Bühne räumen.

Immer wieder lässt der Gitarrist durchblitzen, dass er „von der guten alten Rockmusik kommt“. Als „Kind der der 80er“ wuchs er mit dem Bluesrock auf, kam dann Anfang der 90er mit der Unplugged-Welle in Kontakt. Dem Rock hält Bobby Stöcker nach wie vor die Treue, spielt neben „Coversnake“ auch in der Kiss-Tribute-Band, wandelt aber solo auch gerne mal auf anderen, nicht minder schönen musikalischen Pfaden.

Dabei präsentiert er dann größtenteils Songs, die er sonst nicht mit seinen Bands spielt, die ihn aber persönlich berühren und durch die Jahre musikalisch geprägt haben. Diese erklingen teils völlig umarrangiert, in neuem Sound-Gewand, unplugged und mit einem gehörigen Schuss Lagerfeuer-Atmosphäre. Er verwendet gern die „Talkbox“, ein Gerät aus den 70er Jahren, die das Gitarrensignal so umwandelt, dass es Stöcker mit seine Stimme modulieren kann. Richie Sambora von Bon Jovi verwendet es bei „Livin‘ on a prayer“.

Der in Groß-Umstadt wohnende Bobby Stöcker nahm bereits als Fünfjähriger Klavierstunden. Mit 14 Jahren widmete er sich der Gitarre, gründete die erste eigene Band und schrieb mit 16 seine eigenen Songs. Seit dem Schulabschluss ist er ununterbrochen im Musikbusiness tätig und stand bereits mit Größen wie Bobby Kimball (Sänger von Toto) auf der Bühne, wirkte beim Musical „Tommy“ von The Who an der Leadgitarre mit. Bei Armir Saraf, Produzent und Songschreiber von „La Bouche“, lernte er auch die Ausnahmesängerin Melanie Thornton kennen, für die er im Folgejahr Songs zu ihrem Debut-Solo-Album schrieb. Der Gitarrist steuerte mehrere Songs zum Erfolgsalbum „Ready To Fly“ bei. Stöcker hat heute seine eigene Eventmanagement-Firma „Vivid Music Productions“ (VMP).

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Posted by Thomas Wilken on Saturday, January 20, 2018