Besondere Frauenstimmen lassen aufhorchen lassen im Michelstädter Hüttenwerk bei „Another Livetime“ aufhorchen

Welch eine Frauenpower auf der Hüttenwerk-Bühne: Die Hausband „Another Livetime“ mit Sängerin Michi Tischler hatte sich diesmal in Gestalt von Jessica Born und Esra Karahan zwei außergewöhnliche Stimmen eingeladen. Da musste sich der in Heidelberg lebende Andy Laycock (Flying Picketts) als männlicher Gast ganz schön reinhängen, um mithalten zu können. Denn Anke Rible am Saxophon machte das mächtige Frauen-Quartett perfekt. Das sorgte im Verbund mit den anderen Musikern für einen außergewöhnlichen Abend in der Location, der sicherlich lange in Erinnerung bleiben wird.

Esra Karahan aus Bad König ließ sprichwörtlich aufhorchen. Die 24-Jährige stand das erste Mal mit einer richtigen Begleitband auf der Bühne und brachte ihre Songs so selbstsicher rüber, als hätte sie noch nie etwas anderes getan. Mit voluminöser Stimme und ausdrucksvoller Bühnenperformance ließ sie ihre drei Stücke zum Erlebnis werden. Gloria Gaynors „I will survive“ im zweiten Set sorgte gewaltig für Furore. „Rollin’ in the deep” von Adele und „Umbrella“ von Rihanna waren weitere Songs, mit denen die junge Künstlerin begeisterten Applaus bekam und gefeiert wurde.

Von der jungen Studentin, die bei der Swing Fever Big Band und der Big Band East 17 singt, wird man sicherlich noch einiges hören. Michi Tischler kündigte schon an, dass für den kommenden Auftritt die Zahl der Songs von drei auf sechs erhöht wird. Sicher zur Freude der vielen Fans, die der 24-Jährigen ins voll besetzte Hüttenwerk gefolgt waren.

Über allem schwebte aber Jessica Born. Die Ausnahme-Blues- und Soulröhre aus der Nähe von Aschaffenburg schaffte es, bei ihren Songs wohlige musikalische Schauer den Rücken hinunterlaufen zu lassen. Wie sie alten Klassiker förmlich lebt, darin aufgeht, sie zelebriert, ist eine Klasse für sich. Da kommt keine(r) so schnell ran. Borns Stimme hat ein volles Timbre, das in seinen Facetten an Jonis Joplin erinnert. Wenn sie ansetzt, bräuchte sie eigentlich kein Mikro, denn so mächtig kommt ihre Power hinten an.

„You might need somebody“ von Randy Crawford oder „I’d rather go blind” von Etta James – bei dem es sogar Zwischenapplaus gibt – sind solche unvergesslichen Hits, denen sie ihrem Stempel aufdrückt. Nicht zu vergessen „The Boss“ von Diana Ross – irgendwie passt auch der Titel zur zierlichen Jessica Born, die den anderen Musik-Größen auf der Bühne ein bisschen die Show stiehlt. Das „Je ne regrette rien“ von Edith Piaf fällt da irgendwie aus der Rolle. „Think“ von Aretha Franklin zusammen mit Michi Tischler und Andy Laycock verbreitet aber wieder gute Laune pur, knallt so richtig rein.

Mit den fetzigen Saxophon-Solos von Anke Rible (Lindenfels) ist für den perfekten Background-Sound gesorgt. Gitarrist Jens Reyer zeigt ein ums andere Mal, dass er ein Meister auf den sechs Saiten ist. Bandgründer Thomas Klein am Schlagzeug und Keyboarder Axel „Aji“ Imhof (beide aus Michelstadt) machen mit Bassist Christoph Victor Kaiser (Heppenheim) die Rhythmus-Sektion komplett, die bei jedem Lied für den perfekten Sound sorgt.

Andy Laycock entwickelt sich im Laufe des Konzerts zunehmend zur Rampensau. Von Anfang an gibt der Brite den perfekten Animateur. Als der „Londonman in Heidelberg“ merkt, wie ihm das Publikum aus der Hand frisst, geht er so richtig ab. „Mama told me not to come“ von Tom Jones ist so ein Stück, das ihn in Höchstform sieht.

Mit „Angels“ von Robbie Williams hat Laycock gleich den geborenen Entertainer als Vorbild. Aber auch das „Hold Back The River” von James Bay oder „Message in a bottle” von Police (oder eben besagter Englishman von Sting) zeigen ihn mit viel Bühnenpräsenz. Der Fürther Jens Reyer haut zu den Songs immer wieder ein klasse Solo raus.

Dritte Sängerin im Bunde ist Michi Tischler. Die ist auch Dreh- und Angelpunkt von „Another Livetime“. Wie sie mit „What a feeling” von Irene Cara die Disco-Queen gibt, ist das herrlich anzuschauen. Mit ihrer Stimme drückt sie aber auch „Together Again“ von Janet Jackson oder „What about us” von Pink ihre Visitenkarte in die Hand.

Info: Beim nächsten Gig am Samstag, 23. Dezember, sind Ina Morgan und Olli Roth ab 21.30 Uhr Gäste von „Another Livetime“ im Michelstädter Hüttenwerk.

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Posted by Thomas Wilken on Sunday, November 19, 2017

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Wenn AC/DC einen auf Country machen würde: „E3“ bringt musikalische Perlen auf die Bühne des Hüttenwerks Michelstadt

Da sind sechs absolute Profis am Werk. Was das Sextett an musikalischem Können akustisch auf die Bühne des Hüttenwerks zaubert, ist allererste Sahne. Als ein „Mix aus American Folk, Elementen aus Blues, Westcoast und Irish Folk“ kündigen sie ihren Stil an. Doch dahinter verbirgt sich viel mehr. „Wish you were here“ von Pink Floyd oder „Thunderstruck“ von AC/DC perfekt auf Country gemacht: Das war einfach nur klasse und hätte viel mehr Zuschauer verdient gehabt. Das „Manko“: Die sechs verstecken sich wahlweise hinter dem Kürzel „E3“ oder dem sperrigen, ausgeschriebenen Namen „The Essence Of Emotional Energy“.

Wenn man genauer auf die Musiker schaut, wird klar, warum die Songs so perfekt rüberkommen, auf den Punkt gespielt werden, dass jeder Ton sitzt. Denn jeder Instrumentalist ist ein Meister seines Fachs – und hat auch noch die passende Stimme zum Song. Zusammen mit einer unbändigen Spielfreude, die auch vor kleinem Publikum nicht halt macht, zaubert „E3“ einen mal melancholisch-ruhigen, mal fetzig-rauschenden Klangteppich in den Saal, bei dem der Mund offen stehen bleibt.

Etliche Songs hat man früher schon gehört. Weil schon die Originale Ohrwürmer und Hitparadenstürmer waren. Aber die Coverversionen können locker mithalten. Was die Truppe aus dem Rhein-Main-Raum daraus macht, ist aller Ehren wert. Gewürzt mit filigranen Soli auf den jeweiligen Instrumenten, sorgen die Cracks mal für ein Soundgewitter wie bei „Let it go“, mal für besinnliche, leise Töne wie bei der ersten Zugabe „Love the one you’re with“.

Das Fingerschnippen beim „59th Street Bridge Song“ überträgt sich sofort auf die Gäste. Schnell wird mitgeklatscht. Wie überhaupt die Stimmung mitreißt. Die Zuschauer merken, dass vor ihnen sechs Musiker zum Anfassen auf der Bühne stehen, die (auch übereinander) ihre kleinen Scherzchen machen, sich nicht so ernst nehmen, aber andererseits die Musik sehr ernst.

Wenn Peter Reimer auf Gitarre oder Mandoline anfängt zu zaubern, gibt es kein Halten. Beim deutschen Rock- und Pop-Preis 2014 räumte er gleich dreimal ab, unter anderem in der Kategorie „Bester Instrumentalsolist“. Beim Zuschauen, wie die Finger über die Saiten flitzen, lässt sich diese Entscheidung gut nachvollziehen. „Chasing Echo“ heißt sein Solo, für das es begeisterten Applaus gibt. Mark Patrick (Gesang/Gitarre) ist noch aus seinen Zeiten bei „Paddy goes to Holyhead“ bekannt. Er gibt mit perfektem Outfit den Cowboy des Sextetts.

Gunnar Jürgens auf der Geige und Multiinstrumentalist Ralf Olbrich auf Gitarre, Mandoline, Saxofon oder Harmonika spielten sich immer wieder virtuos die Bälle zu. Erhard Koch am Bass und Thomas Wimmer am Schlagzeug komplettieren die Truppe, bei der jeder außer dem Drummer auch gesanglich ran darf. Ein weiterer Pluspunkt der sechs, dass sie damit die Möglichkeit haben, die Songs vielstimmig zu performen.

„Dust in the Wind“ von Kansas oder „Long Train Running“ von den Doobie Brothers sind in ihrer Interpretation fast noch „normal“ – in E3-Maßstäben betrachtet. Denn wer kommt schon auf die Idee, den Refrain bei den Doobies mit „Krautsalat Spaghetti“ zu übersetzen – und das Publikum gleich darin einstimmen zu lassen.

Glanzpunkt sind aber die beiden letzten Songs vor dem „offiziellen“ Ende. Die fünf Frontmänner mit ihrem Taktgeber im Hintergrund spielen sich die Bälle virtuos zu. Wie Pink Floyd auf Country klingt, ist eine Wucht und würde sicher David Gilmour begeistern. Wie überhaupt die Band ihren Covers eine ganz eigene Note aufdrückt, die das Original noch erkennen lässt, aber in ihrer Abänderung daraus schon ein neuer Song wird.

Dass nach dem „Thunderstruck“, in dem Peter Reimer versucht, das Publikum zum „Thunder“-Grölen zu animieren, heftige Zugabe-Rufe kommen, ist völlig verständlich. Auf Mandoline, Gitarre, Harmonika, Geige, Bass und mit ein paar Löffeln kreieren die sechs eine Version, die einfach nur fetzt, gewaltig abgeht und Gaudi pur ist – auf höchstem musikalischem Niveau.

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„Iron – Made in Germany“ und „Crusader“ nehmen die Fans im Hüttenwerk mit in die Hoch-Zeit des Heavy Metal Anfang der 80er Jahre

Nur gut, dass Bruce Dickinson nicht auf dem Konzert von „Iron – Made in Germany“ im Hüttenwerk war. Denn der Shouter des Iron-Maiden-Originals wäre blass vor Neid geworden, was sein Epigone Bernd Glomsda da auf der Bühne ablieferte. Perfekt bis ins Detail zauberte der Sänger die Knaller der britischen Heavy-Metal-Legende auf die Bühne, dass es sich mit geschlossenen Augen wie das Original anhörte. Vor der Huldigung an die „Eisernen Jungfrauen“ von der britischen Insel hatte die Mannheimer Band „Crusader“ die besten Jahre von „Saxon“ wieder aufleben lassen.

„Das gemeinsame Ziel ist das Erschaffen einer perfekten Iron-Maiden-Illusion“ hatte sich die Band bei Gründung 2010 vorgenommen. Das kann als völlig gelungen betrachtet werden. Die fünf Musiker aus dem Südhessischen nehmen die – leider etwas wenigen – Fans mit auf eine Zeitreise in die „goldenen“, besten Jahre der Mitbegründer des NWoBHM, des New Wave of British Heavy Metal. Anfang der 80er Jahre räumten Iron Maiden mit ihren Alben so richtig ab.

Mit Bruce Dickinson am Mikro kam der richtige Durchbruch. „The Number of the Beast“, „Piece of Mind” und „Powerslave” sind die Klassiker aus dieser Zeit. Bis hin zum 1988er Album „Seventh son of a seventh son“ reicht die Setliste. „Hallowed be thy name“ als Abschluss des regulären Programms, auf das drei Zugaben folgten, ist leuchtendes Beispiel dafür, wie das Quintett die Heroen aus vergangenen Jahren hochleben lässt: Glomsda schreit sich die Seele aus dem Leib, erreicht mit seiner Stimme Höhen, von den Dickinson nach 40 Jahren im Musikgeschäft nur noch träumen kann.

Jens Richter und Marco Wandura an den Gitarren eifern den drei Saitenkünstlern des Originals, Dave Murray, Adrian Smith und Janick Gers, bis ins Detail nach. Die melodischen Soli sind eine Wucht und hüllen das Hüttenwerk in einen druckvollen Soundteppich. Apropos druckvoll: Bassist Steve Harris, der einzig noch verbliebene Gründungsmitglied, ist in seinen Kreisen eine Legende. Jochen Schnur hat den wummernden Bass bis ins Effeff drauf und umrahmt sein Spiel mit den richtigen Posen. Schlagzeuger Jürgen Rössel wirbelt an seiner Schießbude im Gedenken an Nicko McBrain und ist sich in der Verkleidung als Maskottchen Eddie für keinen Spaß zu schade.

Musik und Licht an. 35 Jahre geht’s zurück in die Zeit: „Aces High“, „2 Minutes to midnight“, „Children of the damned“ oder „22 Acacia Avenue“ heißen die Klassiker aus der Schaffensphase von 1982 bis 1984, die jedem Fan das Herz höher schlagen ließen. Die Besucher, oft mitgealtetert, aber teilweise noch mit wallender Haarmähne zum Headbangen, sind sofort drin in den Songs. Die gibt’s ohne viel Schnörkel, ohne viel Gerede, mit wenigen Ansagen. Heavy Metal pur, der einfach nur fetzt, in die Beine geht, dessen Bass-Drum die Hosenbeine zum Flattern bringt und den Magen vibrieren lässt.

Die Riffs, Breaks und Einsätze sitzen (fast alle), den fünf merkt man förmlich die Spielfreude an. Sie wagen sich sogar an Stücke, die das Original kaum auf die Bühne bringt. „The Prisoner“ oder „The Number oft he Beast“, titelgebend für eines der prägendsten Alben dieser Jahre überhaupt, sind eine Wucht. Die phänomenale Stimme von Bernd Glomsda trägt die Songs und bringt die Fans zum Jubeln. Das epische „Rime of the ancient mariner“ mit seinen 13:30 Minuten zeigt die Band daneben in all ihren musikalischen Fertigkeiten.

Aus der gleichen Zeit stammen „Saxon“. Auch diese britische Band ist einer der Urväter des britischen Heavy Metal. „Crusader“, die Gruppe um Sänger Joachim Strubel, hatte die alten Kracher von damals im Gepäck, mit denen der Fünfer auch heute noch immer auf Tour ist: „Wheels of Steel“, „Strong Arm of the Law“, „Denim & Leather“ und „Power & the Glory“.

Hymnen wie „Motorcycle Man“, „Princess of the Night“, „747“ und natürlich das namensgebende „Crusader“ als Namensgeber sind Songs, die sich ins Gedächtnis der Musikfans eingegraben haben. Die beiden Gitarristen Wolfgang Schulze und Jens Richter, Schlagzeuger Jens Gellner und Bassist Michael Walter zelebrieren mit harten Riffs und viel Energie ihre Vorbilder.

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„Depeche Reload“ huldigt im Michelstadter Hüttenwerk der britischen Synthie-Rock-/Pop-Gruppe mit den größten Hits

Schwarz ist Trumpf. Kein Wunder, wenn „Depeche Reload“ ihren Helden von „Depeche Mode“ huldigen, die bereits seit fast 40 Jahren Erfolge über Erfolge auf den Bühnen der Welt feiern. Mit ihren zehn Jahren auf dem Buckel kommt die Coverband da zwar nicht ganz mit. Aber der Titel als „Hessens beste Tribute Band“ aus dem Jahr 2009 zeigt, dass hier ebenfalls Profis am Werk sind, die ihre Sache beherrschen. Was sie im Hüttenwerk ein ums andere Mal unter Beweis stellen.

Dass die Bandmitglieder aus dem Odenwald kommen, verschafft ihnen einen unübersehbaren Heimvorteil: So voll wie an diesem Abend ist das Hüttenwerk selten, wenn dort eine Band auftritt. Aber auch ohne die Wurzeln in der Region machen der authentische Sound, das Bühnenbild und das Outfit des Quintetts deutlich, dass hinter der Sache mehr steckt als nur reine Covermusik. Synthesizer-Klänge wabern zu Beginn durch den Raum, ein „DR“ blinkt über die Bühne auf, ehe harte Gitarrenriffs einsetzen: Die Reminiszenz an eine Kultgruppe beginnt.

Die Fünf leben die Hingabe an die britische Synthie-Rock-/Pop-Gruppe, die in den 1980 und 90er Jahren ihre größten Erfolg feiert. Sänger Hermann Rang sieht dem Original Dave Gahan ein wenig ähnlich – natürlich gewollt und geschminkt. Er hat sich sogar ein Tattoo des Sängers auf seine Schulter stechen lassen. Mit geschlossenen Augen ist kaum ein Unterschied auszumachen, wer genau da auf der Bühne steht. Selbst mit geöffneten ist es schwierig, denn Rang hat sich auch die etwas erratischen Bewegungen seines großen Vorbilds 1:1 angeeignet. Er tanzt mit dem Mikrofonständer über die Bühne, animiert das Publikum zum Mitsingen.

Das lässt sich nie lange bitten. Schon bei den ersten Songs, etwa „Policy of Truth“ oder „Strange Love“, sind die Fans kräftig dabei. Das ändert sich auch im Verlauf des dreistündigen Konzerts nicht. Im Gegenteil. Wenn die Klassiker wie „Personal Jesus“, „Just Can’t Get Enough“, „Enjoy The Silence“, „People are people“ oder „Master and Servant“ angespielt werden, gibt es kein Halten mehr. Erst nach 30 und mehr Songs werden die Musiker von der Bühne gelassen.

Wie bei den Männern auf der Bühne gibt’s im Publikum auch einige Schwarztöne zu beobachten. Einer der kultigsten Bands der der 80er und 90er Jahre hat ihre Spuren hinterlassen. Die meisten, das zeigt sich beim Blick in die Menge, sind mit der Band gealtert. Depeche Mode war und ist ihr Lebensgefühl. Da die Heroen von damals aber dieses Jahr wieder auf Tour waren, gibt es auch einige jüngere Fans zu beobachten.

Als die fünf Musiker vor zehn Jahren ihre Coverband gründeten, „war es unser Ziel, mit diesem Projekt so zu klingen wie Depeche Mode“. Gespielt werden sollte sogar alles live, ohne irgendwelche Loops. Für die synthetischen Klänge im Hintergrund sind Axel Imhof und Markus Kosch mit ihren Keyboards zuständig. Somit kommt die Band sogar „liver“ als die Vorbilder rüber. Beim Gesang wird Rang auch von Schlagzeuger Marco Müller und Gitarrist Sven Kuhl unterstützt.

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Posted by Thomas Wilken on Monday, October 2, 2017

 

Rock ohne Schnörkel: Die Odenwälder Band „ØL“ war im Michelstadter Hüttenwerk zu Gast

Zugegeben, der Name lädt natürlich zu Wortspielen ein. Warum eine Odenwälder Band mit „ØL“ einen eher nordisch anmutenden Namen hat, wird wahrscheinlich das Geheimnis der Gründer bleiben. Aber ölig, glatt, konturlos, ohne Kanten, ist ihre Musik nun beileibe nicht. Denn hinter der Marke verbirgt sich schnörkelloser Independent-, Alternative-, aber auch melodischer Mainstream-Rock. Was das Quintett bei seinem Auftritt im Hüttenwerk eindrucksvoll unter Beweis stellte.

Über zwei Jahrzehnte gibt es die Gruppe bereits. Die Gründungsmitglieder Sebastian Schimmer (Gesang und Gitarre) sowie Schlagzeuger Sascha Brandel am Schlagzeug bilden das Fundament von ØL. „Decades“ heißt passenderweise der aktuelle Silberling aus dem vergangenen Spätjahr, der auch den Rahmen für die live gespielten Lieder auf dem Auftritt vorgab. Was im Studio eher bisschen glattgebügelt rüberkommt, lebte auf der Bühne von der überschäumenden Spielfreude vor allem der Männer in der ersten Reihe.

Zweimal Gitarre, einmal Bass und einmal Gesang trieben die Songs voran. Dabei ging das Quintett ziemlich schnörkellos zu Werke. Ausufernde Gitarren- oder Schlagzeug-Soli zur Selbstdarstellung gab es praktisch nicht, kein Stück hatte mehr als drei oder vier Minuten. Das kann erfrischend sein. Aber auch auf die Dauer etwas monoton, wenn von der Bühne zwischendurch außer einem „Danke“ keine Moderation kommt.

Musikalisch lässt sich die Band in keine Schublade stecken. Einem richtigen Rocker dürften ein paar der Songs zu weichgespült sein. Auf der anderen Seite rockt das Quintett dann so überraschend wieder los, dass die Hosenbeine vor lauter Bass- und Bassdrum-Vibrationen flattern. Punk- und Indierock-Einflüsse sind teilweise unverkennbar. Manche Riffs erinnern an Fischer Z, Fury in the Slaughterhouse lässt sich auch wenig heraushören – und durch die spacigen Keyboard-Töne die eine oder andere progressive Komponente.

Etliche Songs des Fünfers haben dabei durch Hitpotenzial. Sie könnten ohne Probleme den ganzen Tag hoch und runter im Radio laufen und keiner würde merken, dass dahinter eine Truppe aus dem Odenwald steht und nicht etwa eine amerikanische Rockband. Nur: Irgendwie hat es für den großen Sprung wohl nicht gereicht.

An der Beweglichkeit von Frontmann Sebastian Schimmer kann es wohl kaum liegen. Der ist wie ein Dopsball auf dem Bühne unterwegs und steckt seine ebenfalls stehenden Kollegen Marcus Hartmann (Bass) und Jens Weimar (Gitarre, Gesang) mit seinem Bewegungsdrang immer wieder an. Keyboarder Dirk Weimar ist eher einer von der stoischen Sorte, während Drummer Sascha Brandel sich an seiner Schießbude kräftig abarbeitet.

„Out there“ oder „Sun in my Hand“ sind zwei solch druckvolle Rockstücke, die einen mit offenem Mund staunen lassen, was der Odenwald an perfekten Bands alles hervorbringen kann. Der mächtige Sound, kurze, knackige Riffs, melodiöser Background-Gesang und ein dichter Tonteppich wabern durchs Hüttenwerk und erfüllen die eingefleischten Bands vor der Bühne mit Entzücken.

Ehrliche, handgemachte Rocksongs ohne Firlefanz hat die Band noch zahlreiche andere im Gepäck. „Hold your hand“ etwa oder „Brother“, bei denen oben die Post abgeht. Auch wenn Schimmer nicht viel redet, gibt er doch den charismatischen Frontmann, der die Songs voran- und seine Mitmusiker antreibt. Das wummernde Schlagzeug bei „One hey, one ho“ oder das Gute-Laune-Stück „Fine“ machen bei den Zuschauern so viel Lust auf mehr, dass die Band nicht Nein sagen kann.

Dass „ØL“ auch schmusig kann, zeigen die ersten beiden Zugabe-Stücke. Vor allem „Whereever“ ist ein Balladen-Klassiker, bei dem – wäre es nicht im Saal – alle Feuerzeuge hochgehen würden. Mit „Heartbeat“ setzt die Band noch einen Knaller drauf, der eigentlich gar nicht als Rausschmeißer funktioniert. Denn schneller als jeder Herzschlag knall Weimar ein Gitarrensolo raus, das so richtig abgeht. Und wie die Songs allgemein gehalten ist: kurz, knackig, heftig, laut.

Die Erbacher Band ØL wurde im Mai 1996 gegründet. Durch erste Auftritte im Umland formierte sich rasch eine kleine Fangemeinde. Teile der Band initiierten das legendäre „Mosaiq“-Festival in Michelstadt. Nach einigen Besetzungswechsel in der langjährigen Geschichte fand sich im Jahr 2007 die aktuelle Formation zusammen. ØL war als vierte Band unter hunderten nominiert, um Bon Jovi im Sommer 2011 zu supporten. Die Single „Heartbeat“ wurde 2012 von einigen Sendern als EM-Songs ins Programm aufgenommen. Im September 2016 erschien das aktuelle Album „Decades“.

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Ein Rock’n’Roll-Gewitter aus der guten alten Zeit: Die Kiss Tribute Band spielt bei ihrer neuen Show im Hüttenwerk Michelstadt die größten Hits

Zum Schluss hin kommen sie dann alle, die ganzen Klassiker, die „Kiss“ weltberühmt gemacht haben. Einen Hit nach dem anderen spielt die „Kiss Tribute Band“ im Hüttenwerk perfekt wie das Original, versetzt die Fans in Entzücken, die für die Coverband aus dem Südhessischen weite Wege auf sich nehmen. 40 Jahre zurück in die Zeit führt die „Spirit of ´76 Tour“ mit neue Show und neuem Set, die natürlich aber nicht nur Material aus den Anfangsjahren beinhaltet.

„You wanted the best, you got the best. The hottest band in the world. Kiss” schallte es beim Intro aus den Lautsprechern. Was nicht übertrieben war. Denn was die vier Musiker auf der Bühne zauberten, wie sie die „Kiss“-Show abzogen, wie sie sich optisch und musikalisch dem Original perfekt näherten, war schon eine Klasse für sich. Allein das Outfit war eine Wucht. Und bestimmt sehr heiß unter den vielen Scheinwerfern, die zwischenzeitliche Feuershow mal ganz außen vor gelassen.

Silberne, hohe Plateauschuhe, eine Art futuristischer Mars-Anzug, und natürlich die perfekt sitzende Schminke: Fertig ist „Kiss“. Dazu noch die Bühnenanimation wie bei den Originalen und keiner merkt, dass hier die Epigonen auf der Bühne stehen, die es aber ebenso gut drauf haben. Ulric Wurschy (Rhythmus Gitarre/Lead Gesang) imitiert Frontmann Paul Stanley schlichtweg perfekt. Er hält die Menge jederzeit bei Laune, hat die richtigen Sprüche drauf.

An der Länge seiner Zunge muss Ulli Rauch (Bass/Gesang) noch arbeiten. Sein Gene Simmons ist aber ansonsten mit Fledermauskostüm und Körperumfang dem omnipräsenten Kiss-Bassisten angelehnt. Bobby Stöcker (Lead Gitarre/Gesang) steht dem Meister Ace Frehley auf den sechs Saiten in nichts nach. Immer wieder haut er die bekannten Gitarrenriffs raus, dass es eine wahre Wonne ist. Es bleibt sein Geheimnis, wie sich die Pedale mit seinen Plateauschuhen bedienen lassen.

Der Mann im Hintergrund sorgt nicht nur für den perfekten Rhythmus, sondern darf auch zwei Mal stimmlich ran: Max Friedrich (Drums/Gesang) hat seinen Peter Criss bis ins Letzte verinnerlicht. Das Schlagzeugspiel sorgt für den ordnenden Rahmen der überbordenden Songs von Musik-Exzentrikern. Die wohl bekannteste Ballade, „Beth“, singt Friedrich mit Hintergrund-Klängen aus der Konserve einfach nur Gänsehaut erzeugend schön.

Es muss blinken, glitzern, leuchten, krachen, dann ist es „Kiss“. Die Bühnenshow ist für eine Coverband von allererster Sahne. Das Lichterketten-Schlagzeug erstrahlt herrlich kitschig in allen Farben, zwischendurch gehen auf den Seiten die Feuer hoch, dass die Wärme noch hinten im Saal zu spüren ist, und schießt Stöcker einen Lichterregen aus seiner Gitarre: eben alles wie die Originale.

Und natürlich ist die Musik nicht vergessen: Irgendwo hat man die meisten Songs schon einmal gehört, wenn sie auch nicht alle im Gedächtnis haften geblieben sind. Trockeneis wabert in Massen durch die Luft, als die Band „Lick it up“ anstimmt. Der treibende Rhythmus und der mehrstimmige Gesang machen „Love gun“ zum Kracher. Dass die Band auch ganz anders kann, zeigt sie beim „New York groove“, fast nur aus einem Gitarrenriff und einem Schlagzeug-Rhythmus bestehend.

Etwas sperriger sind die Songs mit Gene Simmons, pardon Ulli Rauch, am Mikro. „I love it loud“ ist ein solches, bei dem deutlich weniger im Publikum los ist als bei den folgenden Gassenhauern. „Shout it out loud“ stimmt schon ein auf das, was die Band von den Gästen danach erwartet: dass sie Kiss-Hymne „God gave Rock’n’Roll to you“ lauthals mitsingen. Auch wenn die musikalisch etwas unrund rüberkommt.

Das machen die folgenden Stücke aber mehr als wett. Der Schluss inklusive Zugabe ist quasi ein „Best of Kiss“. Erst „Black Diamond“, und dann nach „Beth“ das wummernde „Detroit Rock City“. Toppen lässt sich solch ein Song nur noch mit dem, worauf alle schon warten: „I was made for lovin‘ you“. Einer geht danach doch noch: „Rock and Roll all nite“ trifft genau den Nerv und beschreibt das Lebensgefühl der Musiker, die sich auf der Bühne verausgaben und ihre Helden leben. Mehr Bilder hier: https://www.facebook.com/media/set/?set=a.1473231296054348.1073742012.100001024761983&type=1&l=32a67bbc2e

Info: Die Kiss-Tribute-Band spielt das nächste Mal am Samstag, 13. Mai, 20.30 Uhr, in Gensingen in der Nahetal-Arena. http://www.kiss-tribute-band.com

Die Tributeband „Bounce“ lässt beim Konzert im Michelstadter Hüttenwerk Bon Jovi manchmal alt aussehen

Am Ende werden sie frenetisch gefeiert wie die Originale. Weit über 200 Fans im dicht gedrängten Hüttenwerk wollen ihre Helden nicht mehr ziehen lassen, erklatschen sich weit nach Mitternacht noch Zugabe um Zugabe. Kein Wunder: Was die Bon-Jovi-Tributeband „Bounce“ bei ihrem Gastspiel ablieferte, war so nah am Original, dass da kein noch so dünnes Blatt mehr dazwischen passte.

Allen voran Sänger Oliver Henrich, der sich ab und zu auch die zweite Gitarre schnappt. Er singt, ohne jetzt Jon Bon Jovi zu nahe treten zu wollen, fast noch besser als das große Vorbild, beherrscht charismatisch die Bühne, animiert die nur zu gerne zu begeisternden Gäste und verausgabt sich so total, dass er zum Schluss schweißgebadet, mit klatschnassen Haaren die Welthits einen nach dem anderen exzessiv performt.

Und wie: Quer durch alle Oktaven, mit den typischen Bewegungen des Bandfrontmanns, in allen Höhe und Nuancen, mit Reibeisen- und sanfter Stimme beherrscht er die Songs von den „kleinen Anfängen“ der US-amerikanischen Rockband bis hin zu den stadionfüllenden Welthits, die der Gruppe einen Kultstatus verliehen. Live kommen selbst die Balladen energiegeladen, kraftvoll, mit viel Power rüber. Nichts ist von den weichgespülten Rockern bemerkbar, als die sich die Originale manchmal geben.

Henrich gibt inmitten des vollen, satten Sounds und der perfekt durchgestylten Lichtshow den Showman par excellence. Mit aufgeknöpftem Hemd, Halskette und dem deutlich sichtbaren Bizeps sorgt er dafür, dass vorn an der Bühne etliche Bewunderinnen stehen. Die aber bekommen neben der Optik auch einen zu hören, der es stimmlich absolut drauf hat. Augen zu und man befindet sich in der riesigen Arena.

Ein absoluter Knaller ist „Runaway“, das inzwischen auch schon mehr als 30 Jahre auf dem Buckel hat. Kaum hat Keyboarder Johannes E. Brunn die ersten charakteristischen Töne angestimmt, geht ein Jubel durch die Menge, gibt es kein Halten mehr. Wie überhaupt die Hits der US-Boys lautstark mitgesungen, mitgeklatscht werden. Henrich muss kaum animieren, die Zuschauer sind schon von ganz allein dabei.

„Raise your hands“ als eine der Zugaben ist da nur zu passend, damit alle Hände im Zuschauerraum in die Höhe gehen. Oder „Keep the Faith“, ein weiterer Kracher aus früheren Zeiten, der ebenfalls von der überschäumenden Stimmung getragen wird. Auch die Balladen haben es in sich. „Always“ oder „Bed of Roses“ sind genau das Richtige für die verliebten Pärchen, sich tief in die Augen zu schauen, während auf der Bühne der Song originalgetreu zelebriert wird.

Als Kontrast gibt’s dann ein förmlich rausgerotztes, dreckiges „If I was your mother“ hören, gefolgt von dem Bluesrockstampfer „Blame it on the love“ mit eingängigem Mitgeh-Rhythmus. „In these Arms“ ist ein ebensolcher Knaller, bei dem es kaum ein Halten gibt. Die Zuschauer merken, dass die Band ihre Songs lebt, alles gibt, sich nach der Pause förmlich in Rage spielt, wie aus jeder Pore die Musik hervorquillt. Wobei ganz klar die bekannteren Stücke in der Gunst vorn liegen. Unbekannteres wie „Dry county“ oder „Dirty little secret“ werden nicht minder perfekt dargeboten, fallen aber gegenüber den Hits ein bisschen hinten runter.

„Bad Medicine“, „You give love a bad name“ oder „Born to be my baby“ wiederum sind Songs, bei denen sich die Band so richtig austoben kann. Gitarrist Jens Rösel spielt ein ums andere Mal Richie Sambora den Rang ab, während Tommylare am Bass und Olav Quick am Schlagzeug die homogene Rhythm-Section bilden. Da merkt man, dass die Grundzüge der Tributeband aus dem Ruhrpott schon 15 Jahre zurückreichen.

Über zehn Jahre sind die sympathischen Fünf auch schon im Hüttenwerk zu Gast. Zu Beginn „waren es 15 Zuschauer, die beim ersten Mal auch noch Schnee schippen mussten, damit der Transporter durchkam“, erinnert sich Achim Tischler schmunzelnd. Von Jahr zu Jahr wurde die Fangemeinde größer. Inzwischen reisen die Gäste der Band schon aus weit entfernten Regionen hinterher.

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