Dolce Vita-Verkaufswagen kommt wieder am Freitag, 23.7., mit Lebensmitteln nach Igelsbach

Igelsbach. Die gute Resonanz sorgt für eine Wiederholung: Am Freitag, 23. Juli, kommt ab 18 Uhr wieder der Verkaufswagen von „Dolce Vita Spezialitäten“ ins Dorf. Im Hirschweg und in der Waldstraße machen das Ehepaar Huber aus Buchen Station und mit lauter Schelle bzw. Hupe darauf aufmerksam, dass jetzt eingekauft werden darf. Die Ortsstraße kann wegen der Bauarbeiten nicht angefahren werden.

„Wir bieten unseren Service vor allem mobil eingeschränkten Personen und Menschen, die gerne vor ihrer Haustüre einkaufen, an“, erklärt Martin Huber. Ausgestattet mit einem reichhaltigen Angebot, erhalten Kunden vieles, was sie für den täglichen Bedarf benötigen. Deutsche Wurst, Eier und Brot, Käse aus Italien, Österreich und der Schweiz sowie Schinken und Salami aus Italien sowie Antipasti gehören zum Grundsortiment.

Je nach Tour sind auch spritzige Getränke, Brot, Oliven, getrocknete Tomaten, Frischkäsecremes und Obst erhältlich. Vorbestellung und Abholung erfolgt kostenlos am Verkaufsfahrzeug. Kunden, die nicht ans Verkaufsmobil kommen können, wird die Ware auch gerne in die Wohnung gebracht. Wenn das Angebot gut angenommen wird, dann kann Igelsbach auf der Freitagstour zur dauerhaften Station werden, bekräftigen die Hubers.

Kontakt: Dolce Vita Spezialitäten, Telefon 06281/5559730, E-Mail: info@dolcevitaspezialitaeten.de

Ural Kosaken mit Liedern aus der russischen Seele

„Lieder der russischen Seele – Erinnerungen an Alexandra“ heißt es am Sonntag, 21. Oktober, mit dem Ural Kosaken Chor und Dorothee Lotsch unter der Mitwirkung des Dreiklang-Frauenchors Igelsbach. Um 18 Uhr geht es in der evangelischen Michaelskirche an der Ecke Bahnhofstraße/Neuer Markt in Eberbach los.

Der berühmte Ural Kosaken Chor, der auf eine mehr als 90-jährige Erfolgsgeschichte zurückblicken kann, begeistert sein internationales Publikum mit Können, Perfektion und authentischen Vorträgen. Zu den Solisten des wohl ältesten Vertreters aller Kosakenchöre zählten der Bass Ivan Rebroff und der charismatische Bariton Alexander Skovitan, Sohn der unvergessenen deutschen Sängerin Alexandra.

In Weiterführung der Tradition der großen russischen Arrangeure S. Jaroff und A. Scholuch präsentiert der Chor neben melancholischen Stücken auch ausdrucksstarke, temperamentvolle Volksweisen aus dem alten zaristischen Russland und der Ukraine, russische Klassiker sowie Lieder aus dem Repertoire von Alexandra wie zum Beispiel „Am großen Strom“, „Sehnsucht – Das Lied der Taiga“, „Ja lublu tebja“ (Schwarze Augen) und „Moskauer Nächte“.

Tradition wird beim Ural Kosaken Chor großgeschrieben. Dennoch wagt man es auch, etwas Modernes zu machen. Seit 2004 begleitet die deutsche Solistin Lotsch den Chor bei auserlesenen Galakonzerten: Eine Sängerin, die Gefühl ausstrahlt, eine Sängerin, die das Repertoire von Chansonsängerin Alexandra auferstehen lässt und die das Publikum mit ihrer anmutigen Stimme verzaubert.

Vorverkauf: Rhein-Neckar-Zeitung, Neuer Markt 8, Tabak Presse Shop Sohns, Neuer Weg 47/1 (Kaufland), Barbara´s Beauty Boutique, Hauptstraße 25, Buchhaus Eberbach, Bahnhofstraße 17, alle in 69412 Eberbach, Feines im Fachwerk, Hauptstraße 24, 69434 Hirschhorn. Kartenpreise: Vorverkauf 18 Euro, Abendkasse 23 Euro. Einlass und Restkarten etwa eine Stunde vor Konzertbeginn.

 

Transporter wickelte sich auf der B 37 bei Eberbach um einen Baum: Fahrer nur leicht verletzt

Glück im Unglück hatte der 20-jährige Fahrer eines Transporters (Sprinters) heute gegen 11.30 Uhr. Bei einem Verkehrsunfall auf der B 37 auf Höhe der Abfahrt Igelsbach an der Kläranlage wurde er nur leicht verletzt. Der Augenschein ließ Schlimmeres vermuten, hatte sich doch der Kleinlaster um einen Baum am Straßenrand gewickelt. Der junge Mann kam laut Polizei auf dem Weg von Hirschhorn in Richtung Eberbach vermutlich infolge von Unachtsamkeit mit seinem Fahrzeug von der Straße ab, überschlug sich und blieb anschließend in der Böschung Richtung Neckar schräg auf dem Dach liegen. Rettungswagen und Notarzt waren aufgrund der Nähe zum Eberbacher Krankenhauses schnell vor Ort. Der Fahrer wurde trotz seiner leichten Verletzungen vorsorglich in die Chirurgische Klinik nach Heidelberg gebracht. Der einer Eberbacher Firma gehörende Lieferwagen des 20-Jährigen musste vom Abschleppdienst geborgen werden. Der Unfallort wurde durch die Feuerwehr Eberbach abgesichert. Bis etwa 13 Uhr war die B37 halbseitig gesperrt. Die Höhe des Sachschadens beträgt rund 10.000 Euro.

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Der Parkplatz ist nur halb asphaltiert

Einen akuten Fall von Asphaltmangel machte mit einigem Augenzwinkern Stadtverordneter Dirk Gugau (SPD) auf der vergangenen Sitzung des Gremiums publik. Gesichtet hatte er ihn hinter der Sängerhalle Igelsbach. Der dortige Weg vom Buswendeplatz zum Parkplatz und zu den Altglascontainern war bisher nicht asphaltiert. Vor kurzem jedoch war ein Bautrupp zu beobachten, der eine schwarze Deckschicht auftrug. Was die Igelsbacher freuen dürfte, denn bisher waren sowohl Weg als auch Parkplatz gerade in der nassen Jahreszeit ein Garant dafür, kräftig Dreck wahlweise ans Auto oder an die Schuhe zu bekommen. Doch zu früh gefreut. In der Mitte des Parkplatzes hört der Asphalt plötzlich wie von Geisterhand auf. Da er außerdem auf den bestehenden befestigen Weg einfach aufgebracht wurde ohne zuvor eine Schicht abzutragen, gibt es nun am Anfang und am Ende des Asphalts eine kleine Schanze. Sicher nicht im Sinne des Erfinders. Bürgermeister Rainer Sens war die Materie nicht bekannt. Er versprach aber, sich um die Angelegenheit zu kümmern, da sie unter Regie des Forstes gelaufen sei.

Endlich ist der Schnee da – Ausblicke in Igelsbach

Morgens und nachmittags klafft eine große Lücke

Wenn es um den Stadtbusverkehr geht, haben Igelsbach und Rockenau etwas gemeinsam. Denn sie werden zu bestimmten Zeiten nur stiefmütterlich bedient. Vor allem vor- und nachmittags zu Berufszeiten, zwischen 8 und 10 Uhr sowie von 15 bis 17 Uhr, ist das Angebot unzureichend. Durch die Anpassung der Busabfahrtszeiten an die S-Bahn im Jahr 2013 wurden einige Zeiten geändert. Davon betroffen sind auch die Schüler, die aber schon vorher mit fehlenden Verbindungen zu bestimmten Uhrzeiten zu kämpfen hatten.

Morgens fährt zwischen 8.10 und 10.42 von Igelsbach kein Bus nach Eberbach. Schüler, die zur dritten oder vierten Stunde Unterricht haben, sind wahlweise aufgeschmissen oder müssen schon den Bus um 8.10 Uhr nehmen und dann die Zeit an der Schule totschlagen. Arbeitnehmer wiederum, die später als 8.30 Uhr mit dem Job beginnen, haben ebenfalls lange Wartezeiten (bzw. müssen gleich mit dem Auto fahren).  Warum also nicht eine Verbindung um 9.15 Uhr ab Igelsbach, um dann die S-Bahn um 9.29 Uhr erreichen zu können?

Der Bus 14.32 Uhr ab Bahnhof Eberbach nach Igelsbach fährt zu früh für den Schulschluss nach der 8. Stunde. Denn der ist (zumindest am HSG) um 14.30 Uhr, sodass die Schüler den Bus nicht mehr erreichen können. Früher fuhr der Bus um 14.40 Uhr, was nun zwecks S-Bahn-Anschluss nicht mehr geht. Aber warum dann nicht stattdessen um 15.02 Uhr? Denn aktuell ist es so, dass Schüler aus Igelsbach, die 14.30 Uhr Schule aus haben, bis 16.02 Uhr warten müssen.

Die 9. Schulstunde wiederum endet um 15.20 Uhr. Was auch eine erhebliche Wartezeit bis 16.02 Uhr bedeutet (früher fuhr der Bus 15.50 Uhr). Warum bei Finanznot nicht zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und z.B. ein Bus 15.32 Uhr nach Igelsbach für beide Schulschlusszeiten? Zwischen 16.02 und 18.02 fährt überhaupt kein Bus auf den Berg. Verstärkt gibt es aber in den Eberbacher Schulen Unterricht, der erst gegen 17 Uhr endet. Diese Schüler sind dann gezwungen, eine Stunde auf den Bus zu warten. Ein Bus kurz nach 17 Uhr ab Bahnhof nach Igelsbach wäre vielleicht auch für Pendler oder andere Arbeitnehmer attraktiv, deren Arbeitszeiten gegen 17 Uhr enden.

Sollten sich solche Verbesserungen wegen Verfügbarkeit der Busse, Linienplan, Kosten, anderen Anschlüssen etc. nicht verwirklichen lassen, gäbe es immer noch die Möglichkeit eines Ruftaxis zu diesen Zeiten: konkret morgens 9.15 Uhr ab Igelsbach nach Eberbach, nachmittags ca. 15 Uhr und um 17 Uhr ab Eberbach Bahnhof. Das wird ja bereits abends praktiziert und sichert somit wenigstens zwei abendliche Verbindungen aus der Stadt hinauf nach Igelsbach. Eine Anfrage vor mehr als 2 Wochen Woche an die Stadtwerke Eberbach mit Hinweis auf diese neuralgischen Zeiten und dem Vorschlag, wie eine Verbesserung erreicht werden könnte, blieb bisher ohne Antwort. Sollte sie noch folgen, wird sie natürlich nachgereicht.

Die Igelsbacher haben sich stillschweigend ja schon damit abgefunden, dass es samstags nur eine Busverbindung und vier Ruftaxifahrten sowie sonntags nur zwei abendliche Ruftaxifahrten gibt. Am Wochenende geht ohne Auto gar nichts, wenn die Einwohner des geteilten Dorfs in die große weite Welt reisen möchten. Diese Probleme kennen die Rockenauer auch. Und die Lücken sind ähnlich. Morgens zwischen 8.12 und 10.16 Uhr geht nix Richtung Eberbach, nachmittags zwischen 15.49 und 17.46 Uhr das gleiche Bild. Die oben genannten Zeiten gelten nur für Schultage (jetzt, in den Ferien, fahren noch weniger Busse). Deswegen ja auch die (irrige?) Annahme, dass der Stadtbusverkehr auf die Schulstunden ausgerichtet sei…

„Stöckbergweg“ bald wieder begehbar?

Hirschhorn. Die Chancen, dass der „Stöckbergweg“ im kommenden Jahr wieder begangen werden kann, steigen. Er führt als Hangweg vom Schloss aus malerisch entlang der Neckarscheife und des Feuerbergs oberhalb des Neckars bei Bedarf bis nach Igelsbach. Zwischendurch eröffnen sich herrliche Blicke ins Tal und auf die Doppelschleife des Flusses. Eigentlich ist der Weg somit ein touristisches Aushängeschild, war die vergangenen Jahre aber wegen Gefahr für die Wanderer „geschlossen“. Wie Bürgermeister Rainer Sens auf der vergangenen Stadtverordnetenversammlung mitteilte, habe es vor kurzem ein Gespräch mit der zuständigen Behörde Hessen-Forst und Mitarbeitern des Forstamts Beerfelden zu diesem Thema gegeben. Vermittelt habe es der hiesige CDU-Landtagsabgeordnete Peter Stephan.

Seitens Hessen-Forst wurde erläutert, dass Teile des Waldes am Stöckbergweg bereits heute als sogenannte Kernflächen ausgewiesen seien. Dies bedeute, dass in diesen Kernflächen keine Bewirtschaftung mehr stattfindet und der Wald und seine Erneuerung sich selbst überlassen blieben. Weitere Flächen sollen unter diesen besonderen Status gestellt werden, weil in Hessen gemäß der schwarz-grünen Koalitionsvereinbarung zusätzliche Waldflächen aus der Bewirtschaftung genommen werden. So solle mit einer besonderen Beschilderung und den Hinweisen auf die waldtypischen Gefahren eines Kernzonenwaldes eine Aufhebung der Sperrung möglich sein, weil der Weg sich ansonsten in einem begehensfähigen Zustand befinde, heißt es zusätzlich in einer Mitteilung von Peter Stephan.

Michael Gerst, Leiter der Landesbetriebsleitung Hessen-Forst, habe im Gespräch die bereits seit zwei Jahren von der Stadtverwaltung vertretene Auffassung geteilt, dass das Begehen des Weges gemäß neuem Waldgesetz auf eigene Gefahr wieder erlaubt werden sollte, so der Bürgermeister. Dazu muss Sens zufolge das Regierungspräsidium Darmstadt die Sperrung aufheben und entsprechende Schilder „Begehen auf eigene Gefahr“ gut sichtbar aufstellen. Außerdem müssten einige Stellen entschärft werden, was teilweise durch Hessen-Forst, teilweise durch die Stadt erfolgen solle. Der Magistrat wird laut Sens darüber entscheiden, wenn ein entsprechendes Schreiben von Hessen-Forst vorliege.

Nach dem Verlauf des Gesprächs sei die Hoffnung „durchaus begründet“, dass der Weg, mit Aus-nahme des Pfads zur Kapelle, im Frühjahr auch offiziell wieder frei gegeben werden kann. Sens sprach in diesem Zusammenhang Peter Stephan seinen Dank aus. Ohne dessen „beharrlichen Einsatz“ wäre es wohl kaum möglich gewesen, einen so hochrangigen Vertreter von Hessen-Forst ins Neckartal zu bekommen.

„Nach langen Jahren sollte mit den nun getroffenen Absprachen dieser wunderschöne Wanderweg ab dem kommenden Frühjahr wieder legal begehbar sein, auch wenn die waldtypischen Gefahren eines Kernzonenwaldes durch jeden Besucher selbst beachtet und verantwortet werden müssen. Damit kann hoffentlich bald die schon dicke Akte in der Ablage verschwinden“, heißt es von Peter Stephan.

Zum Bild: Oberhalb der Eisenbahnstrecke und des Neckars verläuft derzeit sehr erkennbar der „Stöckbergweg“ von Hirschhorn Richtung Igelsbach. Schon seit längerer Zeit ist er gesperrt (das Schild hing dort schon im Frühjahr 2011), für kommendes Jahr stehen die Chancen auf Wiedereröffnung gut.

Igelsbach: ein Dorf, zwei Länder

Der ganze Rummel um den PR-trächtig geäußerten Neckarsteinacher Wunsch, von Hessen nach Baden-Württemberg rübermachen zu wollen (RNZ v. 22.11., http://www.rnz.de/RegionNeckarsteinach/00_20141122060000_110790376-Neckarsteinach-will-lieber-badisch-sein.html, und viele folgende Artikel), verdeckt den Blick darauf, dass sich das „geteilte Dorf“ Igelsbach schon seit Jahrzehnten mit seiner teilweise Zugehörigkeit zu Eberbach (also Baden-Württemberg) und Hirschhorn (Hessen) herumschlägt. Würde – Hirschhorns Bürgermeister Rainer Sens ist ja ebenfalls einem Länderwechsel nicht abgeneigt – die „Perle des Neckartals“ zukünftig dem „Ländle“ angehören, dann könnte dies einige Erleichterungen im täglichen Leben für die Einwohner bedeuten.

Der kleinere Teil Igelsbachs, bewohnt von den Badenern, hat weniger Probleme mit der Ländergrenze quer durch den Ort. In ihm läuft alles ziemlich planmäßig. Außer vielleicht, dass ein Zipfel der (hessischen) Ortsstraße wieder zu Eberbach-Igelsbach gehört und die badische AVR-Müllabfuhr erst einmal eine Sightseeing-Tour durch Hessisch-Igelsbach macht, um dorthin zu kommen. Denn die Ortsstraße ist eine Sackgasse – einen direkten Weg aus Baden-Württemberg gibt es nicht. Vier Häuser gehören hier zu Eberbach.

Von den täglichen Besonderheiten, aber auch mitunter Ärgernissen, können die hessischen Igelsbacher ein Lied singen. Nicht nur, dass sie von der „Hauptstadt“ des Kreises Bergstraße, Heppenheim, am weitesten überhaupt von allen Kreisgemeinden entfernt sind. Eine Stunde Fahrzeit sind gang und gäbe. Nein, auch andere Ämter verteilen sich quer über den Odenwald. Das zuständige Arbeitsamt ist in Erbach, das entsprechende Jobcenter in Mörlenbach. Das Amtsgericht befindet sich Fürth. Allesamt Orte, die mit dem ÖPNV nur mühselig bis gar nicht erreicht werden können. Und mit dem Auto per Berg-und-Tal-Fahrt.

Dazu kommen ein paar „Kleinigkeiten“, die manchmal zum Schmunzeln führen, aber durchaus auch zu ärgerlichem Stirnrunzeln. Denn wer so brav ist, als Postadresse die korrekte Meldeadresse mit der Hirschhorner Postleitzahl anzugeben, wartet manchmal vergebens auf Pakete und Nachrichten. Gerade bei offiziellen (Behörden-)Briefen kann dies auch mal zu Fristversäumnissen führen. Denn Hirschhorn hat die PLZ 69434, Igelsbach als kompletter Ort die von Eberbach, 69412. Da liegen Welten dazwischen… Ist ja schließlich Ausland, dorthin wird Post nicht wirklich zugestellt.

Wehe aber, Sie machen als hessischer Igelsbacher den Fehler, bei den Behörden als Wohnort Igelsbach mit der PLZ 69412 anzugeben. Dann werden Sie, so schnell können Sie gar nicht schauen, ins badische Eberbach abgeschoben. Mitsamt dessen Zuständigkeiten und übergeordneten Ämtern. Widerrede zwecklos. Die Postleitzahl ist Gesetz. Obwohl die Meldeadresse aber die 69434 beinhaltet. Ihre Verwirrung ist jetzt groß? Sie wird noch größer. Als i-Tüpfelchen gäbe es dann noch die Telefonvorwahl. Denn die ist – Trommelwirbel – für den ganzen Ort ebenfalls die von Eberbach, nämlich 06271. Wenn Sie also jemand von auswärts mit der 06272 für Hirschhorn suchen sollte – Pech gehabt. Allerdings sind dies Punkte, bei denen fraglich ist, ob sie sich durch eine Länderneugliederung ändern würden :-).

Immerhin dürfen sich die Hessisch-Igelsbacher über eine Sonderbehandlung in Sachen Müllabfuhr freuen. Denn die geschieht, wie soll es anders sein, über den Zweckverband Abfallwirtschaft Kreis Bergstraße, der für wenig mehr als 200 Einwohner extra von Hirschhorn aus einen mehr als zehn Kilometer langen Abstecher macht. Ein Vorteil als Hesse dürfte die nähere Kfz-Zulassungsstelle in Neckarsteinach sein. Denn die Eberbacher müssen nach Wiesloch oder Sinsheim fahren. Die Nähe zum Eberbacher Krankenhaus ist nicht zu verachten. Aber Vorsicht: Eigentlich muss der angeforderte Krankenwagen aus dem Kreis Bergstraße kommen. Nur landen Sie wegen der Vorwahl – siehe oben – aus dem Festnetz bei der badischen Notrufzentrale. Viel Spaß beim Erklären, wenn es Ihnen nicht gut gehen sollte…

Zur Geschichte von Igelsbach ist bei Wikipedia folgendes zu lesen: „1370 wurde der Weiler Igelsbach zum ersten Mal erwähnt. Jedoch ist eine frühere Besiedlung anzunehmen. Bereits im 14. Jahrhundert war der Ort zwischen den Herren von Hirschhorn und der Kurpfalz aufgeteilt, wobei letzterer Anteil zum Amt Mosbach gehörte. 1632 folgte Kurmainz den ausgestorbenen Herren von Hirschhorn im Besitz. Der mainzische Anteil ging als Teil des Amts Hirschhorn im Reichsdeputationshauptschluss an Hessen-Darmstadt, das 1806 im Großherzogtum Hessen aufging. Der pfälzische Teil ging an das Fürstentum Leiningen und 1806 an das Großherzogtum Baden. 1925 wurde Badisch-Igelsbach nach Eberbach eingemeindet.

Die Vereinigung von Igelsbach durch eine Umgemarkung wurde mehrfach versucht, so im Jahre 1909 vom Bezirksamt Eberbach. Im Februar 1931 unterstützte offenbar ein Teil der Einwohner von Hessisch-Igelsbach die Eingemeindung nach Eberbach. Im Mai 1935 regte Eberbach eine erneute Veränderung der Landesgrenze durch die Eingemeindung von Hessisch-Igelsbach an. Doch wegen der damit zusammenhängenden Änderung der Landesgrenze stießen die Bemühungen nicht nur auf den Widerstand der Stadt Hirschhorn, sondern auch auf Bedenken der übergeordneten Landesbehörden, die auf eine generelle Bereinigung des Grenzverlaufs zwischen Baden und Hessen im sogenannten Hirschhorner Zipfel setzten. 1975 lebten von den 170 Igelsbachern 114 im hessischen und 56 im badischen Anteil des Ortes. Im Jahr 2013 betrug die Einwohnerzahl 331 Personen, davon 107 im badischen Teil.“

Nächtliche Schneeidylle in Igelsbach

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