Erweiterung des Therapiezentrum: Ortsbeirat soll gehört werden

Das Therapiezentrum Janowicz muss noch ein wenig länger auf seine Erweiterung warten. Erst wurde die Beratung im Bauausschuss vertagt, weil die Architektin erkrankt war, dann folgte ein Vor-Ort-Termin, worauf der vorhabenbezogene Bebauungsplan noch einmal seinen Weg auf die Ausschuss-Tagesordnung fand. Danach wurde die Entscheidung auf Neue aus formalen Gründen vertagt, um den Ortsbeirat Beerfelden einzubinden. Eigentlich war geplant, in den Stadtverordneten-Versammlung den Bebauungsplan abschließend zu behandeln und den Aufstellungsbeschluss zu fassen.

Doch zwischen der Sitzung des Bauausschusses und der Stadtverordneten wurde Bürgermeister Christian Kehrer auf eine neue Situation aufmerksam gemacht: Vor der Fusion diente der Magistrat von Beerfelden quasi als Ortsbeirat, weil es für die Kernstadt keinen gab. Seit der letzten Oberzent-Kommunalwahl existiert allerdings ein solches Gremium. Das soll nun, wie es Paragraf 82 der hessischen Gemeindeordnung für alle „wichtigen Punkte“ vorsieht, aus formellen Gründen dazu gehört werden, bevor ein endgültiger Beschluss gefasst wird.

Wie Stadtbaumeister Peter Bauer erläuterte, wurden den dortigen Mandatsträgern nun die notwendigen Unterlagen mit Plan und Begründung zugeschickt. Quasi in der „Roh-Variante“, denn die Empfehlungen des Bauausschusses sind nicht mit eingepflegt. Dieser sprach sich unter anderem für Milchglasfenster und ein Nutzungsverbot der entstehenden Terrasse aus. Es wurde allerdings der redaktionelle Fehler verbessert, weil zuerst von einem Mischgebiet die Rede war, wo sich ein allgemeines Wohngebiet befindet.

Bürgermeister Kehrer sah das Verschulden für den langen Prozess „nicht bei der Stadt“. Er verdeutlichte, dass das Verfahren rechtssicher sein soll. Im bestehenden Janowicz-Gebäude an der Gerhard-Hauptmann-Straße soll nach Auskunft von Bauer eine Kältekammer entstehen, in der besonders schmerzempfindliche Patienten behandelt werden können. Die dafür notwendigen Sanitärräume sind als Anbau im Untergeschoss geplant, der dem Stadtbaumeister zufolge aber nur zu einem Drittel aus der Erde ragt.

Wie er erläuterte, forderte das Kreisbauamt für die Maßnahme einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan, um Unklarheiten und Streitigkeiten möglichst aus dem Weg zu gehen. Nach der Baunutzungsverordnung sei das Vorhaben in einem allgemeinen Wohngebiet zulässig, ähnlich wie ein Kindergarten oder eine Gaststätte. Deshalb gehe es bei der Beteiligung der Öffentlichkeit und der Träger öffentlicher Belange auch nicht um die baulichen Angelegenheiten, sondern das Drumherum, so den Autoverkehr oder wildes Parken. Entsprechendes hatten Anwohner in ihren Einwendungen vorgebacht.

Ein Stellplatznachweis, so Bauer, sei in spe auch über den vorhabenbezogenen Bebauungsplan möglich. Was dort drinstehe, „muss Wort für Wort umgesetzt werden“, hob er hervor. Deshalb sah er ein solches Vorgehen für Bürger und Anwohner von Vorteil. „Gerechter kann man ein Verfahren nicht machen“, sagte er. Denn in einem „normalen“ Bebauungsplan wäre eine bestimmte Zielsetzung nicht möglich.

Der Chef des Stadtbauamts wies außerdem darauf hin, dass keine zusätzlichen Therapieplätze und –formen geplant seien, sondern sich lediglich das Angebot verändere. Auch die Zahl der Mitarbeiter soll gleich bleiben. Die Abwägung des Für und Wider, quasi die „politische Entscheidung“ über die Erweiterung, obliegt dann den Stadtverordneten, wenn der Ortsbeirat seine Stellungnahme abgegeben hat. Bauer erwähnte darüber hinaus das öffentliche Interesse an diesem Vorhaben. Denn das Therapiezentrum habe einen Bekanntheitsgrad weit über Beerfelden hinaus.

 

 

Das Therapiezentrum Janowicz gibt es seit 1982. Start war mit einer kleinen medizinischen Bäder- und Massagepraxis. In der heutigen Tagesklinik für ambulante Rehabilitation werden orthopädisch-traumatologische Verletzungen und Erkrankungen behandelt. Das gesamte Spektrum physiotherapeutischer und physikalischer Behandlungsmethoden wird angeboten. Zusätzliche Leistungen für Regeneration, Prävention und Therapie runden das Angebot ab. Die Tagesklinik verfügt über ein interdisziplinäres Team aus hochspezialisierten Fachkräften für den Bereich der orthopädischen Rehabilitation und umfasst derzeit 25 Mitarbeiter.

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