Foto-Ausstellung „Auslöser“ noch einmal in Langenthal zu sehen

Die Kunstpflege Hirschhorn eröffnete dieser Tage die sehenswerte Ausstellung „Auslöser“ mit Fotografien von Jens Fiedler und Enno Folkerts. Die Kunsthistorikerin Angela Mahmoud ließ sich wieder einmal etwas Besonderes einfallen und präsentierte in ihrer Laudatio dem Publikum erst einmal zwei Fotografien. Das erste zeigte die beiden ausstellenden Künstler hoch über den Neckar, ins Tal blickend, welches sehr viel Ähnlichkeiten mit dem zweiten Foto aufwies, nämlich mit dem berühmte Bild von Caspar David Friedrich, zwei Männer in Betrachtung des Mondes. Nur beim ersten waren es zwei Männer mit Kamera in Betrachtung der Natur.

Mahmoud entwarf einen Dialog zwischen den beiden Freunden und Kollegen, ein Gespräch in der Natur und über die Natur, über den Anlass, den Funken, den Auslöser der Kamera zu drücken, wer hinter der Kamera steht und dass man nicht alles mit reiner Vernunft erfassen kann, sondern auch hinter die Dinge schauen muss. Jeder kann knipsen, sogar ein Automat aber nicht jeder kann beobachten. Fotografieren ist sofern Kunst wenn sich einer der Beobachtung bedient.

Wer Enno Folkerts kennt, weiß, dass er Maler ist und oft großformatige fotorealistische Bilder von Fassaden und Fenstern fertigt, aber auch abstrakt expressionistische. Er lässt sich nicht gerne festlegen. Für Folkerts war es die 80. Ausstellung, allerdings die erste mit Fotografien. So könnten einige seiner Fotos als Vorlage für seine Gemälde dienen.

Seine Kamera fungiert hier oft als Ersatz für den Skizzenblock. Dagegen sind die Quadratmeter großen Fotos tatsächlich Abbilder der Quadratmeter Böden, auf denen wir leben und oft gar nicht wahrnehmen. Ein Quadratmeter Straße mit Hydrant zum Beispiel, etwas angerostet und am Rand mit Grasbewuchs. Ein Quadratmeter Boden aus Venedig mit Taube. Andere erinnern an kubistische oder informelle Malerei, wie etwa der „Weg zum Wald“. Bilder, die die Fragen aufwerfen, wie und wo sind diese entstanden?

Jens Fiedler ist dagegen der typische Fotograf. Er hat den richtigen Blick und drückt im richtigen Augenblick den Auslöser. Er war erster Preisträger beim Fotowettbewerb Kulturgut Waldliebe und so sind Fotografien aus der Reihe „Musik der Natur“ ausgestellt. Diese haben bereits große Aufmerksamkeit in Heidelberg erhalten. Fiedler sagt: Wenn ein Fotograf den „Auslöser“ betätigt, kann es vorkommen, dass er mit seinem Ergebnis Freude, Besorgnis, Neugierde, Zärtlichkeit und andere Gefühle „auslöst“. Er wird somit selbst zum „Auslöser“ dieser Empfindungen.

Um 20 Uhr spielte dann die „Gerdband“. Sie stellte ihr drittes Album „Nevertheless“ vor.  Eine Musik mit überwältigender Eigendynamik, die Ohr, Herz, Verstand bediente und die Zeit vergessen ließ. Manches begann leise und entwickelte sich zum Sturm. Treibende Rhythmen wurden zur Ballade. Traumhafte Melodien trafen auf bestechende Rhythmen. Explodierende Spielfreude traf auf intelligente Arrangements. Gerd Baier, der Geschichtenerzähler, und seine zwei Mitstreiter Mario Fadani (Bass) und Philipp Gutbrod (Drums) machten es möglich.

Info: Die Ausstellung „Auslöser“ ist am Wochenende, 26. und 27. Oktober, von 15 bis 18 Uhr noch einmal zu sehen. Ort: Atelier Enno Folkerts- Waldmichelbacher Straße 2 in Hirschhorn-Langenthal, alte Pappenfabrik Mayr. Das Motto: Kunst, Kaffee und Klönen.

 

Erst Fotoausstellung, dann Musik

Foto-Kunst und Musik im Maleratelier: Die Fotoausstellung „Auslöser“ von Jens Fiedler und Enno Folkerts wird am Samstag 12.Oktober, 18.30 Uhr, im Atelier Enno Folkerts, Waldmichelbacher Straße 2 in Langenthal (Alte Pappenfabrik Mayr) eröffnet. Die Laudatio hält Angela Mahmoud. Abends spielt dann ab 20 Uhr die „Gerdband“.

Wenn ein Fotograf den „Auslöser“ betätigt, kann es vorkommen, dass er mit seinem Ergebnis Freude, Besorgnis, Neugierde, Zärtlichkeit und andere Gefühle „auslöst“. Er wird somit selbst zum „Auslöser“ dieser Empfindungen. Jens Fiedler ist der typische Fotograf. Er hat den richtigen Blick und drückt im richtigen Augenblick den Auslöser. Er war erster Preisträger beim Fotowettbewerb Kulturgut Waldliebe

Fiedler stellt im Atelier von Enno Folkerts Fotografien aus der Reihe „Musik der Natur“ aus. Diese erhielten bereits große Aufmerksamkeit in Heidelberg. Klang der Farben, Reigen der Blüten, Rhythmus von Wasser und Wind oder musikalische Assoziationen sind sein Ding. Fotografien wie Gemälde lassen den Betrachter innehalten und den Trubel des Alltags vergessen. Minimalistische Details in Großformat beeindrucken und lassen Raum für eigene Interpretationen und Träume.

Für den Maler Enno Folkerts ist es die 80. Ausstellung, jedoch die Erste mit Fotografien. Seine 35 auf 35 Zentimeter Fotos aus der „Quadratmeter“-Reihe könnten als Vorlage für seine großformatigen fotorealistischen Gemälde von Fassaden und Fenstern dienen. Seine Kamera fungiert hier oft als Ersatz für den Skizzenblock. Dagegen sind die einen Quadratmeter großen Fotos tatsächlich Abbilder der Quadratmeter von Böden, auf denen wir leben. So wird auch ein Quadratmeter Boden aus Venedig mit Taube zu sehen sein.

Anschließend findet um 20 Uhr ein Konzert mit der „Gerdband“ statt. Diese erzeugt einen unverwechselbaren Sound, „amerikanisch schnörkellos und zugleich romantisch europäisch verziert“, wie die Gruppe selbst von sich sagt. Alle drei Bandmitglieder sind erfahrene Meister der Technik und Improvisation, mit einer tiefen Leidenschaft für ihre Instrumente. Sie spielen ausschließlich Originalkompositionen von Gerd Baier, die viel Platz bieten für die Entwicklung eigener musikalischer Ideen.

 

Info: An den Wochenenden 19. und 20. sowie und 27. und 28. Oktober ist die Fotoausstellung (mit Kaffeekränzchen) nachmittags ab 15 Uhr geöffnet. Ort: Atelier Enno Folkerts, Waldmichelbacher Straße 2, Hirschhorn-Langenthal