Kunst „vun do“: Wochenende der offenen Ateliers bei Jens Hafner und Enno Folkerts

Die beiden Hirschhorner Künstler Jens Hafner und Enno Folkerts öffnen am Wochenende des 8. und 9. Dezember ihre Ateliers. Bei Folkerts in Langenthals Waldmichelbacher Straße 2 (alte Pappenfabrik Mayr) ist von 14.30 bis 17.30 Uhr geöffnet, bei Jens Hafner in Ersheim von 17.30 bis 20.30 Uhr (Brentanostraße 8). Für alle, die schon immer einmal wissen wollten, wo und wie Kunst entsteht, was alles dazugehört und dahintersteckt, ist das ein Wochenende zum Schauen, Genießen, Plaudern und Entschleunigen.

Jens Hafner studierte an der Freien Kunstakademie Mannheim unter anderem bei Konstantin Voit. Stilistisch kann man einen Einfluss der Leipziger Schule erkennen, die die figurative Malerei seit Jahren neu belebt. Typisch sind assoziative Blicke auf eine ganz persönlich erlebte Realität, die in mehreren Bildebenen auf der Leinwand vereint werden. Die Welt erzählt sich wie in einem Traum, der rational nie ganz aufgelöst werden kann und geheimnisvoll bleibt. Man könnte fast von einer romanischen Weltsicht sprechen, die Hafner phantasievoll und mit großer Lust am Malen in unsere Zeit herüberholt.

Enno Folkerts verfügt über ein auffallend vielseitiges Repertoire an Themen und Techniken. Dazu gehören Fassaden- und Fenstermotive in fotorealistischer Manier, aber ebenso seine „metaphysischen Bilder“, in denen die Themen Zeit, Dekadenz und Untergang eine wichtige Rolle spielen, in denen jedoch auch die morbide Schönheit der Motive offenbart wird. Er arbeitet ebenso an Bildern im abstrakt-expressionistischem Stil, Collagen, Assemblagen oder Akte – „Kunst halt“, schmunzelt er. Arbeiten von Folkerts waren schon auf über 80 Ausstellungen im In- und Ausland zu sehen. Seine Intention ist die pure Lust auf das Bild.

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Kunstvoller Frühling am Neckar: Gleich zwei Ausstellungen locken nach Hirschhorn  

„Wir hatten wieder ein volles Haus“, freut sich Monika Hofmann vom Freundeskreis Langbein’sche Sammlung über die erfolgreiche Vernissage. Sehr viele Kunstinteressierte fanden zur Ausstellungs-Eröffnung mit Werken der Heidelberger Malerin Akela Möhren unter dem Titel „Das Atelier“ den Weg ins Hirschhorner Langbeinmuseum. Vorsitzender Dr. Ulrich Spiegelberg begrüßte die Gäste im Erdgeschoss des Hauses, das seit der Neugestaltung auch für Ausstellungen genutzt wird. Er kündigte weitere Aktivitäten an: Vom 8. August bis 20. September sind Werke der Hirschhorner Malerin Evelyn Christoffers zu sehen. Im Herbst ist eine Künstlergruppe aus Schönau zu Gast.

Richard Köhler von der Musikschule Hirschhorn umrahmte die kleine Feier. Wolfgang Schuler stellte die Künstlerin mit ihrer Vita vor und wies ihre verschiedenen Aktivitäten hin. So stellte Möhren unter anderem beim Heidelberger Kunstverein, in der Buchhandlung Himmelheber und ganz aktuell im Josefskrankenhaus aus. Schuler beschrieb die ausgestellten Werke mit den Themen Porträts, Wasser und –behälter in den drei Ausstellungsräumen.

Nach dem Kunststudium (Gebrauchsgraphik, Zeichnen und Malerei, Typographie) von 1959 bis 1962 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe wirkte Akela Möhren zunächst als Freie Graphikerin und Freie Malerin in Heidelberg bis 1968, danach in Quebec. Seit 1975 lebt und arbeitet sie erneut in Heidelberg.

Die Zusammenstellung der Hirschhorner Ausstellung reflektiert auch die räumlichen Möglichkeiten des Langbeinmuseums – so entstand das Motto „Das Atelier“. Möhren arbeitet mit Öl, Tusche und Pigmenten auf Leinwand. „Von einem Bild sollte immer ein Zauber ausgehen“, sagt sie. Die Ausstellung läuft bis 28. Juni und ist wie folgt geöffnet: Dienstag bis Freitag 14 bis 17 Uhr, Mittwoch bis Samstag auch 10 bis 12 Uhr, sonntags 15 bis 17 Uhr.

Zur Eröffnung der „Galerie am Ganges“ in der Hauptstraße 22 kamen ebenfalls viele Interessierte vorbei. Kunsthistorikerin, Kulturmanagerin und Galeristin Angela Mahmoud gab eine kurze Einführung in die dort jetzt ausgestellten Arbeiten von Oded Netivi, Jens Hafner und Enno Folkerts. Die Vernissage wurde von Heiko Plank musikalisch umrahmt. Der Gitarrist und Komponist hat etwas Einzigartiges geschaffen: die „Plank“, ein von ihm für die Interpretation seiner Musik entwickeltes elektroakustisches Saiteninstrument, seine Weiterentwicklung einer Gitarre.

Raoi Raouia Mezlini und Giuseppe Lauria vom gegenüber liegenden Restaurant „Bei Peppe“, die die ehemaligen Bistro-Räume zusätzlich gepachtet haben, stellen sie den Sommer über dem Verein Kunstpflege Hirschhorn zur Verfügung. Das eröffnet diesem die Möglichkeit, in dem leerstehenden Laden Ausstellungen organisieren zu können. „Da wir hier in Hirschhorn am Neckar leben, wurde daraus die ‚Galerie am Ganges‘ mitten in der Hauptstraße“, so Enno Folkerts.

Weil es sich um einen relativ kleinen Laden handelt, werde es bei den Ausstellungen keine „Museumshängung“, sondern eher die „Petersburger Hängung“ geben. „Wir werden versuchen, immer von allen ausgestellten Künstlern ein paar Arbeiten da zu haben.“, erläutert Folkerts. Es werde bei jeder Vernissage neu gehängt, „weil neue Künstler dazu kommen werden“. Am Wochenende ist tagsüber immer geöffnet, unter der Woche nach Vereinbarung unter Telefon 06272-2509.  Mehr Bilder hier: http://kunstpflege-hirschhorn.de/ganges.html

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