Mit Pfeil und Bogen wird am 24. März das Lärmfeuer auf der Rothenberger Höhe entzündet

Ein Lärmfeuer lodert am Samstag, 24. März, auch wieder im südlichsten hessischen Odenwald. Veranstaltet wird es, Name verpflichtet, von der Rothenberger Feuerwehr und in unmittelbarer Nähe des Feuerwehrgerätehauses auf einer Höhe von 470 Metern bei Einbruch der Dämmerung entzündet. Diese Reminiszenz an eine historische Kommunikationsmethode, die bereits den Römern zugeschrieben wird, findet im Oberzent-Stadtteil bereits seit 2011 statt.

In den Jahren zuvor habe man immer ein Fastnachtsfeuer veranstaltet, „das wir aber aufgrund rückläufigen Zuspruchs nicht mehr durchführten“, berichtet Jugendbetreuer Jan Johe vom Feuerwehrverein. Nach einem Frühlingsfeuer 2010 stießen die Rothenberger auf der Suche nach neuen Ideen im Jahr darauf auf die Odenwald-weiten Lärmfeuer „und beteiligen uns seitdem jedes Jahr an diesen“. Mit Erfolg.

Ab 17 Uhr lädt am 24. März die Jugendfeuerwehr ins beheizte Feuerwehrgerätehaus ein. Die traditionelle Fackelwanderung für Kinder startet etwa um 18.15 Uhr. Bei Einbruch der Dunkelheit, etwa gegen 19.30 Uhr, wird das Lärmfeuer wie schon 2016 vom Bogenschützen Michael Dorsch aus Großheubach mit seinen Pfeilen entzündet.

Von dort aus, hoch über den Tälern von Finkenbach und Gammelsbach, wird der Flammenschein weithin zu sehen sein. Bei gutem Wetter ist hier alleine schon der Sonnenuntergang eine Augenweide. Ebenso gibt es in diesem Jahr wieder eine atemberaubende Feuershow. Ab ungefähr 20.30 Uhr begeistert der Gammelsbacher Jongleur, Artist und Feuerkünstler Jeremy (Ralf Breitinger) mit seiner Darbietung. Je nach Wetterbedingungen können sich die Zeiten leicht verschieben.

Im beheizten Feuerwehrgerätehaus erwarten Jugendfeuerwehr und Einsatzabteilung die Gäste mit zünftigen Speisen aus dem Kessel und vom Grill sowie mit heißen und kalten Getränken. Als Spezialität aus der germanischen Provinz gibt es an diesem Abend „Salzfleisch mit Erdrüben“, natürlich auch klassische schmackhafte Gerichte wie Steak oder Bratwurst vom Schwenkgrill mit Bauernbrot oder Pellkartoffeln aus dem holzbefeuerten Kessel mit Quark. An Sporthalle und Feuerwehrgerätehaus stehen ausreichend Parkplätze zur Verfügung.

Rothenberg befindet sich auf einer Rodungsinsel der Hirschhorner Höhe. Diese erstreckt sich von Beerfelden bis zum 300 Meter tiefer gelegenen Hirschhorn. Das Lärmfeuer hat ein lange Tradition: In früheren Zeiten war es ein nützliches Instrument, um schnell über große Entfernungen vor Gefahr etwa im Falle eines Angriffs warnen zu können. „Lärm“ kommt vom französischen „all‘armes“, was „zu den Waffen“ bedeutet.

Im Odenwald sollen Lärmfeuer schon von den Römern gezündet worden sein: Zur Warnung vor dem Feind, der aus dem Westen drohte, haben sie während der Zeit der germanischen Provinz (1.-4. Jahrhundert nach Christus) aller Wahrscheinlichkeit nach eine bemannte Signalkette vom Rhein bis zum Limes unterhalten.

Der Limes verläuft im östlichen Odenwald, er zieht sich von der Wetterau über den Main bei Obernburg und über den Höhenzug von Lützelbach im Norden bis Schloßau im Süden und weiter Richtung Bad Wimpfen. Er war jedoch nur von ca. 110 bis 160 n.Chr. besetzt und wurde dann weiter nach Osten verlegt.

Die einzelnen Veranstaltungsorte der Lärmfeuers, etwa 30 an der Zahl, erstrecken sich über ein Gebiet von etwa 8000 Quadratkilometern vom Rhein bis ins Herz des Odenwaldes und bilden dadurch die „weltgrößte Open-Air-Veranstaltung“. Heute flammen die Feuer nur noch zum Spaß auf – und das nicht nur entlang der historisch belegten Signallinien der Römer. Mit dem Lärmfeuer-Projekt wird der Versuch unternommen, eine historische Kommunikationsmethode vor dem Vergessen zu bewahren

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Rothenberger Lärmfeuer trotzte Wind und Nieselregen

Schlechtes Wetter kann die Rothenberger nicht schrecken. In Scharen kamen sie gestern Abend ab 18 Uhr zum Feuerwehrhaus, um dort in geselliger Runde zusammenzusitzen und später das imposante Lärmfeuer auf dem Höhenrücken anzuschauen. Das brannte trotz eines steifen Westwindes und leichtem Nieselregen im Nu lichterloh (viele zusätzliche Bilder und zahlreiche Videos weiter unten auf dieser Seite). Das Lärmfeuer wurde auf der Hirschhorner Höhe, die sich von Beerfelden bis zum 300 Meter tiefer gelegenen Hirschhorn erstreckt, auf 470 Meter Höhe von der Feuerwehr bei Einbruch der Dunkelheit entzündet. Der Flammenschein war weithin zu sehen. Veranstalter war die Jugendfeuerwehr Rothenberg, mit tatkräftiger Unterstützung der Einsatzabteilung.

„Mit der Veranstaltung und auch dem Publikumszuspruch sind wir sehr zufrieden“, berichtet Jan Joe von der Jugendfeuerwehr. „Wir hätten nicht gedacht, dass bei dem doch eher schlechteren Wetter so viele Gäste kommen.“ Der Stimmung habe der kurz vor der Feuershow stärker einsetzende Regen nicht geschadet. „Bis fast Mitternacht saßen immer noch zahlreiche Gäste im Feuerwehrhaus.“

Das Lärmfeuer findet in Rothenberg seit 2011 statt. In den Jahren zuvor habe man immer ein Fastnachtsfeuer veranstaltet, „das wir aber aufgrund rückläufigen Zuspruchs nicht mehr durchführten“, so Johe. Nach einem Frühlingsfeuer 2010 stieß man im Jahr darauf auf die Odenwald weiten Lärmfeuer „und beteiligen uns seitdem jedes Jahr an diesen“. Mit Erfolg.

Gegen 19.15 Uhr gab es im Vorfeld eine Fackelwanderung für Kinder, die bei den Kleinen für viel Freude sorgte. Fürs leibliche Wohl sorgte die Jugendfeuerwehr mit zünftigen Speisen aus dem Kessel und vom Grill sowie mit heißen und kalten Getränken. Eine spektakuläre Feuershow von Jeremy lockte später alle noch einmal vom gemütlichen Inneren des Feuerwehrgerätehauses nach draußen. Der Beerfeldener Artist und Jongleur sorgte ein um andere Mal für spontanen Jubel im Publikum, sei es durch Feuerjonglagen, -diabolos, -Handstand-Acts oder Feuerseil-Illusionen. Auch der immer stärker werdende Regen und der ungemütliche Wind konnten ihm nichts anhaben.

Das Lärmfeuer hat ein lange Tradition: In früheren Zeiten war es ein nützliches Instrument, um schnell über große Entfernungen vor Gefahr etwa im Falle eines Angriffs warnen zu können. „Lärm“ kommt vom französischen „all‘armes“, was „zu den Waffen“ bedeutet. Im Odenwald sollen Lärmfeuer schon von den Römern gezündet worden sein. Zur Warnung vor dem Feind, der aus dem Westen drohte, haben die Römer während der Zeit der germanischen Provinz (1.-4. Jahrhundert nach Christus) aller Wahrscheinlichkeit nach eine bemannte Signalkette vom Rhein bis zum Limes unterhalten.

Der Limes verläuft im östlichen Odenwald, er zieht sich von der Wetterau über den Main bei Obernburg und über den Höhenzug von Lützelbach im Norden bis Schloßau im Süden und weiter Richtung Bad Wimpfen. Er war jedoch nur von ca. 110 bis 160 n.Chr. besetzt und wurde dann weiter nach Osten verlegt.

Die einzelnen Veranstaltungsorte der Lärmfeuers, 30 an der Zahl, erstrecken sich über ein Gebiet von etwa 8000 Quadratkilometern vom Rhein bis ins Herz des Odenwaldes und bilden dadurch die „weltgrößte Open-Air-Veranstaltung“. Heute flammen die Feuer nur noch zum Spaß auf, und das nicht nur entlang der historisch belegten Signallinien der Römer. Mit dem Lärmfeuer-Projekt wird der Versuch unternommen, eine historische Kommunikationsmethode vor dem Vergessen zu bewahren.

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